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Angst vor dem Alleinsein - Baby

Dieses Thema im Forum "Eltern und Kinder" wurde erstellt von Hortensie, 25 Juni 2004.

  1. Hortensie

    Hortensie Well-Known Member

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    In meinem Bekanntenkreis in allen Altersstufen (von 26 - 80) höre ich immer wieder die Angst vor dem Alleinsein heraus. Es kommen Aussagen wie:
    -ach ein Baby, nöö ist nix für mich, aber im Alter werde ich es mal bereuen...
    -eingentlich kann ich mit Kindern nichts anfangen, aber wir heiraten im September und danach möchte ich ein Kind, damit ich im Alter nicht alleine bin...
    -wozu habe ich denn Kinder bekommen, wenn die mich nicht besuchen...
    -jetzt möchte ich Enkelkinder, wozu habe ich euch denn in die Welt gesetzt...
    in allen Variationen.

    Ist es wirklich nur die Motivation im Alter versorgt zu sein, daß man Kinder in die Welt setzt? Oder die Hoffnung auf Enkelkinder? Wie steht ihr dazu? Warum habt ihr Kinder? Wie erfahrt ihr es in euerem Bekanntenkreis?
    Ich bin schon gespannt auf eure Antworten.
    Tarot :morgen:
     
  2. Christoph

    Christoph Well-Known Member

    Liebe Tarot,

    interessante Fragen stellst du!

    Vielleicht kann ich etwas Befruchtendes ;) beitragen.

    Obwohl Menschen in ihrem Bewusstsein die unterschiedlichsten (oft sehr egoistischen und die Kinder ausnutzenden) Motive* zum Kinderkriegen haben, gibt es nur ein wirkliches Motiv, das uns Kinder wünschen lässt:

    Wir haben das Geschenk des Lebens durch unsere Eltern bekommen. Wir haben im Zwischenmenschlichen ein Bedürfnis nach Ausgleich. Wenn uns jemand etwas schenkt, so haben wir das innere Bedürfnis, die dadurch ihm gegenüber entstandene Schuldigkeit ("Ich schulde dir den Ausgelich") auszugleichen.

    Dies geht aber den Eltern gegenüber nicht. Das Geschenk des Lebens ist zu groß, dass wir es ausgleichen und ihnen damit ebenbürtig sein könnten. Also haben wir nur zwei Möglichkeiten, damit umzugehen und dennoch nicht den Eltern für dieses Geschenk böse zu werden. (Wenn einer von einem Ebenbürtigen - z.B. Partner - etwas bekommen hat, was er nicht ausgleichen kann, dann wird er dem böse und geht.)

    Den Eltern gegenüber bleibt uns nur:

    1. Wir nehmen und danken.
    2. Wir bekommen selbst Kinder und geben das Geschenk des Lebens damit an sie und unsere Enkel weiter.

    Sehr oft sind Menschen, die sich zu einer Sterilisation vor eigenen Kindern entschließen, sehr in Druck. Dies ist ebenso bei Menschen, die in Beziehungen leben aus denen keine Kinder entstehen können. Das sind schwere Schicksale. Das ist eine besondere Last. Einige schaffen es dann, sich irgendein besonderes Projekt vorzunehmen, welches sie an Stelle von Kindern haben und so ihren Beitrag zum leben leisten.

    Adoption ist in solchen Fällen besonders gefährlich für das adoptierte Kind. Es wird meistens ausgenutzt. Auch künstliche Befruchtung - insbeosndere mit Sperma aus der Samenbank - hat meist schwere systemische Folgen für das Kind (und für den Samenspender).

    Wenn aber ein Paar keine Kinder bekommen kann, dadnn gewinnt es oft beobachtbar eine besondere Würde, wenn sie es gemeinsam tragen.

    Im Grunde dienen wir dem Leben nur und wollen ihm dienen. Das Leben ist immer größer und stärker.

