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Meine Mutter ist immer so leidend.......

Dieses Thema im Forum "Eltern und Kinder" wurde erstellt von Cordula, 15 Januar 2008.

  1. Cordula

    Cordula Member

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    Hallo hier im Forum!
    Worum es mir geht ist einfach mal Dampf abzulassen. Meine Mutter ist Alleinstehend und immer krank, krank, krank. Sie ist natürlich extrem arm und sie tut mir so leid weil sie ja wirklich alles hat was man nur haben kann, deshalb ist sie auch in Frühpension. ABER: Nun ist sie schon wieder seit voriger Woche krank und dann ruft sie mich nicht an und sagt nichts. Erst wenn ich anrufe wimmert sie ins Telefon dass sie so krank ist (und das hört man auch, sie ist echt total ´krank). Und sie kann nicht mit den Hunden gehen weil sie so krank ist, sie weiß echt nicht was sie machen soll. Und dann nimmt sie so starke Tabletten und kann nicht Autofahren, soll aber zum Arzt...
    ICH HASSE DAS: Denn was sage ich dann (weil ich ja muß!!) Mama, ich gehe eh Morgen mit den Hunden. Aber ich will es doch einmal im Leben so haben dass sie selber anruft und mich bittet: Bitte komm zu mir weil ich bin krank, ich brauche dich meine Liebe Tochter, bitte hilf mir, hast du bitte Zeit für mich?!??? Warum lässt sie mich immer bitten? Ich bitte sie, dass ich ihr helfen darf (und hab eine Wut weil ich es tue, muß es aber tun sonst leidet sie weil sich niemand um sie kümmert). Ich will doch nur gefragt werden.

    So, jetzt könnt ihr über mich herfallen wenn ihr wollt. Mir ist nun ein wenig leichter. Wie ist das mit euren Müttern? Ich bemühe mich schon sehr bei meinen Kindern dass ich ihnen sage was ich will und nicht so dahinleide.

    Schönen Abend wünscht Cordula:escape:
     
  2. Lucille

    Lucille Well-Known Member

    AW: Meine Mutter ist immer so leidend.......

    Liebe Cordula,

    was du da beschreibst, kann ich hundertprozentig nachvollziehen. Du hast die Absurdität selbst sehr treffend beschrieben:


    Deine Mutter sendet Botschaften aus, ohne sich an die Regeln der guten und offenen Kommunikation zu halten. Ich würde sogar sagen, dass dieses Muster manipulierend ist.

    Und du kannst immer nur den Kürzeren ziehen:
    Gehst du nicht auf die Bemerkungen ein, dann bist du die unsensible Tochter, ohne Gespür für die (doch offensichtlichen!) Bedürfnisse der Mutter.
    Gehst du aber darauf ein, dann bist du ebenso unsensibel, weil du hättest ja schließlich von alleine auf die Idee kommen können, ihr zu helfen („alles muss man selbst machen…“?).

    Das macht dich wütend, weil du gerne auf Augenhöhe und ohne diese anstrengenden Spielchen kommunizieren würdest.

    Wahrscheinlich hat es deine Mutter selbst nie gelernt, Klartext zu reden und eigene Bedürfnisse zu artikulieren. Dahinter verbirgt sich wahrscheinlich viel Angst vor Ablehnung, das Tarnmäntelchen ist der vermeintliche „Stolz“. Vielleicht spielt auch die Befürchtung mit, nicht mehr unabhängig zu sein.
    Meine Mutter pflegt(e) stets zu sagen: „wenn ich mich auf dich verlasse, dann bin ich verlassen“. Mich hat das sehr verletzt.
    Hören wollte ich: „ich weiß, dass ich mich auf dich verlassen kann“. Ich hatte diesbezüglich ständig ein ungutes Gefühl, denn sie hat mir grundlos eine Unterlassung unterstellt. Leider hat sich an ihrer Einstellung bis heute nichts geändert.

    Hast du deiner Mutter schon einmal gesagt, wie du dich fühlst? Und dass ein schlechtes Gewissen eine konflikt-geladene Basis für eine Mutter/Tochter-Beziehung ist?

    Haben ihre ständigen Krankheiten in deinen Augen (aufgrund ihrer persönlichen Geschichte)
    auch seelische Ursachen?

