1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen
  2. Willkommen im Forum für alle grossen Lebensfragen!
    Registriere Dich kostenlos und diskutiere über die Liebe, das Leben und auch die grossen, schweren Fragen....
    Information ausblenden

Wie lernen??

Dieses Thema im Forum "Allgemeine Lebensfragen" wurde erstellt von Jade, 3 Mai 2004.

  1. Jade

    Jade Active Member

    Werbung:
    Hallo zusammen,

    nun denn... obwohl es total gegen meine Art geht anderen Menschen meine Probleme "aufzudrängen" hoffe ich, dass mein "Über meinen eigenen Schatten" springen mir (und sei es nur es mir von der Seele zu schreiben) für den heutigen Tag behilflich ist.

    Hab gerade einen Beitrag von Seelenflügel gelesen in dem er schreibt, wir sind in eine Situation geboren die wir selbst gewählt haben... Zitat:"Die Idee ist basierend auf den Inkarnationsgedanken, dass wir uns immer genau das aussuchen, was wir zum lernen brauchen."

    Nun... ich bin in eine Familie geboren die "funktionierend" war und immer noch ist... Hatte keine schreckliche Kindheit... eher geborgen und warm.

    Dennoch hab ich ein Leben lang mit etwas zu kämpfen.. und was ich auch tue, die Situationen entstehen immer wieder... wenn auch auf unterschiedliche Art.

    Genauer: Ich fühlte mich in meiner Kindheit behütet... aber nie geachtet. Was ich auch tat... es war nie gut genug. Lob war eher rar... Gefühle zeigen... auch. Wut zeigen? Sicher auch eine Art von Gefühlen.. das ja. Aber herzliche Liebe? Nun wenn meine Eltern dies lesen könnten wären sie bestürzt.

    Was dies einschließt ist natürlich auch die Achtung der Privatsphäre. Intimsphäre. Nichts war heilig. Hatte ich ein Tagebuch... es wurde gelesen. War ich mit Freunden unterwegs.. wurde hinter mir her gefahren und mich heimlich beobachtet. "Alles zum Schutze denn ich könnte ja in die falschen Kreise geraten". Meine Handtaschen... mein Zimmer... nichts war mein. Die Mißachtung wie ich sie empfinde ging hierbei allerdings nur von meiner Mutter aus. Nicht von meinem Vater.

    Nun gut. Man wird erwachsen... Man lernt seine "große Liebe" kennen... sicherlich zu früh mit 16... aber nun denn... man lebt das Leben der Eltern nach.

    Heirat mit 20... das 1. Kind mit 24... und so weiter. Alles nichts besonderes. Nur das Muster.... es ist das gleiche. Nichts war meinem Mann heilig. Meine Handtasche... mein Handy... selbst mein Toilettengang. Alles wurde glesen... geöffnet... raus geholt... durchgewühlt... Du bist auf Toilette? Ach sorry.. ich brauch nicht lang... will mir nur schnell die Zähne putzen.

    Alles so lange, bis ich mich selbst kennen gelernt habe... Plötzlich war da ein Umbruch. Ops.. ich bin ja auch wer! Verdammt, was ich an meiner Mutter so gehasst habe.. was mich so unheimlich verletzt hat... er tut es auch!

    Nun der spirituelle Weg oder auch der Weg zu mir selbst birgt nunmal unumgänglich drastische Veränderungen.

    Trennung (Erkenntnis kurz vor dem Verlust meiner Selbst).. Umbruch im privaten Umfeld (Freunde?? Erst mal alle weg...) Die Eltern?? Verstehen mich weniger denn je... empfinden mich als kalt und hart... oder anders ausgedrückt "geschwollen"..

    Neue Freunde sind gekommen. Wenige... aber besser als Vorher.

    Der Frieden in mir kommt zurück... langsam und mit Rückschlägen... aber ich hab mich wieder!

    Aber verdammt warum erfahre ich weiterin dauernd Mißachtung??

    Das Verhältnis zu meinem Mann ist freundschaftlich. Ich versuche es zu halten wegen der Kinder. Denn sie haben die Trennung dank diesem Umgang sehr gut verkraftet. Mein Mann allerings "liebt" noch. Wird es wohl immer tun denn ohne "uns" ist er "niemand".

