haben Männer prinzipell angst vor Nähe?

Dieses Thema im Forum 'Liebe und Partnerschaft' wurde von ChrisTina gestartet, 24 April 2011.

  1. ChrisTina Well-Known Member

    Hi sovio,

    danke für dein Postings, ich möchts jetzt nicht irgendwie zerlegen, sondern global antworten ;-)

    Ich erzähl einfach, wie es zwischenzeitlich weiter ging - in allen drei Fällen - ist ja zwischenzeitlich auch fast schon wieder ein halbes Jahr her ;-)

    Ich beginn mit dem 3. "Fall" :)
    Fast unverändert - sie liebt ihn, klammert sich an ihn - er bleibt weiterhin auf Distanz - je mehr sie klammert, desto mehr distanziert er sich und reduziert den Kontakt.

    2. "Fall"
    Nach dem Outing gegenüber seiner Frau hat sie ihm erklärt - entweder du stehst zu mir, oder du lässt es bleiben - sie lebt ihr Leben - geniesst es - entdeckt grad ihre alten Hobbies wieder - er wills nicht wahrhaben - spricht sie immer wieder drauf an, dass jetzt Sex ganz toll wär - und sie verweist ihn auf sich selbst - ist sich auch nicht mehr sicher, ob sie ihn jetzt noch "haben möchte" - so wirklich als Partner mit dem sie zusammen leben und eine Familie gründen möchte.

    Mein Thema:
    Es war von Beginn an klar, dass ich weder mit einem Menschen fix zusammen leben möchte - noch, jemals wieder heiraten. Als ich damals sagte "ich könnte mir mehr vorstellen" wars auch für ihn klar, dass es nicht darum geht, bei mir eingesperrt zu werden, sondern schlicht und einfach darum, auch mal zu schauen, ob es nicht auch sexuell passen könnte.

    Nach meiner Aussage damals war er über ein Jahr nur mehr sporadisch anwesend - seit Weihnachten hat sich der Kontakt nicht nur wieder eingestellt, sondern auch noch heftig intensiviert. Letztens meinte meine Tochter "Kann man das jetzt wirklich noch als *Besuch* bezeichnen, wenn er jede Woche mindestens 1x bei dir ist?"

    Zwischenzeitlich kenne ich seine Kinder, bin mit seiner Mutter per du, und weiß, dass mich auch sein Vater mag. Ich gehöre irgendwie zur Familie - allerdings ohne irgendwelche "Verpflichtung seinerseits" wobei er die auch nie in der von dir geschilderten Form eingehen hätte müssen.

    Und er gehört zu meiner Familie, also sowohl meine Tochter als auch ihre Freundinnen und Freunde kennen und mögen ihn - er ist einfach Teil von uns. Nein, meine Eltern kennen ihn nicht - werden ihn auch nicht kennen lernen - weil sie sind einfach zu alt und verbohrt, als dass ich ihm das zumuten würde ;-)

    Wir hatten noch immer keinen Sex - und wir werden auch keinen haben - das Thema ist eigentlich zwischenzeitlich auch ausgesprochen. Ich darf bei "ihm" kuscheln - es kommt sehr viel zurück - rein emotional - solange ich nicht eben "mehr" möchte.

    Mittlerweile ist auch der Mann wieder aufgetaucht, mit dem genau das Thema schon seit Jahrzehnten immer wieder perfekt geklappt hat :) Und seit "er" weiß, dass der andere diesen Part jetzt auch (wieder) abdeckt, ist "er" mir gegenüber auch noch weit entspannter.

    Ich habe mich damit abgefunden, dass wir halt "nur" gute Freunde sind - vielleicht sogar Seelenpartner - und dass wir uns halt "nur" gegenseitig unterstützen und uns gegenseitig beistehen - in jeder Situation - also meist steht er mir bei - er selbst würde es auch jetzt noch nicht zulassen können und wollen - aber ist ok für mich - ich hab gelernt, es einfach dankbar an zu nehmen, ohne mich revanchieren zu wollen.

    Mein Resumée zu allen 3 Fällen:
    3. Fall - sie möchte ihn mit Haut und Haaren - und auch verändern - mit ihm zusammen leben und alles zusammen unternehmen - er spürt das, verehrt sie zwar und hat ab und an auch gern Sex mit ihr - aber ne echte Beziehung kann er sich nicht vorstellen.

