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Wann bin ich mir endlich selbst genug?

Dieses Thema im Forum "Selbstvertrauen, Selbstwert, Selbstachtung" wurde erstellt von cloudlight, 21 März 2013.

  1. cloudlight

    cloudlight Well-Known Member

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    Hallo Ihr Lieben,

    heute morgen gehen mir mal wieder bestimmte Dinge nicht aus dem Kopf. Oft habe ich das Gefuehl nicht gut genug zu sein, mir Liebe verdienen zu muessen.

    Ich weiss, das geht alles auf die Kindheitsstrukturen zurueck, aber irgendwie bin ich momentan ungeduldig geworden und frage mich, wann ich endlich genug Arbeit geleistet habe um mir selbst genug zu sein.

    Wenn ich etwas schreibe oder mich mit Menschen unterhalte, dann bin ich mir immer bewusst, wer mein gegenueber ist und oftmals ueberlege ich eweig, was ich jetzt schreibe, wie ich es sage um am Besten rueberzukommen, bzw. am wenigsten anzuecken.

    Heute morgen hab ich die Schnauze voll. Warum kann ich nicht einfach die Einstellung: Ich bin toll so, wie ich bin und fertig uebernehmen? Warum brauch ich staendig Liebesbeweise von aussen und dass andere Menschen mich toll finden?

    Ich bin schliesslich sowieso die meiste Zeit allein bzw. mit meiner Tochter beschaeftigt. Einmal am Tag geh ich zu meiner Freundin und wir trinken einen Kaffee und unterhalten uns ueber die Welt.

    Wie ist/ war das bei Euch? Wie viel macht es aus, was andere denken und falls ihr eine aehnliche Pronlematik wie ich hattet, wie konntet ihr das aufloesen?

    Vielen Dank und liebe Gruesse,
    cloudlight
     
  2. Lucille

    Lucille Well-Known Member

    Hallo liebe cloudlight,

    schön, wieder von Dir zu hören.

    Diese Einstellung kannst Du nicht einfach so übernehmen, weil die dazugehörige
    innere Überzeugung fehlt. Hättest Du die, würdest auch auch gar nicht darüber nachdenken.

    Ich persönlich kennen keinen einzigen Menschen, der nicht frei von irgend einer Art
    Selbstzweifel ist. Wenn man jemanden nicht gut kennt, dann fällt einem das in der
    Regel aber nicht auf, dass er ebenso seine Schwachstellen hat. Gilt zB gerade für
    Narzissten, von denen man annehmen könnte, sie seien über alles erhaben.

    Du brauchst Dich nicht selbst für "toll" zu halten, ich finde dieser Anspruch an einen
    selbst ist überzogen. "Ich bin ok" würde völlig genügen ;--)

    Was Du hier beschreibst, finde ich grundsätzlich nicht verkehrt. Dein Verhalten zeugt
    von Aufmerksamkeit, die erstmal auf Dein Gegenüber gerichtet ist, und entsprechend
    fällt Deine Reaktion aus. Das ist in meinen Augen weitaus sympathischer als Menschen,
    die derart von sich eingenommen sind, dass ihnen das Feingefühl total abhanden
    gekommen ist.

    Allerdings weiß ich trotzdem, was Du meinst, denn ich ticke ähnlich.
    Du unterziehst Dich einer ständigen Prüfung, und diese Zensur wird zum Selbstläufer, zur ständigen Selbstkontrolle.
    Oftmals spielt auch das Eltern-Ich, dem das Kind-Ich schliesslich gefallen möchte,
    eine Rolle.

    In diesem Zusammenhang finde ich das Modell von Th. Harris ("Ich bin ok - du bist ok")
    recht interessant. Vielleicht googelst Du mal.

    Schön, dass Du eine gute Freundin hast, mit der Du Dich bereden kannst!

    LG
    Lucille
     
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  3. Reinfriede

    Reinfriede Well-Known Member

    Liebe Cloudlight!

    Ich würde den Blick vom Gefühl weg und hin zu den Umständen richten. Denn sie können ein Wegweiser sein, was Dich da triggert und warum.

