.... das Leben an mir vorbei???

AW: .... das Leben an mir vorbei???

naja, ich will auch das nicht verallgemeinern, klar:

....es kann natürlich sein, dass jemand einen derart starken weltenhass entwickelt hat durch unzählige verletzungen, dass sich diese aggression dann an willkürliche menschen richtet.

aber generell ists ja was anderes. ich schlage dich, weil du etwas bewegst.

mir ist also sehr stark bewusst geworden, dass ignoranz die schlimmste verletzung ist, die man jemanden zufügen kann!! wenn ich meine kinder einfach übersehe z.b., dann fordern sie irgendeine art von zuwendung heraus, und sei es auch eine negative, sie fühlen sich dann besser. es ist ganz ganz klar ersichtlich. über diese tatsache habe ich auch erst begonnen, genauer auf MEINE gefühle zu schauen. wie kann man kinder nur übersehen, wenn es ihnen sooo viel bedeutet, gesehen zu sein????

für mich ist es dann umso unverständlicher, dass man kinder in der ganzen zeit ihrer kindheit einfach übersehen kann.

tja, und da gehts aber dann weiter. wenn MICH jemand als sein kind übersehen hat, dann kommt ja auch dieses verhalten von irgendwo her .

und da kam ich dann über die erkenntnis bezüglich MEINER schlimmen gedanken zu der erkenntnis, dass ich auch bei MEINEM vater nachsehen muss, was es denn für beweggründe gab, dass er seine kinder einfach nicht "angenommen" hat bzw. mich nicht angenommen hat.

und ich bin dann in die kindheit meines vaters gegangen (es war nicht leicht, weil ich ja in die ganz persönliche shäre meines vaters eindringe dadurch, wenn auch nur auf mentaler ebene, aber es musste sein),


es war mit sehr, sehr viel gefühl verbunden, ihn als kleinen jungen zu sehen, der da stand, die ganze woche ignoriert von der stiefmutter, und am wochenende, wenn der vater heimkam wurde er verraten bezüglich der ganzen taten der woche zuvor, und er wurde geschlagen, getreten, misshandelt, mit allem möglichen, mit gürtelstriemen z.b., dass man heute noch narben sieht.



sie, die kinder SEINER herkunftsfamilie, haben sich sehr, sehr viel mitgemacht, die leibliche mutter wurde verjagt, oder sie ist selber gegangen, als mein vater ca. 4 jahre war. warum ist die mutter gegangen?? mein vater sagte, sie sei gegangen (es war das einzige mal, dass ich irgendwie mit ihm reden konnte, als er davon erzählte), es war etwa der zeitpunkt, als der kleine bub von ihr = der bruder meines vaters im bach vor dem haus ertrunken ist.... . die geschichte hat sich dann in die weitern generationen fortgesetzt.
....
 
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AW: .... das Leben an mir vorbei???

:confused:.....da gabs in dieser familie sonst noch so einiges, und leider bin ich dann mit dieser geschichte

SOOO ins mitgefühl gegangen für meinen vater, dass ich alles, was er tat verstehen konnte.
:confused::confused:

tja, aber somit war auch die anhaftung weg. ungeklärte geschichten (zb. die frage, WARUM hat er mir immer wehgetan durch seine missachtung??), binden einfach ungemein.

jetzt, wo ich ihn verstehen konnte, war plötzlich dieser druck weg, etwas lösen zu müssen,

und damit wurde mein vater plötzlich ein nicht mehr wesentlicher teil meines jetzigen lebens.


so krass es klingt, sind aber dennoch latente geschichten an die oberfläche gekommen, nämlich die verdrängten positiven sachen an meinem vater.

man muss sich das vorstellen..... .

es ist bestimmt bei vielen vielen frauen mit ungelösten partnerbeziehungen so!!! ich bin mir ganz sicher!!"!


demnach hab ja auch ich immer männer gewählt, die diese POSITIVEN eigenschaften des vaters NICHT hatten: dieses sorgen für die familie, dieses aussehen, dieses der-familie-etwas-bieten, und sei es, dass wir kinder alleine auf urlaub geschickt werden konnten.