    2. Fall - sie hat ihn aus der Liste der Väter ihrer Kinder gestrichen - und wendet sich wieder dem eigenen Leben zu - ist offen für neue Bekanntschaften - und wenn ein Mann in ihr Leben schneit, der auch noch eine Familie gründen möchte, wird sie zwar kurz überlegen, aber wenns passt, sicher nicht nein sagen :)

    Ich - hatte nach "seinem" Rückzug damals gemeint, wenn ich jemals wieder eine Beziehung mit einem Mann eingehe, dann muss der irgendwie die Vorzüge von "ihm" und meinem jahrelangen Verhältnis vereinen - ich bleibe dabei - aktuell hab ich wieder ihn und mein jlV - falls jetzt irgendwann einer kommt, der ne Mischung aus beiden ist, werd ich den voraussichtlich auch nicht weg schicken.

    Was ich gerne hätte wäre ein offizielles Bekenntnis, mit mir in irgend einer Form zusammen zu sein - ich will niemanden mehr bei mir wohnen haben - aber es wäre einfach schön, jemanden jederzeit anrufen zu können, um mal ne Zeit zusammen zu telefonieren.

    Wonach ich mich sehne ist ein Mann, der mich abends anruft und mit sagt, dass er mich vermisst, der mich ab und zu mal schön zum Essen ausführt und mich von sich aus umarmt und küsst. Mit dem ich gemeinsame Stunden verbringe - vielleicht auch eine Nacht Pro Woche - oder mal ein paar Tage Urlaub - den Rest der Zeit soll jede.r von uns sein/mein Leben leben.

    Ich will mit niemanden zusammen wohnen - aber ich möchte wissen, dass ich zu jemanden "gehöre" - das wäre das gewesen, was ich damals unter "mehr" gewollt hätte - das "zu mir stehen" - mich als seine Freundin vor zu stellen - sich zu mir zu bekennen. Er braucht mich weder erhalten noch versorgen noch heiraten und Kinder will ich sicher auch keine mehr :)

    Ich hatte oftmals Beziehungen zu verheirateten Männern - "er" war geschieden und ungebunden - es wäre nicht schwer gewesen, mir dieses Gefühl zu geben, wonach ich mich so gesehnt hätte - aber er hat abgeblockt - genau das wollte und will "er" nicht - "er" besteht auf seiner Freiheit und Ungebundenheit.

    Wenn es irgendwann mal einen Mann gibt, der mir das gibt, was mir jetzt diese beiden Männer zusammen geben, dann ist es auch kein Thema für mich, den Sex mit meinem jlV wieder ab zu brechen - aber solange mein Traummann nicht erscheint, begnüge ich mich halt mit den aufgeteilten Rollen von zweien :)
  2. sovio Member

    Hi ChrisTina!

    Da hats mi doch gestern, als ich meinte was mow sinnvolles geschrieben zu haben, glatt den Browser gecrasht - und der Text ist nicht im sessionstore :( Okay, sollte wohl so sein - ich glaub ich hab jetzt auch ne Idee worauf Du hinauswillst...
    im folgenden ein paar Gedanken die mir in den Sinn gekommen sind - ob die Hand und Fuß haben, das wär noch zu prüfen.

    Na logisch - wenn jemand "klammert" würd ich auch schnell das weite suchen.

    Ich glaub wir sollten uns den Begriff "Nähe" ein bischen genauer anschauen. Auf den ersten Blick scheint es ja so zu sein: wenn jemand "klammert" dann wünscht der/die sich mehr Nähe - in nem ganz praktischen Sinn (sich jeden Tag sehen, einander von allem was man tut erzählen, dauernd telefonieren, usw.).

    Aber stimmt das wirklich? Ich sehe es eher so: wenn jemand den Partner so "nah" haben will, dann ist das eher eine Art von Bedürftigkeit - ein "nicht allein sein wollen/können". Wenn dieses Bedürfnis dann nur von einem der beiden empfunden wird, dann werden sie schwerlich auf gleicher Augenhöhe miteinander umgehen können - und dann besteht eben dadurch schon ein Unterschied, eine art "ideelle" Distanz - die Erwartungen an Beziehung sind unterschiedlich. (Wenn dagegen beide "aufeinander hocken" und alles nur gemeinsam machen wollen, dann ist gibt das ne hübsche Abhängigkeitsbeziehung, die wenig persönliche Weiterentwicklung ermöglicht.)

