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Nach der Trennung/Bekannte,Freundeskreis

Dieses Thema im Forum "Trennung, Scheidung, Verlassen werden" wurde erstellt von lisa0903, 3 September 2011.

  1. lisa0903

    lisa0903 Member

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    Hallo,

    ich bin neu bei Euch.Ich habe schon ein bißchen mitgelesen und würde mich über aussenstehende Ansichten oder Meinungen freuen.
    Ich habe mich letztes Jahr von meinen Lebenspartner getrennt.Wir waren 10 Jahre zusammen.
    Er hat sehr viel getrunken und mich oft schlecht behandelt.Ich möchte nicht alles aufzählen,weil es ja sowieso passiert ist und ich auch viel zu lange mit der trennung gewartet habe.
    Noch heute kann ich vieles nicht verarbeiten.Er hat so oft gesagt, das ich doch in meinen Leben nichts erreicht habe und er ja viel besser in seinen Beruf wäre und viel mehr geld hätte und er im Leben viel mehr erreicht hat als ich.Diese Worte haben mich verletzt,und heute ist mein selbstwertgefühl nicht mehr sehr groß.
    Was mich aber immer wieder runterzieht,sind die Situationen mit Bekannten,ehemaligen Nachbarn usw.Alle sahen in ihm den tollen,trinkfesten Mann, mit dem spass haben kann.
    Was sich in den 4 Wänden abgespielt hat,hat keiner gesehen.
    Es tut mir so weh wenn ich Leute treffe, die dann ohne mich eines Blickes zu würdigen,an mir vorbei gehen,als wäre ich Luft.
    Ich nehme mir immer vor,das nicht persönlich zu nehmen,aber wenn wieder einer so an mir vorbei gegangen ist,bin ich sehr verletzt.Ich brauche immer Tage mich wieder zu beruhigen.Ich habe doch keinem etwas getan.Kennt Ihr ähnliche Situationen?
    Danke für ein paar Antworten,Lisa
     
  2. Clara Clayton

    Clara Clayton Well-Known Member

    Liebe Lisa,

    es tut mir so leid, daß du solch´schlimme Erfahrungen machen mußt.

    Ich kann mir gut vorstellen, was für ein mieses Gefühl das ist. Mir ging es so ähnlich, als ich vor einigen Jahren eine Tumorerkrankung hatte. Damals wußten viele Menschen nicht mit mir umzugehen. Viele "Freunde" zogen sich vor mir zurück. Das hat mir sehr weh getan und ich konnte lange Zeit nicht damit umgehen.

    Es ist schlimm, wenn man plötzlich so alleine da steht und neu anfangen muß.

    Eine Bekannte von mir hat sich vor fünf Jahren von ihrem Mann getrennt. Sie hat sehr unter den Anfeindungen aus ihrem Freundeskreis gelitten. Sie hatte es "gewagt" kurz vor ihrer Trennung eine Beziehung zu einem ehemaligen Schulkameraden einzugehen. Dabei war ihre Ehe lange schon kaputt. Unter anderem auch deshalb, weil ihr Mann sie jahrelang betrogen und belogen hatte. Davon wollten die lieben sogenannten Freunde natürlich nichts hören.

    Heute lebt meine Bekannte in einer anderen Stadt und arbeitet wieder in ihrem früheren Beruf. Aber es hat lange gedauert bis sie sich wieder gefangen hatte.

    Wie ist das bei dir? Lebst du noch in der Nähe deines früheren Partners? Hast du eine Familie, die dich unterstützt?

    Ich schicke dir viele Grüße und eine herzliche Umarmung!
     
  3. Hortensie

    Hortensie Well-Known Member

    Hallo lisa0309,
    ich hatte Glück, ich hatte meine Familie und einzelne Freundinnen, die ich mir seit der Schulzeit bewahrt habe. Ich war 17 Jahre mit meinem Ex-Mann zusammen und wir haben uns dann getrennt. Das heißt ich wurde getrennt, von allen gemeinsamen Freunden, die er eigentlich nie wollte...
    Die aktuellen Cliquen, Nachbarn hatte ich alle "verloren". Ich habe mir einen neuen Bekanntenkreis aufgebaut, der letztendlich viel schöner für mich war als der alte. Am Anfang tat es weh, doch da habe ich gesehen, wieviel ich von denen zu halten hatte.
    Eberesche
     
