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Hat jemand einen Partner der "EINFREEZT"?

Dieses Thema im Forum "Liebe und Partnerschaft" wurde erstellt von Lena08041979, 21 Mai 2012.

  1. Lena08041979

    Lena08041979 New Member

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    Hey Leute,

    wollte mal eure Meinung dazu hören und gerne Ratschläge im Umgang mit einem Partner der regelrecht "einfriert" bei belanglosen Problemen oder Streitigkeiten annehmen..

    Kurz zu uns..ich bin 33, er 43 und wir lieben uns..das habe ich nie in Frage gestellt - jedoch kommt es zu einem Punkt den er nicht gerne hören mag (kleiner Streit, ein Infragestellung meinerseits bezüglich seiner Prioritäten, eine Erinnerung an einen selben Streit aus der Vergangenheit) friert er regelrecht ein..ob ich laut werde oder ruhig spreche - es macht keinen Unterschied..ab genau diesem Moment lehnt und weist er mich extremst ab..er fühlt sich oft persönlich angegriffen und lässt dann keine Richtigstellung zu, hört nicht mehr zu und alles rauscht an ihm vorbei..

    Mein Problem ist, dass ich hierbei nur noch wütender werde da er mich so dermaßen ablehnt was einem wegschmeißen gleicht..diese Situationen passieren nun fast einmal die Woche, und wir sind 2,5 Jahre zusammen..des weiteren kommt hinzu, dass ich immer mehr an Sicherheit bei ihm verloren habe, was für mich sehr wichtig ist..Streiten wir uns, war ich immer diejenige die auf ihn zugegangen ist und das Gespräch suchte..sobald er wieder runterkommt - manchmal dauert es Stunden, manchmal Tage - sieht er die Situation ein, jedoch hat sich bei mir jedes mal ein Knick im Herzen hinterlassen, nämlich die Angst erneut extremst abgewiesen zu werden..

    Er befindet sich - da er selbst gemerkt hat, dass er uns und sich mit seinem Verhalten schadet - in psychologischer Behandlung..er hat einige Traumata, die er nie verdaut hat..sexueller Missbrauch in der Kindheit, Sohn aus erster Ehe starb in seinen Armen der nur 5 Stunden lebte (ist jetzt 13 Jahre her), bester Freund verstarb beim Arbeitsunfall ( fast zeitgleich )..

    Seit er in Therapie ist bemerke ich einen Fortschritt, da er schon offener wurde, jedoch kam Freitag wieder die volle Dröhnung Abweisung auf mich zu wegen einer Belanglosen Frage in der er mich verurteilt hat, dass ich ich ihm nie Glauben würde, sondern immer auf das hören würde was andere erzählen..

    Es ist sehr schwer für mich damit umzugehen, da ich nicht begreifen kann wie kalt er zu mir sein kann, sodass alles andere jedes mal hinfällig wird was vorher gesagt wurde wie: ich liebe dich, du bist mein Leben usw..die Ablehnung die ich in solchen Situationen erfahre löst in mir ganz schlimme Gefühle aus, so wie Angst und Wut gemischt..

    Gefühlsmäßig ist er für mich eine emotionale Achterbahnfahrt die einiges von mir abverlangt. Er kann von einer auf die andere Minute umspringen und mich wie Dreck behandeln ( er schreit nicht, er beleidigt mich nicht, sondern diese kalte Nichtbeachtung und scheiß-egal-Einstellung mir gegenüber ist für mich wie Dreck behandeln )

    Habt ihr einen Tipp für mich? In zig Selbsthilfebüchern lese ich ständig das eine absolute Kontaktsperre von Vorteil wäre, da er sich immer darauf verlassen konnte, dass ich mich bei ihm melde weil ich diese Disharmonie nicht ausgehalten habe..

    Wie sehr ihr das?
     
  2. Spätzin

    Spätzin Well-Known Member

    Hallo Lena,

    lebt und wohnt Ihr zusammen?