    Und ständig erfahre ich MIßachtung! Seit August getrennt geht er weiterhin an alle Schränke im Haus wenn er zu Besuch ist, als ob er hier noch wohnen würde... Ich am Sonntag mit Tochter in die Kirche... anschließend auf nen kurzen Sprung zu meiner Freundin... und er kommt mit dem Auto hinter mir her gefahren und sucht mich!

    Die Schwiegermutter ruft an und möchte dass ich ihr ein paar Sachen hin richte die sie braucht (die sie mir für die Kommunionsfeier geborgt hat). Sie möchte sie holen wenn ich morgens bei der Arbeit bin... weil sie dann in meiner Gegend einkaufen muss. Sicher nicht im Haus... aber auf dem Grundstück! Klar sie haben alle noch nen Schlüssel...

    Ich wohne hier!!! Nicht wir!! Sie werden es nie verinniglichen... dass es auch ein ich gibt... und nicht nur ein wir. Seine Wohnung? Es ist seine... seine Möbel? Es sind seins... Aber meine Wohnung?? Es ist unsere.

    Und dann träume ich einen Traum... ein gläsernes Haus... mein Haus. Wunderschön... sauber... zum wohlfühlen. Und doch sind da dauernd fremde Menschen. Jeder kommt rein... nie bin ich alleine. Ein Fest.. ein Familienfest... keine Ahnung welches. Auch die Gesichter sind mir fremd... aber es ist die Familie. Ein Fremder Mann.. er drängt mich in eine Kammer.. auch aus Glas. Im Hintergrund sehe ich die Gäste. Und er vergeht sich an mir... und ich kann mich nicht wehren. Und danach möchte ich es sagen.. und keiner glaubt mir. Und kurz bevor ich aufwache eine Stimme... sehr laut und klar. Zu klar für einen Traum. Eigentlich meine Stimme... Und doch ist es nicht meine.

    Und sie sagt zu mir nimm den Traum mit wenn Du aufwachst... und sag, dass es immer das gleiche Haus ist von dem Du träumst!! Die Stimme ist so warnend laut, dass ich sie noch höre und es das erste ist das in meinem Kopf auftaucht, als ich erwache. Es ist immer das gleiche Haus...(dazu muss ich anmerken dass ich mich sehr selten an meine Träume erinnern kann)

    Ich weiß dass alles was ich erfahre ein Spiegel meiner Selbst ist... aber wie ändere ich dieses Muster?? Und Heute... nach dem Vorfall gestern... geht es mir schlecht. Ich finde meine Mitte nicht mehr.. ich weine.. (was sonst nicht meine Art ist), ziehe mich zurück und bin nicht ansprechbar. Und frage mich verzweifelt warum ACHTET man mich nicht?? Warum werde ich MIßACHTET?? Es trifft mitten ins Herz... tut unendlich weh. Ich achte und respektiere andere Menschen doch auch!! Egal wie nahe sie mir stehen... ich würde sowas nie tun... nie Grenzen überschreiten.

    Warum kann ich den Vorfall nicht abhaken... Sagen ok... Du hast auf den Putz gehauen... im gesagt was sie Dir antun.. und gut.

    Es raubt mir unendlich Kraft... und Lebensenergie... Freude...

    Wie nur kann ich es jemals in meinem Leben erreichen, dass man meine Grenzen achtet... mich achtet.

    Verzeiht meinen langen Beitrag... Aber ich hoffe das Aufschreiben meiner Gedanken hilft mir wieder Ruhe in mir zu finden.

    Liebe Grüße

    Jade
     
  2. Diana

    Diana Well-Known Member

    Liebe Jade,

    wenn Du dieses Haus vor Deinem geistigen Auge visualisierst, was würdest Du damit am liebsten tun ?

    Was fällt dir dazu ein . . . .welche spontane Ideen kommen Dir da in den Sinn . . . . .

    Welches Haus wünschst DU dir ? Visualisiere es . . . . .

    Natürlich nur, wenn Du magst - ja . . .

    Liebe Grüße von Diana
     
  3. Ereschkigal

    Ereschkigal Well-Known Member

    Liebe Jade,

    seit gestern lese ich ein astrologisches Buch über das 12 Haus. Es geht um Eltern-Kind Bezziehung und was das Kind am meisten prägt. Die Situation in der Schwangerschaft und das erste bis dritte Lebensjahr sind da sehr bedeutend. Aber gerade daran haben wir keine Erinnerung. In dieser Zeit (Schwangerschaft und früheste Kindheit) spüren wir energetisch das verdrängte der Eltern, der Gesellschaft und uns prägt sehr die Stimmung in dieser Zeit. Irgendwann entdeckt ein Kind sein ich und löst sich. Je nachdem wie die Eltern bzw. die Mutter ist, klappt die Ablösung nicht.