  4. lisa0903

    lisa0903 Member

    Hallo Clara,

    vielen dank für Deine Einfühlsamen Worte.Nein große Unterstützung finde ich bei meiner Familie nicht.
    Sie sagen,ich solle froh sein,mich getrennt zu haben,und ich soll mir keine Gedanken um andere machen,
    was sie von mir denken.Aber mir fällt es sehr schwer gleichgültig zu sein.
    Meine Schwester hat vor ein paar Jahren einen Partner durch Herzinfarkt verloren.Er war erst 42 Jahre alt.
    In dem ersten Jahr hatte sie ihren Lebensmut fast verloren.Ich war jeden Tag bei ihr, weil ich Angst um sie hatte.
    Sie konnte mit mir immer reden,zu jeder Zeit.
    Gerade weil sie selber schon so gelitten hat,bin ich sehr traurig darüber,das sie mich nie anruft oder einfach mal
    fragt,möchtest du mal reden?Sie sagt,sie hat so viel um die Ohren,das sie es nicht schafft mal anzurufen.
    Gerade die ersten Wochen nach der Trennung wäre ich beinahe verrückt geworden,und ich hätte alles dafür gegeben,
    das jemand da ist und mir ein bißchen Halt gibt oder einfach nur zuhört.
    Und zu Deiner Frage mit dem Wohnort.Ich wohne 10 km enfernt.Ich bin damals zu ihm gezogen.Und nach der
    Trennung bin ich in meine Stadt zurück gegangen,weil ich mich hier wohl fühle.
    Es bleibt nicht aus den einen oder anderen zu sehen.
    Das er mich schlecht machen würde,wusste ich ja schon.Als ich am Ausziehen war,ist er durch den Garten gelaufen,
    und hat laut rumgeschrien,"die soll bloß abhauen,gut das ich die nicht auch noch geheiratet habe usw.
    Es war leider Sommer und viele in ihren Gärten.Mir war das sehr peinlich.Es tat sehr weh.
    Wie ist heute bei Dir Carla?Bist Du geheilt mit Deinen Tumor?Hast Du andere Freunde gefunden?

    Liebe Grüße
    Lisa
     
  5. lisa0903

    lisa0903 Member

    Hallo Eberesche,

    danke auch für Deine Worte.So ist es bei mir auch gewesen.Ich stand auch ohne Freunde und Bekannte da.
    Alle haben zu ihm gehalten,aber es gibt immer zwei Seiten.
    Meine Seite wollte keiner hören.Auch wenn mir das Verhalten der anderen weh tut,ich habe keine Lust mich zu rechtfertigen.
    Obwohl ich schon manchmal sagen möchte,hallo Leute,ich hätte da auch noch was zu sagen.
    Ich hoffe irgendwann auch neue Menschen kennenzulernen,und dann über den Dingen zu stehen.Aber im moment bin ich noch
    dabei,meine Trennung zu verarbeiten.
    Aber wie sagt man,alles wird gut?
    Lg Lisa
     
  6. ChrisTina

    ChrisTina Well-Known Member

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    Hi Lisa,
    ich bin ja 3x geschieden, hab das also schon mehrfach erlebt - in unterschiedlichsten Ausprägungen ;-)

    In 1. Ehe hatten wir eigentlich nur Kontakt zu einem befreundeten Pärchen, wo sie, obwohl irgendwie so wie "beste Freundin" - dann auf einmal verschwunden war - und ihr Freund auf der Strasse die Seite wechselte, wenn ich ihm mal zufällig begegnete - lange Zeit später kam ich drauf, dass sie kurz nach meinem Auszug bei meinem Ex eingezogen war - und ihr Freund mir die Schuld dran gab, dass sie ihn verlassen hatte - wir haben das fast 2 Jahrzehnte besprochen, als wir uns zufällig wieder trafen.

