Am Ende!?

Dieses Thema im Forum 'Lebenskrisen' wurde von Aquila1988 gestartet, 13 März 2011.

  1. Aquila1988 New Member

    Hallo erstmal.
    Wieder mal die schwierige Frage, wo soll ich anfangen. Ich bin Anfang 20 und lebe allein in einer kleinen Wohnung.
    Ich hab momentan das Gefühl, dass ich komplett ausgepowert bin und nicht mehr kann.
    Ich bin im zweiten Ausbildungsjahr und habe seit wenigen Wochen Praktikum. Es gefällt mir gar nicht, ich habe das Gefühl ich krieg dort nichts auf die Reihe und bekomme von meiner Praktikumsanleiterin auch praktisch nur Kritik. Das macht mich erst recht fertig. Ich bin momentan, d.h. seit kurz vor dem Praktikum eh mal wieder richtig mies drauf, hab auf nichts Lust, habe Probleme mich zu konzentrieren und würde am liebsten einfach nur mehrere Tage durchschlafen. Und seit Beginn des Praktikums ist das alles nur noch schlimmer geworden. Bin zur Zeit total weinerlich, habe jeden Tag überhaupt keine Motivation, es macht mir keinen Spaß und ich will einfach morgens nicht zur Praktikumsstelle gehen. Dazu kommt noch, dass um mich herum alle grad recht glücklich, erfolgreich etc. sind. Da hab ich das Gefühl, dass nur ich zu blöd bin, um irgendwas hinzubekommen. Ich muss mich praktisch jeden Tag auf der Arbeit zusammenreißen, um nicht loszuheulen, weil ich einfach nicht mehr kann.
    Wenn ich darüber nachdenke, dann finde ich in meinem Leben derzeit nichts positives, nichts woraus ich Kraft schöpfen kann. Ich fühle mich allein, nichtsnutzig. Ich krieg noch nicht mal meinen Haushalt mehr hin, da ich abends nach der Arbeit nur noch schlafen will. Ich wünschte ich könnte mich einfach zusammenreißen und es würde alles wieder klappen.
    Ich würde am liebsten einfach davonlaufen, einfach losgehen und nicht mehr stoppen, alles hinter mir lassen. Jeden Morgen, so blöd es auch klingen mag, wünschte ich mir ich würde auf dem Weg zur Arbeit einen Unfall haben, um einfach meine Ruhe zu haben.
    Um eines klarzustellen: Ich bin nicht suizidgefährdet, ich möchte nicht sterben!
    Ich möchte nur aus dieser besch... Situation raus. Am liebsten würde ich einfach meine Ausbildung abbrechen und mich nur noch in meinen vier Wänden verbarrikadieren.
    Ich weiß nicht, was ich machen soll. Ich kann nicht einfach meine Ausbildung abbrechen, die hat doch so viel gekostet (meine Eltern zahlen das). Außerdem würden meine Eltern mich sowieso nicht verstehen, da meine Mutter meine Probleme meist eh nicht ernst nimmt. Aber ich kann so nicht weitermachen, weil ich das Gefühl habe, dass mich das alles kaputt macht.
    Ich weiß auch nicht, warum ich gar so mies drauf bin zur Zeit. Und ich weiß nicht, wie ich das wieder ändern kann. Ich hab langsam das Gefühl irgendwann noch komplett durchzudrehen.
    Ich hoffe ihr könnt hier irgendeinen Sinn drin sehen. Ich danke schonmal im Voraus fürs Lesen und für eventuelle Antworten!
  2. ElliB Active Member

    Hallo Du Liebe,

    ich weiß jetzt gerade nicht, wie ich Dir Mut machen könnte, aber ich versuche es! Jeder von uns hat seine Höhen und Tiefen, das sind zwei Seiten einer Medaille, die zusammengehören. Das heißt nichts anderes, als dass es nach dem Tief wieder aufwärts geht.

