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wenn sich alles ums kind dreht.....

Dieses Thema im Forum "Eltern und Kinder" wurde erstellt von Endzeitkrieger, 6 Februar 2005.

  1. Endzeitkrieger

    Endzeitkrieger New Member

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    Wer übernimmt die Führung?

    Die unglückseligen Folgen, wenn sich alles ums Kind dreht

    von Jean Liedloff

    Es hat den Anschein, daß viele Eltern von Kleinkindern, in ihrem Bemühen, weder nachlässig noch respektlos zu sein, in die scheinbar entgegengesetzte Richtung übertreiben.

    Es dauerte eine Weile, bis mein "zivilisierter" Verstand die Bedeutung dessen, was ich beobachtete, vollständig erfaßte. Ich hatte mehr als zwei Jahre damit verbracht, in den Urwäldern Südamerikas mit Steinzeit-Indianern zu leben. Kleine Jungen reisten mit uns, wenn wir ihre Väter als Führer und Begleitung in Anspruch nahmen, und wir lebten oft Tage oder Wochen in den Dörfern der Yequana-Indianer, wo Kinder den ganzen Tag unbeaufsichtigt von Erwachsenen oder Jugendlichen spielten. Erst nach der vierten Expedition wurde mir schlagartig bewußt, daß ich niemals einen Konflikt zwischen Kindern oder zwischen einem Kind und einem Erwachsenen gesehen hatte. Die Kinder prügelten sich nicht nur nicht untereinander, sie stritten nicht einmal. Sie gehorchten ihren Eltern unverzüglich und freudig und trugen oft Babies mit sich herum während sie spielten oder bei der Arbeit halfen.

    Wo war die "Trotzphase" geblieben? Wo die Wutanfälle, der Kampf, "den eigenen Kopf durchzusetzen", die Selbstsucht, die Zerstörungswut und die Unachtsamkeit gegenüber der eigenen Sicherheit, die bei uns die Regel darstellen? Wo waren das Schimpfen, die Disziplin, das "Grenzensetzen", um ihre Widerspenstigkeit zu bändigen? Wo bloß war das feindselige Verhältnis zwischen Eltern und Kind, das wir als selbstverständlich voraussetzen? Wo waren die Vorwürfe, die Bestrafungen bzw. wo fanden sich überhaupt Zeichen von Nachgiebigkeit?

    Der Weg der Yequana

    Es gibt bei den Yequana einen Spruch gleichbedeutend mit "So sind Jungens eben"; er hat jedoch einen positiven Beiklang, der sich auf ihren freudigen Schwung bezieht, mit dem sie herumrennen, lärmen, im Fluß schwimmen oder Yequana-Badminton spielen (ein Nicht-Wettkampfspiel, in dem alle Spieler versuchen, einen Maiskolben durch Schlagen mit der offenen Hand möglichst lange in der Luft zu halten).

    Ich hörte viel Rufen und Gelächter, wenn die Jungen draußen spielten, sobald sie jedoch die Hütten betraten, senkten sie die Stimme, um die hier herrschende Ruhe nicht zu stören. Sie unterbrachen niemals eine Unterhaltung zwischen Erwachsenen. Tatsächlich sprachen sie kaum einmal in Gesellschaft von Erwachsenen sondern beschränkten sich darauf, zuzuhören und kleine Dienste zu verrichten wie Essen oder Getränke herumzureichen.

    Weit davon entfernt, zu willfährigem Verhalten gezwungen oder erzogen zu sein, sind diese kleinen Engel entspannt und fröhlich. Und sie wachsen zu glücklichen, selbstbewußten und hilfsbereiten Erwachsenen heran.

    Wie machen sie das? Was wissen die Yequana über die menschliche Natur, was wir nicht wissen? Was können wir tun, um friedliche Beziehungen mit unseren Kindern zu erreichen, im Kleinkindalter oder später, wenn sie einen schlechten Start gehabt haben?

    Die "Zivilisierte" Erfahrung

    In meiner Privatpraxis suchen mich Menschen auf, um die schädlichen Auswirkungen von Selbsteinschätzungen zu überwinden, die in ihrer Kindheit geformt wurden1). Viele dieser Menschen sind Eltern und darum bemüht, ihren Nachwuchs nicht derselben Art von Entfremdung auszusetzen, die sie unter dem Einfluß ihrer eigenen in der Regel wohlmeinenden Eltern erlitten haben. Sie möchten wissen, wie sie ihre Kinder glücklich und ohne Leiden aufziehen können.

