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Sehnsucht, Verzweifelung und unglücklich

Dieses Thema im Forum "Lebenskrisen" wurde erstellt von Umar, 17 März 2006.

  1. Umar

    Umar Guest

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    Ich habe lange nachgedacht, ob ich und wenn ja, was ich schreibe. Hätte auch zum Thema Einsamkeit gepasst. Mittlerweile bin ich mir meinen Gedanken und Gefühlen nicht mehr so sicher.
    Ich wollte nie erwachsen sein,
    hab immer mich zur Wehr gesetzt.
    Von außen wurd' ich hart wie Stein,
    und doch hat man mich oft verletzt.

    Irgendwo tief in mir
    bin ich ein Kind geblieben.
    Erst dann, wenn ich`s nicht mehr spüren kann,
    weiß ich, es ist für mich zu spät,
    zu spät, zu spät.
    (C)Tabaluga​

    Also hier mein Klagen in Kurzfassung:
    ich fühle mich traurig, innerlich leer, einsam und vor allem Tod unglücklich. Das ganze Leben ist irgendwie so lächerlich sinnlos geworden.
    Alles was ich tue (oder eben auch nicht tue) ist für nichts und wieder nichts. Ich frage mich sowieso, alles was ich mache dient nur um zu leben. Daher ist die Sache, wie ich nun überlebe mir völlig gleichgültig geworden. Ich weiss nicht was schlimmer ist, kein Kind mehr zu sein oder erwachsen und reifer zu werden, Pflichten und Rechte bekommt, aber ohne dass meine "Art", dass Ich als gleichwertvoll zähle? und schliesslich dass ich überhaupt keinen Platz in dieser Welt zu haben scheine.


    die letzten Monate seit meinem letzten Geburtstag haben alles auf den Kopf gestellt, was ich je kannte. Die ganze Weltanschauung und meine Meinungen sowie Ideen. Ich weiß da nicht mehr weiter. Ich fühle mich so hilflos und im Stich gelassen, letztlich völlig fehl am Platz.


    Ausschlaggebend ist seit Monaten mein Gefühl, das mir alles zu viel wird. Die Uni machte mir zu schaffen. Ich glaube den ganzen Februar über war ich zusätzlich in einer Art Depression gefangen - fühlte mich aphatisch, lustlos und leer (aber unglücklich bin ich immer noch) Ich hatte kein Interesse an Kontakten, gelernt habe ich überhaupt nicht mehr und lebte nur so in den Tag. Geschafft habe ich überhaupt nichts, aber ich will auch nichts mehr schaffen. Ich könnte heulen.

    Selbst jetzt schlafe ich bis mittags, nur um endlich Ruhe zu finden. Ruhe vor meinen Gedanken, Ruhe vor inneren sich im Kreis drehenden Monologen. Wie sehr sehne ich mich nach Stille und Frieden in mir. Fühle mich so getrennt von allem. (jetzt verstehe ich wie Antidepressiva helfen könnten, den Mensch bzw. den Verstand vorzeitig etwas auszuschalten... ich hätte es wohl mal probieren sollen)

    Ich bin froh, dass ich das durch Gespräche mit meinem Vater und einer aus dem Esoforum irgendwie geschafft habe aus dem grauen Schneesturm zu entkommen. Aber vorbei ist das alles überhaupt nicht... es fängt gerade erst an...

    Ich sehe keine Lösung mehr. Was die Uni betrifft habe ich keine Lust mehr was zu lernen. Der Stoff wird mir zuviel, die Anforderung zu hoch, die Motivation ist nicht vorhanden. Aber was kann ich sonst machen? ich habe außer studieren keinerlei Alternativen, also quäle ich mich jetzt so durch. tue das nötigste, nur um zu überleben. (Das studieren ist eh nur für meine Familie zum Schein. In dem Metier habe ich nie vor etwas zu machen. Bin lieber selbständig später, mit Menschen zusammen) Und warum tue ich nur das nötigste? Weil ich völlig erfolglos bin. Ich war es in der Schule und in der Uni änderte sich kaum was dran. Ich schaffe nichts, egal ob mit lernen oder ohne. Ich habe alles ausprobiert und weiß wovon ich gerade spreche.
    (Dabei will ich auch erfolgreich sein, vorallem weil ich jetzt Freunde gefunden habe und diese nicht verlieren will. In der Schulzeit war mir das echt egal - Hauptsache durchkommen)

    Andere lernen oder auch mal nicht und bestehen dann irgendwie. Ich kann machen was ich will ich falle immer gnadenlos durch. Das baut wirklich auf und motiviert ungemein weiterzumachen. Und das Selbstwertgefühl steigt ins unendliche *Ironie*. Und da ist schon der zweite Punkt. Egal ob andere Bestehen und erfolgreich sind bei Klausuren oder nicht, sie haben noch einer Partner an ihrer Seite. Also entweder sind sie gut an der Uni oder haben wenigstens einen Partner der sie unterstützt, falls sie nicht weiterkommen.

