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Monogamie vs. Polygamie

Dieses Thema im Forum "Liebe und Partnerschaft" wurde erstellt von moezart, 18 Juli 2005.

  1. moezart

    moezart Member

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    Hallo

    ich habe mich kürzlich zum thema monogamie und polygamie geäussert. mich nimmt es wunder was ihr so dazu für gedanken und erfahrungen in euch tragt.

    bitte beachtet die natürlichen aspekte von mann und frau, gesellschaftliches norm-gedankengut und den unterschied von anhaftender- und bedingungsloser liebe.

    ich freue mich über hoffentlich zahlreiche posts.

    Alles Liebe
    moezart :schaukel:
     
  2. pisces

    pisces Well-Known Member

    die normgedanken haben sich in den letzten jahrzehnten verändert. die biologie aber nicht. heute müssen viele frauen ihre männer ernähren. und die wollen wiederum nur ungern kinder zeugen. lieben aber immer noch die kleinen, feinen, femininen, lieblichen und bedürftigen weiblichen wesen. wenn sie die dann erstmal für sich gewonnen haben, dann gehen sie fremd. polygamie ist schick. der kuchen ist groß, ein supermarkt, in dem man nach körbchengröße, körperformen, haarfarbe und alter auswählen kann. sie sind verfügbar. liebe ist vergänglich. und anstrengend geworden, für die frauen, weil sie in jeder hinsicht auf sich selbst gestellt sind. und für die männer, weil sie sich ihrer verantwortung nicht mehr stellen wollen. und an der nächsten ecke jemand noch verlockenderes auftaucht. sich zu entscheiden fällt schwer. deshalb wird das auch erst garnicht versucht. das wort liebe ist allumfassend, jeder mensch hat sehnsucht danach, angenommen zu werden. weil die zeiten enorm unsicher sind. das geht nicht bedingungslos, man muss schon zum strategen werden. jeder will 'die große liebe' und wenn sie mal da war und sie nicht gehalten werden konnte, bleibt man lange zeit von ihr eingenommen, und ist nicht 'zu haben'.

    gewollte und bewusste polygamie halte ich für eine lebensform, der entscheidungsschwäche, distanzbedürfnis und angst vor dem DU zugrundeliegen. wankelmut.

    monogamie ist sicherlich schwerer zu leben. seriell, wahrscheinlich. geht aber auch bedingungslos.

    lg
    pisces
     
  3. Verena3003

    Verena3003 Active Member

    Poligame erlauben sich das zu leben das Monogame denken ;)

    Denke die Zeit der Monogamie ist vorbei, da es in der "westlichen Welt" keinen überlebensnotwendigen Grund mehr gibt monogam zu leben.

    Denke allerdings nicht das es etwas mit unentschlossenheit und Wankelmut zu tun hat.
    Wer poligam lebt muss schon genau wissen was er will bzw. nicht will .
    Ich behaupte auch das eine poligame Beziehung schwiriger ist. Da es nicht nur auf Sex beruht sonder auch da Gefühle eine große rolle spielen.
    In einer Poligamen beziehung arbeitet man mehr an sich um mit den Situationen umgehen zu lernen. In einer Monogamen Beziehung kann man alles schön in den Partner projezieren und muss sich nicht mit sich beschäftigen ;)

    Dazu kommt noch die Gesellschaftliche intolleranz, die das Leben ansich als poligamen Menschen verurteil...

    to be honest: viele Menschen sind nicht Monogam und tun aber so als ob. betrügen hinter dem Rücken und sind unehrlich....
    Dabei geht es nicht nur um sex, sondern auf alles was 3te betrifft... auch gedanken wie : die ist aber sexy, wie bewegt sie sich wohl im Bett? sind für mich "fremdgehen" und davon können sich wohl die wenigstens freisprechen...

    Für mich ist die Ehrlichkeit und Offenheit der großte Beweiß von Liebe, und ich bin dankbar dies Erfahren zu haben.

    Wie kann eine Monogame Liebe bedingungslos sein?
    bitte um Erklährung.

