Alt werden, alt sein

Dieses Thema im Forum 'Alt werden, alt sein' wurde von MarionBaccarra1 gestartet, 27 September 2007.

  1. mimschi Member

    AW: Alt werden, alt sein

    hi,
    meine an die 80jährige tante und ihr etwas älterer mann haben erst seit einigen jahren einen laptop, sowie diverse digitalkameras und letztes mal wollten sie sogar das balanceboard von der wii (skispringen) ausprobieren. war lustig, beim onkel hatte ich zwar angst dass er umkippt, aber es hat ihnen spaß gemacht und die tante meinte gleich dass sie sich sowas auch zulegen sollten.

    als die beiden vor einigen jahren in ihre bankfiliale gegangen sind und um einen netbanking-zugang einzurichten sah sie der junge mitarbeiter einmal komisch an und fragte meine tante ob sie überhaupt wüsste was das sei und ob sie das wirklich will. na, da hat meine tante dem jungen burschen die leviten gelesen :nono:, dass sie ja sonst nicht hier wäre. und dann hatte der junge ein problem mit dem pc und mein onkel zeigte ihm wie er das lösen konnte!

    soviel dazu!! mein onkel schläft zwar jedes mal bei einer feier bei uns auf der couch ein, aber die tante ist umso fitter und keppelt brav mit ihm wenn er schon wieder eine rauchen gehen will. da wirkt meine tante um einiges jünger!
  2. MarionBaccarra1 Active Member

    AW: Alt werden, alt sein

    hey mimschi

    Älteren oder alten Menschne traut man sehr wenig zu. Ich will damit nicht sagen, das eine 80 jährige genauso fit wie eine 20 jährige sich auf der wii bewegt.

    Wichtig finde ich vor allem, das die ältere Person einfach Spaß am Spiel und der Bewegung hat.:jump1::jump1:

    Ich kenne einige ältere Nachbarn, die sich einen Computer zugelegt haben. Manche, um über skype Kontakt zu ihrer Familie zu haben..evt E mails und auch aus Spaß an der Freud mal etwas ganz neues kennenzulernen. Mein Nachbar (über 80) sagt immer: Was kann denn schon schlimmes passieren? Recht hat er..nichts kann passieren.

    Liebe Grüße an dich

    Marion :welle:
  3. mimschi Member

    AW: Alt werden, alt sein

    hi,
    ja genau. ich finde das auch toll, wenn ältere personen sich so etwas zutrauen.

    es gibt genug junge, die "verstaubt" wirken. manchmal kommt mir mein freund vitaler vor, als ich es bin, und er ist 20 jahre älter! aber da sind wohl die äußeren umstände daran schuld. er ist zu hause, lebt angenehm in den tag hinein und ist dann natürlich noch unternehmungslustig und würd am liebsten jeden abend tanzen gehen.
    ich bin vom alltag halt manchmal geschlaucht. arbeiten, einkaufen, diverse termine mit den kindern, .... dass ich oft abends einfach ausgelaugt bin.

    bin aber trotzdem froh so einen vitalen freund zu haben, es gibt genug couch-potatoes in meinem alter ;)

    lg
  4. MarionBaccarra1 Active Member

    AW: Alt werden, alt sein

    Hallo zusammen.

    Ich frage mich, wann man wirklich alt ist..sozusagen zum alten Eisen gehört.

    Im Berufsleben ist man mit 35 ja fast schon zu alt um vermittelt zu werden.

    Das geistige ist doch nicht alles. Beweglich möchte man ja auch noch bleiben.

    Also heißt es ab 5o..Fitnesstudio? Und wenn dafür kein Geld da ist was dann.?

    Irgendwann sterben einem ganz langsam die alten Freunde weg. Ich weiß wovon

    ich spreche..ich war schon auf einigen Beerdigungen von langjährigen Freunden.

    Neu Kontakte mit über 50 knüpfen...wie schwer ist das eigendlich?


    Liebe Grüße an euch alle

    Marion :schaf:
  5. MarionBaccarra1 Active Member

    Sein Gewicht wenn man älter wird zu halten empfinde ich im Moment als äußerst schwierig. Mit meiner Rubensfigur bin ich im großen und ganzen zufrieden. Ich wiege mich einmal im Monat und stelle fest, das ich zunehme![IMG] Also das gefällt mir gar nicht.

