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Seit Jahren keinen Kontakt mehr zur Mutter

Dieses Thema im Forum "Eltern und Kinder" wurde erstellt von StillesMaedchen, 3 Januar 2017.

  1. StillesMaedchen

    StillesMaedchen New Member

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    Hallo zusammen..:oops:
    Ich bin 20 Jahre alt und habe vor ca. 5 Jahren den Kontakt zu meiner Mutter abgebrochen. Direkt nachdem sie von Zuhause ausziehen MUSSTE aufgrund von "leichter" Gewalt und ihrer Krankheit, dem Messie-Syndrom, habe ich mich nicht mehr bei ihr gemeldet und habe Anrufe etc. von ihr abgelehnt. Es verlief irgendwie ganz seltsam. Als sie wegzog, habe ich sie zum Abschied noch in den Arm genommen, aber danach habe ich mir nochmal alles durch den Kopf gehen lassen, was vorgefallen ist und ab da wollte ich einfach nichts mehr von ihr wissen. In der ersten Zeit kam sie dann immer noch zu uns aufs Grundstück, was ihr hinterher dann verboten wurde, weil ich sozusagen Angst vor ihr hatte.o_O
    Also kurz zu der Angst.. Sie hat mich, als sie noch bei uns wohnte, öfters beschimpft als "Blöde Kuh", "Was bist du für eine Tochter" oder sagte eiskalt zu mir "Du hast bei mir sowieso schon verschissen", wobei ich ihr eigentlich nichts getan habe. Wir Kinder durften einfach nie in die Küche und uns etwas zu essen machen oder so, ohne dass sie leicht böse wurde oder einfach nur genervte Töne von sich gab. Sie hat ja nichts im Haushalt getan. Da mussten wir doch wohl selbst an die Sache ran...
    Außerdem hab ich ebenso Angst vor ihr, weil sie mich, als wir einen kleinen Streit hatten, an meinem Schal gezogen hat, so dass ich kaum noch Luft bekommen habe. Da bin ich in so einer Mischung von ängstlich und traurig in mein Zimmer gegangen, habe abgeschlossen und mir kamen einfach nur die Tränen.
    Meinen Vater hat sie auch einmal ins Schienbein getreten während eines Streits. Das tat mir selbst richtig im Herzen weh, das gesehen zu haben - Auch wie sie sich ewig nur gestritten haben.:cry:


    Das Haus war auch einfach nur voll mit Papier, aber das lag nun mal an ihrer Krankheit. Ich denke nicht, dass ich ihr das übel nehmen darf. ABER wo wir sie auf eine Therapie angesprochen haben, wurde sie direkt sauer und hat jegliche Hilfe abgelehnt. Sie wollte einfach nicht einsehen, dass sie krank ist. Wir durften ihr ja auch nicht beim aufräumen helfen, aber selbst tat sie auch nichts. Aus diesen Gründen musste sie zwanghaft ausziehen.

    Nun ja.. Ich weiß einfach nicht, was ich tun soll. Meine Brüder haben noch den Kontakt zu ihr. Das heißt also, ich habe nie so wirklich Ruhe vor ihr, weil sie immer irgendwas von ihr erzählen. Oder sie gibt meinen Brüdern irgendwelche Briefe von ihr mit. Ich schmeiß sie aber nicht direkt weg, sondern lese sie erst und DANN kommen sie in den Mülleimer. Da stehen meistens nur solche Dinge drin wie "Hab dich lieb, deine Mama"... Aber das ist mir egal. Ich habe meinen Brüdern auch schon oft genug gesagt, sie sollen mich mit ihr in Ruhe lassen, aber bringt nichts.

    Puuh.. was mir nun noch auf dem Herzen liegt in der Beziehung:
    Meine Großeltern, die Eltern von meiner Mutter..! Gegen sie habe ich eigentlich nichts.. Ich hatte bis vor einem Jahr auch keinen Kontakt zu ihnen. Weil ich Angst hatte, sie würden meine Mutter mit einladen, wenn ich vorbeikommen will. Dann hab ich es aber einfach mal versucht. Immerhin können sie wenigstens dankbar sein, dass ich den Kontakt zu ihnen wieder etwas aufgebaut habe. Wenn sie auch da gewesen wäre, hätte ich ja immer noch wieder abhauen können und die Sache mit den Großeltern hätte sich wieder erledigt.:notworthy:

