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Suizid des Partners

Dieses Thema im Forum "Trennung, Scheidung, Verlassen werden" wurde erstellt von Elke, 6 Dezember 2009.

  1. Elke

    Elke New Member

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    Hallo,

    ich melde mich hier nicht als Elke, sondern als ihr Lebensgefährte, der die katastrophalen Ereignisse mit zu verantworten hat. Elke und ich waren Arbeitskollegen an einerc Fachhochschule. Sie als Personalchefin und ich als Lehrer für Mathematik. In der Zeit unserer gemeinsamen Tätigkeit waren wir zwar befreundet, hatten aber weder eine Liebesbeziehung noch eine Affäre. Elke ging 1999 in den Vorruhestand und ich wurde 2001 regulär mit 65 Jahren Rentner.
    Durch Zufall trafen wir uns in Leipzigs Innenstadt und vereinbarten ein Treffen in einem Cafe, um über alte Zeiten zu reden. Danach trafen wir uns immer häufiger und aus ehemals kollegialer Beziehung entwickelte sich eine sehr starke Liebesbeziehung, die darin gipfelte, gemeinsam leben zu wollen. Als Elke ihrem Mann dies mitteilte, drohte er mit Suizid und zeigte demonstrativ die unterschiedlichsten Möglichkeiten auf, wie er den gedenke seinem Leben ein Ende zu setzen. Wir nahmen dies nicht ernst und faßten es als unbrauchbares emotionales Druckmittel auf um die Frau zurückzugewinnen. Leider nahm er sich dann doch das Leben und uns belasten seit dieser Zeit starke Schuldgefühle, ob wir dies nicht hätten verhindern können.
    Hier muß ich allerdings die Vorgeschichte erwähnen, um das Verhalten von Elke einigermaßen objektiv einschätzen zu können.
    Ich versuche auch soweit als möglich objektiv zu sein.
    Elke verlor mit 17 Jahren ihre erste große Liebe, weil ihr damaliger Freund sich von ihr trennte (er war 7 Jahre älter). Für Elke brach eine Welt
    zusammen. Trost suchend ging sie wieder eine Verbindung ein und wurde schwanger.
    Es war hier keine Liebe im Spiel und die folgende Hochzeit geschah hauptsächlich aus dem Grund, dem Kind einen Vater zu geben(Eheschließung
    1959). Leider zeigten sich bald bei den Ehemann Charaktereigenschaften,
    die (so denke ich mal) später zu den furchtbaren Ereignissen führten.
    Zu Zärtlichkeiten war er nicht in der Lage. Er war jähzornig und bei den geringfügigsten Anllässen wurde Elke angeschrieen in einer Lautstärke, die die Hausbewohner stets mitbekamen, wobei das Vokabular der Titulierungen
    von Elke alle gängigen Namen aus dem Tierreich umfassten.
    Diese Charakterzüge des Mannes waren auch der Grund, warum sich der Bekannten-und Freundeskreis immer mehr verringerte, denn ihr Gatte
    verstand es regelmäßig diese vor den Kopf zu stoßen.
    In den ersten Ehejahren suchte Elke daher in einigen Affären die Zuwendung zu bekommen, die sie in ihrer Ehe so sehr vermißte. Die betreffenden Männer waren verheiratet und an einer Scheidung nicht interessiert und Elke wollte sich auch nicht scheiden lassen, weil sie Gewissensbisse hatte.
    Ihr Mann hatte natürlich neben den hier geschilderten Eigenschaften
    wie jeder Mensch auch gute Seiten.
    Er unterstützte sie maßgeblich bei ihrer beruflichen Weiterentwicklung während ihrer beiden langjährigen Fernstudienzeiten.
    Beide verbrachten auch eine ganze Reihe (relativ) harmonischer Urlaube.
    Elke glaubte sich mit dem Verlauf ihrer Ehe abgefunden zu haben. Die regelmäßigen Wutausbrüche und Demütigungen durch ihren Mann steckte sie weg mit der Entschuldigung: Er ist eben so.
    Ich glaube allerdings, daß sich ein solches Wegstecken von Demütigungen nicht ohne Schaden bewerkstelligen läßt.
    Elke ist natürlich über ihr Verhalten mit den fatalen Folgen entsetzt und gibt sich allein die Schuld am Tod ihres Mannes.
    Wie jeder in so einen Falle hebt auch sie die positiven Eigenschaften ihres Mannes in den Vordergrund allerdings so glorifiziert, daß die negativen Eigenschaften nicht mehr gesehen werden und damit einer rationalen Aufarbeiteung der Schuldgefühle kein Raum gegeben wird.
    Die Trennung von ihren Mann erfolgte nach knapp 50 Jahre Ehe und viele werden vielleicht sagen : Die restlichen Jahre hätte sie nun weißgott
    auch noch bei ihm bleiben können.
    Ich sehe das anders, aber vielleicht liege ich falsch.
    Was meint Ihr???
     
