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sinn von behinderung

Dieses Thema im Forum "Allgemeine Lebensfragen" wurde erstellt von Lotusflower, 4 Mai 2004.

  1. Lotusflower

    Lotusflower Member

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    welchen spirituellen sinn hat eurer meinung nach behinderung? weiterentwicklung? karma? das ziel, daß andere an einem lernen? ich habe einen behinderten bruder, der absolut nicht akzeptiert, daß er behindert ist...es ist sehr schwierig mit ihm. er sieht einfach nicht ein, daß eroft besondere unterstützung braucht und setzt sich größenwahnsinnige ziele, die ihn immer wieder deprimieren....was denkt ihr darüber? wie kann man ihm helfen? ihm zu sagen, er soll sich akzeptieren hat nicht viel sinn....

    lg lotusflower
     
  2. Alexis

    Alexis Member

    nun ja, ich denke, es ist erst mal sehr schwer für einen selbst zu akzeptieren, dass man eine Behinderung hat (ausser man hat sie schon von Geburt an). Man ist plötzlich abhänig von anderen. Man empfindet es sicher erst mal als Schwäche solange man es nicht akzeptiert hat. Kaum einer ist gerne schwach und abhängig.
    Hm... was uns eine Behinderung lehren will... also ich denke nicht, dass es eine Strafe für etwas ist. Eher eine Aufgabe die man bewältigen muss. Wenn wir lernen über körperliche "Makel" hinwegzusehen, bringt uns das vielleicht ein wenig weiter in unserer Entwicklung.


    Gruß

    Alexis
     
  3. Diana

    Diana Well-Known Member

    Der Sinn . . . .trotz Behinderung, einem vermeintlichen Makel seine Vollkommenheit IN sich zu spüren . . . . sich nicht am äußerlichen orientieren - an einer vermeintlichen Fehlbildung . . .

    Akzeptanz der Nicht-Akzeptanz- akzeptieren wir jemand der sich nicht akzeptiert, in seinem Sich -selbst- nicht-akzeptieren,
    kann sich`s verändern ;-)

    Liebe Grüße von Diana
     
  4. Rawir

    Rawir Active Member

    Erstmal im Groben:
    Ich gehe davon aus, daß es so etwas wie Reinkarnation gibt. Aufgrund des "Vorlebens" gibt es bestimmte Bereiche oder Punkte der Existenz zu be-greifen, zu er-lernen. Bislang haben alle Inkarnation an einem bestimmten Punkt nicht weitergeholfen, also versucht es - so will ich einmal ausdrücken - die Seele des Menschen, eine Voraussetzung zu schaffen, womit er das bestimmte Thema, an dem er nicht weiterkommt, doch endlich "be-greift". Also sind alle unsere Anlagen - ob diese nun Musikalität oder Behinderung heißen - von Vornherein etwas Sinnvolles. Man könnte sagen, daß das Unterbewusstsein - die Seele - sich genau diese Behinderung ausgesucht hat, um daran einen bestimmten Aspekt von Existenz zu erlernen.

    Nu zu deinem Bruder:
    Du schilderst ja selbst schon, was er für ein Problem hat: Er kann es nicht ab, daß er auf Hilfe Anderer angewiesen ist. Es ist recht wahrscheinlich, daß er diesen Themenkomplex (Macht und Ohnmacht) auch bisher nicht lösen konnte. Wahrscheinlich hat seine Seele mal Alles zu diesem Thema durchgespielt und war in früheren Situationen mal ein Machthaber, mal ein Sklave, mal ein Bürohengst u.s.w. All das hat ihm aber nicht geholfen, eine bestimmte Wahrheit "herauszufinden", nämlich, daß es Situationen gibt, wo er einfach mal nicht die Macht hat, sich selbst zu bestimmen. Seine "Aufgabe" heißt (so vermute ich mal) "Lerne, daß es unwichtig ist, sich selbst zu bestimmen".

    Ist für ihn zwar doof, ist aber so. Es geht dabei natürlich um Akzeptanz, aber er muss auch lernen warum er akzeptieren muss. Der Schlüssel dazu ist, daß er lernen muss, sich selbst hintan anzustellen und Andere - z.B. ähnlich Behinderten - zu helfen. Seine Behinderung ist eine hervorragende Gabe, Leuten, die mit ähnlichen oder noch schlimmeren Behinderungen leben, Beistand zu geben. Er weiß sehr genau, wie verd... mies man sich als Krüppel fühlt. Und er kann Andere aufbauen. Er kann von sich selbst wegschauen lernen und Anderen Lebensfreude geben...