    Meist hat es tiefere Gründe, daß die Ablösung nicht in der "normalen" Art funktioniert. Da sind oft Ängste und Trauer verborgen.

    Die Art des Familienlebens die Du beschreibst hört sich nach Symbiose an oder vielleicht noch nach Du bist ein Teil von mir und Du wirst vollkommen vereinnahmt. So fühlt sich das Neugeborene, als Teil ihrer Mutter und so wirst Du heute als Erwachsene zum Teil behandelt.

    Liebe Grüße
    Ereschkigal
     
  4. Seelenfluegel

    Seelenfluegel Well-Known Member

    Liebe Jade,

    Es sprengt fastr den Rahmen des Forums, so tiefgreifend ist Dein Posting. Solche komplexe Angelegenheiten behandle ich eigentlih eher per Email. Aber nu sind wir hier....


    So, wie Du Deine Familienstruktur aussieht, ergibt sich Deine "Uebung" genau aus dieser Konstellation. Anders kannst Du es wahrscheinlich weniger gut lernen. Die Uebung heisst, soweit ich das jetzt herausehe: Grenzen schaffen, Individualitaet, wahre Herzlichkeit. Und das kannst DU wahrscheinlich am Besten, wenn Du in einer Situation bist, die keine Grenzen akzeptiert, und wirkliche Herzlichkeit nicht kennt.

    Alles war da, "funktionierte", aber das Wesentliche, was uns wirklich als Mensch ausmacht, war das Herzliche. Ohne das Herzliche degeneriert unser Sein zum Vegetieren.

    Mit Deiner Ehe, folgst Du, wie Du selbst festgestellt hast, lediglich der Familienstruktur. Du hast selbst gemerkt, dass es sich hierbei um ein Muster handelt. Das ist der erste Schritt. Der zweite Schritt ist das Stoppen dieses Musters, dass Dich in eine "einsame" Ebene katapultiert. Doch Du Du bist nicth einsam, Du hast Dich lediglich aus der alten Ebene entfernt und die Anderen, die bisher mit Dir waren, sind dort geblieben. Du aber, Du gehst weiter. Deinen Weg. Und erfuellst damit Deine dies-lebige Aufgabe. Du schreibst ja selbst: "Nun der spirituelle Weg oder auch der Weg zu mir selbst birgt nunmal unumgänglich drastische Veränderungen".

    Die Menschen der "alten Ebene" empfinden Dich als kalt und hart, merken aber nicht, dass Du ihnen lediglich die Projektionsflaeche ihrer eigenen Kaelte und Haerte bietest. Sie sehen sich selbst und merken es nicht, weil sie mit Herzlichkeit nicht in Resonanz stehen, sonst wuerden sie Deine Herzlichkeit sehen koennen.

    Diese Menschen der "alten Ebene" koennen Deine neuen Grenzen nicht erkennen. Hier bist Du gefordert, ENERGISCH durchzugreifen. SETZTE GRENZEN!!!! Erwarte nicht, dass sie Dich achten, sie koennen es nicht. Wenn Du Deine Grenzen setzt, werden sie es nicht verstehen. Es ist nicht Deine Aufgabe, sie verstehend zu machen und es ist nicht in Deiner Verantwortung, ihre Wahrnehmung zu veraendern. Sie koennen das nur, wenn sie BEREIT dazu sind, und es liegt NICHT an Dir. Wenn Du damit Probleme hast, dann ist dies ein Hinweis auf ein weiteres Programm in Dir. DU MUSST NIEMANDEN ETWAS RECHT MACHEN.

    Was hindert Dich, Grenzen zu setzten?


    Dein Traum wiederspiegelt Deine Familienstruktur, das "glaeserne Haus", das ueberwachtwerden, die Entfremdung, die Du spuerst. Die Vergewaltigung ist seelisch zu sehen. Das ist, was Dir seelisch angetan wird.

    Klar, es raubt Energie und Kraft!!!!





