Beziehungsende in Liebe?

Dieses Thema im Forum 'Untreue, Fremdgehen,Seitensprung,Dreiecksbeziehung' wurde von blaureni gestartet, 30 Januar 2012.

  1. pisces Well-Known Member

    denke auch.
  2. Lucille Well-Known Member

    Da ich davon ausgehe, dass seine Frau einen Unterhaltsanspruch hat,
    ist ihr sehr zu wünschen, dass sie diesen auch geltend macht.

    In's Bild würde es nämlich passen, dass er, mit seinen diesbezüglichen
    Allmachtsfantasien, sie finanziell zu manipulieren versucht.

    Für diese Frau muss das kommende Jahr, in welchem sie ihn bei
    Dir weiß, die emotionale Hölle sein. Dazu bedarf es noch nicht mal
    einer übermäßigen Labilität.
  3. ChrisTina Well-Known Member

    Vergiss es
    Ich bin Coach
    Ich wäre nie auf die Idee gekommen, meinen Partner zu coachen, den ich im Begriff bin zu verlassen
    Es kann nicht funktionieren
    Beim besten Willen nicht

    Und für einen "echten Coach" ist Familie und Partnerschaft ein absoluter NoGo-Bereich - kein Coaching bei Nahestehenden - das geht voll in die Hose. Und es geht noch weiter - auch kein Coaching die einen selbst als Elternersatz sehen.

    Wie will er als Fast.schon.Ex seiner Noch.nicht.Ex absolut unprofessionell beistehen?
    Als "beste Freundin"? Gehts noch?

    Also in deiner Haut möcht ich wirklich nicht stecken, wenn euch das alles mal nachhaltig auf den Kopf fällt - speziell dir - weil letztendlich wirst du es ausbaden müssen - entweder als verlassene Geliebte, mit ders jetzt doch nicht so geklappt hat - oder als die, die sich die ganze Beziehungskiste zwischen den beiden jetzt mindestens ein Jahr lang live reinziehen darf - weil wo will er denn seinen angecoachten Frust weg coachen lassen?

    Also mir fällt da nur eine ein *mal nen Spiegel reich*
    Na dann, viel Spaß beim Experimentieren
    pisces und Martin44 gefällt dies.
  4. blaureni New Member

    Guten Morgen!

    Ich sehe eure ganzen Befürchtungen, manche genau so, manche nicht ganz so.

    Ich denke schon, dass es jetzt nicht mehr um das Ausprobieren geht, sondern Konsequenzen gezogen wurden.

    Im Moment läuft alles erst einmal "normal".
    Gerade für meinen Freund und seine Frau ist ja die ganze Situation noch neu, jetzt mit der Entscheidung andere Wege zu gehen, Etwas abschzuschließen, Verantwortung zu übernehmen und abzugeben.
    Da wird natürlich ausprobiert und ich kann mir vorstellen, der Satz: "Lass uns Freunde bleiben. Wie kann ich dir helfen." ist von Seiten des Verlassenden gar nicht so selten gesagt und auch so gemeint.
    Gebt ihm Zeit einzusehen, dass das nicht so funktioniert.

    Er ist, meiner Meinung nach schon typisch Mann, mein Ex war ähnlich: Ich habe entschieden, und das wird funktionieren.
    Da kann ich nur in ganz kleinen Portionen Zweifel oder Kritik beisteuern, bis die Einsicht kommt.
    Vieles wird die Zeit bringen und ich denke seine Frau hat sich bis jetzt hervorragend verhalten (einschließlich aller Ablehnung an meine Person auch die Kinder inbegriffen), sie hat gekämpft, um die Beziehung zu retten und sie wird jetzt entscheiden, wen sie wann braucht.

    Für die Zweifler, sie haben auch über Geld gesprochen. Mehr Informationen habe ich nicht und das ist auch gut so.

    LG blaureni
  5. Lucille Well-Known Member

    Liebe blaureni,

    ich finde es alles andere als "normal", wenn ein verheirateter Mann und Familienvater bei
    seiner Freundin einzieht.

    Er nimmt den damit verbundenen Demütigungs-Faktor für seine Frau in Kauf.
    Und bietet seine "Hilfe" an, damit sie genau damit umzugehen "lernt".