    Zwischen 1. und 2. Ehe suchte ich wieder den Kontakt zu ehemaligen HauptschulfreundInnen, wovon mir eine bis heute erhalten geblieben ist. Ansonsten hatten wir auch wieder ein befreundetes Ehepaar, die sich komplett von mir distanzierten - nach Jahren rief sie mich mal an und wir trafen uns auf einen Kaffee und sie erzähle mir, dass ihr Mann sagte, ich käme ihm nicht mehr ins Haus - 3 Jahre später trafen wir uns auf einem Event - und seither spricht sogar er auch wieder mit mir ;-)

    Aus der grossen Familie meines 2.Ex wars total spannend, weil 3 Tage vor unserer Scheidung heiratete sein Sohn - und ich war - obwohl schon seit 2 Monaten ausgezogen, auch dabei. Das war für mich teilweise schmerzlich, weil einige, wo ich dachte, dass die mich ins Herz geschlossen hätten, mich vollkommen "übersahen" - und jene, wo ich nicht damit rechnete (Onkel meines Ex) total freundlich und nett zu mir waren - auch wir auch danach noch einige Zeit miteinander telefonierten.

    Nach dieser Scheidung hab ich großräumig meine Heimat verlassen - und von daher ist der Kontakt eben nur mehr zu einigen wenigen geblieben. Ich hatte zwischenzeitlich auch Kontakt mit einigen SchulkollegInnen aus HAK-Zeiten - und auch die sind mir geblieben - im Gegenteil, denen bin ich sogar noch viel näher gekommen.

    In 3. Ehe hatten wir zwar anfänglich einige gemeinsame Freunde zusätzlich, aber die vertschüssten sich schon während der Ehe - und letztendlich hatten wir sowieso nur Kontakt zu meinen Freunden - und irgendwie war Letzt.Ex verwundert, weil er nach der Scheidung plötzlich ohne Freunde dastand - naja, sein Problem - er zog weg und keiner meiner Freunde weinte ihm eine Träne nach - ganz im Gegenteil, ein jahrelanger Geschäftspartner von ihm, blieb mir (weil er was verbockt hatte) und ich würd ihn heute sogar als einen der wirklich guten Freunde bezeichnen, inkl. seiner Frau.

    Und ich kann mich Eberesche anschliessen - ich habe kurz vor der Schiedung begonnen, meinen Freundeskreis wieder zu erweitern - und da sind einige ganz innige Freundschaften draus entstanden.

    Resumée - Freunde, die nach einer Scheidung keine mehr sind, warens auch vorher nicht - und um die braucht dir auch nicht leid sein. Und es kann immer wieder was noch viel besseres nachkommen.

    Mir haben einige Verluste nach der 2. Scheidung schon weh getan, aber da hatt ich den Vorteil, dass ich sowieso weg gezogen bin aus der Gegend - und wenn ich heute wieder mal zurück komme (meine Eltern leben noch dort), dann merke ich nichts von irgendwelchen Vorbehalten - und wenns so wäre, wärs mir zwischenzeitlich egal - ich hatte diese 2. Scheidung 2000 - ist also schon länger her.

    Was ich getan habe - und was ich dir auch raten möchte - schau nach vorne - überleg dir, welche Freunde du wirklich um dich haben möchtest - jetzt nicht an einzelne Personen fest machen - sondern einfach so, in welcher Form möchtest du mit ihnen umgehen - oder von ihnen behandelt werden.

    Ich hatte früher oftmals "Freunde", die so lange Freunde waren, solange wir Spaß zusammen hatten - aber wenn ich mal wem gebraucht hätte, hätte ich mich auf keinen davon verlassen können. Heute habe ich einige wenige wirklich gute FreundInnen - und das durfte ich jetzt durch meine Unfälle auch wirklich erleben - 4 davon begleiten mich schon seit Jahrzehnten - der Rest ist eigentlich erst kurz vor meiner letzten Scheidung (2008) in mein Leben getreten.

    Von wegen "an einen vorbei gehen" - ich bin kurzsichtig - ich sehe manchmal manche Menschen wirklich nicht - und die, die mir wichtig sind, denen kommuniziere ich das auch - wenn du mich mal wo triffst und ich ignoriere dich, red mich einfach an, weil dann hab ich dich einfach wirklich nicht gesehen. Nur so als Denkanstoss, dass es vielleicht anderen auch so geht - vielleicht sehen sie dich wirklich nicht.

    Auf der anderen Seite noch eine Frage - möchtest du überhaupt gesehen werden?
    Jetzt - wenn du so richtig tief in dich rein hörst - könnte es sein, dass du dich irgendwie versteckst, damit du nicht gesehen - und daher auch nicht wieder verletzt - werden kannst?
    Nur so als Denkanstoss, war mir grad so in den Sinn gekommen.
     
