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Verzweiflung! Ausweglosigkeit!

Dieses Thema im Forum "Lebenskrisen" wurde erstellt von Sonnenblume, 11 Januar 2008.

  1. Sonnenblume

    Sonnenblume Active Member

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    Hallo. Bin schon seit Jahren ein Fan Eures Forums!Ich habe mir jetzt mal ein Herz genommen, zu schreiben, weil ich nicht mehr weiter weiss. Ich bin so verzweifelt wie noch nie in meinem Leben, vielleicht hat jemand einen Rat für mich? Das Universum lässt mich momentan im Stich (sorry, aber ich finde keine Wege mehr!)
    Ich bin eine sehr sensible, gefühlvolle aber leider sehr ruhige und verschlossene Frau, jedoch werde ich von der Aussenwelt als sehr robust und offen und kommunikativ wahrgenommen. Bin ich nicht! Ich lege Wert auf gute Gespräche, in denen es um Menschen und Gefühle geht. Ich kann auch vielen Menschen durch meine ruhige Art und durch Zuhören und Nachfragen viel Energie geben, auch dieses Feedback bekomme ich oft und das gefällt mir. Ich liebe Lesen, schreiben, Ruhe, Natur und Malen. Ich hasse laute Lokale und Menschansammlungen. So. Jetzt zu meiner aktuellen Sache: Ich bin momentan in einer schrecklichen Situation:habe seit Montag einen neuen Job, in dem ich eben sehr offen und kommunikativ sein muss (was ich eben nicht bin und ich vermute, mein Arbeitgeber hat eben dieses falsche Bild von mir, dem ich nicht entspreche). Seit einigen Wochen habe ich einen Freund, der auch offen, stets lustig und heiter durchs Leben läuft. Ich dachte bei meiner Jobentscheidung daß ich das eben als Entwicklungsschritt nehmen soll, damit ich es endlich schaffe, auch mit vielen Menschen stressfrei zusammenzusein und mich einzubringen. Auch daß mir dieser Mann nun "zugefallen" ist, wertete ich als Hinweis, endlich loszulassen von meinem insichgekehrtsein und unkommunikativen Verhalten. Ich wünschte nämlich immer schon so jemand zus ein, der es geniessen kann, mit vielen Menschen Spaß zu haben und es nicht als Stress zu empfinden, mit Firmenkollegen Abendessen zu gehen. Doch es gelingt mir einfach nicht! ich sitze beim Abendessen eben mit den neuen KollegInnen und kann nicht reden, nur zuhören und nichts fällt mir ein, was ich sinnvolles zu einem Gespräch beitragen könnte! Ich hasse mich dafür! Mein Freund zum beispiel ist so einer, der einen Tisch mit 20 Personen locker unterhalten könnte und das geniesst! Ich sitze dann daneben wie ein dummes kleines Kind und kann nur verkrampft lachen. Was meint ihr: Wie finde ich heraus, was meine wirkliche Persönlichkeit ist? Ich muss dazusagen, ich bin 39 und beschäftige mich sehr mit Menschen, mache auch eine NLP Ausbildung und dachte eigentlich, daß ich schon mit mir zufrieden bin. Dann sowas und alles auf einmal. Ich kann nur mehr weinen und bin richtig verzweifelt, weil ich nicht weiss wohin ich gehen soll: Job weg, weil er mir ja Stress verursacht oder behalten, weil eben Entwicklungsschritt möglich? Leider habe ich mir letzte Woche die Hormonspirale einsetzen lassen und seitdem höllische Schmerzen. Vielleicht trägt das auch zu meiner Verzweiflung bei. Fühle mich so einsam, weil eben mein Freund meine Tränen nicht verstehen kann, weil er in nichts aber auch garnichts ein Problem sieht. Ich hoffe, ich hab das wichtigste beschreiben können, es hilft mir schon viel, das einmal niederzuschreiben. Herzliche Grüße.
     
