passt zu vielem und erklärt einiges

Hortensie

Well-Known Member
Hallo ihr Lieben,
das habe ich im Netz gefunden.
Auf der Seite http://www.familienstellen-forum.ch/thema_z_beziehungen.html
Es passt in einige Threads, deswegen poste ich es hier mal extra.
Ein Beispiel noch aus meinem Bekanntenkreis:
Eine Ehe wird geschieden. Im Haus zurück bleibt die Mutter mit ihrem Sohn. Die Mutter fühlt sich als Opfer eines bösen Mannes, der sie alleine mit dem Kind sitzen lassen hat. So gibt es sich, dass ihr Sohn zum Vertrauten und zum Tröster der Mutter wurde. Die Mutter lässt ihn an all ihren Stimmungen teilhaben, an ihren Sehnsüchten und an ihren Enttäuschungen. Vom Vater des Sohnes spricht sie nur von einem Versager. Ein solches Vertrauten-Verhältnis zwischen dem Kind und einem Elternteil bringt aber grosse Probleme und Unordnung mit sich.

Hier hat des Sohn auch unbewusst seinen Vater als Partner der Mutter vertreten. Dadurch konnte er nicht mehr Kind sein. Wer als Kind nicht Kind sein konnte, kann als Erwachsener nicht Erwachsen sein. Später dann, geht der Sohn aus dem Haus und zieht zu seiner Freundin. Das Vertrauten-Verhältnis zu seiner Mutter aber, lässt ihn nicht frei für seine Freundin. Immer wieder, fast täglich, musste er für seine Mutter schauen und blieb so als ihr Vertrauter an sie gebunden. Weil ihm das „Sohn-Sein“ fehlt, kann er jetzt nicht Mann sein. Weil er der Partner der Mutter ist, kann er nicht auch der Partner seiner Freundin sein. Und weil die Mutter in ihm einen Vertrauten und Partner hat, ist auch sie nicht frei für eine neue Beziehung.

Zwei Jahre später verlässt ihn seine Freundin - die Liebe sei gestorben, sagte sie - und er geht wieder zurück zur Mutter.

Kinder sind ihren Eltern treu. Es ist die kindliche Liebe zu den Eltern, die oft dazu führt, dass sie im Leben nicht glücklicher werden, als ihre Eltern. Jetzt ist er wieder alleine, wie seine Mutter. Verlassen, wie seine Mutter, und zusammen wird es erträglicher.

Wenn es ihm nicht gelingt, der Mutter gegenüber nur Kind zu sein, und die Verantwortung des Scheiterns der Elterlichen Ehe ganz bei den Eltern zu lassen, dann wird das in jeder neuen Partnerschaft dazwischen stehen. Dies verunmöglicht eine Beziehung auf Dauer. Auch hier wäre Familienstellen das idealste Instrument, mit der Vergangenheit in Ordnung zu kommen.

Der Abfluss des Sees darf nicht verstopft sein, sonst hat das neu Zufliessende keinen Platz.
Wenn in der Beziehung der Abfluss verstopft ist, dann wiederholt sich immer wieder das Gleiche. Routine hält Einzug. Die Liebe fliesst dann nicht mehr und es findet kein Austausch mehr statt. Alte Verletzungen und Enttäuschungen kommen dann immer wieder an die Oberfläche und verunmöglichen ein Glücklichsein.

Um ein guter Partner zu sein, und auch um Erfolg in Beruf und im Leben zu haben, muss ich bei mir selber immer wieder den Abfluss reinigen und offen halten und ich muss Ordnung machen mit meiner Herkunft (Familie), damit der Zufluss gereinigtes Wasser bringt.
Ich hoffe, es gefällt euch auch.
 
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Spätzin

Well-Known Member
Dake Eberesche,

es ist genauso ... Kinder dürfen und sollen nicht die Verantwortung eines Partners übernehmen wenn die Beziehung gescheitert ist. Aber das ist leichter gesagt als getan ... Meine Mutter hat meiner Schwester meinen Bruder und mich aufgebürdet ...
 

Reinfriede

Well-Known Member
Liebe Eberesche!

Danke für den Text, ich finde er erklärt einiges sehr gut, was gerade bei dem Thema oft missverstanden wird.

Ich kann mich an ein zufällig mitgehörtes Gespräch in einer Straßenbahn erinnern, das zwei Frauen führten. Die eine meinte, jedesmal wenn ihr Mann auf Dienstreise wäre, würde der kleine Sohn im Bett des Mannes schlafen. An sich nichts Auffälliges - bis auf den Nachsatz, da hab ich geschluckt: "Dann hab ich wenigstens einen Mann im Haus."