mir war nur nicht bewusst, dass ich dieses positive vom vater einfach nicht in MEIN leben ließ, weil ich nicht an ihn erinnert werden wollte.


nachdem die vater-geschichte aber nicht mehr dieses das-gute-verdrängen erforderte, weil das gute an ihm ja nicht mehr weh tat :clown:,

kam ganz klar an die oberfläche, dass ich natürlich DIE sachen, die der vater gut gemacht hat, an meinen partnern immer vermisste (nur hab ich das nicht gesehen).

ich habe also früher gesagt: "mein vater hat nur geschaut, dass der betrieb funktioniert, ich =sein kind, war ihm egal", was natürlich für mich die wertigkeit von GELD definierte. geld ist negativ behaftet, weil es für mich ein die-familie-vernachlässigen bedeutete.

meine partner waren also DANN okay, wenn ihnen geld gleichgültig war :):)..
was zur folge hatte, dass es für mich selbstverständlich war, dass ich die versorgerrolle übernahm. ich dachte gar nicht darüber nach.

es ist GANZ klar mit der aufarbeitungssache "vater" gegangen, dass es mich zu stören begann, WIE mein mann ist, wie meine partner immer waren. es war sehr erstaunlich.

das, wofür ich meine partner eigenltich immer geliebt habe, hat plötzlich angefangen, ins negative umzuschlagen.

deshalb sind DIESE partner auch nicht mehr stimmig. ich habe sie also irgendwie benutzt.
die männer waren immer spielball meiner ungelösten vaterbeziehung.

jetzt "brauche" ich diese das negative (das wegdrängen) verkörpernde partner nicht mehr,
und klar, dass ich - weil ich ja immer tiefer schaue - dann wieder mitgefühl habe.

denn irgendwie hab ich meinen mann ja benutzt die ganze zeit!!!

ich habe jetzt sehr, sehr lange geschrieben, weil ich irgendwie rüber bringen wollte, wie sehr das eine ins andere geht. hoffe, ihr seid nicht alle :escape:

mal schauen.
 
AW: .... das Leben an mir vorbei???

ich habe euch ja erzählt, dass ich die vatergeschichte gelöst habe. wirklich gelöst????

es ist natürlich auch da was passiert, und das ist nicht unbedingt positiv, denn das aufarbeiten hatte zur folge, dass ich meinen vater nicht mehr verurteile, dass ich ihn liebe, aber dieser druck von vorher ist der tatsache gewichen,
... , dass mein vater mich nicht mehr .... wirklich..... tangiert jetzt. ich liebe ihn einfach wie er ist, und punkt.


es ist leider so. ich passe jetzt sehr auf mich selber auf, und was mir nicht gut tut, meide ich.
ich mache nur mehr das, was ich will, und zu ihm zu fahren gehört einfach NICHT dazu. mein gefühl sagt mir einfach, dass ich nicht hinfahren mag. es bringt mir nichts.



diese gefühle sind angesichts seines fortgeschrittenen alters natürlich ein problem. ich habe dann oft schuldgefühle, einfach weil ich keine schuldgefühle habe.... :confused:

die andere seite sind die schwiegereltern. auch eine sache für sich. heile welt für 12 jahre von meiner seite, dann hat die heile welt zu bröckeln begonnen. ich hab GENAU hinzuschauen begonnen.
da ist einiges passiert mit mir.

kurz danach die diagnose krebs bei der schwiegermutter. vor zwei jahren. heute haben wir erfahren, dass die metastasen nicht nur in der leber sind, sondern auch schon in der lunge.

ich bin irgendwie "kaltblütig" geworden, oder schütze ich mich einfach, oder sehe ich einfach den tatsachen ins auge, dass ich VORHER schon irgendwie abgeschlossen habe auf gefühlsmäßiger ebene?

ich kann es nicht sagen.

jedenfalls merke ich, dass in mir sehr, sehr viel gefühl ist, aber leider für FAST keines für die familie (meine kinder ausgenommen).

natürlich hab ich mitgefühl für die situation seiner eltern, es geht auch dem schw.vater sehr schlecht körperlich, aber naja, das ist leider alles.

mit der mutter hadere ich auch.

diese erkenntnisse erschrecken mich schon manchmal.




es soll bitte anders werden in meinem leben, ich möchte endlich MEINEN PLATZ finden, dort, wo ich mich wirklich geborgen fühle, dort, wo ich wurzeln schlagen kann. ich weiß, dass ich nicht dieser kalte mensch bin, den ich oft verkörpere in der letzten zeit.

das ist jetzt eine offizielle bitte ans universum :) :) :)



ich denke ich habe jetzt schon viel geschrieben, zum anderen melde ich mich ein andermal.

lg abendsonne
 
AW: .... das Leben an mir vorbei???

