Liebe und Freiheit

Elladana

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30 März 2005
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Hallo!

Also mir fällt auf dass Liebe und Freiheit immer wieder missverstanden werden. Zumindest in dem Zusammenahang wie ich das meine; weil es offensichtlich für viele Menschen ein Gegensatz ist, der sich nicht verbinden lässt. Viele Menschen glauben, dass Liebe Freiheit ausschließt. Ich bin genau der gegenteiligen Meinung.

Einerseits gibt es in meinem Umfeld Männer die ihre Frauen besitzen möchten - vereinnahmen möchten. Diese Männer halten sich für großzügig wenn sie ihrer Partnerin einen zwischenzeitlichen Abstand erlauben, in dem sie mal wieder Luft holen kann. Aber wenn sie ausgeschnauft hat, dann muss sie sofort wieder unter seine Fittiche.
Das ist meiner Meinung nach ein Miteinander, das jegliche Liebe erstickt.
Hierbei spreche ich davon, dass eine Beziehung das eigene Leben kostet.

Dann gibt es Männer in meinem Umfeld, die das Wort Freiheit lediglich auf die Sexualität beziehen. Sie sind mit unter verheiratet und gehen fremd. Haben alle Rand eine Freundin und meinen die großen freien Maxeln zu sein. Wenn sich allerdings die angeheiratete Frau zu Hause vom Haus wegbewegt, kriegen sie eine Kriese. Das kanns ja wohl auch nicht sein.

Freiheit in einer Partnerschaft ist meiner Ansicht nach im Sinne von FREIWILLIGKEIT eine Notwendigkeit! Wenn ich mit meinem Partner unfreiwillig zusammen bin, um Streitereien oder sonstiges zu vermeiden, dann hat ja wohl die Liebe keinen Platz mehr.

Es ist also wichtig den anderen Menschen in seiner Freiheit / Freiwilligkeit zu belasssen. Sonst erfährt man ja keine Liebe sondern nur das was man erzwungener Maßen vom anderen bekommt.

Wenn ich jemanden liebe bin ich ja gerne - ben FREIWILLIG - mit dem anderen zusammen, freue mich darauf den zusehen usw. Freiheit würde daran ja nichts ändern; im Gegenteil!

Wer Liebesbeweise in der oben beschrieben Form benötigt, hat meiner Meinung nach zu wenig Vertrauen. Und Vertrauen ist doch Grundbasis einer Bezeihung oder nicht?

Wieso wird gerade im Bereich Partnerschaft so sehr auf Besitzdenken aufgebaut? Ein Mensch ist ja kein Auto das ich besitzen kann oder kein Haus usw.

Sehr oft wenn ich meine Ansichten äussere ernte ich unverständliches Kopfschütteln und sofort wird MIR in die Schuhe geschoben dass ich nicht ganz richtig ticke wenn ich meinem Parter alles zugestehen ließe.

Bin schon gespannt auf Eure Reaktionen.

LG Daniela

PS.: Als Frau schreib ich halt meine Erfahrungen so her wie ich sie beobachte. Wäre ich ein Mann würde ich hier wohl Frauen anführen deren Verhalten mir aufgefallen ist.
 
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AW: Liebe und Freiheit

Ach ja noch was:
Wenn ich von Freiheit in einer Liebesbeziehung spreche, dann wird das auch oft als Affäre abgetan was ich da meine. Dabei stimmt das nicht.
Viele sagen dann auch, das kann doch keine Beziehung sein wenn man alle Freiheit hat. Das hat dann keinen Wert usw.

Wird der Wert in einer Partnerschaft darin gemessen wie sehr man bereit ist sich selbst für den anderen aufzugeben?

Ist das dann Liebe?

Ich frag so blöd, weil ich manchmal glaube in der falschen Welt zu leben.
Bin mir zu oft selbst untreu gewesen in dem ich mich untergeordnet oder übers Maß angepasst habe. Konnte den andren nach einer zeit nicht mehr lieben.

Ich spürte also immer dass mein Herz Freiheit braucht um lieben zu können. Aber damit steh ich ja oft in der Gesellschaft da wie eine Halbirre; völlig daneben und unverstanden.

:-)

Will denn keiner wirkliche Liebe erfahren?
Das frag ich mich echt oft.
 
AW: Liebe und Freiheit

In der Sexualität kommt dieser Besitzanspruch leider auch zu tragen.

