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antiautoritäre Erziehung

Dieses Thema im Forum "Eltern und Kinder" wurde erstellt von ChrisTina, 29 April 2005.

  1. ChrisTina

    ChrisTina Well-Known Member

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    Hy Ihrs,

    wollt mal fragen, was ihr von antiautoritärer Erziehung haltet.

    Bzw. was genau bedeutet - für jede/n Einzelne/n von euch - dieser Begriff?
    Oder konkret an Eltern von Pflichtschulkindern - setzt ihr ihnen Grenzen?

    Ich hatte gestern einen Crash mit einer aufgebrachten Mutter, die es nicht verstehen wollt, dass ich mich von ihrem 13jährigen Sohn nicht beflegeln lassen will - und darum wollt ich wissen, ob diese Einstellung heutzutage normal ist - dass Kinder als kleine Götter gehandelt werden.

    Ich mein, abgesehen von den systemischen Auswirkungen, was es bedeutet, wenn die Mutter ihr Kind als ihr Vorbild über sich stellt - und von ihm lernen will - das ist ein anderes Thema, das mich persönlich hier jetzt nicht wirklich interessiert, weil ich selbst weiß, worums geht - ich würd jetzt gern einige Infos rein vom alltäglichen Umgang im Familienverbund und/oder Freundeskreis bekommen.

    Bekommt dein Kind alles, was es sich wünscht?
    Darf dein Kind alles, was es will?
    Schaust du in gewisser Weise zu den Fähigkeiten deines Kindes auf?
    Fühlst du dich als Mutter oder Vater?
    Darf dein Kind Kind sein oder stellst du es auf einen Erwachsenensockel?

    Fragen über Fragen - und ich freue mich auf Antworten aus eurer Praxis.
     
  2. Silesia

    Silesia Well-Known Member

    "antiautoritär" wird bei uns eine Erziehung ohne Grenzen und vor allem ohne Gewalt genannt! Gewalt soll meine eigene Tochter wirklich nie spüren müssen, Grenzen sehr wohl. Mehr kann ich dazu jetzt nichts sagen...außer:
    Ein 13-jähriger sollte sehr wohl wissen,wie er sich anständig zu benehmen hat! :rolleyes:
     
  3. Christoph

    Christoph Well-Known Member

    Ich hab sie erlebt, die so genannte "antiautoritäre Erziehung" (die eigentlich nur ein Deckmantel für autoritäres Verhalten war), als Kind, als Berater von Eltern und ich hab mich im Studium reichlich mit ihr befasst damals.

    Ich frag mich ob es nur der Schatten der autoritären Erziehung ist und ihr in der Tiefe nicht nur gleicht sondern noch viel schlimmer ist.

    Für mich war es als Kind eine Last (die ich natürlich aus Liebe auf mich nahm), den Erwachsenen "ebenbürtig" zu sein oder - und das sehe ich noch viel mehr dahinter und noch häufiger in der Praxis des Aufstellens, wo ich mit den schlimmen Folgen konfrontiert bin - gar parentifiziert einen Elternteil der Eltern vertreten zu müssen. Ich denke diese Theorie ist nur eine Ausrede der 68er gewesen, um ihre Eltern nicht achten zu müssen... auf Kosten ihrer Kinder. Und heute wundern sie sich, dass ihre Kinder sie nicht achten.

    Christoph
     
  4. Brummel

    Brummel Guest

    Vom 2.- 4. Schuljahr hatte ich das Glück eine antiautoritäre Lehrerin zu haben. Zu der Zeit etwas ganz Neues in einer eher Dorfschule. Die Lehrerin, die ich sehr mochte, wurde allerdings wieder versetzt. Wir SchülerInnen hatten es sehr gut bei ihr und viel gelernt. Für mich wäre es die richtige Erziehung gewesen. Ich wusste auch schon als Kind genau was ich wollte und war aber trotzdem zurückhaltend und leise.

    Jedes Kind hat einen anderen Charakter und braucht eine andere Erziehung. Was für das eine Kind gut ist ist womöglich für ein anderes nicht so gut.
    Eine Erziehung kann nicht so oder so sein, sondern muss dem Kind angepasst sein.
     
