Der Wald Gedanken in Finsternis und Kälte

DerWald

Active Member
Registriert
1 Februar 2004
Beiträge
31
Ich laufe gerne durch den Wald. Auch in Kälte und in Finsternis, wenn kein Mensch unterwegs ist, der Mond den kalten klirrenden Weg mir bescheint. Es ist Winter und ich stehe vor einem Baum. Ich dachte, in dieser Kälte dürfte er einsam sein. Ich berührte ihn und durch meine Hand fühlte ich sonderbare Wärme, die meinen Arm durchströhmt. Bei Kälte und bei Finsternis in einer Wintersnacht. Ich dachte, der Baum er ist alleine, weil er in Finsternis und Dunkelheit steht doch wenn die Sonne scheint und es warm ist beachten ihm viele Menschen, obwohl er kein anderer ist, als derjenige, welcher nun vor mir steht, nur mit dem Unterschied, dass er nicht blühen kann. Die Finsternis und die Stille ist beinahe unheimlich, doch anderseits ströhmt Energie in mir, die ich nicht definieren kann. Ich dachte nach ob ich etwas aus dieser Geschichte lernen kann, ich grübelte, der Baum ist verlassen in Kälte und wird beachtet in Wärme und Sonne.

Die Ausstrahlung des Baumes war Wärme obwohl er vorher kalt erschien, und ich dachte es ist die Wärme weil ich diesen Baum in der Finsternis beachtete. Ich tröstete ihm mit den Worten, wo du heute bist dort ist es kalt doch es scheint an diesem Ort wo du stehst wieder einmal die Sonne, es ist nur eine Frage der Zeit.

wieder dachte ich nach und es kamen mir die Parallelen zum täglichen Leben zum bewusstsein

bist du in der Blütenpracht und stehst du in der Sonne so hast du die Beachtung, doch stehst du eines Tages in der kalten Seite des Lebens, so wirst du nicht beachtet.

bist du heute traurig und innerlich kalt, so warte geduldig auf die Sonne

bist du heute traurig und innerlich kalt und kannst nicht blühen wie du gerne möchtest, so schätze das grosse Glück, wenn nur ein einziger auf dich geht und dich berührt.

stehe ich in der Kälte des Lebens und du beachtest mich, werde ich für dich ganz besonders blühen an dem Tag wenn die Sonne mich erwärmt.

Oft denke ich an Menschen, die ich in U-Bahnstationen sehe, mit Hofersäckchen das ganze Hab und gut und denke mir, die habens nicht geschafft, wann scheint für diese Menschen wieder die Sonne??

Die Begegnung im Winterwald mit dem Baum, verschaffen in mir ein Gedankenchaos, doch ich liebe es.
 
Werbung:
Hallo Wald,

auch wenn deine Bäume an Tagen wie diesem in der kalten Wintersonne erstrahlen, so sind sie doch in der Lage, einen imaginären Blütenduft zu verbreiten, der Inspiration für meine Phantasie, Gedanken und Erinnerungen sind.

