Das mit dem Glücklich sein oder werden ist nicht so einfach

DerWald

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1 Februar 2004
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Ihr kennt sicher einer dieser Tage. Der Regen klopft ans Fenster, man hat Streit mit den Kollegen, oder mit seinen Partner gehabt, sprich man ist einfach heute nicht so gut drauf. Eines Tages rief meine Freund an, dass er vermutlich an Krebs erkrankt ist, man hat solche Stellen an seinem Lungenröntgenbild festgestellt. Die nächsten Tage waren für ihm und auch für mich voller Sorge, weil ich mit ihm mitzitterte, er ist ein sehr netter Kerl und ich dachte mir, dass hat er sich einfach nicht verdient. Ich besuchte ihm im Spital und spürte seine angstvolle Strahlung. Mein Freund sorgte sich unentwegt, einmal um dies, einmal um das. Er erzählte mir, dass er ganz viele Überstunden macht, um sich besonders viel leisten zu können. Wenn er in Pension ist, hat er viel zur Verfügung. Doch all dies zählte in diesem Moment nicht. Nach einer Woche kam die gute Nachricht. Es ist wohl ein Gewächs da, jedoch gutartig, es wurde auch entfernt. Danach traf ich ihm und er strahlte voller Glück. Ich kann euch sagen dieses Strahlen vergesse ich nie. Ich dachte darüber nach und nahm mir vor ganz bewusst, eine Minute jeden Tages damit zu verbringen, dass ich mir vorstellte, dass ich in seiner Situation bin und mir der Arzt danach die gute Nachricht überbringt. Diese Energie dieser guten Nachricht wollte ich verspüren und es half mir immer zufriedener zu werden, nur der Tatsache wegen, dass ich einfach gesund sei, denn mein Freund weiss nun seine Gesundheit zu schätzen und die anderen Sorgen, die ihm plagten sind ganz klein.
Ich habe zu schätzen gelernt, wie schön es ist diesen Freund zu haben ihm nicht zu verlieren, mit ihm nicht dunkle Wege gehen zu müssen.
Ich sah bei den Behindertenwinterspielen im Fernsehen zu und der Sieger, ich glaube noch er hatte keine Beine sagte: Leute ich bin ein glücklicher Mensch und schon dachte ich mir wieder, er hat keine Beine, doch er weiss trotzdem glückliche Momente zu schätzen. Als ich vor Jahren eine verlorene Liebe nachdraute, drehte ich das kleine Taschenradio in meinem Auto auf (ich kann mir kein Autoradio leisten) und es waren einfach schöne Schlager, die er mir spielte und dass mir viel bedeutete und mich von einem Augenblick zum anderen wieder mutig machte. Mein Auto ein 86-Bj (kann mir nix anderes leisten) ist ein Held für mich und wenn ich das Auto starte und es startet, sag ich mir, okay, wenn diese Rostschüssel startet, dass wird ein guter Tag. Ich habe so meine kleinen Tricks entwickelt, wenn es mal nicht so läuft. Und wenn es mal nicht so läuft, schätze ich die Dinge die ich besonders habe. Das ist meine Gesundheit, meine Freunde, meine Familie, meine Rostschüssel Namens hercules und mein Taschenradio Namens Freddy. Früh morgens drehe ich diesen Radio im Auto auf und sage Freddy spiele mir was für die Seele. Verrückt aber das bin ich. Aber welche Tricks habt ihr auf Lager, wenn es mal nicht so läuft? vielleicht kann ich was lernen, oder wir können gegenseitig aneinander lernen, wie macht ihr das, die Sache mit dem Glücklichsein
 
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Hallo DerWald,

ich glaube, daß Du es schon ganz richtig machst, die kleinen Dinge im Leben machen das Glück aus. Eine schöne Blüte am Wegrand, ein netter Nachbar, der grüßt, der Vogel, der im Baum zwitschert, der Kuß des lieben Partners ...