    Ich denk, wenn man sich im Alltag immer sehr nah sein will, dann muss das gar nicht heissen, dass man sich dabei auch seelisch sehr nah kommt. Im Gegenteil, "Beziehung" kann auch zur Verdrängung taugen, um sein Seelenleben nichtmal selber gar zu genau anschauen zu brauchen - man ist dann vollauf beschäftigt mit dem Alltag und dem Zusammensein und sich Banalitäten zu erzählen usw.
    Und andersrum, wenn man sich seelisch-emotional sehr intensiv begegnet (wozu man natürlich erstmal die Selbstsicherheit braucht um sich auf solche Begegnung einlassen zu können), dann ist das Bedürfnis sich jeden Tag zu sehen vielleicht gar nicht mehr so groß - weil man dann weiß dass man eine Verbindung miteinander hat, und nicht mehr dauernd die physische Bestätigung dafür braucht...

    So wie ich es verstehe, ist "Nähe" eher etwas, was "im Moment", im jeweiligen Augenblick stattfindet - zB (vorsicht plattes Klischee) ein Kerzenschein-Dinner wo man sich "ganz nah" fühlt. Dagegen das, was man mit "klammern", "haben wollen" umschreiben kann, hat eher mit einem Sicherheitsbedürfnis zu tun - und wenn man da dran kratzt, dann könnten drunter auch Zukunftsängste und Unsicherheiten liegen.

    Oha! Tja, dann hab ich offenbar ein falsches Bild von der Realität...
    Denn *das* hatte ich immer als so eine art Grundvoraussetzung verstanden, die da sein muss bevor eine Frau sich auch nur anfassen läßt. (Und dass es mindestens ein ernsthaftes Heiratsversprechen -und nen Kinderwunsch- braucht, bevor sie das Lager mit einem teilen mag.)
    Hm, offenbar laufen da noch ganz andere Dinge, die allerdings völlig an mir vorbeigegangen sind...

    Hm, sinnier... so wie Du das beschreibst würdest Du ihm ja die "Freiheit" lassen... Vielleicht ist der Knackpunkt eher Angst vor Verbindlichkeit. Verbindlichkeit und Freiheit muss sich gar nicht unbedingt widersprechen, aber der Trick dabei ist wohl, dass man zuerst das eigene "Sicherheitsbedürfnis" loswird - also dass man tatsächlich frei sein kann.
    Und das betrifft gewissermaßen beide Spielarten: sowohl den Wunsch, die "Versicherung" frei zu bleiben, wie auch die "Versicherung" fest zusammen zu sein.

    lieben Gruß ;)
    abendsonne und Innere_Freiheit gefällt dies.
  3. ChrisTina Well-Known Member

    Genau das "vermisse" ich zur Zeit - solche Kerzenscheindinner mit Händchen halten und tief in die Augen schauen - sich küssen und zärtlich sein.

    Isses sogar ganz sicher ;-)

    *gggggg*
    du - ich bin milieugeschädigt - hab drei gescheiterte Ehen hinter mir - wo ich jedes Mal dachte, dass es das jetzt sein könnte - rückblickend betrachtet war da nie was von dieser Art von Nähe, was ich eben "vermisse" - und das zwar schon ewig ;-)

    Wobei dieser "Nähe" allerdings auch ehrlich sein muss - von beiden Seiten - und das hab ich bisher überhaupt erst einmal erlebt - wobei dieser Mann überhaupt in allen Belangen "gepasst" hätte - und ich auch immer wieder mit ihm "zusammen gekommen" war - über einen mehr oder weniger langen Zeitraum hinweg.

    Und es ist auch heute noch so - er nimmt meine Hand, schaut mir tief in die Augen - und das nächste ist ein leidenschaftlicher Kuss - mit und ohne Kerzenschein - es passt einfach alles - und doch hätte ich mir das von jemanden erhofft, der eben nicht anderwärtig gebunden ist.

    Ich habe drei Ehen "absolviert", wo nicht die Schmetterlinge geflogen sind, jedes Mal, wenn er mich in den Arm nahm - und ich hab ein Vierteljahrhundert mit Männern zusammen gelebt, die mich nicht zum fliegen gebracht haben - es waren - rückblickend betrachtet - Vernunftbeziehungen - und ich möchte sowas nie wieder eingehen wollen.

    Mein NichtLover stellte mir mal die Frage, ob ich meine letzten zwei Ehen vielleicht nur deshalb eingegangen bin, weil eben der "Erstbeste" nicht zur Verfügung stand - ob ich schon mal überlegt hatte, dass ich einfach in beiden Fällen immer nur den "Zweitbesten" genommen hatte - und ich kann dem nicht wirklich widersprechen.