Erst dieses WE war eine Freundin bei mir zu besuch, die nach 4 Jahren Sexpause einen Mann kennen gelernt hat, mit dem sie sich öfter getroffen hat. Er war sehr galant und sie konnten gut miteinander reden. Dann ist sie mit ihm mit gegangen.

Er hat die Türe von diesem Zimmer zugesperrt und sie geschlagene 3 Stunden nicht mehr ausgelassen. Wenn sie gesagt hat - es tut weh - hat er gemeint was soll denn da weh tun? Nach 3 Stunden Vollprogramm konnte sie ihm entfliehen.
Zu guter letzt hatte sie die ganze Nacht lang Schmerzen und blutete, weil sie einen Riß in der Scheide hatte.

Muss denn sowas wirklich sein? Ist sowas denn für Männer schön?

Es klingt natürlich vorwurfsvoll wenn ich das frage - und ich fühle auch Vorwürfe in mir, so lange ich soetwas nicht verstehen kann.

Vielleicht kann mir das jemand erklären - warum soetwas sein muss und was daran so klass ist.
 
AW: Liebe und Freiheit

Nein Elladana Du bist keine Halbirre!
Genauso sollte eine Partnerschaft sein!
Perfektion gibt es wohl nicht,aber sich in einer Beziehung frei fühlen können,freiwillig geben wie man es kann und möchte...das ist in einer Beziehung erstrebenswert und bedeutet auch ein ganzes Stück Arbeit!
Das merkt man an sich selbst des öfteren auch und man kann nur daran arbeiten!
Ich sehe meinen Schatz im Moment nur am WE und ich hatte jetzt das Angebot Sonntag ein paar Euro nebenbei zu verdienen,nun hab ich erst gedacht nee dann haben wir ja noch weniger Zeit für uns,habe es ihm dann erzählt ,er hat mir die Entscheidung überlassen ohne grummelig zu sein oder so,und ich war dann gestern 7 Stunden arbeiten,das Geld konnte ich gut gebrauchen und wir haben halt den Vormittag und den Abend noch genossen und es war ok!

Ich muß sagen ich selbst war am Anfang etwas ösig wenn er dann Sonntags noch unbedingt zum Flugplatz wollte (Modellflug) und hier noch und da noch...aber klar die zwei Tage die er daheim ist hat er auch noch ein paar andere Dinge zu tun...
Und das ist ok bzw muß ok sein!
Deswegen hat er mich ja nicht weniger lieb....
Es ist wirklich wunderschön wenn die Aufmerksamkeit und die gemeinamen Unternehmungen von "alleine" entstehen,und nicht auf Erwartungshaltung beruhen!

Ich merke auch wenn ich mal nicht gut drauf bin oder pampig bin dann liegt es an mir,wenn ich mal wieder mit mir selbst nicht zufrieden bin,solche Anwandlungen hab ich leider immernoch ab und zu!
Kein Grund das an ihm auszulassen!
s gibt so einen schönen passenden Spruch:
Liebe mich wenn ich es am wenigsten verdient habe,
denn dann brauche ich es am meisten!

Das trifft ziemlich auf mich zu,das tut er dann sogar und ist auch nicht böse,meine Güte das hab ich auch noch nicht erlebt,meine Ex Partner haben mich bei irgendwelchen Gefühlsausbrüchen meistens dumm sitzen lassen und es als "rum spinnen" abgetan!

Was Deine Freundin erlebt hat...ja wirklich unverständlich von diesem Kerl,grenzt ja fast an Vergwewaltigung....
Rücksichtslos,unsensibel...vielleicht sogar krank...
Jedenfalls alles andere als normal!
 
AW: Liebe und Freiheit

In der Er hat die Türe von diesem Zimmer zugesperrt und sie geschlagene 3 Stunden nicht mehr ausgelassen. Wenn sie gesagt hat - es tut weh - hat er gemeint was soll denn da weh tun? Nach 3 Stunden Vollprogramm konnte sie ihm entfliehen.
Zu guter letzt hatte sie die ganze Nacht lang Schmerzen und blutete, weil sie einen Riß in der Scheide hatte.
daran ist nichts klasse, das ist eine vergewaltigung und ich hoffe, sie hat ihn angezeigt.
 
AW: Liebe und Freiheit

Hallo schmiddi!

Freut mich dass Du eine so tolle Partnerschaft lebst; und ich doch nicht ganz so irre bin wie manche Männer mich oft hinstellen wollen :-)

Hallo Karin, hallo Piosces!

