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Unglücklich in Kollegin verliebt (lesbisch) - Hilfe!

Dieses Thema im Forum "Unglücklich verliebt" wurde erstellt von Just Me, 20 Mai 2011.

  1. Just Me

    Just Me Member

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    Wo soll ich anfangen? Zuerst einmal zu meiner Person. Ich bin weiblich, 23 Jahre alt und arbeite im Büro. Die Stelle habe ich vor knapp drei Jahren angetreten und fast genauso lange besteht auch mein Problem schon. Ich bin homosexuell, was aber keiner meiner Kollegen weiß, da ich bei einem kirchlichen Arbeitgeber tätig bin. Diese Situation an sich ist oft schon blöd genug, weil ich immer unheimlich aufpassen muss, was ich sage, wenn ich mich mal privat mit Kollegen unterhalte. Und ich kann mich eben nicht immer solchen Gesprächen entziehen, da ich mich mit den Kollegen gut verstehe und mich nicht abgrenzen will.

    Jetzt zum eigentlichen Problem: eigentlich der Klassiker – ich bin ganz furchtbar in eine Arbeitskollegin verliebt. Anfangs dachte ich, das würde sich schon wieder legen, damit lag ich leider falsch. Sie arbeitet in einer anderen Abteilung als ich, aber da wir beide Raucherinnen sind, haben wir uns zu Beginn meiner Tätigkeit täglich morgens in der Raucherecke gesehen und sind so ins Gespräch gekommen. Irgendwann haben wir dann angefangen, uns E-Mails zu schreiben, aber meist nur so belangloses Zeug: „Kennst du dich mit dem-und-dem Thema aus?“ etc. Irgendwann hab ich gemerkt, dass ich mich furchtbar in sie verknallt hatte, aber ich dachte, wie gesagt, das würde vorübergehen. Dann gab es eine Zeit, in der wir zusammenarbeiten mussten und so natürlich noch mehr Kontakt hatten. Da fiel es mir schon sehr schwer, mich zusammenzureißen, also mir nichts anmerken zu lassen. In irgendeiner Mittagspause erzählte sie mir dann ganz nebenbei von ihrem Freund. Ganz toll – das wollte ich echt nicht hören. Aber es war eigentlich ganz gut, denn so gelang es mir, mich einigermaßen damit abzufinden, dass da nie was laufen wird. So weit, so gut.

    Einige Zeit später erkrankte besagte Kollegin ernstlich und war ewig in der Kur. Ich wusste nicht, was ihr fehlte und weiß es bis heute nicht. In dieser Zeit machte ich mir wirklich furchtbare Sorgen um sie und merkte dann auch irgendwann, dass ich die ganze Sache eben doch nicht überwunden, sondern nur verdrängt hatte. Keine Überraschung, schon klar. Als sie dann nach Monaten wieder zur Arbeit kam, war mir nur nach heulen zumute. Das mag vielleicht komisch klingen, aber so fühlte ich mich eben, obwohl ich mich natürlich freute, zu sehen, dass es ihr gut ging. Als sie dann also wieder da war, hatten wir erstmal nur schleppend Kontakt. Dann begegneten wir uns wieder häufiger, weil ich bei einem Projekt ihre Unterstützung brauchte. Und so fing dann auch das E-Mail-Schreiben wieder an. Erst eben beruflich und dann immer mehr privat. Ich sollte noch anmerken, dass ich von der Geschäfts-E-Mail spreche, ich habe weder eine private E-Mail-Adresse noch eine Telefonnummer von ihr.

    Und es wird noch blöder: Vor kurzem hat sie mich gefragt, ob wir mal was unternehmen wollen. Das klingt zwar völlig unspektakulär, für mich ist es aber echt ein riesiger innerer Konflikt. Ja, ich will mit ihr Zeit verbringen, aber ich fürchte, dass ich mich dadurch nur immer noch weiter in diese Geschichte verrenne. Bisher habe ich das alles relativ emotionslos erzählt, zum einen, weil es so einfacher ist, zum anderen, weil man das ja schon tausend mal gehört hat. Dieses ganze Blabla von wegen Schmetterlinge im Bauch und nicht schlafen, essen, oder sich konzentrieren können erspare ich euch gerne.