    Für mich wäre es nur dann bedingungslos wenn keiner auch nur annähernd das Verlangen nach einem 3ten hätte ...
    und wie gesagt, dabei geht es nicht nur um Sex!
    Ich behaupte das es keinen Menschen gibt, der nicht irgendwann mal in der Situation ist das er gern mit einem 3ten was tun würde...

    Er erlaubt es sich nur nicht, weil es eine Bedingung der Bezihung/Liebe zum anderen ist. wo ist da die bedingungslose Liebe ?
    verstehe ich nicht !

    Ich denke das der einzige Unterschied zwischen einer Monogamen und Poligamen Lebensweise der ist, das die Poligamen sich erlauben das zu leben was sich die Momogamen nur denken!

    Ich finde es einfacher auf etwas zu verzichten, als an sich arbeiten zu müssen, und Poligami bedeutet für mich ständige Konfrontation, mit mir, meinem selbstwert, und meinen Mustern, und nur so lerne ich und entwickel mich weiter....
    das ist mein sinn im Leben: Entwicklung, Ehrlichkeit ( vorallem zu mir selbst) und selbstBEWUSTER mit mir umzugehen.

    Ich kann in einer Beziehung nichts finden das ich mir selbst nicht geben kann.
    Und das hat nicht mehr mit egoismuss zu tun, als wie wenn man dem lieben Frieden willen sich selbst nicht ernst nimmt oder den bequemeren Weg geht...und lügt....

    Jeder ist egoistisch, ich möchte es nur gezielt einsetzen, nicht unbewusst leben ;)

    alles Liebe,

    Verena

    PS. moezart habe Dir ne Mail geschrieben, schon gelesen ?
     
  4. moezart

    moezart Member

    dank euch beiden :)

    danke euch beiden für die beiden ausfühlichen standpunkte. jeder scheint für sein bewusstsein für sich recht zu haben. es gibt kein falsch... auch kein richtig.. es gilt diese standpunkte wertungsfrei anzunehmen und als GEGEBEN zu respektieren.

    ich würde mich über weitere meinungen zu diesem thema erfreuen.

    vielleich sogar von einem dritten die schnitt-meinung zu hören, wie es ist, vorzugeben monogam zu sein, jedoch poligam zu leben..

    dir verena, vielen lieben dank für deine umfassende mail :)
    habe schon retourniert.. schon gelesen? :kiss4:

    Alles Liebe
    moezart
     
  5. Hallo,

    Also das ist ein gutes Thema und beschäftigt mich schon längere Zeit.

    Meine momentane Situation ist folgende: Vor wenigen Wochen habe ich erfahren, dass mein Partner die letzten Jahre doch nicht so monogam war, wie er mir vorlebte, sondern eine Affaire laufen hatte, von der ich keine Ahnung hatte.

    Fazit, ich bin nicht enttäuscht, dass er eine Affaire hatte, im Gegenteil, war ich die, die in den letzten Jahren immer wieder das Thema "freie Liebe - offene Beziehung" angesprochen habe, aber da er mir vorlebte, wie wichtig ihm Treue sei, ich mich abgestrudelt habe "treu" zu bleiben.

    Jedenfalls ist seines jetzt draußen und vielmehr als über die "Nebenfrau" bin ich über die Unehrlichkeit - die er auch sich selbst gegenüber gelebt hat - und das mangelnde Vertrauen enttäuscht.

    Soferne die Grundlagen Respekt, Vertrauen, Ehrlichkeit in einer Beziehung gegeben sind, spricht für mich nichts gegen Polygamie. Ganz im Gegenteil, ich sehe das ähnlich wie Verena, es fordert mich, mit mir selbst, aber auch mit meiner Beziehung auseinanderzusetzen. In dem Moment wo ich mich nach einem weiteren Partner sehne, ist der erste Schritt mal zu überlegen, was fehlt mir in meiner bestehenden Beziehung, hatte ich dies schon mal, kann ich es mir geben, kann ich es mir gemeinsam mit meinem Partner geben. Essentielle Fragen, die ich wichtig finde, sich immer wieder damit auseinanderzusetzen, was dann aber, wenn ganz klar monogame Beziehung ausgesprochen wird und die Sehnsucht an sich schon mal unterdrückt wird, nicht wirklich zur Debatte stehen.

