Familienaufstellung ... sinnvoll?

ChrisTina

Well-Known Member
AW: Familienaufstellung ... sinnvoll?

PS.: Die Lösungen im Detail, ergeben sich durch die Aufstellung selbst - die Lösung weiß der Aufsteller selber uU nicht vorher.

Hi Elladana,

darf ich widersprechen? ein guter Aufsteller weiß die Lösung nie im vorhinein - er hat maximal eine Ahnung davon, mit welchen Personen aus dem System es zusammen hängt - der Rest ergibt sich in und durch die Aufstellung.

Klar hat man als Aufsteller eine Idee, um welche systemischen Verstrickungen es sich handeln könnte - dazu gibt es unterschiedlichste Zugangshinweise - aber das ist ja eben das Wesen von Familienaufstellungen mit realen Personen, dass dann in der Aufstellung selbst inter-agiert wird - und sich ein Bild zeigt, welches ver-ändert werden kann.

Ich hab auch schon mehrfach Aufstellungen miterlebt, wo die Klienten "bewusst" gestellt haben - also so nach dem Motto "ich weiß ja, wie die Leute zueinander stehen sollten, damits *schön* ausschaut." Sowas wirkt von vornherein gekünstelt - und spätestens ab der Aufforderung "Wer einen Bewegungsimpuls hat, gibt dem bitte nach" crasht das "schöne" Bild meist in Sekunden in sich zusammen.

Für mich ist eine Familienaufstellung etwas, wo ich mir mein unbewusstes Bild einer Situation bewusst anschauen kann - und wo ich darüber hinaus auch noch erkennen kann, wie es den einzelnen Betroffenen in unterschiedlichen Situation (Positionen) geht.

Ich persönlich hab vor Jahren mal eine Aufstellung mit Steintieren gemacht, weil ich etwas erfahren hatte, was ich mir "anschauen wollte". Es ging um eine Frau und ihr Kind und ich wollte einfach wissen, mit welcher der beiden Personen ich identifiziert bin - und das war eindeutig - die Frau.

Das hat mir damals viel geholfen, aber die Lösung kam trotzdem erst voriges Jahr in einer "richtigen" Aufstellung, als ich mit meinen Eltern aufgestellt wurde - und der Aufsteller meinte "da fehlt wer" - und stellte einen Mann dazu - und bei mir brachen Staudämme - ich glaub, ich heulte fast ne halbe Stunde und es war unheimlich befreiend und beruhigend, in seinen Armen zu liegen und festgehalten zu werden.

Mir war sofort bewusst, wer diese Person ist - es war der Sohn dieser Frau. Mit ihm war ich zwar nicht identifiziert, aber er ist für mich emotional unheimlich wichtig - und das hätte ich beim selbst rum experimentieren nicht heraus gefunden, weil ich auf derartiges gar nicht gedacht hatte - und in der Aufstellung "zeigte es sich einfach".
 
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Lucille

Well-Known Member
AW: Familienaufstellung ... sinnvoll?

Liebe Elladana,

du fragst nach der Sinnhaftigkeit von Aufstellungen. Ich denke schon, dass die gegeben ist. Soferne man sie nicht mit einer Therapie verwechselt.

Ich selbst habe zwei Aufstellungen gemacht.

Bei der allerersten, mitten in einer ganz tiefen Lebenskrise, konnte ich mich irgendwie nicht wirklich einlassen. Man soll seinen Verstand zwar nicht vor dem Aufstellungsraum abgeben, aber extreme Kopflastigkeit blockiert total. Heute denke ich, dass das "Lösungsbild" (das absolut stimmig war), von der Aufstellungsleiterin in genau diese gute Richtung gebracht wurde. Für eine "schlechte" Lösung hätte ich damals die Kraft nicht gehabt, vielleicht hat sie das gespürt, denn mir ging es wirklich nicht gut.

Ich weiß es nicht wirklich und es ist schwer zu erklären, aus heutiger Sicht könnte es so gewesen sein.

Dann habe ich mich recht intensiv mit dem Thema befasst, Bücher gelesen und mich auch mit anderen Menschen über ihre (insgesamt positiven) Erfahrungen ausgetauscht.