    Vielleicht könntest Du versuchen, Dir diese Phase mit einem pflanzlichen Mittel zu erleichtern. Ich denke da z.B. an Johanniskraut-Kapseln oder auch Passionsblume. Diese Mittel helfen Dir, das Leben leichter zu nehmen und auch die schönen Seiten zu sehen. Du wirst besser schlafen und ausgeruht aufwachen. Frag' doch in der Apotheke nach, da wirst Du sicher gut beraten. Vielleicht solltest Du aber auch zu einem Arzt gehen und mit ihm über Deine Beschwerden sprechen. Das ist etwas, das Du selbst entscheiden musst - und zwar bald, vielleicht gleich am Montag?

    Erzähl' doch ein bisschen, bitte. Was für ein Praktikum machst Du denn und wie lange dauert es noch, bis Du fertig ausgebildet bist? Auf alle Fälle solltest Du versuchen, noch ein bisschen durchzuhalten, vielleicht ändert sich die Situation schon bald. Ausbildung abbrechen und sich verbarrikadieren - diese "Lösung" hat ganz sicher keine Zukunft, das siehst Du doch selbst, gell? Du bist ganz bestimmt nicht zu blöd - Du siehst momentan alles schwarz, aber das bleibt bestimmt nicht so. Und mach Dir nur keine Gedanken wegen des Haushalts - Du hast im Moment eben andere Prioritäten als Putz-Wisch!

    Alles Liebe - vergiss nicht, Du bist nur momentan etwas schwächlich, aber in Wirklichkeit bist Du stark!

    Bussi, ElliB
  3. Lucille Well-Known Member

    Liebe Aquila,

    erst mal ... tut mir Leid, dass es Dir gerade so schlecht geht. Du bist so jung und klingst doch so demotiviert.
    Darf ich Dir trotzdem einige Fragen stellen, um ein besseres Bild zu bekommen?

    Gefällt Dir die ganze Ausbildung als solche nicht - oder lediglich das jetzige Praktikum?
    War die Ausbildung Deine eigene Entscheidung - oder erfüllst Du eventuell ein Plan-Soll Deiner Eltern?
    Wie war das erste Jahr für Dich?
    Magst Du verraten, um welche Branche es sich handelt?
    Kann es sein, dass Du ein bisschen Heimweh hast?
    Lebst Du gerne dort, wo Du gerade bist?

    Erstmal einen lieben Gruß,
    Lucille
  4. Aquila1988 New Member

    Erstmal danke für die Antworten!
    Meine Ausbildung dauert insgesamt drei Jahre, ich bin jetzt genau in der Mitte. Die ersten eineinhalb Jahre waren nur theoretische Ausbildung. Ich hatte sehr gute Noten und fand es auch interessant. Ich habe die Ausbildung selber gewählt, meine Eltern haben sich da nicht eingemischt.
    Ich mache die Ausbildung zur Ergotherapeutin, d.h. eine Ausbildung im sozialen Bereich. An sich hatte ich bisher nicht wirklich Heimweh. Ich bin ja immer wieder nach Hause gefahren, vor allem in den Ferien. Außerdem ist die familiäre Situation auch nicht unbedingt optimal, daher habe ich mich sehr gefreut, als ich wegziehen konnte. Das hat die Situation etwas gelockert. Jetzt, wo es mir nicht sonderlich gut geht, habe ich im Prinzip schon Heimweh. Ich würde am liebsten wieder heim und mich wie ein kleines Kind am Schoss meiner Mutter zusammenrollen sozusagen.
    An sich lebe ich schon gerne dort, wo ich gerade bin.
  5. ElliB Active Member

    Liebe Aquila,

    Ergotherapeutin ist ein Beruf mit Zukunft, da hast Du doch eine gute Wahl getroffen!
    Es ist überall so, dass Theorie und Praxis zwei ganz unterschiedliche Sachen sind. Aber wenn Du in der Theorie so gut bist, bedeutet das doch, dass dieser Beruf Dir liegt, Du wirst die Praxis bestimmt auch schaffen. Du musst ganz einfach mit Dir selbst Geduld haben. Es ist doch ein schöner Erfolg, dass Du die Hälfte schon geschafft hast.