  5. Hortensie

    Hortensie Well-Known Member

    Hi ChrisTina,
    Ich halte nicht viel von antiautoritärer Erziehung. Ich habe diese Erziehung so kennengelernt, dass das Kinden machen darf was es will, bekommt was es will... Ich versuche meinen Kindern Grenzen zu setzen, allerdings gewaltlos, aber auch nicht durch stundenlanges ausdiskutieren. Von allem ein bisschen, ich hoffe eine gesunde Mischung. Ich habe festgestellt, dass Kinder gerne Grenzen haben möchten. Von den Eltern gesetzte Grenzen geben den Kindern Sicherheit. Und wenn es vernünftig vermittelt wird verstehen die Kinder das auch und sehen manche Dinge nicht als Zwang.
    Diese Einstellung findet man leider oft heutzutage. Kein Benehmen und keinen Respekt - vor nichts. Den Kindern kann man es nicht verübeln, sie lernen es nicht anders.
    Nein. Auch hier versuche ich die Waage zu halten, abzuschätzen ob es wichtig ist, was es sich gerade wünscht oder ob es nur seinen Kopf durchsetzen will.
    Nein. Wir finden Wege und reden darüber warum ich manche Dinge nicht möchte.
    Ich denke nein. Ich bin jetzt allerdings in einer Situation wo meine Tochter viele interessante neue Sachen, die ich noch nicht wusste, mit nach Hause bringt. Ich finde es gut, dass sie mir alles zeigt und ich auch mal etwas von ihr lernen kann. Doch aufschauen, wäre die verkehrte Vokabel.
    Ja. Ich verstehe mich zwar gut mit meinen Tochtern; wir gehen auch mal zusammen shoppen oder feiern, aber von dem Freundinnengehabe halte ich nichts. Ich bin nun mal die Mutter, auch wenn ich manchmal für die Schwester gehalten werde. Ich stehe dazu.
    Ich hoffe, meine Kinder durften immer Kinder sein. Ich glaube, dass man das selber schlecht beurteilen kann.
    Ich versuche meine Kinder respektvoll zu behandeln, egal in welchem Alter sie gerade sind, dennoch vergesse ich nicht, dass es Kinder sind. Einfach ist erziehen wirklich nicht! Jedes Kind ist anders, da kann man niemals pauschalieren.
    LG Tarot
     
  6. pluto

    pluto Active Member

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    Hallo ChrisTina,

    weder von autoritärer noch von antiautoritärer Erziehung halte ich etwas. Ich habe einen Mittelweg in der Erziehung meiner Kinder versucht. Ihnen einen Rahmen zur Verfügung stellen, an dem sie sich in Notzeiten festhalten können.

    Als Mutter habe ich auch eine Verpflichtung dem Kind gegenüber, dass es selbstständig werden kann. Und da muss es lernen, dass nicht alles nach seinem Kopf geht.

    Schaust du in gewisser Weise zu den Fähigkeiten deines Kindes auf?
    Ich habe versucht, meine Kinder in ihren Fähigkeiten zu unterstützen. Da gehört dann auch Lob dazu und warum sollte es falsch sein, wenn es etwas ganz besonders gut getan hat, nicht mal zu ihm aufzuschauen? Zum Beispiel malt meine Tochter gerne und ich bewundere sich schon dafür. Sie beschenkt mich auch hin und wieder mit einem Gemälde nach meiner Wahl.

    Bekommt dein Kind alles, was es sich wünscht?
    Nein, ihren Führerschein und ihr Auto hat sie sich z.B. selbst zusammen gespart und sie ist richtig stolz auf sich.

    Darf dein Kind alles, was es will?
    Nein, es gibt Regeln, an diese muss sie sich daheim halten, sonst bekommt sie Ärger.

    Fühlst du dich als Mutter oder Vater?
    Ich fühle mich als Mutter. Ich habe sie geboren und bin einer anderen Generation zugehörig. Der Altersunterschied ist zwar nicht besonders hoch, doch würde ich nie eine Freundschaft mir ihr wollen. Schon der Gedanke daran fühlt sich schlimm an.

    Das ist eine schwierige Frage. Mittlerweile ist sie zwar erwachsen, hmm. Auf dem Sockel würde sie über mir stehen, nein das will ich nicht und werde mich dagegen wehren, falls sie dahin wollte. Wir stehen beide auf dem Boden, der Erde und trotzdem bin ich ein bisschen größer (älter).

    Liebe Grüße pluto
     
  7. ChrisTina

    ChrisTina Well-Known Member

    Super - danke für eure bisherigen Antworten - ich hoffe, es kommen noch mehr - und auch welche von Menschen, die für diese Art von "Erziehung" sind - ich würd echt gern die Beweggründe verstehen - oder zumindest eine Ahnung davon bekommen, warum es für manche selbstverständlich ist, dass Kindern keine Grenzen gesetzt werden sollen/müssen/dürfen.

