Selbst "wert" oder nicht?

2zeus

Well-Known Member
Vielleicht geht es dem einen oder anderen hier genau so wie mir. Bei der Verteilung der Liebe und Aufmerksam scheine ich in der Kindheit zu wenig abbekommen zu haben. Irgendwie hat darunter mein Selbstwert gelitten.

Als Kleinkind ist man sich seines Wertes noch nicht so bewusst und geht offen auf andere Menschen zu. Erst durch die Umgebung, Familie und Bekannte finden die Menschen zu ihrem Selbstwertgefühl, das oft eingeschränkt ist. Daraus entstehen viele Probleme, die weitreichende Konsquenzen haben auf Beruf, Partnerwahl, Umwelt. Wir versuchen ständig, den mangelnden Selbstwert aufzupolieren mit Dinge, die denkbar ungeeignet sind („…mein Haus, mein Auto….“, Süchte, Komplexe u.s.w.).

Wenn ich mir hier im Forum die vielen Themen und Meldungen umsehe, dann scheinen ganz ganz viele Probleme auf ein mangelndes Selbstwertgefühl zurückzuführen zu sein. Nun sind wir alle schön erwachsen und der Zug mit den Eltern ist abgefahren, das Betriebssystem aufgespielt.

Wie kann man eurer Meinung nach das Selbstwertgefühl positiv und nachhaltig beeinflussen, anheben? Wie geht ihr mit diesem Thema um? Habt ihr ein tolles Buch zu dem Thema gelesen oder von Dritten ein tollen Rat bekommen?

CU Zeus
:schaukel:
 
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Augen

Well-Known Member
wenn ich mich gerade ohne viel Selbstwertgefühl fühle. dann schaue ich mir das an. und fühle, was ich gerade fühle.


wenn ich mich schlecht fühle. gut.
wenn ich mich gut fühle. gut.









Thats all.

mehr ist nicht nötig.
 

Ereschkigal

Well-Known Member
Hallo 2Zeus,

ja ich kenne ein super Buch zu dem Thema des Selbstwertes, ich habe dies gerade mit großen Interesse gelesen.

Nathaniel Branden: Die 6 Säulen des Selbstwertgefühls

Durch dieses Buch wurde mir wieder mal klar, daß wir zwar durch unsere Erziehung ein Packet mitbekommen haben, daß aber auch jede meiner Handlungen mein Selbstwertgefühl stärkt oder schwächt. Deshalb ist es auch heute anders als es gestern war. Wenn ich aber weiß, was meinen Selbstwert schwächt oder stärkt und ich weiß, welche Konsequenzen ein starkes oder schwaches Selbstwertgefühl hat, dann habe ich die Möglichkeit jeden Tag und in jeder Minute etwas für oder gegen mein Selbstwertgefühl zu tun.

Also entscheide ich mich immer wieder sehr bewußt für meinen Selbstwert und unterlasse Dinge, die mein Selbstwertgefühl untergraben. Für manche ist eine kleine Lüge kein Problem. Andere fühlen sich damit schlecht und es schwächt ihr Selbstwertgefühl.

Wenn Du das Buch gelesen hast, weißt Du auf jeden Fall, was Du heute und hier und jetzt tun kannst, um Dein Selbstwertgefühl zu stärken.

Liebe Grüße
Ereschkigal
 
K

Kangiska

Guest
Hallöchen,

Deine letzte Frage deines Messages, kann ich nur mit "einer Mixtur von alledem" beantworten.

Wenn mein Selbstwertgefühlt doch eine Zeitlang ziemlich im Keller lag (Kusine mit besseren Punkten, die auch heute noch mit hocherhobenem Näschem rumläuft, danach Mobbing usw.), so habe ich es an erster Stelle meinen Freunden zu verdanken, dass ich es und mich heute anders sehe.
Und hier ging es nicht um einen Rat, den sie mir gaben, sondern durch das Gefühl, das sie mir entgegenbrachten. Ich wurde akzeptiert, musste mich nicht verstellen um "besser" zu erscheinen, sondern es war ok, so wie ich war!

Erst danach sind mir Michael J. Roads Bücher in die Hände gefallen. Obwohl diese an erster Stelle von seinem Kontakt zur Natur handelten, waren es seine Erfahrungen, welche dieses Verurteilen auf der Seite liessen, die es mir klarmachten, dass man nicht besser und nicht schlechter ist, als die anderen.

Im grossen und ganzen funktioniert die Lehre, die ich daraus zog folgendermassen. Alles ist Eins (auch noch kybalion-angehaucht ;) ). Nichts ist getrennt.