Ich erinnere mich....es ist keine aufregende Geschichte, sondern einfach nur so etwas zum Erzählen an jemanden, der eine besondere Beziehung zum Wald hat...
Vor Jahren habe ich ein Seminar besucht...es ist mir fast unangenehm zuzugeben in SOETWAS ein Seminar zu besuchen (nicht weil ich mich für ein solches schäme oder etwas dergleichen), nein, deshalb unangenehm, denn entweder man kann "es" oder man kann "es" nicht. Aber eigentlich, wenn ich so darüber nachdenke, geht es nicht darum "es zu erlernen" sondern lediglich sich dafür zu sensibilisieren.
Jetzt muss du schon neugierig sein, wovon ich eigentlich schreibe...
Nun ja, das Seminar, dem ich damals schon mit großer Vorfreude entgegenfieberte und auf welches ich nach Anmeldung noch ein halbes Jahr warten musste, hieß "Die Sprache der Bäume verstehen".
Und ich wurde nicht enttäuscht. Die eindruckvollste Erkenntnis, die ich gewann, war, die Beseeltheit der Natur zu entdecken. Die zarten Wesenheiten in zierlicheren Baumgewächsen zu erspüren gleichsam wie die stärkeren Energien in Pfahlwurzlern wahrzunehmen. Dabei ist es nicht wesentlich, an Baumelfen, Gnome oder dergleichen zu glauben oder nicht zu glauben, es geht lediglich um die eigene, durch meditative Einstimmung sensibilisierte Wahrnehmung der jeweiligen Baumenergie, die sich über alle Begriffe und Erklärungsversuche hinwegsetzt.
Ich war überrascht, was ich alles zu spüren in der Lage war, nämlich die Stimmungen der Bäume, ihre Ängste, Probleme und Sehnsüchte, und auch ihre Stärken und Schwächen. Ach, ich genoss es so, die Rinde wie eine Haut zu streicheln und stille Konversation mit meinem Baum zu führen. Die Energie in unserer Gruppe war so stark, dass wir sogar Baumpartnerschaften erkennen konnten und in der Lage waren, den männlichen und weiblichen Teil, manchmal sogar beides in Einem darin zu erkennen. Das Schöne war, es bedurfte in diesem Seminar nicht vieler Worte und Erklärungen, sondern bloß einer Öffnung für das, was vorher schon war.
Ich habe gelernt, wie ich gleich einem Baum Wurzeln schlagen kann um mich mit dem Erdreich fester zu verbinden, um dadurch für den Alltag mehr Widerstandskraft zu gewinnen und meine Verträumtheit in einem für das tägliche Leben vertretbaren Rahmen zu halten.
Und all diese wertvollen Erfahrungen, die ich dort machen durfte, ließen mich von nun durch den Wald wandeln mit dem Gefühl, durch die beste Gesellschaft, die ich hier antraf, verzaubert zu sein.

*direinverständnisvolleslächelnschick*

Lunabelle
 
mein ich dank abertausendmal für die bewußt denkende form ,die ausgelöst wurde.............

die einsieht ,wird zur mehrsieht............ :) :) :) :)

die deine eine begleitet............. :)
 
Neid

hallo DerWald,
ich kenne menschen, welche mit Bäumen richtige Dialoge führen. Ich selber hab den Wald immer als schnell wirksames Mittel für inneren Ausgleich erlebt, doch beneide ich jeden um Erlebnisse solch fassbarer Art, wie Du sie hast, oder wie es die Baumsprechpartner haben.
Was ich hinzufügen möcht: Ich selber liebe es besonders, etwas Ureinfaches zu tun: Ich mach im Wald ein Feuer oder ein Feuerchen. Die Kombination der Elemente schenkt mir dann noch mehr Kraft, nicht zu sprechen davon, wenn daneben noch ein freier Bach fliesst!

Liebe(r) DerWald, ich habe über Deinen Zeilen ein paar Tränen vergossen, es hat gut getan, denn ich muss, wie wohl Einige hier, schon wieder mal heftig unten durch.

ich danke Dir.

Thomas
 
Werbung:
hallo Thomas

du stehst heute im Nebel, rundherum siehst du nichts, weisst du nichts und hast keine Erkenntnisse, du fragst nach dem Warum und bekommst keine Antwort. Gehe einige Schritte weiter, hinter diesem Nebel könnte vielleicht wieder die Sonne scheinen. Spreche zu dir selber, deine inneren Kräfte werden, wenn es sein muss zu den Schwerten greifen und für dich kämpfen, vertrau ihnen. Thomas, gehe einfach irgendeinen Weg, wenn du auch nicht weisst wie und was, aber gehe einfach weiter, bist du wieder weisst wo du bist. In diesem Nebel des Nichts hast du nur dich, aber du hast selbst Verantwortung über deine eigenen Lebenskräfte, sie warten, dass du sie führst und sei stolz auf deine Tränen.

Der Wald
 
Zurück
Oben