    Ich danke euch auf jeden Fall, dass ihr mir das Gefühl gebt, nicht die einzige "altmodisch denkende" Mutter der letzten Jahrzehnte gewesen zu sein, wobei meine Tochter ist mittlerweile 27, zu der Zeit war diese Welle noch nicht so übermächtig wie heute - vielleicht treff ich aber auch immer nur auf Kinder, die alles dürfen.

    :schaukel:
     
  8. pluto

    pluto Active Member

    Hallo ChrisTina,

    es geht nicht nur dir so, auf Kinder zu treffen, die einerseits alles dürfen, andererseits sich selbst überlassen sind.

    Liebe Grüße pluto :kiss4:
     
  9. Aroha

    Aroha Well-Known Member

    Die antiautoritäre Erziehung war in den 60er Jahren meist eine Erziehung der Intellektuellen für ihre Kinder.
    Eine Reaktion der herkömmlichen Erziehungsstiele, die doch meist die Kinder nur dressieren.

    Autoritäre Erziehung ist ja gekennzeichnet durch Über- und Unterordnung, der Macht der Eltern. Bei nichteinhalten der Regeln und Forderung der Eltern kommen die Strafen.

    Dies ist nicht für jeden machbar.

    Mehr oder weniger ging man in den 70ern schon wieder von der antiautoritären Erziehung weg, da gewiss wurde Kinder brauchen eine gewisse Führung.

    Nun gilt es eben den schmalen Grat mal wieder zu finden wie weit die Führung zu gehen hat.

    Denke mir ich habe meine Kinder halbwegs liberal erzogen.

    Erziehungssache ist kein Problem, so lange sich die Bedürfnisse der Kinder mit den eigenen decken, ansonsten bleiben die Wünsche der Eltern unberücksichtigt.

    Es ist also ein durchaus gegenseitiges Erlernen und erziehen.
    Das wichtigste bei der ganzen Erzieherei ist wohl, daß Kinder Geborgenheit empfangen und empfinden können, sonst nützt die ganze Erzieherei nichts und kein Kind der Welt ist bereit von den Eltern auch nur das geringste anzunehmen.

    Heutzutage würde ich die antiautoritäre Erziehung schlichtweg als Faulheit der Eltern bezeichnen ihren Kindern was beizubringen.

    Gruß Aroha
     
  10. Damura

    Damura Well-Known Member

    Hi Christina.

    Ich halte ebenfalls nichts von antiautoritärer Erziehung. Die Schwester eines meiner Exfreunde zog ihren Sohn so auf und ich habe dort hautnah die Katastrophen erleben dürfen, die das mit sich bringt und nach sich zieht. Der Junge damals tat mir sehr leid, weil ihn auch niemand mochte und er sehr auf Ablehnung stieß.

    Grenzen setzen und antiautoritär ist für mich nicht dasselbe. Antiautoritär ist eher so was wie Narrenfreiheit und sich nicht auseinander setzen wollen mit dem Kind und seinen Bedürfnissen. Und über das Wort "Grenzen" haben wir schon im Esoterikforum diskutiert. Ich halte ebenso nichts von autoritärer Erziehung. Ich sehe in meinem Kind ein gleichwertiges Geschöpf, eine gleichwertige Seele in einem kleinen Körper und so versuche ich mit ihm zusammen zu leben. Es gelingt mir nicht immer gut, je nach Verfassung ...

    Und nun die Fragen im Einzelnen ... :

    Ich versuche schon die Wünsche meines Sohnes zu erfüllen, wenn sie machbar sind und er ggf. für strittige Sachen seine Argumente hat. Bei uns stellt sich aber diese Frage nicht so oft, weil er selten Wünsche äußert.

    Nein. Ich gebe viel Freiraum, ich erinnere mich noch gut an mein Kindsein, aber ich habe Grenzen und die sind manchmal ziemlich eng. Aber da ist eben Schluß und diese Grenzen setze ich dann auch konsequent durch ... dafür schludere ich mit manchen Dingen auch rum ... die sind MIR aber dann nicht so wichtig. Wenn mein Sohn etwas WIRKLICH will, dann merke ich das, weil er dann sehr beharrlich wird und ausdauernd. Dann gebe ich nach und er bekommt, was er will.

    Diese Frage verstehe ich nicht so ganz ? Aufschauen zu welchen Fähigkeiten ? Ich bin schon stolz auf viele Eigenschaften die mein Sohn hat, ja, das schon und ich freue mich immer, wenn ich merke, dass er ein eigenständiges Wesen hat ... Aber seine Fähigkeiten sind seine Fähigkeiten. Die respektiere und bewundere ich sicher, aber aufschauen ???