    Es liest sich wie Liebesentzug bei Nichteinhaltng verschiedener Grundvorgaben der Eltern ...

    my two cent
     
  3. Clara Clayton

    Clara Clayton Well-Known Member

    Hallo Lena,

    am Anfang klang das was du geschildert hast, nach fehlender Streitkultur. Das kenne ich aus meiner eigenen Erfahrung auch. Mein Mann ist auch eher einer gewesen, der bei einem Streit gerne auf stur schaltete und gar nichts mehr sagte. Auch 'Türenknallen' und 'Abhauen' habe ich öfters mal erlebt.

    In der Familie meines Mannes war Streit unüblich. So blieben Konflikte oft unausgesprochen. Mein Mann glaubte, daß ein Streit ein in Zorn ausgetragenes Geschreie und Gekeife sein mußte, das regelmäßig mit dem Beleidigen des "Gegners" endet. Er konnte nicht verstehen, daß man auch in einem vernünftigen Ton streiten und über Probleme sprechen kann. Ja, daß es sogar eine regelrechte Streitkultur gibt.

    In meiner Familie werden Streitigkeiten sofort auf den Tisch gebracht und ausdiskutiert. Das war schon immer so. Das macht natürlich Vieles einfacher.

    Inzwischen kann mein Mann sehr gut mit mir streiten. Er hat verstanden, daß streiten nicht gleichbdeutend ist mit 'den Partner zu kränken und abzuwerten'. Und ich habe gleernt, daß ich meine Stimme nicht erheben muß um bei ihm Gehör zu finden.

    Aber bei euch scheinen die Probleme viel tiefer zu liegen. Nachdem, was dein Freund in seinem Leben schon alles mitgemacht und erlebt hat, ist es kein Wunder, daß er so merkwürdig reagiert. Ich finde es sehr gut, daß er sich in einer Therapie befindet.

    Ich würde es allerdings genauso wichtig finden, wenn du in diese Therapie mit einbezogen werden könntest. Schließlich mußt du auch lernen mit der Art deines Freundes klarzukommen. Ihr müßt lernen miteinander zu sprechen ohne den jeweils anderen zu verletzen.

    Könnt ihr denn, wenn ihr nicht gerade streitet, gut miteinander reden oder ist er immer "stumm"? Wie ist das bei dir? Wie sieht ein Streit aus deiner Sicht aus(bist du laut, leise, fordernd, drängend)?
     
  4. Hortensie

    Hortensie Well-Known Member

    Oh Clara,
    wie ich das kenne. Ich habe auch nicht gelernt zu streiten. Es ist nicht einfach das zu lernen, wenn man keine Vorbilder hat. Das größte Problem war bei mir, dass ich alles persönlich genommen habe. Ich musste erst lernen, die persönlichen Dinge von den anderen zu unterscheiden. Ich habe festgestellt, dass das meist, was Leute einem "an den Kopf schmeissen" nicht persönlich gemeint ist.

    Lena, hast du mal mit deinem Freund darüber sprechen können, was er in den Situationen fühlt?

    Bei mir war es so, in meiner Kindheit hatte es keinen Zweck zu widersprechen. Was meine Eltern wollten, war Gesetz, ich hatte nur lieb und brav zu sein.
    Meine Meinung war nicht wirklich gefragt. Und fragte man mich tatsächlich mal, konnte ich mich nie entscheiden was ich wollte. Blöderweise ist das heute noch für mich schwierig Entscheidungen zu treffen. Treffe ich dann mal eine, wird es im Prinzip auch heute noch madig gemacht oder hinterfragt. Ich werde nicht ernst genommen.
    So, das heißt im Umkehrschluss, ich mache irgendwann dicht....denke.....----> nichts! Nicht mal: ja, ja red du nur. Ich bin dann einfach leer und es kommt nichts an. Ich höre wohl die Worte, aber sie sind eine leere Hülle. Das Einfrieren passt irgendwie gut. Vielleicht bedeutet das eine (Schutz)hülle aufbauen, damit man nicht mehr verletzt werden kann. Oder sich nicht damit auseinandersetzen muss, weil man es nicht gelernt hat. Oder weil es eh keinen Zweck hat und man nicht gehört wird. Sogesehen bin ich diejenige, die "einfreezt". Früher bin ich auch "abgehauen", mittlerweile bin ich aber schon soweit, dass ich bleibe. ;)

    Hortensie
     
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  5. Reinfriede

    Reinfriede Well-Known Member

    Liebe Lena!