    Ich fühle mich jetzt schon sehr lange schlecht wegen dieser Sache. Alles was am Verliebtsein anfänglich ganz angenehm ist, verkehrt sich irgendwann ins Gegenteil, auch das ist keine Neuigkeit. Ich werde nun in wenigen Monaten eine Stelle in einem anderen Unternehmen annehmen, allerdings aus beruflichen Gründen. Dann werde ich sie nicht mehr sehen und hoffe natürlich, darüber hinwegzukommen. Es ist einfach so, dass nichts lief, nichts läuft und nichts laufen wird, in welcher Hinsicht auch immer. Mir fällt sichtlich schwer, klar zu formulieren, was eigentlich mein Problem ist, das tut mir leid! Der Punkt ist wohl der, dass sie einfach in meinem Kopf ist, und da nicht mehr raus geht. Ich denke von morgens bis abends an sie und kann einfach nicht damit aufhören. Ich lebe oft schon fast in einer Fantasiewelt, in der wir zusammen sind und glücklich und auch sonst alle Hollywood-Schnulzen-Klischees erfüllen. Und aus dieser Parallelwelt muss ich irgendwie wieder heraus. Ich weiß nur nicht wie. Das geht jetzt einfach schon seit Jahren so und ich bin völlig rat- und hilflos. Blöderweise wissen auch meine Freunde nichts von der Geschichte, ich weiß ehrlich gesagt nicht, warum ich ihnen nichts davon erzählt habe. Vielleicht, weil ich mich einfach so erbärmlich fühle. Ich hab es einmal, vor etwa anderthalb Jahren, gegenüber einer Freundin kurz erwähnt, es aber dann sehr schnell wieder runtergespielt und nie wieder erwähnt. Also schweige ich seit Jahren und verzweifle immer mehr daran.

    Es ihr zu sagen kommt nicht infrage, wegen des kirchlichen Arbeitgebers. Das könnte mir ziemlich schaden oder zumindest in den letzten Monaten meine Arbeit ziemlich beschwerlich machen. Wahrscheinlich sind das aber alles Ausreden, weil ich einfach Angst habe. Fakt ist, dass es auch nichts bringen würde, es ihr zu sagen. Also lasse ich das. Die Frage ist jetzt: Soll ich auf ihren Vorschlag eingehen und was mir ihr unternehmen, oder besser nicht? Eigentlich will ich es unbedingt, halte es aber auch für eine blöde Idee. Ich weiß es einfach nicht. Allmählich fürchte ich, denn Verstand zu verlieren, weshalb ich das hier wohl schreibe.

    Wenn mir jemand einen irgendwie hilfreichen Tipp oder Hinweis geben kann, wäre ich sehr dankbar. Bitte entschuldigt, dass der ganze Text so chaotisch aufgebaut ist und dass ich nicht in der Lage bin, mein Problem zu konkretisieren. Wenn Fragen bestehen, beantworte ich sie gerne, ich hab sicherlich die Hälfte vergessen.
     
  2. Reinfriede

    Reinfriede Well-Known Member

    Liebe Just Me!

    Ich würde ehrlichgesagt davon Abstand nehmen, mit ihr etwas zu unternehmen oder den Kontakt noch weiter zu intensivieren. Es tut Dir nicht gut und das weisst Du.

    Die unerfüllten Lieben haben den Vorteil, dass man sein Leben lang glauben kann, sie wären wohl die größten gewesen....

    Du weisst, dass sie einen Freund hat und von ihrer Seite her kaum etwas zu erwarten ist. Und Du gibst ihr trotzdem Raum, soviel Raum, dass Du für andere blind bleibst. Und das ist dann schade, finde ich.

    Mehr fällt mir dazu leider nicht ein, ich hoffe, es kränkt Dich nicht. Da ich hetero bin, kann ich mich auch nicht besonders gut reinfühlen - ich vergleiche die Situation jetzt nur mal mit einer ähnlichen, in der ein Mann vorkäme, da würde ich dann so entscheiden. Schauen, was tut mir im Endeffekt gut und was nicht. Du bist das Wichtigste in Deinem Leben.

    Liebe Grüße
    Reinfriede
     
    *SALU* gefällt das.
  3. *SALU*

    *SALU* Well-Known Member

    hallo just me!

    ich kann mich reinfriede nur anschliessen. von einem privaten treffen würde ich abraten.
    es würde dir, glaube ich, nicht gut tun.

    du wirst sicher besser damit umgehen können, wenn du den arbeitsplatzwechsel hinter dich gebracht hast und sie nicht mehr siehst.
    ich hatte auch eine unerfüllte liebe, zwar im hetero bereich, aber ich bin mir sicher, es sind die gleichen gefühle.
    mein gott, ich habe mir oft gedacht ich werde wahnsinnig vor sehnsucht.
    bei mir hat es dann auch die räumliche trennung besser gemacht (hat aber ehrlich gesagt schon etwas gedauert).

    reinfriede hat recht, öffne deine augen für andere - versuch es - du wirst sehen - es wird dir besser gehen.

    ich wünsche dir das beste
    salu
     
  4. Just Me

    Just Me Member

    Hallo Reinfriede! Hallo Salu!

