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Tragödie Lebensbilanz

Dieses Thema im Forum "Lebenskrisen" wurde erstellt von ladyinblack, 9 April 2012.

  1. Reinfriede

    Reinfriede Well-Known Member

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    Liebe Abendsonne!

    Hier tritt niemand hin. Und am Boden liegend kommt mir LadyinBlack auch inzwischen überhaupt nicht vor, sondern eher trotzig, weil es im Moment nicht so geht, wie sie sich das wünscht.


    Und? Bringt das LadyinBlack einen Job?
    Hinsetzen und mitjammern, klasse.

    Mir scheint, Du liest nicht viel von dem, was hier geschrieben wurde. Oder nur durch einen undurchdringbaren Filter.

    Nochmal: Der einzige Mensch, der an LadyinBlacks Leben etwas ändern kann, ist sie selbst. Es ist IHRE Verantwortung, ob sie sich aufrafft oder nicht. Oder glaubst Du, irgendein "Schicksal" ist daran schuld, wenn sie es nicht tut?

    Es würde mich wundern, wenn LadyinBlack diesen Vorschlag so, wie sie im Moment drauf ist, in Betracht ziehen würde.

    @LadyinBlack: Bekommst Du ALG? Kannst Du irgendwo um finanzielle Unterstützung ansuchen? Welche Möglichkeiten hast Du da (ich weiss nicht, ob Du in Deutschland oder Österreich wohnst)?

    Liebe Grüße
    Reinfriede
     
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  2. Clara Clayton

    Clara Clayton Well-Known Member

    Hi Reinfriede,

    da ladyinblack etwas von "hinterm Düsseldorfer Hauptbahnhof stehen"schrieb, denke ich, daß sie dort in der Gegend wohnt.

    Da sieht auch von ziemlichen Schulden schreibt, denke ich nicht, daß sie irgendwelche Hilfen zu erwarten hat.

    Was ich noch zur Pharmareferentin sagen wollte: dieser Job ist ein sehr, sehr schwerer. Klinkenputzen bei Ärzten ist in Zeiten des allseits präsenten Internets kaum zu machen. Außerdem kostet die Ausbildung etwas, wenn ich richtig informiert bin.

    Ich kann gut verstehen, wenn jemand sagt, "das ist nix für mich."

    Ich kann mir vorstellen, daß du so ziemlich am Ende bist, liebe ladyinblack. Deshalb will ich dir auch keine Vorschläge machen wie´s dir besser gehen kann usw., denn du mußt ganz allein selber herausfinden wie - und ob - das überhaupt geht.

    Ich wünsche dir jedenfalls, daß du für dich einen Weg findest - und daß es ein guter(und nicht der letzte)sein wird.
     
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  3. Reinfriede

    Reinfriede Well-Known Member

    Liebe Clara!

    Ich kann ja nur nach österreichischen Verhältnissen urteilen, ALG bekommt man hier mit 50+ für ein Jahr, danach kann man die Mindestsicherung beantragen, d.h. man bekommt auch Mietzuschuss und z.B. einen Pass für das Einkaufen in den Sozialmärkten.

    Für Schulden gibt es die Schuldnerberatung, mit der man zumindest einen Plan ausarbeiten kann, wie man langfristig gesehen aus der Misere wieder herauskommt. Es gibt IMMER irgendeinen Weg, nur muss man ihn auch gehen wollen.

    Weisst Du ich glaube einfach, dass es viele Menschen gibt, die durch diese Hölle gehen und das sicher nicht freiwillig. Aber aufzugeben und sich aus Trotz umbringen zu wollen, das finde ich geradezu pervertiert.

    Fast jeder Mensch landet in seinem Leben mal ganz unten, egal ob man das nun finanziell, gesundheitlich oder emotional sieht.

    LadyinBlack, ich bin auch 50+ und mein Job ist bald zu Ende, weil die Firma zusperrt.

