Wie helfe ich meiner Tochter?

Heide

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29 Juni 2004
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Hallo,
wenn es um Mutter-Tochter-Beziehungen geht, habe ich immer nur die Sichtweise der Töchter hier gelesen.
Ich bitte Euch nun um Rat, wie ich als Mutter meiner Tochter helfen kann, sich von mir "abzunabeln".
Vorweg zum besseren Verständnis.
Wir sind eine ganz normale Familie mit Vater (58), Mutter (56), Sohn (29) und Tochter (22).
Wir haben unsere Kinder respekt- und liebevoll erzogen und haben auch heute noch ein gutes Verhältnis zu beiden, obwohl keins mehr zu Hause lebt.
Die Abnabelung unseres Sohn verlief problemlos, er lebt in einer guten Beziehung und kommt gern uns besuchen.
Die Beziehung zu meiner Tochter ist aber irgendwie anders. Z.B. kommt es mir vor, dass ich "fühle" (aus der Ferne), wenn es ihr nicht gut geht. Ich hatte sogar einmal einen Alptraum, der mir ein Unglück meiner Tochter vormachte an dem Tag, als sie eine große Enttäuschung beziehungsmäßig erlebte (wovon sie sich noch nicht erholt hat).
An anderen Tagen bin ich dermaßen unruhig und den Tränen nahe und stelle im Nachinein fest, dass es ihr an besagten Tagen auch sehr schlecht ging. Ich kanns nicht erklären wieso.
Zur Zeit ist sie psychisch sehr angeschlagen (Studium abgebrochen) und in einer Therapie.
Von diesem Therapeuten wurde ihr gesagt, dass sie noch nicht richtig "erwachsen" sei und daran arbeiten solle, sich von mir "frei" zu machen.
Ich gebe zu, dass ich sie vielleicht zu sehr "begluckt" habe....schon in der Kindheit. Aber ich habe nie ehrgeizige Pläne mit ihr gehabt, obwohl sie eine ausgezeichnete Schülerin war. Wir wollten unsere Kinder lediglich zu glücklichen Menschen erzielen, nicht zu Karrieristen. Sie sollten alle Wege offen haben, den richtigen aber selbst aussuchen.
Ich merke schon, so richtig finde ich im Moment aufgrund meiner "Aufgewühltheit" nicht die passenden Sätze.
Einen Fehler habe ich inzwischen erkannt....ich versuche immer noch, meiner Tochter Ratschläge zu erteilen, natürlich gut gemeint aber sicher von ihr nicht verlangt. Es sind von mir doch eigentlich nur Entscheidungsvorschläge, sie kann ja tun und lassen was sie will.
Jedenfalls hatten wir vor kurzem ein sehr heftiges Gespräch (besser Monolog von ihr) in dem sie mir kundtat, dass sie eben nicht dieser "Sonnenschein" der sie als Kind war, sei....dass sie immer nur dachte, sie müsse lieb sein, sonst würde sie nicht mehr geliebt (so ein Quatsch) aber jetzt wolle sie mir zeigen, dass sie eben auch anders sein kann....und WILL....und dass sie in Zukunft macht was sie will und wenn es in meinen Augen Absurdum sei.....es ginge mich nichts mehr an und es würde sie auch ankotzen, wenn ich telefonisch nachfrage, wie es ihr geht....... und das alles solle gefälligst an mir vorbei gehen, ich solle deshalb nicht traurig sein, sondern mein Leben fröhlich weiterleben, ohne mir über sie Gedanken zu machen. Danach hat sie mich gefragt, ob ich sie nun trotz des Ausbruches noch lieb haben könnte.
Na klar, hab ich gesagt und sie hätte meine Liebe auch nie verloren, wenn sie mir z.B. in der Pubertät einmal solche Szenen gemacht hätte. Ich hab sie aufgefordert, in Zukunft ehrlich zu sein und wenn sie Wut auf mich hat, dann soll sie sie rauslassen, meine Zuneigung wird sie nicht verlieren. Wir haben beschlossen, vorerst nicht mehr zu telefonieren und ich halte mich daran.
Aber ich sitze nun trotzdem ziemlich hilflos da. Meine Sorgen kann ich ja nicht einfach ausklinken. Was mache ich um Himmelswillen falsch, wie soll ich mich denn nun verhalten? Ich muss dann wohl zusehen, wie sie sich irgendwie verrennt? Wie soll ich das aushalten? Wer kann mir aus seiner Erfahrung einen Rat geben?
 