    Danke erstmal für eure prompten Antworten! Ihr beide bestätigt mein intuitives Gefühl, dass ich das mit dem privaten Treffen eher lassen sollte. Das Problem ist, dass ich nicht weiß, wie ich das anstellen soll. Da ich mich in den vergangenen Jahren nunmal intensiv um diese Kollegin bemüht habe, würde ich sie wohl sehr vor den Kopf stoßen, wenn ich ihr jetzt sage, dass ich privat keinen Umgang mit ihr wünsche. Das mag sich nicht besonders tragisch anhören, aber wir verstehen uns nunmal sehr gut, auf einer freundschaftlichen Ebene. Ich weiß beim besten Willen nicht, wie ich ihr verklickern soll, dass ich keinen näheren Kontakt will.

    Das Gemeine an der Situation ist der völlig absurde und unrealistische Gedanke, dass ja doch noch irgendwie etwas daraus werden könnte. Mir ist dank meines gesunden Menschenverstands schon klar, dass das Humbug ist, aber ich bin momentan einfach nicht in der Lage, den Gedanken loszuwerden. Das ist wohl das wesentliche Problem - ich kann einfach nicht aufhören, mich in Hirngespinste zu verlieren, obwohl ich natürlich alle Fakten kenne, dass sie hetero ist usw. (Obwohl sie das nie bestätigt hat, sie ist zwischenzeitlich von ihrem Freund getrennt und könnte ja theoretisch auch bisexuell sein... Nur um meine willkürlichen Gedanken zu veranschaulichen!)

    Wenn sie mich nun fragt, wann wir jetzt einmal etwas unternehmen könnten, wozu ich praktisch schon zugesagt habe, was sage ich dann?! Ich sagte blöderweise etwas wie: "Ja klar, ich hab immer Zeit, ich richte mich ganz nach dir." Das hätte ich nicht sagen sollen, schon klar, aber es war eben ein Impuls, dem ich folgte. Sie ist ein wirklich toller Mensch, mal völlig abgesehen davon, dass ich in sie verliebt bin, und hat es nicht verdient, dass ich sie unfair behandle. Seit wir uns kennen konnte ich ihr immer alles erzählen, was mir auf der Seele lag, außer der Sache mit ihr natürlich. Einmal hat sie mich auch nach Hause gefahren, weil ich so viele Unterlagen etc. mitzunehmen hatte und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln da war. Das ist banal, das ist mir klar, aber mir hat es einfach (zu) viel bedeutet.

    Im Klartext: Rational ist mir bewusst, dass ich mich von ihr fernhalten und den Kontakt ein für alle mal beenden sollte, aber emotional bin ich dazu absolut nicht in der Lage. Ich will endlich wieder in meinem wahren Leben leben und nicht in einer Traumwelt, aber ich weiß nicht, wie ich den Absprung schaffen soll. Wie schon erwähnt, ist das eine Sache, die schon seit Jahren andauert. Das kann ich nicht einfach so vergessen, so gern ich es würde...

    Was kann ich denn tun, um diese Geschichte zu überwinden? Auch wenn ich den Arbeitsplatz wechsle, wie werde ich die Gedanken los?!?
     
  5. Capricorn

    Capricorn Member

    Guten Morgen Just Me.
    Ich bin zwar überhaupt nicht homosexuell veranlagt, aber...
    ...da ich gerade in einer ähnlich blöden Situation stecke, mein Problem nicht mal ansatzweise gelöst
    ist und ich vorübergehend kapituliert habe, kann ich ganz gut nachvollziehen, wie es dir geht.

    Ich sehe die Sache allerdings ein wenig anders als meine beiden Vorrednerinnen.
    Was spricht denn gegen das private Treffen mit deiner Kollegin ?
    Aus meiner Sicht nichts - im Gegenteil. Immerhin schlägst du dich schon seit drei Jahren mit dem
    Problem herum. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich dann noch von selbst in Luft auflöst, ohne dass
    du aktiv wirst, ist reichlich gering. Ein Treffen mit deiner Kollegin kann die Situation auch nicht
    schlimmer machen! Du musst ihr ja nicht unbedingt deine Liebe beichten; immerhin schaffst du es
    schon seit drei Jahren, mit ihr zu arbeiten, ohne dich zu outen.
    Außerdem hast du ihr das Treffen doch quasi schon zugesagt.