    Mir kann es genauso passieren, dass alles den Bach runtergeht und ich keinen Job mehr finde. Aber ich würde nie auf den Gedanken kommen, mich deshalb umzubringen. Nicht aus finanziellen Gründen.

    Und wenn ich, wie Abendsonne es vorgeschlagen hatte, putzen gehe um zu überleben. Und in Sozialmärkte gehe, um mein Essen zu finanzieren. Irgendwann geht es wieder bergauf, aber nur dann, wenn ich nicht aufgebe.

    Und wenn ich hier in dem Thread etwas ruppig rüberkomme, dann bitte entschuldigt. Er rüttelt emotional im Moment sehr was auf. Bei mir gibts privat Sorgen, meine Ma ist vor einigen Wochen mit einer relativ aggressiven Tumordiagnose notfallmäßig in die Klinik eingeliefert worden. Und sie kämpft, obwohl das Leben, sollte sie den Kampf gewinnen, NICHT mit Luxus verbunden sein wird, weil es das auch nie für sie war.

    Sie hat ihr Leben lang geschuftet, die Kids großgezogen und sich nie was gegönnt. Sie war, damit wir genug zu essen hatten, sich nicht zu gut, putzen zu gehen, um das Familieneinkommen aufzubessern.

    Ich kann es nicht verstehen - da kämpft ein Mensch ums Überleben, der Leben darüber definiert, dass er noch ein paar Jahre (ich wünsch ihr noch Jahrzehnte) einfach nur existieren darf, ohne etwas zu fordern, einfach nur leben dürfen. Obwohl das Alter schon einige Unpässlichkeiten bringt und man nicht mehr jung, schön und kräftig ist. Das nimmt sie alles in Kauf, Hauptsache, sie kann leben. Und auf der anderen Seite will ein anderer Mensch sein Leben einfach so wegwerfen, weil ihm das Leben nicht die finanziellen Möglichkeiten bietet, die er fordert.

    Das kommt mir vor wie der blanke Hohn. Irgendwie ist alles paradox und verdreht, wenn ich mir diesen Thread durchlese.

    Ritter Omlett hatte es in seinem Posting schon schön auf den Punkt gebracht, er hat mir aus der Seele gesprochen, ganz besonders jetzt.

    Liebe Grüße
    Reinfriede
     
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  4. ladyinblack

    ladyinblack Member

    @reinfriede

    das hört sich bei dir so an, jeder soll zufrieden sein, egal in welchem zustand er sich befindet!?

    dann ist es auch so, das es mir nicht erst seit gestern schlecht geht! mir geht es auch deshalb schlecht, weil ich faule kompromisse eingangen bin in sachen jobs, also notlösungen. man nennt es auch badjobs! wenn nur geldverdienen glücklich machen würde, dann bliebe ich im versicherungsaussendienst und würde fleissig menschen über den leisten ziehen.
    auch finde ich den vergleich mit problemen die afrika hat oder einem krebskranken weder fair noch angemessen! es tut mir sicher leid aber
    dennoch kann es für mich nicht bedeuten, ein unerträgliche situation auf ewig auszuhalten. und ich bin nicht die einzige, die deswegen mit dem
    leben hardert, obwohl sie keinen krebs hat.
    falsch verstanden ist auch, sich das leben nehmen wegen der finanzen. nein, das steht nirgendwo, es steht dort, die situation will ich nicht leben.
    ich will ein leben nicht mehr weiterleben, was stress macht, was mich unterfordert, was mich eingrenzt und auf das reduziert, was für mich eventuell nur übrig bleibt. und das macht krank und nicht nur mich. denn es gibt wünsche der selbstverwirklichungen und die findet draussen statt, das nest ist das zuhause.
    um das noch mal klar zu stellen, es geht bei mir nicht um luxus! ich habe im jahr 2009 als betriebsergebnis 17 200 € gehabt, es gingen noch kosten runter und krankenversicherung ect. ergebnis 12 200 € durfte dann noch 800 € steuern zahlen! rechne dir aus was für mich übrig geblieben ist, davon musste ich noch miete und krankenversicherung zahlen. ich hätte von hartz4 dem nichts tun leben können. 2007 u.2008 habe ich keine steuern gezahlt, das waren einkünfte, die hätte ich auch fürs nix tun vom staat erhalten. wenn meine einkünfte eventuell noch aus jobs gewesen wären, die mir spass gemacht hätten, dann wäre meine unzufriedenheit vielleicht nicht so groß.
    da ich AU bin und gottlob für diesen fall eine krankentagegeldversicherung habe, beziehe ich es aktuell. und nach abzug aller kosten bleibt auch nicht mehr als 320 € und hiervon bleibt nix übrig um sich was gutes zutun!
    reinfriede, das was du beschreibst, ist für mich einfach nur dasein! das was zum leben dazu gehört ist qualität im denken, im handeln und im tun.
    und meine seit jahren bestehende situation grenzt mich in diesen bereichen ein. man hätte mich auch einsperren können!