Strandläufer;209520 schrieb:
Liebe Abendsonne,
ja doch, ich kann deine Sehnsucht nach der Anerkennung deines Vaters sehr gut verstehen, denn im Grunde ist der Vater das erste Liebesobjekt eines kleinen Mädchens. Wenn dieses kleine Mädchen sich in dieser wichtigen Phase nicht angenommen fühlt, ja sogar abgelehnt wird, dann zeigt sich da ein enormes Defizit in späteren Beziehungen. Das ist normal und leider auch nur sehr schwer umkehrbar.
Du suchst dann ja immer wieder gewohnheitsmäßig einen Mann, der dich nicht annimmt, der dich ablehnt oder ignoriert. Ich vermute die Aufgabe, die sich hier zeigt ist die, dass du lernen kannst, dass du nicht mehr das kleine hilflose Mädchen bist, dass abhängig von seinem Vater (Partner) ist.
nochmal diese worte "ausgegraben". danke dafür, genau so scheint es zu sein :kiss4:

ich komme mir vor wie eine pflanze, die ausgeprägte wurzeln hat, die aber immer auf unfruchtbaren boden gesucht hat -

wenn ich dann EEEENDLICH meinen platz gefunden habe, dann werde ich das ungemein zu schätzen wissen.
 
AW: .... das Leben an mir vorbei???

Liebe Abendsonne,
ich glaube Gefühle für andere Menschen können wir erst entwickeln, wenn wir mit uns selber liebevoller umgehen, wenn wir das was wir im Leben bereits vorfinden schätzen lernen, es annehmen als Geschenk.

Kümmern wir uns doch erstmal um uns, unsere Bedürfnisse, stellen fest was wir im Leben brauchen. Ich möchte z.B. in meinem künftigen Leben mehr Freundschaften vorfinden, mehr verbindliche Beziehungen, für die ich auch ein gewisses Maß an Verantwortung übernehme und das nicht aus Pflichtgefühl, sondern aus Freude heraus.

In mir verändert sich derzeit sehr sehr viel und das ist gut so.
Mach dir keine Vorwürfe über deine "Gefühlskälte", du braucht jetzt alle Kraft für dich, es gibt rund herum genügend MEnschen, die sich um die Sorgenfälle bemühen, lass die ruhig mal ran. Irgendwann kommt deine Zeit auch wieder.
Deine Kinder, die sind nun das wichtigste neben dir.

Menschen treten in unser Leben um gemeinsam mit uns zu lernen und zu wachsen, oft auf verdammt schmerzhafte Weise, so wie bei deinen Partnern. Wie willst du anders weiter kommen, sie sind genau richtig für dich gewesen und du genau richtig für sie.

Wir alle haben Generationen von Menschen als Vorfahren, die letztendlich zu unserer Prägung beigetragen haben. Jede Generation wächst ein Stück weiter in Sachen Liebe. Die Kriegsgeneration hat soviel Härte hervor gebracht, soviel Leid. Das haben wir nun aufzuarbeiten.

Mein Vater wurde auf das grausamste von seiner Mutter mihandelt, auch er hatte eine Geschichte. Das schmälert nicht die Folgen für mich, aber es erklärt warum er so werden musste. Unsere Kinder werden unter den Folgen leiden, die unsere Art die Elternrolle zu leben mit sich gebracht haben.

Wir haben doch so viel, wir haben uns. Wir sind diejenigen, die für unser eigenes Glück noch am besten sorgen können, wir haben das in der Hand.

