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Das mit dem Glücklichsein ist nicht so einfach Teil2 mein Kumpel hat Krebs

Dieses Thema im Forum "Allgemeine Lebensfragen" wurde erstellt von DerWald, 17 März 2004.

  1. DerWald

    DerWald Active Member

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    Im erstem Teil hatte ich von meinem Freund geschrieben, dessen erste Untersuchung keinen Krebs ergeben hatte, die 2.Untersuchung hatte das niederschmetternde Ergebnis gebracht Lungenkrebs, Operation mit Chemotherapie erwartet ihm.

    Wie sich die Zeiten wieder geändert haben. Er ist kämpferisch, ich musste mich beherrschen, keine Tränen rauszudrücken, als ich ihm traf.

    Was soll ich daraus lernen?
    Ich lerne daraus, dass er jeden Tag nun geniesst vor der Operation. Wir treffen uns gemeinsam und machen auch einige Waldspaziergänge. Er ist 52.

    Ich möchte euch sagen, dass das Leben kurz sein kann. Das viele grosse Problem kleine Probleme sind.

    Ich möchte euch sagen, dass jeder der gesund ist, einfach nur glücklich sein soll wenn er das liest.

    Ich gehe mit ihm ein Stückchen seines schlimmes Weges, dem ihm nun bevorsteht. Eine kleine Träne verdrücke ich gerade, warum hat er sich das verdient, frage ich mich.

    Ich war heute eine Runde im Wald laufen, ich darf mich meiner Gesundheit erfreuen, er darf es nicht, er ist froh, dass er eine halbe Stunde spazierengehen kann. Ich erfuhr es gestern.

    Auch ich lerne dabei, ein Mann der glücklich ist, weil er erst in 2 Wochen operiert wird, er hat noch 2 Wochen Lebensqualität vor sich. Ich bin sein Freund und begleite ihm soweit ich es kann.Es ist traurig genug.

    Ärgert euch nicht wegen Kleinigkeiten des Lebens.
     
  2. Wirbelwind

    Wirbelwind Well-Known Member

    ????

    wald warum so pesimistisch???

    er wird in 14 tagen operiert.

    was danach kommt ist nach allen seiten sehr weit offen....

    ABER warum läßt du ihn in gedanken jetzt schon gestorben sein.

    dein beitrag hört sich so an, du redest bis zur operation, dann lese ich aus deine worten ist er tod.

    du hast ihn gedanklich schon beerdigt.

    das ist schlecht.:eek: :mad:
     
  3. Alice

    Alice Active Member

    Ich kann Walds Traurigkeit schon verstehen.

    Du hast da eine große Aufgabe übernommen. Deinem Freund Halt und Unterstützunge zu geben, wo er sie am dringendsten braucht.

    Euch beiden steht eine harte Zeit bevor. Aber verliere nicht den Mut. Auch wenn es jetzt so schlimm aussieht, nichts ist entschieden. Ich hatte mal einen Schulfreund, dem von den Ärzten nur mehr ein paar Monate gegeben wurden. Mittlerweile sind viele Jahre vergangen, und er lebt zum Glück immer noch und hat seine Krankheit besiegt.

    Gebt nur die Hoffnung nie auf, vor allem du nicht, Wald. Dein Freund muss das ganze ertragen, aber auch du bist stärker belastet, als man sich das vorstellen kann.

    Alles Gute für euch beide.
     
  4. Geli

    Geli Member

    Der Freund hat Krebs

    Hallo, DerWald ....

    Wirbelwind hat recht und Du hast recht...

    Ich habe auch Krebs, Operation, Chemo und Strahlentherapie hinter mir und ich kann Dir nur sagen, ich lebe jetzt erst so richtig, weil ich weiß, wie schön leben sein kann, vorher nimmt man es oft so selbstverständlich hin ..... also vertraue!

    Du hast recht, wenn du sagst, dass man nicht über Kleinigkeiten stolpern soll, dazu sollte die Zeit zu kostbar sein.

    Ich wünsch Dir und Deinem Freund alles, alles Gute - sei nicht traurig - es ist für ihn vielleicht eine große Chance sein Leben so richtig zu begreifen.