    Naja, sie war nie da, als ich da war. ABER ich habe meinen Großeltern meine neue Handynummer vor kurzem gegeben und plötzlich kam an SILVESTER eine Sms von IHR, von meiner MUTTER! Und ich gehe mal ganz stark davon aus, dass sie die von meiner Oma bekommen hat. Immerhin spricht sie mich auch immer wieder auf sie an, wenn ich bei ihnen bin. Ist ja auch wohl irgendwo verständlich, schließlich ist sie ihre Tochter und meine Mutter.. Aber sie müssen mich doch auch mal verstehen. Sie sagen immer "Sie hat dir doch nichts getan"... Und OB sie das hat. Aber das wollen sie nicht glauben/verstehen. Ich bin nun echt etwas sauer auf meine Oma.. Aber ich weiß nicht, ob ich den Kontakt deswegen zu ihnen wieder abbrechen sollte. Sie verstehen meine Lage ja einfach nur nicht. Andererseits.. Nun werde ich wieder gequält mit Anrufen und Nachrichten von meiner Mutter und habe wieder keine Ruhe. Ich weiß auch nicht mehr...(n):unsure:

    Ich bin in letzter Zeit echt viel am grübeln. Darüber, ob ich meiner Mutter noch eine Chance geben sollte. Sie hat mir so vieles angetan, sooooo viel. Sie hat mir einfach so viel kaputt gemacht und mich ohne Ende verletzt. Aber sie ist meine Mutter und davon hat man nur eine.
    Immer, wenn mich jemand auf sie anspricht, kommen mir die Tränen. Ich weiß aber nicht warum.. Ob ich sie vermisse oder ob es einfach an den ganzen Vorfällen liegt, die dann wieder hochkommen.
    Ich weiß nicht, ob es mir gut tun würde, wenn ich sie nochmal wieder sehe. Aber ich werde sowieso niemals Ruhe vor ihr haben. Eben auch, WEIL man mich nun mal immer wieder auf sie anspricht. Auch wenn man mich nur fragt "Was machen Mama und Papa denn beruflich?" kommt mir direkt alles hoch. Das ist echt übel. Aber es wird niemals aufhören..

    Mir geht wirklich vieles momentan durch den Kopf, aber das Thema belastet mich am meisten. Mir fehlen auch diese Mutter/Tochter-Momente einfach. Habt ihr einen Rat für mich? Ich bin echt verzweifelt.. (n)
     
  2. Spätzin

    Spätzin Well-Known Member

    Hallo Stilles Mädchen,
    ich lese Du bist 20 Jahre alt. Bist du in Ausbildung und wohnst Du noch zu Hause?

    Es liegt doch an Dir, den Kontakt zu halten oder abzubrechen.
    Wenn Du noch zu Hause bei Deinem Vater und Deinen Brüdern wohnst ist es natürlich schwierig.

    Ist das Haus in welchem Du wohnst jetzt aufgeräumt und sauber? Wer macht den Haushalt, geht einkaufen und kocht? Wer macht die Wäsche?

    Meine Eltern leben nicht mehr, aber ich habe den Kontakt zu meiner Mutter über mehrere Jahrzehnte abgebrochen. Die Gründe möchte ich jetzt hier nicht darlegen. Aber mir hat der Abstand sehr sehr gut getan und ich habe "mein eigenes" Leben gelebt.
    Auch wenn Meldungen über meine Mutter oder über meine Geschwister kamen habe ich sie gehört, aber nicht kommentiert.

    Natürlich ist es schwer für Dich, aber bedenke, auch wenn sie Deine Mutter ist, sie hat Dich nicht gut behandelt. Und das muss sich kein Mensch gefallen lassen.

    Alles Gute für Dich!
     
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  3. Clara Clayton

    Clara Clayton Well-Known Member

    Hallo StillesMaedchen,

    da ich auch immer ein sehr kompliziertes Verhältnis zu meiner Mutter hatte, kann ich dich schon ein wenig verstehen.

    Ich fühlte (und fühle) mich oft hin und her gerissen, wie ich mich meiner Mutter gegenüber verhalten sollte. Denn irgendwie wird man seine Mutter eh nie "los", ob wir den Kontakt nun abbrechen oder nicht.

    Nun meine Mutter ist seit fast 10 Jahren tot. Und trotzdem denke ich noch sehr häufig an sie.