    @bachstelze
    versicherungen da habe ich hass drauf!
    den job, den ich geliebt habe, haben mir die damen in der bank kaputt gemacht. und weil hier immer von meinem angeblichen trotz gesprochen wird, die waren trotzig. ich war vertriebscoach für die telefonbrigade. die bank wollte vom reagieren ins agieren! nur die damen nicht. da war protest und trotz, der meiner vernichtung diente.
    bin seit langem nicht mehr fähig bewerbungen zu schreiben, ich kann es nicht beschreiben, es geht einfach nicht.
    das was alles an dreck wegzuräumen ist, ist einfach zuviel. ist auch wie ein reihe dominosteine, eins bringt das andere in bewegung.
    für mich war selbst der heutige morgen mit den mails anstrengend (weils triggert), belastbar bin ich überhaupt nicht.

    @abendsonne
    notjobs habe ich immer getätigt, da hab ich dann eher die saftschubse bevorzugt zur putzfrau! nur die notjobs mache ich bereits schon so lange 5.j
    und das frisst mich auf.
    naja, menschenverachtent würde das sicher nicht laufen, wenn es nach dem motto geht ist der ruf erst ruiniert, dann lebt es sich ganz ungeniert, eher nicht mit "Rechten Dingen" wäre mir aber auch zu anstrengend und mein innerstes würde protestieren.

    vg ladyinblack
     
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  5. Reinfriede

    Reinfriede Well-Known Member

    Liebe LadyinBlack!

    Was willst Du? Du schreibst immer nur über das, was Du NICHT willst.

    Was genau stellst Du Dir vor, dass Du zufrieden bist? Welchen Job möchtest Du, wie möchtest Du leben? Was möchtest Du erreichen?

    Liebe Grüße
    Reinfriede
     
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  6. Clara Clayton

    Clara Clayton Well-Known Member

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    Liebe Reinfriede,

    es tut mir so leid, was derzeit mit deiner Mutter passiert. Das ist schlimm. Vielleicht möchtest du uns in einem neuen Thread etwas darüber erzählen? Vielleicht würde es dir guttun. Überlege es dir.

    Meine Mutter hatte Brustkrebs. Deshalb kann ich dir ganz gut nachempfinden, wie´s dir so gehen muß als Angehörige. Wie sind die Prognosen?

    Ich schicke dir eine feste Umarmung und hoffe das allerbeste für deine Mutter. Sie hat einen schweren Weg vor sich - doch sie hat eine tolle Tochter, wenn ich das mal so sagen darf.

    Liebe ladyinblack,

    sprechen wir doch einmal Klartext: du hast ein besch... Leben. Alle wollen dir was - nur nix Gutes. Du willst dich deshalb umbringen? Was hält dich davon ab?

    Ich kenne aus meiner Therapiezeit einige Menschen, die in einer ähnlichen Situation waren(ehrlich gesagt, Einige waren in schlimmeren Situationen als du). Viele sprachen von Suizid. Manch einer drohte täglich damit sich umzubringen.

