Einsamkeit, das schlimmste was es gibt!

Dieses Thema im Forum 'Einsamkeit' wurde von TexMurphy gestartet, 10 März 2011.

  1. Reinfriede Well-Known Member

    Liebe Ellisa!

    Nachdem ich soeben Deinen anderen Thread gelesen habe, denke ich, dass es Dir jetzt schon besser geht? *umarm*

    Liebe Grüße
    Reinfriede
  2. kerstin05 New Member

    Kenne das Gefühl der tiefsten Einsamkeit leider auch. Obwohl ich oft von vielen Menschen umgeben bin, erwisch ich mich auch dabei, jemanden anzusehen, ihm scheinbar zuzuhören u. doch bin ich meilenweit von demjenigen entfernt. Er erzählt mir irgendwas u. ich denk nur, dass es eh nicht ehrlich ist, oder bäh ist das langweilig oder ach, der denkt völlig anders als ich.....Und schon ist man irgendwie getrennt vom Gegenüber. Man macht das nicht bewußt, ICH mach das nicht bewußt, aber ich merk schon meine Distanz zu immer mehr Menschen, weil sie eben nicht so ticken wie ich.
    Und je mehr u. ehrgeiziger ich nach Leuten Ausschau halte, die auf meiner Wellenlänge sind, desto mehr wird mir bewußt, wie aussichtslos das ist. Ich bin eigentlich ein sehr analytisch denkender Mensch u. seeeeeeeeeeeeeeehr selbstkritisch, such eigentlich immer die Ursachen bei mir, aber ich krieg dafür zur Zeit auch keine Antwort. Ich merk nur, dass ich mich immer mehr von den Menschen zurückziehe, weil sie mir nicht mehr gut tun. Sie enttäuschen immer häufiger, weil die Werte, die mir immer wichtiger werden, für sie nicht so zählen. Je mehr ich darauf hoffe, dass sie MICH mal sehen, um so stärker bemerke ich, dass sie nur bestrebt sind, IHR Bild zu präsentieren.

    Ich hab jetzt grad einen ganz neuen Lebensabschnitt begonnen.....oder besser gesagt, ich steck mitten drin in dem Umbruch, aber so langsam krieg ichs mit der angst zu tun, dass zu dem eigentlich positiven Wandel eine dunkle, einsame Zeit auf mich zukommt. Wie gesagt, an Kontakten mangelts nicht, aber ich verlier irgendwie die Verbindung zu den Menschen, obwohl ich mitten unter ihnen bin....

    Daniel, wie du siehst, du bist nicht alleine...;-)
    Ellisa gefällt dies.
  3. Reinfriede Well-Known Member

    Liebe Kerstin!

    Das hieße im umgekehrten Schluss, dass sie Dich mehr sehen würden, wenn Du sie mehr wahrnehmen möchtest?

    Liebe Grüße
    Reinfriede
    Eberesche gefällt dies.
  4. ElliB Active Member

    Mir ist aufgefallen, dass Daniel sich hier nicht wieder hat blicken lassen, seit er den Thread erstellt hat. [IMG][IMG][IMG][IMG][IMG][IMG]
  5. kerstin05 New Member

    Liebe Reinfriede,
    weiß jetzt nicht genau, ob ich dich richtig verstehe. *kopfkratz*
    Aber ich versuch mal ;-)

    Ich möchte sie nicht mehr wahrnehmen müssen.

    Ich bin immer schon so´n Mensch, der anderen sehr deutlich zeigt, dass das Gegenüber wahr genommen wird. Ich zeig immer schon sehr viel Interesse am Menschen. Solange man ausgeglichen ist, ist das auch alles kein Problem, aber wenn man selbst in der Misere steckt, dann nervt das gewaltig, wenn man über einen langen Zeitraum (bei mir inzwischen nun 7 Jahre) merkt, dass man eigentlich den anderen egal ist u. nur dann wichtig ist, wenn man sich um die Belange der anderen kümmert. Fängt beim Smalktalk an, wenn ich sag "man, ich hab heut nen doofen Brief gekriegt...." schon antwortet der andere "jaaaaa, ich auch, ....laber, laber, laber...." und schon gehts nur um ihn.

    In "normalen" Zeiten hab ich mir mein Recht genommen, zu reden oder zu schweigen, wann es nötig war. Mittlerweile aber resigniere ich sooft u. hab keine Lust mehr mich anzustrengen. Um so mehr wendet man sich von den Menschen ab. Man hat auf Kaffeeklatsch keine Lust mehr, weil man über seine Probleme nicht reden will (warum auch immer) und der andere textet einen zu, und man fragt sich, warum man sich das antut, weils einfach keinen Spass bringt. Irgendwann verabredet man sich nicht mehr.