    Sie wird nicht nur das Ende der Ehe aufzuarbeiten haben, sondern vorallem das "Wie".
    Bleibt wirklich nur zu hoffen, dass sie mit dem Hintergrund der Schäbigkeit
    zumindest finanziell gut aussteigt.

    LG
    Lucille
  6. Martin44 Active Member

    @blaureni
    Du schreibst: ..... typisch Mann, mein Ex war ähnlich: Ich habe entschieden, und das wird funktionieren

    Das ist wohl so in den meisten Fällen. Männer reden wenig (oftmals zu wenig) und entscheiden rasch und .... manchmal natürlich auch falsch.
    Aber - das mit den falschen Entscheidungen trifft ja beide Geschlechter. Frauen entscheiden eben wortreicher, - was hier aber keineswegs kritisiert werden soll.

    Und. Vielleicht zum Nächtigen bei der Ehefrau.
    Nur sehr, sehr sensiblen Männern gelingt es in der entsprechenden Nacht "enthaltsam" zu bleiben.
    Und, wenn die Frau um ihren Mann kämpft wird es ohnedies für den Mann "recht eng" beim "Starkbleiben".

    Alles Gute
    Martin
  7. blaureni New Member

    Liebe Lucille!

    Ich meinte mit "normal" die Trennung, wie sie beginnt, die Schwierigkeiten.

    Ist nicht das Ende einer Ehe immer schlimm.
    Es bricht doch in diesem Moment der gesamte Lebensplan zusammen.

    "Mann zieht aus und zur Freundin, weil er eine neue Liebe gefunden hat", was ist daran schlechter als" Mann zieht aus und sagt alleine ist mir lieber, ich kann und will nicht mehr mit dir"?
    Das Gleiche gilt sich auch im umgekehrten Geschlechterverhältnis.

    Mein Beispiel:
    Ich habe meine Ehe in erster Linie beendet weil ich nicht mehr konnte und wollte - die Demütigung waren zu groß, dass tägliche Verletzen nicht mehr ertragbar - es ging im eigentlichen Sinne nur um Macht zu zeigen über den anderen. Mein Mann hat das bis heute nicht erkannt.
    Aber er hat akzeptiert, dass ich mich neu verliebt habe und ihn deshalb verlasse, obwohl genau das nicht der Grund war.

    Die "Hilfe" ist doch eine typische Charaktereigenschaft meines Freundes.
    Siehe doch den Vordialog; er glaubt für andere mitdenken und handeln zu müssen.
    Beispiel aus dem Gespräche von Vorgestern, um sein bisheriges Handeln zu begründen.
    "Ich glaube sie (seine Frau) ist jetzt so weit, dass sie versuchen kann alleine zu leben, die Trennung zu bewältigen, darum das Langsame, Zweigleisige (meine Worte, aber so gemeint) über diesen langen Zeitraum. So Knall-Fall wäre das nicht möglich gewesen. Ich musste sie stützen, damit sie diese Situation bewältigen lernt. Sie muss als Mutter meiner Kinder funktionieren."

    Das ist jetzt nicht wortwörtlich, aber das war die Grundintention.

    Nimm mal weg, dass du solche Männer hasst, die glauben über andere in dieser Form bestimmen und entscheiden zu müssen.
    Er versucht für sich einen machbaren Weg zu gestalten, kann sich, "Die Frau bestimmt selbst über ihren Schmerz und darf alleine daraus wachsen", nicht vorstellen.

    Du merkst, ich versuche ihn in Schutz zu nehmen.
    Vielleicht ist seine Frau auch dieser Mensch, der das braucht und wenn nicht, wird sie die Stärke haben, es ihm klar zu machen.

    Natürlich werde ich immer versuchen ein bisschen Einfluss zu nehmen.
    Mein Angst in dieser Richtung geht ja dahin, dass seine Frau sich von ihm abhängig macht und die Trennung gar nicht verarbeitet und dadurch in eine noch schlimmere Leidensphase gerät.

    Das würde er sicher nicht wollen, glaub ich nicht, er der, wie ihr schon erkannt habt, niemanden verletzen möchte und dem es schwer fällt dahingehend Entscheidungen zu treffen.