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  7. lisa0903

    lisa0903 Member

    Hallo ChrisTina,
    vielen dank auch Dir für Deine Antwort.Du hast ja auch schon einiges erlebt.Und heute kannst Du drüber stehen.
    Soweit bin ich leider noch nicht.
    Und ja Du hast völlig recht.Ich verstecke mich im moment noch gerne,oder wechsel schnell die Strassenseite,damit man
    mich nicht sieht,weil mich das jedesmal aufs neue verletzt.

    Eigentlich sind es die Leute mit denen er immer trinken konnte und da ich nicht trinke,war ich immer die Spass Bremse.
    Er hat mich nur einmal geschlagen als er betrunken war,und hat mich vor die Haustür geschubst.Die Tür dann zu,und ich
    hatte keinen Schlüssel.Und ich hatte Angst vor ihm.Mir tat mein Kopf so weh von den schlägen,das ich aus Verzweiflung
    zu Nachbarn gegangen bin.Es hatte geregnet und er hat die Tür nicht wieder aufgemacht.
    Das aber nur nebenbei.Ich möchte damit nur sagen,das die anderen nur den Mann kannten den er nach außen gezeigt hat.
    Nett,zuvorkommend,Kumpel eben.So eine armen Mann verlässt man doch nicht,so wurde ich "schuldig gesprochen".
    Ich brauche noch Zeit um alles zu verarbeiten,aber man soll ja die Hoffnung nicht aufgeben.Dafür gibt wohl auch kein Rezept.
    Liebe Grüße
    Lisa
     
  8. lucy145

    lucy145 Well-Known Member

    Hallo Lisa,
    Schön,dass du den Absprung geschafft hast.
    Ich möchte manchmal nicht hinter den Wänden von anderen Leuten sehen.Viele tuen schöne heile Welt spielen und wenn du genau hin schaust,ist da gar nichts.
    Es ist nicht alles so schön,auch bei anderen nicht.
    Du hast es für dich getan und das ist in Ordnung.Viele würden es vieleicht selber tun und trauen sich nur nicht.Es ist ja viel schöner anderen was vor zu spielen.
    Und die Blicke sind bestimmt nur Blicke des Neids und nicht der Verachtung.
    Kennst du das Lied von den Ärzten "Lass die Leute reden..."

    LG Lucy:)
     
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  9. ChrisTina

    ChrisTina Well-Known Member

    Liebe Lisa,

    ich glaube nicht, dass du schuldig gesprochen wurdest - nicht von den anderen.

    Kann sein, dass das jetzt ziemlich brutal und herzlos klingt, aber ich meins anders. Ich könnte mir eher vorstellen, dass du dich tief drinnen in dir "schuldig fühlst" - ohne, dass das wirklich von deiner Umwelt so gesehen wird. Und wenn dem so ist, dann strahlst du das aus - und vor allem, solange du es glaubst, dass du schuld bist - solange verhältst du dich deiner Umwelt gegenüber auch so, dass sie automatisch annehmen müssen, dass dus bist.

    Ich mach immer wieder gern ne Übung mit meinen KlientInnen - und auch jetzt mit meinen TeamparntnerInnen - mal sehen, ob ichs hier auch so rüber bringe, wie normalerweise real ;-)
    Vielleicht kannst dus auch mit einer zweiten Person gemeinsam machen, dass die dir dann nur sagt, was du tun sollst - dann kannst dich immer auf die jeweilige Vorstellung konzentrieren :)

    Nimm dir mal ein paar Minuten Zeit für dich und probiers einfach mal - setz dich ganz bequem hin.

    Denke an ein ganz tolles Erlebnis - etwas, was dir sehr gut gefallen hat - etwas, was dir gut getan hat - oder irgend eine Art von persönlichen Erfolg - versetze dich ganz in die Situation hinein - fühle diese Situation mit jeder Faser deines Körpers.

    Und dannlasse die Schultern nach vorne sinken, senke den Kopf
    UND BLEIB IN DER GRAD AUGEBAUTEN STIMMUNG

    Du wirst feststellen - es geht nicht - mit zusammengesunkener Körperhaltung kann man nicht gut drauf sein.