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Liebe Heide,

ich möchte DIR nahelegen Dich von Deiner Tochter abzunabeln - sie hat es bereits getan ;-)

Falsch machste gar nix- Du meinst nur etwas falsch zu machen und machst dir wirklich unnötig Sorgen- es ist doch alles ok.

Sie mag ihr Leben leben und Du das Deine- es ist nicht mehr und nicht weniger, ne ;-)

Liebe Grüße von Diana
 
Hallo Diana,
hab erstmal ne Runde Tränchen vergossen....blöd ich weiß. Beim Lesen meines Postings ist mir aufgefallen, dass ich hätte schreiben sollen "Wie kann ich UNS oder gar MIR helfen"
Ich glaube, Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Vielleicht klammere ich ?!?
Sie hat sogar gemeint, sie gifte mich an weil sie mich "losbeißen" will.
Du meine Güte, mir war noch nie so bewußt, wie ich sie nerven muss. Wie machen denn das andere Mütter (Eltern). Hören die sich die Probleme ihrer erwachsenen Kinder an ohne einen Kommentar dazu zu geben? Einerseits darf ich sie in den Arm nehmen und mal drücken, andererseits schwillt ihr schon der Kamm, wenn ich sie "Mäuschen" nenne *schwitz*
Sie meinte auch, ich solle mal nicht Glucken-Mutter sein, sondern einfach nur Freundin. Aber geben Freundinnen nicht auch mal Ratschläge? Außerdem finde ich, dass man von einer Freundin auch mal enttäuscht werden kann. Als Mutter stünde ich IMMER zu ihr, egal, was passiert.
Ach, ich glaube ich muss mal das Grübeln sein lassen.
Liebe Grüße
Heide
 
Hallo,

ich kann hier Diana nicht so ganz recht geben, sicherlich ist dieser Abnabelungsprozess beiderseitig noch nicht so ganz vollzogen.

Ich kenne eine ähnliche Situation aus der Sicht des Sohnes, und vieles kam mir ziemlich bekannt vor was du, Heide, hier so geschrieben hast.

Es würde hier nun zu weit führen, eure gesamte Mutter-Tochter Beziehung zu analysieren. Aber ich kann dir sagen was ich gerne von meiner Mutter gehört/erfahren hätte bevor ich mich zwangsweise von ihr abgenabelt habe:

Ich hätte gerne von meiner Mutter in irgendeiner Weise gerne gezeigt bekommen, dass sie mich als erwachsenen Menschen akzeptiert und respektiert - dazu gehört auch, dass sie mich einmal um Rat fragt, und nicht nur mir Ratschläge erteilt (egal wie gut gemeint die sind).

Dazu gehört auch, dass ich nicht mehr von meiner Mutter begluckt werden wollte - wenn ich mit etwas auf die Schnauze falle, dann muss ich das auch wieder gerade biegen, und kann nicht mein Leben lang auf meine Eltern zurückgreifen.

Und wenn ich mit meiner Mutter über meine Probleme gesprochen habe (das mache ich schon lage nicht mehr) kamen ihre Ratschläge immer unterschwellig als Vorwürfe rüber "Wenn du das anders gemacht hättest wärst du nun nicht in der Situation...." oder "Ich habe dir ja gleich gesagt, dass...." oder "Wie kannst du nur in so eine Situation geraten...".

Solche Sätze treffen wahnsinnig. Sie stellen das eigene Erwachsensein und Verantwortung zu tragen in Frage - auch wenn man dazu in der Lage ist.

Ich bin 33 - und meine Mutter bietet mir immer noch an meine Wäsche zu waschen und zu bügeln - obwohl ich das seit Jahren verneine. Und wenn mein Hemd nicht so perfekt gebügelt ist, wie von ihr - scheiss drauf - ich habs selbst gebügelt und bin stolz darauf.