Letztes Jahr machte ich erneut eine Aufstellung. Die Aufstellungsleiterin war äußerst achtsam im Umgang mit ihren Klienten (heißt das so?), und ich konnte mich fallenlassen.

Das besondere: es handelte sich um eine "verdeckte Aufstellung". Die Repräsentaten wissen zunächst nicht, wenn sie darstellen, das weiß nur die AL. Als die Aufstellung "aufgemacht" wurde (so nannte sie es), fanden sich die Repräsentanten ziemlich genau dort, wo ich sie auch im realen Leben vermutet hatte. Hat mich beeindruckt und hat mir letztendlich zu mehr innerer Distanz zu der Situation, in die ich mich mental festgebissen hatte, verholfen.

Ich werde demnächst mit einem Herzensanliegen wieder eine Aufstellung bei dieser Frau machen.

Elladana
Ohne dass mich der Aufsteller je gesehen hatte zuvor, fragte er mich: "Wer in Deiner Familie durfte seine Liebe nicht leben?" - das hat mich dann doch etwas "umgehauen".

Ich kann gut verstehen, dass dich das beeindruckt hat.
Aber wenn der Aufstellungsleiter dein Anliegen(deine Geschichte) wirklich nicht kannte, dann würde ich aufpassen, ihm keine "übersinnlichen" oder "hellsichtigen" Qualitäten zuzuschreiben.
Es gibt so gut wie sicher in fast jedem Familiensystem irgend jemanden, der seine Liebe nicht leben konnte/durfte, das kann auch Generationen zurückliegen.

Das sind dann solche Aussagen, wo sich, ganz bewusst, mein Verstand wieder einklinkt.

LG
Lucille
 

Katze1

Well-Known Member
AW: Familienaufstellung ... sinnvoll?

Hallo @ all!

Was haltet Ihr von Familienaufstellungen?

Viel :)
Du kannst erkennen, wie es zB deiner Ururururoma gegangen ist oder warum sich manche Familienmitglieder wie verhalten und wodurch du persönlich beeinflußt bist. Ich habe zB entdeckt, dass meine Oma von ihrer Tante adoptiert war - das hat keiner mehr gewußt!
 

ChrisTina

Well-Known Member
AW: Familienaufstellung ... sinnvoll?

Strandläufer;212160 schrieb:
Eine Aufstellung mit Steintieren???
Ist das eine Methode alleine zu stellen?
LG
Elke

Hallo Elke,

ja, ist (m)eine Methode, mir schnell mal was zwischendurch an zu schauen. entweder mit Steinfiguren (weil ich die sowieso zu Haus hab) oder auch mit Stofftieren. Würde ich aber nicht empfehlen, wenn wer absolut keine Aufstellungserfahrung hat.

Arbeiten auch viele Coaches mit ähnlichen "Techniken" im Zweiersetting, zur Not gehts auch mit Salz- und Pfefferstreuer und Vase schnell mal zwischendurch im Restaurant ;-)

Wobei ich eben "Dinge" als Repräsentanten bevorzuge, die "ein Gesicht" haben, weil ich dann auch erkenne, wo sie hin schauen - auf wen sie sich konzentrieren.

Oder auch mit Schlapfen (wie auch immer die bei euch heißen - so bequeme Hausschuhe) wo du Post-It drauf klebst, wer wer ist - da kannst dann selbst "rein steigen" und dich einfühlen, wies der Person auf dem Platz geht.

Aber das ist dann eher kopflastig - bei einer Aufstellung mit realen Menschen kann sich die/der Klient/in eher einlassen und auch fallen lassen. Da brauchst - zumindest zu Beginn - nichts tun, sondern nur zuschauen.
 

Strandläufer

Well-Known Member
AW: Familienaufstellung ... sinnvoll?

Aaaaah ja,´dachte ich mir schon :)
ich habs schon mal mit Gummibärchen gemacht, war aber eher so eine Geschichte zwischen mir und meinem Ex, die ich dort darzustellen versuchte, ich weiß noch nichtmal mehr genau worum es da ging, war aber ziemlich interessant!
Zweiersitzungen mache ich mit Stofftieren, rede mit denen als wäre es mein Gegenüber und wechsle dann den Platz, wenn ich in die Rolle meines Gegenübers schlüpfe. Aber es ist tatsächlich mit Vorsicht zu genießen, mein Wunschdenken steht mir in einigen Dingen sehr im Weg.

