Liebe Abendsonne,
ich kapier Deine Gedankengänge einfach nicht, obwohl ich mich echt bemühe.
Alleine das von Dir entworfene Szenario, dass der Vater die Kinder GAR NICHT MEHR sieht ... und deshalb die große Kurve kratzt,
und das gleich auch nach Südamerika ...
Wie kommst Du bloß auf so etwas???
Keine Regelung der Welt sieht das so oder auch nur ähnlich vor. Keine.
Es würde sich höchstens um eine recht eigenwillige Reaktion Deines Mannes handeln.
Ich persönlich stelle mir das für Eure Kinder sehr unruhig vor - das, was Du anpassen nennst.
Du forderst (Ihr fordert) eine Flexibilität von ihnen ein, mit der sie, denke ich, einfach nicht zur Ruhe kommen können.
Ein Teil der Klamotten und Schulsachen bei Dir, ein Teil beim Vater ... überall etwas und nichts so richtig.
Fixe Verabredungen mit Freunden werden sich unter dem fliegenden Wechsel, je nachdem wie weit Ihr auseinander wohnt,
sicher auch schwierig gestalten.
Trotz all Deiner Schilderungen habe ich bis heute nicht verstanden, wie Ihr das in der Praxis handhabt.
Aber egal.
Deine Kinder sind 7 und fast 14 Jahre alt.
In diesen Altersstufen kann sich der Kleine schon sehr gut artikulieren, die Tochter sowieso.
Natürlich wünschen sich ALLE Kinder die ursprüngliche Kernfamilie wieder zurück.
Aber jenseits von diesem unerfüllbaren Wunschgedanken ... vermitteln Dir die Kinder, dass es ihnen mit der jetzigen Situation gut geht?
Wenn nein - woran machen SIE das fest?
Was würden SIE sich anders wünschen?
Ich bin sicher, Du hättest Dir in Deiner eigenen Kindheit, auf die Du ja gedanklich oft zurückgreifst, gewünscht, dass DEINE
Bedürfnisse gesehen werden.
Denkst Du, dass es Deinen eigenen Kindern jetzt anders geht?
die frage ist nur, wie weit man sich selber zurückstellen möchte und den anderen all das überlassen möchte, ohne profit daraus zu schlagen. mir wird ja schon fast vorgeworfen, es nICHT zu tun .
Was meinst Du mit "Profit daraus zu schlagen"?
Hier hat Dir noch nie jemand nahegelegt, dass Du versuchen sollst, den Magneten über den Tisch zu ziehen ...
Jeder Lösungsvorschlag war immer mit dem Begriff "Fairness" gekoppelt.
und dann aber dem andren vorwirft, dass er mal zeit für sich braucht. volle doppelmoral.
Nein, gar keine Doppelmoral.
Es ging darum, dass DU den Kindern vermittelst, dass Du Dir ZEIT OHNE SIE wünschst.
Und in der jetzigen Situation halte ich das für, nun ja, sagen wir mal höchst unsensibel.
LG
Lucille