Wer urteilt (oder verurteilt oder vorurteilt), ur-teilt, teilt, also trennt - und zwar an erster Stelle sich selbst vom Ganzen.
In dieser Trennung besteht auch das Angstgefühl, dass - weil man getrennt ist, nicht mehr dazugehört - schlechter ist.

Es war das Bewusstwerden dieses Aspektes, der es mir vor Augen brachte, dass man sich nicht verurteilen kann, und dass das Selbstwertgefühl nur das Gefühl ist, das man Selbst in sich trägt, für den Wert, den man sich Selbst gibt.

Bright blessings


Kangiska
 

DNEB

Well-Known Member
Tag
also, mein selbstwertgefühl ist sehr gestiegen.
Ich habe das geschaft, indem ich
1. sachen gemacht habe, bei denen ich es vorher aus angst vor versagen nicht einmal probiert habe (z.B. kampfsport).
2. Durch das hatte ich weniger angst vor menschen und (auch ohne das ich mich anpasse) und wahr mehr akzeptiert. Was natürlich wieder eine steigerung zur folge hatte.
3. usw.

Naja, es ist beides wie ein kreislauf, wenn man sich selber für nichts hält muß man daraus ausbrechen und wenn man ausgebrochen ist und so weitermacht, geht es auch stetig aufwärts.

Der fehler, den viele machen ist, sich anzupassen, sein eigenes selbst aufzugeben und dadurch angenommener zu sein, da vertraut man ja nicht sich selber sondern den anderen.

Danke fürs lesen

DNEB

PS.:ich weiß das ist schlecht ausgedrückt, aber ich bin grad depressiv.
 

2zeus

Well-Known Member
Teils-teils

Hi Kangiska,

gute Antwort. Im ersten Teil schreibst du, dass das Selbstwertgefühl von außen angehoben worden ist. Da ist dann Hilfe und ZUspruch von außen nötig oder gut. Das hilft nicht so sehr weiter, weil ich mein Selbstwert selbst schlecht beurteilt habe.

Der zweite Teil deines Postings finde ich, ist ein guter Erklärungsansatz und ein gute Eselsbrücke. Urteilen tun wir auch alle selbst über uns, ver-urteilen uns sogar für Dinge, die wir nicht zu verantworten haben.

Danke für die Brücke..

Zeus
:danke:
 

2zeus

Well-Known Member
Anpassung ist tats. keine gute Lösung

Hallo DNEB,

..oh es ist aber nicht "jeder-mann's" Sache, einfach über sein Schatten zu springen. Was ich mir daraus aber mitnehme ist, auf andere öfters zuzugehen, mit ihnen zu reden.

Nicht angewiesen sein um mich Selbst wert zu fühlen ist, wenn ich Zuspruch von außen brauche/will. Das habe ich mein Leben lang gemacht. Angefangen bei meiner Mutter und intensiviert in der Partnerschaft. Auch habe ich bei meinen Partnerinnen oft festgestellt, dass sie sich nur mit Partner an ihrer Seite wertvoll gefühlt haben.

Sich selber annehmen, wie man ist: das scheint auf der einen Seite simpel zu sein, aber auch wieder schwierig, wenn man alleine ist....

CU Zeus
 

fckw

Well-Known Member
Ereschkigal schrieb:
Wenn ich aber weiß, was meinen Selbstwert schwächt oder stärkt und ich weiß, welche Konsequenzen ein starkes oder schwaches Selbstwertgefühl hat, dann habe ich die Möglichkeit jeden Tag und in jeder Minute etwas für oder gegen mein Selbstwertgefühl zu tun.

Also entscheide ich mich immer wieder sehr bewußt für meinen Selbstwert und unterlasse Dinge, die mein Selbstwertgefühl untergraben.
Ja genau! Und dann haste nebst einem (subjektiv allzu) kleinen Selbstwertgefühl noch zusätzlich die ganze Zeit eine unglaubliche Last auf dir, weil du dir einredest, du müsstest anders sein, als du bist, nämlich mehr Selbstwertgefühl haben. Die ganze Zeit musst du darauf achten, ob etwas dein Selbstwertgefühl steigern oder mindern wird. Am Ende definierst du dich mehr über dein Selbstwertgefühl, als dass du dich wirklich wertvoll fühlst.

-> Sich über ein (vermeintlich) existierendes oder nicht existierendes Selbstwertgefühl zu definieren heisst immer: Nicht zu wissen, wer man ist. Es ist auch dies eine Definition über Äusserlichkeiten. Hier für einmal nicht in Form von gutem Aussehen oder Macht oder Geld oder spirituellem Fortgeschrittensein, sondern in Form von Selbstwertgefühl.