  2. althea

    althea Well-Known Member

    AW: Suizid des Partners

    hmm...ich finde es merkwürdig, dass du über ihren account schreibst...aber davon abgesehen, kann man gehen, wann man möchte, wenn man sich ungeliebt und mies behandelt fühlt.

    althea
     
  3. newok

    newok Member

    AW: Suizid des Partners

    nicht einfach...hmmm. hat denn Deine Elke schon vorher, im Laufe der Ehe, Versuche unternommen, ihren gatten zu verlassen und die Ehe zu beenden? und falls ja, woran ist es gescheitert?
     
  4. goldstaub

    goldstaub Member

    AW: Suizid des Partners

    Hallo Elke,es gibt nichts und niemanden,der Dir wegen Des Suizids Deines Mannes einen Vorwurf machen könnte. Es war einfach seine Entscheidung.Welchen Seelenabgründe ihn zu dieser Tat veranlassten, weiss nur er.Jeder ist für sein Leben verantwortlich. Es war auch Deine Entscheidung so viele Jahre bei ihm zu bleiben und es war Deine Entscheidung zu sagen:Es geht nicht mehr. Vielleicht hat er Dich als Eigentum gesehn, das ihm nicht weggenommen werden darf.Und wer ihm dieses Eigentum wegnimmt, soll keine Freude dran haben. Denn Du sollst ein schlechtes Gewissen haben und keine Freude. Sezte einen Schlussstrich.Vielleicht hilft es Dir, Deinen ehemaligen Mann einen "Abschiedsbrief " zu schreiben. Schreib alles, was Du ihm nie sagen konntest. Alles!! Vielleicht-das wäre gut-könntest Du den Brief mit einem Wort der Vergebung für deinen Expartner beenden. Vergeben heisst sich auch selber befreien.Und auch von Deiner Seite ohne Hass und Groll diese Zeit mit Deinem Ex zu beenden.Es wird Dir guttun und einen Neuanfang mit Deinem neuen Partner eine neue Wertigkeit geben.LG Goldstaub
     
  5. Johanne

    Johanne Well-Known Member

    AW: Suizid des Partners

    Hallo Elke und Lebensgefährte.

    Meiner Meinung nach ist es nur natürlich, dass ihr beide euch für den Suizid dieses Mannes verantwortlich fühlt, ihr seit beide keine Psychologen.

    Ihr denkt, "Wenn er damit gedroht hat sich unseretwegen um zu bringen, dann wird das auch so stimmen, dass wir ihm den Anlass dazu gegeben haben."

    Ihr Lieben, gönnt euch mal eine Sitzung bei einem Therapeuten oder Psychiater
    und lasst euch von einem Fachmann erörtern, was ein Suizid ist. Redet mit ihm über eure Schuldgefühle.

    Ein Fachmann wird euch sagen, dass ein Mensch, der bereit ist sich wegen einer Trennung das Leben zu nehmen, krank ist.

    Die Bereitschaft mit dem Leben ab zu schließen erfolgt immer aus einer tiefen psychischen Erkrankung heraus, in den meisten Fällen handelt es sich um eine Depression.

    Das Verhalten des Mannes, dass er ohne Grund zu solchen Schreianfällen neigte, klingt schon pathologisch. Ein Psychiater wird dazu genaueres sagen können.

    Lasst euch da mal fachlich aufklären und ihr werdet erkennen, dass euch keine Schuld trifft.

    Ein gesunder Mensch bringt sich nicht wegen einer Trennung um, dass geschieht nur bei einer tiefgradigen Störung. Informiert euch mal in dieser Richtung.

    Was Goldstaub schreibt finde ich sehr richtig. Versucht neben einer fachkundiger Beratung die Situation zu heilen. Bei einem Psychologen werdet ihr auch Anleitungen dazu finden. Oder sprecht mit dem Pfarer und betet mit ihm gemeinsam für die Seele dieses Mannes. Man muss nicht gläubig sein um in einem geschützten Raum wie der Kirche und einem Gebet Trost zu erfahren. Ich spreche aus Erfahrung. Sucht euch ein Ritual das sich seiner armen Seele widmet. Das schafft für euch auch die Möglichkeit der Heilung und des Tröstens.

    Alles Gute für euch beide,

    Hanne
     
  6. Johanne

    Johanne Well-Known Member

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    AW: Suizid des Partners

    Hallo Althea, ich denke die meisten von uns hatten bei dem Einstig von Elke und ihrem Lebensgefährten hier im Forum einige Fragezeichen.

    Ich lese die beiden versuchen sich hier einerseits mit der Technik und andererseits mit den Gepflogenheiten in einem virtuellen Gesprächsraum zu recht zu finden.


    Ich denke, wir könnten dies so annehmen und versuchen den beiden ein wenig Hilfestllung zu bieten.

    Schließlich sind wir länger in diesem virtuellen Wohnzimmer dabei und wenn jemand hier angekommen ist und sagt "Ich bin 65 und finde mich hier nicht auf anhieb so zu recht", können wir entsprechend damit umgehen.

    Das war jetzt keine Kritik an dich persönlich, ich wollte nur ein wenig für alle die Situation klären, weil mich Elke netter weise angeschrieben hat.