Da es das einzige Mal war, dass ich mit so einer verquerten Einstellung konfrontiert (war ich eigentlich nicht, konnte dazu leider nichts sagen) war, vermute bzw. hoffe ich, dass soetwas in der jetzigen Generation nicht oft vorkommt.

Aber der Text erklärt auch schön, warum viele Frauen instinktiv einen Riesenbogen um Männer machen, denen die Mami noch die Socken waschen muss, weil sie die Intelligenzprüfung, wie man eine Waschmaschine einschaltet, nicht bestanden haben. Ich glaube, das spürt frau, dass dieser Mann "gebunden" bzw. besetzt ist.

Wie schaut es eigentlich mit den Mädchen aus, deren Väter nicht da waren? Ich denke, diese Situation wird sicher auch Auswirkungen haben.

Liebe Grüße
Reinfriede
 

Reinfriede

Well-Known Member
Sorry, wenns ein wenig offtopic sein sollte, aber ich stolperte da grade drüber und dachte mir - genau, das passt jetzt, auch wenns mit dem Ursprungsthema Familienstellen nicht wirklich was zu tun hat:

http://www.nachrichten.at/ratgeber/gesundheit/art114,623876

Es geht in dem Artikel um Vorsorgeuntersuchungen, eine österreichische Werbekampagne soll Frauen dazu veranlassen, "auf ihre Männer zu schauen".

Ich zitiere kurz daraus:

Das soll sich mit einer neuen Kampagne via Frauen ändern. Unter dem Titel „Frauen, die auf ihre Männer schauen“ sollen diese ihre Partner zur Vorsorgeuntersuchung animieren. Dorfinger: „Die Frau ist der Gesundheitsmanager der Familie.“

Die Frau soll die Verantwortung über Ärztebesuche ihrer Männer gefälligst übernehmen, wie Mama einst beim Bubi. Es dürfte im gesellschaftlichen Denken (leider) noch immer verankert sein, dass Bubi nahtlos von der Mama zum Bubi zu der Frau weitergereicht wird.

Liebe Grüße
Reinfriede
 

Hortensie

Well-Known Member
Hallo Reinfriede!
Was heiß nix zu tun hat. Ich finde es nicht off topic. Es ging mir jetzt nicht explizit um das Familienstellen. Ich finde es hat schon sehr wohl etwas damit zu tun. Du hast mit deinem letzten Satz dazu alles gesagt, was gesagt werden muss.
AL Eberesche
 

ChrisTina

Well-Known Member
Wie schaut es eigentlich mit den Mädchen aus, deren Väter nicht da waren? Ich denke, diese Situation wird sicher auch Auswirkungen haben.

Befürchte ich auch ;-)

Ich sag mal so - oftmals suchen sie sich Männer, die nicht verfügbar sind - wie es letztendlich auch der Papa war/ist - im schlimmsten Fall werden sie schwanger, bekommen blöderweise auch noch nen Jungen - und setzen den dann an die Stelle des nicht vorhandenen Partners - oftmals erlebt im Bekanntenkreis.

Und sie werden wie der Vater - aus systemischer Sicht - weil der ja meist "abgelehnt" werden muss - unbewusst - aus Liebe - oder auch nur des lieben Friedens willen - zu der Bezugsperson, welche da ist.

Gilt allerdings auch für Jungs - d.h. gibt auch Jungs, die vaterlos aufgewachsen sind, die dann zB eben genau der gleiche Alki - oder sonst wie verantwortungslose Mensch werden - wie es der Vater eben war - falls er es denn war - und nicht nur von der Mutter/Familie "schlecht geredet" wurde.

Ich könnte mir auch vorstellen, dass Frauen ohne echten Bezug zu ihren Vater eben immer auf der Suche nach dieser männlichen und sie dominierenden Bezugsperson sind - d.h. dass das genau die Frauen sind, die sich frei.willig in irgend welche Formen von Abhängigkeiten zu ihren Partnern begeben.

Nur mal so als zusätzliche Denkanstösse ;-)
 

ChrisTina

Well-Known Member
Zumindest was meine Seite anbelangt, kann es nur gut sein, wenn ich das mache - sicher ist sicher.

Ich hab zwar nur eine, aber ich bin seit 30 Jahren von ihrem Vater geschieden - und "Stiefväter" sind nie ein Ersatz für den einen leiblichen - wobei sie aber seit Jahren einen guten Kontakt mit ihm hat - hatte sie auch schon, als wir uns einige Jahre nicht gesehen hatten.