    Aus deinem Text lese ich deine Hin- und Hergerissenheit. Einerseits denkst du an die schönen Mutter-Tocher-Momente, die ihr gehabt haben mögt, andererseits denkst du an die schweren Zeiten.

    Natürlich kann ich auch deine Großeltern verstehen, die gerne ein gutes Verhältnis zwischen euch sehen wollen. Schließlich ist deine Mutter ihre Tochter, ihr Kind.

    Doch davon solltest du dich komplett frei machen. Du alleine entscheidest über dein Leben, niemand sonst. Du alleine musst überlegen, ob dir der Kontakt zu deiner Mutter guttut, oder nicht. Das darfst du deinen Großeltern - und ebenso auch deiner Mutter - in aller Deutlichkeit sagen.

    Ich nehme an, deine Großeltern wissen was mit deiner Mutter los ist. Sie kennen den Grund eures schlechten Verhältnisses. Daher finde ich es nicht in Ordnung, wenn sie deine Handynummer einfach an deine Mutter weitergegeben haben. Sie hätten dein Einverständnis hierfür einholen müssen. Für mich wäre sowas ein Vertrauensbruch.

    Ich habe den Kontakt zu meiner Mutter nie ganz abgebrochen. Doch unser Verhältnis blieb aus vielen Gründen immer schwierig. Das lag auch daran, dass meine Mutter sich nie veränderte. Sie ließ mich im Stich, als ich ihre Hilfe dringend gebraucht hätte. Sie war eine strenge, hartherzige Person, die fast ausschließlich an sich selber dachte. Erst als sie schwer krank wurde, veränderte sie sich. Sie wurde weicher und fast lieb. Ich wollte sie nicht alleine lassen, so wie sie es mit mir getan hatte, als ich krank war. Wir brauchten es einfach für unser beider Seelenheil, dass wir wieder zusammen fanden.

    Aber bei euch ist die Situation anders gelagert. Du musst ganz genau überlegen was du willst. Vielleicht wäre ein Gespräch mit deiner Mutter hierfür hilfreich. Was meinst du? Könntest du mit deiner Mutter ganz offen über deine Probleme mit ihr reden?

    Erst einmal alles Liebe Für dich!

    Clara
     
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  4. StillesMaedchen

    StillesMaedchen New Member


    Ich mache zurzeit sozusagen ein Praktikum im Altenheim als Pflegehelferin vom Arbeitsamt aus.. D.h. ich werde momentan noch vom Arbeitsamt bezahlt, bis ich dort eine feste Stelle bekomme. Ich wohne noch zu Hause mit meinem Vater, meinem jüngeren Bruder und mit der Freundin meines Vaters, die vor ein paar Monaten bei uns eingezogen ist.
    Das Haus ist jetzt natürlich sauber und aufgeräumt. Damit haben wir direkt nach dem Auszug meiner Mutter angefangen. Den meisten Haushalt macht mein Vater oder seine Freundin. Manchmal helfe ich auch ein wenig mit. Einkaufen gehe ich auch immer ganz gerne, seit ich meinen Führerschein habe.

    Natürlich hat sie mich nicht immer so behandelt, wie eine Mutter es tun sollte.. Aber man hat nur einmal diese eine Mutter im Leben. Und falls irgendwann mal der Moment kommen sollte, wo es ihr nicht gut geht oder ich denk sogar schon darüber nach, wie es für mich wäre, wenn sie evtl. mal bei einem Unfall ums Leben kommt oder ähnliches.. Ich weiß nicht, ob ich das überhaupt verkraften könnte, ohne mir selbst irgendwie die Schuld dafür zu geben bzw. mir Vorwürfe zu machen.. Es ist echt so ein Hin und Her bei dem Thema... :(
     
  5. StillesMaedchen

    StillesMaedchen New Member



    Dieses Überlegen zerbricht mir aber auch irgendwann mal den Kopf. Ich weiß nicht, ob ein Gespräch mit ihr so gut wäre. Ich würde wahrscheinlich auch kein Wort rausbekommen, 1. weil ich sie nun ewig nicht mehr gesehen habe und sie mir damit sozusagen "fremd" geworden ist und 2. weil ich Angst habe, über ernste Themen (meine Gefühle) zu SPRECHEN..(n)
    Selbst mit meinen engsten Vertrauten tu ich das nicht, weil mir dabei direkt immer die Tränen kommen, bevor ich auch nur ein Wort rausbekomme. Genauso war es auch beim Kontakt-Wiederaufbau meiner Großeltern. Damals war ich ziemlich offen bei denen und nun bin ich total ängstlich, weil ich sie einfach so lange nicht mehr gesehen habe. Ich kann über meine Gefühle nur schreiben..
     