    [IMG] Deine Mutter würde sich schön bedanken für so ein schweres Schoßkind! *grins* Wenn es Dir seelisch wieder besser geht, wird auch das Heimweh verschwinden.

    Gib nicht auf, Liebes!

    ElliB
  6. Lucille Well-Known Member

    Liebe Aquila,

    ist doch irgendwie total beruhigend, dass Du nicht nach der Halbzeit feststellst, dass der gewählte Beruf doch nicht "Deiner" ist. Das gibt es nämlich auch oft.

    Tatsächlich hast Du ein Problem mit dem Praktikum, aus welchen Gründen auch immer. Da ist es oft ungemein hilfreich, genau die Dinge, die Dich stören, bei der zuständigen Person anzusprechen. Auch sie ist einmal den gleichen oder einen ähnlichen Ausbildungsweg gegangen, es kann gut sein, dass ihr Deine Anliegen nicht fremd sind, wenn sie sich zurück erinnert. Wenn Du das Gespräch ohne Vorwurfshaltung führen kannst, dann ist das schon mal die "halbe Miete". Nur Mut, es würde auf alle Fälle etwas bewegen, und Du kämst Dir nicht mehr so hilflos ausgeliefert vor.

    Dein Heimweh finde ich trotzdem nachvollziehbar, das überkommt oft auch viel ältere "Kinder" ;)
    Und nur, weil Deine Eltern diese Ausbildung bezahlen, heißt ja nicht automatisch, dass Du sämtliche eventuelle Schwierigkeiten von ihnen fernhalten musst. Eltern sind oft viel verständnisvoller, als man zunächst glaubt. Dich mit jemandem auszutauschen kann sehr ent-lastend sein.

    Alles Liebe für Dich,
    Lucille
  7. Aquila1988 New Member

    Das ist ja unter anderem das Problem. Ich bin mir gar nicht mehr sicher, ob das wirklich der Beruf ist, den ich mal ausüben möchte. Momentan möchte ich damit eigentlich nichts zu tun haben. Ich weiß nur nicht, ob das nur an dem Praktikum liegt oder, wie ich befürchte, an dem Beruf generell.
    Mit meiner Betreuerin im Praktikum zu reden wäre theoretisch sicher gut. Aber ich bezweifle, dass es wirklich etwas bringen würde. Sie hat mir bereits in der zweiten Woche gesagt: "Wenn das so weiter geht, sehe ich schon, dass das eine Katastrophe wird." Sie sagt mir immer wieder, dass auch meine Lehrerin sozusagen nen Anfall kriegen würde bzw. wird, wenn sie das sieht. Und dann meint sie wieder sie möchte natürlich nicht zu viel Druck aufbauen. Manchmal würde ich ihr am liebsten eine reinhauen. Schließlich weiß ich auch selbst, dass ich keine gute Praktikantin bin und das wohl auch nicht mehr werde. Diese Woche soll meine Lehrerin kommen und sich eine Stunde ansehen, die ich größtenteils wohl übernehmen soll. Allein bei dem Gedanken daran könnte ich schon losheulen. Das schaff ich doch eh nicht.
    Ich will einfach nur raus aus der ganzen Sch...!
  8. Clara Clayton Well-Known Member

    Hallo du,

    du wirst wohl oder übel mit Jemanden sprechen müssen um deine Probleme zu schildern. Eine Ausbilderin, die sich so äußert, ist keine Ausbilderin. Was hast du denn "verbockt", daß sie sowas sagt?

    Als meine Tochte mit Anfang zwanzig ein Studium in einer anderen Stadt anfing, fühlte sie sich zunächst auch einsam. Sie lebte in einer kleinen Wohnung, ganz alleine, das war sie nicht gewohnt. Sie zog dann in eine WG, wo sie mehr Gesellschaft hatte. Dort wurde es schlagartig besser mit dem Heimweh und der Einsamkeit.