    Jetzt ist die Situation wieder - es gibt nen Mann, mit dem ich gern mehr Nähe erleben möchte - und auf der anderen Seite wieder den, mit dem ich genau das immer und immer wieder erleben durfte - aber nur gelegentlich - und immer nur heimlich.

    Und eigentlich will ich das nicht mehr - drum bin ich jetzt aktuell am Überleben - geb ich mir die Kombi von den beiden weiter? Oder beende ich es wieder - um frei für einen zu sein, der alles in sich vereint. Ich bin noch nicht sicher *zugeb* irgendwie hoffe ich offensichtlich noch immer, dass sich die Situation mit meinem NichtLover in eine Richtung ent.wickelt, mit der ich das alleinige Auslangen finde ;-)

    Verbindlichkeit war jetzt ein super Stichwort - danke - genau das ist es - er spiegelt mir etwas - allerdings in einer extremen Ausprägung - was sicher auch meins war und ist. Ich war zu Beginn von Beziehungen immer treu - unabhängig davon, ob es mein Gegenüber erwartet und/oder verlangt hätte oder auch nicht - es war eine gewisse Art von Verbindlichkeit - von mir zu ihm.

    Aber wenn dann etwas vorgefallen war, wo ich diese Verbindlichkeit nicht mehr als selbstverständlich erachtet hatte - wo ich für mich begann, diese Verbindung zu hinterfragen - dann fühlte ich mich auch nicht mehr verpflichtet, treu zu sein - und interessanterweise brachten mich immer Männer dazu, die aktuellen Verbindungen zu hinterfragen, die mir eben genau das gaben, was ich in meinen Ehen nicht bekam - nicht auf Dauer - dieses mit mir reden - Händchen haltend im Cafe zu sitzen und zu flirten.

    Das ist es, was ich wieder will

    Danke, dass du dazu beigetragen hast, dass ich wieder mal für mich selbst eine Entscheidung getroffen habe - heute ist ein guter Tag - hab heut früh schon gehört, was mein mich hindernder Glaubenssatz ist:

    "Ich muss mich anpassen und meine Individualität unterdrücken um nicht ausgeschlossen zu werden."

    Und es stimmt - ich habe mich jahrzehntelang angepasst, meine Individualtiät unterdrückt - hatte funktioniert - manchmal war ich ausbgebrochen - aber immer angeregt durch dem selben Typ von Lover, der mich als mich selbst wahrgenommen hatte - und nicht sein Bild von mir.
  4. sovio Member

    Hi ChrisTina!

    Ach sieh an *schmunzel*

    Ach - Du? Ich täte da eher sagen ich bin milieugeschädigt, gewissermaßen *lach*. Ich bin in einem Umfeld aufgewachsen, wo vergeistigte Wahrhaftigkeit alles war, und weder wilde Lust noch romantische Sinnlichkeit nennenswerte Bedeutung hatten. Und irgendwann hab ich gemerkt dass mir wohl so einiges von dem entgeht, was den meisten Menschen wichtig ist. Und so staune ich vor allem, wie es Leute in meinem Alter fertiggebracht haben, an drei Ehen zu kommen.

    Tja, was ist "ehrlich"? Aber ja, Du hast recht, man kann diese Stimmung auch schauspielern - und manche haben ein Talent dazu, die Sehnsüchte anderer Menschen zu erkennen und ihnen das Gefühl von Nähe zu geben.

    Das mit der "Treue" ist noch ne ganz eigene Sache. Ich stolpere schon über das Wort: man sagt "Treue" und meint doch eher "Ausschließlichkeit": denn wenn ich jemandem Freundschaft schwöre, heisst das ja auch nicht, dass ich dann keinen anderen Freund mehr haben darf.
    Aber diese Art "Treue" dann als "Verpflichtung" zu sehen, das halte ich erst recht für Unsinn.

    Ein recht weiser Soziologieprofessor hat mal gesagt, die wesentliche Frage ist eher, wievielen Menschen man denn wirklich gerecht werden kann - eher eine Ressourcenfrage. Also, wenn man erfüllt und ergriffen ist von dem was sich in einer Beziehung erschließt, dann hat man womöglich gar nicht mehr die Kraft für eine weitere Beziehung von ähnlicher Tiefe. Und das ist der einzige Aspekt den ich da für berechtigt sehe - alles andere sind Moralismen und Besitzansprüche.