Ich mag es auch nicht wenn meine Mutter mir hinterhertelefoniert - Wir sehen uns sehr oft - und es gibt keinen Grund dass sie mich abends anruft um zu fragen wie es mir geht - auch wenn sie das gefühl hat, dass es gut wäre wenn ich mit ihr rede.

Ich will hier nun keine abhandlung über meine Mutter halten :)

Nur gibt das vieleicht einen kleinen Ansporn, dass du lernst deine erwachsene Tochter zu lieben - und in ihr nicht mehr den Teenager siehst.

Sie ist alt genug selbst Mutter zu sein - und bestimmt auch Reif genug.

Wenn du ihr zeigst, dass du sie für reif genug hälst ihr leben in den Griff zu bekommen, wird das für sie das größte Kompliment sein und mehr Hilfe als alles andere.

Gruß

Wolfgang
 
hallo heide

meine tochter ist auch 22 (im mai geworden) sie wohnt seid sie 18 ist (studium bedingt) sehr weit von mir entfernt.
so wie du es schreibst, spüre auch ich wenn meine tochter "problem" hat, wenn bei ihr nicht alles glatt geht.ich spüre auch übee die entfernung wenn sie mal wem zum redne für ihre "problem " brauch. ich rufe dann an, aber frage nicht was los ist, meist reden wir auch gar nicht über problem, sondern schnattern "nur" allgemein. sowas hilft oft mehr, als wenn man das problem bespricht.

obwohl meist redet meine tochter dann so nebenbei auch was sie grad bedrückt, aber es kommt von ihr aus.

ich sage dir auch, du machst alles prima mit deiner tochter. auch sie ist ganz ok, tobt wenn ihr so ist, macht sich luft. will ihre eigen fehler machen.
ganz normal.

aber auch bei dir ganz normal, du darfst deine zweifel haben, darfst auch deine ängste haben, darfst deine trännen vor sehnsucht und kummer haben.
das hat in meinen augen nichts mehr mit loslassen müssen zu tun. losgelassen habt ihr schon beide mit gutem erfolg.
ist ok so.

na mal wie ich das sehe, wohl auch weil ich ein wenig chaotisch lebe:

jeder mensch sollte in seinem leben unnötige, bzw.unnütze wege begehen. (studium schmeißen, umzug obwohls sinnlos ist. gute arbeitstelle wechseln, für eine die interessanter ist...)

ein gerade verlaufender weg ist immer langweilig und engt ein.
auch viele umwege führen zum großen sieg/ziel/erfolg...zum erfüllten leben.
umwege sind interessanter und geben kraft und lebenserfahrung.


als meine tochter hier bei mir auszog gab ich ihr mit auf den weg.

es ist egal was du im leben machst, ABER mache was. sitze nicht nur rum.
versuche immer so viel geld zu haben was du zum leben brauchst, egal wo und wie du es bekommts. aber werde dabei nicht kriminel.
 
ich muß noch was dazu schreiben.

was deine tochter sich wünscht nicht mutter sondern freundin ist sehr schwer. ich habe so ein verhältnis schon seid meine tochter 12 ist, bei uns hat sich das automatisch ergeben. dieses "freundin" sagt aber auch aus, mutter gibt auch ihre sorgen ans kind. teilt dem kind ihre problem , ihre ängste, ihre fehler mit.

hier deine frage "Hören die sich die Probleme ihrer erwachsenen Kinder an ohne einen Kommentar dazu zu geben."

nein ich nicht, ich sage schon auch mal zu meiner tochter "man bist du blöd"
sagt sie auch mal wenn ich mich blöd anstelle.(jetzt nicht falsch verstehen, wir beide haben ein gutes verhältnis)

aber kommentar der eltern muß nicht lösung zum problem sein. eine lösung bekommt meine tochter selten von mir und wenn doch, dann viele, das sie sich aussuchen muß.
 