    Du brauchst im Prinzip überhaupt keine Arbeit zu leisten, um Dir selbst genug zu sein, Du brauchst nur: leben.

    Ich seh das so: Das Leben ist ein Urlaub, den mir jemand/etwas/ichselbst/weissderkuckuckwer geschenkt hat. Es ist eine Reise und ich kann diesen Urlaub antreten mit Angst, zu versagen, Angst vor der Fremde, Angst vor den Menschen, Angst, dass der Urlaub zu kurz ist oder sonstwas.

    Ich kann ihn aber auch antreten und mir sagen: Das ist ein Geschenk, ich genieße jeden Moment so intensiv wie möglich.

    Du hast ein kleines Kind - wenn Du es ansiehst, dann genießt Du wahrscheinlich für einen Moment diesen Urlaub. Das sind - unter anderem - die Momente, die Reiseerinnerungen, die man sich beim "Heimkommen" mitgenommen hat, die kann einem niemand mehr nehmen.

    Dein Leben besteht aus vielen solchen Momenten und dieses Leben hast Du geschenkt bekommen. Das impliziert, dass Du es wert bist, diesen Urlaub auch anzunehmen und zu genießen. Einfach so, weil Du es kannst - KEINE Bedingungen sind damit verknüpft.

    Du kannst sein, wie Du willst. Es gibt keine Bedingungen dafür, wie Du zu sein hast oder auch nicht. Der einzige Wegweiser ist Dein eigenes Befinden - fühlt es sich gut an für Dich oder nicht? Es gibt keinen "Wert" den man sich erarbeiten muss. Man ist einfach.

    Schau mal ein Vögelchen an. Es fliegt, es frisst, es fliegt, es frisst. Und es baut sein Nest, brütet seine Eier und fliegt und frisst. Siehst Du da einen besonderen Wert, den sich das Vögelchen erarbeiten muss? Es lebt einfach und genießt das Leben, so gut es geht.

    Das sehe ich nicht als negativ (im Gegenteil, da würd ich mir manchmal gerne ein Eckchen abschneiden :cool:), man kann immer beide Seiten einer Münze sehen. Du schaust auf die negative, statt Dich an der positiven zu freuen.

    Das Vöglein fliegt...weit und immer weiter...es kümmert sich nicht darum, ob die Hühner auf der Erde raufgucken und das Vöglein nun mögen oder erbost raufschnattern.

    Wenns verwirrend ist, was ich schreibe:

    Ich meine damit, dass Dein Leben und Dein Wert nicht davon abhängig ist, ob Du irgendjemandem entsprichst. Du musst es leben, mehr nicht. Vielleicht tust Du Dir leichter, wenn Du Dich auf die Dinge konzentrierst, die Dir Freude machen und nicht auf die "Hühner am Boden" schaust. Flieg....:)

    Genieße es - diese Zeit geht so schnell vorbei. Freu Dich daran, dass Du Deine Tochter beobachten kannst, entdecke durch sie die Welt neu. Es ist doch schön, so seinen "Urlaub" verbringen zu dürfen...

    Ich halte mich bei Bewertungen von anderen daran, dass es völlig egal ist, wie ich etwas mache, solange ich es mit mir selbst vereinbaren kann.

    Niemand anderer lebt MEIN Leben, niemand anderer kann wahrhaftig etwas ermessen oder bewerten, was mich selbst betrifft. Wenn er es trotzdem tut, ist es nicht mein Problem.

    Es hat keinen Sinn, sein Leben nach den Bewertungen anderer auszurichten. Denn dann lebst Du das Leben für die anderen - wär doch schade um den Urlaub.;)

    Liebe Grüße
    Reinfriede
     
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  4. Ritter Omlett

    Ritter Omlett Well-Known Member

    @Grüss euch!
    Ich finde das ein sehr interessantes Thema, dass eine sehr vielfältige Betrachtungspalette anbietet.
    Zu der Frage ich bin einfach toll und fertig, warum kann man das nicht so einfach übernehmen.