    Aber ich habe gar nichts. Keinerlei Austausch. Ich fühle mich soo alleine und einsam und erfolglos. (Kann es was schlimmeres geben?) In der Uni gibt es keinen Menschen, der vielleicht ähnlich denkt und handelt. Alle, die so sind wie ich verstecken sich wohl genau wie ich, im Zimmer, nur um der harten Realität versuchen zu entkommen :rolleyes:
    Vielleicht sehne ich mich nach einer Beziehung, um all meinen Schmerz zu vergessen, weiß aber dass es nichts werden kann, solange ich noch nicht mal mit mir alleine zurecht kommen kann - ohne dass mir die Decke auf den Kopf fällt. Gut, das kann ich vielleicht noch akzeptieren, für immer alleine und einsam zu sein... bis ans Ende...

    aber ich kann es nicht akzeptieren wie ich bin, wie ich fühle und denke. Ich will wer anderes sein. Anderer Charakter, andere Eltern, anderes Leben. Ich weiß nicht, ob ich dieses Bild schon mal hier gebracht habe:

    ich sehe mich alleine im Dunkeln auf der Strasse lang laufen, rechts und links brennen die Lichter in den Häusern und aus ihnen dringt ein fröhliches lachen. Ich sehe nur aus der Ferne die Schatten der Menschen, welche Spaß haben und sich amüsieren. Und ich schlendere so für mich ziellos umher, ohne das ich irgendwo dazu gehöre oder mich dazugehörig fühle. Ich bin da und bin doch wieder weg. All dies fröhlich sein tut mir noch mehr weh, macht mich zutiefst traurig, weil es nicht das ist, was mich erfüllt. es ist oberflächlich und nicht echt. Will ich jetzt irgendwo in ein Haus einkehren, so rückt es in noch weitere Ferne und je mehr mein Wunsch irgendwo dazuzugehören nicht erfüllt ist, umso mehr laufe ich auf diesen Eingang zu. Aber immer weiter verschwindet dieser. All das kostet Kraft.

    Schließlich unternehme ich keine Versuche mehr, auch nur irgendwo das Gefühl zu bekommen "zu Hause" zu sein. Kontakte breche ich vorzeitig ab, weil eh ich Festhalte und diese "aussauge", schalte ich den Verstand ein und unterbreche alles. (Wie war das im Film bei "Good will Huntig": eh ich verletzt, missbraucht, enttäuscht oder abgelehnt werde, tue ich dies lieber bei Anderen zuerst. Der Schmerz ist dann erträglicher.) Auch lehne ich Menschenaufläufe generell ab, weil es mir zuviel wird. Und schwupps – erneut alleine. Dabei erspare ich mir gerne wieder die Gefühle der Ablehnung, Enttäuschung, Verbitterung. Bin zu oft drauf reingefallen.
    (Meine "Therapeutin" meinte und bewunderte auch die Art in so jungen Jahren, so tiefgründig zu sein. Und da ist man eben oft für sich ganz alleine (ich mag meine Skorpioneigenschaften aber gar nicht mehr)) :(

    Meine Art zu leben wäre wohl wirklich, der des Eremiten. Fern ab von Menschen, umgeben von Tier und Natur. Die verstehen mich. Mir werden so zwar die unglücklichen Momente von den Anderen ferngehalten, wo ein tröstendes Wort von mir helfen könnte, aber vor allem von den Glücksmomenten von anderen werde ich verschont, die mich noch trauriger machen, als ich eh schon bin. So werde ich weder glücklicher, dafür aber auch nicht unglücklicher und betrübter. Aber das ist wohl ok. Das ist mein Schicksal. Ich werde eben nie zur Gesellschaft dazugehören. Ich bin ein Mensch, der aus dem schwarzdunklen Schatten kommt, unerkannt und geheimnisvoll agiert und wieder verschwindet ohne je wahrgenommen zu werden. Warum lebe ich dann überhaupt??