    Ich würde das Treffen vielleicht als "Test" ansehen, wie und ob du in der Lage bist, mit deinen
    Gefühlen umzugehen. Falls du danach der Meinung bist, aus Gründen der Vernunft mit der Sache
    abschliessen zu müssen, kannst du das ja immer noch tun. Der Wechsel deiner Arbeitsstelle und die
    Tatsache, dass du sie dann nicht mehr siehst, werden dir dabei helfen.

    LG
    Capricorn
     
  6. B Seite

    B Seite Member

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    Salut an JustMe und die anderen.

    Vorweg möchte ich sagen, dass mir gefallen hat, wie du schreibst und beschreibst. Hat mich motiviert, gleich meinen Senf dazu zugeben (und dann das Hesse-Zitat ... ok, nee, das hab ich jetzt erst gesehen ... ist aber ein weiterer Punkt auf der pro-antworten-Seite). Ich behaupte einfach mal kühn, dass ich mich in deine Lage hineindenken kann. Das ewige Hoffen kann ziemlich an einem zehren und der rationale Teil in einem sagt dann auch noch: Nein, nein. Eigentlich alles Indizien, um möglichst weit Abstand von der Kollegin zu nehmen. Aber da ist eben dieses Gefühl, was einen einfach so unendlich macht.

    Einen Rat zu erteilen, ist keine schwere Sache. Schwer ists eher nen guten Rat zu geben. Und ich würde mich den anderen anschließen und auch sagen, dass du dich ums Treffen drum herum mogeln solltest. Mein Vorschlag wäre, wenn sie das nächste mal fragt, direkt sagen, dass du diese Woche (falls sie Anfang der Woche fragt) bzw. die kommende Woche (falls sie Ende der Woche fragt) komplett ausgebucht bist (Notlügen immer erlaubt - bist ja auch ausgebucht, gefühlstechnisch). Wenn sie dann fragt, was die Woche drauf ist, sagst du einfach, dass ihr da nochmal später drüber sprechen müsst - du kannst nicht so weit voraus planen. So, und wenn sie tatsächlich die Woche drauf nochmal fragt, dann gibts noch einen Weg, um das alles leichter zu gestalten: Du musst dir noch jemanden ins Boot holen. Wenn ihr noch eine andere Kollegin in der Hinterhand haben solltet, dann sag zu deiner Angebeteten, dass du Susi halt gern noch fragen würdest (zumal man sich dann ja auch noch nach dem Terminkalender von Susi richten müsste und die Chance damit steigt, dass das Treffen aus termintechnischen Gründen zum Erliegen kommt) oder eine andere enge Freundin von dir (die das aber wissen sollte), mit der du dich ja ach solange nicht getroffen hast und du sie nicht schon wieder versetzen kannst.

    Das wären meine unqualifizierten Ratschläge. Irgendwie hinauszögern, bis es vergessen wird bzw. du deine Arbeitsstelle wechselst. Das ist bestimmt alles nicht sehr leicht. Das Herz sagt ja was anderes. Aber manche Dinge lassen sich nicht erzwingen. Und wenn das Schicksal es wollen würde, würde es auch seinen Weg finden. Aber den musst du ja nicht betonieren und ausschildern. Da soll das Schicksal mal brav den Trampelpfad gehen, wenn es tatsächlich so sein soll.

    In dem Sinne. Durchhalten.
     
    Just Me und ELLA gefällt das.
  7. vittella

    vittella Guest

    ja, das kann ich nur zu gut nachvollziehen.
    Bist Du denn verstandesmässig bereit eine Entscheidung zu treffen die vernünftig wäre und die Emotionen zwar kennen, aber ihnen kein Recht geben Dich zu dirigieren.?

    ja, das solltest Du tun, aber der Weg zu Deinem wahren Leben ist Ehrlichkeit und authetizität, was bedeuten würde, dass Du der Kollegin erzählst, dass Du eher lesbisch gestrickt bist, denn da Du anscheinend erst seit 3 Jahren glaubst lesbisch zu sein, kann das noch ändern und ist vielleicht nur eine Suche nach Dir selber, die äussern sich öftermal so..
    indem Du nichts mehr im Dunkeln versteckst, alles was man/frau verstecken möchte drängt sich immer wieder auf und steigt hoch, es ist die Gelegenheit immer wieder eine Chance zur Ehrlichkeit mit sich und den anderen... und nur so kannst Du Dein wahres Dich finden und dann brauchst Du nichts zu überwinden, Du bist Du und stehst dazu.
     