    Ok - 2. Teil der Übung

    Denke an etwas trauriges oder negatives - fühle dich auch wieder in die Situation hinein - nicht allzu viel, wir wollen ja keine echte Trauer oder Schmerz aufkommen lassen. Aber sobald du spürst, dass es dir weniger gut geht:

    richte deinen Oberkörper auf - strecke dich so richtig durch wie eine Katze - atme tief ein und aus
    du wirst sofort wieder aus der negativen Situation heraussen sein.

    Und wenn du mal wieder auf der Strasse gehst - und einen seiner Saufkumpanen triffst - dann richte deinen Oberkörper auf - strecke dich in Gedanken tief durch - atme tief ein und aus - und schau, wie der andere allein auf deine veränderte Körperhaltung re.agiert - du wirst überrascht sein.

    Eins hat mir meine eigene Erfahrung gelehrt - die wenigsten von denen, wo ich dachte, die häten mich "schuldig gesprochen" haben überhaupt ansatzweise drüber nachgedacht, den meisten, denen gegenüber ich so ne Art "schlechtes Gewissen" hatte, wars schlichtweg egal, was ich mache - oder was mein Ex machte - sie lebten ihr eigenes Leben - und - wenn ichs jetzt mal auf dich umlege - die, die mit ihm saufen gehen:

    möchtest die überhaupt als Freunde haben?
    wie wichtig ist es für dein Wohlbefinden, ob die dich lieben?

    Einfach bissale relativieren - sinds die anderen - oder sinds (möglicherweise jahrelang eingetrichterte) ureigenste Schuldgefühle - und wenns zweitere sind - einfach mal logisch hinterfragen, wozu die gut sein könnten - und wenns keinen Sinn machen - auf.lösen - möglicherweise aufschreiben und rituell verbrennen - oder beim Duschen vorstellen, dass die alle weg.fliessen dürfen.

    Der einzige Mensch, den du verändern kannst - bist du selbst - von daher - wenn du dich fühlst, als ob dich wer "schuldig gesprochen" hätte - gestatte dir auch, drüber nach zu denken, ob dieser jemand nicht sogar du selbst warst - weil dann kannst du es ganz einfach lösen - indem du liebevoller mit dir umgehst.

    Freu mich schon auf Erfolgserlebnisse - und du wirst sehen, die kommen postwendend
     
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  10. Reinfriede

    Reinfriede Well-Known Member

    Liebe Lisa!

    Erstmal: Herzlich willkommen hier und Gratulation.

    Man kann Dir nur von Herzen gratulieren, dass Du es geschafft hast, diese Beziehung zu beenden. Da gehört viel dazu, sich aus diesen destruktiven Mustern zu befreien und es braucht seine Zeit, bis man sich wieder vollends erholt und wieder zu sich selbst gefunden hat.

    ChrisTina hat es schon treffend beschrieben: Wenn Freunde Dich nachher nicht mehr sehen wollen, so waren sie auch vorher keine Freunde. Vielleicht magst Du das von der Seite mal betrachten.

    Es ist sicher das Beste, wenn Du Dir jetzt Deinen eigenen Freundeskreis aufbaust, Spreu von Weizen sozusagen trennst. Es kann Dir im Grund genommen völlig egal sein, was die Freunde von ihm über Dich denken - sie lebten nicht Dein Leben (mit ihm) und können es gar nicht beurteilen. Tun sie es trotzdem, so disqualifizieren sie sich ja sowieso.

    Menschen, die schlecht über einen reden, wirds immer wieder geben - aber Du keiner kann Dich dazu zwingen, Dich mit ihnen zu befassen.

    Schau auf Dich, auf Deine Bedürfnisse, such Dir Deine Freunde danach aus, ob sie zu DIR passen und sei stolz auf Dich, dass Du es geschafft hast, Dich von ihm zu befreien. Dafür kannst Du Dir wirklich auf die Schulter klopfen und Du brauchst Dich vor nichts und niemandem zu verstecken. Ganz im Gegenteil.

    Wenn ein Mann eine Frau so behandelt, wie Du es geschildert hast, und die "Freunde" halten trotzdem zu ihm, dann sollen sie doch bitteschön bleiben, wo der Pfeffer wächst.

    Ehrlichgesagt - sei froh, dass sie Dich nicht sehen. Denn so brauchst DU Dich nicht mit solchen Menschen zu befassen.

