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Schattenarbeit

Dieses Thema im Forum "Allgemeine Lebensfragen" wurde erstellt von Seelenfluegel, 6 Februar 2005.

  1. Seelenfluegel

    Seelenfluegel Well-Known Member

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    Ich hab das Thema aus der Traum-Rubrik aufgegriffen.



    Schattenarbeit eines unserer Lebensaufgaben. Schatten haben wir alle. Es gint niemanden hier, der nur Lichtseiten hat. Die Schatten, dass sind die uns innewohnenden unbewussten Anteile; meisst Anteile, die wir an uns überhaupt nicht mögen und die wir allzugerne unterdrücken. Herunterdrücken in das Unsichtbare, in den Schatten.

    Ich hab etwas über Schatten hier auf meiner homepage geschrieben. Wer mag, kann mit mir in diesem Thread darüber sprechen.

    Der erste Schritt ist das Anerkennen, dass wir auch dunkle Seiten haben. Es gilt, dass man lernt, sich so anzunehmen, wie man ist, inklusive seiner Schatten. Das ist eine ausserordentlich schwere Übung, aber Schatten kann man nun einmal nur erlösen, wenn sich ihrer annimmt. Wenn man sie verdrängt, bleiebn sie autonom und latent verborgen und wirken aus diesem Verborgenen heraus. Schatten treten uns durch Projetkion entgegen; besonders durch Situationen und Personen, die unangenehm sind und die wir überhaupt nicht mögen. Diese Anteile, die wir da gespiegelt bekommen, sind Anteile, die wir von uns abgekoppelt haben, doch aber die Unseren sind und es gilt, sie zurückzunehmen und zu integrieren. Vielleicht kann man es so machen, dass man den Schatten, oder die jeweilige negative Eigenschaft, Verhalten oder Unart wie ein zorniges, kleines Kind betrachtet und es in Liebe zu sich nimmt, auch wenn es stinkt, kratzt und beisst...bis es ruhiger wird. Schatten haben viel zu tun mit unseren inneren verletzten Kindern.#



    lg
    Christian
     
  2. fckw

    fckw Well-Known Member

    Hm, das ist relativ allgemein gehalten, kannst du noch konkretere Hinweise geben, wie solche Arbeit aussehen könnte?
     
  3. Seelenfluegel

    Seelenfluegel Well-Known Member

    Dieses Thema ist so vielschichtig, dass ich es erst einmal allgemein gehalten habe.

    Beispiel: Wir treffen auf jemanden, den wir absolut nicht leiden können, der uns ärgert, provoziert etc. Hier begegnen wir unserem Schatten, denn dieser jennige stellt genau diesen Schattenanteil von uns da, er ist die Projektion dieses Schattens. Es ist sehr schwer, es anzunehmen und zu integriereren. Unser ärgern, das ist die Resonanz, diese Affinität.


    lg
    Christian
     
  4. Olga

    Olga Active Member

    Solange ich niemanden weh tue komme ich mit meinem Schatten gut zurecht.

    Was sind schon negative Eigenschaften. :schaukel:
    zornig - bereit Konflikte zu lösen.
    stur - zielstrebig
    eitel - das Schöne liebend
    genußsüchtig - sich fallen lassen können
    etc.

    MfG

    Olga
     
  5. Hortensie

    Hortensie Well-Known Member

    Wie?

    Hallo Christian,
    aber wie kann ich dieses annehmen und integrieren und mich nicht mehr ärgern?
    LG Tarot
     
  6. fckw

    fckw Well-Known Member

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    Natürlich, das Kriterium ist in meinen Augen allerdings, inwiefern man damit identifiziert ist oder nicht. Beispielsweise Eitelkeit: Ich zieh mich auch gerne gut an, aber das ganze ist für mich ein Spiel, nichts weiter, ich suche dadurch keine Bestätigung und wenn jemand findet, ich sei nicht gut angezogen oder sähe gerade furchtbar aus, dann finde ich das zwar vielleicht nicht nett, aber sonst ist's mir egal.

    Bei anderen Themen ist das aber nicht so. Da reicht dann eine wiederholte Bemerkung auf der andern Seite, und man geht - eigentlich grundlos - in die Luft. Dort stecken eben die Identifizierungen drin.

    Aber eben, das Blöde an den Schattenseiten ist ja eben gerade, dass sie Schattenseiten sind. Die finden sich nicht so einfach. Und es ist eben auch nicht so, dass man nur mal schnell hinschauen kann, wenn man wiedermal wütend wurde, und dann ist die Sache klar und gelöst. Bei manchen Dingen grüble ich jetzt schon ein Jahrzehnt, und habe nicht das Gefühl, einen entscheidenden Schritt weitergekommen zu sein. Wie geht man damit um? Was kann man da tun? Gibt's da auch Lösungsvorschläge?

    Und nicht zuletzt: Ist man vielleicht nicht an einem bestimmten Punkt einfach nur noch machtlos gegenüber sich selbst, weil man sich eben nicht willentlich noch mehr verändern kann?
     
  7. Seelenfluegel

    Seelenfluegel Well-Known Member

    Ich weiss...was wir nicht mögen können wir nur schwer annehmen. Hier können wir unser "neues" Bewusstsein nutzen. Wenn mir bewusst ist, dass der Gegenüber, über den ich mich so ärgere, meine eigenen unbwussten Anteile darstellt, so ist das der erste Schritt zum Annehmen.