Ein Teufelskreis...
 

2zeus

Well-Known Member
Man muss sein Wert auch fühlen können

Hallo fckw,

ich kann dir nicht ganz zustimmen:

fckw schrieb:
-> Sich über ein (vermeintlich) existierendes oder nicht existierendes Selbstwertgefühl zu definieren heisst immer: Nicht zu wissen, wer man ist. Es ist auch dies eine Definition über Äusserlichkeiten.......
QUOTE]

Ich finde das ganz und gar nicht. Vielmehr ist es wichtig, sich selbst als wertvoll und liebevolles Wesen zu achten. Sich über Äusserlichkeiten zu definieren, ist eine ganz andere Sache. Ich denke schon, dass jeder weiß, wer er ist. Vielen es ander nicht bewusst, das man so wertvoll ist wie man ist. Vielleicht hat man es nicht gesagt bekommen. Oder das Kind hat an den Reaktionen seiner Umwelt gelernt: so wie ich bin bin ich nicht ok.

CU Zeus
 

fckw

Well-Known Member
2zeus schrieb:
Vielmehr ist es wichtig, sich selbst als wertvoll und liebevolles Wesen zu achten. Sich über Äusserlichkeiten zu definieren, ist eine ganz andere Sache. Ich denke schon, dass jeder weiß, wer er ist. Vielen es ander nicht bewusst, das man so wertvoll ist wie man ist. Vielleicht hat man es nicht gesagt bekommen. Oder das Kind hat an den Reaktionen seiner Umwelt gelernt: so wie ich bin bin ich nicht ok.
Ja und nein. Auf einer relativen Ebene, d.h. auf der Ebene von ich und du und im Alltag ist das sicher richtig. Auf dieser Ebene gibt ist es sehr wichtig, sich selbst wertzuschätzen, das ist m.E. sogar die Voraussetzung, um überhaupt liebesfähig zu sein.
Bloss: Egal wie sehr du dich oder andere wertschätzt, es wird nie genug sein. Selbst wenn du der Mensch mit der höchsten Selbstwertschätzung auf der ganzen Welt wärst, dann hättest du das Problem, dass du keine Probleme hast wie ein "normaler Mensch". Oder du hättest immer noch Angst vor dem Tod. So funktioniert unser Ego: Es sucht sich dauernd Probleme. Auch die Idee: Ich muss unbedingt mehr Selbstwertschätzung erreichen kann zur Fixierung werden.
Ich denke schon, dass jeder weiß, wer er ist.
Mindestens für mich gilt, dass ich das nicht weiss. Ich habe keinen blassen Schimmer, wer ich bin. Ich kann viele Dinge AN mir wertschätzen, weiss aber trotzdem noch nicht, wer ich bin. Oder bin ich etwa einfach nur die Summe meiner Charaktereigenschaften?
Oder das Kind hat an den Reaktionen seiner Umwelt gelernt: so wie ich bin bin ich nicht ok.
Ich bezweifle nicht, dass leider viele Kinder in einer derartigen Umwelt aufwachsen müssen. Aber: So lange du an der Idee festhältst, dass du zuwenig Selbstwertschätzung hast, so lange hältst du ja auch an der Idee fest, dass du immer noch ebenfalls unter den Einflüssen der Umwelt aus dem Kindesalter leidest. Mit andern Worten: Du bist noch immer nicht ein freier Erwachsener, gerade weil du das glaubst.
Und dieses Problem ist auf dieser Ebene nun mal nicht lösbar.
 

DNEB

Well-Known Member
hallo 2zeus

Hab ja nicht gesagt, das es einfach geht, oder doch, wenn man weiß wie es geht ist es einfach. Das problem ist, es dann auch aufrechtzuerhalten usw..

Danke fürs lesen

DNEB
 

2zeus

Well-Known Member
schwierig zu verstehen

Hallo fckw,

ups, das ist schwer zu stehen. Es geht doch erst mal nicht darum, das man zu viel Selbstwertgefühl hat. Da sind wir usn doch schon mal einig. Ich verstehe deine Argumentation besonders gegen Ende nicht.

Fakt ist, ich habe eine zu geringe Selbstwertschätzung. Das lässt sich nicht wegargumentieren. Weil ich davon überzeugt bin, halte ich daran fest. Könnte sein, dass ich noch kein richtiger Erwachsener bin. Es kann aber auch sein, dass ich einer bin. Ändert nichts an der Tatsache, dass ich an der Selbstwertschätzung nachhaltig etwas ändern möchte. Wenn ich glaube, mein Auto im gefährlichen Starßenverkehr nicht bewegen zu können, dann bin ich halt kein ausreichend guter Fahrer udn kann das Problem auf dieser Ebene nicht lösen?