    Ja. Das ist mein Job. Wenn mein Sohn sagt, ich sei eine blöde Kuh, dann weiß ich, dass ich meinen Job gut gemacht habe ;) :D

    Das ist meine Achillessehne. Manchmal denke ich, ich lade ihm zuviel Verantwortung auf. Als Alleinerziehende ist es einfach automatisch wohl so, dass er in vielen Dingen auch die Partnerrolle übernimmt. Ich versuche dann immer ihm den Zahn zu ziehen, aber dann frage ich mich, ob ich damit nicht sein Gefühl verletze - also schon so in Hinsicht auf seine Männlichkeit. Er versucht oft mich zu dominieren und wir liefern uns dann schon ganz schöne Kämpfe. Nun ist er als Steinbock ja eh prädestiniert dafür "erwachsener" zu wirken und Verantwortung zu übernehmen.
    Ich bin wohl auch in vielem zu ernst, ihm würde mehr rumalbern gut tun und Spaß haben - andererseits weigere ich mich aber für ihn den Pausenclown zu spielen. Ich finde dafür sind Erwachsene nicht da und das sage ich ihm auch. Zum Spielen und rumblödeln sind die Kinder da.

    Schwere Frage für mich. Was ist ein KIND, was ist ERWACHSEN ? Er wäscht gerne Wäsche, putzt gerne Fenster ... und er hat ein paar sehr seltsame Angewohnheiten, die ich eigentlich nur von ausgewachsenen Männern erwarten würde ... andererseits ist er ein Träumer, spielt stundenlang mit irgendwelchen Einrichtungsgegenständen völlig in sein Spiel vertieft. Er tobt, prügelt sich und hat seine Träume und Ängste ...

    Aber ich finde er lacht zu selten ...
     
  11. Hortensie

    Hortensie Well-Known Member

    Hallo Damura,
    das war ein sehr schöner Beitrag von dir. :kiss3:
    Deine Aussage im letzten Abschnitt finde ich schade. Wenn du mit ihm rumblödels, heisst das ja nicht gleich, dass du ihm den Pausenclown machst :clown: Es ist auch für dich wichtig, dich mal gehen zu lassen, mal rumzualbern - sehr wichtig! :roll: Deine Aussage
    kann ich nicht unterstützen. Auch Eltern müssen mal mit den Kindern spielen, das ist genauso wichtig, wie das Spiel mit anderen Kindern. Das ist nicht zu verwechseln mit Albern sein; d.h. für mich nicht erwachsen zu sein. Aber zwischendurch mal Blödsinn mit den Kindern machen, herumtollen, toben und herzlich lachen, spielen und Quatsch machen, das ist wichtige für die Entwicklung von beiden. Und das macht für mich auch einen Teil von Erwachsensein aus.
    LG Tarot
    P.S.:
    schickst du ihn mir bitte mal rüber :waesche2: :waesche1: :buegeln:
     
  12. Reinfriede

    Reinfriede Well-Known Member

    Liebe Christina!

    Ich kann leider auch nicht für die Antiautoritäre Erziehung plädieren, auch wenn Du gerne auch andere Meinungen dazu hören würdest...:(

    In meiner Jugend war das Schlagwort "Laissez faire", das war das Neueste in der Erziehung, was nix anderes als Antiautoritäre Erziehung war.

    Ich wohnte in der Nähe von einer franz. Privatschule und machte mit manchen Schülern von dort Bekanntschaft, einige davon wurden sagen wir "modern" erzogen. Ich hab mich vor denen gefürchtet.

    Eine Bekannte von mir (ich hab sie schon länger nicht mehr gesehen, denn ich hab Angst vor ihren Kindern!) "erzieht" ihre Kinder antiautoritär.

    Sie waren bei uns auf Besuch, die zwei Jungs von ihr bewarfen meine Mädels mit (großen!) Steinen, sie sagte nichts. Sie bewarfen meine Scheiben mit diesen Steinen, sie sagte nichts. Sie führten sich auf wie die Monster, schlugen nach ihr, sie sagte nichts. Als ich sie bat (!), nicht mehr mit den Steinen auf die vorbeifahrenden Autos zu schießen, ist einer der beiden Knirpse mit den Fäusten auf mich losgegangen. Sie sagte nichts. Ich hab sie alle hinausgeworfen.

    Ich bekam damals auch den Verdacht, dass ihre einzige Aussage dazu: "Ich bin ein Anhänger der antiautoritären Erziehung und Kinder spüren, was gut und was schlecht ist...." nur maskierte, dass es ihr zu anstrengend war, sich mit den Kindern auseinanderzusetzen.