    Als Münze gedacht bin ich weder Kopf noch Zahl, sondern die Kante. ich bin weder A noch Z, weder der Anfang noch das Ende, sondern stehe immer in der Mitte, bin M, bin der Mittelpunkt, Beobachter, Vermittler, Neutral... oder auch kalt, gefühlslos und unbeweglich. Ich hasse mich so, wie ich gerade bin.

    Ich habe das Gefühl (tja, wenn ich sonst schon nichts empfinde), ich bin nur gut um zwischen 2 zu vermitteln, sagen und übersetzen was die andern denken und fühlen. Im Februar hatte ich spontan meiner Mutter einen anklagenden Brief geschrieben, in dem ich meine Gedanken und Gefühle ihr mitteilte. ich wollte von ihr nur einen hauch Verständnis. was ist daraus geworden? sie kann es nicht verstehen, was ich will oder will es nicht wahrhaben. ich war deutlich, und dennoch bin ich wieder ganz allein mit meinen Gefühlen. meine Schwester ist zu bodenständig, weiß was die Uni von einem erwartet, aber nicht was ich durchmache und mein Vater kann es nur teilweise nachvollziehen, eben weil er einiges selbst erlebt hat. Aber was ist mit meiner Mutter, das Verständnis von ihr... nur ein einziges Mal sagen, das sie es versteht ohne Anklage, Kritik oder Beschuldigungen mir gegenüber. Das hat nicht geklappt.

    Ich fühle mich soo leer. Und dafür stopfe ich diese Leere mit Wissen voll. Mit Büchern und Informationen, nur um nicht leer zu sein. Das ist ein Scheiß Gefühl. Mittlerweile bin ich auch "Internetsüchtig", suche den Austausch über das schreiben, nur um nicht nachdenken zu brauchen, um sich abzulenken. Diese Leere ist widerlich.
    Ich weiß wie und wer ich bin und wie ich denke, kann mich psychologisch ganz gut selbst analysieren und verstehen, aber all das hilft nicht, meinem Empfinden von "hier nicht dazu zu gehören" aufzulösen. Ich sehe wo die Probleme und Ängste liegen, auch wo die Lösungen sind, aber ich erreiche das Ziel nicht. Das macht mich noch frustrierter, noch leerer.

    Alles was ich will, ist eins mit mir zu sein, erfüllt und glücklich. Ob alleine oder nicht. Ich will leben und am meisten nur fühlen. Eine Verbindung schaffen zwischen Verstand und Herz.
    Kein weiteres Denken mehr, kein Verstand einschalten, auch kein weiteres Verstehen wollen von anderen oder von mir – einfach alles abschalten und nur wahrnehmen… empfinden und Ebenbürtig sowie Einssein mit meinen Gefühlen, mit mir. In der Gegenwart leben, jetzt die Gefühle spüren und alle Schuld und ungelösten Probleme der Vergangenheit ruhenlassen. Ist das machbar? oder ist das zuviel verlangt und unerreichbar?

    Danke fürs lesen ;)
    (Ich weiss echt nicht mehr weiter!!! Und selbst die kleinen silbernschillernden Tränen fliessen und zum Ausdruck kommen zu lassen brächte mir keine Erleichterung.)


     
  2. ELLA

    ELLA Well-Known Member

    Einen wunderschönen guten Morgen Umar! :)

    He, lass Dich mal umarmen :umarmen: , ich kann Dich sooo gut verstehen!
    Das Lied von Tabaluga war Teil von mir, und zwar vor genau 6 Jahren, und begleitet mich auch heute über so manche Tiefs hinweg!
    Warum?
    Weil auch ich diese leere in mir habe, das Gefühl nie anzukommen, die leere breitet sich sooo lange aus, bis sie vollkommen ist, aber eigentlich sollte sie gar net vollkommen sein, oder doch?
    Wenigstens eins eins was vollkommen ist*lach
    Als ich vor fast 5 Jahren meine Tochter zur Welt brachte, fühlte ich mich toll, heeee endlich gehöre ich zu den Erwachsenen.... habe meine Pflichten....aber warum zog es mich sooo tief runter?
    Ich wollte es doch sooo gerne, oder doch net? Ich habe nur versucht, diese Leere in mir zu füllen, mit der Liebe eines Kindes!!!! Traurig... oder doch net?
    Als Erwachsen wurde ich deswegen noch lange net gesehen, auch net, als Ich in ein wunderbares Haus zog, das eigentlich mein " zuhause " werden sollte..... aber auch dieses Gefühl war net da, sondern wieder diese Leere!!
    Freunde, nein, die habe ich net, nur Bekannte um mich von vorneherein zu schützen. Doch fehlt mir dann etwas?
    Irgendwie net, oder doch, denn die Leere ist immer noch da!