    Alles Liebe, Geli
     
  5. Sadhana

    Sadhana Member

    Hallo Der Wald

    Glück entsteht nicht einfach durch den Vergleich mit einem Menschen, dem es "schlechter" geht. Nur mal ein Beispiel, weil ich mich damit gut auskenne.
    Ich selbst habe eine Behinderung. Ich trage an beiden Beinen Unterschenkelprothesen, da ich als Kind meine verloren habe. Oft ist die Betroffenheit groß bei anderen. Sie erwarten oft von mir, dass ich immer noch trauere um meine Situation. Das tue ich aber nicht. Ich habe eine Zeit der Trauer gehabt als ich Teenager war. Ich habe einen langen Weg hinter mir, s´wo ich meine Person, meine Körperlichkeit und meine Grenzen annehmen konnte.

    Heute sehe ich keinen Makel mehr an mir, weil ich nicht mehr und nicht weniger behindert bin, wie andere, die scheinbar keine äußeren Merkmale aufweisen. Behinderung fängt im Kopf an. Ich sehe und akzeptiere, dass es Menschen gibt, die über einen Pickel im Gesicht wesentlich unglücklicher sein können, als ich mir Prothesen.

    Solche vergleiche gehen nicht, weil Leid keine Maßstäbe hat und durch den Vergleich Gefühle wenig beeinflussbar sind. Gefühle lügen nicht und lassen sich auch kaum lange betrügen.
    Glück hat nicht nur mit äußeren Umständen zu tun, sondern vielmehr mit der eigenen Haltung zu einer Situation. Ich bin glücklich. Nicht "trotz" meiner "Behinderung", sondern "mit" meiner "Behinderung". Sie macht mich aus, weil sie mich hat reifen lassen. Ich konnte so viele wunderbare und grausame Erfahrungen machen, die mich habe weiser werden lassen. Also ist es ein Teil von mir, bzw. das bin ich.
    Erstaunlicherweise gehen Menschen entsprechend natürlich mit mir um und das ist gut so.

    Ich hoffe Du bist nicht böse, dass ich so ausgeholt habe, aber es war mir ein Bedürfnis zu erklären, das Glück und Unglück ganz relativ sind.

    Alles Gute für Dich und Deinen Freund

    Sadhana
     
  6. DerWald

    DerWald Active Member

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    hallo und danke für eure Antworten

    Natürlich in meinem erstem Moment war ich urtraurig. Doch heute sieht die Welt schon anders aus, wir planen bereits für danach, was wir alles unternehmen werden und er und ich wir werden uralt. Ja sicher, es kommt nun die Zeit, da wird es nicht einfach werden, aber wir schaffen es. Ich bin befähigt Energie zu geben und soweit ich es darf möchte ich sie geben.
    Wirbelwind:
    Er ist nicht beerdigt, denn ab heute wird gekämpft! :)
    die Energien der Natur werden uns helfen, schon oft konnte ich Energien Menschen weitergeben.

    Geli:
    du bist schwere und harte Wege gegangen, unvorstellbar für denjenigen, welcher das nicht erlebt hat, um heute Lebensqualität zu erfahren, die für viele nicht gegeben ist. Geli mein Freund und ich, wir werden lernen aus dieser Zeit, vielleicht brauchen wir diese in einer Art und Weise.

    Alice:
    Danke, wir geben nicht auf, wir besiegen diese Situation.

    Sadhana:
    danke für deinen Brief.
    All deine Zeilen sind voller Kraft und sie haben mir zusätzlich Kräfte gegeben. Du lebst nicht um schwach zu sein, du lebst als Vorbild um vielen, vielen Menschen Kraft geben zu können. Irgendwie bist du in meinen Augen ein Held, dessen Reife ich nicht erlangen werde.
     
  7. Geli

    Geli Member

    Dein Freund

    So gefällst du mir, Wald ....

    die Aufgaben werden uns gestellt und wir müssen sehen, ob wir sie mit Würde bewältigen.