  6. Clara Clayton

    Clara Clayton Well-Known Member

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    Hallo liebe Laura,

    da hast du ja schon selber eine richtig gute Idee, wie du mit deiner Mutter in Kontakt treten könntest. Du kannst ihr schreiben.

    Wenn du deine Gefühle schriftlich darlegen kannst, beispielsweise in einem Brief, dann wäre das nicht nur gut für deine Mutter, um deine Situation besser zu verstehen, sondern auch für dich wäre das Schreiben sicherlich positiv.

    Du kannst es ja einmal, nur für dich selbst, versuchen.

    Lass dir Zeit und setze dich nicht selber unter Druck. Und vor allen Dingen: Lass dich weder von deiner Mutter, noch von deinen Großeltern, unter Druck setzen.

    Ich schicke dir eine Umarmung.

    Alles Liebe
    Clara
     
  7. martin040

    martin040 Well-Known Member

    LiebesMädchen

    Die Idee eines Briefes halte ich für besonders gut.
    Ein Gespräch finde ich in diesem Fall erst an zweiter Stelle als vorteilhaft.
    Der Grund dafür ist, dass sich der Verlauf eines Gesprächs selten/kaum so darstellt
    als man dies zu Beginn wollte.
    Selbst die Terminvereinbarung für ein Gespräch kann sich/muss nicht
    ungewollt als schwierig erweisen. Diesen Nachteil hat ein Brief nicht.

    Anhand der vergangenen Zeit für die Antwort der Mutter und
    der Antwort selbst, hast Du ausreichend Zeit, den nächsten Schritt zu planen.


    Viel Erfolg!!!
    martin040
     
    Zuletzt bearbeitet: 6 Januar 2017
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  8. Hortensie

    Hortensie Well-Known Member

    Hallöchen,
    warum dir immer wieder die Tränen kommen? Weil du traurig bist.
    Bist du in therapeutischer Behandlung? Vielleicht helfen dir ja Gespräche mit einer unabhängigen Person.
    LG Hortensie
     
  9. stillewasser

    stillewasser Well-Known Member

    Liebe StillesMädchen,

    da ich selber Mutter einer 20-Jährigen bin, hat es mich sehr getroffen Deine Zeilen zu lesen .. mich würde es sehr verletzen, wenn meine Tochter ablehnen würde mich sehen zu wollen ... in der Pubertät (13-19) hatten wir ein schweres Verhältnis .. ich dachte dass nie wieder "Ruhe" einkehren würde .. weit gefehlt .. als sie 19 wurde, kam die "Normalität" zurück und wir sind wieder wie gute Freundinnen. Sie kommt gerne nach Hause, sucht das Gespräch und geht wieder gerne mit mir raus .. jahrelang war das nicht möglich .. alles was mit mir zu tun hatte war ihr "peinlich" .. sie wollte nur noch weg .. !! :cautious:
    Was dich betrifft, hätte ich gerne gewusst ob Du weiter gekommen bist .. hast du ihr ein Brief geschrieben oder bist du mit ihr anderswie in Kontakt getreten .. ?!?
    Wenn nicht, würde ich dir gerne einen Vorschlag unterbreiten. Ich würde für ein erstes Treffen, nach so viele Jahre "Pause", ein neutrales Terrain aussuchen, z. Bsp. ein Cafe, und ca. eine halbe Stunde einplanen .. das würde beide Parteien nicht überfordern und gibt, eventuell "Lust auf mehr" (y) .. erweckt wieder längst verdrängte Gefühle, Sehnsüchte und Bedürfnisse, die gestillt werden möchten .. vielleicht gibt es euch die Chance auf ein Neubeginn .. ein Versuch wäre es wert .. ;)

    Vielleicht magst Du dich hier wieder melden und uns ein Update hinterlassen .. mich würde es schon interessieren wie es weiter gelaufen ist und ob es ein "Happy End" gegeben hat .. :oops:

    Das wünsche ich Euch von ganzem Herzen ! :)
     
    Clara Clayton und Spätzin gefällt das.

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