    Zu meiner Philosophie: Im Zuge meiner Aufarbeitung vieler Geschehnisse befasste ich mich auch beispielsweise mit der Nahtoderfahrungen. Da war was ganz interessantes. Einige Menschen mit solchen Erfahrungen berichteten von einem Raum voller Licht und des Angenommensein. Dieses Gefühl lernten sie während ihres Lebens nie kennen. Das brachte mich zu den Gedanken, dass es einen Raum gibt, wo nur das Angenommensein zählt, egal, wie oder was der Mensch gelebt hat, er wurde ohne wenn und aber angenommen. Es muss der Urzustand sein.

    Ich dachte mir diese Erlebnisse sind interessant, angenommen werden und sich selber so annehmen zu können, dass könnte möglich sein. Der Mensch beginnt zu werten und vor allen Dingen sich selber zu bewerten im Laufe des Lebens. Ich genüge mir nicht, weil ich bin zu schwer, zu leicht, zu jung, zu alte, jede Menge Bewertungen an sich selber und an Menschen prägen oft das Dasein. Dazu Glaubenssätze, die übernommen worden sind, wie ich muss mir erst etwas verdienen.

    Dazu denke ich mir nach der Lektüre betreffend Nahtoderfahrung und dessen Berichte, es sind einfach nur Glaubenssätze, dass Angenommen werden ohne wenn und aber wird irgendwann zu einer Realität, ich muss mir nicht Liebe erst verdienen, sie ist allgegenwärtig und für alle Menschen hier. Der Mensch selber erst bestimmt, wie viel Liebe jemand verdient.

    Gewertet wird überall, dieser Mensch verdient mehr Liebe, weil er dieses Leben lebt, dieser Mensch weniger weil er so und so ist. Diese Wertungen finden überall statt und beginnen immer in sich selber. Aus welchen Gründen auch immer, angefangen von Kindheit an, geprägte Glaubenssätze, Erziehungen, Erfahrungen usw. Man wertet selber, ich bin zu klein, zu gross, zu dick, zu schmal, ich habe nur diese Ausbildung, der hat diese, ich bin schlechter/besser.

    Sich selber zu genügen, das finde ich, ist grosse Lebenskunst. Ein Weg für mich selber, zu wesentlich mehr Zufriedenheit ist eine eigene entwickelte Meditation, die ich so oft als möglich für mich übe. Ich stelle mir diesen Raum des Angenommenssein einfach vor, wie ich darin ruhe und mich von der bewertungsfreien Annahme durchdringen lassen. Ich bekomme oft ein Gefühl dieses Angenommenssein, und dieses Annehmen kann ich weitergeben und wichtig, dieses Annehmen kann ich mir selber gegenüber geniessen. Ich genüge mir, du genügst mir, alle genügen sich gegenseitig.

    Seit ich das übe, merke ich, dass sich einiges geändert hat, meine Umgebung ist freundlicher, mir wurde bewusst wie viel ich selber werte und noch immer werte. Ich kann durchaus sagen, manchmal habe ich mir selber nicht genügt und dieser Umgang mit mir selber führte dazu, dass auch andere Menschen mir nicht genügten.

    Die Ansicht dieser Thematik bringt mich aber anderseits auf den Gedanken, sich selber nicht zu genügen, bedeutet an etwas zu arbeiten, die Ausrichtung, es gibt Menschen die mir nicht genügen kann auch bedeuteten, ich ziehe Grenzen, hier und nicht weiter.

    Meine Philosphie, ich lebe in Harmonie mit mir selber, ich genüge mir. Dass ich an mir arbeite und stets arbeite hat keinen Zusammenhang damit, dass ich mir nicht genüge, dass sind zwei verschiedene Paar Schuhe.

    Die Meditation hat dennoch den Umgang mit dem Menschen verändert. Ich spüre oft die Harmonie, obwohl grundlegende Meinungsdifferenzen, Ansichtsdifferenzen vorherrschen. Grundsätzlich sind alle Menschen mit einem Ort verbunden, wo wir eines Tages angenommen werden und uns gegenseitig annehmen können, egal wie wir heute unser Leben leben, oder uns Grenzen aufbauen. Ein komplettes Auflösen des ich genüge mir oft nicht, weiss ich nicht wirklich ob das gelingen kann, weil wir eben in Körpern sind und in sinnvollen/sinnlosen Vermessungen verstrickt sind, zu dick, zu schlank, zu alt, zu klein, zu wenig gebildet, diese Nationalität, eine andere Nationalität uvm.