    Und was wirst Du damit tun, wenn Du es findest? Hast Du das schon mal gefragt?
    Denn - man kann etwas damit tun: "Wenn zwei eins werden, sollen sie zum Berg sagen bewege dich, und der Berg wird sich bewegen." (Logion 106)

    Genau. :) Da liegt eine Kraft, die uns hilft, unserer Bestimmung näher zu kommen.

    lieben Gruß
  5. ChrisTina Well-Known Member

    Irgendwann hatte mein 2.Ex mal gemeint "damals warst du noch nicht mal ein geiler Gedanke" um sich gleich drauf zu korrigieren "Wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass deine Mutter jemals auch nur annähernd was wie einen geilen Gedanken gehabt haben könnte" - und das beschreibt meine "Erziehung" ganz gut.

    Meine Mutter hätte nie im Leben mit mir über Sex gesprochen - und mein Vater durfte sich mir gegenüber nicht mal nackt zeigen - wir hatten WC und Bad in einem Raum - und wenn ich mal austreten musste, während mein Vater in der Badewanne lag, musste ich anklopfen, damit er "sein Ding verstecken konnte".

    Von wegen wilde Lust und romantische Sinnlichkeit - für mich war Sex ein Tabuthema - bis ich selbst beschloss, es jetzt mal wissen zu wollen - und das führte letztendlich unweigerlich zu meiner Schwangerschaft - ich hatte echt mit 18 keine Ahnung, dass "die Pille", welche ich durch meine Mutter vom Arzt bekommen hatte kein Verhütungsmittel war sondern nur etwas, um meine Periode zu regulieren.

    Das ist ganz einfach erklärt - ich war im 4. Monat schwanger als ich maturierte, half in der Firma meiner damals noch nicht Schwiegereltern - und es war eine Vernunftentscheidung, das Kind ehelich auf die Welt zu bringen - nach nicht mal 3 Jahren sahen wir beide ein, dass es ein grosser Fehler war, so früh zu heiraten.

    Dann lebte ich 4 Jahre alleine, baute mir eine neue und eigene Existenz auf - und lernte dann einen Arbeitskollegen näher kennen, der so ganz anders war wie mein 1.Ex. Nachdem wir bald zusammen zogen, willigte seine Frau nach 2 Jahren in die Scheidung ein - und auch da wars irgendwie total unromantisch - eigentlich könnten wir ja auch heiraten, wo wir doch eh schon 2 Jahre zusammen leben.

    7 Jahre später begann es zu kriseln - ich machte mich selbständig, traf meinen Traummann wieder - und begann neuerlich ein Verhältnis mit ihn - welches diesmal fast 6 Jahre anhielt - ein weiteres Jahr später lernte ich einen anderen Mann kennen, wo ich jetzt endlich an die wirklich grosse Liebe glaubte - und verliess den 2.

    Nach einem Jahr kauften wir ein gemeinsames Haus - und auch da wars eher pragmatisch - wenn wir schon ein Haus zusammen haben - könnten wir eigentlich auch heiraten - naja, 7 Jahre später dann die 3. Scheidung - diesmal ohne neuen Mann - weil ich hatte endlich meine Muster der letzten beiden Ehen erkannt und für mich gelöst.

    Seither werde ich wieder immer mehr zu dem Menschen, der ich zwischen 1. und 2. Ehe war - und es gibt auch nicht mehr viel, was mich noch reizen könnte, es auszuprobieren. Und vor allem hab ich eines gelernt, nichts ist für die Ewigkeit - ich hatte 3x gedacht, den Mann an meiner Seite zu lieben - ich weiß heute, dass ich keinen der 3 jemals wirklich "mit Haut und Haaren geliebt und begehrt" hatte - es waren Vernunftentscheidungen, die allesamt letztendlich in die Hose gingen.

    Was ich jetzt noch gern erleben würde ist eine Beziehung, die eben "mehr" ist als all das, was ich bisher erleben durfte - eine Innigkeit und Vertrautheit in allen Lebenslagen. Sollte so etwas mit einem einzigen Menschen möglich sein, wird er mir irgendwann über den Weg laufen - wenn nicht, ist es auch ok, dann lebe ich die Vertrautheit mit meinem "Freund" - und den Sex mit meinem jahrzehntelangen und immer wiederkehrenden Lover.

    Ich erzähl dir ein Beispiel - also da gibts die beiden Männer in meinem Leben, die mir die Tür aufhalten, in den Mantel helfen, mich umarmen und fest halten, wenn ich mal eine starke Schulter zum anlehnen brauche - und beide tun es, weil es ihnen ein Bedürfnis ist - naja, mit einem der beiden gibts auch noch echt guten Sex - und auch das hat schon immer gepasst - ohne, dass wir irgendwas absprechen haben müssen.