  8. Just Me

    Just Me Member

    Hallo Capricorn!

    Ich danke dir für deine Antwort!

    Ja, da kann ich dir nur zustimmen. Dass ich das Ganze einfach so vergesse, halte ich für ziemlich unwahrscheinlich!

    Das ist ein interessanter Ansatz, so hab ich das noch gar nicht betrachtet! Allerdings weiß nicht, ob es auch funktioniert, da ich mich einigermaßen gut kenne und fürchte, mich dann noch mehr in die Sache hereinzusteigern. Denn außerhalb des Arbeitsumfelds hat man ja generell einen ungezwungeneren Umgang miteinander. Ich fürchte nicht, bei einem Treffen in Tränen auszubrechen oder mich sonst in irgendeiner Art und Weise komisch aufzuführen, viel eher habe ich Angst davor, wie es mir wohl danach gehen mag, wenn ich wieder daheim bin. Vermutlich würde ich ziemlich durch den Wind sein...
     
  9. Just Me

    Just Me Member

    Hallo B Seite!

    Du hast mir ja einen perfekten Plan geliefert - vielen Dank dafür! Ich hab mir schon eine Weile den Kopf zerbrochen und kam nicht ansatzweise auf eine so brillante Lösung! Besonders die Idee mit dem Hinzuziehen einer weiteren Kollegin finde ich sehr gut. Auch, wenn das Treffen dann stattfinden würde, wäre das vielleicht eine andere bzw. für mich angenehmere Situation! Momentan weiß ich eben wirklich nicht, ob ich das Treffen jetzt tatsächlich ablehnen soll, oder ob ich mich darauf einlasse. Es ist einfach ein gedankliches Ping-Pong-Spiel zwischen "Ich sollte es bleiben lassen!" und "Ich würde aber so gerne!"...

    Vielen Dank auch für diese Aussage! Du hast so recht!
     
  10. Just Me

    Just Me Member

    Hallo Vittella!

    Ich halte es für keine so gute Idee, ihr davon zu erzählen. Ich arbeite ja für einen kirchlichen Arbeitgeber und da ist das Thema eher mit Vorsicht zu behandeln. Nicht, dass ich befürchten würde, dass sie es herum erzählt, aber man kann ja nie wissen... Und in meinen letzten Monaten an diesem Arbeitsplatz möchte ich deshalb auch keine Schwierigkeiten mehr bekommen.

    Es ist allerdings nicht so, dass ich erst seit 3 Jahren glaube, lesbisch zu sein, sonden ich bin definitiv lesbisch. Ich habe mich schon immer nur in Frauen verliebt und hatte auch nur Beziehungen mit Frauen. Das habe ich im meinem ersten Beitrag vielleicht falsch rübergebracht.
     
  11. Silence

    Silence Well-Known Member

    Liebe Just me,

    da ich auch bei einem kirchlischen Träger arbeite und weiß , wie sehr rasant solche Informationen dahin durchdringen können, wo sie besser nicht hin sollten, würde ich Dir auch davon abraten, ihr davon zu erzählen, daß Du lesbisch bist.

    Meinen Job habe ich auch eher über Umwege bekommen, über die Ehrenamtsarbeit , das ist so fließend in einen Arbeitsvertrag übergegangen, daß es denen sehr wahrscheinlich nicht aufgefallen ist, daß ich nicht verheiratet bin und ein Kind habe . Und wenn doch, dann haben sie nichts mehr gemacht, weil ich genug Menschen hinter mir stehen hatte, die wollten, daß ich den Job machen, den ich nun mache

    Doch wenn Du nun den Arbeitsplatz wechselst und Dein Arbeitszeugnis in der Tasche hast, würde doch nichts dagegen sprechen, daß Du Dich outest und dazu stehst.
    Es sei denn, daß der nächste Job auch einen katholischen Träger hat ?!
    Ich stelle es mir auf jeden Fall sehr qualvoll vor, seine Gefühle, die man für einen Menschen hat, auszuleben !

    Ob nun in homo oder heterosexueller Richtung , Liebeskummer ist tatsächlich eine Ausnahmezustand, in der die Uhren anders und trauriger ticken !