  2. Strandläufer

    Strandläufer Well-Known Member

    AW: Verzweiflung! Ausweglosigkeit!

    Liebe Sonnenblume,
    dein Problem kenne ich nur zu gut, mir ist es über viele viele Jahre so gegangen. Das war einfach eine Zeit der Selbstfindung und sehr nötig. Mein Mann hat jahrelang das Sprechen übernommen und das in einem Übermaß, das ich irgendwann auch nicht mehr ertragen habe. Der fing schon an zu reden wenn er fünf Meter von mir entfernt war oder die Treppe hoch kam. Wie sollst du noch reden, wenn dein Umfeld es ständig tut?
    Isrt es bei dir ähnlich? Dann sieh zu dass du Grenzen ziehst, die für dich verträglich sind, stelle dich nicht immer als Seelenbehälter zur Verfügung.

    Ich habe in dieser Zeit mal geträumt es würde mir jemand seinen gesamten Hausmüll vor die Füße werfen und ich sollte ihn wegräumen.
    Definiere dich lieber nicht über das Helfen und zuhören, das ist einfach zu einseitig.
    Alles Liebe
    Elke
     
  3. Katze1

    Katze1 Well-Known Member

    AW: Verzweiflung! Ausweglosigkeit!

    Liebe Sonnenblume,

    Falls du irgendwas mit Verkauf zu tun hast (klingt so bei auf Menschen zugehen etc.) dann ist Zuhören eine wesentlich bessere Eigenschaften als Reden - wie sonst willst du herausfinden, was du deinem Gegenüber verkaufen kannst, wenn du ihn nicht reden läßt?
    Und deswegen willst du auch so sein? Ihr kämt ein einen entsetzlichen Konkurrenzkampf. Warum wohl hat er sich dich ausgesucht? Weil du gut paßt und nicht, weil ihr gleich seid.
    Ab zum Arzt!

    :liebe1:
     
  4. DerCoach

    DerCoach Member

    AW: Verzweiflung! Ausweglosigkeit!

    Hallo Sonnenblume,

    kann gut verstehen, dass diese Situation für dich schrecklich ist.

    Ich entnehme deinen Zeilen, dass du ein gefühlvoller, intelligenter und wertvoller Mensch bist. Es gibt - aus meiner Sicht - also überhaupt keinen Grund zu grossen Veränderungen.

    Wohin willst du dich entwickeln? Ist es wirklich in Richtung "Partylöwe"? Oberflächliches Gequatsche statt gute Gespräche? Mehr Schein als Sein?
    Ist das der richtige Job für dich? Das soll jetzt nicht heissen, dass du ihn sofort hinschmeissen sollst, aber denke darüber nach.

    Kommunikation und auch Smalltalk kann man lernen. Du wirst dann wahrscheinlich nicht der Alleinunterhalter, aber du kannst dich auf solche Situationen vorbereiten. Da fühlst du dich dann sicher und nicht mehr verkrampft.

    Wessen Vorstellungen und Werten würdest du entsprechen, wenn du "anders" wärst? Wer sieht in deinem Verhalten ein "kleines Kind"?
    Allen Anderen kannst du es ja sowieso nicht recht machen. Also - was ist für DICH wichtig und wertvoll?

    Weiterentwicklung ist ein Prozess, mit vielen kleinen Veränderungen. Schritt für Schritt. Vielleicht war dein Schritt zu gross, zu radikal?

    Mir jedenfalls gefällt die Art, wie du schreibst. Bitte mache nur "Anpassungen", um zufriedener und glücklicher zu sein, aber ändere dich nicht total.

    Alles Liebe
    Robert
     
  5. Hortensie

    Hortensie Well-Known Member

    AW: Verzweiflung! Ausweglosigkeit!

    Hi Sonnenblume,
    so geht es mir auch oft.

