Liebe Abendsonne!
liebe lucille,
meine tochter war vor zwei tagen so, wie ich sie noch nicht erlebt hab, ich hatte wieder mal eine ahnung davon, dass es schön sein kann, eine tochter zu haben!!! und war gestern ganz rührselig, als ich sie so beobachtet hab..... . vorgestern hab ich sie gefragt, was denn heute anders wäre gegenüber sonst, sie sagte, der BUB ist nicht dabei, deshalb ist sie einfach netter. wir müssen einfach öfter mädels-nachmittage veranstalten.
und du hast recht mit allem, was du schreibst, ich habe mich am riemen zu reißen. das wäre "groß", und nicht dieses angepasste verhalten an ein pubertierendes mädchen
Das ist doch schon ein super Ansatz - Dein Mädel hat Dir mitgeteilt, woran es (auch) hakt und damit einen Hinweis gegeben, wir Ihr Eurer Verhältnis verbessern könnt.
Ich kann in dem Fall nur einseitig mitreden, weil ich ja keine Söhne habe, sondern Töchter. Es ist absolut HERRLICH, wenn wir zu viert was unternehmen. Nur die Mädels unter sich.
Und ich weiss, sie genießen das genauso wie ich. Wir gehen z.B. über den Winter immer 1 x in der Woche in die Sauna, meine Mädels mit ihrer alten Mutter.

Da wird ausgiebigst getratscht, da sind keine Partner dabei, das ist einfach nur klasse.
ich seh mich gezwungen, kein geld mehr zu brauchen. ich hab panische angst, dass ich zu blöd bin, es nicht zu schaffen.
Abendsonne, sieh es als Herausforderung an. Du kannst jetzt Dir selbst beweisen, dass Du auch diese Hürde schaffst.
Wegen dem Alleinsein, bessergesagt Einsamsein (es ist ein Irrtum zu glauben, das wäre unbedingt ident), da würde ich vorschlagen, Du nimmst es jetzt einfach mal an, mit allen seinen guten und schlechten Seiten.
Damit meine ich nicht, dass Du sagst, es hilft eh nix, ich kann ja sonst nix tun außer es anzunehmen.
Mit Annehmen meine ich, dass Du ganz bewusst sagst: "Ich bin jetzt alleine. Und möglicherweise auch für lange Zeit. Jetzt habe ich zwei Möglichkeiten:
a) Ich hadere damit
b) Ich mache das Beste daraus"
und Dich auf die Möglichkeit b) zu konzentrieren. Wie kannst Du das Beste daraus machen?
Indem Du den Focus wegrichtest von den Dingen, die Dir beim Alleinsein fehlen und stattdessen dorthin lenkst, welche Freiheiten Dir das Alleinsein schenkt.
Und sag nicht, diese Freiheiten wären nur mit Geld zu erreichen - damit richtest Du nämlich den Focus schon wieder auf das, was Dir fehlt.
Bleib bei dem, was es Dir Positives bietet.
Beispiele:
Fernsehen, so lange Du möchtest
Bücher lesen, so oft und so lange Du willst
Kochen, was DIR schmeckt
Joggen gehen, wenn Dir danach ist
In der Sonne liegen, völlig ungestört
Singen können, so laut Du möchtest
Nur dann aufzuräumen, wenn DIR danach ist
...und niemand macht es wieder zunichte ;-)
Jederzeit spazierengehen zu können, ins nächste Cafe, in die Bücherei, etc.
Sich Fitnessgruppen anschließen zu können
Eine wilde CD auflegen und nackt durchs Haus tanzen
Yoga-Übungen machen, ohne dass jemand spottet
Kuchen backen, weil DIR gerade danach ist
.....to be continued....
Ich habe eine Freundin, die mit drei Kindern alleinerziehend war, so wie ich. Sie hatte sowenig Geld, dass sie oft nicht wusste, wie sie den nächsten Tag was zu essen kaufen sollte. Ich hab sie bewundert, denn was diese Frau alles unternommen hatte, um zu Geld zu kommen, war sagenhaft.
Sie sammelte z.B. in der ganzen Verwandtschaft und Bekanntschaft altes Gewand und alte Gebrauchsgegenstände ein und verkaufte diese auf dem Flohmarkt, vom Erlös füllte sie wieder den Kühlschrank. Sie machte gegen Bares Botengänge, kellnerierte bei Heurigen, wenn sie ausgesteckt hatten und heute sind ihre drei Jungs erwachsen. Sie hats geschafft.
Und - Abendsonne - glaub mir: Ich kenne keine einzige Frau, die soviel und so herzlich lachen konnte wie sie.
Sie machte ihr Glück NICHT davon abhängig, ob sie teure Urlaube machen konnte, sondern machte aus dem, was sie hatte, das Beste.
Solange Du Dein Glück von Dingen abhängig machst, die Du nicht hast, wirst Du auch nicht glücklich sein können. Mach es von dem abhängig, was Du hast.
Du hast 2 gesunde Kinder, Du hast eine Gartenwohnung, Du hast einen Job, Du bist gesund. Du kannst im Garten liegen und die Seele baumeln lassen, andere (und nicht wenige) Menschen würden viel darum geben, einen Garten zu haben, sich das überhaupt leisten zu können.
Du kannst Dich glücklich schätzen. Was machst Du hingegen? Du schaust, was Du NICHT hast.
Da gibts den Spruch (jetzt fällt mir ein, ich hab schon sooo lange keine Sprüche mehr geklopft):
"Du kannst eine Million auf Deinem Sparbuch haben, wenn Du damit nicht zufrieden bist, bist Du ärmer als ein Bettler."
Liebe Grüße
Reinfriede