    Weißt du wieviele es getan haben? Nicht einer von ihnen!

    Sie machten ihre Familien damit verrückt. Die Menschen, die sie liebten durchlitten die Hölle. Das ganze Umfeld war voller Angst, daß sich dieser geliebte Mensch etwas antun würde.

    Ich weiß, was es bedeutet depressiv zu sein. Ich weiß, wie es ist, morgens aufzustehen mit dem unendlich niederschmetternden Gefühl, daß man vor einem Berg an Problemen steht, die niemals zu bewältigen sein werden. Ich kenne diese Trauer, die einen durch den ganzen Tag begleitet. Die Trauer, daß dein Leben nie mehr froh und hell sein wird. Du willst abends ins Bett gehen und morgens am besten nie mehr wach werden. Du möchtest tot sein, weil du für alle Menschen nur noch eine Belastung bist. Weil sie ohne dich viel besser dran wären. Du würdest gerne weiterleben, doch du hast nicht mehr die Kraft durchzuhalten.

    Wütend war ich in dieser schlimmen Zeit allerdings nie.

    Einmal habe ich es erlebt, daß sich Jemand nach gefühlten 50 Fehlversuchen das Leben genommen hat. Es handelte sich um die Mutter einer Klassenkameradin unserer Tochter.

    Am Tage einer Theateraufführung am Gymnasium warf sie sich vor einen LKW. Sie war sofort tot. In dem Theaterstück spielte ihre Tochter dennoch abends die Hauptrolle. Die Leute waren empört. Gerade war die Mutter verstorben und die Tochter nahm trotzdem an so einer Veranstaltung teil. Schrecklich, wie hartherzig Familienangehörige doch sein können!

    Die Mutter hatte so oft angekündigt sich etwas anzutun - und es auch etliche Male versucht - daß so etwas wie Erleichterung in der Familie stattfand, als diese Zeit der Angst und der Sorge endlich vorbei war. Sie hatten sie viele Jahre lang begleitet in der Krankheit. Sie hatten versucht zu helfen, ihr beizustehen. Sie hatten Therapien mit ihr zusammen gemacht. Es hat nichts genützt, nichts geholfen.

    Reden wir doch nicht immer um den heißen Brei herum. Was bedeutet "Exitkarte" denn schon anderes als Suizid? Willst du dich wirklich umbringen? Schreibst du nur uns hier davon oder auch anderen Leuten?
    Wie gehen diese Menschen damit um? Was sagt beispielsweise dein(deiner Meinung nach unfähiger)Therapeut dazu?
     
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  7. SANDY

    SANDY Well-Known Member

    Puh, da musste ich jetzt einmal tief durchatmen.....

    Mein Sohn konnte mit den Depressionen seiner Lebensgefährtin auch nicht umgehen und wollte sich von ihr trennen, weil er damit heillos überfordert war. Das Ergebnis war ein Selbstmordversuch von ihr neben ihm in ihrer gemeinsamen Wohnung.

    Sie kam ins Krankenhaus auf die geschlossene Psychiatrie, es gab ein Gespräch zwischen ihm und der behandelnden Ärztin. Mein Sohn wollte einen Rat, wie er sich jetzt ihr gegenüber verhalten sollte. Die Ärztin meinte, es hätte keinen Sinn, ihr etwas vorzumachen. Wenn er sich trennen will, dann soll er es auch tun. Sie wäre ja jetzt ohnehin in therapeutischer Behandlung und müsse lernen, sich der Realität zu stellen.

    Nächsten Tag rief die Freundin ihn an und fragte, obs noch eine Chance für sie beide gäbe. Mein Sohn verneinte und eine halbe Stunde später stürzte sie sich von Krankenhausdach in den Tod....

    Es ist mir leider in wochenlangen Gesprächen nicht gelungen, ihm die Schuld, die er sich selbst und die ganze Umgebung samt Familie der Freundin an ihrem Tod gaben, auszureden.
    Er verkroch sich nur mehr in seinen 4 Wänden, betäubte sich mit Alkohol und schlief eines Tages mit der Zigarette im Bett ein.