    Es ist nicht immer das Lebensziel das Wohl der anderen über das eigene Wohl zu stellen.

    Martin danke, ich musste schmunzeln, als ich deinen Kommentar gelesen habe und bin ganz deiner Meinung.

    Übrigens mein Freund gehört zu den absolut wortkargen, da muss ich um jede Antwort kämpfen.

    Ich denke, das mit den Übernachtungen wird in nächster Zeit ausbleiben, zumindest nicht im Schlafzimmer und ich hoffe dann auch ganz.

    Es ist ihm wohl die Absurdität bewusst geworden und auf meine Frage hin und seine Reaktion darauf, mit der Verführung, es war ihm anscheinend nicht gerade angenehm sie abzuweisen. (Kleine Hintergrundinfo: Wir haben sehr guten Sex, seit einem Jahr ohne das es sich abschwächt, häufig, intensiv, spannend und im Einklang - ich hoffe auf Beständigkeit dieser Situation. Seine Rede: "Meinst du, es war immer angenehm, mit zwei Frauen, die eine liebt man und die andere will man nicht vor den Kopf stoßen?" Das war keine Lüge. Zerreißt mich, ich war die Geliebt und da kann man so etwas eine gewisse Zeit ertragen.)

    Nur mein Ziel ist eine echte Partnerschaft und die funktioniert meiner Meinung nach nur mit absoluter Treue.
    Sollte sich das nicht bewahrheiten, dann ist das Ende vorprogrammiert, ich bin mir dessen bewusst.

    LG

    blaureni
  8. Lucille Well-Known Member

    Was daran - für mein Empfinden - schlechter ist:
    die Austauschbarkeit wird so plakativ bedient.
    Und genau darin liegt die Demütigung.


    Kluger Satz!


    Nicht immer, nein.
    Eine Ausnahme stellt das Wohl der Kinder dar.

    Allerdings, ganz konkret, war ihm sein Wohl die Skrupellosigkeit in Form von Lug und Betrug wert.
    Und da beginne ich halt, den Charakter zu hinterfragen.
    Damit hat er das eigentliche Unheil angerichtet - nicht durch die bloße Erkenntnis, dass die Ehe am Ende ist.
    .
  9. blaureni New Member

    Allerdings, ganz konkret, war ihm sein Wohl die Skrupellosigkeit in Form von Lug und Betrug wert.
    Und da beginne ich halt, den Charakter zu hinterfragen.
    Damit hat er das eigentliche Unheil angerichtet - nicht durch die bloße Erkenntnis, dass die Ehe am Ende ist.
    .[/quote]

    Darüber habe ich mir auch schon Gedanken gemacht.
    Ziemlich intensive sogar.
    Was ist die Lüge Wert?
    Wenn die ganze Familie (seine) den Urlaub genießt z.B. ohne Belastung eines Seitensprungs (Thema letztes Jahr zwischen ihm und mir).
    Ich bin allerdings durch die Hölle gegangen.

    Was bringt die Wahrheit dem Partner?

    Wie stellt ein notorischer Lügner auf Wahrheit um?
    Ist es nicht oft bequemer zu lügen oder zu schweigen anstatt sich über Wahrheiten auseinanderzusetzen?

    Ich persönlich bin ein absoluter Wahrheitsfanatiker.
    Teilweise ist meine Ehrlichkeit verletzend, ist das nun eine gute oder schlechte Charaktereigenschaft?

    Ich weiß um die Problematik und um das Risiko, dass es mir ähnlich gehen könnte.
    Nicht unbedingt jetzt bei Seitensprüngen, einfach im Alltag, es ist ja so schön bequem und manchmal sind es eben auch wichtige Dinge, die keiner allein entscheiden sollte.

    Wir Frauen neigen ja auch oft dazu etwas tot zu diskutieren, was sich sowieso geklärt hätte

    Oh ja, das war schon oft Thema.

    LG blaureni
  10. Reinfriede Well-Known Member

    Liebe Blaureni!

    Du hast diese Fragen in Bezug auf die Ehefrau von ihm gestellt, oder?

    Vielleicht wäre es sinnvoll, sie auch in Bezug auf Dich zu stellen.

    Bist Du wirklich davon überzeugt, dass er als notorischer Lügner bei Dir nicht lügt? Oder lügen wird?