    Grundsätzlich gibt es Menschen, wo es mir wichtig ist, was sie denken über mich, aber ich lebe mein Leben. Ich habe oft gesehen, wie kurz das Leben ist. Es geht darum, deine Dinge zu leben, es gibt jetzt die Gelegenheit dazu. Ich habe früher auch oft nach Liebesbeweisen gesucht. Ich habe erfahren, in erster Liebe sich selber zu lieben, erlöst nach der Suche von Liebesbeweisen.

    lg
    Ritter Omlett
     
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  5. Spätzin

    Spätzin Well-Known Member

    Hallo Cloudlight,

    Ritter Omlett und Reinfriede haben einiges geschrieben was zum Nachdenken anregt.

    Ich bin schon eine Weile auf der Welt und als Sandwich-Kind habe ich immer gekämpft um alles, um Anerkennung, um Liebe, um Aufmerksamkeit. Ich wurde in meiner Herkunftsfamilie völlig übersehen.

    Als junge Frau hab ich mich freigestrampelt und bin natürlich immer angeeckt. Aber das ist mir bei heute egal.
    Ich muss mein Leben im Einklang mit mir leben.
    Und das tu ich jeden Tag. Nicht immer gelingt es mir, wertfrei mit anderen Menschen umzugehen, aber das ist eben so. Und Menschen, welche mir nicht gut tun, habe ich aus meinem Leben verbannt und schon einigen die Freundschaft gekündigt.
     
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  6. Clara Clayton

    Clara Clayton Well-Known Member

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    Liebe Cloudlight,

    ein Sandwich-Kind bin ich nicht. Ich war/bin die Älteste. Ich konnte mich nie über die mangelnde Aufmerksamkeit meiner Eltern 'beklagen'.

    Und genau DAS war mein Problem. Eigentlich ist es noch heute 0ft ein Problem.

    Meine Eltern sind, wie geschrieben, schon lange bzw. eine Weile tot. Doch irgendwie gelingt es ihnen immer noch in meinem Leben "herumzufuhrwerken".

    So habe ich z. B. immer noch das Gefühl mir Liebe 'verdienen' zu müssen, weil ich etwas besonders gut gemacht habe(zuverlässig gearbeitet, nicht gejammert als ich Schmerzen hatte, Probleme alleine ohne Hilfe gelöst habe z. B.).

    Ich weiß natürlich, daß sowas Mist ist, weil mich a) niemand mehr dazu antreibt, mir Liebe und Anerkennung zu verdienen und b) ich jeden Tasg Beweise meiner Umgebung bekomme, daß man mich einfach so mag wie ich bin - einfach so.

    Trotzdem, die erworbenen Strukturen der Kindheit lassen sich nicht so einfach abschütteln.

    Manchmal ist es geradezu bescheuert wie bekloppt ich heute noch hin und wieder drauf bin:D.

    So habe ich vor 14 Tagen, als ich meine Fenster putzen wollte, ganz umständlich das Putzwasser mit Spiritus und Spülmittel zurechtgestellt. Wasser kochend heiß, Fensterwischer und einen Haufen Putzlappen und Zeitungspapier zurechtgelegt.

    Dabei bereitet mir der Gestsank von Spiritus extreme Übelkeit und ich hasse das Geräusch von Zeitungspapier auf Glascheiben:mad:!

    Aber die Mama hat es immer so gemacht - und NUR so, kann es saubere Scheiben geben! So habe ich es selbst jahrelang gemacht.

    Ich schüttete das stinkende Spirituswasser weg und schmiß die Zeitungen ins Altpapier. Dann nahm ich mir einen frischen Haushaltsreiniger - und siehe da: die Fenster sind trotzdem sauber geworden:)!

    Das war nach all den Jahren(in denen ich gar nicht darüber nachgedacht hatte) ein richtig cooles Gefühl.