Dann werden wir rund herum begleitet von Menschen, die eine besondere Veranlagung, eine besondere Neigung haben, die uns entweder im praktischen Leben hilfreich zur Seite stehen oder zum geistigen Wachstum verhelfen. Diese Hilfe dankbar anzunehmen und würdigen, das ist ein großes Geschenk an unser Umfeld. Wir sollten es niemals versäumen das wahrzunehmen und kund zu tun.
Alles Liebe
Elke
 
AW: .... das Leben an mir vorbei???

Hallo abendsonne,
...
nicht dass ich jemanden verurteilen möchte, der schlägt, aber es ist ein ausdruck von "du bedeutest mir etwas".
für sexuelle belästigung gibts natürlich für mich absolut KEINE entschudlgung, das ist einfach absolut verwerflich und unverständlich. aber naja, das schlagen entschuldige ich irgendwie, so wie es aussieht.(leider ....).
weil es gleichbedeutend ist für mich mit "BEDEUTUNG".
Hast du nie mal daran gedacht, dass es Hilflosigkeit oder Bequemlichkeit (in Form nicht damit/mit dir auseinandersetzen wollen) ist?
abendsonne schrieb:
...ich bin irgendwie "kaltblütig" geworden, oder schütze ich mich einfach, oder sehe ich einfach den tatsachen ins auge, dass ich VORHER schon irgendwie abgeschlossen habe auf gefühlsmäßiger ebene?
ich kann es nicht sagen.
jedenfalls merke ich, dass in mir sehr, sehr viel gefühl ist, aber leider für FAST keines für die familie (meine kinder ausgenommen).
natürlich hab ich mitgefühl für die situation seiner eltern, es geht auch dem schw.vater sehr schlecht körperlich, aber naja, das ist leider alles.
mit der mutter hadere ich auch.
diese erkenntnisse erschrecken mich schon manchmal.
Das habe ich an mir auch festgestellt. Hat es damit zu tun, dass wir mit forgeschrittenem Alter wissen, das jeder für sein Leben selbst verantwortlich ist, und wir deswegen so kühl diesbezüglich sind?
Alles Liebe dir
Eberesche
 
AW: .... das Leben an mir vorbei???

Aber ist es nicht verdammt schwierig allen Rückschlägen etwas Positives abzugewinnen?

Menschen die sich aus mir unverständlichen Gründen von mir distanzieren,da einfach denken:Na Pech,wer nicht will der hat schon!?

Stumpft man nicht automatisch ab....weil man einfach nicht mehr verletzt werden möchte!?

Und trotzdem vergißt man gewisse Dinge nie,kommen immer mal wieder hoch!

Sich von unerträglichen Lebensumständen oder Personen zu trennen befürworte ich auf jeden Fall!
Aber es bleibt immer etwas hängen!
Weil man das "WARUM" nicht versteht bzw. nicht verstanden hat!
Weil man sich immer wieder fragt .Was habe ICH falsch gemacht!?

Warum wurde ich nicht respektvoll behandelt oder nicht ernst genommen..
.warum muß ich immer für alles und jeden Verständnis haben und ich bleibe auf der Strecke?.....und und und

Leider hängt man schmerzvollen Erfahrungen meistens mehr nach als den erfreulichen...
schade eigentlich...
 
AW: .... das Leben an mir vorbei???

@ bschmiddi,
ich glaube das positive des Ganzen können wir erst mit einem ordentlichen Abstand sehen, davor steht einfach das Gekränktsein, der geletzte Stolz. Wer lässt sich schon gerne zurückweisen, wer akzeptiert schon gerne nichtmal für eine Freundschaft zu genügen? Es ist schwer zu ertragen, dass Freundschaften daran zerbrechen, dass beide Seiten unterschiedlicher Meinung sind, unterschiedlichen moralischen Grundsätzen folgen.
bschmiddi, ich glaube nicht dass du etwas falsch gemacht hast, die Frage stellt sich garnicht. Es ist wohl eher so, dass ihr unterschiedliche Ansichten habt.

Ich glaube, dass in manchen Abschnitten unseres Lebens einfach ein Richtungswechsel ansteht und manchmal gehört dazu, dass sich das alte Umfeld nahezu komplett verabschiedet. Das ist angsteinflößend, zumindest für mich...aber ich weiß sicher, dass danach Neues Platz hat, Neues das besser in mein Leben passt, als das bisherige. Nur der Wechsel dahin und die eintretende Leer ist grausig.