    Wäre das auch was für dich?

    Zu deiner Ausbildung: es kann ja durchaus sein, daß dieser Beruf nichts für dich ist. Dann mußt du etwas Anderes machen. Aber klär deine Probleme zunächst einmal ab. Gib´nicht einfach auf. Aber, wenn es gar nicht geht, dann mache es. Es gibt keinen Grund unglücklich zu sein.

    Und suche dir psychologische Hilfe. Das ist wichtig für dich. Damit du dein inneres Gleichgewicht und dein Selbstwertgefühl wiederfindest. Du mußt mit Jemanden reden, hörst du?!

    Liebe Grüße für dich und viel Mut und Kraft. Du schaffst das!

    Clara
  9. Hortensie Well-Known Member

    Hallo Aquila,
    schade, dass du nicht mit deinen Eltern darüber reden kannst. Wie ist es mit der Lehrerin? Könntest du vielleicht mit ihr reden? Da ich selber eine arg besch...eidene Lehrzeit hatte, kann ich mich in dich hineinversetzen.(Jeden Morgen Bauchschmerzen, fast jeden Tag heulen in der Firma, ich dachte ich könnte mit meinen Eltern nicht darüber reden und habe es auch nicht getan*) Ich denke, da du schon die Hälfte herum hast, wäre es gut durchzuhalten. Könntest du dich nach einer anderen praktischen Stelle umsehen? Viele Ausbilder sind eigentlich gar nicht fähig Auszubildende zu leiten. Du machst das, weil du das lernen willst und nicht, weil du das schon kannst. Das vergessen sie meist gerne.
    Du hast gerade alles, Probleme bei der Arbeit und dann auch noch alleine, klar, dass du nur noch schlafen willst. Könntest du vielleicht einen Sport nebenbei machen?Da kannst du noch Kontakte knüpfen und tust deinem Körper etwas Gutes.
    Meine persönliche Meinung ist durchhalten Ausbildung beenden. Wenn es dir tatsächlich nicht gefallen sollte, kannst du immer noch etwas anderes machen, aber hast eine abgeschlossenen Ausbildung. Das macht sich heutzutage in Lebensläufen besser, als eine abgebrochene...
    *ich wünsche keinem so eine Lehrzeit wie mir...allerdings habe ich viel gelernt und in meinem späteren Leben ist es mir immer zu Gute gekommen. Letztendlich bin ich froh, dass ich das durchgezogen habe. Ich habe bisher immer gute Jobangebote bekommen,so dass ich denke, es war zwar hart, aber hat mich fürs Leben geprägt und das im Positiven Sinne. Ich habe gelernt mir bei der Arbeit nicht mehr alles gefallen zu lassen. Damit bin ich bisher immer gut gefahren.
    Alles Gute für dich
    Eberesche
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  10. Silence Well-Known Member

    Hallo Aquila,

    während meiner Ausbildung damals zur Erzieherin hatte ich genau das gleiche Problem !
    Mir hat es geholfen, den Praktikumsplatz zu wechseln, nachdem ich das Gespräch damals mit der Leiterin gesucht habe und diese total unkooperativ gewesen ist.
    Sehr viel in meiner Klasse hatten das Problem, daß es Praxisanleiter gibt, die sich unzureichend oder überhaupt nicht für den Praktikanten interessieren oder ihn ggf. mobben !

    Das mußt Du dir aber nicht gefallen lassen !
    Und erst recht nicht erleiden !!!!

    Kannst Du versuchen, mit Deiner " Chefin" zu reden ???

    Also so zu reden, daß Du sie nicht beschuldigst, sondern daß Du über Deine Gefühle und daß was du hier geschrieben hast , sprichst ??
    Gut ist auch immer, jemanden direkt zu fragen, was SIE sich denn wünschen würde, daß es besser läuft.
    Damit zeigst Du Bereitschaft an Dir zu arbeiten !