    Ich wünsche Dir viel Glück , daß Du damit klar kommst.

    Viele liebe Grüße,

    Silence
     
  12. Just Me

    Just Me Member

    Hallo Silence!

    Schön, dass es hier jemanden gibt, der versteht, dass die Situation bei einem kirchlichen Arbeitgeber besonders verzwickt ist.

    Nein, ich werde künftig auf dem so genannten freien Markt beschäftigt sein, was Vor- und Nachteile mit sich bringen mag. Das Outing an sich ist eigentlich weniger mein Problem, mit etwa 16 Jahren war ich schon einmal komplett geoutet, es war also in meinem privaten und schulischen Umfeld bekannt, dass ich lesbisch bin, womit ich auch ziemlich positive Erfahrungen gemacht habe. Allerdings läuft der Hase in der Arbeitswelt ein wenig anders, weshalb ich schon während meiner Ausbildungszeit nicht mehr darüber gesprochen habe und seit meiner Beschäftigung bei dem kirchlichen Arbeitgeber schon gar nicht. Leider haben viele Menschen immer noch eine sehr schlechte Meinung von Homosexuellen, weshalb ich denke, dass ich es auch bei meinem künftigen Arbeitgeber besser für mich behalten sollte. Der Vorteil ist allerdings der, dass ich, falls es doch herauskommen sollte, in einem nicht-kirchlichen Betrieb höchstens die Ablehnung einzelner Kollegen fürchten muss und nicht die mehr oder weniger höfliche Aufforderung der Geschäftsführung, meine Kündigung einzureichen.
     
  13. Silence

    Silence Well-Known Member

    Guten Morgen, Just Me....

    Erst seit diese Mißbrauchsfälle in der katholischen Kirche an s Licht gekommen sind, und die Kirche im Mittelpunkt der Medien stehen, ist es ja so, daß man bezüglich seiner Liebes und Lebenseinstellung so im Kreuzverhör steht.
    Obwohl ich denke, daß es diese Fälle immer gegeben hat , zum Glück trauen sich nun die Menschen darüber zu reden und gegen damit an die Öffentlichkeit.

    Ich war im Glauben, daß es in anderen Institutionen, privaten oder städtischen Trägern, anders aussieht .

    Die Leute sind doch ach so offen und " tolerant " geworden ??? :confused:

    Das bringt mich echt auf die Palme, es gibt spezielle Seiten für sämtliche sexuelle Orientierungen und Vorlieben im Internet und ein einzelner Mensch muß nun Panik haben ausgegrenzt zu werden , weil er sich zu seiner Homosexualität bekennt ?

    Das schreit förmlich nach einer Revolition.

    Auf jeden Fall drücke ich Dir die Daumen, daß Du in Deinem neuen Job NICHT ausgegrenzt wirst !

    Viele Glück und alles Gute,

    Silence
     
    *SALU* und Walter gefällt das.
  14. B Seite

    B Seite Member

    Hallo JustMe,

    und für welche Variante hast du dich schlussendlich entschieden? "Bleiben lassen" oder "ich würde aber so gerne"? Du musst wissen hier gibts unzählige neugieriger Menschen die die Gunst des anonymen Netzes gern für sich nutzen und so ihren Voyeurismus stillen. Kleiner Scherz ... es sind nicht unzählige, es sind alle.

    Nein, aber mal zum Ernst der Lage zurück. Hat sich schon etwas in dieser Woche ergeben, was dich in irgendeiner Art und Weise voranbringt? Manchmal sind es vielleicht keine super Aussichten, aber selbst die bringen einen irgendwie doch einen Schritt weiter. Oha, und dann steht man nämlich an der besagten Kreuzung, bei der es zu entscheiden gilt: Betonierte Straße oder Trampelpfad. Aber nun Schluss mit dem Gesülze. Ich hoff, alles ist soweit in Ordnung und wenn du magst, berichte doch, wie es dir ergeht.
     
    Silence gefällt das.
  15. Just Me

    Just Me Member

    Hallo B Seite!

    Danke der Nachfrage! Ich bin die ganze Woche bei einer externen Schulung und erst kommenden Montag wieder im Geschäft. Es gibt also keine Neuigkeiten, aber sobald sich irgendetwas tut (oder auch nicht), werde ich davon berichten. Mich wirklich entschieden habe ich immer noch nicht... Allerdings behalte ich zur Sicherheit deinen Plan im Kopf und hoffe, dass es mir auch gelingt, mich an ihn zu halten!
     

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