    Für uns ist ein Forum ganz selbstverständlich zu bedienen, für ältere Semester, die gerade einsteigen nicht. Deswegen freue ich mich immer wenn auch ältere Semester diese Möglichkeit Schritt für Schritt für sich entdecken.



    Liebe Grüße,

    Hanne
     
  7. Erde

    Erde Guest

    AW: Suizid des Partners

    Hallo Elke und Lebensgefährte,

    was Dich Elke seelisch belastet ist verständlich. Das Gefühl, das Leben eines Menschen auf dem Gewissen zu haben, kann einem selbst die Freude am Leben nehmen. Und das genau war das Ziel des Selbstmörders! In seinem Leben war er es anscheinend gewohnt, dass Du Dich ihm und seinen cholerischen Wutausbrüchen fügst, Du Dich ihm unterordnest. Wenn ich lese, wie er Dich beschimpft hat, welche seelischen Qualen Du damit auszuhalten hattest, dann hättest Du in meinen Augen eine Trennung um Deiner selbstwillen längstens herbeiführen müssen. Denn wir haben nicht nur anderen gegenüber Verantwortung zu tragen, sondern auch uns selbst gegenüber! Bei den jahrelangen Demütigungen ist es erstaunlich, dass Du Elke nicht auch noch seelisch krank wurdest. Für Dich wäre es gut, wenn Du es schaffen würdest, die GANZE Verantwortung für diesen Selbstmord bei Deinem verstorbenen Mann zu lassen. Denn ER hat diesen Weg gewählt und nicht Du Elke oder Dein jetziger Lebensgefährte! Was Dein verstorbener Mann getan hat, war seelische Erpressung und dafür hat ER die Verantwortung zu tragen und nicht DU Elke!

    Eine Zeremonie des Abschied nehmens finde ich auch gut und auch den Vorschlag, ihm einen Abschiedsbrief zu schreiben. Allerdings würde ich den Brief anschließend wie in einem Ritual verbrennen, was das Abschließen mit der Situation mit unterstützen soll. Gib Deinem verstorbenen Mann keinen Raum mehr, Dich zu erdrücken, Dein Leben zu bestimmen! Statt dessen widme Dich Deinem Leben mit Deinem neuen Lebensgefährten und genieße, dass er Dich liebt und wertschätzt und dass ihr zueinander gefunden habt. Genieße, dass Du nach vielen leidvollen Jahren jetzt einmal einen lieben Partner an Deiner Seite hast, dem DU wichtig bist.

    Gruss Erde
     
  8. silja

    silja New Member

    AW: Suizid des Partners

    Suizid ist eine der härtesten Methoden, Macht auszuüben und Schuldgefühle zu provozieren.
    Niemals hat jemand Schuld an einem Suizid.
    Sicher geht's ihm damit auch nicht gut.
    Ihm verzeihen ist wichtig. Er braucht auch dort das Gefühl, dass man ihm verzeiht, denn er muss auch drüber wegkommen.
    Aber Schuldgefühle haben- Nein.
    Wenn ihr jetzt Schuldgefühle habt, geht's ihm nur noch schlechter.

    Harte Sache das. Ihm verzeihen ist wirklich das Beste.
    Für sein Glück ist jeder selber verantwortlich. Schuldig zu sein macht alle traurig und ändert gar nichts.
    Viel Kraft Euch.
     
  9. Katze1

    Katze1 Well-Known Member

    AW: Suizid des Partners

    Hallo,

    ich vermute, dass der Mann von Haus aus schon psychisch krank war. Welcher normale Mensch tickt regelmäßig aus?

    Ich würde mich so auch nicht erpressen lassen.
    Ich würde auch nicht damit rechnen, dass derjenige das durchzieht.

    Wenn sich jemand das Leben nehmen will, dann tut er es früher oder später sowieso.

    Denke, das war eine unerkannte Depression.
     
  10. lebbar

    lebbar Member

    AW: Suizid des Partners

    mit suizid drohn weil man sich von jemandem trennen will ist psychische gewalt!!!

    man hört ja immer wieder, dass in partnerschaft der eine dem anderen droht mit sprüchen wie: wenn du mich verlässt, bring ich mich um oder: wenn du mich verlassen willst, bring ich dich um, und regelmäßig liest man dann die vollzogenen fälle in den zeitungen,

    ihm verzeihen, dass er dir gewalt angetan hat mit dieser sache, elke, verzeih ihm, es war schwerste unterdrückung deiner Freiheit, selbst zu wählen, mit wem man zusammen sein will oder nicht, er hat deinen freien willen über dich selbst nicht respektiert!

    leider ist das unter vielen beziehungen der ganz normale wahnsinn:confused:
     
  11. Johanne

    Johanne Well-Known Member

    AW: Suizid des Partners

    Hallo lebbar.

    Manche Beiträge sind schon etwas älter. Könnte sein, dass die Threadsteller deine Kommentare leider nicht mehr lesen.


    Willkommen im Forum.

    Viele Grüße,

    Johanne
     

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