    Und dann lernte ich irgendwann einen Mann kennen, der mir die Tür aufhielt, mir in den Mantel half, der mir bei Kerzenschein und romantischer Musik den Arm um die Schultern legte - und mir dann nach einiger Zeit erklärte, dass Mann halt manchmal auch Dinge tun muss, damit Frau ihm dann auch das gibt, was er gerne möchte - es war am Vortag übrigens das letzte Mal, dass wir Sex miteinander hatten - es war für mich wie eine mentale Ohrfeige - wir sehen uns noch fallweise und frühstücken zusammen - aber ich könnte mir nicht mehr vorstellen, mit diesem Mann nochmals irgend was intimeres zu haben - ich könnte ihm nicht mehr voll vertrauen.

    Dem kann ich was abgewinnen - ich hatte es jetzt eher nicht so gemeint, dass ich von jemanden Treue "verlange" - oder mir vorschreiben lasse, jemanden "treu" zu sein - aber mir ist aus mir selbst heraus oftmals ein Bedürfnis gewesen, treu zu sein.

    Und für mich wars immer ein Zeichen davon, dass die Beziehung am kippen ist, wenn ich (wieder) nach anderen Männern (naja, eigentlich eh immer nach dem gleichen) Lust verspürte ;-) Für mich gehört es zusammen - wenn ich jemanden liebe (oder zumindest glaube, ihn zu lieben) - und wir auch offiziell "zusammen sind", dass ich zwar mit anderen rede und vielleicht auch flirte - aber nie mit nem anderen Sex haben würde.

    Ich werde es geniessen - solange es dauert

    Ich muss meine ursprüngliche Aussage revidieren - sicher nimmt auch der eine mich auf seine Art wahr - aber es passt trotzdem - ich hatte und habe nie das Gefühl gehabt, dass er sich verstellt, um von mir das zu bekommen, was er möchte - er hats sowieso bekommen - und es kam für mich mehr zurück, als ichs jemals von meinen Ehemännern bekommen habe.

    Seit ich mich mit der Human Design Matrix beschäftige, kann ich auch konkret sagen, worum es geht - ich habe ein offenes Emotionalzentrum - und alle meine 3 Ehemänner haben die gleiche Veranlagung - da ist keine tiefe und überschäumende Emotion - Menschen mit offenem Emotionalzentrum sind von sich aucs cool und nüchtern.

    Mein Freund (NichtLover) und mein Lover haben beide ein definiertes Emotionalzentrum - die haben da irgendwie mehr emotionale Power - aus sich selbst heraus - und interessanterweise haben es noch 2 weitere Männer (der aus der Geschichte mit dem Frühstück und ein leider nur ONS), die in den letzten Jahren eine Rolle in meinem Leben gespielt hatten.

    Sie geben mir den "emotionalen Kick", den ich in meinem nüchternen und verstandesbestimmten Leben ab und zu brauche, um wieder mal was Neues kennen zu lernen. Das ist aber auch der Grund, warum ich mit keinem anderen Menschen auf Dauer zusammenleben möchte - weils mir auf Dauer wahrscheinlich zu stressig werden würde :)
    Eberesche gefällt dies.
  6. Hallo ChrisTina,

    ich habe hier nur teilweise mitgelesen und hoffe, dass ich jetzt nicht einen totalen Mist schreibe.

    Zunächst:
    Ich habe schon Angst vor Nähe.... aber darauf möchte ich hier garnicht eingehen.....

    Was ich dich fragen wollte:
    Glaubst du nicht, dass du selbst eine ganz ganz große Portion "Angst von Nähe" hast, wenn du dir immer genau die Männer aussuchst, die sich nicht so tief einlassen können oder wollen.
    Ich meine: Das ist ja bequem - denn dann sind die Männer ja schuld, und du kannst dich zurücklehnen und auf andere zeigen.

    Einen lieben Gruß

    Innere Freiheit
    pisces und Eberesche gefällt dies.
  7. sovio Member

    Hi Christina!

    Oh. Hoppla.