    Doch für einen selber. Es muss nicht die "Partylöwe"-Entwicklung sein. Doch manchmal braucht´s auch ein oberflächliches Gequatsche. Man kann nicht nur immer hochintelligent reden. Außerdem gibt es auch Menschen, die ein bisschen weniger intelligent sind.
    Ich denke der Job ist eine gute Herausforderung für dich - genau so wie dein Freund. Du wirst ja direkt mit der Nase darauf gestossen. Nimm dich ihrer an.

    Genau, bei der Volkshochschule gibt es gute Kurse.

    Ebersche
     
  6. Niki

    Niki Well-Known Member

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    AW: Verzweiflung! Ausweglosigkeit!

    Hallo,
    ich hab diesen Thread jetzt durchgelesen und bin ein wenig verwirrt....:confused:

    Also beginne ich noch mal von vorne zu lesen:

    Wer sagt da "leider"???
    Ich höre da zwischen den Zeilen heraus, dass du nicht unbedingt gerne ruhig und introvertiert bist......und dass du eventuell den Wunsch in dir verspürst, dich etwas mehr zu öffnen und mit deiner Umwelt auszutauschen?

    find ich auch super!!! (aber wichtig ist, dass DIR das gefällt.)

    ..."muss"???

    find ich auch schön, aber auch DEINE Art zu leben find ich sehr schön.

    okay, hier hast du nun beschrieben, was dein EIGENTLICHES ZIEL ist.

    na hey du ;) das kann ja auch nicht von heute auf morgen funktionieren....;)
    Das wär ja grad so, als möchtest du untrainiert einen 20km Marathon mitlaufen....


    na da bist du aber ganz schön streng mit Dir!!!

    na gut, der hat ja wahrscheinlich auch schon mindestens 30 Jahre lang trainiert, oder?

    du hast dich ja oben ja eh sehr gut beschrieben. Doch nun hast du den Wunsch, dich in einer Richtung weiterzuentwickeln, so dass du ungehemmt und locker in Gesellschaft sein kannst und es genießen und Spaß haben kannst, wenn ich das richtig verstanden habe.

    Ich find das super! Du hast dir ein Ziel gesetzt, welches du erreichen möchtest.
    Nun würde ich an deiner Stelle einfach mal klein anfangen.
    Wenn du für einen Marathon trainierst, gehst du anfangs vielleicht mal etwas schneller eine Runde mit ein paar Kilometern.
    Naja, und wenn du locker sein willst in Gesellschaft, dann musst du dich erst mal langsam an Gesellschaft gewöhnen.
    Welche kleineren Schritte da genau für dich geeignet sind, ist jetzt für mich schwer zu sagen, weil ich dich ja nicht kenne. Aber das wirst du vielleicht auch für dich selbst herausfinden.
    Ich könnte mir vorstellen, möglicherweise einfach mal in einem Kaffeehaus die Leute zu beobachen und eine Viertelstunde lang diesen Trubel zu genießen; oder mal einen Small-Talk mit der Verkäuferin versuchen......also einfach ein bisschen mehr über deine Grenzen hinauszugehen, die du jetzt hast.
    Und diese Grenzen kannst du ja täglich oder wöchentlich ein bisschen erweitern.

    Ich glaube, es ist zuviel verlangt, von heute auf morgen eine andere Persönlichkeit darstellen zu wollen. Auch du hast für deine Fertigkeiten (deine Identität, die du jetzt darstellst) ja schon 39 Jahre lang trainiert, oder ;)
    Dann kannst du doch nicht erwarten, dass du von heute auf morgen dich total umstellen kannst.

    Aber wenn das wirklich dein Wunsch ist, dann übe einfach weiter.

    Ansonsten finde ich deine sensible, tiefgründige und und introvertierte Art auch total lieb!!!

    Hast du schon einmal für dich die Beweggründe hinterfragt, WARUM du dich ändern willst? Vielleicht könnte diese Erkenntnis auch wichtig sein für dich.

    na eben, solche Menschen gibt es eh viel zu wenige ;)

    Duuh....das hast du dir aber selbst auferlegt, richtig?
    Mach dir nicht so einen Stress.