Wenn ich zu blind bin all das zu sehen und in meinen negativen Gefühlen versinke, ziehe ich oft eine Affirmationskarte. Wenn ich mich ernsthaft eine Weile damit auseinandersetze, komme ich meist raus aus dem Sumpf.

Oder manchmal einfach das Teilen der Belastungen mit einem Geliebten Menschen.

Doch manchmal hänge ich fest in alten Mustern und dann lenke ich mich einfach ab, durch spannende Bücher und warte bis es vorbei ist.

lg
Ereschkigal
 
ich glaube, dass wir oftmals übersehen, gerade in unsrer schnelllebigen und hektischen zeit, wie schön die scheinbar kleinen dinge sind. jeder strebt nach mehr und mehr und übersieht dabei das wesentliche! auch ich nehme mich davon nicht aus, aber manchmal geschieht dann das wunder: ich bin wieder mal unglücklich oder frustriert und sehe das lächeln eines menschen, den ich mag oder liebe, oder ich sehe die sonnenstrahlen und atme die frische frühlingsluft oder ich denke einfach daran, was ich schon alles geschafft habe und plötzlich beginnen auch meine mundwinkel nach oben zu zeigen, ich lächle und denke: bin ich glücklich!

siehst du, so hat jeder von uns ein paar kleine tricks auf lager um die wunderbaren "kleinigkeiten" unseres lebens großartig sein lassen! :blume:
 
ich habe mir das voriges jahr aus dem internet kopiert ...

adresse: http://www.tesg.ch/index2.html


Das Märchen von der traurigen Traurigkeit

Es war eine kleine Frau, die den staubigen Feldweg entlang kam. Sie war wohl schon recht alt, doch ihr Gang war leicht, und ihr Lächeln hatte den frischen Glanz eines unbekümmerten Mädchens.
Bei der zusammengekauerten Gestalt blieb sie stehen und sah hinunter. Sie konnte nicht viel erkennen. Das Wesen, das da im Staub des Weges saß, schien fast körperlos. Es erinnerte an eine graue Flanelldecke mit menschlichen Konturen. Die kleine Frau bückte sich ein wenig und fragte: "Wer bist du?"
Zwei fast leblose Augen blickten müde auf. "Ich? Ich bin die Traurigkeit", flüsterte die Stimme stockend und so leise, daß sie kaum zu hören war.
"Ach, die Traurigkeit!" rief die kleine Frau erfreut aus, als würde sie eine alte Bekannte begrüßen.
"Du kennst mich?" fragte die Traurigkeit mißtrauisch.
"Natürlich kenne ich dich! Immer wieder einmal hast du mich ein Stück des Weges begleitet."
"Ja, aber...", argwöhnte die Traurigkeit, "warum flüchtest du dann nicht vor mir? Hast du denn keine Angst?"
"Warum sollte ich vor dir davonlaufen, meine Liebe? Du weißt doch selbst nur zu gut, daß du jeden Flüchtigen einholst. Aber, was ich dich fragen will: Warum siehst du so mutlos aus?"
"Ich... ich bin traurig", antwortete die graue Gestalt mit brüchiger Stimme.