    Ich habe das Gefühl, dass Du diese Dinge zwar siehst, aber die Konsequenzen, die sich auch für DICH ergeben, dabei völlig ausblendest. Denn so wie er zu seiner Frau ist/war, so kann er auch zu Dir sein, denn er kann es ja perfekt. Weisst Du, was ich damit sagen möchte?

    Liebe Grüße
    Reinfriede
  11. blaureni New Member

    Es war schon im Bezug auf mich und auch schon von mir in Gesprächen thematisiert.

    Das ist manchmal schon schwierig für jemanden, der immer glaubt anderen nicht weh tun zu wollen, beizubringen, dass die Wahrheit viel viel wichtiger ist und man ein Recht darauf hat selbst zu entscheiden, wie man reagiert.

    Gerade bei Männern, die wenig reden und viel im eigenen Kämmerlein entscheiden, Thema.

    Mir ist die Sache ganz genau bewusst.

    Danke für deine Sorge.

    blaureni
  12. Lucille Well-Known Member

    Der Effekt, den die Wahrheit bringt, lässt sich erst beurteilen, wenn sie ausgeprochen ist.

    Ganz wichtig in diesem Zusammenhang ist auch die Frage des Zeitpunktes.

    Um bei Deinem Beispiel zu bleiben, blaureni ...
    hätte er seiner Frau schon vor über einem Jahr gesagt, dass er sich trennen möchte, weil er die Ehe nicht mehr
    fortzuführen gedenkt, dann wäre auch damals ihr Lebensplan zusammengebrochen. Das hätte sich nicht vermeiden
    lassen.

    Auch mehr als ein Jahr danach hat die Wahrheit "Zuwachs" bekommen.
    In Form von einem langen Betrug - und von einer Geliebten.

    Somit ist der Schmerz für sie potenziert - und erweitert um diese
    Demütigung, die das Gefühl des Ausgetauschtwerdens mit sich bringt.
    .
    blaureni gefällt dies.
  13. Lucille Well-Known Member

    hmm ... wahrheitsliebend zu sein würde wohl niemand als schlechte Eigenschaft einstufen.

    Es kommt auch immer auf die Bedeutung an, die eine bestimmte Wahrheit für den Adressierten
    hat. Wenn man verletzende, irrelevante Wahrheiten für sich behält, dann macht man sich dennoch keiner
    Lüge schuldig. Das würde ich eher unter Rücksicht verbuchen.

    Mein Vater hatte mir vor vielen Jahren anvertraut, dass er sich am liebsten von meiner Mutter
    scheiden lassen würde. Er hat es nicht getan, aber, wie gesagt, die Absicht bekundet.

    Würde ich heute meiner Mutter diese Wahrheit erzählen, würde das wahrscheinlich ihr gesamtes
    Eheleben nachträglich in Frage stellen. Ich tue das also nicht - wozu die tiefe Verletzung?

    .
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  14. pisces Well-Known Member

    also, eine frühere freundin von mir war in einer ähnlichen situation, nur, dass der mann sich damals recht zügig gegen seine damalige ehefrau entschieden hatte. allerdings haperte es auch dort in der umsetzung - sein schlechtes gewissen drückte ihn (verständlicherweise) und er machte permanent zugeständnisse an seine ex.


    im gegensatz zu dir, blaureni, hat meine frühere freundin sich das allerdings nicht gefallen lassen und ihm gesagt: schatzi, so geht's nicht, ich möchte, dass wir beide uns beraten lassen, wie wir uns in dieser situation am besten verhalten können. weil - entweder ganz oder garnicht.

    dieser coach hat ihm dringend geraten, konsequent zu handeln, die trennung ganz zu vollziehen und seinen eigenen weg mit der neuen freundin zu verfolgen, sei es ihm wirklich ernst mit der neuen beziehung. denn - jedes zugeständnis, jede verzögerung schüre bei der verlassenen hoffnung und hindere sie an der an-erkennung der realität und neuen situation und stütze ein zerstörtes system und das sei für alle beteiligten nicht zumutbar.