    Ja, ich habe etwas geändert.

    Ich esse kaum noch Süssigkeiten..und nur selten Fleisch. Darauf habe ich im Moment einfach keinen Appetit. Und obwohl diese Kalorien wegfallen, kann ich mein Gewicht nicht halten.

    Bei meinem Letzten Check up ärztlicherseits war alles in Ordnung.

    Ich bin ganz schön ratlos:

    Habt ihr eine Idee woran das liegen kann?

    Marion:))
  6. Reinfriede Well-Known Member

    Liebe Marion!

    Ja, habe ich. Zuerst etwas Prinzipielles zum Thema Zunehmen im Alter:

    Unser Körper reagiert (nach wie vor) genauso wie in der Tierwelt.

    Stell Dir vor, Du wärest ein Wolf oder ein Löwe, der sich seine Beute erkämpfen muss.

    Solange Du jung bist und Kraft hast - und vor allem schnell genug bist - kann sich Dein Körper erlauben, die Kalorien, die Du Dir zuführst, auch relativ schnell wieder zu verbrauchen - Du kannst große Mengen essen und bleibst schlank dabei, weil der Körper ja "weiss", dass Du fit genug bist, um jederzeit wieder zu Nahrung zu kommen. Die Jagd und die Schnelligkeit ist kein Problem.

    Wenn Du älter wirst, wirst Du langsamer. Du bist ein langsamer Löwe geworden. Würdest Du nun das, was Du noch an Beute erwischt, genauso schnell verbrauchen wie ein junger Löwe, wäre Dein Leben ziemlich schnell zu Ende, Du würdest verhungern, weil Du mit der Zeit immer langsamer wirst und keine Beute mehr erwischt.

    Die Natur hat sich dafür einen genialen Trick einfallen lassen: Alles, was der Löwe nun erwischt, wird (bildlich gesehen) doppelt verwertet, als Speicher, weil man ja nie weiss, wann man die nächste Beute erlegen kann.

    Das ist eine gute Überlebensstrategie - die in der Natur auch wunderbare Vorteile bringt, denn das Tier lebt dadurch länger.

    Nur: Wir leben nicht (mehr) konform mit diesen Vorgängen, wir haben genügend "Beute" in Form von vollen Kühlschränken, können unsere Beute überall kaufen. Unser Körper reagiert aber noch genauso wie in freier Natur, je älter wir werden, desto mehr verlangsamen sich die Vorgänge, die Energie wieder abbauen.

    Nun gibt es zwei Möglichkeiten, sich mit diesen natürlichen Mechanismen zu arrangieren:

    Entweder man reduziert die Kalorienzufuhr auch drastisch, also nicht FdH, sondern FdD (D steht dabei für Drittel) ;) oder
    man trainiert den Körper, um wieder "schneller" zu werden. Wenn der Körper die Information hat, dass Du - als Löwe - schnell genug bist, um jede Beute zu erjagen, kann er sich auch wieder erlauben, die Energie wieder schneller zu verbrauchen.

    Das ist der Grund, warum Sport schlank macht.

    Nach dem theoretischen Ansatz noch ein paar Überlegungen:

    Du könntest einen Durchcheck machen, ob Deine Schilddrüsenwerte ok sind, wie Dein Hormonstatus aussieht etc. - aber das alles könntest Du auch mit Sport bzw. stark reduzierter Kalorienzufuhr beeinflussen.

    Denn im Körper hängt alles zusammen, bist Du langsamer oder sagen wir ruhiger geworden, arbeitet Deine Schilddrüse auch nicht auf Hochtouren, bist Du im Stress oder in einer Situation, in der Du schneller sein musst, legt sie einen Zahn zu.

