ein Sommermärchen?

Dieses Thema im Forum 'Untreue, Fremdgehen,Seitensprung,Dreiecksbeziehung' wurde von moyo33 gestartet, 24 Juli 2011.

  1. Hortensie Well-Known Member

    Moin Martin,
    ich glaube ich bekomme Bauchschmerzen. Besonders bei dem ersten Satz. "Die Familie...nich zerreisst." Fragt sich einer von den beiden mal, wie sich die
    Tochter fühlt? Nöööö die sind schön froh, dass sie -mittlerweile- damit leben können. Keiner von beiden nimmt der Tochter die Last ab... Wie schäbig ist das denn?
    Sorry, das geht gar nicht.
    Ich denke diese Situationen sind untereinander nicht vergleichbar. Alle nicht. Hier hat die Tochter das mitbekommen und etwas gesehen. Keiner hilft ihr damit umzugehen. Sicher ist es nicht leicht zu entscheiden, wie man(n) sich in dieser Situation verhalten soll. Ich denke das erfordert eine Menge Feingefühl.
    Ich habe es damals meinen Kinden auch nicht erzählt; auch nicht warum ich die Trennung anstrebte....mein Ex-Mann hat versucht mich (mit anderen Dingen) schlecht zu machen. Ist ihm auch gelungen - vielen gegenüber. Monatelang hatte ich bei meinen Kindern (und nicht nur bei den Kindern) den schwarzen Peter.... Bis durch einen dummen Zufall meine (damals) jüngste Tochter (13/14) ein Gespräch mitbekam....Es tat mir unwahrscheinlich leid... dennoch hatte ich plötzlich das Verständnis meiner Kinder....
    Ich hätte mir zwar gewünscht, dass sie es nicht mit anhören musste......dennoch war es ja Tatsache. Das hätte der Vater sich vorher überlegen müssen.
    Natürlich ist der Respekt dann weg, für mich verständlich. Auch das Verhalten von diesem einen expliziten Fremdgehfall (neben vielen anderen, die ich nicht mitbekommen habe).....sicher habe ich mich anders verhalten....einmal war da die Angst vor AIDS und zum anderen ging auch mir der Respekt verloren... das überträgt sich auf den Alltag.... Auch das andere "Schlechtmachen" relativierte sich mit der Zeit....die Leute merkten, dass die Geschichten nicht stimmten und ich hatte meine Rehabilitation. Aber da war es mir schon egal.... vorher hatte ich echt dran zu knacken und das obwohl alles gelogen war...
    Ich bin mir sicher, irgendwann kommt alles an Tageslicht oder holt einen ein, in einem Maße, was man(n) sich nicht erträumen läßt...
    Deshalb, wie meine Omma schon sagte: "Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende!"
    *Hier 5€ fürsschweinchengeb*
    In diesem Sinne
    Eberesche
  2. Lucille Well-Known Member

    Ich weiß, was Du meinst.
    Solche Erkenntnisse seitens der Kinder tragen auch dazu bei, selbst in gewissem Sinn rehabilitiert
    zu werden. Bei mir war/ist es ähnlich.

    LG
    Lucille
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  3. Martin44 Active Member

    Ich hab aber noch immer keine Antwort: Ob der Mann seine Tochter über das Fremdgehen der Mutter informieren sollte!(?)
    @Lucille
    Die Tochter ist 26 , - verheiratet und hat zwei liebe Kinder und nen hohen Manager eines Industrieunternehmens zum Mann.
    @
    Das Verhältnis zur Mutter ist besonders inniglich.
    Und genau dieses innigliche Verhältnis der beiden will der Vater nicht zer/-stören.
    Die Eltern kommen samstags oft zum Kartenspielen und wenn so etwa einmal im Jahr
    über die Sache gesprochen wird, - sind sie froh darüber, dass keiner dem anderen etwas vorzuwerfen hat,
    was sie/er in dem Fall einst nicht selber getan hat.
    Und genau dieser Umstand ist es, dass sie den Eindruck einer glücklichen Ehe machen.
    Und all die Dinge, die sie uns erzählen über gemeinsame Urlaube (haben ein riesiges Boot an der Adria liegen), Theaterbesuche etc. etc.
    lassen vermuten, dass der Eindruck durchaus stimmig ist.

    Daher nochmals die allgemeine Frage. Sollten Eltern oder eine/r der beiden ihre erwachsenen Kinder vom Fremdgehen eines Elternteils informieren.
    Ich denke nein. Die eventuell vorhandene Achtung, - ein eventuell schönes Bild von den Eltern würde dadurch verloren gehn.