    Man kann es folgendermassen vergleichen: Wenn ich morgens aufstehe, schlecht gelaunt bin, ins Bad gehe, in den Spiegel schaue, dort das Gesicht sehe, dass mich total miesgelaunt anschaut, habe ich folgende Wahl: Ich lächle, weil ich mir bewusst bin, dass ICH MICH sehe; oder aber ich zertrümmere mit der Faust den Badspiegel und das Gesicht verschwindet, aber dazu käme wohl kaum einer auf die Idee. Die Menschen das draussen, sie sind ebenso wie unser Badspiegel; es wäre töricht, sie zu bekämpfen, weil sie unsere Spiegel sind.
    Der gute alte Jesus versuchte uns diese Thema mit der Metapher "liebet Eure Feinde" an uns heranzubringen.


    ;)

    lg
    Christian
     
  8. Olga

    Olga Active Member

    Für mich gibt es nichts Lanweiligeres als Perfektion.
    Das meiste was einem bei den schlechten Seiten stört ist doch das schlechte Image, das man dadurch bekommt.
    Imagepflege ist eine ziemlich energieraubende und unbefriedigende Sache.
    Außerdem verkrampft es, und ich glaube nicht, daß man in diesem Zustand richtige Entscheidungen fällt.
    "Besser" und einsichtiger wird man nur wenn man andere aus Liebe nicht verletzen will.

    MfG und immer locker bleiben :regen:

    Olga
     
  9. Seelenfluegel

    Seelenfluegel Well-Known Member

    Nun, hier handelt es sich um einen integrierten Anteil. Du zeigst in diesem Fall keine Affinität. Du bist aber umgekehrt ein Spiegel für den anderen, der sich über DICH aufregt.



    Das hat durchaus mit tiefer sitzenden psychischen Aspeken zu tun, die hier ihre Auslöser im Aussen finden. Ortmals handelt es sich hierbei um unsere inneren verletzten Kinder. Hier gilt es zu betrachten, welceh Emtionen da ausgelöste werden; so kommt man an diese tiefsitzneden Strukturen heran.



    Hinschauen. Fühlen. Es ist so, als würde man immer wieder weitere Zwiebelschalen von sich abblättern. Manche Dinge sitzen so tief, das es jahrzehnte brauchen kann. Alles löst sich zu seiner Zeit.




    Da der Wille, den Du hier beschreibst, ncith der Wille des Selbsts ist, sonder nder Wille des ICHs, so ist er in der Tat beschränkt. Das ICH bekommt immer, was es braucht (vom Selbst her gesehen), aber dass, was es braucht, muss nicht imemr unbedingt das sein, was es will.


    lg
    Christian
     
  10. Wyrm

    Wyrm Member

    nun stellt sich doch aber die frage, wie viele schatten wir erschaffen, um unserer schattenarbeit zu betreiben.

    (was der denker denkt..)

    ich habe an mir festgestellt, dass ich nämlich gar nicht so schattig bin wie ich mal dachte.


    edit:

    oder kam es zu dieser feststellung nur durch die schattenarbeit ? :)
     
  11. Jandira

    Jandira Member

    Naja, wenn du Schattenarbeit für Imagepflege hälst, bist du hier im falschen Thread. Bei Schattenarbeit geht es um Ganzheit, um Heilung. Und um Authentizität und Echtheit - und nicht um eine aufgesetzte Schein-Persönlichkeit, die irgendwelchen Perfektionsmaßstäben entspricht. Ist der Schatten erlöst, stört einen auch die Meinung von anderen und ein "schlechtes Image" nicht mehr.

    Jandira :blume:


    ---------off topic---------

    @ Seelenflügel: geile Mucke, dies da bei dir zu hören gibt! :move1:
     
  12. Seelenfluegel

    Seelenfluegel Well-Known Member

    Herzlichen Glückwunsch,

    da gibt es also nichts und keinen, was Dich aufregt, nichts, wogegen Du bist und alles in Dir und um Dich herum ist in vollster Ordnung?

    Na denn...was machst Du dann hier überhaupt noch?

    lg
    Christian
     
  13. Wyrm

    Wyrm Member

    hehe das ist deine version :)

    ich meine nur.. hmm nietzsche hat mal gesagt:

    He who fights with monsters might take care lest he thereby become a monster. And if you gaze for long into an abyss, the abyss gazes also into you.


    und irgendwann sieht man vielleicht schatten, wo gar keine sind.

    (ich hab keine ahnung :p )
     
  14. Seelenfluegel

    Seelenfluegel Well-Known Member

    Nichts für ungut, aber so wie es aussieht, reden wir aneinander vorbei.

    Wenn Du den Eingangsthread nochmal etwas genauer liest, geht es hier nicht um irgendwelche Hirngespinnste, die wir uns selbst erschaffen, sondern zum Resonanz, Affinität, und die "negativen" Seiten in uns.
     
  15. Christoph

    Christoph Well-Known Member

    Pragmatischer Beitrag

    Robert Dilts und Robert MacDonald, zwei meiner früheren Lehrmeister haben zum Thema "Verstrickung* mit dem Schatten lösen" in Ihrem lesenswerten Buch (und seither ihren Ausbildungen) "Und dann geschieht ein Wunder... Tools of the Spirit" (Paderborn 1998, S. 126 f.) das folgende Format vorgestellt:

    Allerdings muss ich sagen, dass ich die Erfahrung gemacht habe, dass "Schatten" also etwas, das uns inkongruent in unserer Kommunikation macht, sehr oft mit systemischen Verstrickungen zu tun hat. Dort wirkt das McDonald/Dilts'sche Muster eher gegenteilig und ist wenig hilfreich. Man muss zuerst die systemische Seite abchecken und systemische Verstrickungen* lösen.

    Viele Grüße
    Christoph


    * "Verstrickung" (="enmeshment" bei Dilts/McDonald) wird von den beiden NLPlern anders (i.S. v. "Irritation, neg. Beeinflussung") verwendet, als es von Systemaufstellern definiert wird.
     

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