    5 Wochen nach dem Tod der Freundin war auch er tot....
     
  8. Reinfriede

    Reinfriede Well-Known Member

    Liebe Clara!

    Dankeschön für Deine Worte und die lieben Wünsche!

    Der Grund, warum ich es hier erwähnt hatte war, dass ich mir gedacht habe, ich stoße womöglich mit meinen harschen Reaktionen einige von Euch vor den Kopf - wenn man den Hintergrund weiss, dann lesen sich meine Postings vielleicht ein wenig "abgemildert".

    Aber ich wollte meine Mutter hier nicht weiter zum Thema machen und ich denke, das würde sie auch nicht wollen, bitte seht mir das nach, wenn ich darüber jetzt nicht viel schreibe.

    Es ist für mich halt einfach völlig unverständlich, wie man aus einer Laune heraus sein Leben wegwerfen möchte in Anbetracht wirklicher Probleme.

    @LadyinBlack, Du schreibst, Dein Kummer kam nicht von heute auf morgen und es geht schon lange so. Ich glaube trotzdem, dass es unter den Begriff "Laune" fallen kann.

    Es gibt wenige Menschen, die DEN Job ausüben können, der für sie perfekt ist. Es gibt wenige Menschen, die SO leben können, wie sie es gerne hätten.

    Du bist nicht die Einzige, die in dieser Situation ist. Wenn sich jeder deshalb umbringen würde, gäbe es die halbe Menschheit wahrscheinlich nicht.

    Wichtig glaube ich wäre, zuerst einmal klar zu definieren, was man will und was man erreichen will.

    Wer kein klares Ziel hat, wird es nicht erreichen können.

    Und dann zu schauen, welche Schritte man setzen muss, um dieses Ziel zu erreichen.

    Wie könnte diese "Liste" bei Dir aussehen?

    Liebe Grüße
    Reinfriede
     
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  9. Reinfriede

    Reinfriede Well-Known Member

    Liebe Sandy!

    In Anbetracht Deiner Geschichte kann ich mir vorstellen, wie sehr Dich dieses Thema triggern muss.

    Suizid ist den Angehörigen/Freunden gegenüber unfair und in meinen Augen ein Verbrechen ihnen gegenüber. Denn der, der überbleibt, kämpft mit einer vermeintlichen Schuld, die ihm brutal umgehängt wurde.

    In unserem Bekanntenkreis gab es auch vor kurzem einen Selbstmord, eine Frau brachte sich um, weil ihr Liebhaber sich nach langem Machtkampf für seine Frau entschieden hatte. Sie kündigte den Suizid auch an im Verwandtenkreis, aber sie war nicht davon abzubringen. Sie war völlig besessen von ihrem "Racheplan" an ihm, ER sollte leiden, sein Leben lang. ER sollte schuld sein.

    Ich verstehe das nicht - die schönste Rache wäre doch, glücklicher zu sein - ohne ihn (soferne man unbedingt Rachegedanken hegen möchte).

    @LadyinBlack: Hast Du dabei schon mal an Dein Kind gedacht? Was würdest Du Deinem Kind aufbürden, wenn Du Suizid begehst?

    Liebe Grüße
    Reinfriede
     
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  10. Clara Clayton

    Clara Clayton Well-Known Member

    Liebe Sandy,

    wie furchtbar. Ich will dir keine Worte des Mitleids schreiben, die kennst du sicher alle. Ich schicke dir nur eine stille Umarmung.

    Mich machen die Posts von ladyinblack einfach wütend. Ich bin so empört, über das was sie schreibt, daß ich es gar nicht ausdrücken kann. Deswegen kann ich dich sehr gut verstehen, liebe Reinfriede.