Und bei mir war zwar mein Vater (fast) immer anwesend - naja, manchmal halt zwischendurch mal ein halbes Jahr verschwunden, weil irgendwo auf Expedition - aber präsent - naja, würd ich jetzt nicht behaupten wollen ;-)

Mir hatten damals einige Aufstellungen geholfen, den Kontakt zu meiner Tochter wieder her zu stellen - und wir hatten vorher nie so ein gutes Verhältnis wie seither - aber die von mir beschriebenen Befürchtungen hab ich mir jetzt nicht unbedingt aus den Fingern gesogen - sie gerät mir schon auch in Bezug auf Männer sehr nach ;-(
 

Reinfriede

Well-Known Member
Ich hab zwar nur eine, aber ich bin seit 30 Jahren von ihrem Vater geschieden - und "Stiefväter" sind nie ein Ersatz für den einen leiblichen - wobei sie aber seit Jahren einen guten Kontakt mit ihm hat - hatte sie auch schon, als wir uns einige Jahre nicht gesehen hatten.

Liebe ChrisTina!

Danke für Deine Gedanken dazu - ich werde das auf alle Fälle machen, fix eingeplant...

Der "Stiefvater" bei uns ist kein Stiefvater, sondern mein Privatvergnügen - unsere Beziehung führten und führen wir seit vielen Jahren so, dass jeder für seine Kinder selbst verantwortlich ist, ich war/bin quasi Alleinerzieher.

Er ist der Freund der Mama und wird als solcher akzeptiert, mehr hätte ich auch nicht wollen - denn Vater haben sie einen.

Außerdem waren sie zum Zeitpunkt unseres Kennenlernen bereits zu groß, um jemanden anderen als eine Art Vaterfigur zu akzeptieren - mir wäre das auch nicht recht gewesen, ehrlichgesagt. Ich habe das immer strikt auseinandergehalten.

Liebe Grüße und Danke
Reinfriede
 

Lucille

Well-Known Member
Außerdem waren sie zum Zeitpunkt unseres Kennenlernen bereits zu groß, um jemanden anderen als eine Art Vaterfigur zu akzeptieren - mir wäre das auch nicht recht gewesen, ehrlichgesagt. Ich habe das immer strikt auseinandergehalten.

Liebe Reinfriede,

diese Denkweise ist in meinen Augen auch die einzig richtige und gesunde.
Alle anderen Erwartungshaltungen bedeuten Unordnung im Familiensystem.

Ich wäre auch nie ansatzweise auf den Gedanken gekommen, neue Familiestrukturen so zu handhaben, wie das mein Ex-Mann getan hat.
Es war zuhause ein ungeschriebenes Gesetz, dass mein Name nicht erwähnt werden durfte ("rotes Tuch") . All das, was vor Jahren passiert ist, kommt erst jetzt (für mich) an's Licht, weil die Kinder darüber reden. Mein Sohn eher weniger, meine Töchter hingegen umso mehr. Ich sollte in der Vergessenheit und Vergangenheit versinken, das war der Plan. Konsequenter Austausch eben. Meine ältere Tochter war schon so weit, dass sie in einem Schulaufsatz geschrieben hatte "meine Mama heisst **** " (Name der Neuen). Eine aufmerksame Lehrerin hatte mich damals darauf aufmerksam gemacht ... ich war echt fassungslos.

Ich habe übrigens in der Zeit des Kontaktabbruchs immer die Verbindung zu der Schule gehalten. Bin zu allen Elternabenden und zu den Sprechstunden, war also immer im Bilde. Im Nachhinein eine gute Entscheidung, denn ich glaube, anders hätten es die Kinder als Desinteresse gewertet.

Seit 4 Jahren sind mein Ex und eben diese Frau nun verheiratet. Sie fordert bei den Kindern ein, dass sie sie zu lieben haben und hetzt sie gleichzeitig gegen mich auf. Ersteres funktioniert per se nicht, letzteres ist gar nicht klug. Sie möchte mehr Raum einnehmen, als ihr (familiensystemisch) zusteht. Sie agiert äußerst übergriffig und kommt zB damit überhaupt nicht klar, dass für die Kinder ihr Vater und (inzwischen wieder auch) ich immer noch die nächsten Bezugespersonen sind. Sie möchte "Mutter" sein, stellt Fremden meine Töchter als "ihre" Kinder vor. Die sind zwar schon lange groß genug, das richtig zu stellen. Aber täten sie das, hinge der Haussegen schief, und im Endeffekt hätten sie es wieder auszubaden.

Mein Ex lässt all dies unwidersprochen geschehen, und deshalb hat sich eine sehr unschöne Entwicklung gezeigt, die mir für die Kinder weh tut, weil sie darunter echt leiden:
Mein Ex hat die (systemische) Rangordnung ganz auffällig verschoben. Zugunsten seiner Frau. Die Kinder stehen ganz klar nicht mehr an erster Stelle. Diese Haltung zeigt sich in ganz alltäglichen Dingen, aber auch in weitreichenderen Entscheidungen.