    Das ist dann wohl das was man Prüderie nennt - verstecken, verdrängen. Ich kenns ein bischen anders - für meine Eltern wars wohl kein so bedeutsames Thema; da war nichts zu verstecken, die hatten viel mehr andere Interessen&Gemeinsamkeiten. (Ich mein, wenn man was verstecken will, dann ist es ja offenbar wichtig genug um versteckt zu werden)
    Und ich fand es dann ganz unverständlich, dass es offenbar für ganz viele Menschen ein wichtiges Thema ist, UND gleichzeitig nicht offen drüber geredet wird - also ne total widersprüchliche Kommunikation läuft.
    Ich mein, wenn mir was wichtig ist, dann red ich drüber - und zwar Klartext (vorausgesetzt da ist ein Gegenüber wo Klartext abkann).

    Hm, da wär ich mir nicht so sicher. Vielleicht können wir uns drauf einigen, dass diese "bürgerliche Idee von Ehe" nur ein gepredigtes Konzept ist, ohne Funktionsgarantie. Wenn man etwas will, was funktioniert, dann, vermute ich, muss man es sich auch selber erfinden - es nur zu glauben genügt oft nicht. Und dazu muss man erstmal genau wissen was man will...

    Ich wünsch Dir dass Du's findest. Allerdings könnte es sein dass sowas nicht einfach vom Himmel fällt.

    Das sind zwei Varianten, ja. Wobei ich die zweite gar nicht mal so übel finde wenn er das offen zugibt. Ich halte es eh meistens so: ich vertraue Menschen dahingehend, dass sie sind was sie eben sind. Jeder Mensch hat seine Grenzen, seine Schwächen.
    Und dann ist das wohl eines dieser Spiele, die so gespielt werden: wo meistens beide sich von vorneherein klar darüber sind, dass das was Du "Innigkeit und Vertrautheit" nennst, sowieso nicht läuft... :(

    Es mag freilich noch eine dritte Variante geben - wo dann das Tür-aufhalten usw. nur noch schön ist und nicht mehr allzu bedeutsam - weil auch Geschlechtlichkeit dabei nicht mehr das allerwichtigste ist: wenn du völlig nackig vor jemandem stehen kannst ohne dich zu schämen - und ich meine da auch eher seelisch nackig - denn dann ist es für die Ewigkeit - egal was man draus macht. Und das sind dann Bereiche wo ich auch angst kriegen möchte...

    und wenn das nicht genug wäre?

    lieben Gruss
  8. ChrisTina Well-Known Member

    Doch - sie wird vom Himmel fallen - in Form einer Person - sobald die Zeit wirklich reif dafür ist :)

    Und solange sie das nicht tut - geniesse ich das, was ich habe - und teile die Innigkeit und Vertrautheit in unterschiedlichen Lebenslagen halt mit unterschiedlichen Personen :)

    Diese Aussage fand ich jetzt interessant - weil ich kann seelisch nackt eher vor jemanden stehen denn körperlich - bzw. kommt es auf die Person drauf an - ich hab nen Masseur, dem kann ich mich ganz hingeben - seelisch - der hat mich durch eine schwere Zeit begleitet - ich hab auch kein Problem damit, mich aus zu ziehen und auf das Massagebett zu legen - ich könnte mir aber nicht vorstellen, mit ihm Sex zu haben.

    Und dann gibts den Mann, mit dem ich den Sex geniessen kann, ohne mir "nackt" vor zu kommen - der weiß auch viel aus meinem Leben, aber nen richtigen Seelenstrip würd ich vor ihm auch nicht machen. Und es gibt den anderen, mit dems auch einfach nur passt, keine irgendwelchen Komplexe meinerseits vorhanden sind - also in körperlicher Hinsicht, wobei bei dem bin eher ich der bestimmende Part.

    Mein NichtLover fordert mich grad eher in beruflicher und persönlicher Hinsicht - und da ist eine absolute Übereinstimmung und ein Gleichklang im Denken gegeben. Ich bin immer mehr Mitglied seiner Familie, aber es wird für mich auch immer klarer, dass das eine Beziehung ohne Sex bleiben wird - ich kann mit ihm über alles reden - er versteht mich nicht immer, aber er bemüht sich - und wir kommen jedes mal auf einen gemeinsamen Nenner - und solange das nicht ist, wirds weiter ausdiskutiert.

    Je länger ich drüber nachdenk, desto klarer wird das Bild - ich brauch einfach unterschiedliche Bezugspersonen mit denen ich unterschiedliche Bereiche meines Lebens teilen kann. Einen Menschen, wo ich mich seelisch hingeben, mich ausheulen, kann, wenns mir absolut schlecht geht - und einen, der mich in dieser Hinsicht einfach nur aufmuntert und aufbaut - dann einen, bei dem ich mich sexuell hingebe - und einen, wo ich der dominante Teil bin.