    Wie reagierst Du darauf? Welche Konsequenzen setzt Du?

    Oho, dass kenn ich auch von mir. Ich war früher auch der Davon-Läufer, und wenn ich nur mit dem Auto eine ausgiebige Runde gefahren bin, um mich abzukühlen.

    Das musste ich mir aber dann irgendwann abgewöhnen. Weil ich kann schlecht vor den Kindern argumentieren mit: Probleme werden hier und jetzt gelöst, wenn ich selbst der Typ bin, der abhaut.:cool:

    Davonlaufen gibts nicht, das sollte meine Botschaft sein - also muss ich mich auch selbst dran halten.

    Liebe Grüße
    Reinfriede
     
  6. Silence

    Silence Well-Known Member

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    Liebe Lena,

    zunächst einmal möchte ich Dir sagen, daß ich das ganz bewundernswert finde, daß Du nach wie vor noch mit ihm zusammen bist, obwohl er Dich so oft ablehnt und bei Streit so wie oben von Dir beschrieben reagiert !

    Denn : ICH käme so garnicht damit klar !

    Streit gehört ja nunmal zu einer Beziehung dazu und es ist normal wenn die Fetzten fliegen oder ein Streitgespräch entsteht !
    Das was Dein Freund macht, ist ja noch viel schlimmer als sich " richtig " zu streiten !

    Der erste Gedanke, der mir durch den Kopf ging, war, daß er dem Moment vielleicht garnicht Dich ablehnt, sondern sich selber ???
    Hast Du ihn mal in einer entspannten Situation gefragt, welche Gedanken ihm da durch den Kopf gehen und hast Du ihn auch mal gefragt, ob er eine Ahnung hat, wie es Dir dabei ergeht , wenn er so reagiert ?

    Daß er sich einer Therapie unterzieht, spricht für ihn, er stellt sich seiner schlimmen Vergangenheit.

    Aber ich würde es für Euch als Paar sinnvoll halten, wenn ihr gemeinsame Therapiestunden haben würdet um über diese Situationen zu sprechen.

    Das ist sehr anstrengend , aber könnte ein Weg sein, falls ihr dann nicht mehr miteinander umgehen könntet.


    Viele Grüße und für Euch beide alles Gute,


    Silence
     
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  7. Innere_Freiheit

    Innere_Freiheit Well-Known Member

    Hallo Lena,

    du schreibst ja selbst: Dieser Mann hat viele Traumatas erlitten.
    Und so wie es aussieht, weiß er mit dem, was "Streit" in ihm auslöst nicht anders umzugehen, als ablehnend zu reagieren. Er weiß sich nicht anders zu helfen.

    Ich kenne das von mir:
    Wenn ich Angst vor Ablehnung habe - und ich in dem Moment nicht damit umgehen kann, dann reagiere ich auch sehr ablehnend.

    In Wirklichkeit sind bei dieser Angelegenheit also beide verletzt!!!

    Gut, was kannst du tun?
    Zunächst mal gibt es nur zwei grundlegende Möglichkeiten:
    1. Du kannst würdigen, dass er an sich arbeitet und ihm die Zeit geben, die er noch brauchen wird um etwas an dem Thema zu ändern (das geht sicherlich nicht von heute auf morgen).
      Das was sein Verhalten in dir auslöst, kannst sowieso nur du selbst verarbeiten.
    2. Du findest das Ganze zu unangenehm und willst dich diesen Situationen nicht weiter aussetzen. In diesem Fall bleibt dir ja immer noch die Möglichkeit dich zu trennen. - Du hast es also in der Hand.
    Du kannst (wie andere bereits vorschlugen) ihn fragen, ob er bereit ist, dich in seine Therapie einzubinden, vielleicht erleichtert dir das deinen Umgang damit.
    Möglicherweise ist er ja bereit dazu. Vielleicht empfindet er dies auch als Einbruch in seine Privatsphäre. Aber fragen kannst du ihn ja mal.

    Einen lieben Gruß

    Innere Freiheit
     
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