    Auch nach sooo vielen Versuchen, die Leere durch etwas zu füllen, sei es Freundschaft, liebe, oder Wärme... es war alles net das richtige!
    Ich habe mich dafür gehasst, ich hatte einen suuuper tollen Partner, zwei tolle Kinder, aber.... ich war leer!
    Nun, seit ca. 2 Jahren habe ich diese Leere füllen können*lach
    Ganze 3 Jahre habe ich gebraucht, um mich endlich zu finden, zu lieben und anzunehmen!!!
    Und das ist der Punkt, denn DU alleine kannst Erwachsen sein, mit dem Kind in Dir!
    Wer sagt denn, wie man sich als Erwachsener verhalten soll?
    Die Gesellschaft*lach Aber net nur die, das Aussen, hat sooo einen Einfluß, auch wenn man meint, man zieht da net mit, man macht es ... unbewusst!

    Es gibt sooo viele Wege, doch welcher ist der richtige?
    Mein Weg war die Leere, die Angst, und die Panik .... toller Weg :escape:
    Aber ich bin ihn gegangen, alleine, denn so fühlte ich mich, immer alleine, trotz Familie, " zuhause" und Mann!!

    Selbst Tabaluga wusste es schon.... von aussen wurd ich hart wie Stein, und doch hat man mich oft verletzt!
    Du kannst Dich noch so abschotten, versuchen zu schützen, es wird imer Situationen geben, die Dir wehtun werden, so hart kann man gar net sein... doch man kann es versuchen anzunehmen, daraus zu lernen.... eigentlich weißt Du das alles*lach

    Ich weiß, das Ich Dir net helfen kann, denn den Weg musst Du alleine gehen, doch eigentlich bist Du net alleine, mit der Leere in Dir, und Du weisst auch, das es einige andere gibt, die Dich sogar sehr gut verstehen!
    Bei den Mürmelchen zb.
    Es wird der Tag kommen, wo diese Leere gefüllt wird... wodurch.... die Lust am Leben, am SEIN...
    doch wird es auch imer wieder Tage, Wochen geben, in denen diese Leere hoch kommt, warum... weiß ich net*lach... aber vielleicht um auf dem Weg zu bleiben?
    Es passiert sooo viel um UNS herrum, das wir vieles vergessen wahrzunehmen, da die Zeit rennt, und diese einsamkeit, lässt uns nachdenken!
    Versuche sie zu genießen, auch wenn sie Sinnlos scheint, die LEERE des SEINS!!

    Gaaaanz liebe Grüße
    ELLA!
     
  3. Reinfriede

    Reinfriede Well-Known Member

    Ach Umar, lass Dich auch von mir mal ganz fest drücken!

    Du musst nur eines erkennen: Dass Du jederzeit das Recht hast, Dein Leben zu leben. Dieses Recht hast Du bei der Geburt bekommen, nimm es Dir!

    Und ob Deine Mutter Dich versteht, wie andere darüber denken, ändert nichts an diesem Recht. Du "darfst" in der Gegenwart leben, Deine Gefühle spüren - nimm Dir dieses Recht, kein Mensch kann Dich daran hindern, außer Deine eigene Einstellung. Wenn sie Dir dabei im Wege sein sollte - ändere sie!

    Liebe Grüße
    Reinfriede
     
  4. Hildegard S.

    Hildegard S. Guest


    Hallo, Umar!

    Also zunächst: Ich wünsche Dir den Graduierten-Status, egal, was Du studierst, egal, wann Du ihn erreichst und egal, mit welchem Schnitt! Wenn Du später einmal weißt, wo Dein Platz ist, steht Dir mit einem Postgraduierten-Lehrgang ein nicht zu unterschätzendes Werkzeug zur Verfügung, um ihn gezielt anzusteuern.
    Wie das zu bewerkstelligen sein könnte, weiß ich allerdings nicht; der Unibetrieb wird ja angeblich immer mehr verschult, und Du hast jetzt erst einmal einen massiven Burnout zu bewältigen.
    Und bevor Du, so wie ich damals, als Eilfall in der nächstbesten psychosomatischen Klinik landest, such Dir lieber in Ruhe eine aus!