    Liebe Grüße
    Christoph

    _______________________
    *z.B. der Wunsch nach Kindern, die einen aufhalten, in den Tod zu gehen oder die für einen das Schwere tragen oder die eigenen Eltern ersetzen (mit entsprechenden emotionalen Ansprüchen ggü. dem Kind)
     
  3. Hortensie

    Hortensie Well-Known Member

    Ausgleich

    also ist im Unterbewusstsein nur dieses eine Motiv da? egal was für Motivationen die Menschen angeben?

    Nehmen und danken reicht? Hmm..., bin dann ich bzw. meine Seele meinen Kindern böse, wenn sie sich bewusst entschließen sollten keine Kinder zu bekommen?

    Spielt auch die Anzahl der Kinder eine Rolle?

    Der Entschluss zur Adoption ist im Prinzip meine o.g. Motive. Angst vor dem Alleinsein.

    Früher habe ich mal gedacht, es wäre doch besser Kinder zu adoptieren, als eigene in die Welt zu setzen. Um den Kindern Geborgenheit und Liebe zu geben. Seit ich eine Aufstellung besucht habe, sehe ich das in einem anderen Licht. Wäre es trotzdem sinnvoll und tut man soeinem Kind keinen Gefallen?

    Gruß Tarot
     
  4. Christoph

    Christoph Well-Known Member

    Liebe Tarot,

    was die tiefste Motivation zu Kindern angeht, da gibt es m.E. nur einen Grund, wie gesagt. Einen tiefsten Grund: das leben will weiter gehen. Deshalb bekommen auch Menschen, die auf der Straße leben, Kinder und Menschen, die nicht für ihre Kinder sorgen können. Das Leben ist dann weiter gegangen, das ist eine riesige Kraft!

    Allerdings werden manchmal Mütter dann nach einer Geburt sozusagen größenwahnsinnig. Ihnen wird bewusst, sie können Leben geben, wieso nicht auch mit genau der gleichen Wucht Leben nehmen? Das macht manchmal Allmachtsgefühle und -Fantasien. Interessant ist: Leben geben und Leben nehmen sind aus der gleichen Kraft!

    Nun zum Nehmen gehört auch das Nehmen der tatsache, dass wir es weitergeben. Wer sich sterilisieren lässt, der jat oft das Leben nicht genommen. Und wer bewusst keine Kinder will, der meist auch nciht, Wie3so will der denn keine? Weil er meint, das Leben (kaschiert als: die Welt), wie es ist und wie es zu ihm gekommen ist, sei nicht lebenswert und er müsse seine Kinder davor schützen. Er meint, es besser zu wissen, als das Leben an sich. So stellt der sich über das Leben, ziemlich anmaßend oder? So jemand ist dann mit dem Leben wie es zu ihm kam auch nicht zufrieden und hat es somit nicht genommen.

    Du fragst, ob die Anzahl der Kinder eine Rolle spielt. Das habe ich mit diesem Fokus noch nicht hinreichend erforscht, kann es mir aber aus anderen Erfahrungen vorstellen. Man kann z.B. beobachten, dass in Familien, in denen schon leibliche Kinder existieren, eines der Kinder stirbt und dadurch Platz macht, wenn zusätzlich ein Kind adoptiert wird. Das kann man aber nur im Nachhinein sagen, ob es da einen Zusammenhang gab. Leider. Es wurde aber oft beobachtet.

    Ich vermute, dass ein Familiensystem seine Lebenskraft auf eine genau festgelegte Zahl an Mitgliedern verteilt. Und wenn die Zahl unterschritten wird, entsteht ein Druck nach "Auffüllung". Wenn sie überschritten wird, dann einer nach "Platz machen".

    Man kann ja im Alltag oft beobachten, dass die Alten in der Familie erst bzw. genau dann sterben, wenn ein Enkelkind geboren wurde. Mir ist das schon oft begegnet. Es ist ja so, dass die Alten den Jungen Platz machen.

    Eine Adoption ist also nicht nur ein erheblicher Eingriff in das System und Leben des Adoptierten, sondern auch in das der Adoptierenden.

    Wenn jemand eine Adoption aus Angst vor dem Allein sein macht, dann sind die Probleme schon vorgezeichnet. Das ist schlimm für das Kind, wie es nur ungut sein kann, das ist vioelleicht sogar schmarotzen am Kind, oder? Wer ist da groß und wer ist da klein? Wer gibt und wer nimmt?