    Du bist in Ordnung, so wie du bist. Aber wenn dir die Gesellschaft mehr Spaß macht, dann geh es wie gesagt langsam an. Jeder liebt dich genauso, wie du jetzt bist, und ob du dann mehr geliebt wirst, dafür hast du keine Garantie, also wofür der Stress :liebe1:

    also, atme mal ein paarmal kräftig aus und entspann dich :liebe1:

    herzlichste Grüße
    Niki
     
  7. Sonnenblume

    Sonnenblume Active Member

    AW: Verzweiflung! Ausweglosigkeit!

    hallo, an euch alle, die ihr mir geschrieben habt! ich danke euch!!!!!!im nachhinein dachte ich eigentlich, daß ich viel zu wirres zeug geschrieben habe, um meine verzweiflung zu beschreiben, aber ihr habt mich sofort verstanden um was es mir geht! ich habe heute früh nach dem aufwachen genau in mich hineingehört und beschlossen, in dieser neuen firma nicht lange zu bleiben und mich statt dessen langsam auf meinen persönlichen marathon vorzubereiten. es würde nun dreizehn seiten füllen, um zu beschreiben, was in mir vorgeht und was darüberhinaus noch in den letzten tagen in meinem leben/umgebung passiert ist aber ich will euch nun mal nur kurz feedback und viele dankes für eure antworten senden. dieses forum ist wirklich ein besonderes, mit euch als besonderen und aussergewöhnlichen menschen, also ein geschenk! da ich persönlich herausforderungen liebe, habe ich keine angst vor dem, was nun auf mich zukommt. ich werde hoffentlich bald viel zeit für mich haben und kann mich dem kurzgeschichtenschreiben wirdmen, was ich seit dem letzten frühjahr mache. und auch meiner finalisierung der nlp-ausbildung, das ist der richtige weg für mich, also der nächste schritt. also nochmals danke an euch alle und freu mich auf weitere kontakte in diesem forum! herzlichst, eure sonnenblume
     
  8. john doe

    john doe Member

    AW: Verzweiflung! Ausweglosigkeit!

    Hallo,
    Ein Gedanke von mir...
    Nun, wenn dich andere als etwas wahrnehmen, was du nicht bist, dann bringst du das was du darstellst gut rüber.(Wie sieht dich dein Freund?)
    Das braucht viel Übung.-immer-
    Mit neuen Kollegen ist es so, dass man sie ja wenig kennt. So sind die Gesprächsbereiche natürlich unbekannt. Das ist, wenn man sie einfach kennenlernen könnte, kaum ein Grund Angst zu bekommen. Angst macht eine neue Situation, wenn man dafür nicht gerüstet ist, keine Routinen da sind, die du brauchst, damit andere dich so sehen, wie du gesehen werden willst.
    Du wirst dies aber beim nächsten oder übernächsten mal schon wesentlich besser machen. Dann werden dich die Leute beim Arbeitsessen so erleben, wie du erlebt werden möchtest.
    NLP lernst du ... du sollst dich nicht umprogrammieren, du bist kein "Stück".
    Bei mir ist es so, dass ich mir vorstellen kann, dass, wenn mich etwas-jemand wirklich interessiert, Kommunikation kein Problem ist. Dies ist jedoch bei den meisten - fast allen- Leuten die ich treffe nicht der Fall. U.A. ist das meine Angst vor Verletzung von Anderen. Das muss bei dir nicht so sein, oder nicht so entschieden wie bei mir. Durch mein komplexes PTBS ist mein Interesse an anderen so gross, dass ich sehr einsam bin, eigentlich. Jedoch arbeite ich auch in einem Kommunikationsberuf. Wohl weil ich im soz.Bereich sehr viel schauspielere, ist das ein trefflicher Job. Denn bei geschäftlicher Kommunikation sind wirkliche Affekte unerwünscht, es sei denn sie dienen dem Geschäft.
    So scheint es doch folgerichtig, dass dich das Arbeitsessen stresst.