    Davor wäre natürlich noch zu klären, wieso Du glaubst, dass der Platz in der Uni - wenn ich Dich recht verstanden habe - der einzige für Dich in Betracht kommende sein soll. Ideal wäre nämlich ein Hinübergleiten: von der Uni in die Rekonvaleszenz und wieder zurück. Auf keinen Fall sollst Du Dich aus Deinem einzig denkbaren Lebenszusammenhang gerissen fühlen. (Ich meine: Ich habe gelesen, wie Du jenen Studienabbrechern nachgetrauert hast...) Falls Du es so empfinden würdest, müsste man nach Alternativen suchen.


    So? Auf welche Weise mit Menschen zusammen, wenn ich fragen darf?


    Nein.


    Und bei der Gelegenheit, die Du hättest, fragst Du Dich wer-weiß-wie-lang, ob Du sie nutzen sollst! Könnte man es nicht so sehen, dass es an der Zeit ist, dass dieses Forum Dir etwas zurück gibt?


    Irgendwie widersprichst Du Dich.
    Davon abgesehen jedoch kauere ich in Gedanken neben Dir in Deinem Eck - und das ist jezt nicht ironisch gemeint!
    Ich hab das nämlich in echt erlebt (ok, so ganz nicht; die Häuser blieben stehen!).
    Es fühlt sich echt gigantisch an, wenn Du in einer Stadt, wo Du außer den Kirchenchor-Mitgliedern niemanden kennst, eine von ihnen in ihrem Vorgarten antriffst; die Haustür sperrangelweit offen, und das einzige, was zwischen dir und der Geborgenheit steht, ist ein eigentlich gar nicht der Rede wertes, kniehohes Zäunchen mit einem dazu passenden Türchen - unüberwindlich!


    Ich habe die übliche blöd-lächelnde, alles verstehende und alles verzeihende Diplomatie gegen Verbindlichkeit eingetauscht. Ein Stich, und Du würdest mich kennenlernen! :nudelwalk


    Wenn ich wüsste, dass Du ein Christ bist, würde ich Dir jetzt ein Buch von Gerhard Tersteegen empfehlen.
    Umschlagstext: Gerhard Tersteegen´s Schriften, Lieder und Gedichte gehören zum Schönsten, was in deutscher Sprache geschrieben wurde. "Können das die Stillen im Lande?" soll Friedrich der Große voll Bewunderung gefragt haben. Und Walter Nigg: (...) es ist keine Übertreibung, zu sagen, dass der ehemalige Bandweber zu den größten Seelsorgern aller Zeiten zu rechnen ist."


    Dann waren das doch nicht Deine Postings, die ich da gelesen habe? :)
    Im Übrigen ist die Depression gekennzeichet durch die Unfähigkeit zu tiefer Freude und Trauer.


    Ich wüsste gern ein wenig genauer, was Du da siehst !?


    Für Dich ist das in Deinem derzeitigen Lebensumfeld wohl nicht ohne schlechtes Gewissen zu erreichen. Auch führt Dich ein bloßes Ruhenlassen nicht weiter...

    Die besten Wünsche!
    Hildegard
     
  5. Umar

    Umar Guest

    Danke dir Ella, Danke Reinfriede, dankeschön Hildegard :)

    ---------

    Ella, deine Worte klingen gut. :kiss3: Habe mir heute Abend mal ein Kinobesuch gegönnt. seit einem Jahr nicht mehr drin gewesen. Hat zwar nicht viel verändert, aber ich konnte mal wenigstens "oberflächlich" lachen :D.

    Und die "Murmeler" :rolleyes: naja, ist doch nur virtuell... jeder hat so seine Probleme und bewältigt werden können die auch nicht trotz reger (oder gerade auch nicht so... ) Anteilnahme von ihnen ;) Da geht jeder schon selber durch. Nur alle sind Älter und haben irgendwie Unterstützung sei's durch Familie, Beruf, einen Partner oder Kinder.

    Ich habe eigentlich gar keinen... also fast zumindest. Mit Komillitonen kann ich nicht drüber reden, sie verstehen - glaub ich - meine Gedankengänge nicht. Mit "Spirituellen Ideen" sind sie nicht vertraut. Im Internet kann ich nicht alles erzählen und genausowenig meiner Familie bzw. meiner Mutter nicht... (dabei bin ich froh, das ich in der Lage bin es wenigstens aufzuschreiben, was ich fühle. schriftlich ist es für mich erheblich einfacher und vor 2-3 Jahren konnte ich nochnicht mal sagen, was mich bedrückt.) einzig meiner "Therapeutin" (oder manchmal denk ich auch die 2. Mutter von mir *lach*) bringt mir wieder Lichtblicke zurück.
     