    der nachteil war natürlich, dass dieser mann sich seiner verantwortung stellen musste - denn ER war definitiv der verursacher ihres kummers - auch in den augen der kinder. er hatte vorher niemals auch nur ein sterbenswörtchen über seine unzufriedenheit innerhalb der beziehung verloren (knapp 20 jahre verheiratet, lt. ihm ca. 10 jahre davon unerfüllt), so dass sie aus allen wolken fiel, als er ihr mitteilte, er habe da eine neue lebensgefährtin.

    aber heute ist es anders - er führt eine neue glückliche beziehung, hat ein bomben-verhältnis zu seinen kindern (mittlerweile), seine ex-frau arbeitet wieder und hat einen neuen freundeskreis gefunden. natürlich ist sie immer noch nicht gut auf ihn zu sprechen, aber sein neues leben ist ihm wichtiger, als ihre meinung über ihn.

    ganz ehrlich - so muss das laufen. alles andere biegt und lügt man sich zurecht, damit keine endgültige konsequenz gezogen werden muss.
  15. blaureni New Member

    @pisces

    Genau das ist meine Meinung auch, danke für die Bestätigung.

    Nun gehört mein Freund nicht zu der Sorte Mann (siehe Vortext), der sich da großartig etwas sagen lässt und schon gar nicht zu einem Coach geht.
    Ich werde dieses auf alle Fälle im Kopf behalten und wenn sich nichts bewegt, in dieser Richtung agieren.
    Ein guter Rat.

    @Lucille

    Auch hier bin ich in beiden Punkten deiner Meinung.

    Ich weiß nicht und ich glaube nicht, ob und wie viel die "Rücksichtnahme" positive Wirkung gezeigt hat.

    Mal mit den Worten meines Freundes gesprochen:
    "Lass mich mit meiner Familie noch Jugendweihe feiern, dass bin ich meinem Sohn schuldig. ... Lass uns noch unbeschwert in den Urlaub fahren, dass bin ich meiner Familie schuldig. " Bis dahin wurde alles geheim gehalten. Gib meiner Familie noch diesen Sommer.
    Ein halbes Jahr unbeschwert - was ist es Wert, wenn man jetzt zurück denkt. Vielleicht doch einiges?

    Das nächste halbe Jahr dann mit 2 Frauen, jede wusste von der anderen.
    Ich denke zu seiner Frau hat er damals gesagt, er hätte sich noch nicht entschieden.
    Und mir hat er gesagt, dass er noch nicht gehen kann, weil - sind das nun Ausreden gewesen oder Angst vor der eigene Courage und den Konsequenzen - er sich bei mir nicht zu Hause fühlt (logisch), er meine Kinder kennen lernen möchte (ob das überhaupt geht), ich mich festigen soll und schauen wo ich stehe (ich war im Trennungsjahr, ich denke das ist ein guter Grund), weil seine Frau selbständiger werden soll (Ist sie auch tatsächlich geworden. Nach seinen Erzählungen ihre Worte: "Ich bin aufgewacht.")

    Dann kam Weihnachten und auch da gab es damals kein Zeichen und für mich war da definitiv das Ende der Fahnenstange erreicht.

    Und erst dann, als er merkte, es geht so nicht weiter, von meiner Seite aus, kam die Bewegung.

    Gestern Abend kam eine schlimme Bemerkung, die mir zeigt sollte, wie schwer es für ihn gegenüber seinem Gewissen ist.
    "Meine Frau hat sich so verändert und ist so liebevoll, eigentlich hätte ich jetzt, wenn du nicht wärst, keinen Grund meine Ehe zu beenden."
    Ich denke, ich sollte da auch manipuliert werden.
    Und was mir bei der ganzen Sache gar nicht gefällt, es haben sich immer nur die anderen bewegt, gehandelt.

    Er hat unheimlich Angst und Bedenken, dass ich mich neu, in jemand anderen verliebe.
    Ich bin relativ offen neuen Menschen gegenüber, werde dadurch oft angesprochen und habe neue Kontakte und er denkt, dass irgendeiner irgendwann dabei ist, für den ich ihn verlassen würde.
    Diese Verlustangst ist meiner Meinung nach fehlendes Selbstwertgefühl und auch der Tatsache geschuldet, dass ich das Alles fast beendet hätte und wie leicht es mir gefallen wäre jemanden kennen zu lernen.
    Und dann kommt der Satz "Bei meiner Frau brauche ich diese Angst nicht habe, habe sie nie gehabt."