    Ich hoffe, ich habe dich hiermit nicht verletzt, sind alles nur Vermutungen.
    Sorry + alles Gute:)
    John Doe:
     
  9. Sonnenblume

    Sonnenblume Active Member

    AW: Verzweiflung! Ausweglosigkeit!

    hallo und auch dir danke. genauso gehts mir eh auch. keinesfalls hast du mich mit deiner antwort verletzt, im gegenteil! ich fühle mich damit sehr angesprochen! ich interessiere mich auch sehr für andere menschen und gebe auch zu, daß ich deshalb auch eher "alleine" durchs leben laufe.du hast vollkommen recht: wenn es themen sind, die mich bei einem arbeitsessen interessieren, dann gelingt es mir sehr gut, zu kommunizieren. auch mit "fremden". jedoch ist es leider bei diesem job so, daß die themen sehr technische und überhaupt keine "menschlichen" sind, wo ich mich da einbringen könnte. ich fühle mich daher bei meiner entscheidung, diesen job nicht weiter zu machen, sehr wohl. was das "schauspielern" betrifft, das kann ich sehr gut, ist ja wieder mal bewiesen. ich habe da scheinbar gute fähigkeiten. gerne trenne ich beruf und privat. und privat will ich so sein, wie ich bin. nämlich zurückgezogen, ruhige lebensweise und eben austausch über fast philosophische ;-)) themen. mein freund ist eben genau das gegenteil von mir (nach aussen zumindest) aber ich denke (so lange kennen wir uns noch nicht), er sieht ganz genau, wie es in mir drinnen aussieht. aber er ist der erste mann, mit dem ich länger zusammen bin, der eben sehr extrovertiert ist. ich nehme das als herausforderung. du, vielleicht bin ich zu langsam, aber was meinst du mit ptbs? also an dich vielen herzlichen dank für deine gedankenanregung an mich!!!!!!!!
     
  10. Lucille

    Lucille Well-Known Member

    AW: Verzweiflung! Ausweglosigkeit!

    Ihr beide habt da anscheinend sehr ähnliche Erfahrungen:
    interessiert ihr euch in großem Maße für andere Menschen, dann resultiert daraus Einsamkeit.

    Meint ihr damit, dass ihr so wenig von euch selbst preisgibt, dass das zwischenmenschliche Interesse einseitig ist? Oder wie?

    Bin echt neugierig auf eure Antworten, denn ich mache auch immer öfter die Erfahrung, gewisserweise "auf der Strecke" zu bleiben. Ich sehe mich nicht als Opfer, wohlgemerkt, aber schlüssige Antworten finde ich nicht.

    Liebe Grüße,
    Karin
     
  11. john doe

    john doe Member

    AW: Verzweiflung! Ausweglosigkeit!

    Moin Sonnenblume,
    es fällt ein kleiner Stein von meinem Herz(plums), du fühlst dich nicht verletzt, das freut mich sehr. Ich denke und verknüpfe andauernd die unmöglichsten Sachen miteinander...
    Ich glaube, wir alle verstehen das was wir sagen, wenn wir es sagen, und besonders wenn wir es schreiben nochmal.- Was der Grund dafür sein kann, das reden hilft. Auch genaues Lesen, wie Zuhören, was schwieriger ist.

    Ich sage auch, ich trenne berufliches und privates. Jedoch sage ich dies nicht gern. Ich trenne es auch, und es erfreut mich nie. Ich tat es, werde es nie wieder tun, da es zu schmerzhaft ist. Obwohl, ich würde es am liebsten verbinden, wie wohl viele. Denn, eins sein, ist das schönste, denke ich. Es ist das höchste dessen, was man erreichen kann. Leider jedoch, ist es für unser materielles Wohl heute unabdingbar, sich möglichst unangreifbar zu machen. Immer, und zu leicht, kann uns unser Gegenüber verkaufen, zu seinem Vorteil.
    Ich denke mir, sich so zu schützen, zeugt von Weitsicht. Jedoch soll die Tür nicht zu sein, denn in Ordnung ist das nicht, was uns hier die Gesellschaft abverlangt. Und ganz selten, dann zu Recht schaft jemand den Schritt über die Tür die du aufgelassen hast.