    Liebe Grüße
    Reinfriede
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  7. Martin44 Active Member

    Vor kurzem feierten wir den 90ten Geburtstag einer Dame. Wir waren etwa 25 Personen und als nach etwa einer Stunde der Gesprächsstoff abebbte, begann sie zu singen "... und wer im Jänner geboren ist, steht auf, steht auf, steht auf .... usw." * Während sich die Siebziger mühsamst nach oben quälten (einigen war selbst das nicht möglich) sprang die Jubilarin auf wie ein Reh. * Einigen blieb regelrecht der Mund offen, - nur jene die sie aus den täglichen Begegnungen kannten, wussten um ihre Beweglichkeit. * Was ich damit sagen (schreiben) wollte, - ist, dass die Frage - ab wann man alt ist - äußerst relativ ist. Zugegeben, mit 90 so ein "Springginckerl" zu sein und dazu noch keine geistigen Einbußen zu haben, ist Glückssache.

    Wenn sich jemand vor dem Erreichen des gesetzlichen Pensionsantrittsalters schon alt fühlt, sollte er/sie schleunigst etwas in Richtung Bewegung tun. Alte Menschen wollen nicht auf die Jungen angewiesen sein, - "die armen haben ihre Arbeit, die Kinder, - die haben keine Zeit und die, die sie haben - möchten sie sich auch ausruhen", so oder so ähnlich höre ich das täglich mehrmals. Also! Nicht angewiesen sein wollen, heißt beweglich bleiben. Die Obliegenheiten und Sorgen für andere werden im Alter kontinuierlich weniger aber die Sorge um die Gehfähigkeit bleibt. Diese Gehfähigkeit zu pflegen, wie etwa die tägliche Körperpflege, ist allererstes Gebot. Ich betreue 65 hochbetagte Damen und (wenige) Herrn und ich weiß wovon ich rede. Ich nehme ihnen alle nur erdenklichen "Unfallmöglichkeiten" weg. Lediglich ihre Beweglichkeit müssen sie sich selber erhalten. Ein Blick in eine Seniorenwohnheim würde jede Sichtweise erhellen.

    lg Martin
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  8. MarionBaccarra1 Active Member

    Liebe Reinfriede, Lieber Martin.

    @ Reinfriede

    Das hast du sowas von logisch und klar formuliert,..das ist wunderbar!
    Vom Typ her, neige ich eher dazu meine Geschwindigkeit zu erhöhen. Als Löwe Geborene fühle ich mich dem Löwen sehr nahe und etwas mehr "Gas zu geben liegt mir. Dazu werde ich auch die Kalorienzufuhr noch ein wenig drosseln und ein bisschen mehr Sport an den Tag legen. Es geht mir ja nicht darum riesig viel abzunehmen, sondern mein altes Gewicht wieder zu erreichen und zu halten. Wenn man weiß woran es liegt, klingt es nicht nur logisch, sondern man kann sich auf die Situation einstellen.

    @ Martin

    Ich kenne die Begebenheiten in Altenheimen. Es ist immer wieder überraschend, wie bewelich die einen und wie unbeweglich die anderen sind. Wenn man die Lebensgeschichten der Menschen anhört, kann man sich oftmals gut ein Bild machen warum manche Frauen (und es sind überwiegend Frauen) im Alter Bewegungsprobleme haben.

    Wir haben Frauen von 80 Jahren die zwei drei mal am Tag gymnastic, Stretching-Übungen und sonstige Bewegungsübungen machen. Sie helfen und animieren auch die anderen, und sind auch im Kopf noch sehr beweglich.

    Ich danke euch beiden sehr für eure sehr informativen Ideen.

    Marion:))
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  9. Reinfriede Well-Known Member

    Liebe Marion!

    Ich drück Dir ganz fest die Daumen, eine Löwin schafft sowieso alles, was sie will.[IMG]

    Reduktion der Kalorien UND mehr Bewegung ist natürlich das ultimative Rezept. Würde mich freuen, wenn Du uns auf dem Laufenden hältst über Deine ersten Erfolge!

    Liebe Grüße
    Reinfriede
    MarionBaccarra1 gefällt dies.
  10. MarionBaccarra1 Active Member

    Liebe Reinfriede.

    Es gilt 7 Kilo abzunehmen, und das dann auch zu halten. Natürlich werde ich mich melden..dieses Thema ist für viele andere auch sehr wichtig. Und nachdem du es so toll erklärt hast..kann jedermann davon profitieren.