    Wie kann man einem Partner diese Ängste nehmen.
    Sie sind ganz natürlich, dürfen aber nicht Überhand nehmen.

    Ich glaube, er versucht mich auch in gewisser Weise zu manipulieren. (Ich merke gerade, ich habe es zweimal geschrieben, aber wenn ich jetzt so über gestern Abend nachdenke...)

    Nach seinen Worten, am Ende des Abends, "Ich bin froh, wenn du mit deiner Arbeit anfängst, du machst dir über alles viel zu viele Gedanken."


    Heute fährt er noch einmal zu seinen Kinder, auch um zu sehen ob alles seinen Gang geht, denke ich, aber ohne Übernachtung, ohne dass ich irgendetwas dazu sagen musste. (Also doch konsequent?)
    Morgen geht es für eine Woche ab in den Urlaub. (Premiere)

    LG

    blaureni

    (Kein Mensch ist immer nur schlecht. Ich hoffe und suche immer das Gute in den Menschen und bin immer fündig geworden. Wir sind doch alle blinde Suchende in unserem Leben. Wer spricht sich selbst das Recht zu, zu definieren was die Norm ist und sollte man überhaupt nach Normen leben?)
  16. pisces Well-Known Member

    liebe blaureni,

    ich will dir diesen mann nicht ausreden, denn du hat ihn lieb und es gibt sicherlich grundlagen eurer beziehung, die wir hier von der ferne garnicht so beurteilen können.

    trotzdem braucht dieser typ ganz, ganz dringend mal gegenwind, denn der setzt dir mit seinen manipulationsversuchen und seinen spielchen ziemlich zu, hab' ich recht? und pimpt sein ego auf den verlustängsten der frauen. die vor ihm kuschen.

    ich würde jetzt gerade darauf bestehen, mit ihm zu einem coaching zu gehen, weil dir diese situation nicht gut bekommt. wenn du ihm etwas wert bist und er sich wirklich für dich entschieden hat, muss er mit. das würde ich ihm genauso sagen ihn endlich mal FORDERN und es darauf ankommen lassen.

    aaaaber abgesehend davon - das, was du da schilderst, ist für mich der absolute gipfel und mir (bin selbst bekennede co, aber auch das hat glücklicherweise grenzen) wäre aller-aller-aller-allerspätestens bei diesem sätzchen hier:

    der kragen geplatzt.


    das kann ja wohl NICHT WAHR SEIN!!!!!! was bildet der mann sich eigentlich ein? ER hat die ehe verlassen und die ehefrau ist SEIN problem, genauso wie sein schlechtes gewissen. dafür kann ihm niemand eine absolution erteilen. ER muss da durch, nicht du. das ist der preis für zwei frauen. und die hatte er lange genug nebeneinander. stell' ihm die frage - sie oder ich, ganz oder garnicht. und zwar sofort.

    blaureni, der hält dich hin und bereitet seinen widereinstieg zuhause ins wärmende nest vor. zweifelsohne. und alles gewäsch von wegen 'gib mir zeit' hiess, ich will mich nicht wirklich trennen oder bekennen.

    du weisst sicherlich auch, dass er sich dann für seine frau entscheiden würde, deshalb zögerst du damit vermutlich.

    ganz ehrlich, verlier' keine zeit mehr, mit dem mann KANNST DU NICHT GLÜCKLCH WERDEN! der ist charakterlich eine komplette niete. geh' ins internet und verabrede dich, hab' spass und geniess deine freiheit! und schmeiss vor allem diesen kerl raus! der bestimmt dein leben, deine gedanken, frisst deine kostbaren energien.
  17. Lucille Well-Known Member

    Liebe blaureni,

    ich bin beeindruckt, wie tiefgründig Du Dich mit der Sache auseinandersetzt.

