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Geld statt Liebe

Dieses Thema im Forum "Eltern und Kinder" wurde erstellt von abendsonne, 2 Juli 2005.

  1. abendsonne

    abendsonne Well-Known Member

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    hallo,
    "so einen ignoranten vater zu haben, ist als würde man das karma von 3 inkarnationen auf einmal abtragen", stand in "der magus von strovolos", und genauso fühle ich auch.... .
    das allereinzigste, was mein vater tut, ist ab und zu ein scheinchen zu stecken. mein vater sieht einfach über einen hinweg und kauft sich dann frei.
    aber - und das ist es, was mir zu denken gibt: kann geld ev. auch ein ausdruck von wertschätzung sein????
    was sagt ihr dazu, nur geld und sonst luft: reicht das, um das gefühl zu bekommen, dass man doch nicht ganz übersehen ist?
    liebe grüße
    chira
     
  2. Silesia

    Silesia Well-Known Member

    In der heutigen Zeit DEFINITIV!
    Bei mir wars auch immer so,dass mein Vater kaum zuhause war, kaum ein "Vater" für mich war, ich (wir) dafür alles haben konnten, was Geld kostet. Markenklamotten,Urlaube,Pferd&Hund,Schmuck,Handies,... alles was man sich einbildet ;)
    Meine Mutter ist für mich immer da gewesen, sie ist gleichzeitig meine beste Freundin, ich hab mich echt an sie geklammert als ich klein war!
    Ich bin meinem Vater dankbar,dass er uns materiellen Luxus geboten hat und ich auch jetzt viel von seinem Einfluss (Status) profitiere, aber er kennt keine Liebe!
    Er hat mir seelisch sehr weh getan und es gibt Sachen,die ich ihm niemals verzeihe!

    Also es gibt auf jeden Fall/leider sehr viele Menschen, die Geld statt Liebe geben!
     
  3. abendsonne

    abendsonne Well-Known Member

    hallo an alle,
    hallo silesia,
    ich bin sicher, es gibt viele menschen, die so fühlen wie wir. wenn man finanziell unabhängig ist, geben einem materielle zuwendungen nicht mehr so viel, dass man sie als ersatz für die nichtvorhandene liebe stehen lassen kann.
    .....
    mein vater ist ein selbstgefälliger patriarch, der die menschen rundherum entweder gar nicht oder wie dreck behandelt. er käme niemals auf die idee, freiwillig zu seinen kindern zu kommen, er "fährt seinen kindern nicht nach" - so seine worte.
    ich hätte tausend gründe, mich auf immer von ihm zu verabschieden. es fiele ihm wahrscheinlich nicht mal richtig auf. ich denke auch immer, ich schaffe es, einfach alles wegzustecken. aber es geht nicht. es holt mich immer, immer wieder ein.
    wenn man sieht, wie wichtig den menschen rundherum die eltern sind, wenn man schaut, wie viele familienaufstellungen in anspruch genommen werden von menschen, die ihr leben eigentlich im griff haben nach außen - dann sieht man auch die wertigkeit hinter dem begriff "eltern - familie". wenn diese dinge ungelöst sind, dann manifestiert sich ein ewiges manko.

    silesia, wie gehst du mit allem um?? wohnst du noch daheim oder hast du auch eine eigene familie?? willst du den kontakt zu deinem vater aufrecht erhalten?? ist es nicht einfach nur ein billiges freikaufen von den schuldgefühlen, dem eigenzweck dienend, wenn man kinder so abspeist??

    das einzige, warum ich meinen vater noch nicht vollständig verachten kann, ist, weil ich niemanden verachten kann, weil er mein vater ist und weil ich den vagen verdacht hege, es könnte vielleicht doch so etwas wie gefühl hinter seinem megaharten panzer verborgen sein..... . wäre mein vater nicht mein vater, könnte er mir absolut gestohlen bleiben, er wäre mir einfach gleichgültig! seine ganzen menschenverachtenden verhaltensweisen widersprechen absolut meiner lebensauffassung. so geht man mit menschen nicht um!
    momentan hab ich den punkt erreicht, wo ich meinen vater einfach nicht mehr sehen will. es geht ganz leicht, ich brauche einfach nicht mehr hinzufahren. er kommt sowieso nicht, ruft auch nicht an..
    aber es ist nicht so einfach. es lässt mich auch noch nicht ganz los. irgendwie tut es weh!...... wie man merkt..... schließlich kann man seinen vater nicht einfach austauschen. man hat nur den einen. wer weiß, wie lange noch?
    liebe grüße
    chira
     
  4. Silesia

    Silesia Well-Known Member

    Hallo chiara!
    Ich habe mittlerweile eine eigene Familie (meine Tochter ist 1Jahr alt) und merkwürdigerweise verletzte mich das Verhalten meines Vaters als ich schwanger wurde plötzlich nicht mehr so. Man muss auch dazu sagen, dass er seinen weichen Kern häufiger zeigt, seit er Opa geworden ist! Er hat (so scheint es) jetzt Respekt mir gegenüber,zumindest zu 80%!
    Man kann also sagen, das Verhältnis ist harmonischer geworden, ER als Person ist aber noch immer wahnsinnig materialistisch.
    Sein Motto: "Wer Geld hat,hat die Macht!" Für ihn ist es das allerwichtigste,einen angesehenen Status zu haben (das soll auch ich unbedingt erreichen)!

    Zusammengefasst kann man sagen, er wäre wahrscheinlich noch genauso schlimm wie früher, aber ich sehe ihn einfach mit ganz anderen (belächelnden) Augen. Ich sehe, dass er mein Vater ist, NICHT MEHR und nicht weniger ;) !
     
  5. abendsonne

    abendsonne Well-Known Member

    guten morgen,
    silesia, es ist gut für dich, dass die sache einen positiven ausgang findet. ich glaube, dadurch kann man viel von den vorgefallenen dingen verarbeiten.
    bei mir ist die zeit des aufarbeitens gerade jetzt die, wo ich sehe, wie wichtig der vater für ein heranwachsendes mädchen ist. meine tochter ist sieben, sie himmelt ihren papa gerade zu an und er gibt ihr alles zurück, was in seinem herzen ist. das ist sehr viel. umso schwerer ist das verhaltens meines vaters zu verstehen. es betrifft nicht nur mich, sondern unsere familiengeschichte generell. mit meiner schwester ist es geradezu zu einem drama ausgeartet.
    ich habe versucht, mich gänzlich zu lösen, es funktioniert nur räumlich. ich investiere so viele gedanken, es bedarf unbedingt einer lösung! insofern auch die zeit schön langsam knapp wird. mein vater ist über 70. ich weiß nicht mal, wie ich empfinden würde, wenn es ihn nicht mehr gibt. vielleicht eine befreiuung von einer vermeintlichen verpflichtung?? es ist schlimm gesagt, aber manchmal kommt es mir vor, als würde ich wirklich nur mehr damit hadern, ob es mir "zusteht", mich einfach gänzlich zurückzuziehen. mein vater ist offensichtlich dieser meinung:
    naja, dann hätte er ja sein soll getan. denn groß geworden sind wir ja offensichtlich.
    zum thema rückzug werde ich auch den parallel laufenden tread lesen.
    liebe grüße
    chira
     

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