    Jetzt, wo ich mal jemand brauch, der so ist wie ich immer war, ist keiner da....:-( Das hab ich früher ja nie so gesehen, weil ich nicht so im Tief steckte. Da konnte ich immer schön die anderen um mich rum aufbauen und bespaßen. Jetzt aber wird deutlich, mit welchen Menschen ich mich umgebe. Das ist sehr enttäuschend für mich.

    Da ich aber wie gesagt, immer die Schuld bei mir such, fühl ich mich jetzt auch so mies. Ich kann das nicht objektiv einschätzen, ob ich nur sehr empfindlich reagier....Durch meine Lebenskrise sind jetzt auch ganz andere Menschen als früher (vor 7 Jahren) um mich, meine Familie ist älter geworden, ihre Lebenssituationen haben sich geändert....

    Hab auch viel gelesen über dieses Thema....Man soll Menschen, die einem nicht gut tun, meiden. Tja....dann sollte ich so langsam meine Tür vernageln u. nicht mehr raus gehen....

    Zur Zeit komm ich ja noch normal durch den Tag, gehe arbeiten, hab Kontakte....aber ich merk eben sehr deutlich ne Veränderung u. diese ständige Frustration u. fast Angst sich anderen anzuvertrauen, weils sooft schon so verletzend war. (z.Bsp. wegen Desinteresse oder Klugscheißerei oder weils weitergetratscht wurde, oder weil sie sich einmischen u. böses anrichten damit, oder Hilfe anbieten u. dann sauer reagieren, wenn man keine Hilfe will...oder, oder, oder)

    Oh sorry, soviel wollt ich gar nicht schreiben....*schäm* :)
    Aber wenn Daniel eh nicht mehr auftaucht...
    Oh wei, nicht das man sich Sorgen machen muss?! *grübel*
    LG Kerstin
  6. xxxxx New Member

  7. Reinfriede Well-Known Member

    Hallo xxxxx!

    Herzlich willkommen hier im Forum!

    Könntest Du bitte Deinen Beitrag nochmal verfassen, ich durchblick nicht ganz, wo Deine Zeilen sind....

    Liebe Grüße
    Reinfriede
  8. bschmiddi75 Active Member

    Jawoll,genau so erlebe ich es auch oft!!!
    Irgendwie will sich jeder was beweisen,oder anderen,im Trend liegen usw...
    einfach nur beisammensein,tiefgründige Gespräche führen,das ist ja öde das ist ja nicht produktiv....

    Also was das angeht bin ich auch eher frustriert...
    oder sie wollen durch mich neue (meine) Leute kennenlernen,sich einmischen,
    oder wollen was von meinem Mann weil er sehr viel reparieren kann (Auto,PC usw..)

    Also da grenzen wir mittlerweile echt ab wer die wahren Freunde sind(nicht viele)
    oder eben nicht!
  9. xxxxx New Member

    Hallo Kerstin, ich verstehe Dich gut. Mir geht es sehr ähnlich. Du hast das wunderbar treffend formuliert. Auch ich kenne Gespräche zu Zweit, in denen ich mich so schrecklich einsam fühle, daß ich lieber wirklich alleine wäre. Ich höre den Leuten zu, versuche, mich in sie hineinzuversetzen, mache ich gerne .. und sie erzählen von sich .. und ihrer Situation, mit der sie unzufrieden sind, die jahrelang ähnlich bleibt, ohne daß sie etwas daran ändern .. sie sind frustriert und bleiben frustriert .. und labern mich damit an .. immer wieder .. ohne daß etwas zurückkommt, ohne, daß jemand auch mal im Gegenzug ernsthaftes Interesse an meinen Gedanken und Interessen zeigt .. sie erscheinen mir so endlos oberflächlich und egoistisch. Oft fühlte ich mich schlecht während und nach solchen Treffen. Bis ich begonnen habe, zu begreifen, daß sie mich nur runterziehen und mir nichts bringen. Nach und nach habe ich aufgehört, mich mit diesen Menschen zu treffen. Aber was bleibt?

    Manchmal, wenn mich etwas sehr drückt, versuch(t)e ich, damit zu einer Kollegin zu gehen. Nach dem ersten Satz kommt sofort "ja und bei mir ist das so und ..." und es geht nur noch um sie. Sie hört mir gar nicht zu - obwohl ich ihr so oft wirklich zuhöre.

    Früher hatte ich eine langjährige Beziehung und immer ein offenes Ohr für Freunde, die grade mal in einer Krise waren. Vor einiger Zeit habe ich meine Beziehung verloren. Da brauchte ICH ein offenes Ohr. Aber wo waren diese Freunde?