    Die meisten Eltern folgten meinem Rat und hielten ihre Babies entsprechend dem Yequana-Beispiel in ständigem Körperkontakt, bis diese mit dem Krabbeln begannen2). Einige jedoch mußten überrascht und bestürzt erfahren, daß ihre Kleinkinder "fordernd" und wütend wurden - oft gegenüber dem fürsorglichsten Elternteil. Kein Ausmaß an Hingabe und Aufopferung verbesserte die Einstellung der Kinder. Zunehmende Bemühungen, sie zu besänftigen, erreichten lediglich steigende Frustration sowohl bei den Eltern wie beim Kind. Warum machen die Yequana diese Erfahrung nicht?

    Der entscheidende Unterschied besteht darin, daß sich bei den Yequana nicht alles ums Kind dreht. Sie mögen gelegentlich ihre Babies liebevoll knuddeln, "Kuckuck" spielen oder ihnen etwas vorsingen, die meiste Zeit jedoch richtet die Pflegeperson ihre Aufmerksamkeit auf andere Dinge... nicht das Baby! Auch Kinder, die ein Baby versorgen, betrachten Baby-Pflege als eine Nichtaktivität und widmen ihnen, obwohl sie sie überall herumtragen, nur selten einmal ihre direkte Aufmerksamkeit. Auf diese Weise finden sich Yequana-Babies inmitten der Aktivitäten, an denen sie später einmal teilnehmen werden, während sie die Entwicklungsstadien des Kriechens, Krabbelns, Laufens und Sprechens durchschreiten. Der panoramaartige Blick auf die Erfahrungen, das Verhalten, das Tempo und die Sprache ihres zukünftigen Lebens versorgt sie mit einer reichen Grundlage für ihre sich entwickelnde Mitwirkung.

    Ein Kind, das den ganzen Tag "bespielt", zu dem ständig gesprochen oder das tagtäglich bewundert wird, entbehrt diese Phase des getragenen Beobachters, die es als richtig empfinden würde. Unfähig, seine Bedürfnisse auszusprechen, wird es seine Unzufriedenheit ausagieren. Es versucht, die Aufmerksamkeit der Pflegeperson zu erhalten, jedoch - und hier liegt die Ursache für die verständliche Verwirrung - mit dem Ziel, die Pflegeperson dazu zu veranlassen, seine unbefriedigende Erfahrung zu ändern, d.h. ihren eigenen Tätigkeiten nachzugehen,mit Selbstvertrauen und ohne das Baby scheinbar um Erlaubnis zu fragen Sobald die Situation korrigiert ist, kann das Aufmerksamkeit heischende Verhalten, das wir als dauerhaften Trieb mißverstehen, nachlassen. Das gleiche Prinzip gilt für die auf die Tragephase folgenden Entwicklungsstadien.

    Eine hingebungsvolle Mutter von der Ostküste war am Ende ihrer Kräfte angelangt, als sie mit telephonischen Beratungen bei mir begann. Sie lebte im Krieg mit ihrem geliebten dreijährigen Sohn, der sie oft anrempelte, manchmal nach ihr schlug, sie anschrie, sie solle den Mund halten, neben anderen besorgniserregenden Äußerungen von Ärger und Respektlosigkeit. Sie hatte versucht, mit ihm vernünftig zu reden, ihn gefragt, was sie für ihn tun sollte, ihn bestochen und so lange sie konnte sanft mit ihm gesprochen bevor sie die Geduld verlor und ihn schließlich anbrüllte. Danach wurde sie von Schuldgefühlen geplagt und versuchte, es wieder "gutzumachen" mit Entschuldigungen, Erklärungen, Umarmungen oder Sonderbehandlungen, um ihre Liebe zu beweisen - worauf ihr kostbarer kleiner Junge mit neuen, launischen Forderungen antwortete.