    Diese Andeutungs-Taktik bei der Verständigung, gepaart mit der entsprechenden Erwartungshaltung, kann zu so manchen (vermeidbaren) Missverständnissen führen, das weiß ich, weil meine Mutter leider ähnlich „verdeckt“ kommuniziert, und es macht mich auch oft fuchsig:

    Einmal brachte sie anlässlich eines Besuches „mein“ Fotoalbum („mein erstes Lebensjahr“, sehr künstlerisch und liebevoll von meinem Vater gestaltet) mit, das ich schon lange nicht mehr gesehen hatte. Sie legte es wortlos hin. Ich freute mich auch ausgiebig beim Blättern, dann legte ich es auf ihr Bett, damit sie ja nicht vergisst, es wieder mitzunehmen. Sie war am nächsten Morgen tödlich beleidigt, weil ich das Album anscheinend nicht haben wollte. Nie im Leben wäre ich auf die Idee gekommen, dass sie dieses Erinnerungsstück hergeben würde. Das ist Jahre her, und sie trägt mir das heute unverständlicherweise immer noch nach, trotz meiner Erklärungen.
    Lange Rede kurzer Sinne: ein schlichtes „ich schenk dir das“ damals hätte sämtliche Mutmaßungen verhindern können.

    So - so viel wollte ich gar nicht schreiben. Aber jetzt sind auch kurzfristig meine diesbezüglichen Emotionen mit mir durchgegangen ...:banane::banane:

    Liebe Grüße,
    Karin
     
  3. Strandläufer

    Strandläufer Well-Known Member

    AW: Meine Mutter ist immer so leidend.......

    Liebe Cordula,
    kannst du dir vorstellen wie sich deine Mutter fühlt, wenn sie ständig in der bittenden und vorallem tatsächlich bedürftigen Position ist und du erwartest noch von ihr, dass sie sich noch mehr erniedrigt?
    Du bist oben auf, in der Gönnerhaltung in der versorgenden Haltung, stark und unantastbar. Du managt deinen Haushalt und dann noch ihre Belange, sie kann immer nur nehmen.

    Ich falle nicht über dich her, aber ich denke deiner Mutter täte es gut, wenn sie auch mal etwas für dich tun könnte und wenn es nur eine Unterhaltung darüber ist, wie wichtig es dir ist, dass du ihr helfen kannst.
    Du bringst deinen Kindern bei, wie man für sich einsteht und sagt was man braucht?
    Tust du nicht, sonst würdest du über dein Problem mit deiner Mutter sprechen.
    Achja was mir dazu noch einfällt. Ich habe garadezu Panik davor, dass meine Mutter meine Hilfe übermässig braucht, weil ich glücklich bin, mal keine versorgende Haltung einnehmen zu müssen, weil ich einen Job habe der mich ausfüllt, persönliche Situationen mit denen ich nicht immer so gut klar komme und Hobbys denen ich nachgehen möchte und einfach mal faul sein.
    Ich bin dankbar, dass ich die Aufgabe, mich um meine Mutter zu kümmern, mit meinem Bruder teilen kann. UND, sie weiß das.
    Alles Liebe
    Elke
     
  4. Hortensie

    Hortensie Well-Known Member

    AW: Meine Mutter ist immer so leidend.......

    Hallo Cordula,
    diesmal bin ich anderer Meinung als Strandläufer. Die Mutter ist in ihrer Welt und es ist ihre Art.
    Cordula, du hast ein schlechtes Gewissen, wenn du anders reagieren würdest als du es tust. Warum?
    Du bist nicht für deine Mutter verantwortlich - helfen kannst du ihr gerne.
    Ich kenne die Situation ähnlich.Ich habe einmal das schlechte Gewissen abgelegt und zum anderen habe ich meine Einstellung bezüglich der Person geändert. Seitdem geht es. Die Person ist auch alleinstehend und hat auch alle Krankheiten, die man haben kann. Sie meldet sich nicht, verlangt es aber von allen anderen. Und hinterher höre ich, ja ich war so krank und keiner hat sich um mich gekümmert. Das ist die Taktik, uns ein schlechtes Gewissen einzureden.
    Warum ist sie extrem arm? Weil sie so krank ist? Ich weiß, das klingt jetzt böse, aber ich habe festgestellt (das muss bei deiner Mutter ja nicht so sein), dass man so auch Aufmerksamkeit bekommt "...ach die Arme, die ist schon wieder krank...".
    Nein, musst du nicht.
    Wenn du das möchtest, dann verhalte dich auch so.
    Das ist ihre Taktik und du sprigst darauf an.
    Sie leidet doch sonst auch - oder? Bist du "schuld", dass sich niemand um sie kümmert? Bist du "schuld", dass sie krank ist? Nein, das ist ihr eigener Verdienst.
    Dann lass dich fragen.
    Ja herfallen :geist: jederzeit, gerne.
    Wie meinst du das jetzt?
    Eberesche
     
  5. Katze1

    Katze1 Well-Known Member

    AW: Meine Mutter ist immer so leidend.......