    Anhand ihrer Reaktion merkst Du ja dann, wie sie Dir in Zukunft gegenübersteht !

    Du hast einen wirklich schönen Beruf gewählt und den würde ich mir nicht durch einen einzigen Menschen zermürben lassen !

    Du kannst dadurch nur wachsen, indem Du für Dich einstehst !!!

    Wenn das im Praktikum dann besser läuft , könnte ich mir vorstellen, daß Du Dich insgesamt besser fühlst !
    Ich drücke Dir ganz feste die Daumen und wünsche Dir viel Glück !!!!!


    Viele herzliche Grüße,


    Silence
  11. Reinfriede Well-Known Member

    Liebe Aquila!

    Ich sehe das ähnlich wie meine Vorschreiberinnen, so ein Praktikum kann auch ein Scheideweg sein, ob man den gebrauchten "langen Atem" hat oder nicht.

    Oft hilft es, einfach zu sagen: Augen zu und durch.....

    Wenn die Bedingungen tatsächlich unerträglich sind, so müsstest Du schauen, wer für Dich zuständig ist - ist Dir niemand als Betreuung zugeteilt worden?

    Liebe Grüße
    Reinfriede
  12. Aquila1988 New Member

    Ich habe gestern endlich mal den Schritt gewagt, mit jemandem zu reden. Ich habe es meiner Mutter erzählt, die dann auch zu mir gekommen ist und mit mir geredet hat. Sie sagt ich solle mir psychologische Hilfe suchen und nochmal mit der Praktikumsstelle und meiner betreuenden Lehrkraft reden. In der Praktikumsstelle habe ich dann auch Bescheid gegeben. Die Anleiterin meinte auch sie wolle nochmal mit mir reden und so. Auf das Gespräch freue ich mich schon ungemein! :-/
    Diese Woche wäre auch meine Lehrerin in die Praktikumsstelle gekommen, um sich anzusehen wie alles so läuft etc.. Also habe ich auch noch mit meiner Lehrerin telefoniert. Sie war auch total verständnisvoll, hat länger mit mir geredet. Und heute darf ich dann auch noch mit meiner Schulleiterin sprechen. Das wird auch nochmal "lustig". Und meine Direktorin widerum hat Kontakt zu einem "Psycho-Arzt" (bei dem wir auch schonmal Unterricht hatten) und kann den dann anrufen, damit ich nicht so lange auf einen Termin warten muss. Mann, ich wünschte, ich würde einfach so alles auf die Reihe kriegen, ohne x "Fremden" mein Herz ausschütten zu müssen.
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  13. Reinfriede Well-Known Member

    Liebe Aquila!

    Wenn ich das richtig verstanden habe, möchtest Du Lehrer werden?

    Eine meiner Töchter hatte auch ein ähnliches Problem beim Studium. Das Studium selbst machte ihr total viel Spaß, dann kamen die ersten Praxiswochen und es war der blanke Horror für sie. Die Betreuungslehrer, die ihr eigentlich helfen sollten, suchten nur nach Fehlern und machten sie ständig nieder.

    Es war eine schwierige und sehr belastende Situation, sie verzweifelte bald daran. Und ich hatte das Gefühl, je mehr sie redete, desto mehr fanden sie die Bestätigung dafür, dass sie "fehlerhaft" sei. Irgendwie ging der Schuss nach hinten los. Statt ihr zu helfen, demotivierten sie sie total und ließen sie ohne Antworten auf Fragen zurück.

    Heute, rückblickend gesehen, sagt sie, sie hätte damals einfach mehr Rückgrat beweisen müssen, Augen zu und durch, keine Schwächen zeigen und sich ja nicht anmerken lassen, dass es ihr nicht gut geht dabei. Ist traurig, dass das SO läuft, aber leider offensichtlich möglich.