Heide schrieb:
Hallo Diana,
hab erstmal ne Runde Tränchen vergossen....blöd ich weiß. Beim Lesen meines Postings ist mir aufgefallen, dass ich hätte schreiben sollen "Wie kann ich UNS oder gar MIR helfen"
Ich glaube, Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Vielleicht klammere ich ?!?
Sie hat sogar gemeint, sie gifte mich an weil sie mich "losbeißen" will.
Du meine Güte, mir war noch nie so bewußt, wie ich sie nerven muss. Wie machen denn das andere Mütter (Eltern). Hören die sich die Probleme ihrer erwachsenen Kinder an ohne einen Kommentar dazu zu geben? Einerseits darf ich sie in den Arm nehmen und mal drücken, andererseits schwillt ihr schon der Kamm, wenn ich sie "Mäuschen" nenne *schwitz*
Sie meinte auch, ich solle mal nicht Glucken-Mutter sein, sondern einfach nur Freundin. Aber geben Freundinnen nicht auch mal Ratschläge? Außerdem finde ich, dass man von einer Freundin auch mal enttäuscht werden kann. Als Mutter stünde ich IMMER zu ihr, egal, was passiert.
Ach, ich glaube ich muss mal das Grübeln sein lassen.
Liebe Grüße
Heide


Ganz genau, das Grübeln habe ich auch sein lassen ;-)

Ich habe mein Bestes getan und tue immer mein Bestes - so wie ALLE ihr Bestes tun - und manchmal rutschen mir auch Ratschläge raus und ich könnte mir danach auf die Zunge beißen , manchmal schweige ich einfach und manchmal klopfe ich ihnen auf die Schulter und sage : Du weißt am besten für Dich selbst - mal so und mal so - ich bin so wie ich bin und darf so SEIN, wie sie auch ganz sie selbst sein dürfen ;-)

Liebe Grüße von Diana
 
Hallo Heide
Nichts falsch, aber ich glaube Du bleibst halt gegenüber Deiner Tochter immer "Mutter". Du warst und bist ihr immer noch eine wunderbare Mutter. Lass Deine Tochter ihren Weg gehen und sorge Dich nicht um sie. Mit dem Abbruch des Studiums ist sie ja schon auf dem Weg selbständig und wirklich den Weg zu gehen den sie im innern fühlt. Sei einfach für Deine Tochter da, wenn sie es wünscht, und suche einfach nicht die Probleme Deiner Tochter zu lösen, es sei denn wenn sie dich wirklich darauf anspricht. Auch Du musst Dich nach und nach Ablösen.
Meine Mutter lebt jetzt im 74 Altersjahr, und versucht mir immer noch gutgemeinte Ratschläge zu geben. Ich bin halt immer noch ihr "kleines Kind" in Erinnerung bis zum auszug aus dem Elternhaus!, und aktzeptiere es wenn sie mir Ratschläge gibt. So hoffe ich, dass Du das Deine aus diesem Ablösungsprozess lernst und wieder Sorgenfrei Deinen Weg weitergehen kannst. Gut Glück wünscht
Roland
 
Hallo,
ich finde es toll, dass Ihr mir Eure Meinung schreibt und will auch gleich noch einmal einige Fakten niederschreiben.

@Dwayne
Da ich auch einen Sohn von fast 30 habe und hier die Abnabelung problemlos "über die Bühne" ging, will ich schnell mal dazu einiges darlegen.
Er ist mit 18 erstmal zum Bund, danach 3 Jahre zwecks Ausbildung in eine andere Stadt und kam gerne an den Wochenenden nach Hause - u.a. zum Wäschewaschen ;-)
Wir haben ihm dann eine Waschmaschine geschenkt :D ....er kam trotzdem gerne nach Hause....bis er seine Partnerin gefunden hatte. Und auch jetzt kommen die beiden gerne auf einen Plausch. Er hat sich übrigens nie begluckt gefühlt.

Es ist durchaus nicht so, dass ich meine Tochter als unreifen Menschen sehen würde. Im Gegenteil, wir haben viele gute Gespräche geführt (nicht erst jetzt), in denen ich auch über meine Probleme und Sorgen berichtet habe.
Ich habe auch so manchen Rat eingeholt bzw. sie um ihre Meinung zu manchen Dingen gefragt und gestaunt, wie klug sie teilweise schon in jungen Jahren geantwortet hat.

Solche Sätze wie "Ich habe dir ja gleich gesagt, dass...." oder "Wie kannst du nur in so eine Situation geraten...". habe ich NIE gesagt, weil ich diese zur Genüge von MEINER Mutter zu hören bekam. Und meistens ist es ja so, dass man versucht, nicht die Fehler der eigenen Eltern zu wiederholen....man macht halt neue. Und ich bin schon froh, dass sie, wenn wir denn doch mal zusammen sind, offen über alles geredet hat. Muss mir eben nur verkneifen ungefragt was dazu zu sagen.