    Das ist nur ein kleines, eigentlich unwichtiges Beispiel, das aber zeigt, wie die Erziehungsmaßnahmen und das "Alles-recht-machen-wollen" uns prägen können.

    Ich weiß natürlich, daß ich o. k. bin, so wie ich bin. Aber es fällt mir heute immer noch schwer, das für mich zu akzeptieren.

    Wie du, überlege ich oft, ob es richtig ist, was ich jetzt sage oder schreibe. Aber das ist doch auch eigentlich nicht so schlimm, oder?

    Menschen, die mit brachialer Zuverlässigkeit anecken mit dem was sie tun oder sagen und sich nie hinterfragen, sind mir irgendwie suspekt. Einerseits bewundere ich sie, andererseits will ich gar nicht so sein.

    Ich will zwar meine Meinung vertreten dürfen, auch wenn ich mal nicht so viele Leute finde, die sie mit mir teilen, doch ich will mich auch weiter hinterfragen. Ich will mich in andere Menschen hineinversetzen können, ich will nicht unnütz verletzen - ja - und ich will auch gemocht werden.
     
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  7. cloudlight

    cloudlight Well-Known Member

    Hallo ihr Lieben,
    vielen Dank fuer die tollen Antworten! Ich komme leider immer nur bedingt dazu, zu antworten, meine liebe Tochter will unterhalten werden, ich antowrte also wahrscheinlich nach und nach!

    Danke, das ist schoen zu lesen :)

    Ich find mich eigentlich meistens OK, klar, ein paar Dinge mache ich ab und an, bei denen ich denke, meine Guete, bin das wirklich ich? Logisch, es gibt viele Facetten der Persoenlichkeit aber manchmal bin ich nicht zufrieden mit mir, also dass ich es einfach besser von mir erwarte. Insgesamt komme ich damit aber auch immer besser klar und lerne mehr und mehr einfach hinzunehmen, dass ich so eben bin, wie ich bin.


    Klar, grundsaetzlich finde ich das auch nicht verkehrt, ich weiss, dass ich im Allgemeinen ein toller Gespraechspartner fuer andere bin, denn in den seltensten Faellen werte ich andere Menschen und ich muenze eigentlich auch selten die Probleme anderer auf mich und fang dann von mir an. Es ist viel mehr genau das

    das Problem. Gerade im Schriftverkehr modle ich so oft alles um, damit ich ja nicht misverstanden werde, dass ich am Ende ueberhaupt keine Lust mehr habe. Also fuer mich ist das manchmal echt frustrierend.

    Vielen Dank fuer den Buchtip, meine Buecherei hat das Buch, das leihe ich mir auf jeden Fall mal aus!

    Mein Kind ruft, zu mehr komme ich also erst spaeter oder morgen....
    Alles Liebe
    cloudlight
     
  8. cloudlight

    cloudlight Well-Known Member

    Liebe Reinfriede,

    vielen Dank, fuer diesen Ansatz, leider weiss ich heute nicht mehr, was mich genau getriggert hat. Ich glaube mein Mann war am Morgen verschwiegener als normalerweise und das habe ich glaube ich sofort auf mich bezogen. Ich hab dann gemerkt, was ich mache und hab versucht das zu unterbrechen und da ging mir das im Kopf herum. Ich glaube so wars, aber schwoeren kann ichs nicht mehr. Ich habe ein Siebgedaechtnis!



    Vieln Dank, das hilft mir sehr! Ich bin momentan wieder eher im Einklang mit mir und das laesst mich nochmal ein paar Schritte weiter gehen und dieses Bewusstsein noch mehr festigen!


    Es ist nicht verwirrend, was Du schreibst, sondern macht total Sinn! Vielen Dank, das hilft mir alles sehr!

    Im Prinzip kommen ja die Menschen nicht damit klar, dass sie am Leben sind, sterben wollen sie aber auch nicht. Ich glaube mittlerweile, dass es ueberhaupt keine *Antwort* gibt. Am Ende ist doch sowieso alles egal, denn wir alle sterben. Insofern: Carpe Diem.