Sorry, ist jetzt lang geworden, aber vielleicht dient's zum besseren Verständnis.
Im anderen Thread hast Du, liebe Reinfriede, gefragt, wie ich das alles heute sehe würde.
Das hier ist Teil der Antwort.

LG
Lucille
 

Reinfriede

Well-Known Member
Liebe Lucille!

Es war zuhause ein ungeschriebenes Gesetz, dass mein Name nicht erwähnt werden durfte ("rotes Tuch") .

Dieser Satz hat für mich eine schwerwiegende Bedeutung: In einem Buch über das Familienstellen hab ich einen Satz gelesen, der (für mich) in kurzen Worten das ausdrückt, was Familienstellen überhaupt erst auf den Punkt bringt:

"Was verschwiegen wird, wirkt."

Und diesen Satz kann man überall im Leben anwenden, was totgeschwiegen wird, zeigt sich umso drängender, je mehr es zugedeckt wird.

All das, was vor Jahren passiert ist, kommt erst jetzt (für mich) an's Licht, weil die Kinder darüber reden. Mein Sohn eher weniger, meine Töchter hingegen umso mehr. Ich sollte in der Vergessenheit und Vergangenheit versinken, das war der Plan. Konsequenter Austausch eben. Meine ältere Tochter war schon so weit, dass sie in einem Schulaufsatz geschrieben hatte "meine Mama heisst **** " (Name der Neuen). Eine aufmerksame Lehrerin hatte mich damals darauf aufmerksam gemacht ... ich war echt fassungslos.

Das kann ich gut verstehen, ich hätte wahrscheinlich nicht mehr schlafen können vor lauter Schmerz und Wut.

Seit 4 Jahren sind mein Ex und eben diese Frau nun verheiratet. Sie fordert bei den Kindern ein, dass sie sie zu lieben haben und hetzt sie gleichzeitig gegen mich auf. Ersteres funktioniert per se nicht, letzteres ist gar nicht klug. Sie möchte mehr Raum einnehmen, als ihr (familiensystemisch) zusteht. Sie agiert äußerst übergriffig und kommt zB damit überhaupt nicht klar, dass für die Kinder ihr Vater und (inzwischen wieder auch) ich immer noch die nächsten Bezugespersonen sind. Sie möchte "Mutter" sein, stellt Fremden meine Töchter als "ihre" Kinder vor. Die sind zwar schon lange groß genug, das richtig zu stellen. Aber täten sie das, hinge der Haussegen schief, und im Endeffekt hätten sie es wieder auszubaden.

Ich habs woanders schon geschrieben: Was Du säst, wirst Du ernten. Keine, aber auch gar keine Ursache auf dieser Welt bleibt ohne Konsequenzen. Dieser Eingriff ins Familiensystem kann nicht ohne Folgen bleiben - auch nicht für sie.

Mein Ex lässt all dies unwidersprochen geschehen, und deshalb hat sich eine sehr unschöne Entwicklung gezeigt, die mir für die Kinder weh tut, weil sie darunter echt leiden:
Mein Ex hat die (systemische) Rangordnung ganz auffällig verschoben. Zugunsten seiner Frau. Die Kinder stehen ganz klar nicht mehr an erster Stelle. Diese Haltung zeigt sich in ganz alltäglichen Dingen, aber auch in weitreichenderen Entscheidungen.

Konntest Du das - für DICH - durch eine FA zumindest teilweise lösen?

Sorry, ist jetzt lang geworden, aber vielleicht dient's zum besseren Verständnis.
Im anderen Thread hast Du, liebe Reinfriede, gefragt, wie ich das alles heute sehe würde.
Das hier ist Teil der Antwort.

Danke dafür...

Alles Liebe,
Reinfriede
 

Martin44

Well-Known Member
Eberesche schrieb:

Wenn in der Beziehung der Abfluss verstopft ist, dann wiederholt sich immer wieder das Gleiche. Routine hält Einzug. Die Liebe fliesst dann nicht mehr und es findet kein Austausch mehr statt. Alte Verletzungen und Enttäuschungen kommen dann immer wieder an die Oberfläche und verunmöglichen ein Glücklichsein.

Mein Eindruck:

Da steckt wohl unendlich viel Lebenserfahrung und Verarbeitung derselben dahinter.
Ich schrieb es ja schon öfter; - dieses Forum ist gleichsam ein Lehrbuch.
Das ist wohl Sprache in Bildern. Danke!

lg Martin

Und genau deshalb bin ich hier.
Aber auch die kontroversiellen Beiträge
haben ihren Anteil um hier zu bleiben.
Schönen Tag noch!
 
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Martin44

Well-Known Member
GRINS. Aus dem Netz gefischt und hier hereingestellt.
Wird also Deinen Intensionen entsprechen.
Und so gesehn, - seh ich's einfach positiv und profitiere davon.

lg Martin
 
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