    Manchmal hatte sie aufgehört, ihn zufriedenzustellen und war mit zusammengepreßten Lippen ihren eigenen Aktivitäten nachgegangen, ungeachtet seines Geheuls und seiner Proteste. Wenn sie dies schließlich lange genug aushielt, sodaß er mit seinen Versuchen, sie zu kontrollieren, aufhören konnte und sich beruhigte, hatte er aus seinen herzerweichend schönen Augen zu ihr hinaufgestarrt und gesagt "Ich liebe Dich, Mama", worauf sie, beinahe demütig in ihrer Dankbarkeit für diese momentane Befreiung von dem bleiernen Schuldgefühl in ihrer Brust, schon bald wieder aus seinem marmeladen-bekleckerten Patschhändchen fraß. Er wurde daraufhin rechthaberisch, dann ärgerlich und grob und das ganze herzzerreißende Szenario begann von Neuem, worauf die Verzweiflung meiner Klienten sich noch vertiefte.

    Ich höre viele ähnliche Geschichten von Patienten aus den USA, Kanada, Deutschland und England, weshalb es mir zulässig erscheint zu sagen, daß dieses Problem bei den gebildetsten und wohlmeinendsten Eltern der westlichen Gesellschaften weit verbreitet ist. Sie schlagen sich mit ihren Kindern herum, die scheinbar die Erwachsenen unter Kontrolle halten und all ihren Launen gefügig machen wollen. Um die Sache noch zu verschlimmern, glauben viele Leute, daß dieses Phänomen ein Zeugnis für die weithin gültige Vorstellung ablegt, daß unsere Gattung, als einzige unter allen Kreaturen, von Natur aus unsozial sei und jahrelangen Widerstand ("Disziplin", "Sozialisierung") benötigt, um lebensfähig oder "gut" zu werden. Wie die Yequana, die Balinesen und zahlreiche andere Menschen außerhalb unseres Kulturkreises aufzeigen, ist dies jedoch eine völlig irrige Vorstellung. Auf die Konditionierungen ihrer Kultur reagieren die Mitglieder aller Gesellschaften in gleicher Weise.

    Der Weg zur Harmonie

    Was verursacht dann dieses Unglück? Wo haben wir unsere menschliche Natur mißverstanden? Und was können wir tun, um uns der Harmonie anzunähern, die die Yequana mit ihren Kindern genießen?

    Es hat den Anschein, daß viele Eltern von Kleinkindern, in ihrem Bemühen, weder nachlässig noch respektlos zu sein, in die scheinbar entgegengesetzte Richtung übertreiben. Wie selbstlose Märtyrer haben sie in der Phase des Getragenwerdens ihre Kinder in den Mittelpunkt gestellt, anstatt sich mit Erwachsenen-Aktivitäten zu befassen, die ihre Kinder beobachten, verfolgen, imitieren und bei denen sie assistieren können, wie es ihrer Natur entspricht. Mit anderen Worten, weil ein Kleinkind lernen will, was seine Leute tun, erwartet es, seine Aufmerksamkeit auf einen Erwachsenen richten zu können, der sich um seine eigenen Angelegenheiten kümmert. Ein Erwachsener, der seine Aktivitäten unterbricht, um herauszufinden, welche Tätigkeiten das Kind von ihm verlangt, verursacht einen "Erwartungs-Kurzschluß". Er macht auf das Kind den Eindruck, als wüßte er nicht, wie man sich benimmt, als fehlte ihm Selbstvertrauen und, sogar noch alarmierender, als suche er nach Führung bei ihm, einem zwei- bis dreijährigen Kind, das auf den Erwachsenen als ruhige, kompetente und selbstsichere Bezugsperson angewiesen ist.

