hab mir eure beiträge eingehendst und bedacht durchgelesen, besonders lucille, deine schilderung von deinem sozialen umfeld haben mich berührt. ich lese schon bewusst langsam, damits nicht gleich wieder aufhört

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leider kann ich nicht viel schreiben im moment. und meine ausführungen sind bei weitem nüchterner
Das verlässlichste Netzwerk vieler Menschen ist die enge oder erweiterte Familie, habe ich festgestellt.
Erinnerst Du Dich an die "Bilderbuch-Familie", von der ich mal geschrieben hatte?
Nun, die einzige echte Freundin dieser Frau - bin ich. Weitere nähere Kontakte laufen ausschliesslich über die
Familie. Da diese groß ist und gut funktioniert, hat sie logischerweise ein tragfähiges soziales Netz.
Darum beneide ich sie sehr, denn genau das (meine Familie mütterlicherseits) ist im Grund ein wackeliges und unbeständiges Konstrukt.
Genau das wollte ich meinen Kindern nie so vorleben, aber ich wüsste nicht, wie eingreifen.
"Familie" fehlt mir am meisten. Erstens meine eigene - und zweitens die von meinem Ex. Sie haben sich alle - ausnahmslos - nach der
Scheidung auf seine Seite geschlagen, von jetzt auf gleich den Kontakt zu mir abgebrochen. Ich wage auch heute noch die Vermutung, dass,
wäre ich statt ihm in dem schönen großen Haus geblieben, dann sähe der "Verteiler" anders aus. Und ja, ich liege sicher nicht so falsch mit
meiner Annahme, dass ganz gewöhnlicher Opportunismus eine Rolle spielt.
ich denke, das hat sicher auch etwas damit zu tun, dass man irgendwann, wenn die kinder dem "kind-alter" entwachsen sind , man ausschließlich den status der "ex" hat, die ja demnach nicht mehr zur familie gehören. vorher wird man noch als "die mutter der enkel, der nichte, des neffen" etc. akzeptiert, später ist es dann vorbei.
ich seh es bei mir selber, mein ex-schwager (der geschiedene mann meiner schwester - ich mag ihn nicht besonders, er ist ein speckjäger wie er im buche steht, und das unterstreiche ich noch doppelt und dreifach, da kann sein schicksal mich nicht mal umstimmen), also, er ist mit seiner freundin immer noch an den hl. abenden anwesend,
und ich denk mir, was tut er denn da??
der neffe längst erwachsen, .... . es ist, als würde er noch "ansprüche" erinnern wollen alleine mit seiner anwesenheit, er lädt sich ja meist selber ein.
würden wir eine affinität spüren, könnte er ex sein wie er will, es würde für mich nicht zählen. es zählt für mich der MENSCH: der vielleicht für jemand anderen passt, für MICH aber passts nicht.
weißt du, was ich meine??
vorher hatte er für mich noch den status des vaters meiner neffen. da passte es noch. jetzt passt es nicht mehr.
wenn die kinder klein sind, geht der kontakt zu den kindern einfach über deren eltern, daher sind viele großéltern etc. in dieser zeit noch da. wenn sie dich als mutter nicht mehr "brauchen", weil die kinder bei den vätern sind oder eben groß sind, dann kommt der wahre bezug zum vorschein.
und oft ists denk ich mir tatsächlich ein "solidarisch" erklären mit genau EINER seite.
mir kommt vor, die gesellschaft ist so schwarz-weiß denkerisch. entweder diese seite oder diese. ein gleichschwingen in beide richtungen gibts oft nicht. da kann der ex gut sein und passend sein wie er will. es ist VORBEI und da muss man sich dann entscheiden.so kommts mir echt vor. und das ist absolut traurig. das meinst du auch mit opportunismus??
alle sind gottseindank nicht so.
die familie meines mann es ist jedenfalls derzeit noch absolut fair zu mir, bezieht mich ein usw. . wie es später aussieht?? wenn ich in der mutter-rolle nicht mehr so wichtig bin, weil die kinder eigenständig sind??? weiß ich nicht. ich denk mir, die sind aber von grund aus andere menschen, nicht so kleinkariert, echt fair und eben ... anders. besser

. ich glaub, dort bin ich auch noch in 10 jahren willkommen. auch mein mann wird von meiner familie nicht abgeschottet, im gegenteil, die trauern ihm ein wenig nach. als weltoffenen, gescheiten, witzigen menschen.
Die Ablehnung meiner Kinder mir gegenüber hat damals meinen ganzen Lebenssinn in Frage
gestellt. Ich war so gefangen in meiner eigenen Verzweiflung, dass es am schwierigsten war, hinter der
Zurückweisung ihrerseits den eigentlichen Schmerz zu sehen.
hmm. auch hier bin ich härter. ich bin gar nicht so verzweifelt. ich sehe es eher so, dass auch ICH mal an die reihe kommen darf. ich hab mein leben lang den schwarzen peter bekommen, war zu lieb und zu nett und hab alles mit mir machen lassen. der kleinste windhauch hat mich umfallen lassen, weil ich nie stabil genug geworden bin, weil die anderen immer bevorzugt waren. aber ich war immer gleich am aufstehen, sofort. ich hab mir durch die ganzen narben eine art schutzmantel angedeihen lassen, und wenn ich wieder umgeworfen werde, dann tut mir das nicht mehr viel. es ist halt so, dass ich umfalle, aber gleich wieder aufsteh.
dass meine kinder genau in dieser phase, wo ich fast unverletzbar bin, groß werden, tut mir irgendwie leid. sie sind schon mit einer gewissen härte meinerseits konfrontiert.
ich seh mich natürlich schon leid, wenn andere kinder sich bei den mamas anlehnen und liebe sachen wie "du bist die beste mama der welt" sagen, aber bei mir ists halt anders, und ich wundere mich ja auch nicht, weil ich eben auch nicht gerade super bin.
aber ich mach mich da nicht fertig.
es ist immer ein umfallen, wie gesagt, ein einklinken in die neue situation, und dann gehts einfach weiter.
es ist wie es ist. bei den kindern hats andere dimensionen, aber das kleine spielt halt ins große rein.
so wie ich auch sage, gut, die nachbarn haben eine ablehnende haltung mir gegenüber, dann kommt aber gleich dieses "na dann eben nicht".
und fast so verhält es sich mit den kindern. was kämpfe ich denn da lange und lass mich deppert behandeln?? natürlich wärs für die kinder schöner, hätten sie eine mama die ständig da steht mit offenen armen.
ich steh ja auch so da, aber wenn ich dann gleich wieder eine drüber bekomm, verschließ ich mich halt. beim buben ist die toleranz viel größer, er gibt mir ja auch was von sich. dürfen mütter eigentlich erwarten, dass sie von den kindern auch was bekommen??