Das mit dem Telefonieren ist/war halt so, weil sie alleine lebt, zur Zeit viel zu viel Freizeit hat (nur selten Gelegenheit zum Jobben hat) und eben ihre psychischen Probleme hat. Da sie weiter weg wohnt, sehen wir uns auch nur selten. Und wenn ich beim Anrufen frage, ob alles in Ordnung sei, bin ich schon ins erste Fettnäpfchen getreten....das zweite Fettnäpfchen ist die Frage, wann sie denn wiedermal nach Hause kommt. Ach nein, besser uns besuchen kommt, denn ihr Zuhause ist ja da wo sie wohnt ;-)
Naja, das Telefonieren hat sich ja erstmal erledigt.

Eigentlich ist sie ja ein starkes Mädchen. Sie war mit 18 für ein Jahr im Ausland und war dort an Bulimie erkrankt. Wieder zu Hause hat sie es aus eigener Kraft geschafft wieder heraus zu kommen (mit meiner Unterstützung, wobei sie mir regelrecht gesagt hatte, was ich dabei für eine Aufgabe habe) und ich hoffe, dass sie es generell geschafft hat (inzwischen 3 Jahre her). Und diese Leistung habe ich auch sehr anerkannt.

@Wirbelwind

Also mit meinen Ratschlägen will ich sie ja auch nicht in eine bestimmte Richtung drängen (oder doch? *grübel*). Es sind ja auch nur mögliche Optionen für sie und sie soll selbst entscheiden was sie wie macht. Aber sie hat dann oftmals einen Rat angenommen, weil sie dachte, die Mutter ist älter und erfahrener als ich und da wirds schon richtig sein und im Nachhinein festgestellt, dass es doch nicht das war, was für SIE gut war.
Zum Beispiel bin ich ein vorsichtiger Mensch, ich vermeide Situationen, die Gefahren in sich bergen. SIE will das nicht und geht dann eben nachts allein durch dunkle Gassen, durch Parkanlagen. Sie WILL nicht so ein Angsthase sein wie ich. (ich hab übrigens Flugangst, aber im Ernstfall stehe ich auch einen Flug durch, habs EIN Mal geschafft :-))

Ich werde mich bemühen, mich zurück zu halten und einfach vetrauen sowie da zu sein, wenn sie mich braucht.

@ roli
Auch meine Mutter ist 74 :-), sie ist ein Pflegefall und ich bin ihre Pflegeperson. Ein hartes Brot *seufz* Und obwohl sie so hilflos ist und ich auch schon eine "alte Schachtel" bin hält sie nicht mit ihren wohlgemeinten Ratschlägen und Vermutungen zurück. Sie aber macht es immer noch in der Form wie "hätteste nur...." und "hab ich doch immer gesagt..." *zu Dwayne blinzel* ;-) Mich regts aber nicht mehr auf :D

Jedenfalls danke ich Euch allen nochmal für Eure Zeilen...es hilft mir schon ein bisschen.
LG
Heide
 
Hallo Heide,

naja wenn ihr Therapeut davon überzeugt ist, sie hätte sich noch nicht abgenabelt, dann ist sie es jetzt wahrscheinlich auch :).

Logischerweise arbeiten sie dann jetzt an ihrem Ablösungsprozess, was auch dieses Telefongespräch erklären dürfte.

Deine Tochter scheint sich von dir abgrenzen zu wollen. Könnte es sein dass sie sich in ihrer Rolle sucht und noch nicht gefunden hat?
Du scheinst als Mutter sehr präsent zu sein, vielleicht sucht sie sich und kann sich noch nicht sehen....

....und gibt (vielleicht) momentan dir daran Schuld.

Es ist nun mal so das Kinder ihre eigene Geschichte haben, insbesonders wenn sie über 20 sind.
Lass die Zweifel ob du eine gute Mutter warst oder irgendwas falsch gemacht hast, du warst die beste Mutter die du sein konntest. DAS REICHT.