Was ich mir hier eigentlich ist eine Diskussion, wie man diesen Mangel als Erwachsener begegnen kann - ganz parkmatisch.

Vorschlag, der mir super geholfen hat: Wenn ich ständnigt negative Gedanken über mich und meine Fähigkeiten habe, kann ich doch jedes mal zu mir im Inneren sagen: "Ich achte dich und liebe dich"! Statt die negativen Gedanken zuzulassen, durchbreche ich das Treiben mit etwas positivem, was auch zutrifft. Das ist legitim, denn den Raum den sonst die schlechten Nachrichtejn haben, können genau so gute Nachrichten einnehmen.

Einverstanden?

CU Zeus
 

Augen

Well-Known Member
2zeus schrieb:
Hallo fckw,

ich kann dir nicht ganz zustimmen:
es wird Dir nichts anderes übrig bleiben, als zuzustimmen
irgendwann


Könnte sein, dass ich noch kein richtiger Erwachsener bin.
geht mir genauso



Statt die negativen Gedanken zuzulassen...
guter Rat: LASS SIE ZU.

(sie schleichen sich sowieso um 7 Ecken von hinten wieder rein; wenn Du sie vorne wegdrängst.)
 

2zeus

Well-Known Member
Zulassen

Ja, das Zulassen, akzeptieren und annehmen der schlechten Gefühle ist wichtig. Sie dürfen meiner Meinung nach aber nicht Überhand nehmen. Wenn meine Gedanken nur noch negativ sind, dann bin ich auch für andere negativ.

Ich denke, dass das Annehmen auch so eine Art der Verantwortungsübernahme ist. Ich selbst von auch für die Erlebnisse in meiner Kindheit mit verantwortlich. Es wäre zu billig zu meinem, dass immer nur meine Eltern für meine "Miserie" verantwortlich seien. Nein, ich übernehme die Verantwortung selbst.

Überdies möchte ich nicht mehr in der Vergangenheit leben, sondern im Jetzt. Denn nur im Jetzt kann ich meine Gedanken steuern für die Zukunft. Meine Lösung heisst also: Übernahme der Verantwortung, ja sagen zu mir selbst und leben im Jetzt.

Dann flüchtige ich nicht, lassen die negativen Ereignisse hinter mir und kann mein Selbstwertgefühl wieder stärken.

Andere Ideen?

CU Zeus
 
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Octava

Well-Known Member
Ich habe das Buch 'Öffnung für ein befreites Leben' von Vatika B. Jacob/ Gerd B. Ziegler zwar noch nicht ganz durchgelesen, aber ich möchte gern dazu etwas sagen (...zum Lesen, ich lese manchmal drei bis fünf Bücher auf einmal und die Intervalle des jeweiligen Lesens richte ich mir immer so ein, wie ich meine, dass ich bereit bin, das nächste Kapitel zu lesen...zwar eigenartige Lesetechnik, ich weiss, aber so habe ich das Gefühl, dass das Wissen dieser Bücher - gezielt auf Sach- und Ratgeberbücher, Stück für Stück in mich aufgenommen und gelebt werden können, wenn es denn wichtig für mich erscheint...):

Eines dieser wichtigen Kapitel in diesem Buch war und ist im Zusammenhang mit dem Selbstwertgefühl, die eigene Beziehung zum inneren Kind, welches wir lernen sollten wieder drauf zu hören. Denn ganz tief in unserer Erinnerung schlummert ein Kind, was bei vielen Dingen nicht gehört wird und möchte aber doch so gern gehört werden. Indem man auf dieses Kind zugeht und zuhört, kann man schon eine Menge über seinen Erwachsenenstatus lernen und verstehen, warum wir in verschiedenen Situationen so verschieden reagieren. Die Antworten auf solche Fragen liegen also näher als wir glauben.

Fragt doch einfach mal Euer inneres Kind, was 'damals' passiert ist...was hat es empfunden? Welche Schwierigkeiten hatte es damit? Warum konnte es sich nicht bemerkbar machen?

Wir als Kinder haben im Gegensatz zu der Annahme von Eltern eigentlich sehr viel 'mitbekommen' und 'gewusst' über die Welt, in der die Erwachsenen leben. Jedenfalls konnte kein Erwachsener mir früher irgendetwas vormachen...vonwegen, alles ist gut und nichts an Problemen vorhanden :rolleyes: ...mein inneres Kind hat alles mitbekommen ;)

LG, Octava :)
 
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