  6. Umar

    Umar Guest

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    Ob Recht oder nicht. sag es jemandem, der dies nicht versteht (ob nicht kann oder nicht will). Es ist komisch, ich hatte/habe immer noch Angst, ausgewiesen und abgelehnt zu werden. Wenn ich die Haustür meiner Familiewohnung öffne, um - als neugieriges Kind - die Weite der Landschaft und die kalte und klare Winterluft zu schnuppern, habe ich Angst ausgesperrt zu werden und elendich zu erfrieren. Also leide ich innerlich (Bildlich und in Wirklichkeit). "Du denkst nur an dich und bist egoistisch" kommt dann von der Person, von der du eigentlich Mitgefühl erwartest hätte. Und das prägt.

    Aber nicht mehr :D Ab heute übernehme ich die Verantwortung für meine Gefühle und mein Lebensrecht. (Selbst wenn ich egoistisch wirke :D)

    Nur davon sind die anderen Sorgen vielleicht noch nicht ganz gelöst... mal abwarten
     
  7. Umar

    Umar Guest

    Hallo Hildegard,

    1. ich bin nicht mehr 21... ;) war vor 2 Jahren der Fall. Im Profil steht doch mein Datum.

    Wegen studieren ist es so, weil ich keine Ausbildungsrichtung wüsste, die mir das bietet, was ich auch machen möchte. Das jetzige Studium ist schon so vielfältig aufgebaut, das kommt schon meinen Interessen ganz nahe. Aber leider ist auch viel bei, was ich aufgrund meines Wissen im Alternativ-Medizinischen Bereich ganz anders sehe. Und da quäle ich mich, dies anders zu lernen.

    Was den Beruf betrifft, denke ich an eine Berater-Lehr-tätigkeit. (als (Musik)Kinesiologie, und mit Bachblüten bzw. Schüsslersalzen...)

    Das verstehe ich gerade nicht :confused: Habe doch ne Menge zurückbekommen.

    mag sein. War schon spät und ich hatte einiges Verbessert zwischendurch.

    Was hat das damit zu tun? könnte auch Hinduist sein? oder nicht? :D
     
  8. Hildegard S.

    Hildegard S. Guest

    Hallo, Umar!

    vielen Dank für Deine Reaktion!
    Dass Du keine 21 mehr bist, wusste ich; ich wollte aber mein Eigenzitat - das zum schnelleren Kennenlernen gedacht war - nicht ändern.


    Du studierst also Medizin. Gratuliere!
    Ich finde aber, da solltest Du schon auch in der Theorie mit möglichst vielen Wassern gewaschen sein, um Diskussionen nicht ausweichen zu müssen.
    Ich habe mehrere alternativmedizinische Lehren, die sich z. T. widersprechen, kennengelernt. Da muss man seinen eigenen Standort schon sehr gut begründen können, sonst nageln einen die lieben Kollegen an die Wand!
    Liebe zu den Menschen allein führt nicht weit, wo andere rein aus Geltungsdrang agieren!
    Wie wär´s, wenn Du die Fächer, deren Inhalt Dir gegen den Strich geht, gedanklich mit "Argumente gegen die Schulmedizin" überschreibst?


    Den Eindruck, dass man Dich hier sehr mag, habe ich schon auch! Zugleich scheint mir jedoch, dass das nicht so tief in Dich hineingefallen ist wie es wünschensert wäre:
    In einer solchen Krise lang über sowas nachzudenken, lässt irgendwie tief blicken; wenn ich mir auch noch nicht sicher bin, was ich sehe.


    Gerhard Tersteegen mit Gewinn lesen kann m. E. nur, wer zumindest an einen Gott glaubt, und dabei möglichst an den christlichen.

    Viele Grüße!
    Hildegard
     
  9. Umar

    Umar Guest

    Nein, studiere nicht Medizin... aber so was ähnliches wie Biochemie.

    nunja... ich muss doch erstmal meine Empfindungen sortieren und zu Wort bringen, damit sie auch verstanden werden, was ich damit sagen möchte. So spontan bin ich dann doch nicht. Und alles sagen möchte ich auch nicht... hier zumindest nicht.

    Also ich glaube, aber an wen oder was ist mir eigentlich egal... ich bin da nicht festgelegt ;)
     
  10. Hildegard S.

    Hildegard S. Guest

    Also: Probe auf´s Exempel:

    "Ich sehe dies und das
    Und soll nur Eines sehen:
    Du, Jesus, Freund, bleibst nah,
    Auch wenn du scheinst zu gehen.

    Gib, daß ich´s kindlich glaub,
    Wenn ich´s nicht seh noch spür,
    Daß du seist alle Tag´
    Und auch noch jetzt bei mir."