In dem du auf ihre Wutausbrüche auch noch Übermutterlich reagierst dürfte, das die aktuelle Situation noch mehr anheizen.

Vielleicht kannst du mal die Mutter außen vor lassen und freundschaftlich mit deiner erwachsenen Tochter umgehen.
Doch vermute ich das es mehr sie ist welche in dir die (Über)mutter sieht, ob sie eine Änderung überhaupt bemerkt. Schau mehr auf dich und nicht mehr soviel nach ihr.

Grundsätzlich stimmen ich Diana zu:

Sie mag ihr Leben leben und Du das Deine- es ist nicht mehr und nicht weniger, ne ;-)

Lebe dein Leben.


liebe Grüße

Alex
 
ich noch mal.
heide jetzt muß ich aber ein klein wenig die partei für dich ergreifen. habe so ein wenig die eingebung, als wenn deine tochter mehr auf "krass" machen will, als es bei ihr notwendig wäre.
na so en bissle übertreibt sie wohl, aber lasse sie mal.
ich habe so den eindruck deine tochter hat irgendwo angst ein wenig so zu werdne wie du.na ich meine jetzt den einen punkt, weil du sagst du bist ein angsthase.
oft mals ist angst ein guter ratgeber.
aber die meisten menschen streben an, total mutig zu sein. ich bin schon etwas sehr durchgeknallt. kein problem für mich durch dunkel städte zu gehen. ich merke viele menschen die eher ok so sind wie sie sind , nehmen mich als vorbild, wollen auch so "mutig" so "verrückt" sein.

aber ich denke egal, ob wir mutig oder eher ängstlich als mutter sind, was du schreibst, das du angst um sie hast, wenn sie alleine durch dunkle gegend geht, ist ganz normal.

wie schon gesagt ich gehe selber durch dunkle gegenden.ohne jegliche angst.
ABER auch ich hatte öfter mal angst, wenn meine tochter alleine im dunklen ging. zwischen der uni und der wohnung meiner tochter liegen entweder ein weg 25 minuten fußweg (beleuchtet öffentliche straße, viele menschen) oder eine wiese (10 minuten fußweg, aber total dunke, ein paar größere büsche, sehr wenig studenten )

meine tochter hat sehr lange zeit immer diese wiese genommen.

oft hatte sie auch abend vorlesungen wos dann schon dunkel war. in der zeitung von ihrere gegend stand oft, das mal ein mädchen ermordet wurde. da habe ich logisch auch öfters mal angst um sie gehabt. na gesagt habe ich es ihr aber nicht. weil um jemanden angst haben macht diesen menschen unsicher, gibt auch echt das gefühl, man traut ihm nichts zu.

ok, ich war öfters mal bei meiner tochter. fuhr aber mit öffentlichen verkehrsmitteln, mußte bis zur uni immer laufen, da mit s-bahn weiter.
am tage bin ich auch über diese wiese gegangen. als ich mal früh im dunklen nach hause fuhr, sagte ich zu ihr " ich muß aber eher los gehen, es ist mir zu dunkel, da traue ich mich nicht über die wiese."

mir war das da auch echt zu gruselig.

aber irgend wie muß dieser satz bei meiner tochter was bewirkt habe sie ging im dunklen auch nicht mehr über die wiese.

aber mach dir mal nicht so viel kopf, du empfindest doch ganz richtig.
das hat auch gar nichts mit abnabeln zu tun, das ist ganz normale mütterliche reaktion. nur lerne einfach die nicht mehr auszusprechen.

nur ich bin eben im vorteil, mein charakter ist anders, ich bin viel zu schnell, ich kann gar nicht so lange mich an gedanken machen aufhalten.

ich merk schon du willst das beste für deine tochter. NUR wir könne unsere kinder nur bis zu einem bestimmten alter beschützen, ab da können und sollten wir nur noch zusehen wenn sie in ihr (in unseren augen ) unglück rennen.

aber weißte was dir auch noch passieren kann, wenn du nicht mehr fragst wie es ihr geht, das sie dir dann vorhält, du hast kein interesse mehr an ihr.