    Nach wie vor möchte ich hier nicht meine eigene Geschichte einfließen lassen.
    Nur insoweit, als dass ich die bei Dir gegenwärtige Konstellation kenne. Und somit, logischerweise, für seine
    Frau emotional in die Bresche springe. Aufgrund meiner Erfahrung, die ich natürlich auch nicht ausblenden kann,
    ist der größte Schmerzfaktor, wie ich schon öfter angedeutet habe, nicht das Verlassenwerden, sondern das
    lückenlose Ausgetauschtwerden. Diesen Aspekt zu verarbeiten hat mich am meisten Tränen und Energie gekostet, es
    tut heute noch weh.

    Aus diesem Hintergrund heraus auch meine ablehnende Haltung zu der Tatsache, dass er zuhause aus- und bei
    Dir eingezogen ist. Ich weiß einfach, wie sich das anfühlt. Beschissen und vorallem demütigend.
    Den Charakter eines Mannes, der dazu in der Lage ist, darfst Du getrost anzweifeln.

    Auch seinen Kindern lebt er damit Rücksichtslosigkeit (gegenüber der Mutter) und Egoismus (um jeden Preis
    seinen Interessen nachgeben) vor. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er hier die Folgen nicht bedenkt.

    Das glaube ich nicht mal.
    Er wird es genau so gemeint haben, wie er es gesagt hat.
    Jetzt steht er unter starkem Zug- und Beweiszwang:
    Er muss Euch beiden beweisen, dass er sein Ding durchzieht, dass er zu seinen Plänen steht.
    Also "muss" er seine Frau verlassen, um glaubwürdig zu sein.
    "Ein Mann - ein Wort" ... er will sein Selbstbild des "Machers" (so hast Du ihn beschrieben) aufrecht halten.
    Auch wenn er sie noch lieben sollte. (Ich weiß, dass Du das nicht gerne hörst, aber ich halte das für recht wahrscheinlich).

    Nun ja, das absolute Gegenteil dieser Verlustangst ist, sich seines Partners allzu sicher zu fühlen.
    Beides sind keine guten Alternativen.

    Bei Dir ist die Verbundenheit noch nicht so sehr gefestigt, er kann Dich noch nicht treffsicher einschätzen.
    Bei seiner Frau ist das was anderes. Er kennt sie durch und durch (glaubt es zumindest), und das gibt ihm
    die vermeintliche Sicherheit.

    Spätestens dann, wenn er sich getrennt haben wird, wird er wahrscheinlich die gleichen Befürchtungen, die er
    jetzt in Bezug auf Dich hat, seiner Ex gegenüber haben. Entbehrt jeglicher Logik, ich weiß ;--).


    Indem man die Zeit und eine positive Entwicklung für sich arbeiten lässt.
    Ich glaube, verbale Beteuerungen können zwar kurzfristig überzeugen, aber das tiefe Vertrauen sollte sich aus der
    Beziehung selbst ergeben.


    Mir ging es in meinen Beiträgen nie um "die Norm".
    Ganz im Gegenteil, ich versuche meist, allgemeine Aussagen auf die tatsächliche Situation umzulegen.
    Und da bekommen so manche Worte und "normale" Handlungen eine ganz andere Gewichtung.


    Du oder er?
    Wenn er ... alleine?


    LG
    Lucille
  18. pisces Well-Known Member

    liebe lucille,
    ich kann nachvollziehen, dass es dir mit dieser situation nicht gut gegangen ist. allerdings möchte ich deiner von mir zitierten aussage in ihrer grundsätzlichkeit widersprechen, denn der heutige lebensgefährte meiner früheren guten freundin ist definitiv nicht charakterschwach oder angreifbar. der hat eine entscheidung getroffen, eine frau, die er nicht mehr liebte für seine große liebe verlassen, trotz aller schwierigkeiten.


    in der ehe des mannes, von dem ich berichte, gab es eine klassische rollenverteilung. er hat das geld verdient, war im 'außen' der versorger, sie hat sich um haushalt und um die kinder gekümmert. und wurde versorgt. er hatte sich von ihr mehr initiative und auch eigenständigkeit für sie selbst gewünscht, und auch mehr interesse an ihm und gemeinsame unternehmungen (er hatte ein sehr zeitintenisves hobby, dass sie nicht interessiert hat). er war kein klassischer macho, alphamann oder fremdgänger (nie, bis er meine freundin kennengelernt und sich wirklich in sie verliebt hat. sie kannten sich über ein jahr und hatten ein paar gemeinsame unternehmungen, die sexuelle beziehung ging genau zwei wochen undercover). vorwerfen konnte er sich allerdings, seine wünsche und bedürfnisse nicht beizeiten geäussert, besprochen und ggf. auch eingefordert zu haben. das war ein großer fehler.