    Menschen wollen sich unterhalten und Spaß haben. Ich hatte viele Bekannte, die ich als Freunde bezeichnete. Wirklicher Freund war wohl keiner dabei. Je schlechter man sich fühlt umso weniger unterhaltsam ist man für andere und umso weniger gesellschaftsfähig .. und so dreht sich die Spirale.

    Auch ich ziehe mich immer mehr zurück. Weil ich die Menschen in meinem Umkreis in ihren Oberflächlichkeiten nicht mehr ertrage. Ich sehne mich so sehr nach jemandem, der mir ähnlich ist, mit dem ich mich austauschen kann. Leider ist mir bisher nicht gelungen, jemanden zu finden, der auf einer meiner Wellen schwingt. Obwohl ich viele Hobbies habe und an vielen Kursen teilnehme.

    Alle scheinen jemanden zu haben, Kinder, Ehemann, Freund, jede Menge Verpflichtungen, und "keine Zeit". Und fast alle die ich kenne, sind ganz anders als ich.

    Auch ich bin unter vielen Leuten, aber ich fühle mich wie der einsamste Mensch. Und ja, wenn ich es vorziehe, Kontakte, die mich nur benutzen und/oder langweilen, zu vermeiden und gleichzeitig unfähig bin, andere positivere, in ausreichendem Ausmaß zu finden, dann bin ich wohl "selber schuld", weil ich nicht die Energie für immer neue und weitere Frustration aufbringen kann und möchte.
  10. Reinfriede Well-Known Member

    Liebe xxxxx!

    Du schreibst, alle Menschen, die Du kennst, sind ganz anders als Du. Wie meinst Du das genau?

    Ich mein, irgendwie sind ja alle Menschen ganz anders als man selbst.

    Ich glaube, es ist auch schwer, so virtuell und auf die Schnelle zu analysieren, woran es liegen könnte, dass Dir die Menschen so ichbezogen entgegenkommen.

    Einzelfälle kenne ich auch, ich hab eine Bekannte, die nur über sich sprechen möchte, andere Dinge kennt sie gar nicht. Und wenn man es einmal schafft, über etwas anderes als über sie zu reden (genau einen halben Satz), so schaut sie gelangweilt auf ihre Fingernägel und meint: "Ach, die gehören auch wieder mal manikürt...ich hab in letzter Zeit kaum mehr Zeit für mich, weil...etc."

    Aber die besuch ich deshalb auch vielleicht nur alle paar Monate, weil das auf Dauer doch recht öd ist.

    Nur - wenn das den gesamten Freundeskreis betrifft, dann muss das frustrierend sein, das kann ich mir gut vorstellen.

    Liebe Grüße
    Reinfriede
  11. kerstin05 New Member

    Liebe xxxxx,
    wie ich seh, empfindest du genau wie ich.

    Genau: was bleibt?!
    Ich hab gemerkt, wie ich immer einsamer wurde...Ich bin gern alleine, wirklich. Ich mach viele Dinge, wo ich meine Ruhe brauch u. wo ich auch wirklich Spass dran hab. Aber ich find einfach niemand mehr, der meine "Dinge" ernst nimmt u. Anteil nimmt an dem, was ich tu. Sei es, wenn ich über ein Rilke-Gedicht reden möchte oder über die Antike oder anderes was vom Alltag abweicht, oder ich will einfach nur mal traurig sein u. mich mitteilen....IMMER bin ich enttäuscht, was vom Gegenüber kommt.

    Ja, das ist schlimm, wenn man dann niemand findet. Bei mir ist es ja so, dass ich dann die Schuld bei mir such. Mich frag, ob ich vielleicht nerve u. dann setzt man sich unter Druck u. am Ende ist man wieder alleine, weils alleine weniger enttäuschend ist.

    Ja, so ist das bei mir auch. Immer wenn ich so tu, als würd ich gut gelaunt sein, find ich auch Zuspruch. Aber wie ich oben schon schrieb: ich kann doch nicht ständig so tun als ob alles gut wär, als würd ich die Gesellschaft genießen, die mich eigentlich anödet. Da hab ich sofort jemand "auf dem Hals", dessen Welt sich ja eh nur um ihn dreht u. den ich bespaßen muss, damit er zu mir hält.
    Ist ähnlich wie bei ner Bekanntschaft mit nem Mann. Solang man ihm suggeriert, er wär sexy u. man würd ja gern mit ihm in die Kiste, sind sie fein für Frau da. Kaum macht man klar, dass das Bett tabu ist, sind sie weg.

    Ganz, ganz, ganz genau wie bei mir.