    Liebe Grüße

    Chris
     
  5. jake

    jake Well-Known Member

    liebe jade!

    wir werden nicht nur in eine familie hinein geboren, die aus eltern besteht, die keine geschichte haben. wir werden in ein familiensystem hinein geboren ... oder aus einem familiensystem heraus, je nachdem. und vieles, was unser leben heute ausmacht, liegt in bewegungen der familienseele begründet, die in tieferen atemzügen als nur von einer generation zur nächsten atmet.

    du schreibst von einer geborgenen, warmen kindheit? und dann, gleich danach, das konkrete, die übergriffe... durch deine eltern, später wieder durch die familie, die du "gewählt" hast...

    so wie du berührend schilderst, wie es dir ergeht, können online-tipps zur konkreten situation nur zu kurz greifen. gleichzeitig bist du schon mitten drin, deine situation eh schon systemisch zu betrachten. hast du schon einmal daran gedacht, im rahmen einer familienaufstellung einsichten in dein system zu erlangen, die lösungen möglich machen? es sieht ja so aus, als ob die lösung darin liegen könnte, dich auf gute weise zu lösen...

    alles liebe, jake
     
  6. Jade

    Jade Active Member

    Werbung:
    Hallo Diana!

    Was ich visualisiere wenn ich es vor meinem geistigen Auge sehe? Was ich damit am liebsten tun würde? Nichts Diana... ich würde ihm keinen Riss antun wollen. Ich würde es am liebsten liebevoll mit Abstand betrachten... mich verabschieden.... und ihm den Rücken zukehren. In Scherben würde ich es nicht sehen wollen. Einfach nur umdrehen und fort gehen.. den mein Haus wird es nie sein.

    Was ich mir wünschen würde? Einen Ort an dem "Ich" leben kann. Eine kleine Wohnung... voller warmer Farben. Klein... aber meins alleine. Meine Oase in der ich auftanken kann und meinen Frieden finde.

    Liebe Grüße an Dich... Jade
     
  7. Jade

    Jade Active Member

    Hallo Ereschkigal,

    Du triffst den Punkt genau. Ich wurde stets vereinnahmt. Als ich mich das 1. Mal von meinem Mann trennen machte meine Mutter mir ein schlechtes Gewissen wo sie nur konnte. Was ich meinen Kindern antue... ob ich wolle dass mein Mann sich etwas antue.... und und und. Solche Sätze kennt man ja zur genüge. Meine Frage war damals schon: Und was ist mit mir??? Wo bleibe ich?? Ich bin Dein Kind... und ob ich daran zerbreche ist Dir egal? Nun auch die Ausreden auf solche Fragen kann man sich denken.

    Als ich dann ein Jahr später sagte nun geht es nicht mehr, ich werde ihn verlassen war sie nur geschockt. Vor wenigen Wochen nach einem Streit zwischen uns rief sie mich wieder an... weinte und machte mir Vorwürfe.Und dann kam die für mich unfassbarste Aussage überhaupt...

    Ihr wart meine Familie!!!! Wenn ich zu Euch gekommen bin habe ich mich wohl gefühlt... Diese "meine Famile" zu verlieren war ein großer Schock für mich. Wir waren doch mal eins... warum hast Du Dich soweit von mir entfernt... warum hast Du so einen großen Hass auf ich... Sie wird es niemals verkraften.

    Was soll man dazu sagen... bei Gesprächen die ich versucht hab zu führen wurde mir nur eins klar. Sie versteht nicht einmal ansatzweise was ich ihr erklären möchte... wie ich fühle... wie ich denke. Sie sagt nur wer mich denn so stark beeinflussen würde... sucht den Schuldigen in einer anderen Person. Und ich würde so geschwollen reden.

    Selbst wenn ich wollte ist mir mittlerweile klar, kann ich ihr nicht helfen zu verstehen... mich zu verstehen. Wir sprechen unterschiedliche Sprachen.

    Liebe Grüße Jade
     
  8. Jade

    Jade Active Member

    Hallo Seelenflügel,

    ich weiß dass es umfangreich und sehr viel war was ich in diesen Beitrag rein gepackt habe. Es war nur ein nötiger Teil den ich los werden musste von dem großen ganzen was sicherlich ein jeder Mensch mit sich trägt.. jeder auf seine Weise. Die Kompexibilität meines Schreibens tut mir leid.. aber es war in dem Moment die einzige Möglichkeit für mich meinem Druck etwas Luft zu verschaffen.