    "Das Glaubenslicht ist die Überzeugung, der Eindruck oder das Sehnen, von Gott im Herzen bewirkt, ohne Einmischung der Sinne (Joh. 3,8); ein Licht, das Kinder und Blinde erleuchtet und Sehende blendet. Ich will damit sagen: Solange und insofern wir kindlich und im Innern gesammelt bei diesem Licht bleiben, ihm nachgeben, ihm Raum machen, solange und insofern geht es gut; man fühlt sich behaglich und ruhig. Will man aber kein Kind mehr bleiben, weil man unzufriden ist mit solcher Ruhe und diesem Licht und will zu klug, zu vorsichtig sein, Gewißheit suchen durch eignes Nachdenken und Forschen, so wird man augenblicklich verwirrt, voller Zweifel und unbeständig in allem; denn man wandelt nicht mehr im Glauben, der allein festen Boden und gewisse Überzeugung gibt von dem, das man hofft, und von Dingen, die man nicht sieht (Hebr 11,1).
    Laßt uns also, Vielgeliebte, unschuldige Kindlein des Glaubens werden und Toren in den Augen der Vernunft, und wir werden die Kraft und das Reich Gottes empfangen, das allein für Kinder offensteht. Das einfältige Herz will nur dem Herrn ganz und ungeteilt genügen, und dies ist der sichere Pilgerweg, der uns zum Ewigen Leben führt, wie Euch durch Gottes Belehrungen wohl bekannt sein muß..."


    Ich bin ja selber nicht mehr so recht gläubig (rechtgläubig), finde aber, dass man vieles aus diesen Texten metaphorisch verstehen kann.
    Meine Auswahl aus Tersteegen´s Briefen und Schriften, Liedern und Sprüchen heißt "Wider die Melancholie" (Brockhaus Verlag, Wuppertal)
     
  11. Umar

    Umar Guest

    Ja klingt doch gut... :) und dann der Titel... Melancholie ist mir durchaus ein vertrautes Thema :D
     
  12. sunlight

    sunlight Well-Known Member

    Hallo Umar,

    ich habe gerade gelesen...

    Mir fehlt im Moment die Zeit, ausführlicher zu schreiben.

    Schau doch einmal unter www.standenat.at in den Artikel "Die Kunst sich selbst zu lieben" u.a. :)


    Liebe Grüße sunlight
     
  13. Hildegard S.

    Hildegard S. Guest

    Spiel mir nix vor...

    War eben im Esoterikforum, um das Posting zum Thema "Rollen" zu lesen, von dem an anderer Stelle die Rede ist. Bin dabei auf Deine wunderbaren Gedichte gestoßen und weiß auch, dass Du Deine Kinesiologie-Ausbildung bereits begonnen hast. Und dass Du gern erfahren würdest, wie Du nur so - ich bin für´s klare Wort - missraten konntest wie Du Dich fühlst.


    Umar, ich habe gehört, dass man bei Hochsensiblen eher eine zudeckende denn eine aufdeckende Therapieschiene fahren soll. Zudem war im Esoterikforum davon die Rede, dass im Rahmen Deiner Ausbildung die Psyche noch ausführlich zur Sprache kommen wird.

    Warum willst Du da noch draufsatteln?
    Weil Du nicht so sein darfst wie Du bist?
    Lies bitte meine Postings hier und überleg Dir dann, wie Du antwortest!


    Eine gute Nacht wünscht Dir von Herzen
    die Hildegard
     
  14. Umar

    Umar Guest

    tja, also ich kann ja nicht nur immer den Kopf unten hängen lassen, also probier ich das mit etwas Ironie und einem Grinsen im Gesicht. Das ist mir sonst zu anstrengend und zerrt an meinen Kräften, wenn ich mich immer wieder mich Frage warum, weshalb, wie und wann... immer wieder drüber nachdenke, wo eh nichts weiteres bei rauskommt. Aber ein Lächeln am morgen, vertreibt Kummer und Sorgen ;)(und hier wäre eine wunderbare Bachblüte für mich fällig...)
    Und missraten? sagte doch schon, fühl mich eher "Fehl am Platz" und das gewaltig...:escape:


    Hochsensibel? hm... und was soll ich zudecken? bin froh wenn ich Gefühle aufdecken kann, damit ich merke ich lebe noch. Gut, manchmal ist das etwas viel, aber es wird alles schon werden. Und ja, evtl. können bei den Ablösungen tiefe Emotionen wieder hochkommen, aber muss nicht.
    Und was meinst du mit draufsatteln? Also zur Zeit wachse ich erheblich an meinen "Sorgen" und damit wächst (zwar sehr langsam, aber es entwickelt sich) auch die Liebe zu mir, die Akzeptanz, der zu sein, der ich nunmal bin... egal wie andere mich sehen (wollen). reicht das als eine Antwort?
     