    Auf der anderen Seite kann dies natürlich auch ganz in die andere Richtung gehen, nämlich ein flüchten in eine andere Beziehung, Liebe, weil eben in der bestehenden etwas nicht erfüllt wird und statt dessen sich die Partner nicht damit auseinandersetzen, wie sie dies gemeinsam erreichen können.

    Ich kenne beide Varianten, habe beide durchlebt - in verschiedenen Rollen.

    Ich selbst bin ja prinzipiell sehr anpassungsfähig, wobei ich mich in einer "offenen Beziehung" sicher wohler fühle, weil ich jene "sexuellen" also auch "emotionalen" Grenzen nicht um der Grenzen Willen überschreiten muss.

    Tja, das mal mein persönlicher Senf zu diesem Thema.

    Alles Liebe, Angie

    Nachtrag: Ich kenne Menschen, die brauchens komplett, auch die vollkommene Treue und das kann ich auch sehr gut verstehen, nachvollziehen.

    Zu folgendem kann ich zwar noch keinerlei Erfahrungswerte vorweisen sondern handelt sich vielmehr um eine "ich glaube" Geschichte, aber ich bin der Meinung wenn man sich mit Reife und Verantwortungsbewusstsein in Polygame Beziehungen einlässt dann ergibt sich irgendwann sowieso von alleine diese "monogame" Beziehung, die keinen Kick von außen mehr braucht, die sich ganz alleine ergänzt.
     
  6. pisces

    pisces Well-Known Member

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    ich frag' mich nur, woher ihr immer die interessenten nehmt.
    ich wüsste nicht, wo ich die auftreiben sollte ;o)
     
  7. pisces

    pisces Well-Known Member

    Ganz einfach: indem man jemanden so sieht und so annimmt, wie er ist. und sich zu ihm bekennt.



    nun verstehe ich nicht? auf WAS muss denn verzichtet werden? zumal man als polygamer mensch doch deiner argumentation nach ein 'mehr' erhält, indem man auslebt, was andere sich nicht trauen?

    genau das sehe ich andersherum. dadurch, dass man sich mit seiner sexualität beschäftigt, seine attraktivität immer wieder durch die eroberung anderer und das ausleben von fantasien bestätigen muss, hat man eine stark fixierte narzistische komponente, eine ich-bezogenheit, die kein vollwertiges und einzigartiges du zulässt. man ist nicht 'zu haben'.

    die projektion, die du beschreibst, zeugt in der tat von unreife. wenn man mit sich selbst im reinen ist, und eigene wünsche und bedürfnisse klar sind, wenn man keine unausgelebten anteile oder mängel auf den partner projiziert, dann erst ist es eine reife beziehung.

    wenn man wie du fantasien beschreibt, die sich auf andere beziehen, so halte ich das für durchaus normal. das hat jeder gesunde mensch. es ist sicherlich ein trugschluss, wenn man denkt, man sei das einzig attraktive wesen auf der welt und ein du müsste das auch so sehen und sich 100%ig danach verhalten. das wäre enorm intolerant. es ist dies die frage, wie man fremdgehn definiert. ich persönlich definiere es als umgesetzte absicht.

    wenn man offen polygam lebt, dann wäre es ja auch kein fremdgehen mehr. dann gibt man sich selbst die absolution dafür, keine schuldgefühle mehr haben zu müssen, wenn jemand anderes sich verletzt fühlt.

    man kann sich im leben von abhängigkeiten sicherlich nicht gänzlich frei machen, man kann sich bis zu einem gewissen grade jedoch aussuchen, welche man eingeht.

    ich denke, jeder mensch hat ein wertesystem, und einige sind halt nicht miteinander vereinbar.
     