    Genau das hatte ich meiner Mutter versucht zu erklären... mit sehr einfachen Worten. Ich erklärte ihr dass meine Verhalten nur eine Reaktion ist auf Ihr Verhalten... mit dem ich sicherlich genauso wenig umgehen kann wie sie mit meinem.

    Ich habe Grenzen gesetzt. Für mein Umfeld drastische und völlig unverständliche. Schlicht und ergreifend habe ich mir einige Dinge einfach verboten. Und Du hast recht... Sie verstehen micht nicht. Aber ich werfe es Ihnen auch nicht vor. Sie können mich nicht verstehen, da sie anders denken als ich.

    Tja... jedem alles Recht machen... mein Leben lang wollte ich das. Und hab es auch getan. Ganze 32 Jahre lang. Die Lektion habe ich schon gelernt, dass ich es nicht allen recht machen kann, denn dann lebe ich nicht mein Leben... dann lebe ich nicht mich sondern andere.

    Den Wunsch es ihnen verständlich zu machen hatte ich lange. Mittlerweile weiß ich, dass er sich nicht erfüllen wird.

    Nur was hat das alles für eine Konsequenz? Sie können mich nicht verstehen da wir auf unterschiedlichen Ebenen denken. Ich lasse mich ständig wieder in ein Muster pressen und lasse es zu lange zu, dass meine Grenzen die ich aufgestellt habe überschritten werden. Soweit ist mir das alles klar. Nur wie kann ich das ändern? Sie werden es immer wieder tun und aus meinem gläsernen Haus werde ich so lange wohl nicht ausziehen. Aber es sind Menschen die ich Liebe... jeden auf seine Weise. Stellt die einzige Lösung für mich den völligen Kontaktabbruch dar?? Ich liebe meine Eltern... trotz allem. Und ich verzeihe Ihnen denn Sie können nicht dazu. Sie denken halt anders. Wie soll ich Menschen die ich liebe so weh tun?


    Meine Kinder Seelenflügel... Was ich ihnen angetan habe trage ich ein Leben lang mit mir. Ich war für jede Entscheidung unseres bisherigen Lebens verantwortlich. Ich war und bin der "Verantwortungsträger". Die Trennung habe ich enenso zu verantworten... denn es war meine alleinige Entscheidung. Ich habe Ihnen die "Heile Welt" der Familie zerstört und natürlich war es ein undenkbar großer Schmerz für Sie, den Vater zu "verlieren. Die Schmerzen in den Augen der Kinder zu sehen sticht wie ein Dolch ins Herz.

    Meinen Kindern bewusst Schmerzen zu bereiten war lange Grund dafür still zu halten und hat mir lange fast den Verstand geraubt.

    Das ist der Grund, weswegen ich ihnen den Kontakt zu ihren Omas und Opas nicht nehmen möchte und auch bedacht bin darauf, das Verhältnis zu meinem Mann entspannt zu halten. Sie haben Geburtstag... Kommunionsfeier... und schon ist das alte Muster wieder da. Es wird in der "alten Familie" gefeiert. Aber was soll ich tun?? Mit ihnen alleine Feiern?? Ich vergewaltige mich selbst dazu der Kinder zuliebe weil ich mir denke: Ich bin erwachsen... ich kann (muss) damit umgehen können.

    Seelisch vergewaltigt? Sicher... Jahrelang dazu gezwungen in einer Situation zu leben, die mich nach und nach kaputt gemacht hat. Und genau als solches empfinde ich es, wenn man mich nicht "achtet"..


    Ich danke Dir Chris, dass Du Dich mit mir so beschäftigt hast. Deine Zeilen werden mir helfen zu verarbeiten... und vielleicht finde ich auch so meine Lösung.

    Liebe Grüße Jade
     
  9. Alex

    Alex Well-Known Member

    Hey Jade,


    wo sind deine Stoppschilder?
    Sagst du Stopp hier ist ein Grenze oder geht der andere einfach darüber weil da kein Stoppschild ist?

    Selbst wenn du jetzt anfängst Stoppschilder aufzubauen muss dein jetztiges Umfeld erst mal lernen, dass da seit heute welche stehen.
    Sie sind es bisher nicht gewohnt, dass da ein Schild steht wo gestern keins stand.
    Manche lernen schnell die meisten jedoch langsamer.