    Liebe Grüße an dich

    Marion:))
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  11. Martin44 Active Member

    Alt werden ist nichts schlimmes, soweit man diesen „Zustand“ weitgehend gesund erlebt. Es gibt sogar einige wenige Vorzüge, wie etwa das arbeitlose Einkommen oder der weniger gewordene Besuch beim Zahnarzt wegen der Kunststoffbeißerchen aber sonst?

    Alt sein ist da etwas ganz anderes. Die Söhne und Töchter arbeiten, - haben ohnedies ihre Sorgen, sei es jetzt um die neue Wohnung, ein Haus oder vieles mehr. Das bedeutet, während der Woche ist die 80erin (das kann natürlich auch die 70-jährige sein) auf sich alleine gestellt, so sie nicht in einem Pflegeheim wohnt.

    Die Kräfte lassen nach, dass selbst der harmlose Druck auf einen Schalter nicht gelingen mag oder gar Schmerzen verursacht. Dann kommt etwa der Schlosser und bringt ein neues Schloss für die Tür, - es ist eines, das schon irgendwo lange seine Dienste tat. Aber es ist angeblich neu.

    Dann macht der Installateur seine Aufwartung und meint, „das ist kein Sprung“ in der kürzlich montierten WC-Muschel sondern man solle das WC sauberer halten, dann würde man den Kalkrand nicht mit einem Sprung verwechseln. Am Ende stimmte die Annahme doch, - wie könnte sonst in einer Woche ein Kalkrand entstehen. Aber die betagte Dame mußte sich zuerst die Rüge anhören. Einer Bitte, den Haupthahn für die Wasserzufuhr zu zeigen kommt er schon garnicht nach. Eine Äußerung, - wonach die Dame in der Wohnung unterhalb nur deshalb erhebliche Schäden hatte, weil sie nicht wusste wo das Wasser abzudrehen sei, - bringt den Installateur auch nicht zum Um-oder Nachdenken. Er geht nur kopfschüttelnd. Übrigens, das Kopfschütteln ist eine häufige wortlose aber gut sichtbare Willenskundgebung bei den Handwerkern im Umgang mit Betagten. Nicht bei allen - aber doch.

    Dann kommt der Tischler mit einer neuen, so niemals bestellten rosa Couch. * Reklamation? * Ne, die Dame kann man ja auch böse anschreien „sie haben das so bestellt und daher bleibt sie hier“. Das Schreien lag dem Tischler deshalb so nah, weil die Dame die Couch schon in Vorauskasse bezahlt hatte. Das mit der Vorauskasse scheint bei sichtlich alten gebrechlichen Menschen eine vorausschauende Maßnahme sein, weil sie könnten ja ....... usw.

    Auch junge Ingeneure sind nicht immer auf Draht. Da lässt einer statt einem Türdrücker einen starren Knauf einbauen. Und? Die Leute mussten mit ihrer Gehhilfe über das ganze Wochenende über eine Feuerstiege getragen werden.

    Dann zirbt wieder eine Grille in der Wohnung und zwar so laut, dass es nicht auszuhalten ist. Tatsächlich ist es der Rauchmelder und meldet, dass ihm der "Saft" ausgeht. Und hunderte Dinge mehr.

    Naja gut, – eine A4-Seite würde für die diversen Täuschungen und Enttäuschungen nicht reichen, daher mach ich mal dem Ganzen ein Ende. Nur, schön ist das nicht alt zu sein - und vielleicht noch dazu allein sein. Und wenn es nur während der Wochentage ist! Mich wundern solche Aussagen wie "ich wäre froh, wenn ich's schon hinter mir hatte" keineswegs.

    lg Martin
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  12. ElliB Active Member

    Lieber Martin,

    dazu kann ich nur sagen: traurig, aber wahr! :(
    Leider stimmt es, dass die Alten unter uns oft sehr lieblos, unfreundlich und abschätzig behandelt werden. "Die/der Alte ist eh schon gaga" ist ein weit verbreiteter Irrtum. Natürlich stimmt es, dass alte Menschen körperlich und auch geistig nicht mehr so leistungsfähig sind wie die Jungen, der Zahn der Zeit nagt an uns allen. Es wäre gut, wenn so manche junge Menschen sich vor Augen hielten, dass das Leben schnell vorbeigeht und dass man selbst sehr bald zu den jetzt so verachteten Alten gehören wird (außer natürlich, wenn man nicht alt wird). Naja, das ist eigentlich nicht das Thema hier.