Ich muss Euch sagen, ich bin noch immer total schockiert von dieser Erzählung. Der Sonntag gestern ging dabei drauf, sie wenigtens dazu zu bringen zum Arzt zu gehen. Aber nicht mal dahin will sie gehen ...
Geschweige denn eine Anzeige erstatten. Das tät sie nicht durchstehen.

Ja so ist das!

Meine Frage "was denn daran so klass ist" - war an Männer gerichtet die ihre Frauen soooo unendlich gerne besitzen ob seelisch oder körperlich.

Dass in Eurer beider Augen daran nix klass ist, das ist mir schon klar.

LG Daniela

PS.: Ich bin wütend - echt!
 
AW: Liebe und Freiheit

Ja sie muß selbst wissen was sie nun tut oder läßt,aber ich wäre auch stinkwütend,das Wohlergehen seiner Freunde liegt einem ja auch am Herzen,vielleicht denkt sie nochmal drüber nach wenn sie sich etwas gesammelt hat!?
Der gerichtliche Weg ist natürlich mühsam und zerrt an den Nerven,aber ihn ungeschoren davon kommen lassen....das geht ja eigentlich gaaaar nicht!!!

Und nochmal zu dem anderen Thema...
Es ist ja auch so sprichwörtlich eingebürgert von wegen "er hat die Hosen an" oder "sie hat die Hosen an"...oder der Mann steht wohl "unter m Pantoffel".

Natürlich ist Gleichberechtigung am idealsten,aber das gibt es glaub ich wirklich eher weniger...
Bzw. ich freu mich für Paare wenn alles super läuft!

Wenn es nicht gut läuft muß immer mindestens einer von beiden kämpfen...um seine Bedürfnisse,um Verständnis,jeder will ernst genommen werden,fühlt sich aber unverstanden usw...
Kenne das ja auch alles,deshalb wollte ich mich auch nie wieder binden nur um z.B. nicht alleine zu sein,das bringt sowieso nichts!
Da war ich auch lieber alleine und keiner konnte mir das Gefühl geben daß ich "verkehrt" drauf bin oder so...
Sich eben nicht verbiegen müssen!das soll keiner von beiden,leider führt es doch in den meisten Fällen dazu daß man dem anderen gerecht werden will und daß man sich für den anderen doch ein Stück weit verbiegt!

Wenn man dann aber unglücklich dabei ist oder wird..dann macht es über kurz oder lang keinen Sinn!!!
 
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Tja schiddi!

Jeder soll nach seiner Facon glücklich werden.
Einen allgemein gültigen Maßstab gibt es nicht.

Aber ich hab halt auch noch niemanden getroffen, der alsa Unterdrückter glücklich war. Ich kenne niemanden der sich gerne und aus lauter innerer Lust dem anderen unterordnet; gut möglich dass es sowas auch gibt - aber diese Menschen sind wohl eher in der Minderheit.

Viele Leuts (eventuell Frauen mehr als Männer) tun das bereits aus Gewohnheit. Sie können irgendwie fast nicht mehr anders - aber glücklich sind die ja auch nicht.

Gut, dass es bei Dir so läuft dass ihr beide aneinander Freude habt. Das ist wirklich schön.

Zu meiner Freundin: Sie ist einfach zu geknikt um einen Gerichtsweg einzuschlagen und all diese "Interviews" über sich ergehen zu lassen. Sie meinte auch, dass aus seiner Art zu schließen ist, dass diese Umgangsform für ihn normal ist. Der war sich nicht bewusst was er da tut.

Ja, ich bin wütend - vor allem deswegen, weil ich es nicht akppieren kann warum Männer soetwas tun. Was gibt denen das? Was läuft da verkehrt? Ich wäre da gerne Stück weiter. Wenn ich diese Vorgehensweise verstehen könnte, wäre es mir vielleicht möglich, da nicht mehr so wütend darüber zu sein.

Irgendwie scheints mir so, als bräuchten diese Männer Hilfe. Das meine ich auf keinen Fall sarkastisch oder so. Ich mein das wirklich ehrlich. Da läuft was schief.

Liebe Grüße!
Daniela
 
AW: Liebe und Freiheit

Abschluß:

Die Dinge sind wie sie sind.

Machen kann ich da nix, ändern auch nicht, sauer sein ist sinnlos, verstehen kann ich es auch nicht, also ...

Es ist wie es ist.

Pasta - Schluß - Ende - Aus
 
AW: Liebe und Freiheit

Meine Frage "was denn daran so klass ist" - war an Männer gerichtet die ihre Frauen soooo unendlich gerne besitzen ob seelisch oder körperlich.