Ich bin sehr aufgeschlossen neuen Menschen gegenüber und oberflächliche Kontakte habe ich genug. Solche die ich Freundschaft nenne sind sehr wenige und über Jahre gewachsen, da ist ein Verlust sehr schwer zu verkraften.
Liebe Grüße
Elke
 
AW: .... das Leben an mir vorbei???

Ja das stimmt die "paar" Freunde die ich habe kenne ich auch schon lange Jahre,ich denke die bleiben auch!

Ich muß aber auch sagen je älter ich werde desto "wählerischer" werde ich auch!

Es gibt so viele Menschen mit deren Einstellungen ich mich nicht oder nicht mehr identifizieren kann...
Das solll nicht heißen daß alle so denken müssen wie ich
aber es gibt Leute...da pack ich mich an de Birne!

Könnte da einige Beispiele nennen.
(wenn eine Beamtin mir die Ohren volljammert die das doppelte als ich verdient,unkündbar ist,mal eben drei Wochen zur Kur fährt,eher heim geht wenns ihr "nicht so gut" geht usw...da gehen mir die Nackenhaare hoch)

Also noch Menschen zu finden die einfach gerne Zeit mit mir verbringen weil sie mich mögen,ohne daraus Nutzen ziehen zu wollen,ohne Erwartungen zu haben,ohne sich in mein Leben einmischen zu wollen,ohne ihre Eitelkeit an anderen stillen zu wollen...

also ich finde das ist nur noch selten...traurig aber wahr!!
Frag mich natürlich dann auch ob es an mir liegt,bin ich zu spießig,zu engstirnig?
Ist die "Neuzeit" bei mir noch nicht angekommen?

Wobei ich meine Lebensweise und Einstellung gar nicht schlecht finde!
Leben und leben lassen,meiner Arbeit nachgehen,nicht mit dem Gesetz in den Konflikt geraten,alle Rechnungen bezahlen auch wenn der Kühlschrank dann mal leer bleibt,hilfsbereit sein wenn ich kann,immer ein offenes Ohr haben....

So kenne ich es auch aus meinem Elternhaus,wobei auch das sehr erschreckend ist daß ein bürgerliches Elternhaus längst nicht mehr selbstverständlich ist...aber das ist natürlich ein anderes Thema!

Meine Macken habe ich natürlich auch das ist klar.
Wobei ich auch glaube daß ich mir von Kritik etwas annehme!
Viele die austeilen können rein GAR NICHT einstecken!

Aber sorry,will mich hier nicht in abendsonne`s thread einmischen!

Ist jedenfalls manchmal alles zum Mäuse melken:confused:
 
AW: .... das Leben an mir vorbei???

(wenn eine Beamtin mir die Ohren volljammert die das doppelte als ich verdient,unkündbar ist,mal eben drei Wochen zur Kur fährt,eher heim geht wenns ihr "nicht so gut" geht usw...da gehen mir die Nackenhaare hoch)

Ich würde mich möglicherweise auch aufregen, aber ist es nicht relativ über was der ein oder andere jammert? Jeder lebt in seiner ganz persönlichen Welt mit seinen Ansprüchen (i.d. Regel entstanden durch eine gewisse soziale Lebensweise) innerhalb dessen wird halt gejammert.
Ein Mensch wie ich, gewohnt immer gesund zu sein, jammert bei einer Grippe. Ein Mensch mit einer lebensgefährlichen Krankheit hätte dafür sicher kein Verständnis. Der eine lebt allein und kann nicht verstehen, dass sich irgend jemand über seine Partnerschaft beschwert, weil der hat ja wenigstens einen Partner (ist mir vor Jahren tatsächlich begegnet, so eine Aussage).
Ich glaube schon, dass es für Freundschaften nötig ist, sich selber nicht als Maß aller Dinge zu sehen und das fällt mir teilweise wirklich schwer.
Alles Liebe
Elke
 
AW: .... das Leben an mir vorbei???