So wirklich gut wird´s sicher nur bei einem anständigen Familiensteller!
LG und Danke
Elke
 

Elladana

Well-Known Member
AW: Familienaufstellung ... sinnvoll?

Liebe Elke!

So wie ichd as mit dieser Aufstellung miterleben durfte war es eher so, dass einerseits schon einiges bewusst wurde, die Hauptarbeit aber auf der Gefühlsebene statt gefunden hat.

Das Schwere wurde aufgelöst, die Heilung herbei geführt ... WARUM die Dinge so sind wie sie sind oder so waren, daran zu denken soll eher hindertlich sein - denn es ist eigentlich nicht dann nicht mehr nötig darüber nach zu denken.

Es wir dann so GELEBT - eben neu, eben freier, eben anders. So habe ich das verstanden und auch beobachtet.

Was Du hier schilderst über Dein Ausdauersport - Erlebenis klingt alleine schon beim Lesen sehr schön.

Ich bin mir sicher dass Du Deine Dinge hin bekommst und wünsche Dir auf alle Fälle - alles erdenklich gute dafür!
:liebe1:
Daniela
 

Elladana

Well-Known Member
AW: Familienaufstellung ... sinnvoll?

Schildkröte;212203 schrieb:
hallo Elladana.
Was vertehst du unter Familienaufstellung? LG Schildkröte

Liebe Schildkröte!

Es gibt diese Art der "Heilarbeit" schon seit einigen Jahren. Sie ist anerkannt und wird auch von Therpeuten durchgeführt.

Jede Familie hat ein System - wie jede Arbeitsgruppe in ein System eingebunden ist usw. Das System der eigenen Familie mit Hilfe von dort anwesenden Personen aufstellen lassen ist nichts anderes, als zu sehen welches System in meiner Familie wirksam ist, wie wir zusammenhängen untereinander, welche Dinge wir vom anderen übernehmen um dem anderen auch was zu erleichtern. Deshlab nimmt man vom anderen dessen Dinge ab. So kann man sich nicht Selbst leben, weil man in dieser Rolle die sich daraus ergeben hat fesstsitzt.

Dieses Festsitzen kann sich auf mehrere Arten bemerkbar machen.
Du hast zB ein Thema, bist Dir sicher dass DU alles was DIR möglich war getan hast, das Thema löst sich aber trotzdem nicht.
Du hast ein Gefühl in Dir das Dich sehr stark begleitet, das Du Dir aber nicht erklären kannst (Lebensunlust, Traurigkeit, Unzufriedenheit etc.)
Du steckst irgendwie fest - das zeigt sich im Leben in den verschiedensten Lebensbereichen (beruflich privat wie auch immer).

Anhand einer Aufstellung werden die Dinge wieder so verteilt, dass jeder er/sie selber sein kann. Jeder übernimmt seines, aber nicht mehr das vom anderen. Dies geschieht in vollem Respekt und sehr liebevoll - und es befreit auch die Familienmitglieder, denen man eigentlich etwas abnehmen wollte.

Denn umgekehrt, wenn ich zB meiner Tochter etwas aufbürden würde, ihr etwas mitgeben würde um was ich mich selber kümmern müsste, dann bin ich ja zB in Schuldgefühlen drin, die mir ja auch nicht gut tun.

Nach der Aufstellung dauert es einige Zeit, bis sich die Aufstellung im Alltag umsetzt und bemerkbar macht. Ich werde es ausprobieren und Euch berichten ...

Ich hoffe das ist verständlich.
Ich stelle nicht selber auf, ich lasse das machen und kann daher nur so gut erklären wie es mir eben möglich ist. Der Erfinder dieser Methode heisst Hellinger. Da kannst Du googeln und lesen wenn Du möchtest.

LG Elladana
 

Strandläufer

Well-Known Member
AW: Familienaufstellung ... sinnvoll?

Liebe Elke!

So wie ichd as mit dieser Aufstellung miterleben durfte war es eher so, dass einerseits schon einiges bewusst wurde, die Hauptarbeit aber auf der Gefühlsebene statt gefunden hat.