Die kleine, alte Frau setzte sich zu ihr. "Traurig bist du also", sagte sie und nickte verständnisvoll mit dem Kopf. "Erzähl mir doch, was dich so bedrückt."
Die Traurigkeit seufzte tief. Sollte ihr diesmal wirklich jemand zuhören wollen? Wie oft hatte sie sich das schon gewünscht. "Ach, weißt du", begann sie zögernd und äußerst verwundert, "es ist so, daß mich einfach niemand mag. Es ist nun mal meine Bestimmung, unter den Menschen zu gehen und für eine gewisse Zeit bei ihnen zu verweilen. Aber wenn ich zu ihnen komme, schrecken sie zurück. Sie fürchten sich vor mir und meiden mich wie die Pest."
Die Traurigkeit schluckte schwer. "Sie haben Sätze erfunden, mit denen sie mich bannen wollen. Sie sagen: Papperlapapp, das Leben ist heiter. Und ihr falsches Lachen führt zu Magenkrämpfen und Atemnot. Sie sagen: Gelobt sei, was hart macht. Und dann bekommen sie Herzschmerzen. Sie sagen: Man muß sich nur zusammenreißen. Und sie spüren das Reißen in den Schultern und im Rücken. Sie sagen: Nur Schwächlinge weinen. Und die aufgestauten Tränen sprengen fast ihre Köpfe. Oder aber sie betäuben sich mit Alkohol und Drogen, damit sie mich nicht fühlen müssen."
"Oh ja", bestätigte die alte Frau, "solche Menschen sind mir schon oft
begegnet."
Die Traurigkeit sank noch ein wenig mehr in sich zusammen. "Und dabei will ich den Menschen doch nur helfen. Wenn ich ganz nah bei ihnen bin, können sie sich selbst begegnen. Ich helfe ihnen, ein Nest zu bauen, um ihre Wunden zu pflegen. Wer traurig ist, hat eine besonders dünne Haut.
Manches Leid bricht wieder auf wie eine schlecht verheilte Wunde, und das tut sehr weh. Aber nur, wer die Trauer zuläßt und all die ungeweinten Tränen weint, kann seine Wunden wirklich heilen. Doch die Menschen wollen gar nicht, daß ich ihnen dabei helfe. Statt dessen schminken sie sich ein grelles Lachen über ihre Narben. Oder sie legen sich einen dicken Panzer aus Bitterkeit zu." Die Traurigkeit schwieg.
Ihr Weinen war erst schwach, dann stärker und schließlich ganz verzweifelt.
Die kleine, alte Frau nahm die zusammengesunkene Gestalt tröstend in ihre Arme. Wie weich und sanft sie sich anfühlt, dachte sie und streichelte zärtlich das zitternde Bündel. "Weine nur, Traurigkeit", flüsterte sie liebevoll, "ruh dich aus, damit du wieder Kraft sammeln kannst. Du sollst von nun an nicht mehr alleine wandern. Ich werde dich begleiten, damit die Mutlosigkeit nicht noch mehr an Macht gewinnt."
Die Traurigkeit hörte auf zu weinen. Sie richtete sich auf und betrachtete erstaunt ihre neue Gefährtin: "Aber... aber- wer bist eigentlich du?"
"Ich?" sagte die kleine, alte Frau schmunzelnd, und dann lächelte sie wieder so unbekümmert wie ein kleines Mädchen.
"Ich bin die Hoffnung."
 