    -ich reiße hier das, was du sagtest auseinander, das Wesentliche ist:
    Auch ich will so sein wie ich bin.
    siehe nun oben.

    Hier meine ich, was bedeutet Herausforderung?
    Es ist wichtig, zu verstehen, denn ich selbst glaube ja kaum was. Es gab vor einigen Jahren noch eine Zeit, in der gab es Probleme deren Lösung anstand, und es gab Herausforderungen die zu meistern waren.
    Ich sage mal als Beispiel:
    Du, ich habe da ein Problem mit meinem Freund, hörst du mir zu, hilfst du mir?
    Und Heute:
    Du, ich habe da eine Herausforderung mit meinem Freund, machst du mit?
    Ich denke mir, es liegt viel zwischen diesen Sätzen, es ist nicht dasselbe gemeint. Vielleicht schwingt in der Herausforderung mehr Gewinnen denn Harmonie mit?
    Unsere spaßhafte Gewinn und Konsumgesellschaft, wie weit entfremdet sie uns in unseren Gedanken jetzt schon. Weder willst du deinen Geliebten fressen, noch als Los-Preis(Sklaven) noch als Clown, du willst einen Gegenüber, gleichwertig, liebenswert - menschlich-...
    Mit deinem Job ist es ähnlich, etwas andersherum, du willst mit deiner Arbeit nicht ins Bett... (weiteres ist komplexer abzuleiten, aber es würde gehen,sei versichert, nur, ich habe nicht genug Zeit), deine Arbeit soll deine Bedürfnisse und Ansprüche an Sie befriedigen, nicht soll sich die Arbeit an dir gütlich tun.(Im Tagesschauphänomen anderswo, werde ich das noch mal beschreiben) -sorry.

    PTBS = Posttraumatische Belastungsstörung, bei mir vielfältig/ komplex

    Einfach zu erklären ist das nicht(Tagesschauphänomen). Es hat viel mit dem zu tun, wie man lernt. Mal ganz platt, du kommst auf eine Reihe von 20 Leuten zu. Diese stehen alle beim Bäcker an. Du hast eine leere Tüte und Kleingeld in der Hand. Du gehst dicht von hinten kommend an den Leuten vorbei. Alle wissen, dass du dich vordrängelst. Der erste schreit dich an. Der zweite stellt dir einen Fuß. Der dritte schlägt schon mit der Hand nach dir. Alle anderen schlagen nun auch mit den Händen nach dir. Und du wolltest nur schnell zum Bäcker, weil deine todkranke Mutter, die in Minuten stirbt, zu dir sagte, wenn du mich liebst, bringst du mir noch ein frisches Brötchen. Und du kommst zurück, und weil du wegen dem Blut der Schläge auf deinen Füssen ausgerutscht bist, kommst du zu spät, deine Mutter ist tot.
    Oder anders, wasch ab, aber mach das Geschirr nicht nass. Du hast keine Chance zu entkommen, und bist daran selbst schuld. Das, und das jahrelang - Jahrzehnte, und immer wenn du an einer Anstehschlange vorbeigehst wirst du die Strassenseite wechseln. Und, aus welchem Grund solltest du glauben, dass dich erhobene Arme grüssen und nicht schlagen wollen? Es reicht in der betreffenden Konstellation 1 Schlag und dein Leben ist bestimmt, es können 10 sein und nie wirst du etwas merken. Es kommt auf die Konstellation an.
    Das stell dir bei einem 4 jährigem als Stress Belastung vor, über Jahre, in vielen Farben, warum glaubst du soll dieser Junge meinen Menschen sind gut?

