Reinfriede
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- 15 Oktober 2004
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- 4.988
Liebe Abendsonne!
Eine Klasse zu wiederholen ist überhaupt kein Beinbruch. Und es ist nicht gesagt, dass die Wiederholung dieselben Ergebnisse bringt wie jetzt.
Meine Älteste hat bis zur Matura gleich 2 x wiederholt. Einmal vom Wechsel vom Gymnasium in die HLA und das zweite Mal hatte sie in der Maturaklasse Liebeskummer und das monatelang. Das Jahr war gelaufen.
Aber irgendwann waren die Tränen getrocknet, die Nase geschnäuzt und mit frischer Energie die Klasse auch wiederholt. Hintnach fragt Dich doch eh kein Mensch, ob Du jemals wiederholt hattest oder nicht, der Abschluss zählt, mehr nicht.
Auch meine Jüngste hatte es in der 3. Gym mal "aufgeplattelt". Das war die Zeit, in der sie in eine Klasse kam (durch die Spezialisierung in den 3. Klassen wurden die Zweige neu aufgeteilt und die Kinder neu zusammengemischt, war eine tödliche Konstellation), in der sie völlig am Rand stand.
Keiner akzeptierte sie, die Pubertät kam dazu, es war schlimm. Ich hatte damals den Fehler gemacht und viel zu lange gewartet bzw. mich auf Gespräche mit den Lehrern und auch mit dem Direktor verlassen. Ich dachte damals, es würde besser werden, wenn sie sich in dieser neuen Klasse eingelebt hätte. Irrtum, es wurde immer schlimmer. Die (ausgesprochen reichen) Mitschülerinnen nannten sie nichtmal beim Namen, sondern riefen sie nur "Abschaum".
Die Katastrophe war unausweichlich, meine Kleine war völlig durch den Wind, meine Gespräche mit den Lehrern wurden noch ungemütlicher aber brachten nichts - bis mein Kind türmte und ich sie überall suchte. Verzweifelt, fertig und ich dachte, das ist jetzt das Ende.
Letztendlich fand ich sie doch - ich hab schon mal erwähnt, dass ich damals ziemlich durch die Hölle ging. Nicht nur ich, auch sie. Mein Fehler war, dass ich viel zu lange gewartet hatte.
Dann meldete ich sie kurzerhand in der Schule ab und sie ging in eine andere Schule, in einer anderen Stadt, weit weg von den alten Schul"kolleginnen".
Die neue Schule war die Rettung, auch wenn sie ein Jahr dadurch verloren hatte, denn sie musste dort wieder in der 3. anfangen. Das hatte sich hundertmal rentiert, sie war glücklich, dort gut akzeptiert, beliebt und das Leben bekam wieder Farbe und die richtigen Bahnen. Jetzt ist sie in derselben Schule in der Maturaklasse.
Ich schreib Dir das, weil ich weiss, dass das Schlimmste, was ich meinem Kind angetan habe, das Warten auf bessere Zeiten war. Sie hätte Hilfe gebraucht, tatkräftige Hilfe. Und ich habs nicht erkannt bzw. zu zaghaft reagiert.
Eine Klasse wiederholen zu können bedeutet eine Chance. Und wenns sein muss, dann ganz neu - in einer anderen Schule.
Noch etwas zum Thema Mutter: Wie hast Du da reagiert, als sie Dein Kind weggestossen hat? Hast Du sie angebrüllt, Dein Kind verteidigt? Warst Du stark für ihn, hast Du Dich vor ihn gestellt?
Liebe Grüße
Reinfriede
Eine Klasse zu wiederholen ist überhaupt kein Beinbruch. Und es ist nicht gesagt, dass die Wiederholung dieselben Ergebnisse bringt wie jetzt.
Meine Älteste hat bis zur Matura gleich 2 x wiederholt. Einmal vom Wechsel vom Gymnasium in die HLA und das zweite Mal hatte sie in der Maturaklasse Liebeskummer und das monatelang. Das Jahr war gelaufen.
Aber irgendwann waren die Tränen getrocknet, die Nase geschnäuzt und mit frischer Energie die Klasse auch wiederholt. Hintnach fragt Dich doch eh kein Mensch, ob Du jemals wiederholt hattest oder nicht, der Abschluss zählt, mehr nicht.
Auch meine Jüngste hatte es in der 3. Gym mal "aufgeplattelt". Das war die Zeit, in der sie in eine Klasse kam (durch die Spezialisierung in den 3. Klassen wurden die Zweige neu aufgeteilt und die Kinder neu zusammengemischt, war eine tödliche Konstellation), in der sie völlig am Rand stand.
Keiner akzeptierte sie, die Pubertät kam dazu, es war schlimm. Ich hatte damals den Fehler gemacht und viel zu lange gewartet bzw. mich auf Gespräche mit den Lehrern und auch mit dem Direktor verlassen. Ich dachte damals, es würde besser werden, wenn sie sich in dieser neuen Klasse eingelebt hätte. Irrtum, es wurde immer schlimmer. Die (ausgesprochen reichen) Mitschülerinnen nannten sie nichtmal beim Namen, sondern riefen sie nur "Abschaum".
Die Katastrophe war unausweichlich, meine Kleine war völlig durch den Wind, meine Gespräche mit den Lehrern wurden noch ungemütlicher aber brachten nichts - bis mein Kind türmte und ich sie überall suchte. Verzweifelt, fertig und ich dachte, das ist jetzt das Ende.
Letztendlich fand ich sie doch - ich hab schon mal erwähnt, dass ich damals ziemlich durch die Hölle ging. Nicht nur ich, auch sie. Mein Fehler war, dass ich viel zu lange gewartet hatte.
Dann meldete ich sie kurzerhand in der Schule ab und sie ging in eine andere Schule, in einer anderen Stadt, weit weg von den alten Schul"kolleginnen".
Die neue Schule war die Rettung, auch wenn sie ein Jahr dadurch verloren hatte, denn sie musste dort wieder in der 3. anfangen. Das hatte sich hundertmal rentiert, sie war glücklich, dort gut akzeptiert, beliebt und das Leben bekam wieder Farbe und die richtigen Bahnen. Jetzt ist sie in derselben Schule in der Maturaklasse.
Ich schreib Dir das, weil ich weiss, dass das Schlimmste, was ich meinem Kind angetan habe, das Warten auf bessere Zeiten war. Sie hätte Hilfe gebraucht, tatkräftige Hilfe. Und ich habs nicht erkannt bzw. zu zaghaft reagiert.
Eine Klasse wiederholen zu können bedeutet eine Chance. Und wenns sein muss, dann ganz neu - in einer anderen Schule.
Noch etwas zum Thema Mutter: Wie hast Du da reagiert, als sie Dein Kind weggestossen hat? Hast Du sie angebrüllt, Dein Kind verteidigt? Warst Du stark für ihn, hast Du Dich vor ihn gestellt?
Liebe Grüße
Reinfriede