    ... wenn er denn dazu bereit ist, diese Lektion zu erlernen. Wenn er nur auf sich selbst schaut, wird er sich - respektive seine Behinderung - nie akzeptieren. Für ihn gibt es Etwas zu lernen, nämlich, daß der Blick auf sich selbst eigentlich voll am Ziel seiner Existenz vorbeigeht.
     
  5. Lotusflower

    Lotusflower Member

    tja das klingt logisch

    tja vielleicht kann ich ihn ja mal dazu ermuntern anderen zu helfen....er ist seit geburt an behindert, aber alles kam erst mit dem schulreifetest auf,und nun ist er 18 und will studieren....leider ist er derzeit in einer 3jährigen schule, und schon hier hat er massive probleme...er will einfach normal behnadelt werden....
     
  6. jake

    jake Well-Known Member

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    hallo lotusflower!
    selbstverständlich will er das. wenn du dir vorstellen kannst, selbst behindert zu sein... möchtest du dann auf die tatsache auch noch ständig hingewiesen werden?

    es gibt den satz: es hat immer der das problem, der das problem hat. und hier ist es ganz offensichtlich nicht so sehr das problem deines bruders, sondern das problem, das du mit ihm hast. und DARAN kannst du eine ganze menge ändern ... wenn du versuchst, deinen bruder so hinzubiegen, dass er in dein konzept passt, wie sich ein behinderter zu verhalten hat (brav? angepasst? einsichtig?), tust du das gleiche wie er: du scheiterst permanent an einem unterfangen, das nicht gelingen kann. siehst du den spiegel?

    und was den sinn betrifft: es hat einen. er muss ja nicht für dich erkenntlich sein... die welt wäre armselig, wenn sie nur das wäre, was sich diesseits unserer horizonte abspielt. lao tse schreibt im tao te king:

    der sinn, den man ersinnen kann,
    ist nicht der ewige sinn.
    der name, den man nennen kann,
    ist nicht der ewige name.

    alles liebe, jake
     
  7. heike

    heike Member

    Guten Abend
    Deinem Bruder wird nichts anderes übrig bleiben, als seine Behinerung zu akzeptieren das hat nichts mit Diskriminierung zu tun. Nur durch seine liebevolle Selbstannahme kann er sich sein Leben erleichtern. Das ist schwierig ich weiss und deshalb wünsche ich dir und deiner Familie viel Kraft und alles Liebe.
    Liebe Grüße
    Heike
     
  8. Lotusflower

    Lotusflower Member

    so einfach ist as nicht!

    @jake...es mag zwar eine menge wahrheit in deiner antwort stecken, aber sooo einfach ist das leider nicht!natürlich hab ich ein problem damit, aber aus gutem grund: meine eltern sind verzweifelt und können nicht mehr. er macht die handelsschule und ist auch in therapeutischer behandlung(mit wenig erfolg), damit er lernt sich zu akzeptieren, ABER: er plagt sich in der handelsschule, muß dieses jahr voraussichtlich wiederholen, da er in 3 gegenständen hängt und er: will nicht wiederholen (auch keine nachprüfung machen und er will auch keinen job suchen) , er will RICHTER werden !!!! und redet sich ein, daß die matura,das jus-studium und das richter-werden kein problem für ihn wäre!obwohl er schon in der handelsschule massive probleme hat.außerdem wirft er meinen eltern vor, daß er zu volks- und hauptschulzeiten in integrationsklassen war, weil "er das doch nicht gebraucht hätte" (ansonsten wäre er in die sonderschule gekommen).er sieht nicht daß diese schule seine chance ist und er danach jederzeit versuchen kann, die matura nachzumachen. diese schule mit internat ist ziemlich teuer und in eiiner anderen stadt, der staat übernimmt die kosten, da sich das meine eltern nicht leisteen könnten. wenn er sie aufgibt, ist die chance weg.natürlich muß man behinderte weitgehend "normal" behandeln, aber ihm beizupflichten fände ich in diesem fall ziemlich krank. ihm einzutrichtern, daß er nie und nimmer zusätzliche unterstützung gebraucht hat/hätte wäre ein massiver fehler!soooo einfach, daß es lediglich mein problemist, das ich damit hab ist es nicht. außerdem sind meine eltern psychisch auch nicht mehr so stabil und er sagt, wenn sie ihn zum wiederholen zwingen, bringt er sich um...er ist 18 und sooo unvernünftig....ich hab die hoffnung langsam aufgegeben, daß er bis schulschluß zur vernunf kommt. er hat viele behinderte freunde. keiner hat so ein großes problem wie er damit. vermutlich liegt das problem darin, daß er einerseits relativ intelligent ist (sprachlich und kommunikativ weit überdurchschnitt, handlungsbezogen leider extrem darunter) das heißt also hohe anforderungen an sich stellt und trotzdem ca 80% der dinge die jeder "normale" machen kann nicht machen kann (führerschein,radfahren im öffentlichen verkehr, allein wohnen)....oft sagt er es wäre besser, er wäre so stark behindert, daß er vieles nicht hiinterfragen würde....
     