    Es gibt deren Dinge noch mehr, welche die Eltern den Kindern nicht aufbürden sollten. Egal wie alt diese Kinder auch immer sein mögen.
    Wie fatal ein solches "Ausplaudern" sein kann, beweist etwa die Aussage: "Meine Mutter wollte mich eigentlich abtreiben"
    Wenn die Mutter dies der Tochter/dem Sohn nicht sagt, - lebt sie dann mit einer Lüge? Nee!

    lg Martin
  4. Hortensie Well-Known Member

    Huiuiui Martin,
    soviele Fragen. Die können wir hier nicht beantworten.
    Tatsache ist doch sie haben der Tochter (ungewollt?) schon etwas aufgebürdet. Warum sollten wir dir hier eine Antwort geben?
    Die Frage ist doch "Warum sollte er seine Tochter darüber informieren"? Er könnte einfach mit ihr reden und sagen, dass er seine Gründe hatte,
    die die Tochter nicht betreffen? . Totschweigen macht es doch nicht besser - in diesem Fall. Deswegen könnte es vielleicht in einem anderen Fall besser sein....vielleicht auch nicht.
    Du wirst von uns keine Antwort bekommen.
    Ich würde meinen, wenn der Vater es so erzählt, wäre ich natürlich geneigt zu behaupten, er wolle seine Frau schlecht machen und versuchen sich rein zu waschen. Die beiden können ja glücklich sein - in ihrer Beziehung zueinander, aber die Tochter hat den Vater nun mal in einer eindeutigen Situation erwischt. Die Tochter belastet das, sonst würde sie sich ihrem Vater gegenüber nicht so verhalten. Da nützt auch kein riesiges Boot an der Adria, wenn das nicht bereinigt wird.
    Martin, wir kennen diese Leute nicht. Wissen nicht, wie sie miteinander umgehen. Wir wissen nicht ob und wie die Tochter leidet.
    Wir wissen gar nichts. So oder so.
    Es kommt doch immer auf die Situation an.
    Du würdest es befürworten, dass Kinder ein schönes Bild von den Eltern haben? Egal was die Eltern machen? Sind die Eltern Götter? Unfehlbar?
    Die Eltern sind Menschen und somit menschlich. Kinder lernen (wage ich mal zu behaupten) mehr aus Krisen, Konfrontationen und Diskussionen als aus Verschweigen und einer Schönwetterwelt. Je höher ich die Eltern stelle, desto tiefer werden sie eines Tages fallen (in der Achtung der Kinder).
    Ich denke nicht, dass es immer um einfaches "Ausplaudern" geht... In diesem Fall ist es vielleicht zu spät für eine Aufklärung unter relativ normalen Bedingungen. Dazu ist es zu lange her...aber wie deine Anteilnahme zeigt ist es doch anscheinend immer noch aktuell. Der Mann gibt vor, das Bild bzw. das gute Verhältnis nicht zerstören zu wollen... Die Tochter wird erschüttert sein, das ist klar...
    Du machst es dir leicht. Willst von uns eine Antwort. Und nochmal schreibe ich auch Verschweigen kann Lüge sein.
    Wieder mal nur meine bescheidene Meinung.
    Eberesche
    Ach ja,
    Ich denke eine solche Aussage wird nur von einer Mutter kommen, die ihr Kind auch so behandelt. Da bedarf es nicht noch so einer Aussage. Das Kind wird es eh spüren, wenn es nicht erwünscht ist.
    Und die Folgen wird es das ganze Leben lang tragen.
    Entweder wird das Kind überbehütet, weil es der Mutter leid tut, oder dem Kind wird immer gesagt, dass es nicht erwünscht war. Ein guter Weg wäre doch, wenn es die Mutter damit abschliessen könnte und dazu steht ohne das Kind damit zu belasten.
    Das würde sich ja auch auf das Kind übertragen. Das andere zeigt nur, dass die Mutter ein schlechtes Gewissen hat und alles verlagert.

    Aber du bringst ein Beispiel, da verstehe ich den Zusammenhang nicht. Das ist für mich Äpfel mit Birnen vergleichen.
    Das sind unterschiedliche Sachen, die du vermischen möchtest. Es gibt keine allumfassende Regel, wie wir mit Menschen umzugehen haben.
    Irgendwer schrieb hier schon, wir sind alle einzigartig und das ist auch so.
    Jede Situation hat eine andere Lösung parat, auch wenn einige ähnlich erscheinen.
    Eberesche
    Lucille gefällt dies.
  5. Bachstelze Well-Known Member

    Lieber Martin,

    klar, wir stecken alle nicht drin. Aber ich geb jetzt trotzdem mal meinen Senf dazu, so wie es sich für mich liest.

    Die Tochter hat etwas gesehen, was sie belastet. Nämlich, dass der Vater die Mutter, zu der sie ein sehr innigliches Verhältnis hat wie Du schreibst, betrügt.

    Da die Eltern ihr stets eine heile Familie vorspielen, geht sie davon aus, dass die Mutter nichts weiß und von dieser Tatsache sehr verletzt wäre, wenn sie es erfahren würde.

    Das heißt, die Tochter sieht den Vater als Verräter und gleichzeitig trägt sie das "Geheimnis" von dem sie gar nicht weiß, dass es gar keines ist, für den Vater - damit die Mutter unbeschwert weiterleben kann.