Dass in Eurer beider Augen daran nix klass ist, das ist mir schon klar.

LG Daniela

PS.: Ich bin wütend - echt!
kann ich gut nachvollziehen. ich denke, viele frauen übernehmen die verantwortung für soetwas, haben einen verqueren wert im kopf, dass es 'normal' sei, wenn männer mit ihnen so umgehen, überzeugt von ihrer eigenen machtlosigkeit. schlimm.

ich habe am wochenende einen sehr interessanten fernsehbericht über den psychoanalytiker und philosphen horst eberhard richter gesehen, der u.a. auch genau die entstehung von gewalt und aggression beleuchtet hat.

oft ist es so, dass aggressionen eines menschen gegen den anderen eigentlich sich selbst gelten. das nützt dem opfer allerdings nichts, solange es nicht aus dieser rolle geht.

solange das von den beteiligten so hingenommen wird, ist nichts dagegen auszurichten.
 
AW: Liebe und Freiheit

Hallo Pisces!

Du bringst es auf den Punkt! Jawohl das ist der springende Punkt.

Wie immer ist für alle was dabei. Das Opfer sollte da aussteigen und ja - Aggression !!!

Du meine Güte - ich bin da so eingestiegen gestern, dass ich an diesen Ansatz gar nicht gedacht hab. Da hab ich doch Lesestoff darüber.

Vielen DANK!
Da hast mir jetzt aber wirklich weiter geholfen Pisces!

Daniela
 
AW: Liebe und Freiheit

ich muss noch eine weitere bemerkung machen, weil mich dieser h.e. richter wirklich beeindruckt hat.

er meinte, leiden müsse man erlernen, aggression sei im grunde die abwehr eigenen leides.

ich finde, darüber lohnt es sich wirklich, nachzudenken.
 
AW: Liebe und Freiheit

er meinte, leiden müsse man erlernen

Du dieser Ansatz ist mir nicht fremd - wenngleich ich den auch erst vor kurzem von einem Bewusstseinsforscher das erste mal gehört habe.

Dieser Mann hat allerdings gemeint, dass sich Aggression irgendwann in Liebe umwandelt. Das lese ich gerade nocheinmal, auf Grund Deines Hinweises (!) weil ich das noch nicht ganz kappier wie der das meint ...

Aggression ist danach der tiefe Hilfeschrei im Innern durch ein tiefes unerfülltes Sehnen nach wirklicher Liebe.

Der Mensch erlernt erst mal zu kritisieren. Dann kritisiert er die Eltern und wenn das passiert, dann nimmt er auch ein grobes, verletzendes eventuell sogar ein aggresives Verhalten als "Zuwendung" an - im Unterbewusstsein. So geht das leiden lernen. Sich als Opfer fühlen das können Kinder von Geburt an gar nicht.

Somit gibt er irgendwann Grobheit, wenn er eigentlich Liebe geben möchte. Seine inneren Sensoren kennen den Unterschied nicht mehr. Ich les da gerade dran ... :-) Und ichkann das in eigenen Worten nur auf diese Weise erst mal weitergeben.
 
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Hallo zusammen!

Also ich halte die Ansicht von Daniela auf jedem Fall für richtig!
Das Vertrauen ist einer der wichtigsten Punkte in einer Partnerschaft.

Liebe braucht Freiheit, jedoch nicht im Bezug auf Sexualität, genau wie Du sagst. Ich glaube auch das viele Menschen ein gewisses "Besitzdenken" im Hinterkopf haben wenn sie an eine Partnerschaft/Beziehung denken. Ist das nicht vielleicht auch ein Grund dafür dass manche keine Beziehung eingehen wollen? Weil sie eben denken in gewisser Weise eingesperrt zu sein...? Ich weiss nicht, könnte es mir aber vorstellen.

Ich denke Du hast eine seht gute Einstellung was diese Themen angehen, aber wie ich auch schon in anderen Threads geschrieben habe bin ich der Ansicht dass dies an der Entwicklung unserer Gesellschaft liegt, die sich immer mehr in eine andere Richtung bewegt, oder?

Die Sache mit Deiner Freundin tut mir sehr leid, und auch ich würde den Mann anzeigen! Wenn ich sowas höre fühle ich mich als Mann direkt schuldig und schäme mich dafür das es sowas in "der Männerwelt" gibt.

Und auch ich kann Deinen Satz: Ich frag so blöd, weil ich manchmal glaube in der falschen Welt zu leben. nachempfinden.

LG Joe!
 
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