    Jep! Und wieder hätt auch ICH diese Zeilen schreiben können. Ich geb auch ständig mir die Schuld. Und im Grunde sind ja die anderen auch nicht schuld. Sie sind eben anders u. was ist falsch daran? Man müßte vielleicht einfach andere Menschen kennenlernen, die einem ähnlich sind. Leider ist das bei mir auch etwas schwierig. Ich hab kein Auto u. durch meine Arbeit leider auch nicht sehr flexibel. Bin angewiesen auf die Leute, die um mich herum sind. Tja, und die sind irgendwie alle ganz anders. Im Netz findet man zwar Leute, zu denen ich nen Draht finde, aber das ist ja doch nicht so schön, wenn mans nur übers Internet hat.

    Vielleicht ist das so ne Art Single-Syndrom, wo wir dran leiden? *grübel* Wir brauchen so ne Seele, die alles mit uns teilt. Als ich noch verheiratet war, hab ich solche Gedanken auch nicht gehabt. Da war mein Mann für mich mein Mittelpunkt, mein Anker...
    Irgendwie gehör ich jetzt zu niemand...
  12. kerstin05 New Member

    Hin u. wieder hab ich jemand, mit dem ich auch tiefgründige Gespräche führen kann u. dann wieder jemand, mit dem ich über Sorgen reden kann oder andere mit denen ich über banale Dinge reden kann, aber irgendwie muss man immer die anderen bedienen, man muss sich ständig auf andere einstellen, sie bei Laune halten...das ist anstrengend.

    Ja, das kenn ich noch von der Zeit mit meinem Mann. Aber das fand ich eher positiv. Man konnte da irgendwie fordern, weil man ja was zu geben hatte. Ich konnte da leichter sagen: "jetzt hör MIR mal zu." Aber nun kann ich das nicht mehr, ich hab nichts mehr zu geben, so hab ich jedenfalls das Gefühl.

    Ich find das voll schwierig mit den sogenannten Freunden. Mittlerweile bin ich da irgendwie meinungslos. Ich hab einige Menschen, die ich wirklich sehr, sehr gern mag, aber auch von denen zieh ich mich zurück, weil ich denk, ich dränge mich auf, ich stehle ihnen die Zeit. Eben weil ich nichts zu geben hab. Um ihnen das Gefühl zu geben, es ist schön in meiner Gesellschaft, muss ich mich soooooo sehr anstrengen. Ich bin ja überzeugt, dass sie wahre Freunde sind, wenn ich es nur zulassen würde. Aber ich denk immer, ich bin ihnen nicht wichtig genug, eben weil ich keinen Mann mehr hab, der am Auto oder PC oder Umzug hilft. Und was kann ICH schon helfen? Kein Auto, kein Geld, dafür Sorgen und immer weniger Lust auf Versprühen von Lebensfreude.

    Ich glaub schon, dass es in meinem Fall wirklich MEIN Problem ist. Und immer öfter kommt mir die Frage in den Sinn, ob ich schon nen Knacks hab...
  13. jolie New Member

    ich finde, dass einsamkeit etwas schreckliches ist...es ist manchmal auch schön allein zu sein..ruhe zu haben...aber einsamkeit kann krank machen..

    _______________
    Der Sport ist ein sehr vernünftiger Versuch des modernen Zivilisationsmenschen, sich die Strapaze künstlich zu verschaffen
  14. TexMurphy New Member

    Hallo ElliB,
    dir ist es richtig aufgefallen, ich habe mich lange Zeit nicht gemeldet. Das lag daran, dass sich bei mir sehr viel getan hat. In Tirol hatte ich einen sehr stressigen Job, dann habe ich meine Freundin kennen gelernt und bin zu ihr nach Wien gezogen. Dort kam der Umzugsstress, der Anmeldestress und die Jobsuche auf mich zu. Ich habe zum Glück recht schnell einen neuen Job gefunden, und fange nächste Woche dort an.

    Was das eigentliche Thema des Threads betrifft, die Einsamkeit, hat sich bei mir natürlich auch viel getan. Ich wohne jetzt zwar mit meiner Freundin zusammen, aber sonst kenne ich noch niemanden in Wien. Und ich will ihr natürlich auch ihren Freiraum lassen. Ich schau mir natürlich die Stadt an, gehe aus, etc. Aber ich komme wohl noch wie ein Tourist rüber :) Ich erhoffe mir, dass ich durch den neuen Job Anschluss finde. Einen Vorteil hat der Job: Ich habe nicht nur weibliche Kollegen :)

    Gruß

    Daniel
  15. ELLA Well-Known Member

    Servus,

    dann wünsche ich Dir auf diesem neuen Weg alles erdenklich Gute!

    Nimm Dir Zeit anzukommen*lächel

    Und viel Erfolg im neuen Job

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