......wenn eine Beamtin mir die Ohren volljammert die das doppelte als ich verdient,unkündbar ist,mal eben drei Wochen zur Kur fährt,eher heim geht wenns ihr "nicht so gut" geht usw...da gehen mir die Nackenhaare hoch)
hmm. . . .... . klar, dass du und die allgemeinheit das so sieht. würde ich ev. auch, wenn ich nicht aus genau DIESEM bereich kommen würde :clown:

nur, und da gibts einen gravierenden einschnitt in das beamten-gut-sein: die wahlfreiheit, die man hat, ist einem genommen. mit freunden gehe ich eine zeitlang einen weg, und wenns nicht mehr passt, dann verabschiedet man sich, das ergibt sich oft gut einfach durch situationen (habe auch so einige freundschaften aus meinem leben gestrichen),. das leben hält einem unzählige menschen bereit.

bei den arbeitsstellen ist es ähnlich.

bist du pragmatisiert (=beamter) hast du aber das gefühl, gebunden zu sein. wehe, wenns dort nicht so passt, wo du bist, wehe, wenn mobbing ins spiel kommt, dann entfacht ein rigoroser kampf, weil jeder sich sonnt in seiner unkündbarkeit. ist man selber betroffen, überlegt man sich gut, einen in der heutigen zeit unbezahlbar sicheren job für solche menschen, die einem so zusetzen, aufzugeben.
ich sehe, was bei uns abgeht. sehr, sehr schlimm.

und für welches geld?? bei 40 stunden hätte ich knappe 1300 euro im geldbörserl. welcher mann kann z.b. mit DIESEM geld eine familie versorgen? wie es in teilzeit aussieht, kann man sich vorstellen.
da ist es auch für uns frauen nicht sehr großartig. und die anforderungen an uns sind RIESIG (auch wenns keiner glaubt).
nebenbei werden die pensionsabgänge und kündigungen, die es doch immer wieder gibt (kein wunder!!), bei uns seit jahren nicht mehr nachbesetzt.
will man um versetzung in eine andere dienststelle ansuchen, dann wird das wegen personalmangel abgelehnt.

also, ich weiß, wovon ich rede, ich bekomme sehr, sehr viel mit, und habe selber schon erfahren, was es heißt, "dran" zu sein, und nicht aus zu können (ich war "dran", nachdem ich mal FÜR MICH sehr glücklich festgestellt habe, dass ich mich immer sehr gut verstanden habe mit den kolleginnen und kollegen all die jahre - so als sollte ich auch die andere seite kennen lernen :clown::clown:). gottseidank hab ichs hinter mir, jetzt sind halt die anderen dran, und kämpfen, aus dem gefängnis (und etwas ähnliches ist das!) irgendwie rauszukommen.
 
AW: .... das Leben an mir vorbei???

Strandläufer;209572 schrieb:
Mach dir keine Vorwürfe über deine "Gefühlskälte", du braucht jetzt alle Kraft für dich,...
ja, so fühle ich das auch.
Strandläufer;209572 schrieb:
Die Kriegsgeneration hat soviel Härte hervor gebracht, soviel Leid. Das haben wir nun aufzuarbeiten.
genau das hab ich auch mal gehört. dass die generationen vor uns einfach keine gelegenheiten hatten, aufzuarbeiten, was an ballast sich angesammelt hat, weil sie einfach um die grundbedürfnisse, ums überleben kämpften. wir tragen das jetzt alles ab, mit massivster arbeit, und diejenigen, die sich dem nicht stellen können/wollen, flüchten sich halt in die ablenkungen. ich selber hätte auch diesen bequemeren weg gewählt, wäre ich nicht durch geldmangel in die knie gezwungen worden .
Strandläufer;209572 schrieb:
Mein Vater wurde auf das grausamste von seiner Mutter mihandelt, auch er hatte eine Geschichte. Das schmälert nicht die Folgen für mich, aber es erklärt warum er so werden musste.
tja, das birgt aber auch die schwierigkeit in sich, verständnis zu haben, und das bringt wieder die anforderungen an einen selber mit: nach dem motto: dieser mensch hat so viel mitgemacht, man müsste ihm erst recht mit mitgefühl entgegenkommen, mit liebe, :clown:, und was, wenn man das nicht kann - so wie es mir geht mit dem vater? ich begegne ihm jetzt mit liebe in gedanken, aber ich kann ihm nicht entgegenkommen, weil ich die kraft für mich brauche und für IHN keine habe bzw. haben will.