    Liebe Cordula,

    deine Mutter ist bewußt oder unbewußt ein ganz ordentliche Hexe.
    Sie macht dir ein schlechtes Gewissen, weil sie krank ist - als wärest du daran schuld. Cool!
    Sie benützt die Krankheiten um dich an sie zu binden, und das noch so geschickt, dass du als Bittstellerin da stehst. Unglaublich!
    Waum kümmert sich sonst keiner um sie? Ab einem gewissen Alter hat man doch auch ein soziales Umfled, wie Freunde und andere Verwandte als nur 1 Tochter :confused:
    Warum fällt es ihr so schwer, zu sagen, dass sie Hilfe von dir braucht?
    Was wäre, wenn du selbst krank wärest und nicht könntest?
     
  6. Hortensie

    Hortensie Well-Known Member

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    AW: Meine Mutter ist immer so leidend.......

    Dazu fällt mir ein: manche Eltern meinen ja, ihre Kinder stehen ewig in ihrer Schuld...sie haben sie schließlich großgezogen und können sie eine Menge Dankbarkeit erwarten - egal, wie sie sich gegenüber ihren Kindern verhalten haben.
    Mein Opa z.B. hatte an allem etwas zu meckern immer und ewig, nichts war gut. Im Alter kamen dann noch wenige und die wenigen, die kamen wurden weiter angemeckert, da wurden es noch weniger - aber an ihm hat es nie gelegen...
    Ein alleinstehender Mensch (Ausnahmen bestätigen die Regel) ist oft unzufrieden, ihm fehlt der Partner, ihm fehlt eine sinnvolle Beschäftigung und das muss man ja an einem/einer auslassen. Wenn auch oft nicht so gewollt, wie vollzogen. Dann kann man nicht sehen, dass andere zufrieden sind... das ist so.
    Eberesche
     
  7. Strandläufer

    Strandläufer Well-Known Member

    AW: Meine Mutter ist immer so leidend.......

    Ich kann andere Menschen nicht ändern, aber mich selber.
    Meiner Meinung nach ist einfach unfair jemandem ein Verhalten vorzuwerfen, und einem erwachsenen Menschen nicht zuzumuten selber Änderungen im Verhalten herbei zu führen.
    Jede Beschwerde über das Verhalten anderer Menschen ist völlig witzlos, solange man selber nicht den Mut hat einfach mal NICHTS zu tun.
    Handwerkerprofi, deine Aussage mit der Hexe finde ich echt krass und ungerecht. Was für eine Welt.
    LG
    Elke
     
  8. Ahorn

    Ahorn Well-Known Member

    AW: Meine Mutter ist immer so leidend.......

    Hallo,

    meiner Mutter geht es noch relativ gut, deswegen kann ich nicht wirklich mitreden, wobei später natürlich auch die 800 km Distanz eine Rolle spielen werden.
    Vielleicht kann ich Dir trotzdem eine oder zwei Anregungen geben.

    Lass Dich bloss nicht verrückt machen von ihr! Schau, wo Du stehst, wo Deine Mitte ist! Dann bist Du auch in Deiner Kraft - und kannst in der Kommunikation und Handeln mit Deiner Mutter auch entsprechend handeln.
    Schau, nachdem Du nach Dir selbst geschaut hast, wo steht Deine Mutter wirklich: Wie krank ist sie oder übertreibt sie ein wenig? Was gibt es, was sie selbst tun könnte? Und was gibt es, was sie für Dich tun kann?
    Vielleicht hilft es ihr auch, wenn sie ab und zu Deinen Lieblingskuchen backen darf (oder ähnliches), wenn sie merkt, dass auch Du sie brauchst und sie sich nicht so abhängig fühlt.
    Versuche ein Verhältnis zu schaffen, in dem Ihr Euch auf Augenhöhe gegenübersteht - und nicht, dass sie immer die Abhängige von Dir ist. Ich kann mir vorstellen, dass das ein blödes Gefühl ist.
    Und wenn Sie Dir mit Vorwürfen kommt, warum Du Dich nicht gemeldet hast, dann mach ihr klar, dass Du auch ein eigenes Leben hast. Du liebst sie und willst ihr helfen, doch Du lebst auch für Dich und nicht nur für sie.

    LG
    Ahorn
     

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