  15. Hildegard S.

    Hildegard S. Guest

    Hallo, Umar!

    Ein zudeckendes Therapieregime ist im Vergleich zu einem aufdeckenden eines, das den Blick nach vorne richtet.

    Ich habe bspw. nie eine Analyse gemacht, weil ich mir sagte, dass dies einen mindestens dreijährigen Leidensdruck mit sich bringt: Man braucht ein halbes Jahr, um den richtigen Therapeuten zu finden, ein weiteres halbes Jahr, bis man drankommt, und dann folgen zwei Jahre Seelen-Strip. :(

    Wenn ich recht informiert bin, wirst Du im Rahmen Deiner Ausbildung eine Art angedeutete Lehranalyse (wie sie jeder angehende Psychoanalytiker durchmachen muss) hinter Dich bringen. Zugleich bemühst Du Dich in Foren um eine Aufarbeitung Deiner Vergangenheit. Dies meinte ich mit Draufsatteln: Gerade vor dem Hintergrund Deiner trübseligen Gegenwart schien mir dies etwas viel auf einmal.


    Ich kann Dich nur bestärken in Deinem Glauben, an Deinen Sorgen zu wachsen, und dass sie dereinst Dein Kapital sein werden! :)

    Ich habe 15, 20 Jahre lang in demselben Schlammassel gesteckt wie Du heute, mit dem Unterschied, dass ich auch in anderer Weise tief gläubig war.
    Die Erkenntnis, die unsere Kinder heute sozusagen mit unserer Milch aufnehmen - dass die Kirchen nicht da sind, wenn man sie braucht, folglich auch die Suchenden nicht dort zu finden sind und jene, die ihnen helfen möchten, ihnen nachgehen müssen - musste ich mir hart erarbeiten.
    Hinzu kommt, dass ich auf dem Land wohn(t)e.

    Außerdem gab es für mich in Deinem Alter noch kein Internet, so dass ich gewonnene Weisheit gleich mit anderen hätte teilen bzw. von ihnen welche hätte erhalten können. Damals hatte man weniger Informationen, aber mehr Ruhe, religiös gesprochen "Innerlichkeit". Wer es schaffte, nicht an der Einsamkeit zu zerbrechen, der ist heute stark.

    (Umgekehrt ist heute natürlich ein Depressiver, der kein Inet hat, ziemlich übel dran; zumal wenn er die Schattenseiten des fehlenden persönlichen Kontaktes (u. a. schnelle Pathologisierung, um sich ja keiner Bagatellisierung schuldig zu machen) nicht überreißt; er mag glauben, das Inet wäre ein Rosengarten.)


    Weißt Du, ich hätte mich beinahe mal an einem Stück "virtueller Couch" beteiligt. Aber als ich hörte - äh: las, dass Langfrist-Begleitung dort nicht üblich ist, loggte ich mich wieder aus - und begann zu ahnen, dass Online-Psychohilfe auch nicht immer das Gelbe vom Ei ist.

    Jedenfalls: Wenn ich heute 20 Jahre zurückschaue, kommt es mir manchmal vor, als hätte Irgendwer damals schon vom Internet gewusst, von der immensen Ratlosigkeit und Borniertheit, der man häufig begegnet, wenn man in thematisch anders gelagerten Foren Lebensfragen äußert, und davon, dass ich jemanden nach mehrjähriger Odyssee aus dem Netz pflücken und erden würde.


    Du rätst anderen, nicht zuletzt um über sie Dich selber kennenzulernen, zu erkennen, "warum man flirtet" usw. Kann es sein, dass Du Dich nach einer Runde Beratung zu schnell wieder nach außen wendest? Ich würde Dir eine zusätzliche Umdrehung offline wünschen, eine weitere Runde ruhigen Nachdenkens (was etwas anderes ist als zwanghaftes Grübeln). Dazu müsste man Dich allerdings befähigen können, mir Dir allein zu sein, damit Du nicht vor Deinem eigenen Zugriff zurückweichst wie jene Häuser.
    Ich weiß momentan noch nicht, wie dies zu bewerkstelligen wäre, aber ich bin mir sicher: Ich krieg´s raus!

    Gruß, Hildegard
     

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