Das Schwere wurde aufgelöst, die Heilung herbei geführt ... WARUM die Dinge so sind wie sie sind oder so waren, daran zu denken soll eher hindertlich sein - denn es ist eigentlich nicht dann nicht mehr nötig darüber nach zu denken.

Es wir dann so GELEBT - eben neu, eben freier, eben anders. So habe ich das verstanden und auch beobachtet.

Daniela

Das liest sich so ungeheuer erleichternd!
Ich hoffe dass ich hier bald etwas Gescheites auftue! :liebe1:
Liebe Grüße
Elke und danke für den Glauben an meine Fähigkeiten es zu schaffen :)
 

ChrisTina

Well-Known Member
AW: Familienaufstellung ... sinnvoll?

Strandläufer;212210 schrieb:
Das liest sich so ungeheuer erleichternd!

Hallo elke,

ist es auch - wenns denn passt - wobei ich systemische Verstrickungen eher wie eine Zwiebel sehe - bei manchen - speziell auch bei mir - ich löse Schicht für Schicht, bis ich zum Kern vordringen kann.

Ich hatte meine 1. Aufstellung 2000 - damals war mein Thema "ich bin keine gute Mutter" - da wurde mir dann in der Aufstellung bewusst, dass ich nichts weiter geben kann, was ich selbst noch nie erlebt hatte - die Gefühle einer liebevollen Mutter - gelöst hab ichs erst Jahre später als Repräsentantin für jemanden, den ich als liebevolle Mutter bezeichnen würde. Und da spürte ich das Gefühl, welches ich vorher nicht kannte - und suchte daraufhin wieder Kontakt zu meiner Tochter.

Dann gabs 2 Aufstellungen - und auch viele energetische Sitzungen zu dem Thema, dass mein Bruder tödlich verunglückte als ich 13 war (er war 7 Jahre älter) - ich hatte ihn abgöttisch geliebt - er war meine Bezugsperson - und auf einmal gabs ihm nicht mehr. Für mich brach eine Welt zusammen - und ich verdrängte alles, was vorher war - ich lebte mit einem Blackout von 13 Jahren. Wirklich lösen konnte ich es auch erst heuer - durch Körperarbeit, wobei mir bewusst wurde, dass ich mich schuldig fühlte an seinem Tod - ganze 37 lange Jahre.

Und das 3. große Thema habe ich voriges Jahr eben in dieser Aufstellung gelöst, wo ich endlich den Teil von mir wahrnehmen konnte, der für mein Über-Leben einfach lebensnotwendig ist.

Seit dieser Aussöhnung kann ich mich endlich selbst leben - und kann meine Brüder - der dritte im Bunde ist übrigens heuer nach 3 Schlaganfällen innerhalb von 4 Wochen mit 60 verstorben - als ständige Wegbeleiter annehmen.

Du siehst, Aufstellungen waren für mich nicht immer "die Lösung", aber sie haben meist einige Schichten abgetragen, damit ich überhaupt tiefer in meine Gefühle und Empfindungen eintauchen konnte.

Und dich findet sicher die/der für dich optimalste Aufsteller/in - oder ganz wer anderer, der dir weiter helfen kann.
 

Strandläufer

Well-Known Member
AW: Familienaufstellung ... sinnvoll?

Was für ein Weg und welche Lasten über so viele Jahre!
Wenn du seit 8 Jahren aufstellst und soweit ich weiß, bist du ja noch um einiges länger insgesamt in der Aufarbeitung, hört das irgendwann mal auf? Ich habe das Gefühl wer sich einmal auf den Weg macht, hat noch viel mehr das Gefühl nie anzukommen und immer wieder tut sich etwas Neues auf.

Insgesamt die Lebensqualität wächst, keine Frage! Ich staune nur immer wieder wieviel ein Mensch so in sich trägt und wie lange es dauert die Knoten zu lösen!

Ich glaube das Thema "ich bin keine gute Mutter" das wäre für mich so das Schlimmste oder ist es die Tatsache sich für jemandes Tod verantwortlich zu fühlen?