    Wäre mit anderen Praxisbetreuungen auch wahrscheinlich auch völlig anders verlaufen, ich denke, sie hatte einfach Pech. Was bei dem einen gut sein kann (das Reden über Probleme) kann bei dem anderen völlig verkehrt sein (er wartet nur auf Infos, um Dich schlechter beurteilen zu können).

    Liebe Aquila, egal, wie es ausgeht, ich drück Dir auf alle Fälle die Daumen, dass Du es schaffst - so oder so.

    Liebe Grüße
    Reinfriede
  14. ElliB Active Member

    Liebe Aquila,

    Ich drück' Dir ganz fest die Daumen für Deine vielen Gespräche! Wirst sehen, es wird alles gut!!!!!!!!!!!!!
    Jedenfalls ist es ganz super, dass Du jetzt die Initiative ergriffen hast, es kann also alles nur besser werden.
    Bitte berichte weiter, ja?

    Alles Liebe,
    ElliB
  15. Silence Well-Known Member

    Hallo Aquila,

    das hört sich doch alles sehr gut an !

    Jetzt solltest Du nur noch versuchen, das ganze positiver zu betrachten und keine Panik davor zu haben.
    So wie ich das verstanden habe, bekommst Du sämtliche Unterstützung !!! Und das ist sehr wertvoll !


    Ich wünsche Dir ganz viel Erfolg dabei !

    Es würde mich echt interessieren, was aus Dir weiter geworden ist und ob Du weiterhin Ergotherapeutin wirst !



    Alles Gute,


    Silence
  16. Aquila1988 New Member

    Hey zusammen!
    Hab mich jetzt sehr lang nicht mehr gemeldet. War fast drei Monate in ner Klinik.
    Im Prinzip geht es mir jetzt besser, habe allerdings so meine Probleme wieder im
    normalen Alltag anzukommen, d.h. nicht in alte Verhaltensmuster zurückzufallen.
    Und ich stehe vor der Frage, ob ich meine Ausbildung nun abbrechen soll und mir
    etwas anderes suche oder ob ich es nochmal probier.
    Ich könnte, voraussichtlich nächstes Jahr, erneut ins Praktikum starten, bei einer
    anderen Praktikumsstelle natürlich, und meine Ausbildung dann eben ein Jahr
    später als normal abschließen. Aber ich weiß nicht, ob ich das machen soll. Ich
    glaube nicht, dass ich eine Ergotherapeutin sein könnte, ich kann mich nicht in dem
    Beruf sehen. Dummerweise kann ich mich auch nicht wirklich in einem anderen
    sehen. Ich denk mir einerseits schon, dass ich ja nur noch eineinhalb Jahre vor mir
    habe und dann kann ich ja immer noch mich beruflich umorientieren. Und wenn ich
    es nochmal im Praktikum versuche, dann kann ich auch herausfinden, ob ich es nicht
    doch kann und mir die Arbeit nur nicht zutraue.
    Andererseits habe ich wahnsinnig Schiss, dass ich es nochmal versuche, es erneut nicht
    klappt, weil ich der Arbeit doch nicht gewachsen bin, und ich dann erstrecht wieder in
    ein tiefes Loch falle und mich für komplett unfähig halte.
    Zudem ist da noch die Frage, ob ich hier in meiner Wohnung bleib oder zurück zu meiner
    Familie in meine Heimatstadt zieh. Beides hätte seine Vor- und Nachteile. Wenn ich meine
    Ausbildung nicht weiter mache, hätte ich in meiner Heimat mehr Möglichkeiten, aber
    ich habe nur hier wirklich Freunde.
    Jedes Mal, wenn ich glaube eine Entscheidung getroffen zu haben, und nochmal "ne Nacht
    drüber schlafe" bin ich am nächsten Tag wieder absolut dagegen.
    Ich komm bei meinen Überlegungen nicht weiter, dreh mich nur im Kreis und fühle
    mich dabei sch... . Ich hab tierische Angst mich falsch zu entscheiden und es dann zu
    bereuen!
    Aber es tut gut, hier mal wieder "Dampf ablassen" zu können. :)
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  17. Hortensie Well-Known Member