    Ich finde, alt ist man, wenn man sich alt fühlt und sich für nix mehr interessiert als für die eigene Vergangenheit.

    ElliB
  13. Martin44 Active Member

    Die betagten Mütter oder Väter die nicht zu Hause versorgt werden, - also in einem Pflegeheim oder im Betreuten Wohnen ihren "Unterschlupf" gefunden haben, machen den jungen Angehörigen kaum Probleme oder verschaffen ihnen die ganz großen Sorgen. Im Gegenteil, da erfindet die Mutter tausend Gründe, warum die Tochter gerade heute nicht kommen kann. Auch der Sohn, der gerade beim Bäcker gesehen wurde ist plötzlich auf Urlaub in Spanien und kann auch nicht kommen.

    Anders sieht das bei der Pflege in den vier Wänden aus. Da spielen sich im Hintergrund zwischen den „Jungen“ oft Tragödien ab. Da streichelt der Sohn die Mutter immer um den Ersten herum, verspricht ihr jede Woche zumindest einmal vorbei zu schauen und ist dann keineswegs verlegen wenn er nach Ausreden sucht, dass er eben erst wieder um den Ersten herum kommen konnte.
    Er hat auch die besten Ideen, wann die Schwester bei der Mutter vorbei sehn sollte, - "täglich nach dem Abendessen" wär doch sicher eine Freude für Mama. So, - so ähnlich oder auf eine andere der tausend Möglichkeiten werden einst geschwisterliche Bindungen zum Dilemma.

    Es gibt aber auch den Weg andersrum. Zwar äußerst selten aber doch. Da findet eine (die gibt es wirklich) Mutter an ihrer Tochter nur noch böses. Sie erzählt das sogar jedem der es wissen möchte oder auch nicht und wundert sich, warum denn die Tochter gar so selten vorbeischaut. Und "die hat mir doch glatt zum Geburtstag nur ein paar verhungerte Blumen“ gebracht.
    Solche Beispiele muß ich nicht erfinden, sondern sind Tatsachen aus meiner allernächsten Umgebung. Gebe zu,- bei dem Gedanken auch mal alt – und gar dement zu werden, geht’s mir nicht besonders gut.

    Schönen Sonntag / Martin
  14. Hortensie Well-Known Member

    Martin, fragst du dich auch:
    Und wer hat diese Kinder erzogen?
    Da fragst du nicht nach? Du weißt nicht, wie diese betagten Leutchen mit ihnen als Kinder umgegangen sind.
    Ich erlebe das auch öfter. Es ist sehr interessant, wenn man die Leute einen langen Weg begleitet und auch sieht, wie es vor dem Alter war.
    Da wundern sich die Eltern, warum die Kinder sie nicht besuchen... Sicher gibt es Ältere, die jetzt im Alter superniedlich und zum Knuddeln sind...weißt du, wie sie früher waren? Da gibt es welche, die granteln vor sich hin....waren aber früher die liebsten Menschen, haben sich für ihre Kinder eingesetzt...ich habe all das schon erlebt. Weißt du wie ich das meine?
    Es ist immer leicht darüber zu schimpfen, dass die Alten in ein Heim abgeschoben werden, weil im Moment klingt es vielleicht manchmal grausam...aber bedenke auch, wie grausam es manchmal für die Kinder gewesen sein muss, wie sie von den heute Alten behandelt worden sind.
    Ich denke immer, alles hat seine zwei Seiten und man darf (in diesem Fall) nicht nur den Moment nehmen. Sicher, man könnte auch verzeihen....aber das ist für viele nicht so leicht, besonders nicht, wenn sie fast das ganze Leben lang von ihren Eltern drangsaliert wurden (und sei es nur auf subtile Weise).
    Eberesche
    Reinfriede gefällt dies.
  15. Martin44 Active Member

    Ich wohne in einer Stadt, die so klein ist, dass jeder jeden kennt, - die wiederum so groß ist, dass es eine interessante und für mich schöne Vielfalt gibt.

    lg Martin
  16. ElliB Active Member

    Mit dem Verzeihen ist es oft nicht so einfach, weil die wenigsten Menschen sich vor Augen halten, dass die Eltern sehr oft "nur" ihre eigenen Kindheitserlebnisse an die Kinder weitergeben. Natürlich könnte man den Eltern vorwerfen, dass sie ihr Verhalten nicht hinterfragen, sondern spontan und ohne Nachzudenken reagieren.