    Dabie stellt sich aber die Frage, inwieweit ich mein Leben geniessen darf und mich selbst am Wichtigsten nehmen ohne dabei in absoluten Egoismus zu verfallen. Ist das egal? Oder ist da nur die Frage, wie komme ich selbst damit klar ein Egoist zu sein?

    Ich bin unheimlich feinfuehlig, was die Stimmungen anderer Menschen angeht. Klar das wird man, wenn man als Kind heimkommt und erstmal die Schwingungen checken muss, um herauszufinden, wie nett bzw. wie sehr man aufpassen muss. Als Erwachsener ist da smanchmal unheimlich anstrengend, weil mir ja eigentlich egal sein kann, wie sich andere fuehlen... warum ich das jetzt geschrieben habe, keine Ahnung, Faden verloren!

    Jedenfalls vielen Dank fuer Deine Gedanken, liebe Reinfriede, was Du geschrieben hast, hat mir sehr geholfen!

    Alles Liebe
    cloudlight
     
  9. Reinfriede

    Reinfriede Well-Known Member

    Liebe Couldlight, ich kenne das sehr gut und ich sehe auch den Zusammenhang dabei.

    Mir ging es ja ähnlich aus meiner Kindheit heraus, ich nehme heute noch feinste Emotionen bei anderen wahr, noch bevor diese überhaupt vom Gegenüber empfunden werden.

    Ist eine Art Überlebensinstinkt gewesen in der Kindheit.

    Aber, und das ist die gute Nachricht: Du bist heute kein Kind mehr. Du brauchst es nicht mehr. Zumindest nicht in einer Umgebung, die Dich prinzipiell mag. Du kannst diesen Mantel abwerfen und Du selbst sein, es kann Dir nichts passieren.

    Du kannst diese Emotionen heute auch noch wittern, nur Du brauchst es nicht mehr. Du darfst Dich auf Deine eigenen Emotionen konzentrieren, da gibt es sicher auch viel zu erkunden.:)


    Du hast gefragt, wieviel Egoist man sein darf:

    In einer interessanten Diskussion um das Thema Schuld im Verhältnis zu Verantwortung fragte mal einer:

    Wenn das so ist, dass ich keine "Schuld" habe, sondern nur die Verantwortung für etwas, das ich in genau dieser Situation gar nicht hätte anders machen können, dann könnte ich ja locker jemanden ermorden.

    Das Gegenüber sagte: Probiers.;)

    Du KANNST es nicht. Du bist nicht in der Situation, Du bist nicht dessen Weg gegangen, hast andere Erfahrungen gemacht - Du kannst es nicht.

    Und ich glaube, mit dem Egoismus verhält es sich genau gleich. Du fragst, wie weit man Egoist sein darf: Soviel man KANN.

    Ich denke, alleine deshalb, WEIL Du Dir diese Frage stellst, bist Du schon kein Egoist im herkömmlichen Sinne. Ein richtiger Egoist würde sich diese Frage gar nicht stellen.

    Liebe Grüße
    Reinfriede
     
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  10. cloudlight

    cloudlight Well-Known Member

    Hm, ich weiss nicht, ich glaube ich KOENNTE schon einiges, aber ich will die Konsequenzen eben nicht tragen!

    Ich koennte schon ganz schoen egoistisch sein, ich glaube vor allem bei meinem Mann, da nur seine Probleme auch direkte Auswirkungen auf meine Stimmung und Situation hat. Da sollte ich wirklich denken, ach, Du hast Rueckenschmerzen, weil Du keinen Ausgleichssport machst. Musst Du selbst kucken, wie Du mit klar kommst, ich geh mal was malen, oder sonstwie was schoenes fuer mich selber machen...?

    LG
    cloudlight
     
  11. Reinfriede

    Reinfriede Well-Known Member

    Liebe Cloudlight!

    Als selbst-Rückengeplagte denke ich, man muss unterscheiden zwischen Hilfeleistung, weil der andere im Moment tatsächlich "hilflos" ist und der generellen Übernahme von Verantwortung - das geht gar nicht.