    Warum achtet keiner meine Grenzen?
    Vielleicht lautet die Antwort weil du es selbst nicht tust (Keine Stoppschilder, Keine Begrenzungen).

    Manchmal fällt das Aufstellen von Stoppschildern schwer.
    Besonder wenn man glaubt das man durch Grenzen sich ausschließt,andere verliert und ganz besonders... dadurch nicht geliebt wird.

    Ach, immer wieder diese Glaubenssätze unbewusst verborgen und doch führen sie Verhalten und Tun.

    Bewusstwerdungen und Veränderung, ich kenne sonst nichts was hilft.

    Alles Liebe

    Alex
     
  10. Jade

    Jade Active Member


    Hallo Jake,

    ich denke schon, dass Erfahrungen die meine Eltern als Kinder gemacht haben sie stark geprägt haben und einen großen Teil meines Problems darstellen, da sie diese durch Ihre Erziehung auf mich übertragen haben.

    Gleichzeitig stellt sich für mich die Frage, ob es gleichzeitig meine Probleme sein können?? Weil meine Mutter mit ihrem Leben nicht klar kommt durch sehr schlechte Erfahrungen in ihrer Kindheit kann es doch nicht sein, dass ich mich mit ihren Problemen außeinander setzten muss... dagegen sträube ich mich total. Trotzdem weiß ich dass es so ist.

    Eine Familienaufstellung.... um ehrlich zu sein habe ich schreckliche Angst davor. Seit nunmehr 2 Jahren arbeite ich an meiner Abnabelung von meiner Mutter und es ist mir geglückt gefühlsmäßig Abstand zu bekommen.. mich zu leben und nicht mehr das Leben, welches mir vorgelebt wurde. Zu meiner Schande muss ich zugestehen, dass ich nicht so genau weiß, was mit einer Aufstellung alles ausgelöst wird aber ich denke schmerzhafte Erlebnisse und Probleme die man ja verteilt über Jahre erlebt und längere Zeit hat sie zu verarbeiten kommen bei einer Aufstellung binnen weniger Stunden auf einen Schlag zu Tage.

    Ich glaube nicht dass ich das möchte... den den Abstand den ich mir aufgebaut habe brauche ich unbedingt. Ob ich das verkraften würde bin ich mir nicht sicher und hier im Forum habe ich auch schon Beiträge gelesen, dass es den Menschen nach einer Aufstellung schlechter ging als vorher.

    Vielleicht liege ich mit meiner Ansicht über eine Aufstellung völlig falsch dann bin ich Dir dankbar wenn Du mich aufklärst.

    Liebe Grüße Jade
     
  11. Ereschkigal

    Ereschkigal Well-Known Member

    Liebe Jade,

    an dem was Du oben schreibst, wird ganz klar, daß Deine Mutter durch Dich das Leben geführt hat, daß sie gerne geführt hätte. Aber wenn du jetzt weiter machst endest Du wie sie. Du führst das leben anderer und nicht Dein eigenes.

    Ich glaube Ihr Du und Deine Familie geht von ganz unterschiedlichen grundsätzen innerhalb einer Beziehung aus. Deine Mutter von einer vollkommenen Verschmelzung und du möchtest Dein Leben leben und Dich dann einbringen. Diese symbiotische Beziehung, die Deine Mutter als normal ansieht, ist sehr kindlich. Da ist keine eigene Persönlichkeit und auch Du sollst keine haben. Aber genau das macht Dich kaputt.

    Du hast für Dich und Deine Kinder genau das richtige getan. Wenn Du Dich als Mutter nicht lebst, haben Deine Kinder später Schwierigkeiten sich selbst zu leben. Gerade als Mutter gibt man die Verhaltensweisen sehr oft weiter. Wenn Du Dir in Deinem Leben Glück zugestehst und eine eigene Persönlichkeit, dann haben das Deine Kinder erlebt und Du warst für sie ein Beispiel. Was sie dann daraus machen, ist ihre Verantwortung. Wenn sie ihre Mutter aber nie als eigenstädnige Persönlichkeit kennen gelernt haben, wie sollen sie selbst eine werden. Wie sollen sie lernen Grenzen zu setzen und dies als normal anzusehen, wenn sie es gar nicht kennen? Indem Du Dich veränderst, gibst Du Deinen Kindern eine Chance mit Problemen, die sie haben anders umzugehen. Auch wenn es anfangs schwer ist, können gerade Veränderungen für Kinder auch sehr gut sein. Oft merkt man es erst nach einiger Zeit, wie sehr sie durch die Veränderung gewachsen sind. Mach Dir darüber keine Sorgen.