überlege dir für den fall der fälle schon mal eine gute antwort und handlungdweise.


aber kopf hoch, unsere mädels machen das schon.

ich habe auch einen sohn (20 Jahre) , jungen und mädel kann man nicht miteinander vergleichen.

jungs sind pflegeleichter :)
 
@ Alex

In dem du auf ihre Wutausbrüche auch noch Übermutterlich reagierst dürfte, das die aktuelle Situation noch mehr anheizen.

Wie hätte ich denn reagieren sollen? Ich habe ihren "Ausbruch" als etwas für uns beide Heilsames verstanden. Für sie, weil sie sich einmal nicht als der übliche "Sonnenschein" geäußert hat und für mich, weil ich immer das Gefühl hatte, dass etwas unausgesprochenes zwischen uns stand, dem ich trotz einem bislang guten Verhältnis und vielen Gesprächen nicht beikommen konnte und nun "auf dem Tisch" lag.
Ich bin ja froh darüber, dass sie mir unverblümt ihre Meinung "gegeigt" hat. Das hätte sie schon früher machen können....in der Pupertät zum Beispiel. Sie hat nicht mal eine Trotzphase als Kleinkind gehabt. Wir hatten zwar unsere kleinen Differenzen in ihrer Teenagerzeit wie alle anderen auch, wenns um Discobesuch und Uhrzeit, Übernachtung bei Freundinnen, Rauchen usw. ging, es gab aber nie heftige Auseinandersetzungen deswegen. Das kommt nun jetzt befürchte ich (befürchten ist nicht das richtige Wort, mir fällt nur kein passenderes ein).

Du scheinst als Mutter sehr präsent zu sein, vielleicht sucht sie sich und kann sich noch nicht sehen....
....und gibt (vielleicht) momentan dir daran Schuld.
So in etwa sehe ich das inzwischen auch und wieder falle ich in mein Gluckenverhalten und will dabei helfen :D aber ich halt mich zurüüüüück!!!
Sie muss das jetzt alleine machen

@ Wirbelwind

deine tochter hat irgendwo angst ein wenig so zu werdne wie du.na ich meine jetzt den einen punkt, weil du sagst du bist ein angsthase.

Hast den Nagel auf dem Kopf getroffen....hat sie mir sogar gesagt, dass sie ohne Angst und Mißtrauen leben will. Find ich ja auch o.k. Aber muss man denn im 4. Stock bei offenem Fenster auf dem Fensterbrett sitzen um sich zu sonnen???? (War nur ein weiteres Beispiel) Ich weiß nun schon gar nicht mehr, ob ich zu überängstlich bin oder sie zu leichtsinnig....jedenfalls mach ichs jetzt wie die drei chinesischen Affen :-(....vorerst.

ab da können und sollten wir nur noch zusehen wenn sie in ihr (in unseren augen ) unglück rennen.
*seufz* wie wahr....muss ich einfach akzeptieren.

jungen und mädel kann man nicht miteinander vergleichen

auch das stimmt: im Gegensatz zu ihr hat er
- als Baby die Nächte durchgeschrien :D
- eine ordentliche Trotzphase "durchgewütet"
- und Aufmüpfigkeit sowie die große Klappe während der Pupertät gehabt.

LG
Heide
 
Liebe Heide, ihr lieben,

mit eurer Erlaubnis möchte ich hier einmal etwas ganz grundsätzliches in Frage stellen, nämlich den "Abnabelungsprozeß". Woher kommt das eigentlich, was bedeutet das? Warum setzt sich ein Therapeut so ein, daß die Tochter nicht mehr mit der Mutter telefonieren möchte? (scheint ja offensichtlich so zu sein). Was gibt ihm dazu das Recht, nach welchen Maßstäben handelt er?
Sicherlich sollen die Kinder, wenn Erwachsen, nicht blind dem Beispiel der Eltern folgen; aber sie wissen, daß die Eltern, und in deinem Falle ganz sicher, liebe Heide, ihr Bestes gegeben haben. Gerade für eine Mutter sind die Kinder ihr Lebenswerk, etwas ganz ganz großes und wunderbares. Und so sind wir unseren Eltern Dank schuldig und haben die Pflicht, ihnen Liebe entgegenzubringen. Es ist wunderschön zu lesen, daß du deine Mama pflegst, liebe Heide, und das ist mit Sicherheit keine leichte Aufgabe.
Es ist meine Überzeugung, daß eine intakte Familie, die alle Generationen einschließt, sehr wichtig und gut, und vor allem erhaltenswert ist.