    Übel!!

    Meine Ansicht dazu? Vater und Mutter sollten sich gemeinsam, von sich aus, mit der Tochter hinsetzen und ehrlich reden mit ihr. Das kann ja auch so aussehen, dass man sagt "zwischen uns ist nicht mehr alles so wie früher, das Begehren ist weg, aber wir sind uns einig dass wir unser Leben weiterhin zusammen verbringen und genießen möchten. Wir haben daher eine Vereinbarung getroffen und uns gegenseitig von der ehelichen Treue entbunden. Dass Du es auf diese Art und Weise mitbekommen hast, tut uns leid, wir wollten Dich damit nicht belasten."

    Oder so. War nur ein Beispiel. Dann muss der Vater die Mutter nicht verpetzen, keiner muss ins Detail gehen, und trotzdem wird die Tochter von diesem Geheimnis entlastet. Natürlich wird sie so was auch nicht schick finden, aber ich als Tochter meiner Eltern könnte damit besser klarkommen als mit der Situation wie Du sie schilderst. Und alle können wieder normal miteinander umgehen.

    lg
    B.
  6. Lucille Well-Known Member

    Das ist der Kern.
    Alles andere ist Schönmalerei und Vermeidung zugunsten eines trügerischen Friedens.

    Martin, rein interessehalber ... warum erwähnst Du in diesem Zusammenhang den "hohen Manager" und das "riesige Boot an der Adria"?
    Was haben diese Äußerlichkeiten mit der Sache zu tun?
    Auch wenn diese Bilderbuchfamilie in einer Bilderbuchidylle lebt - das Problem wird dadurch kein anderes.
    Seelenschmerz orientiert sich nicht an Hab und Gut.

    LG
    Lucille
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  7. ChrisTina Well-Known Member

    nur meine meinung dazu:

    Nein - auf gar keinen Fall
    Es ist die PFLICHT der Mutter, dies zu tun - auch, wenn sie dann nicht mehr Liebkind bei der Tochter ist.

    Grundsätzlich - und aus systemischer Sicht - geht es die Kinder nichts an - es ist Sache der Eltern, dies untereinander aus zu machen.

    Aber - in deinem speziellen Fall - die Tochter hat einen Fremdgehpart mitbekommen - dann sollte es klar und offen dargelegt werden - dass es beidseits war - sich die Eltern aber arrangiert haben - und es die Tochter nichts angeht.

    In dem Fall hängt sie ja sowieso drinnen - und das noch dazu einseitig - und ist noch dazu der Liebling der Person, die ihr verschweigt, dass sie auch nicht "besser" ist als der pöhse Papa.

    Welches "schöne Bild der Eltern"? Also jetzt im konkreten Fall - die Tochter geht davon aus, der Vater ist ein Schwein - besch...t die liebe gute brave Mama - und versaut sich vielleicht dadurch das ganze Leben, weil sie die "arme Mama" bemitleidet - und skeptisch auf den Vater - oder auch die Männer - schaut - aber klar, Bilder kann man sich immer schön malen - ich möcht nicht mal tiefer in die "heile Welt" der Tochter rein schauen *zugeb*
  8. Clara Clayton Well-Known Member

    Richtig! ChrisTina schreibt es. Aber eigentlich kannst du dir die Antwort ja wohl denken, oder Martin?!

    Die Mutter muß ja wohl mit einem "Klammerbeutel gepudert" sein, daß sie das gestörte Verhältnis der Tochter zu ihrem Vater zuläßt und ihren eigenen Fehltritt lieber geheim hält.

    Wenn die Tochter ein gutes Verhältnis zur Mutter hat, wird dieses doch nicht vom Fremdgehen der Mutter zerstört. Zumal die Geschichte schon vorbei - und die Ehepartner wieder vereinigt sind.

    Immerhin ist die Tochter ja erwachsen. Wenn sie da nicht gelernt hat, daß der Vater trotz seines Betruges an seiner Frau ein guter Mensch und Vater sein kann, dann ist da mal eine Therapie angesagt. Das gilt auch für das Verhältnis zur Mutter. Es ist ja schließlich in erster Linie eine Sache zwischen den Eltern.

    Daß die Tochter sich in Bezug auf ihren Vater wie ein kleines Kind benimmt, weil sie nicht mit diesem spricht, ist allerdings sehr auffällig (wird wie ein Kind behandelt - und benimmt sich auch so).

    Bin übrigens gerade am überlegen, ob wir(mein Mann und ich) uns vielleicht auch ein Boot zulegen sollten, mit dem wir an der Adria vor Anker gehen können. Dann werden wir ja wohl so richtig glücklich sein... Fehlen mir nur noch die Kröten dafür...
  9. Martin44 Active Member

    Danke für die zahlreichen Stellungnahmen.
    Einige davon haben mir gewisse Einschätzungen neu ermöglicht.
    lg Martin
    Eberesche gefällt dies.

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