    Gehe Deinen Weg, mache es Deiner Verwandschaft ein bißchen schwer Dich so zu vereinnahmen und richte Dein Leben so ein, wie es Dir gefällt. Eine gute Beziehung zum Vater und zur Verwandschaft kann auch existieren, wenn die Distanz größer ist. Vielleicht ist es etwas unbequemer, aber die Beziehung zum Vater wird durch eine äußere Distanz nicht gefährdet.

    Liebe Grüße
    Ereschkigal
     
  12. Jade

    Jade Active Member

    Hallo Alex,

    da sind Stoppschilder.... oh ja. Gerade darum kommt meine Familie damit ja nicht klar. Vielleicht sind die Stoppschilder zu undeutlich weil ich zu oft von mir selbst ausgehe. Was für mich selbstverständlich ist, ist es für meine Familie noch lange nicht.

    Leider falle ich nach jeder Aufstellung meiner Grenzen immer wieder in diesen Denkfehler zurück und reagiere zu spät wenn sie sie überschreiten.

    .... und manche lernen es nie. Man geht immer von sich selbst aus... wie ich es ja leider auch sehr oft und immer wieder tue. Sie haben keine Grenzen. Für mich sind Grenzen wie Luft zu Atmen um leben zu können.


    ... oder glaubt es nicht wert zu sein... oder nicht verdient zu haben. Ich weiß, selbst wenn ich die äußeren Grenzen setze aber innerlich nicht glaube es verdient zu haben werde ich es auch nicht erhalten.

    Ich weiß es und arbeite daran in der Hoffnung, diesen Kreis irgendwann durchbrechen zu können..

    Danke Dir Alex und liebe Grüße

    Jade
     
  13. Jade

    Jade Active Member

    Ich habe die Linie bereits durchbrochen. Zum Glück kann ich nicht mehr werden wie Sie. Ich hab weiter gedacht.... vielleicht war ich auch schon immer anders als sie. Ja ich denke das trifft es. :rolleyes:

    Du kannst sie sehr gut einschätzen.... genau so ist sie. Und so bin ich.

    Ich hoffe wirklich sehr, dass Deine Worte eintreffen werden. Genau diese Gedanken haben bei mir bewirkt, dass ich mich getrennt habe und meinen Weg alleine weiter gehe.

    Lange Zeit habe ich nur funktioniert... Und immer gesagt ich gebe mich für die Kinder auf. Bis ich gemerkt habe dass ich eben nur noch funktioniere.. und genau wie Seelenflügel so trefflich gesagt hat "vor mich hin vegetiert" habe. Ich hoffe, dass ich ihnen so mehr mit auf den Weg geben kann.

    Ich stehe wohl noch ganz am Anfang... und doch hatte ich gehofft durch die Trennung mehr mich selbst leben zu können. Nun meine Lektion wird wohl noch eine ganze Zeit weiter gehen... Ich hoffe nicht mein ganzes Leben lang.

    Danke Dir Ereschkigal

    Liebe Grüße Jade
     
  14. esothera

    esothera Member

    lohnendes Ziel

    Hallo Jade,

    ich kenne Deine Situation aus eigener (leidvoller) Erfahrung.

    Es hat Jahre gedauert, ehe meine Familie die Grenzen akzeptiert hat und es bedurfte großer Ausdauer. Ich mußte immer und immer wieder konsequent sein.....
    Es bedurfte auch harter Arbeit an/in mir selbst, um nicht in alte Muster zurückzufallen, kein schlechtes Gewissen zu haben ......
    Die Reise zu mir selbst, auf die ich mich mit dieser Abnabelung gemacht hat war nicht nur einfach aber immer spannend, keinen Augenblick hat es mir leid getan, "mich auf diesen Weg" zu machen.