  8. Verena3003

    Verena3003 Active Member

    an pisces

    Zitat: nun verstehe ich nicht? auf WAS muss denn verzichtet werden? zumal man als polygamer mensch doch deiner argumentation nach ein 'mehr' erhält, indem man auslebt, was andere sich nicht trauen?


    vielleicht ist das grad der Unterschied zwischen Poligamen und Monogamen Menschen.... Danke fuer den Hinweis,

    Ich als Poligamer Mensch empfinde es als Verzicht wenn ich treu sein soll....

    vielleicht ist das als monogamer Mensch anders, waere interessant wie es sich da nach ein paar Jahren verhaelt....

    Zitat:
    die projektion, die du beschreibst, zeugt in der tat von unreife. wenn man mit sich selbst im reinen ist, und eigene wünsche und bedürfnisse klar sind, wenn man keine unausgelebten anteile oder mängel auf den partner projiziert, dann erst ist es eine reife beziehung.


    das halte ich fuer ein Urteil und meine Ansicht dazu kennst Du ja ;)
    Vielleicht gibt es Menschen die mit Ihren Beduerfnissen einfach anders liegen als Du... und dazu gehoert auch ein Beduerfniss nach Freiheirt und in meinem Fall wechselnde sexpartner...

    ist natuerlich auch immer die Frage wie man Sex in sein Wertesystem integriert... fuer mich ist es einfach nur genuss... wie ein gutes Glas Wein geniessen ( habe diesen Vergleich von einem gleichgesinnten uebernommen, weil ich ihn so treffend finde ;) )


    Zitat:
    genau das sehe ich andersherum. dadurch, dass man sich mit seiner sexualität beschäftigt, seine attraktivität immer wieder durch die eroberung anderer und das ausleben von fantasien bestätigen muss, hat man eine stark fixierte narzistische komponente, eine ich-bezogenheit, die kein vollwertiges und einzigartiges du zulässt. man ist nicht 'zu haben'
    .

    faellt mir schwer dies nachzuvollziehen.... narzistisch kann ich in diesem Zusammenhang nicht deuten....
    und ich finde es nicht schlimm sich mit seiner Sexualitaet zu beschaeftigen und auf meine Attraktivitaet zu achten....
    das wuerde ich auch in einer monogamen Beziehung gut heissen!
    Und ich-bezogenheit finde ich auch nicht schlimm, denn letztlich tut jeder alles nur fuer sich, ( auch wenn er anderen hilft tut er es weil er sich dabei gut fuehlt oder damit er sich nicht veruteilt nicht geholfen zu haben, je nach Muster und Wertesystem.... andere Baustelle, oder ? )


    Zitat:wenn man offen polygam lebt, dann wäre es ja auch kein fremdgehen mehr. dann gibt man sich selbst die absolution dafür, keine schuldgefühle mehr haben zu müssen, wenn jemand anderes sich verletzt fühlt.

    Die absulotion gebe ich mir unabhaengig von einer Beziehung....
    Es ist ja einfach so ( fuer mich) , das dinge die Person A verletzen, noch lange nicht person B verletzen muessen, das zeigt mir, das es nicht an meiner Handlung liegt, sonder an dem womit jeder selbst seine Probleme hat... also bei jedem selber...
    Wenn mich "offensichtlich" jemand verletzt, dann bin ich nicht sauer auf ihn, sondern es zeigt mir einfach wo ich an mir arbeiten moechte... es sind meine Baustellen... Schluessenwort: Eigenverantwortung!

    Zitat:
    ich denke, jeder mensch hat ein wertesystem, und einige sind halt nicht miteinander vereinbar.


    Damit gebe ich Dir ganz recht ! es ist halt im besten fall so das jeder sein Wertesystem kommuniziert und man sich dann sucht und findet und keiner belogen wird....

    Manche Dinge passen einfach nicht und da muss ich auch manchmal meinem Kopf die Oberhand ueber meine Gefuehle gewehren....

    Ich danke Dir fuer Deine Anregungen und freue mich ueber den Austausch,

    Gruesse aus London,

    Verena
     

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