Ha, das Gefühl "Ich bin keine Mutter" steht auch irgendwie an, obwohl der Kontakt zu meinen Söhnen da ist, aber das Gefühl nicht genug da zu sein, hab ich schon.

Ja die Hilfe kommt manchmal von Menschen, von denen ich es nie erwartet hätte und tatsächlich von Menschen, denen ich nie nah kommen konnte, weil ich sie nicht verstand, weil sie mir fremd erschienen. Es ändert sich viel!

Da schaue ich mir eine Kollegin, fast Freundin an...die scheinbar sooooo anders ist, deren Verhalten ich überhaupt nicht verstehe und auch auf den ersten Blick nicht akzeptieren kann und dann, im Laufe der Gespräche, ich eine andere Sicht auf die Dinge habe.

Nichts steht mehr fest, nicht mal meine Meinung, noch weniger meine Empfindungen. Unheimlich und beängstigend, es gibt noch mehr Wahrheiten als meine, jetzt ist es nicht mehr nur ein Spruch und ein Wunschgedanke dies zu leben, so langsam zieht diese Haltung tatsächlich ein, bei mir!

Danke ChrisTina :)
 

ChrisTina

Well-Known Member
AW: Familienaufstellung ... sinnvoll?

Strandläufer;212223 schrieb:
Wenn du seit 8 Jahren aufstellst und soweit ich weiß, bist du ja noch um einiges länger insgesamt in der Aufarbeitung, hört das irgendwann mal auf?

Keine Ahnung. Ich sehe es zwischenzeitlich als Herausforderung, mich selbst immer besser kennen - und dadurch auch lieben - zu lernen.

Und ich bin ja überzeugt davon, dass ichs mir so ausgesucht hatte - also nicht genauso - aber die letztendlichen Erkenntnisse wollte ich - genau so - und es ist gut, so wie es war und ist.

Heute kann ich zurück blicken und sagen - ich habs mehrfach geschafft - und das Urvertrauen, es auch in Zukunft immer wieder zu schaffen wächst mit jedem Erfolg immer mehr.

Strandläufer;212223 schrieb:
Ich habe das Gefühl wer sich einmal auf den Weg macht, hat noch viel mehr das Gefühl nie anzukommen und immer wieder tut sich etwas Neues auf.

Für mich ist mein Leben eine Herausforderung - manchmal auch ein Spiel, welches immer wieder überraschende Züge bereit hält. Und ich bin masochistisch, ich will vieles von dem, was man lernen kann, selbst erleben und durch machen.

Aus Sicht des Human Design Systems habe ich einen elektromagnetischen Kanal 44-26, der teilweise allerdings unbewusst ist, d.h. ich muss fallweise durch die Hölle gehen, um danach erkennen zu können, dass ich wirklich eine schier unbändige Kraft in mir habe, die mich immer wieder "ins Leben zurück bringt".

Und von daher wirds auch immer leichter - d.h. die große Sch....e hab ich schon vor fast 3 Jahrzehnten abgearbeitet - und seither sind es eher nur mehr Peanuts, die mich halt immer wieder herausfordern.

Damals gings wirklich darum - mich auf zu geben - oder mich selbst aus dem Treibsand zu ziehen - und ich habs geschafft - es hat fast 4 Monate gedauert, bis ich durch war - aber im Endeffekt hat mirs auch niemand angemerkt, durch welche Hölle ich damals ging.

Dagegen ist jetzt so eine Kleinigkeit wie Scheidung und Haus erhalten fast ein Kinderspiel - aber den Kick brauch ich immer wieder, mirs selbst zu beweisen, dass ichs noch immer kann.

Das ist die eine Seite - wo ich immer wieder mal durch muss - reale Troubles, die an die Substanz gehen - und die andere ist eben die emotionale, mit der ich immer wieder mal klar kommen "darf".

Strandläufer;212223 schrieb:
Insgesamt die Lebensqualität wächst, keine Frage! Ich staune nur immer wieder wieviel ein Mensch so in sich trägt und wie lange es dauert die Knoten zu lösen!

Das ist dann das andere Kapitel, welches mich grad fordert - meine Ungeduld im Zaum zu halten. Aber dafür werde ich eben belohnt, indem ich heuer die wirklichen Altlasten auflösen konnte. Und die Geschichte mit meinem Blackout hat mich jetzt schon an die 2 Jahrzehnte immer wieder beschäftigt, aber ich fand keine Lösung.