    Es ist genug - und wenns nur nen kurzen Augenblick dauert - weil es ist schon genug, was ich bisher erlebt habe - also wenns da noch ne Steigerung gibt, dann werde ich einfach wirklich jede Sekunde davon auskosten - wobei ich aber auch den Rest meines Lebens geniessen werden, auch, falls es diese Steigerung nicht geben sollte - es muss nicht sein - aber wenns passiert werde ich es einfach zu.lassen ;-)

    Ich hatte vor zwei Jahren bei unserer Walpurgisnachtfeier eine Vision - "Verschmelzung" - und die spürte sich so unsagbar gut an - damals bezog ich es auf meinen NichtLover, weil er auch derjenige war, der uns dieses Ritual angeleitet hatte - und es war eine tiefe und innige Vertrautheit da, die seither nur sehr selten wieder "passierte" - aber ab und zu kommen Momente davon wieder hoch.

    Aber danach hatte er mir gesagt, dass ich nicht "sein Typ" sei - er sich weder eine Beziehung noch Sex mit mir vorstellen könnte - und ich glaub, ab diesem Zeitpunkt hab ich wieder begonnen, einen Zaun auf zu bauen - keine Mauer mehr - aber nen Zaun - Lattenzaun - nicht undurchsichtig, aber doch ;-)

    Und ich werde jetzt einfach meine Energien aus der Thematik der Partnerschaft raus nehmen - und mich wirklich überraschen lassen - weil ich hab mir jetzt eh ne Herausforderung gefunden, wo ich auch gar keine Zeit für diese Verschmelzung mit einem anderen Menschen habe ;-)

    Ich behalte den Status Quo, weil der ist in Summe weit befriedigender als das zweite Jahrhundert meines Lebens :)
  9. sovio Member

    Vielleicht isses ja dann das für Dich - und solang sich dabei keiner zu-kurz-gekommen fühlt isses doch okay so. Es dürfte auch kaum einfacher sein das in einen Person zu finden - diese verschiedenen Facetten wollen ja gelebt werden, und wie will man sich dabei miteinander abstimmen? ;)

    Ich habs nicht soherum gemeint. Vielmehr so, dass es vielleicht auch noch einen Schritt von Deiner seite braucht - eine Erkenntnis, eine Bereitschaft, eine Dimension die Du bisher noch nicht erschlossen hast... oder irgendwas in der art.

    Ahh, Du spielst mit den Qualitäten... *schmunzel*

    Das ist nur zu verständlich, aber oft nicht ganz treffend bei solchen Ritualen. Bzw. der Mensch der ein Ritual leitet, ist derweil -wenns gelingt- tatsächlich die Verkörperung von etwas Großartigerem (manche nennen es Götter) - und das muss nicht immer was mit seinen weltlichen, menschlichen Vorstellungen&Fähigkeiten zu tun haben.
    Eigentlich sollte ne Maifeier von einem Paar geleitet werden - um solche Effekte ein bischen abzufangen.

    Ich täte eher meinen, das was Du entdeckt hast gehört Dir (oder ist ein Geschenk der Gottheit an Dich) - und Du kannst es mit dem Mann verwirklichen der Dir dafür würdig erscheint - weil Du das in dem Moment ja auch schon getan hast.

    Vielleicht kennst Du ja Deine eigene Rolle und Fähigkeit noch gar nicht ganz? Es ist mindestens zur Hälfte auch Dein Bewusstsein, das den Zauber einer Begegnung gestaltet...
    (Das "Weibchenschema", das da behauptet Frauen hätten passiv zu sein und auf ihren "Ritter" zu warten der dann alles macht, hat uns sowieso einen Bärendienst erwiesen.)

    lieben Gruss
  10. ChrisTina Well-Known Member

    *hihihi*
    also als Weibchen bin ich noch sehr selten durchgegangen *rofl*
    nicht mal, wenn ichs gewollt hätte.

    Aber ist gar nicht so verkehrt - weil bei und durch ihm habe ich gelernt, einfach danke zu sagen, wenn wer jederzeit für mich da ist - und mich beschenkt - das kannte ich vorher nicht - nach einem viertel Jahrhundert als die "Mutter" meiner 2 Letzt.Exen.
  11. Ritter Omlett Active Member

    Ich finde es gut, dass Frauen auf ihren Ritter warten. Ich allerdings bin ein Raubritter ;)
  12. ChrisTina Well-Known Member

    dann pass nur auf, dass dich nicht mal einer vom pferd stösst ;-)

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