    Bei den meisten Adoptionen wird das Adoptierte in der Adoptivfamilie derart schlimm in die Pflicht genommen. Er oder sie muss ein fehlendes Mitglied vertreten. Nicht nur, dass ihm die Wurzeln der eigenen Familie genommen sind und sich Fremde meinen anmaßen zu können, dass wie "besser" wären als die eigentlichen Eltern. Nein, das Adoptierte muss nun auch noch zusätzliche Last tragen.

    Die Angst, wie du sie beschreibst, ist eine kindliche Angst. Die darfst du dem Kind nicht aufbürden. Die musst du alleine tragen. Dann hat das Kraft. Es ist deine kindliche Angst. Und die gehört in Richtung deiner Eltern. Was war denn los bei euch? Hast du einen Elternteil früh verloren? Oder war der so verstrickt, dass er nicht zur Verfügung stand?

    Dann hat es mehr Kraft, wenn du ohne den allein stehen kannst und das hinter dir lassen. Auch die kindlichen Ansprüche und Erwartungen auf das, was uns von den Eltern nach kindlicher Einschätzung noch zustünde aber nicht zusteht, ganz aufzugeben ist natürlich schwer. Aber wenn das gelingt, sind wir frei! Und wir sind dann erwachsen und in der Kraft.

    Die Vorstellung, eigene Kinder in die Welt zu setzen, um

    ... ist da eher vordergründig. Oft geht es eigentlich darum, dass man sich wünscht, von den Kindern Liebe und geborgenheit zu erhalten. das verrückte ist: die Liebe der Kinder zu ihren Eltern ist unendlich groß. Sie sterben sogar dafür wenn es sein muss. Und darauf verlassen sich Eltern mit dieser Haltung oft. Das ist was hinter der angeblich altruistischen Motivation steht. Purer Egoismus.

    Aber wie gedeihen Kinder mehr? Wenn man nichts von ihnen erwartet. Wenn man weiß: ich habe von den Eltern so wie sie waren, alles bekommen ,kwas nötig ist.

    Eltern geben und Kinder nehmen.

    Hier werden natürlich einige Therapeuten aufschreien, die davon leben, Menschen auszunutzen, indem sie sich als bessere Eltern gebärden und den Betroffenen suggerieren, sie könnten ihnen geben, was die Eltern angeblich nicht geben konnten, und was denjenigen suggeriertermaßen angeblich fehlt.

    Deine Frage zur Adoption:

    Ist somit wohl beantwortet. Man muss den Einzelfall sehr genau prüfen. Es gibt Fälle, wo Adoption eine gute Wirkung hat. Die sind aber selten.

    Adoptiveltern sollten mit Blick auf die Wirkung, wie Pflegeeltern (die bessere Wahl), sich immer nur als Stellvertreter der wirklichen Eltern - und nur wenn diese verstorben und sonst niemand aus der Familie da ist - halten. Alle Entscheidungen müssen im Sinne der wirklichen Eltern getroffen werden und die AE dürfen nie "besser" sein, als die wirklichen Eltern.

    Das gelingt aber den wenigsten. Insbesondere, mit diesem von dir benannten Anspruch, jemanden zu haben, auf den man seine Liebe - oder mehr sein verschleiertes Bedürfnis nach Geliebtwerden - werfen kann.

    Liebe Grüße
    Christoph
     
  5. Gedanke

    Gedanke Active Member

    Guten Abend

    Also wegen dem Angst vor dem Alleine Sein kommt das nicht mit den Kindern.
    Das hat dann einfach den Grund, wenn man vielleicht kein sehr sozial umgänglicher Mensch ist.

    Kinder bekommt man eben aus Liebe oder wohl vor allem, weil es der biologische Sinn des Menschen ist sich fortzupflanzen.
    Also würde mir jemand so kommen: Ich will Enkel sehen; dann kriegt die Person aber was zu hören.

    Ich finde das sollte jeder selber wissen ob er überhaupt Kinder haben möchte.
    Ich zB würde nie welche wollen.
    Klar können Kinder einen glücklich machen.
    Aber sie kosten einen mit ziemlicher Sicherheit den letzten Nerv.
    Manche zerbrechen daran und kommen damit nicht klar.