    Wenn ich grade ein Problem mit dem Rücken habe, kann ich nichtmal stehen, geschweige denn gehen. Da bin ich dann tatsächlich schon mal drauf angewiesen gewesen, dass jemand mir hilft.

    Aber: die Verantwortung für mein Kreuz trage NUR ich. Mit Ausgleichssport könnte man mich auch nicht hinter dem Ofen hervorlocken.:confused: Aber ich mache meine Rückenübungen bzw. Bauchmuskelübungen - und das schafft tatsächlich jeder Sportmuffel. Und was paradoxerweise hilft beim "verrissenen Kreuz" ist Bewegung, Streckbewegungen vor allem.

    Ich weiss, es ist da sicher eine Gratwanderung, auf der einen Seite kann man schlecht zusehen, wie der andere hilflos ist, auf der anderen Seite regt sich die Wut darüber, wenn er nichts Langfristiges dagegen unternimmt.

    Wie oft hat Dein Mann Kreuzschmerzen und in welchem Ausmaß - vor allem: wodurch?

    Liebe Grüße
    Reinfriede
     
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  12. cloudlight

    cloudlight Well-Known Member

    Lieber Ritter Omlett,
    vielen Dank fuer Deine Ansaetze, ich habe eine Weile immer wieder meditiert und zwar eine begleitete Meditations von ... ja und jetzt faellt mir der Name nicht mehr ein... jedenfalls ging es auch darum sich selbst zu lieben, indem man sich einen Menschen vorstellt, der einen bedingunglos liebt um dieses Gefuehl des geliebt werdens dann selbst zu generieren und danach auf die Umgebung zu vergroessern, vielleicht ist es an der Zeit, dass ich das wieder mache. Ich weiss nur leider nicht, wo ich die CD hin hab...

    Liebe Spaetzin,
    mit anderen kann ich eigentlich meist sehr gut wertfrei umgehen, nur eben mit mir selbst nicht. Staendig finde ich mich zu faul, zu dick, zu inkonsequent, zu suchtbefallen, zu weinerlich, zu abhaengig, zu selbstsuechtig.... ich glaube ich koennte den ganzen Tag damit verbringen immer neues scheisse an mir zu finden. Komischerweise kann ich aber andere so nehmen, wie sie sind, egal was sie tun, egal was sie denken, egal wie sie aussehen. Ich muss ja aber auch nicht mit diesen Menschen den ganzen Tag, die ganze Nacht, mein ganzes Leben verbringen.

    Oh, oh, ich glaube mein Kind ist schon wieder aufgewacht :(
    Liebe Gruesse,
    Cloudlight
     
  13. Hortensie

    Hortensie Well-Known Member

    Hallo cloudlight,
    ich habe jetzt nur dein Eingangspostin gelesen...komplett auflösen nicht....fürs Privatleben schon mal gar nicht, leider das habe ich auch noch nicht geschafft. Dennoch - im Arbeitsleben ist mir das mal gelungen. Ich habe eine echt harte Lehrzeit hinter mir - ich war auch super schüchtern, habe mich nie getraut etwas zu sagen und musste mir echt viel von meinem Lehrherrn bieten lassen. Nicht nur dass, in der mündlichen Prüfung hatte ich auch noch eine mega gemeine Situation zu durchstehen. Ich habe ja direkt nach der Lehre meine Kinder bekommen, habe wohl aushilfsweise gearbeitet, damit ich nicht so alleine bin....aber den Mund habe ich dennoch nie aufgemacht. Irgendwann hatte ich wieder einen Chef und ich weiß nicht mehr, was passiert ist, jedenfalls irgendwann hat es bei mir klick oder klock gemacht und ich habe mir gesagt: "Du hast jetzt so viel erreicht...dies und das und jenes...du brauchst dein Licht nicht immer unter den Scheffel zu stellen, du hast deinen Beruf gelernt und das ist was wert." Seitdem habe ich immer super Jobs bekommen. Hier gehe ich mit der Einstellung ran: "wer meine gute fachlich kompetente Arbeitskraft haben möchte, der muss halt gut dafür bezahlen oder mir ein gutes Betriebsklima bieten." Das funktioniert, leider habe ich für das Private wie oben schon geschrieben, diesen Moment noch nicht gehabt. *grübel*
    Ja, genauso geht es mir auch :(. Gibt es einen Menschen in deinem Leben, der dir das Gefühl gegeben hat, dass du nicht gut genug bist? Ich habe als Kind immer gesagt bekommen: mach das nochmal; das geht so nicht; benimm dich soundso, das ist besser; tu dies; mach das.....und in meiner ersten Ehe hat mir mein Ex-Mann immer ganz subtil vermittelt, dass ich nicht gut bin - hier habe ich später (ca. 10 Jahre) verstanden, dass er somit seine eigene Unzulänglichkeit damit vertuscht hat/vertuschen wollte, leider habe ich das nicht eher gemerkt.
    Ich bin ziemlich dick geworden, habe so ca. 50 kg Übergewicht, ich denke es ist eine Schutzschicht, die ich mir da zugelegt habe....
    leider habe ich auch noch nicht den Dreh gefunden, wie ich das wieder los werde.
    AL Hortensie
     