    Eine Frage in dem Zusammenhang ist interessant: wie ist es mit Deinen Kindern? Setzen Sie Grenzen (im Rahmen ihrer Möglichkeiten)? Hilfst Du Ihnen dabei, dies zu lernen - selbst Grenzen setzen und die anderer Menschen zu akzeptieren (wie gehst Du damit um, wenn Deine Kinder Grenzen setzen ...?)
    [Ich habe selbst ein nunmehr erwachsenes Kind, das in der frühen Kindheit diese Probleme natürlich wahrgenommen hat - und habe nach besten Kräften versucht, ihm zu helfen, ihn stark zu machen, habe es mit ihm "gelebt" und seine Grenzen respektiert)

    Ich hab es ohne Familienaufstellung geschafft.
    Heute ist das Verhältnis zu meiner Mutter zwar nicht überschwenglich, aber auch nicht ganz schlecht.....

    Ich wünsche Dir viel Kraft auf Deinem Weg - es lohnt sich, ihn zu gehen!
    esothera
     
  15. Ereschkigal

    Ereschkigal Well-Known Member

    Liebe Jade,

    ich möchte Dir mal ein bißchen über Familienaufstellungen schreiben. Es ist natürlich so, daß alte Sachen dadurch hochkommen können. Aber bei einer guten Aufstellung geht es darum, daß Du ein inneres Bild davon bekommst, wo ein guter Platz innerhalb Deiner Familie ist. Es wird nicht in der Vergangenheit rumgebohrt, wie bei anderen "Therapien".

    Bis jetzt habe ich das Gefühl, daß Du Dich hauptsächlich gegen etwas wehrst und mit sehr viel Kraft eine andere Richtung versuchst beizubehalten. Es Dich aber sehr leicht in Dein altes zurückzieht.

    So wie ich es erlebt habe, kommt der/die Aufstellende durch eine Aufstellung in seine Kraft. Diese Kraft ist etwas anderes als sich wehren oder krampfhaft die Distanz zur Mutter aufrechtzuerhalten. Verstehst Du was ich meine?

    Ich will Dich hier nicht zu einer Familienaufstellung überreden. Darum geht es mir nicht. Ich habe nur das Gefühl, daß hinter Deinen Einschätzungen ein paar Halbwahrheiten stehen.

    Eine Familienaufstellung ist ein energetischer Entwurf, wo Du einen guten Platz innerhalb Deiner Familie hast. Sie ist sehr lösungsbezogen und pragmatisch, ganz anders als viele "Therapien" die wir kennen. Sie wirkt im Unbewußten innerhalb der ganzen Familie.

    Manchmal ist eine Angst auch ein Hinweis, was die Veränderung bringen kann. Aber Du selbst mußt das ganze entscheiden und dann wäre es so wieso sinnvoll erst Mal als Stellvertreter mitzumachen, um ein weiteres Entscheidungskriterium zu haben.

    Zeiten der Trennung und des Neubeginns sind oft sehr aufregend im positiven wie im negativen Sinne. Man kommt sich vor wie ein aufgescheuchtes Huhn und rennt durch die Gegend. (So habe ich mich oft gefühlt.) Sobald Du eine Möglichkeit kennst, wie Du Dich wieder zentrieren kannst und in Deine Mitte kommen, sind Veränderungen zwar immer noch anstrengend, aber nicht mehr in dem Maße. Deshalb brauchst Du vor dem was kommt, keine Angst haben und wenn die Entwicklung Deiner Persönlichkeit das ganze Leben dauert.

    Ich will noch eine Sache zu Schuld und Verantwortung schreiben. Sich schuldig fühlen, stärkt normalerweise das Alte und hält Dich darin fest. Die Verantwortung die Du für Dich und Deine Taten übernimmst (natürlich auch ich und jeder) ist irgendwie emotionslos. Wenn Du das tust, kannst Du nicht gleichzeitig was anderes machen. Und Du hast auch immer wieder die Möglichkeit eine Kurskorrektur vorzunehmen. Oft schwebt in unseren Köpfen, wenn ich mich so entscheide, dann habe ich mein Leben verbaut ... Der Weg geht einfach anders weiter. Ich kenne es aus meinem Leben (Ich bin auch geschieden und habe schon einige Veränderungen hinter mir) so, daß das was danach kam, immer besser für mich war, als wenn ich in dem Alten geblieben wäre. Ich bereue keine meine Veränderungen, Trennungen, Entscheidungen. Sie haben mich näher zu mir gebracht und wie ICH leben möchte. Der Weg ist nicht immer leicht, aber er lohnt sich.

    Liebe Grüße
    Ereschkigal
     

Diese Seite empfehlen