    Ironisch, daß ich mir heute irgendwie die gleiche Frage stellte, ob es den Sinn des Lebens gleichkommt sich fortzupflanzen und Kinder zu kriegen. Biologisch bestimmt. Aber für den eigenen Sinn einer Beziehung/Ehe ? Nein, finde ich nicht.
    Aber jedem selbst überlassen.


    mfg
     
  6. Mara

    Mara Guest

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    ... und ich sah heute so einen kleinen einjährigen und wünschte mir noch mal von vorne anfangen zu können ...

    :( mara
     
  7. Mara

    Mara Guest

    warum ich ein kind habe ?

    nun - ich denke es war bestimmung ...
    ich wollte dem vater eine freude machen ...
    ich wollte auf keinen fall abtreiben ...
    ich war sorglos im umgang mit leben ...
    ich brauchte die erfahrung ...
    ich wollte es besser machen als meine eltern ...
    ich wollte meinem leben einen sinn geben ...

    warum - die meisten, die ich kenne haben kinder, weil man eben kinder hat, wenn man verheiratet ist. so wirklich gedanken machen sich die wenigsten, warum auch ... es ist doch normal ...

    ich frage mich, ob das nicht die besseren eltern sind, weil sie einfach nur tun, ohne groß nachzudenken, ohne irgendwelche ideale den kindern überstülpen zu wollen. sie tun einfach ihre pflicht, tun was eltern eben so tun und die kinder werden einfach groß und gehen ihren weg ...

    menschen, wie ich, die sich viel zu viel gedanken zu allem machen, belasten damit auch so ein kind, wie ich jetzt feststellen mußte. es wird seiner kindheit beraubt und zu früh erwachsen ...

    wie macht man das bloss ... ein kind kindgerecht aufziehn ?

    oder bekommen wir denker andere kinder als andere ?

    *grübel* mara
     
  8. Wirbelwind

    Wirbelwind Well-Known Member

    na Christoph deine meinung hier zu finde ich aber sehr rosarot gedacht.
    ich denke die wenigsten denken echt so edel beim kinderzeugen, bzw. auch bekommen.

    warum ich kinder habe:

    1.kind tochter.

    -mein ex wollte seiner familie , verwandschaft beweisen das er in der lage ist zu zeugen.
    -ich wollte die mode mitmachen, alle meine freundinen/bekannten hatten
    schon ein kind
    -wo ich gelebt habe (DDR) war es von vorteil verheiratet zu sein, kind/er zu bekommen. (man wurde bevorzugt in der vergabe der wohnung. man konnte mal ein jahr zu hause bleiben, babyjahr. ansonsten bestand auch für frau vollzeitarbeit als pflicht. bei jedem kind wurde eine schöne summe vom ehekredit einem erlassen...)
    -ich hatte geld, urlaub war möglich..., ein kind hat in keinem fall gestört.

    2.Kind

    -hatte gemerkt das es mit kindern spaß macht, man noch mal sich ganz anders, freier, unkomplizierter erlebt/lebt.
    -ich wollte das meine tochter nicht als einzelkind aufwächst
    -wünschte mir auch noch unbedingt einen sohn.
    (hat auch geklappt,ansonsten hätte ich weiter geübt)


    bei keinem der kinder hatte ich dran gedacht der menschheit was zu geben, mit keiner silbe dran gedacht mich fortpflanzen zu müssen. auch nicht daran meine gene weiter zu vererben. auch an abgesichert sein im alter- kein gedanke.


    menschen die so quatschen: angst vor dem alleinsein, kinder gezeugt damit man nicht alleine ist...sind in meinen augen sehr arme menschen, haben ihrem leben keinen sinn gegeben. erpressen die kinder/enkelkinder mit diesen formulierungen weil sie nicht in der lage sind andere kontakte zu knüpfen, wie freunde, bekannte...
     