    Schön, dass du dich meldest.
    Ich denke es gibt keine falschen Entscheidungen. Sie bringen dich immer weiter und vermitteln die neue andere Erkenntnisse. Sei es, dass du weißt, wie du es nicht machen möchtest. Ich persönlich bin immer dafür die eine Ausbildung durchzuziehen (wenn man schon so weit ist), und dann weiter sehen. Was du hast, das hast du. Dann hast du zumindest keine abgebrochene Ausbildung in deinem Lebenslauf. Besser zwei Ausbildungen als eine abgebrochene.
    Manchmal muss man sich durch etwas durchbeissen, dann wird es hinterher um so leichter. Ich weiß wovon ich spreche, ich hatte eine Horrorausbildung, aber die hat mir letztendlich viele Türen geöffnet und mir zu einem erfolgreichen Berufsleben verholfen...und auch zu mehr Selbstbewusstsein. Erst viel, viel später, aber immerhin :cool:.
    Schreibe dir alle Möglichkeiten auf, die du in Betracht ziehst. Dann schreibe dir dazu alle Vor- und Nachteile auf. Vielleicht kannst du so besser eine Entscheidung treffen.
    Ich wünsche dir viel Erfolg dabei.
  18. Silence Well-Known Member

    Hallo Aquila,

    das ist schön, daß Du Dich wieder gemeldet hast ! :)

    Hast Du mit den Mitarbeitern von dieser Klinik mal über Deine Zweifel sprechen können ?
    Ich kann mich Eberesche da nur anschließen !
    Versuche es nicht als scheitern zu sehen, falls etwas mißlingt , sondern als weiterren Entwicklungsschritt zu Dir als Persönlichkeit.
    Hab keine Angst und versuche Dir zu vertrauen, denn wenn Du Dich als Deine beste Freundin ansiehst, dann verzeihst Du Dir sicherlich auch Fehler, die im Endeffekt jeder macht. Einer guten Freundin würdest Du das bestimmt verzeihen, als solche schätze ich Dich ein !

    Mir kam da noch die Idee mich in einem Berufsbildungswerk über andere Berufe noch schlau zu machen, die zu Dir passen könnten!

    Und dort gibts auch nochmal ne fachliche Beratung dazu.