Innerlich fühle ich ganz wie Diana. Liebe Heide, du hast dein Bestes gegeben. Und ab jetzt lege du deine Tochter in Gottes Hand.
Sehr schön fand ich den Satz von Roli:
Mit dem Abbruch des Studiums ist sie ja schon auf dem Weg selbständig und wirklich den Weg zu gehen den sie im innern fühlt.

Das hat mich sehr bewegt und das kann ich sehr tief nachempfinden.

Aber, daß deine Tochter nicht mit dir sprechen möchte ist in meinen Augen nicht richtig. Auch dann nicht, wenn du ihr als Mutter doch mal den einen oder anderen Ratschlag gibts. Sie ist deine Tochter, liebe Heide, genau wie du immer noch die Tochter von deiner Mama bist, obschon du sie heute pflegst. Das gehört zum Leben dazu, und ist auch ganz ok.

Ich wünsche der Beziehung zwischen dir und deiner Tochter alles gute, und euch beiden natürlich jeder, bete für euch,

alles Liebe von Yojo

Yojo
 
Hallo Yojo,
Und so sind wir unseren Eltern Dank schuldig und haben die Pflicht, ihnen Liebe entgegenzubringen.
Dem kann ich Dir nicht zustimmen. Ich WILL keinen Dank für eine Selbstverständlichkleit und wenn schon Dank, dann muss auch ich meinen Kindern danken, weil ich durch sie die schönsten und glücklichsten Momente/Zeiten erleben durfte.
Auch eine Liebe, die als Pflicht aufgefasst wird lehne ich ab. Liebe ist ein Gefühl und Gefühle unterliegen nicht unserem Willen. Aber ich bin sicher, dass meine Kinder....auch meine Tochter...uns Eltern lieben.

"Abnabelungsprozeß". Woher kommt das eigentlich, was bedeutet das?

Für mich bedeutet das, dass ein junger Mensch sich auf eigene Füße stellt, sein Leben selbst gestaltet und für sein Tun und Lassen die Verantwortung sowie die Konsequenzen trägt.
Das heißt auch, dass er ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen, entgegen den Wünschen der Eltern Entscheidungen für sich trifft.

Und für die Eltern heißt das, sie müssen sich zurücknehmen, sie haben ihr Kind mit bestem Wissen und Gewissen erzogen, sollten sich darauf nun verlassen und ihrem Kind vertrauen. Sie sollten sich nicht mehr verantwortlich für das Handeln ihres Kindes fühlen.......sollten *seufz*


Mit dem Abbruch des Studiums ist sie ja schon auf dem Weg selbständig und wirklich den Weg zu gehen den sie im innern fühlt.

Dummerweise hat sie sich lange mit diesem Entschluß herumgequält, auch aus Angst uns damit zu enttäuschen. Erst als wir ihr zugesprochen hatten, dass es keine Schande ist, wenn man erkannt hat dass ein eingeschlagener Weg der Falsche ist, kehrt macht und sich einen anderen sucht.....erst dann hat sie abgebrochen und sich eine Ausbildung gesucht, die sie nun ab September beginnt. Ich hoffe, dass sie dann auch ihr inneres Gleichgewicht wiederfindet.
Und der Therapeut hat ihr sicher nicht geheißen, dass sie nicht mit mir telefonieren soll. Das ist eine Entscheidung von ihr, weil ich alte Glucke nicht unbekümmert losschnattern konnte, sondern mit sorgenvoller Stimme nach ihrem Befinden gefragt habe, sie aber nicht dauernd drüber diskutieren will und auch nicht will, dass ich mir ständig Sorgen mache bzw. traurig bin, wenn es ihr nicht so gut geht.
Ich seh das vollkommen ein. Schließlich haben wir einen Kompromis gefunden.......sie schickt ab und zu einen Gruß per SMS :D

LG
Heide
 
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Mal eni Satz als Tochter zu dem Thema

es gitb da einen Satz:

Mach was du willst, flieg so hoch wie du willst, aber wenn du fällst, kannst du jederzeit hier aufschlagen und dich aufpäppeln lassen *g*
 
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