  9. Ereschkigal

    Ereschkigal Well-Known Member

    Hallo Ihr Lieben,

    diese Warum-Fragen, oder was bringt es Fragen, hasse ich. Warum soll ich meine Wünsche erklären, ob es nun Kinderwunsch ist oder Berufswunsch oder oder oder ...

    Ich finde es furchtbar, wenn ich alles mache damit ...

    Ich bin auf der Erde, weil ich mir Erfahrungen wünsche. Deshalb folge ich meinen Wünschen, denn wie soll ich diese sonst erfahren.

    Das jede Tat ein Ziel haben muß, ist meiner Meinung eine Krankheit unserer Zeit. Und Menschen, die alles nur machen, damit ihre Ängst nicht eintreten, ziehen diese Ängste an. :rolleyes:

    Liebe Grüße
    Ereschkigal
     
  10. Rosaseide

    Rosaseide Member

    Hallo,

    Warum ich Kinder habe:

    Ich war 7 Jahre verheiratet röm.kath. dieses tat ich, weil alle in meinem Bekanntenkreis heirateten. Von Anfang an war mir aber vollkommen bewußt, daß ich niemals Kinder bekommen möchte. Warum auch immer!!!

    Als ich 6 Jahre später meinen heutigen Mann traf, war uns beiden vom ersten Augenblick an klar, daß wir gemeinsame Kinder wollen und auch bekommen werden. Und so dauerte es auch nur 6 Monate bis ich zum ersten Mal schwanger wurde.

    Zwischenzeitlich habe ich natürlich die Beziehung zu meinem 1.Mann gelöst.

    Unsere 2.Tochter kam dann 3 Jahre später als Wunschkind.

    Ich will damit nur sagen, würde man mehr auf seine innere Stimme hören wäre alles viel einfacher gewesen.

    Bei mir war es eindeutig nicht der richtige Mann!!

    Ich versuchte später aufgrunddessen eine kirchl. Annulierung zu bekommen, der in erster Instanz auch stattgegeben wurde, doch in 2. Instanz abgelehnt wurde.
    Also, ein für mich folgenschwerer Fehler !
    Gruss Rosaseide
     
  11. Christoph

    Christoph Well-Known Member

    @ Rosaseide

    Liebe Rosaseide,

    offensichtlich war dein erstes Kind ein geschenk. Allerdings hat es eine schwere Hypothek: den verlassenen früheren Mann, mit dem du nun auch noch die Ehe kirchlich anullieren willst. Auf dessen Kosten haben sie ihr Leben. Sie leben, weil er dich nicht haben konnte. Beziehungen, die so wenig geachtet werden, die werden oft von einem späteren Kind vertreten. wie geht es deinen Kindern? Sind sie schon groß und haben Beziehungen? Oder sind sie groß und haben keine?

    Die erste Beziehung und die entstandene Bindung muss geachtet werden. Deinen Kindern zuliebe. Hier sieht man sonst eine Dynamik nach dem Muster: "Ich hab dich angeschmiert, ich hab dich gar nicht wirklich gewollt." Und die führt zur Vertretung des ersten Mannes durch eines der Kinder aus späterer Beziehung.

    Welche ein Glück, dass aus der ersten Beziehung nicht auch noch Kinder gezeugt wurden.

    Wie auch immer alles Gute deinen Kindern! Sie sind ein Geschenk!

    Herzlich
    Christoph
     
  12. Christoph

    Christoph Well-Known Member

    @ Wirbelwind

    Hi Wirbelwind,

    also wirklich! Es ist keine "Meinung", sondern eine Einsicht und zudem eine banale: das Leben will weiter gehen.

    Ich weiß auch nicht, wo du ein "rosarotes Denken" finden willst. Also das ist mir einfach nicht klar, was du da nun wieder meinst. Vielleicht erklärst dus ja noch.

    Die Dynamiken, welche ich erwähnte existieren weit jenseits von Meinungen und auch unabhängig davon.

    Alles andere sind nur Rationalisierungen.

    Viele Grüße
    Christoph
     
  13. GreenTara

    GreenTara Active Member

    Liebe Ereschkigal :)

    Du sprichst mir grad aus der Seele.

    Danke.