    Wenn sie sich geärgert hat, war einer der Lieblingssprüche meiner Mutter "ich steck' Dich in ein Heim". Das hat mich als Kind nicht nur sehr gekränkt und verunsichert, sondern auch trotzig gemacht. Als ich älter wurde, war mir dann klar, dass meine Mutter diesen Ausspruch sehr oft von ihrer Mutter gehört hat. Meine geliebte Oma war nämlich ein Waisenkind und ist in einem Heim aufgewachsen.

    Als ich erwachsen war, hatte ich zwei Katzen. Und - stellt Euch das nur vor - einmal habe ich mich über meinen Kater geärgert. Und was habe ich zu ihm gesagt? "Ich steck' Dich in ein Heim". Das ist einer der Gründe, weshalb ich selbst keine Kinder habe.

    Ich will damit sagen, dass man nicht nur eventuelles liebloses Verhalten verurteilen, sondern auch die Hintergründe dafür in Betracht ziehen sollte.

    ElliB
    Reinfriede gefällt dies.
  17. Martin44 Active Member

    Naja. Und doch ist es harmlos. Nur sagen, "ich steck dich in ein Heim" oder die "Fürsorgerin" muss Dich immer wieder abholen, dem Vater also seine drei Söhne wegen schwerer Kindesmisshandlung (4 Verurteilungen)entziehen und man findet sich ratzfatz immer wieder im Heim. Vorher in der KÜST (Kinderübernahmstelle) dann, je nach dem wo ein Platz ist kommt man unter. Dann gerät man zu allem Übel noch zu den Hedwigschwestern (mit blauer Kutte) und man meint -waterboarding- gibt es nur in amerikanischen Kriegsgefangenenlagern. Ich kenne Messer-und Hackenattacken auf die Mutter und uns Kinder. Ist denn das Ansinnen berechtigt, Ich möge auch die andere Seite bedenken. Ich meine nein. Ich muss sie nicht bedenken sondern habe sie auch erlebt. Aber um zum eigentlichen Thema zu kommen. Meine Mutter nahm sich, als ich sechs war das Leben. Aber der Vater wurde eingegraben. Da ging niemand hinter dem Sarg. Und wäre er je dement geworden oder ein Pflegefall geworden, - in hätte das Schicksal jener Dame ereilt, die keine Ahnung hat, warum die Töchter nicht zu Besuch kommen. Ergo, ich kenne beide Seiten der Medaille. Und hier weiter ausholen über meine Jugendzeit mag ich nicht, - 's ist nicht schön genug.

    Allerliebste Grüße Martin
  18. ElliB Active Member

    Lieber Martin, *umarm*

    Du hast ein ganz besonders schlimmes Schicksal hinter Dir und ich bewundere Dich ehrlich dafür, dass Du trotz der schweren Verletzungen Deiner Kinderseele alles so gut gemeistert hast. Aber jeder ist eben nicht so stark wie Du und oft genügen Harmlosigkeiten, um ein Kind fürs ganze Leben zu zeichnen.

    Natürlich ist es in Deinem Fall nicht angebracht, die "andere Seite" verstehen zu wollen oder nach Hintergründen zu suchen. Für ein derartiges Verhalten gibt es ganz einfach keine Entschuldigung. Aber in meinem Fall hat es mir sehr wohl geholfen, dass ich meine Mutter bis zu einem gewissen Grad verstehen konnte. Ich konnte sie zwar nicht lieben, aber ich habe sie auch nicht gehasst.

    Liebe Grüße,
    ElliB
    Martin44 gefällt dies.

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