    Ich weiß jetzt, dass Dein Freund eine große Unterstützung in Dir haben wird ... und glaub mir, das ist schon eine Menge im Kampf gegen die Krankheit. Ja und was noch viel hilft .... HUMOR .... Du wirst sehen, es gibt Momente während der Behandlung, da hilft nur viel Humor.

    Alles Gute, Ihr Beiden!
     
  8. Sadhana

    Sadhana Member

    Hallo DerWald

    Und ob Du diese Reife entwickeln kannst. Ich bin nicht mehr oder weniger aufnahmefähig als Du. Mit jedem Schritt den wir gehen entwickeln wir uns weiter. Die Hürden, die es im Leben gibt, lassen uns wachsen und machen uns stärker. Mit diesem Bewusstsein, gehen wir schon mit einer ganz anderen Haltung durch unser Leben.
    Ich nehme Menschen, die ihr Leid haben an und bewerte nicht deren Berechtigung zu leiden. Ich nehme auch an, wenn ich trauere, mit meinem Leben hadere, was ich wie jeder andere auch tue.
    Die Augen und den Geist offen halten ist das Rezept. Du magst nicht die gleichen Erfahrungen machen wie ich und auch anders stark sein, doch ebenso heldenhaft. :)

    Liebe Grüße

    Sadhana
     
  9. DerWald

    DerWald Active Member

    So werde ich mit meinen Energien hin zu dem Schlachtfeld reiten und vielleicht gibt es einen Teil 3 -wir haben gesiegt- ;-) und dazu jede Lebenserfahrung und neue Erkenntnisse.
    Sei schwach wenn du schwach bist du kannst nicht immer stark sein. Ich wünsche dir alle Stärke und werde natürlich zwischendurch immer wieder euere Beiträge lesen.

    Ich weiss es, dass wir alle unsere Erfahrungen mitnehmen werden und vieles werden wir hier lernen können oder müssen.

    Ich hoffe Shadana, du schreibst viele Beiträge, deine Erfahrungen sind für viele vom grossen Wert oder werden es noch.
     
  10. Serafine

    Serafine Active Member

    Lieber Wald !

    Ich weiß aus Erfahrung, wie kurz das Leben sein kann.
    Man sollte sich an allem was nur möglich ist erfreuen.

    Aber eines möchte ich dir sagen:

    Lass deinem Freund die schöne Zeit, genieße sie mit ihm und gebe ihm Stärke.
    Es ist nicht hoffnungslos !
    Ein starker Wille kann Berge versetzen , wenn man nur stark genug glaubt !

    Liebe Grüße und viele schöne Stunden ,
    Serafine

    :winken5:
     
  11. Rawir

    Rawir Active Member

    @DerWald:
    Lies' mal Dale Carnegie "Sorge dich nicht - Lebe!".
    Und gib' das Buch dann auch deinem Freund.
    Ist in jeder guten Bibliothek zu kriegen.
    Gruß Rawir
     
  12. jona-sophie

    jona-sophie Member

    Hallo Wald!

    Ja, dein Freund hat Krebs.
    Krebs bedeutet aber nicht gleich Tod.
    Mit Lungenkrebs kenne ich mich(ungewollt) ziemlich gut aus.
    Ich habe alles mögliche gelesen, um mich über diese vielseitige Krankheit zu informieren. Ich möchte es mal so sagen: Wenn bei deinem Freund operiert werden kann, hat er gute Chancen wieder zu genesen. Dabei wird meistens ein Teil der Lunge entfernt. Es läst sich aber sehr gut damit leben.
    Die Chemotherapien und Strahlentherapien sind sehr wichtig.
    Es muß ja nicht gleich heißen, daß ihm die Haare ausgehen oder er sich schlecht fühlt. Jeder verträgt es anders. Die Fortschritte der Medizin sind ja schon so gewachsen, und es sind schon viele verschiedene Chemos auf dem Markt, die gut verträglich sind. (Je nach krebsart)
    Das einzige, was du tun kannst ist optimistisch zu sein. Dein Freund ist nicht verloren. Natürlich ist das erst einmal ein großer Schock. Man kann nur hilflos daneben stehen.

    Aber Kopf hoch, es ist nichts verloren


    Liebe Grüße
     

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