das klingt alles....

...so einfach und wunderbar....


...nur sieht eure realtität wirklich immer so aus?


Schildy
 
@schildy

nicht immer, aber es beginnt zu greifen und immer öfter zu wirken ;) - es ist so als ob man in einem moor versinken würde und bei jedem neuen mal schafft man es sich selber immer ein stückchen weiter heraus zu ziehen bis man schließlich mal soweit ist, dass man alleine ganz heraus kommt
 
hallo Schildy

Meine Realität sieht nicht immer wirklich so aus, doch meistens kann ich so leben. Das ich heute glücklicher als früher bin, verdanke ich unter anderem vielen dunklen und traurigen Stunden aus denen ich gelernt und Kraft und auch Heiterkeit geschöpft habe. Nicht immer ist es so, da hast du Recht. Es ist ja auch nicht so einfach, diese Sache mit dem Glücklichsein, aber es gibt auch lange Phasen, da geht es.

Liebe Grüsse
 
Hallo Wald,

Hier pflichte ich Dir bei. Auch ich bin der Meinung, dass man die Tiefe des Gluecklichseins erst dann intensiv erleben kann, wenn man auch die Tiefe des Schmerzes kennt.

Hoffnung schoepfen, wenn man im tiefen Tal haengt; sich aufrappeln, aufstehen; die Seele hat Kraft; oftmals mehr Kraft, als wir ahnen, wenn wir ganz unten sind....


lg
Chris
 
Vielleicht liegt wirklich das letzte Wahrhafte Glück nicht in außeren Umständen, sondern in uns selber, wie leicht dies gesagt ist und doch so schwer zu verwirklichen. Mich stärkt das vertrauen an den Kosmos und das Vertrauen daran das nur alles zum besten geschieht und alles eine Ursache hat, und wenn man die Ursache erkennt und die Konsequenzen daraus zieht ist Heilung ganz nahe.
 
hallo wald

ich bin ganz neu hier im forum und finde deine beiträge total intressant. und die bemerkungen von allen anderen, sehr hilfreich für mich.

ich habe eigentlich viel, für dass ich dankbar sein kann ; 4 gesunde kinder und meine gesundheit. doch ist es nicht leicht für mich, immer zu lachen und glücklich zu sein.

wenn ich darüber nachdenke, stimmt es eigentlich, dass man von der traurigkeit und aus den tiefen des lebens, kräfte tanken kann. und es auch tut. man kann sich nur wünschen, dies immer bei zeiten zu erkennen. was nicht immer, der fall ist.

gruss an alle

queenrose

Pleasant words are as a honeycomb, sweet to the soul and health to the bones.
:winken5:
 
Hallo DerWald

Glücklich im Leben zu sein heißt für mich auch andere Gefühle, die ebenfalls in mir sind zuzulassen. Ich richte meinen Blick immer wieder nach Innen. Besinne mich auf das wesentliche.

Wenn ich mir dann bewusst mache, Menschen um mich zu haben, die mich schätzen und lieben, zu wissen auf einem guten Weg zu sein und das trotz Unwegbarkeiten, dann bin ich glücklich.
Sich zu vergegenwärtigen, dass die Überwindung von Schwierigkeiten eine Stärke von mir ist und ich immer weiter darin wachse, hilft mir Vertrauen in mich zu haben.

In Zeiten wo das Glück groß ist habe ich das Gefühl innerlich zu wachsen und denke einfach alles ich möglich. Ich versuche daran festzuhalten, dass ich das Land der unbegrenzten Möglichkeiten bin. Dann habe ich nichts zu verlieren.

Dann ist da meine kleine Tochter. In ihr sehe ich eine große Kämpferin und weiß, sie wird ganz viel erreichen. Nicht unbedingt auf der materiellen Ebene. Sie hat eine alte Seele und ihre Weisheiten treiben mir die Freudentränen in die Augen und ich bin Glücklich. :move1:

Liebe Grüße

Sadhana
 
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hallo queenrose und shandara

Danke für eure Antworten :-)
Ich bin gleichfalls begeistert von diesem Forum, es geht besonders darum, wieviele vielfältige und interessante Meinungen und Ansichten vorhanden sind, aus denen man für sich selber gute Tips holen kann.

Was ich hier besonders schätze ist, dass man auch seine schlechten Tage hier schreiben kann und es Leute gibt die sich damit befassen und schreiben, wo hast du das im Leben? :-)

Ja es stimmt, es ist nicht immer leicht zu lachen und fröhlich zu sein. Ich habe z.B. so eine Kleinigkeit zu schätzen gelernt, wenn ein Freund anruft, sich besonders zu freuen. Ein Anruf oder mail an dich bedeutet ein Gedanke und ein Tun des anderen, entweder dieses Mail zu verfassen oder die Tasten zu bewegen und diesen Freund (dieser Freundin) interessiert es, wie es dir geht was es neues gibt.

Oder bei einem kleinem Waldspaziergang Tieren zu begegnen, eine kleine Freude, die ich gelernt habe zu geniesen. Im Leben muss man oft kleine Brötchen backen, doch sage ich mir, dass kleine Brötchen auch lecker sein können.

Durch diese Kleinigkeiten oder Freuden des Lebens, wird es sicher nicht leichter, aber ich denke selber kann man sich einfach ein wenig Freude machen, dass ist auch wichtig nur hin und wieder auf sich selber mal schaun......ich sage mir gerade so als Faustregel...5 Minuten Egoisumus am Tag können nicht schaden :-))
 
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