    Deine Postings kommen etwas schroff ´rüber, schreibst du, Reinfriede. Ja, kann sein(obwohl ich das gar nicht so empfunden habe). Doch vielleicht ist ein schroffer Ton genau der richtige Ton, denn diese "Sprache" spricht ladyinblack ja auch stets. Und die Sprache der Wut scheint die Einzige zu sein, die zu ihr in ihr Jammertal des Selbstmitleides durchdringt!
     
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  11. Reinfriede

    Reinfriede Well-Known Member

    Liebe Clara!

    Ich sehe das so, dass LadyinBlack im Moment nur sich selbst sehen kann und befürchte, dass sie nicht offen ist für Argumente.

    Und ich sehe nach doch langer Forenzugehörigkeit hier genauso, dass fast jeder User hier schon irgendwann mal an einem Tiefpunkt angelangt war, der momentan aussichtslos erschien.

    Jeder hier weiss, was tiefste Verzweiflung, Schmerz, Resignation bedeutet, egal ob sich das nun auf kurze Momente bezieht oder jahrelang durchlebt werden musste.

    Aber man kommt da immer wieder heraus, und wenn es nur die Zeit ist, die einem dabei hilft, dass alles zumindest wieder erträglich wird. Es WIRD wieder besser, wenn man nicht aufgibt - manchmal denke ich mir, ein Mensch, der Suizid begeht, war in erster Linie ungeduldig. Hätte er einfach nur gewartet (auch wenn er absolut nichts tut), hätte ihm zumindest sein bester Freund - die Zeit - geholfen.

    Auch die Bekannte von mir, die sich aus Rache umgebracht hatte - hätte sie einfach nur gewartet und diese Wut ausgehalten, wäre sie vielleicht heute oder morgen wieder frisch verliebt gewesen und das Leben wäre für sie wieder schön geworden. Wie oft gibt es Situationen, in denen wir glauben, das wird nie wieder, das kann nie wieder werden - und Jahre später blickt man zurück und sieht, es ist DOCH geworden.

    Liebe Grüße
    Reinfriede
     
  12. SANDY

    SANDY Well-Known Member

    Das hast Du sehr schön geschrieben, liebe Reinfriede!

    Ich kann das wirklich nur bestätigen. Ich bin viele Jahre lang durch die tiefsten Täler des Schmerzes gegangen, meine Lebensbilanz war in meinen Augen auch oft eine einzige Tragödie....ich haderte mit Gott und der Welt, warum immer wieder mir!

    Mein Mann grausam ums Leben gekommen, meine Mum elend gestorben, dann mein Sohn....alles innerhalb von nur 3 Jahren. Ich dachte manchmal, das kann kein Mensch überleben.

    Und doch!
    Ja, es gab Zeiten, wo ich mir täglich morgens nach dem Aufwachen dachte: "Stürzt Du Dich heute vom Kirchturm oder erst morgen".....und dann sagte ich mir jeden Tag wieder: "einen Tag versuchst Du´s noch"....

    Und dann dachte ich mir auch immer wieder, ich könnte das meinen verbliebenen Kindern nicht auch noch antun, mich jetzt so aus dem Staub zu machen. Die kämpften ja auch mit dem Tod ihres Vaters, des Bruders, der Oma....

    Heute bin ich froh, dass ich geblieben bin. Ich kann sagen - auch wenn das viele vielleicht nicht verstehen werden - dass ich noch niemals so glücklich und zufrieden war mit meinem Leben wie jetzt!

    Natürlich gibts noch immer Schmerzen, aber ich weiß heute, was wirklich wichtig ist im Leben. Ich freu mich über jeden Tag, den ich erleben darf, ich seh das Leben heute mit ganz anderen Augen.
    Ich habe sehr vieles aussortiert aus meinem Leben, dazu gehören auch Menschen, die mir heute nicht mehr wichtig sind, weil sich mein Fokus heute einfach auf ganz andere Dinge richtet.
    Vieles scheint mir einfach zu banal, als dass ich dafür noch Zeit verschwenden möchte....das macht mich oft ziemlich allein, aber nicht einsam!