  9. jake

    jake Well-Known Member

    liebe lotusflower!

    tut mir leid, wenn du meine antwort als moralpredigt gelesen haben solltest... gemeint war sie eher als impuls, sich den problemen auch mal von einer anderen seite zu nähern. dein statement war zuerst ja sehr allgemein, und so konnte ich auch nur allgemein etwas dazu zu sagen.

    nun, wo es konkreter ist, kann ich noch weniger dazu sagen. mir ist die art der "behinderung" fremd - wobei ja viele, gerade aus behindertenorganisationen, das wort "behinderung" nicht sehr mögen und gerne spezifischer ausgedrückt haben, was bei einem menschen konkret das besondere ist.

    ich halte daran fest, dass es - gerade bei der überdurchschnittlichen intelligenz deines bruders - keine lösung ist, er möge doch endlich einsehen, dass er behindert ist. was er lernen wird müssen - wie wir alle - wäre, dass er grenzen hat. dass wir alle mit unseren spielräumen eingeengt sind... ich, du, er, wir. und damit haben pubertäre jeglichen alters immer probleme und lehnen sich dagegen auf.

    damit will ich aber keinesfalls das besondere deines bruders zu einem allgemeinen wischiwaschi einebnen - vor allem achte ich dein leiden und das deiner eltern. was tut ihr denn für euch, außer euer wohlergehen davon abhängig zu machen, dass euer bruder/sohn endlich zur einsicht gelangen möge? es gibt doch z.b. selbsthilfegruppen für bezugspersonen von behinderten, es gibt zahlreiche angebote an therapeutischen und coaching-verfahren, die gerade dann, wenn die stabilität der bezugspersonen ins trudeln gerät, hilfreich beistehen können... aber vielleicht habt ihr das alles ja eh schon längst in anspruch genommen!? auf jeden fall: was immer ihr für euch tut, wird eurem bruder viel mehr helfen, als wenn ihr euch für ihn "aufopfert". das führt zu einer verhängnisvollen dynamik.

    der große freundeskreis deines bruders ... find ich super, und wenn du sagst, dass die alle nicht diese probleme überzogener karriereerwartungen haben, dann denke ich spontan, dass gerade das eine große chance sein könnte: ladet doch mal seine freundesrunde zu einer themenparty ein und lasst sie miteinander über ausbildungs- und berufsperspektiven plaudern ... peer groups von gleichaltrigen sind bei pubertären doch immer elementar wichtig!

    wie gesagt, ich tu mir leicht mit meinen tipps, ohne die konkrete situation zu kennen - ich wünsch euch von herzen alles gute!

    alles liebe, jake
     
  10. roli

    roli Well-Known Member

    Liebe Lotusflower
    Könnte es nicht auch sein, dass ihr viel Kraft und Zeit investiert, ihm Eure Meinung im Sinne das ist gut, das weniger für ihn aufzudrängen? Ich denke je mehr ihr Eure Meinung in Ihn versucht hineinzustopfen, umso mehr wehrt er sich. Es wäre schön wenn ihr ihn seine Visionen machen leben lasst. Vielleicht scheitert er, aber das wäre ja gerade die Einsicht die ihr ihm schon jetzt vermitteln möchtet. Aber nicht war, einem kleinen Kind kann sagt man immer "achtung die Platte ist heiss, nicht berühren" es nützt nichts, die Erfahrung erst bestätigt das Gesagte. Ich kenne die Situation nicht, umsomehr als auch viele verschiedene Parteien in die Situation verwickelt sind. Vielleicht aber schaust Du einmal die andere Seite der Medaille an. Auch ein behinderter Mensch muss seinen Weg gehen. Klar der Widerstand und die Umstände sind höher evtl. auch härter, aber ich kenne einige behinderte Menschen, die ihren Weg gemacht haben, wenn auch nur langsamer, aber auch sie wachsen daran.
    So ich hoffe, dass ich einen Anstoss geben konnte einmal die andere Seite auch zu berücksichtigen. Es soll keine Belehrung sein, nur ein Anstoss darüber, dass beide Seiten wohl einen Schritt zurück machen müssen, um das Problem zu lösen.
    Gruss Roland
    N.B. Ich habe ca 5 Jahre mit behinderten Menschen meine Erfahrungen machen dürfen, und diese Zeit wahr sehr lehrreich. Habe auch viel Leid, aber auch wundervolle Persönlichkeiten sog. Behinderter kennengelernt.
     
  11. Ein Teil dessen

    Ein Teil dessen New Member

    Was wir lernen müßen ist, dass wir grenzenlos sind !
     

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