    Bitte nicht falsch verstehen: Ich bin auch kein Fan von der typischen "autoritären Erziehung", sondern ich finde, ich hab als Mutter fast die Pflicht, meinen Kindern soziale Erfahrungen weiterzugeben, damit sie sich diese nicht erst mühsam erarbeiten müssen. Das ist genaugenommen Evolution.

    Ich denke, Kinder müssen erkennen, dass andere Mitmenschen auch Grenzen haben, dass es nicht richtig ist, andere Menschen (oder Tiere) einfach zu quälen und körperliche oder seelische Schmerzen zuzufügen.

    Ich bin zu einem Gutteil dafür verantwortlich, wie mein Kind mit seiner Umwelt und seinen Mitmenschen zurechtkommt.

    Und Kinder ihre Erfahrungen total alleine machen zu lassen, hieße, ihnen meine Erfahrungen und die Erfahrungen von vielen Generationen einfach vorzuenthalten. Stunde Null. Alles von vorn.

    Und Grenzen zu setzen heißt, diese Erfahrungen (draußen ist es kalt, Haube aufsetzen als Beispiel) weiterzugeben.

    Liebe Grüße

    Reinfriede
     
  13. jesus

    jesus Well-Known Member

    das ist der typisch autoritäre spruch, der zu solchen gesellschaftsstrukturen führt wie wir sie haben....

    @Christoph
    es ist me wichtig zwischen "richtiger" und "falscher" antiautoritärer erziehung zu unterscheiden! was man dir angedeihen liess, war vielleicht das was ich pseudoantiautoritär nenne. (analoges beispiel: wir leben definitiv NICHT in einer demokratie! sondern in einer diktatur, die sich den deckmantel "demokratie" umgehängt hat und jetzt deshlab von aufmerksamen beobachtern "pseudo-demokratie" genannt wird. genauso verhält es sich mit dem was die leute fälschlicherweise unter antiautoritär verstehen)

    @all
    nach dem was mir mein gefühl sagt, hat hier kaum jemand eine ahnung von "antiautoritärer erziehung"..... allein schon der begriff der "ERZIEHUNG" passt da schon nicht rein! ANTIAUTORITÄR und ERZIEHUNG sind einander entgegengesetzte begriffe! - wer antiautoritär ist, der ERZIEHT NICHT! wer erzieht, ist NICHT antiautoritär.

    wenn ich mir anschaue, wie hier "antiautoritär" definiert wird und mit welcher angst diese "erziehungsform" abgelehnt wird, würds mich nicht wundern wenn wir noch mal zweitausend jahre brauchen, um endlich zu erkennen woran unser krankes gesellschaftssystem krankt......

    lg
     
  14. Strandläufer

    Strandläufer Well-Known Member

    Meine Kinder sind inzwischen erwachsen und wenn ich sie mir so anschaue, bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Antiautoritär bedeutet für mich das Weglassen von Erziehung und Erziehung ist etwas was ich mit Richtung geben (ja erzwingen) verbinde. Ich würde eher sagen, dass ich meine Kinder begleitet habe mit der Notwendigkeit hier und da Grenzen zu ziehen.
    In einem unserer Nachbarhäuser lebt eine Mutter mit mehreren Kindern. Der Dreijährige scheint die Mutter voll im Griff zu haben und wird von den Nachbarn als böse und schlecht eingestuft. Die Mutter steht diesem Dreijährigen völlig hilflos gegenüber. Ich glaube nicht, dass sie sich bewusst für eine s.g. antiautoritäre Erziehung entschieden hat, sie ist schlicht überfordert.
    Wenn ich heute auf Kinder treffen würde, die meine Grenzen überschreiten wollen, wäre ich als Mensch gefragt meine Grenzen aufzuzeigen. Was das Kind bei seinen Eltern darf, muss es nicht zwangsläufig auch bei mir dürfen. Eltern benötige ich bei fremden Kindern im Regelfall nicht als Erfüllungsgehilfen. Ich denke zunächst müsste klarer definiert werden was ein jeder unter diesem Begriff (autoritäre Erziehung) versteht.
    Ich finde Begleitung den angemesseneren Begriff.
    Elke
     
  15. Stephan

    Stephan Well-Known Member

    hallo jesus,

    Sollten Eltern Kinder erziehen? Oder sollten sie nicht? Was dann, stattdessen? keinerlei Einwirkung oder welche Art von Einwirkung?
    Ich kann aus deinem beitrag leider nicht entnehmen, wofür du plädierst bzw. was du dir als gutes Verhältnis zwischen Eltern und Kindern vorstellst...
    Da du daran u.a. die Gesundung der gesellschaft ranhängst, interessiert es mich um so mehr...

    liebe Grüße, Stephan
     

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