    Die ziemlich vorhersagbare Reaktion eines Kleinkindes auf elterliche Unsicherheit ist, die Eltern nun nochmehr aus der Balance zu stoßen, sie bis zu dem Punkt zu testen, wo sie sicher stehen und somit seine Besorgnis darüber, wer die Führungrolle innehat, zerstreuen. Das Kind wird wahrscheinlich damit fortfahren, Bilder an die Wand zu malen, nachdem seine Mutter es inständig gebeten hat, davon Abstand zu nehmen, mit entschuldigender Stimme, die ihm zeigt, daß sie nicht glaubt, daß es gehorchen wird. Wenn sie dann schließlich seine Stifte wegnimmt, mit deutlichen Anzeichen ihrer Angst vor seinem Zorn, wird es - so sicher wie es eine soziale Kreatur ist - ihre Erwartungen erfüllen und einen Wutanfall bekommen. Wenn sie seinen Ärger mißversteht und umso intensiver herauszufinden versucht, was das Kind will, bittet, erklärt, es scheinbar verzweifelt besänftigen will, wird das Kind dazu veranlaßt, zusätzliche, noch unverschämtere und inakzeptablere Ansprüche zu stellen. Das Kind muß hiermit fortfahren bis sie schließlich die Führung übernimmt und es spüren kann, daß die Ordnung wiederhergestellt ist. Es mag zwar immer noch keine ruhige, selbstsichere und zuverlässige Autoritätsperson zum Vorbild haben, da seine Mutter sich von dem Punkt, wo sie ihre Geduld verlor, zu dem Punkt hinbewegt, an welchem Schuldgefühle und Zweifel an ihren Fähigkeiten wieder an ihr zu nagen beginnen. Trotzdem wird das Kind eine dürftige Beruhigung darin finden, daß sie, als das "Porzellan schließlich zerschlagen war", es von der Führungsrolle und von seinem panischen Gefühl befreite, daß es irgendwie wissen müßte was seine Mutter zu tun habe.

    Kurz gesagt, wenn ein Kind sich zu dem Versuch genötigt sieht, das Verhalten eines Erwachsenen zu kontrollieren, geschieht dies nicht, weil das Kind Erfolg haben will, sondern weil es die Sicherheit braucht, daß der Erwachsene weiß, was er tut. Überdies kann das Kind der Versuchung nicht widerstehen, solange zu testen, bis der Erwachsene sicher steht und das Kind diese Sicherheit spüren kann. Es würde keinem Kind im Traum einfallen, die Initiative für einen Erwachsenen zu übernehmen, es sei denn, ein derartiges Verhalten wird von ihm erwartet - nicht gewünscht, sondern erwartet! Wenn das Kind spürt, daß es die Kontrolle übernommen hat, wird es zudem verwirrt, bekommt Angst und muß bis zum Äußersten gehen, um den Erwachsenen dazu zu zwingen, die Führung wieder an sich zu nehmen, wie es sich gehört.

    Sobald dies verstanden wird, zerstreut sich die Angst der Eltern vor dem "Dem-Kind-Etwas-Aufzwingen" und sie erkennen, daß es keinen Anlaß für Feindseligkeiten gibt. Indem sie die Führung übernehmen, erfüllen sie die Bedürfnisse ihrer geliebten Kinder anstatt im Widerspruch dazu zu handeln.

    Meine Patientin von der Ostküste brauchte ein bis zwei Wochen, um die ersten Ergebnisse dieses neuen Verhaltens zu sehen. Danach gestalteten uralte Mißverständnisse und die Macht der Gewohnheit die Übergangszeit der Familie auf dem Weg zum harmonischen Zusammenleben etwas holprig. Heute sind sie und ihr Mann, ebenso wie viele meiner anderen, mit ähnlichen Schwierigkeiten belasteten Klienten, durch ihre eigene Erfahrung glücklich davon überzeugt, daß Kinder, weit von der Widerspenstigkeit entfernt, von Natur aus höchst gesellige Wesen sind. Die Erwartung, so zu sein, erlaubt es ihnen, so zu sein. Sowie das Kind die Erwartung der Eltern in sein soziales Verhalten wahrnimmt, wird es diese Erwartung erfüllen; gleichzeitig bestärkt die Erfahrung der Eltern mit dem sozialen Verhalten des Kindes deren Erwartung. So funktioniert es.

    In einem dankbaren Brief schrieb der Mann meiner Patientin über seine Frau, sich selbst und ihren Sohn: "[Wir] sind auf wunderbare Weise zusammengewachsen, haben uns "zusammengelernt und -geliebt". Unsere Beziehungen entwickeln sich weiterhin in eine uneingeschränkt positive und liebevolle Richtung".

    (c) Jean Liedloff, 1991
    Unter dem Originaltitel "Who’s in Control?" erschienen im Mothering Magazine.
    Zum englischen Originaltext "Who's in Control? The Unhappy Consequences of Being Child-Centered" auf der internationalen Liedloff Continuum Network Homepage HIER klicken.
    Übersetzt von: Claudia Freyer

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    Anmerkungen:

    1) Jean Liedloff, "Normal Neurotics like us," Mothering, no. 61 (Herbst 1991): 27-32.