    Ich hoffe, ich habe dich nicht schockiert.
    danke John doe
     
  12. john doe

    john doe Member

    AW: Verzweiflung! Ausweglosigkeit!

    Hallo Karin, heute schaffe ich es nicht mehr.
    Morgen werde ich es hoffentlich schaffen es versuchen zu erklären,
    danke vorerst für dein Interesse
    john doe
     
  13. Sonnenblume

    Sonnenblume Active Member

    AW: Verzweiflung! Ausweglosigkeit!

    Hallo,
    habe Eure interessanten Beiträge (vor allem von Dir, John) gelesen und Euch gleich geantwortet, aber leider ist meine Antwort hier imForum nicht zu lesen, keine Ahnung, ob ich da was falsch gemacht habe? Wollte Euch das nur mal mitteilen. Versuche daher nochmals eine Antwort zu senden. Ist allerdings eine Kurzversion. @Karin: Ja, ich denke, das hat was damit zu tun, sich einem Menschen ja nicht zu öffnen, um nicht verletzt zu werden. Bei mir dauerts oft Jahre ;-)) bis ich aus mir rausgehe. Wenn wer so lange Geduld hat? Dann ists ok! ;-)). Ist aber äußerst selten der Fall, weil die meisten Menschen mehr Wert auf lustiges, lautes gehabe legen als auf ruhige Menschen, die es vorziehen, über Gefühle und Beweggründe und allerlei philosophische Themen reden wollen. Ist leider so.
    @ John: Ich persönlich finde eine Trennung von Beruf und Privatleben sehr wichtig. Doch ich lese zwischen Deinen Zeilen, daß Du da und in dieser Hinsicht schon mal ein eigenes Erlebnis hattest. Ist dann natürlich sehr subjektiv. Aber Stoff für weiterführendes thema. Das, was Du zum Thema Herausforderung ansprichst, ist für mich gleichbedeutend mit Macht. Hier finde ich es wichtig, daß das Motiv stimmt. Macht zu wollen, egal was es kostet bringt nichts gutes. Schade. hatte gestern so gute Worte dafür gefunden...Heute bin ich eher gestresst, daher gelingts mir nicht so gut.
    Dein letzter Absatz regt sehr zum Nachdenken an. verstehe ich aber vollkommen und kann ich nachvollziehen und verstehen. Schade, daß wir alle (ich inkludier mich da) solche Erlebnisse hatten. Die picken auf uns und es ist schwer, sie loszuwerden. abe rich glaube daran, daß wir sie losbekommen können. Wenn man will. John, ein großes Danke an Deine für mich bereichernden Zeilen. Freu mich jedesmal, von Dir zu lesen, weils so bereichernd und interessant ist, was Du schreibst!
    Herzliche Grüße (hoffe, diese meine Zeilen gehen jetzt durch;-)) ) Eure Sonnenblume
     
  14. raphael

    raphael Member

    AW: Verzweiflung! Ausweglosigkeit!

    Liebe Sonnenblume!

    Ich bin 56 und habe die Höhen und Tiefen des Lebens kennen gelernt.
    Trotzdem kann ich dir keinen Rat geben, denn ich glaube, du brauchst keinen.

    Das ist nicht Härte oder Geringschätzung, sondern eher Zuneigung zu einer mir völlig unbekannten Person.
    Wenn du schreibst, dass du in dich gekehrt bist, sage ich dir, Gott sei Dank gibt es Menschen, die nicht immer laut hinausposaunen, wie gut sie nicht sind und was sie nicht alles können!

    Wenn du meinst, dass du beruflich nicht an der richtigen Stelle bist (so hast du es zwar nicht ausgedrückt, aber ich verstehe es so), dann hast du dir die Antwort eigentlich auch schon gegeben.