    Herzlichen Gruß
    Rita
     
  14. Rosaseide

    Rosaseide Member

    Hallo Christoph,
    danke für deine Antwort, ich muß dir vollkommen recht geben.
    In einer Familienausstellung habe ich das Schlussbild noch sehr genau vor Augen. Es war schon sehr schmerzlich und hart für mich.
    Meine Kinder sind beide noch recht klein, habe aber besonders bei der erst geborenen Tochter Probleme gehabt. Ich hoffe und denke, daß die Aufstellung uns allen geholfen hat.
    Meinen ersten Ehemann achte ich sehr. Wir pflegen einen guten aber nicht regelmäßigen Kontakt.

    Was ich allerdings nicht verstehe ist, warum schreibst du, daß ich die Ehe auch noch anullieren lassen möchte. Hälst du das für einen Fehler?

    Gruss Rosaseide

     
  15. Christoph

    Christoph Well-Known Member

    Ehe anullieren

    Liebe Rosaseide,

    schön, dass es euch so gut getan hat! Ich freue mich mit euch.

    Mit der Anullierung der Ehe ist das so eine Sache. Das muss man genau prüfen. Ich hab da so ein Bild, das mir aus der Teife kommt, wenn ich mich auf die Situation einschwinge:

    Dein erster Mann und du ihr habt (du warst es ja nicht alleine und er ist ja beteiligt gewesen und hat sich so eine Frau gesucht) aus gutem Grund katholisch-kirchlich geheiratet. Diese kirchliche Hochzeit ist bei euch das Symbol für die Anerkennung der Bindung, während die standesamtliche Trauung bei euch beiden das Symbol für die Anerkennung der Beziehung war.

    Wenn du über diese Ehe sprichst, so liest sich durch, dass du sie am liebsten ungeschehen machen würdest. Und genau da liegt der Haken: sie ist nicht ungeschehen. Du hast diesen Mann geheiratet aus anderen Motiven, als aus Liebe. Wieso er dich geheiratet hat, sei erst einmal dahin gestellt. Diese Ehe ungeschehen machen, würde den Mann nicht achten. Zu den Konsequenzen des Eingehens einer solchen Bindung gehört, dass die katholische Kirche eine Ehe für unauflöslich hält. In Aufstellungen sehen wir immer wieder, dass dies tatsächlich für die Bindung (nicht die Beziehung) gilt. Bindung ist unauflöslich und besteht ein Leben lang fort - ungeachtet der Dauer der Beziehung. Wir bleiben an alle Partner, die wir hatten, immer gebunden. Mit: "Gib mir meinHerz zurück", ist da nichts zu machen. So zumindest zeigt es sich an den Reaktionen der Stellvertreter in Aufstellungen und an den Wirkungen im Alltag.

    Der zweite Mann kann dich nicht so haben, wie der erste. So ist das nun mal. Der zweite hat dich um den Preis, dass der erste verzichten hat müssen.

    Allerdings ist die Bindung an den zweiten Mann durch die Kinder auch stark. Vielleicht braucht es da keine Bekräftigung durch die Kirche.

    Vielleicht ist das Postulat der katholischen Kirche von der Unauflöslichkeit der Ehe eine Würdigung dieser Tatsache der Bindung. Dabei gibt es den "Verwaltungsakt"/das Ritual und das, was in derTiefe wirkt. Das sind zwei Ebenen.

    Vielleicht ist DEIN PREIS, der für das Spielen mit dem ersten Mann zu zahlen ist, dass du nicht wieder kirchlich heiraten kannst. So ist die Bindung an diesen ersten Mann erst wirklich gewürdigt. Dabei ist das mit der kirchlichen Anullierung eher die Oberfläche. Würde die kath. Kirche da mitspielen, erwiese sie dir - und v.a. deinen Kindern - vermutlich einen Bärendienst. So bist du jeden Tag gezwungen, die Realitäten anzuerkennen: du bist an den ersten Mann gebunden als deinen ersten Mann. Und die Bindung bleibt.

    Ich finde es beachtenswert, dass du dich dem stellst. Gerade für deine Kinder wird das eine gute Wirkung haben.

    Alles Gute euch!
    Christoph
     

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