    Ich wünsche Dir weiterhin viel Glück und alles Gute,

    Herzliche Grüße

    Silence
  19. Aquila1988 New Member

    So, wieder etwas Zeit vergangen.
    Ja, in der Klinik hab ich darüber gesprochen, aber die Antworten haben mich nicht wirklich weiter gebracht. Der Oberarzt der Station, bei dem man (zum Glück nur selten!) Visite hatte, sagte ich solle die Ausbildung weiter machen, da die ja sehr einfach sei und es sich sonst schlecht im Lebenslauf machen würde. Wow, dazu brauch ich kein Studium, um zu so einer Meinung zu kommen! (Mir ist natürlich klar, dass mir niemand die Entscheidung abnehmen kann, aber die Antwort fand ich trotzdem dämlich.)
    Aber egal, ich habe mich nach langem hin und her überlegen und Berufswahl-Zeugs lesen dazu entschlossen meine Ausbildung weiter zu machen.
    Konnte auch früher als erwartet starten, also schon September wieder rein ins Praktikum. Anderer Arbeitsbereich, andere Stelle - gleiche Probleme!?
    Ich habe jetzt vier Wochen Praktikum, also ein Drittel des Praktikums etwa, hinter mir und bin von meinem Scheitern mal wieder überzeugt. Das Team ist echt super, alle nett, alles super, aber die Probleme liegen mal wieder bei mir. Wenn mir jemand genau sagt oder am besten zeigt, was ich wie mit welchem Patienten machen soll, dann gehts meist halbwegs. Aber ich kriegs nicht hin mir selbst was zu überlegen, bin einfach komplett planlos.
    Vor kurzem war jetzt die Lehrkraft, die mich in dem Praktikum betreut, in der Praxis und hat mit mir geredet. Ich war wie immer total angespannt und musste heulen, sobald sie nur das Wort Probesichtstunde in den Mund genommen hat. (Probesichtstunde u. Sichtstunde sind zwei Stunden, in den der Lehrer kommt und sich die Therapie anschaut, bei der Sichtstunde wird das Ganze dann benotet.) Ich HASSE es vor anderen zu heulen, vor allem vor Lehrern und so! Sie hat dann Prüfungsangst als Ursache gesehen und ich hab einfach zugestimmt, stimmt ja in gewisser Weise auch.
    Ich wünsch mir momentan so sehr einfach wieder in der Schule zu sein, wo man "nur" Theorie büffeln muss. Oder in einer anderen Ausbildung. Vielleicht bin ich einfach kein Mensch, der in der Praxis, also direkt am Menschen, arbeiten kann. Vielleicht sollte ich lieber irgendeinen Bürojob machen, das krieg ich dann evtl. eher hin.
    Ich bin anfangs echt für meine Verhältnisse optimistisch ins Praktikum gegangen und hab gedacht, diesmal läufts besser etc.. Und mittlerweile merk ich, dass meine Stimmung langsam wieder bergab geht. Und das nervt mich so richtig. Da fühl ich mich so richtig wie ein kleines blödes Sensibelchen, dass nichts auf die Reihe kriegt und nicht mal eine normale Ausbildung schafft!
  20. Silence Well-Known Member

    Hallo, liebe Aquila,

    ich nehme dich mal gedanklich in den Arm, das tut mir sehr leid für Dich, daß Du da scheinbar ( wieder ??? ) in einer Sackgasse steckst .

    Bei Deiner Erzählung fiel mir ein Satz besonders auf : " Ich wünsche mir sosehr, einfach nur in der Schule zu sein und " nur " Theorie zu büffeln !

    Und ich finde , dieser Satz sagt eine ganze Menge über Dich aus !

    Wenn ich das richtig verstanden habe, kannst Du in Anwesenheit eines Kollegen oder Lehrkraft die Aufgaben, die an dich gestellt werden, gut bewältigen.
    Und wenn Du alleine davor stehst, klappt es nicht .....

    Es gibt hierbei dritte Möglichkeiten:

    1. Du hast Angst davor, mit diesem Patineten alleine in Kontakt zu treten, weil es da eine Hemmschwelle gibt.
    Vielleicht ist diese Hemmschwelle auch Schüchternheit, daß weiß ich nicht, denn dafür kenne ich Dich zuwenig.

    2. Du hast Angst davor, etwas falsch zu machen, weil Du weißt, daß dies wieder ein längeres Gespräch zur Folge hat und verkrampfst dich so dermaßen, daß es zu einem Blackout kommt.

    3. Der ganze Beruf entspricht nicht Deinem Wesen, es gibt auch Sozialberater, die ihren Beruf hauptsächlich auf theoretischer Basis in Ämtern ausüben und so ihr Wissen vermitteln und Menschen weiterhelfen. Zum Beispiel wenn es darum geht, Pflege und Hilfe für bedürftige Menschen zu organinieren. Vielleicht bist Du ja in Sachen Organisation sehr gut..........

    Warum tust Du Dir das an, wenn es nicht Deinem Wesen entspricht.

    Den Beruf übst Du unter Umständen ein Leben lang aus.

    Und wenn Du in Deinem Lebenslauf dann die Kategorie : berufliche Orientierung "c einschiebst und das vernünftig erklären kannst, dann ist es eher so, daß dies akzeptiert wird, gemäß dem Motto : Ich war noch jung und bruachte Erfahrung, da kann Dir kein zukünftiger Vorgesetzter ein Strick draus drehen !

    Ich wünsche Dir alles Gute und viel Erfolg ,

    Silence

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