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  14. cloudlight

    cloudlight Well-Known Member

    Liebe Hortensie,
    vielen Dank fuer Deine Antwort und dass Du ein bisschen von Deinem Leben erzaehlt hast! Im Berufslebenhatte ich das Problem weniger, da weiss ich komischerweise, was ich wert bin!

    Ich bin mit einem ziemlich cholerischen Vater aufgewachsen, der immer darauf bestanden hat, dass die Dinge *richtig* gemacht werden. Beim Abtrocknen habe ich mal einen riesen Anschiss bekommen, weil ich das Geschirr nicht in der richtigen Reihenfolge abgetroknet habe... wenn er Stress hatte, hat er meist irgendwas finden koennen, um uns anzubruellen. Meine Mutter macht alles immer lieber selbst, weil es dann *richtig* ist. Ich denke also schon, dass ich da immer suggeriert bekommen habe, dass ich die Dinge falsch mache, oder eben nicht gut genug bin.

    Als ich 15 war sind wir in den Urlaub nach Irland, ich war sowieso schwierig, hatte Liebeskummer und in der Zeit hat sich ein Freund von mir das Leben genommen. Mein Vater hat mir dann jahrelang vorgeworfen, ich haette seinen Urlaub verdorben, als ich mal jemandem hinter mir die Tuer in den Laden nicht aufgehalten habe wurde ich am Genick gepackt und runtergemacht, dass sich das nicht gehoert...

    Mein Ex hat glaube ich auch in die Kerbe geschlagen, obwohl ich nicht wirklich dick war, hat er immer an meiner Figur gemeckert, zudem bin ich noch ein Tollpatsch, dann hiess es, pass nur auf, dass Du mit Deinem Hintern nicht wieder alles umwirfst, oder einmal hat er sich aufgeregt, dass ich nicht enthusiastisch genug staubsauge.

    *kopfschuettel*

    An was man sich ploetzlich alles erinnert, wenn man nachdenkt!

    Alles Liebe
    cloudlight
     
  15. Spätzin

    Spätzin Well-Known Member

    Ja, dazu fallen mir einige Sachen ein.

    Meine Mutter hat auch immer rumgmeckert.

    Ohrfeigen habe ich bekommen, weil ich Vaters Hemden nicht in der Reihenfolge gebügelt habe wie mein Mutter.
    Ich bügle Blusen/Hemden immer noch so, wie es mir am besten in die Hand passt. Ärmel zuletzt, wenn ich sie zuerst bügelte, hatte sie immer wieder Falten.
    Oh ja, das mit dem Abtrocknen kenn ich auch :(

    Aber ich nehme schon lange keine Rücksicht mehr auf Menschen, die nicht in meinem Haushalt leben und wie Andere ihren Haushalt erledigen ist mir wurscht, Hauptsache sauber ...

    enthusiastisch staubsaugen :cool: ... bei flotter Musik geht Hausarbeit sowieso leichter und besser!

    Ich hab auch nen dicken Hintern. Und? Der ist angewachsen und nicht zu ändern, außerdem muss ich ja auch wo draufsitzen :D
     

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