    Aus deinem Leid kannst du viel machen, schreibe, auch diese Absicht hast du schon erwähnt!
    Ich will deine Verzweiflung nicht kleinreden, doch bedenke, um wieviel ärmer die Menschheit wäre, wenn wir alle nur Schlaraffenland-Gefühle hätten und wie aus Leid großartige Kunstwerke geschaffen wurden.

    Ich wünsche dir, dass du deine Verzweiflung transformieren kannst und ich fühle mit dir!

    Mit lieben Grüßen
    Raphael
     
  15. john doe

    john doe Member

    AW: Verzweiflung! Ausweglosigkeit!

    Hallo Karin,
    ich hoffe nicht, dass Sonnenblume so fertig ist wie ich. Wohl, weil ich kaum echte Affekte im soz. Umgang zulasse, oder noch habe, bin ich gezwungen andere immer sehr gut zu verstehen, damit das, was ich sage, das bewirkt was ich in dem Moment will. Damit manipuliere ich, ich bin (eigentlich)nie wirklich da, ich schauspielere. Das hat mir schon in der Kindheit einiges an Prügel erspart. Die immense Prügel, die ich dennoch mehrfach in der Woche bekam, machte mich lernen, was Menschen sind, und generell, was sie mir tun. Das Dorf in dem wir wohnten, alle wussten um die Misshandlungen.
    Wegen der Prügel, wollte ich immer gut sein, und wohl habe ich versucht, durch immense Anstrengungen meine Leistungen immer weiter zu steigern, und auch wohl um doch noch Anerkennung Liebe und Zuneigung zu bekommen. Das bekam ich nie, ich bekam Schläge von meinem Vater, und die erste Zeit auch von der Stiefmutter. Irgendwann, terrorisierte sie mich derart, mit "warte man, bis Vater kommt, der gibt es dir schon", und viele andere Gemeinheiten, das ich wohl mit 12 oder 13 oder so ihr einen rechten Haken ins Gesicht schlug, unters Auge, sie blutete richtig, sie schlug mich nie mehr, nur noch Drohungen, und verweise auf meinen Vater, der es schon machen würde, bestimmt war ich nicht immer brav, jedoch so viel Prügel, oft schlug er mich einfach, um vor seiner Frau Ruhe zu haben, wenn er nach Hause kam und sie quakte. Mein Vater war Handwerker, er hatte richtig Kraft, darin komme ich ihm nun auch nach. Ich denke, weil ich als Kind so viel arbeiten musste, die Tiere, der Garten, der über 10 Jahre gehende Hausausbau. Ich hatte als Kind nur ganz ganz wenig Freizeit, durfte Abends nie weg. Wo andere einfach reagieren, habe eine sehr weite Palette an Routinen entwickelt, denke ich.
    Zurück.
    So wie andere mich erleben, bin ich nicht.
    Meist ist es wohl so, dass ich, wenn ich anderen näher kommen will, sie versuche zu beeindrucken, bei der Schule, in der ich war gelingt mir das sehr gut. Nur wenn sie mir dann um meiner Leistung willen entgegenkommen, blocke ich ab, denn ich suche wohl immer noch die Zuneigung meines Vaters... Es stimmt für mich nicht. Eine Sicht ist auch, so wie mein Vater mich immer abblitzen lies, lasse ich nun andere abblitzen. Teuflisch. Ich merke es irgendwie, es tut mir auch leid, hilflos, erst jetzt, wo die nicht einfache "Mechanik" dessen was ich tue, oder getan habe mir klar wird, klärt sich das Bild, beginne ich mich zu verstehen. Ob es stimmt, weiß ich nicht, aber es erscheint mir logisch, schlüssig. Wenn ich nach über 30 Jahren nicht das gefunden habe, was ich suche, gibt es das was ich suche vielleicht gar nicht mehr, sage ich mir nun.
    Ich weiß nicht ob ich es habe erklären können, ist schwierig.
    Es tut mir aber gut es zu schreiben, ich verstehe es dann nochmal.

    danke
    euer john doe
     

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