Strandläufer;212223 schrieb:
Ich glaube das Thema "ich bin keine gute Mutter" das wäre für mich so das Schlimmste

Es war nicht schlimm für mich - es waren einfach die Fakten - ich wusste zwar, dass ich das Kind nicht abtreiben lassen wollte, aber ich hatte auch keine Ahnung, worauf ich mich einlasse, es zu bekommen - ich war schlichtweg überfordert.

Und es "betraf" mich auch nicht wirklich, weil ich mit 13 eben auch meine Gefühle hinter dicken Mauern vergraben hatte, um ja nie wieder so verletzt zu werden wie eben durch den Tod meines Bruders.

Ich habs erst voriges Jahr wirklich wieder geschafft, meine Emotionen zu zu lassen - was meiner Ehe zwar nicht gut getan hat - und jetzt eine lange nicht gekannte Herausforderung an mich und meine unmittelbare Umwelt darstellt - aber andererseits auch sehr bereichernd ist.

Strandläufer;212223 schrieb:
oder ist es die Tatsache sich für jemandes Tod verantwortlich zu fühlen?

Das muss ich persönlich unterscheiden - dass ich keine gute Mutter war, war mir bewusst - dass ich mich für den Tod meines Bruders verantwortlich fühlte war mir absolut nicht bewusst - hätte auch keinen Grund dafür gegeben, da ich zu Hause in der Badewanne sass als ihn das Auto anfuhr.

Aber das war so genial, als ich dieses Aha-Erlebnis hatte "ich bin ja gar nicht schuld" wusste ich nicht gleich, worums eigentlich ging - aber dann fiel mir der Film "The Kid" ein, den ich seit Jahren heiß und innig liebe - und dort ist auch genau das das Thema - ein Kind, dessen Mutter stirbt - und der Vater sagt "werd endlich erwachsen - heul hier nicht rum - du bist schuld, dass sie tot ist." - und bei mir wars eben der Tod des Bruders, wo dann die unbedachten Worte fielen "Das ist nur passiert, weil ihr immer gestritten habt."
 
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Elladana

Well-Known Member
AW: Familienaufstellung ... sinnvoll?

Hi Elladana,

darf ich widersprechen? ein guter Aufsteller weiß die Lösung nie im vorhinein - er hat maximal eine Ahnung davon, mit welchen Personen aus dem System es zusammen hängt - der Rest ergibt sich in und durch die Aufstellung

Hi ChrisTina!

So ein großer WIderspruch zu meiner Aussage ist Dein Bericht nicht - finde ich. Und klar - Du hast bereits mehrmals so ne Aufstellung machen lassen ... ich hab die Erfahrung (noch) nicht.

Zum Thema "schönes Bild" bei der Aufstellung:
Ich hab schon erlebt, dass die Situation bis zu einem gewissen Grad gelöst werden konnte, dann aber ein weiter gehen nicht mehr möglich war. Es war damit zwar besser, und verglichen mit der Ausgangsposition viel freier und alles - aber es war nicht perfekt ...
Das hat mir gefallen - denn war echt.

Ich kann gut verstehen, dass dich das beeindruckt hat.
Aber wenn der Aufstellungsleiter dein Anliegen(deine Geschichte) wirklich nicht kannte, dann würde ich aufpassen, ihm keine "übersinnlichen" oder "hellsichtigen" Qualitäten zuzuschreiben.
Es gibt so gut wie sicher in fast jedem Familiensystem irgend jemanden, der seine Liebe nicht leben konnte/durfte, das kann auch Generationen zurückliegen.

Liebe Lucille!

Wenn ich Deinen Bericht lese scheinen immer wieder so kleine verdeckte "Warnungen" durch - gleichzeitig machts Du selber immer wieder Aufstellungen.

Der Aufsteller bei dem ich mich angemeldet habe, der ist kein abgehobener Gutu Typ, dem man leicht übersinnliche Dinge andichten könnte ... :)
Er hat - so glaube ich es mittlerweile - eine echt gute Intution.

LG Elladana
 
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