    Besinn Dich auf Deine Stärke, die Du bewiesen hast und lass Dich nicht kleinmachen. Es gibt andere Freunde, die das nicht tun würden - lass diese Menschen, die Trinken und Schlagen als Kavaliersdelikt ansehen, in ihrem Sumpf ruhig herumrudern - DU brauchst Dich nicht mehr mit so einem Sumpf abgeben.

    Liebe Grüße
    Reinfriede
     
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  11. Spätzin

    Spätzin Well-Known Member

    Hallo Lisa,

    als ich mich anfang der Achtziger von meinem ersten Mann trennte (trank auch sehr viel), schrumpfte unser Freundeskreis um die Hälfte, welche auch trank. Die andere Hälfte half mir, aufzustehen und mich zu wehren.

    Mir war es schon immer (oder meistens) egal, was andere Menschen über mich denken, sie leben nicht mein Leben. Meine Mutter gehörte auch zu den Menschen, die immer sagte:" Was sagen denn die Nachbarn!" Als ob mich das wirklich interessiert hat.
    GöGa verstarb Anfang 2009 nach kurzer schwerer Krankheit und da kristallisierte sich sehr schnell heraus, wer die wirklichen Freunde waren.
    Mein jetziger Freundeskreis ist nicht groß, aber ich kann mich auf alle meine Freunde verlassen und wenn ich Hilfe brauche, sind sie für mich da.

    Meine Vorschreiberinnen haben Dir da schon gute Ansätze gegeben, aufzuarbeiten und auch aufzulösen.

    Alles Gute für Dich!
     
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  12. lisa0903

    lisa0903 Member

    Ich möchte allen danke sagen,die mir geantwortet haben.Es tut gut auch andere Ansichten und Erfahrungsgeschichten zu lesen.
    So hat man nicht so doll das Gefühl allein damit zu sein.

    @Lucy

    ja Lucy,Du hast recht,es gibt viele Menschen,die heile Welt spielen nach aussen,und innen sieht es ganz anders aus.
    Wenn ich jetzt so drüber nachdenke,habe ich mich in letzter Zeit oft gewundert,wenn mal einer erzählt,die und die
    haben sich getrennt.Da habe ich gedacht,was die?Die passten doch so gut zusammen,(nach aussen).
    Das Lied von den Ärzten kenne ich ja.......an den Text ist was wahres dran.Lg Lisa

    @ChrisTina

    Nein,Deine Antwort ist nicht herzlos,sondern wahr.Ich fühle mich schuldig obwohl es keinen Grund dafür gibt.
    Und das stahle ich nach aussen aus.Hinterher fragt man sich immer,war alles richtig so,hätte man mehr tun sollen,
    war ich nicht gut genug usw.Aber wenn ich mir die Mühe mache eine Positiv/Negativ Liste zu schreiben,würde die
    Negativ Seite dominieren.Ich bin noch in der Phase,vieles schön zu reden,was nicht schön war.
    Aber ich denke das kommt mit der Zeit,das mein Blick auf die Dinge sich verändert.
    Deine Übung ist sehr gut und stimmt.Durch's strecken bekommt man mehr Mut u.Energie,als wenn man sich hängen läßt.
    So wie ich es heraus lese,hast Du viel mit Motivation zu tun,also beruflich meine ich.Vielen Dank.Lg Lisa

    @Reinfriede

    .....danke auch Dir für Deine Antwort.Ich glaube mir fehlt noch ein bißchen der Mut zum nach vorne schauen.Es hat sich über
    die Jahre hinweg so viel angestaut,das mein Selbstbewusstein gelitten hat.
    Aber ich bin dadurch auch wachsamer geworden.Ich werde bestimmt andere Menschen kennenlernen,und neue Freunde finden.
    Gibt es da nicht einen Spruch "Wer im schweren Zeiten bei dir bleibt,ist ein wahrer Freund "oder so ähnlich jedenfalls.
    Lg Lisa

    @Spätzin

    Ich habe leider oft die falschen Freunde im Leben gehabt.Keine die da waren wenn man mal hilfe oder Rat brauchte.
    Ich bin eher der Typ Mensch der allen immer helfen(Helfersyndrom)möchte,und wenn es mir mal schlecht geht,ist
    keiner da.
    Aber das lege ich nicht als meine schwäche aus,sondern als stärke.Es ist schwer zu lernen auch mal Nein zu sagen.
    Vielleicht lerne ich es im laufe der Zeit,das es mir egal ist was andere denken.
    Lg Lisa
     

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