    Materielles ist mir nur mehr so weit wichtig, dass ich genug zum Leben habe. Alles andere ist mir völlig unwichtig geworden. Das macht auch ungeheuer frei!!

    Liebe @Clara, danke Dir für Deine lieben Worte!

    lg
    Sandy
     
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  13. Clara Clayton

    Clara Clayton Well-Known Member

    Ja, das was du da schreibst kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen, Reinfriede.

    Ich war wirklich schon an einem Punkt, an dem ich dachte, 'so weit unten wie jetzt, warst du noch nie.

    Aber dann ergab sich eine Möglichkeit und es ging weiter. Im Nachhinein auf diese so ausweglos erscheinende Situation geblickt, habe ich dann nur über mich den Kopf geschüttelt.

    Damit will ich die mißliche Lage von ladyinblack keinesfalls kleinreden. Ich kann nur für mich selber sprechen.

    Und ich habe für mich erkannt, daß dieses Leben ein Geschenk ist, das mir gegeben wurde. Ich darf es nicht einfach fortwerfen. Es verdient gelebt zu werden.

    Aber ich verstehe, daß Menschen, die unter Depressionen leiden oftmals keinen Ausweg mehr für sich sehen, als den Suizid. Sie sind krank. Sie können nicht anders. Sie wollen schon, doch sie können nicht weiterleben.

    Ich denke da z. B. an den Mann meiner Freundin, der jahrelang depressiv war ohne, daß es jemand merkte - nicht mal er selber. Dabei hatte er keine Probleme(wie z. B. die TE). Es ging ihm finanziel gut. Er hatte einen guten Beruf. Seiner Familie ging es ebenfalls bestens. Oberflächlich betrachtet also alles optimal. Doch unter der Oberfläche brodelte es bei ihm.

    Jetzt geben sich die Hinterbliebenen, besonders seine Frau, die Schuld, daß sie nichts gemerkt hatten. Daß sie den Ernst der Lage nie erkannt hatten.

    Sie wußten, daß es in der Familie mehrere Suizide gegeben hatte, doch mit dem Thema Depression hatte sich nie jemand beschäftigt - auch der Mann meiner Freundin nicht. Wenn er Probleme hatte, pflegte er sie "wegzusaufen". Echte Kerle sind nicht depressiv, sie sind höchstens Alkoholiker. Sie benötigen auch keine Hilfe.

    Da sehe ich auch den Unterschied zu mir. Bevor es bei mir so richtig heftig werden konnte, habe ich mir Hilfe geholt. Diesen Schritt zu gehen, war am Anfang schwer. Doch es hat sich gelohnt. Doch Hilfe muß man auch annehmen können. Das ist nicht einfach.

    Liebe Sandy, ich bewundere dich sehr. Du bist eine wirklich starke Frau. Da ist mal klar!
     
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  14. SANDY

    SANDY Well-Known Member

    Da hast Du recht, liebe Clara,

    wenn jemand schwere Depressionen hat, ist es manchmal wirklich sehr sehr schwierig, zu helfen. Und ich denke, wenn jemand wirklich den Wunsch hat, sein Leben zu beenden, dann sollte man das auch respektieren.
    Niemand sollte nur aus dem Grund hier auf der Welt bleiben, damit es den Anderen besser geht....wenn er es selbst absolut nicht mehr will.

    Ich habs ja anhand der Freundin meines Sohnes auch erlebt. Eine wunderschöne junge Frau, 26 Jahre alt, Krankenschwester mit Leib und Seele....und dennoch konnte sie selbst sich nicht helfen, obwohl sie alle Therapiemöglichkeiten kannte und z.t. auch nutzte...schlimm wirds nur, wenn man den Hinterbliebenen dann eine Schuld aufhalst....sie machen sich ohnehin immer Vorwürfe.....Die sind aber immer unbegründet, aber das ist halt immer leichter gesagt als getan.

    lg
    Sandy
     
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  15. Hortensie

    Hortensie Well-Known Member

    Sandy, ich bin sehr froh, dass du hier bist:)!
     
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