    2) Jean Liedloff, "The Importance of the In-Arms Phase," Mothering, no. 50 (Winter 1989): 16-19

    Jean Liedloff ist Autorin des Buches "Auf der Suche nach dem verlorenen Glück" (Beck’sche Reihe), schreibt für die Sunday Times und ist Mitbegründerin der Zeitschrift The Ecologist. Sie lebt in Sausalito, Kalifornien, und gibt Therapiestunden auf ihrem Hausboot oder über Telephon (001-415-332-1570). Sie bietet auch Vorträge und Seminare zu ihrer Arbeit mit Erwachsenen sowie über nicht-feindlichen Umgang mit Kindern an und schreibt an einem Buch über nichtfeindliche Beziehungen als Grundlage für eine erfolgreiche Gemeinschaft.
     
  2. Ironwhistle

    Ironwhistle Well-Known Member

    Also liebe Eltern...

    ...lasst eure Kinder ruhig ein bisschen im Strassenverkehr spielen - die kommen schon zurecht... ;)

    hmm, im Urwald vielleicht praktizierbar, aber hier?
    Sag du mir wo... ;)
     
  3. N_Calis

    N_Calis Member

    hallo endzeitkrieger...

    ich glaube das es nur bedingt für unsere nicht indianische welt.

    es ich kenne die wert und moralvorstellungen des beschriebenen volkes nicht und weis daher auch nicht einzuschätzen wie sehr sie sich gegenseitig unter druck setzen oder nicht...

    dem text nach zu verstehen scheinen sie glücklich weit davon entfernt zu sein...

    was unsere zivilaisation hier betrifft ist es LEIDER nicht so...

    dies ist meiner meinung nach ein viel größerer stressfakfor als die aufmerksamkeit der kinder "ausgesetzt" sind...

    mir ist in den letzten 12 jahren (seit ich als tagesmutter für kinder im alter von 0-3 jahren, meine kinder sind 14 u.19) arbeite aufgefallen

    das vor allem die eltern sich und dadurch ihre kinder unter imensen druck stellen bzw. diesen aushalten müssen.

    hinzu kommt natürlich die babyolympiade. ob kinder durchschlafen, wann sie zähne kriegen, laufen, sprechen, sauber sind usw...

    irgendwie scheint alles im wettbewerb zu einander zu stehen und vor allem wird gnadenlos be und gewertet.

    es reicht nicht zu sagen "hör auf zu beissen, kratzen, schubsen, wegzunehmen usw." und als begründung "das tut weh" anzugeben...

    es folgt "tut das und das nicht das ist schlecht, böse, nicht gut..."

    gleichzeitig wird verlangt "sei lieb, brav, artig...usw."

    denn dann "hab ich dich lieb, mag ich dich usw."

    oder " wenn du nicht ... hat mami/papi dich nicht lieb..."

    versteh mich bitte nicht falsch, ich propagiere keine gewalt unter kinder!!!

    nur scheint mir verunsichernt und destruktiv so mit werdenden menschen umnzugehen...

    sie bevor sie noch ein "ich entwickelt bzw. ein verständniss von ich" ausserhalb ihrer rigoros vorgebrachten bedürfnisse zu haben...

    sie direkt zu zerteilen...

    es eht ja nicht nur um die kinder oder eltern oder evtl. späteren eltern...

    wir sind alle davon betroffen...

    versuchen auf die eine oder andere art und weise bestimmten "werten" bzw. anforderungen gerecht zu werden und wenn es nicht klappt dann sind wir bestenfalls verunsichert...

    wie soll also das kind bzw. der erwachsene von morgen seine mitte, seinen ruhepunkt finden wenn diese mitte noch bevor sie sich entwickeln kann in gut und böse zerteilt wird???

    im kleinen sehe ich für mich in meinem arbeitsbereich nur die lösung darin sobald diese unbewusst vorhandenen muster und gedankenstrukturen offenbar werden darauf hinzuweisen das kinder mit gut und böse,in dem alter
    auf jedenfall überfordert sind und das durch ebenfalls ein nährboden von unausgeglichenheit geschaffen werden kann...

    liebe, lob, lachen und aufmerksamkeit scheint mir sowieso zu kurz in letzter zeit zu kommen...

    liebe grüße

    nüvit
     

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