    trotzdem - ehen oder beziehungen sind nicht aus stein gemeisselt und gefühlslagen können sich ändern, ebenso entwickeln sich persönlichkeiten und manchmal halt auch auseinander. gerade, wenn man jung geheiratet hat.

    einen schnitt zu machen und wirklich seinen eigenen weg zu gehen, das halte ich eher für eine charakterstärke.
  19. Reinfriede Well-Known Member

    Liebe Blaureni!

    Au, weia. Das:

    würde mir auch schwer im Magen liegen. Nicht wegen der Manipulation, die sein kann, sondern wegen dem Grund, warum ein Mensch so etwas sagt.

    Versetz Dich einmal in seine Situation bzw. stell Dir vor, Du würdest zwischen Deinem (Ex-)Mann und dem Neuen stehen. Wann sagst Du so etwas?

    Und das:


    wäre für mich die Vorbereitung auf ein Ausstiegszenario. Denn er konstruiert einen Grund, warum Du in seinen Augen schlechter abschneidest als seine Frau, ohne dass man ihn dafür verantwortlich machen könnte.

    Das kann natürlich auch Manipulation sein, klar. Denn wenn seine Frau von einem anderen Mann begehrt werden würde, dann wäre die Gefahr sehr groß, dass er sofort zu ihr zurückläuft. Offensichtlich hat er ein Problem damit, einen Menschen "herzugeben".

    Dass seine Frau nicht loslassen kann, hat sicher auch vice versa mit ihm zu tun. Er kann auch nicht loslassen, sonst wäre die Situation nicht die, die sie jetzt ist.

    Wobei ich die ständigen Vergleiche, die er insgeheim und auch offen zieht, sehr bedenklich finde. Das ist ein wenig wie am Jahrmarkt. Du bist ein völlig anderer Mensch und es ist erniedrigend, ständig verglichen zu werden. Für Dich und für seine Frau.

    Das tut nur jemand, der sich die Rosinen herauspicken möchte. Geh nochmal in den Gedankengang hinein, dass DU zwischen zwei Männern stündest. Vielleicht wird dann klarer ersichtlich, wie er agiert.

    Liebe Grüße
    Reinfriede
  20. Lucille Well-Known Member

    pisces,
    um auf blaurenis Situation zurück zu kommen:

    Wo macht der Mann denn einen Schnitt??
    Den hätte er machen müssen, als er feststellte, dass er die Ehe nicht aufrecht halten möchte.
    Ein ganzes Jahr lang hat er eine Pufferzone in Form einer Affaire geschaffen,
    um dann halbherzig von zuhause auszuziehen und bei der TE nahtlos einzuziehen.
    Er betreibt ein Spiel mit seiner (Noch)Frau, er demütigt sie.
    Und er sorgt für einen Konflikt bei seinen Kindern, indem er an ihr Verständnis
    für die absurde Situation appelliert. So einfach geht's halt nicht.

    Charakterstärke liegt nicht nur darin, dass man etwas tut, sondern auch wie
    man es tut.

    Das stelle ich auch nicht in Frage.
    Es besteht trotzdem kein Grund, gefühlsmäßig auf der Frau herumzutrampeln.
    Er vermittelt ihr das Gefühl, dass sie versagt hat.
    Er reicht keine Scheidung ein als Zeichen seiner getroffenen Entscheidung, sondern
    er versucht, mit "Coaching-Angeboten" das eigene Gewissen zu entlasten.

    Auf blaurenis Seite:
    Wenn ich mir ganz praktisch vorstelle, ein noch-verheirateter Mann, der bis dato
    keine Scheidung eingereicht hat, würde bei mir einziehen - und der dann regelmäßig abtaucht,
    um seine noch-Frau mental bei der Trennungsaufarbeitung zu unterstützen ... damit könnte
    (und wollte) ich absolut nicht umgehen.
    .
    Spätzin, ChrisTina und Reinfriede gefällt dies.

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