wie geht es dir da? (falls du darüber erzählen möchtest :))
 
AW: .... das Leben an mir vorbei???

tja, das birgt aber auch die schwierigkeit in sich, verständnis zu haben, und das bringt wieder die anforderungen an einen selber mit: nach dem motto: dieser mensch hat so viel mitgemacht, man müsste ihm erst recht mit mitgefühl entgegenkommen, mit liebe, , und was, wenn man das nicht kann - so wie es mir geht mit dem vater? ich begegne ihm jetzt mit liebe in gedanken, aber ich kann ihm nicht entgegenkommen, weil ich die kraft für mich brauche und für IHN keine habe bzw. haben will.
Nein liebe Abendsonne, genau bei dem Verständnis hört es für mich auf, genau da. Ich MUSS nicht lieben, ich muss auch keine mitfühlenden Handlungen vollziehen. Ich will aber um meiner Selber willen verstehen und vergeben und damit Ende. Verständnis haben bedeutet nicht einen Kontakt weiter pflegen zu müssen, bedeutet auch nicht, dass damit meine Schäden repariert sind. Wenn ich etwas verstanden habe erlöst es mich aber von Anklagen, Vorwürfen und überzogenen Selbstvorwürfen. Unser Umgang mit unseren Kindern ist entsprechend unserer sozialen Vorbereitung in der Kindheit, oft nur mäßig gut. Wenn wir uns mit Selbstvorwürfen zerfleischen nützt das niemandem, das einzige was hilft ist es, uns in einen Zustand zu versetzen, der es uns ermöglicht es besser zu machen. Es wird nie perfekt sein, aber besser liebe Abendsonne.
Alles Liebe
Elke
 
AW: .... das Leben an mir vorbei???

Hast du nie mal daran gedacht, dass es Hilflosigkeit oder Bequemlichkeit (in Form nicht damit/mit dir auseinandersetzen wollen) ist?
meinst du das bezogen auf die gefühle die ich habe im zusammenhang mit dem "geschlagen-werden",..... -??
ich frage mich schon, woher kommen diese gefühle.
wenn du das meinst..... .???

ich sage mir, um wieder dort anzusetzen, wo ich war, wie schlimm muss es innerlich aussehen in mir, dass es mir lieber war, geschlagen zu werden, bevor man mich GAR nicht sieht.

ich habe da schon nachgestöbert und bin in mein kind-sein gegangen, und da kamen schlimme erinnerungen.
es kamen episoden.

dieses vorbeilaufen ist da immer wieder gegeben.

dieses mich-nicht-einbeziehen. dieses ignoriert werden als kind... . ich gehe da voll rein in mein inneres kind und es ist schlimm.

z.b. ist mir eine episode sehr reingekommen, das war mein gefühl am flughafen, nach meinem ersten urlaub. da hab ich all die anderen mädels beneidet, die von den papas abgeholt wurden und freudig in die arme geschlossen wurden. ich hab mich echt leid gesehen, aber es war halt so bei uns, dass da niemand stand.
ich bin dann selber heimgefahren, ohne dass mich jemand am flughafen erwartet hat,

und dann war etwas, das werde ich nie vergessen, es war bezeichnend dafür, wie es einfach war bei uns:
.... ich ging rein in den hof mit den koffern, mein vater schlenderte gerade von einer werkstatt zur anderen, nickte mir nicht mal ordentlich zu und ging einfach weiter des weges. kein lachen, keine begrüßung, keine frage, wie der urlaub war, nix. und das nach zwei wochen weg sein von mir. es war im moment nicht so tragisch, ich sah die wirkung erst viel später, ich hatte ja immer verdrängt!

die mutter kam in der zeit, wo ich weg war, ins krankenhaus, und niemand sagte ein wort, ich hab sie gesucht im ganzen haus, zufällig hab ich erfahren, dass sie in der intensivstation ist. als ich zu ihr fahren wollte, konnte ich das nicht, weil sie jemand aus der famlie den zündschuh vom moped ausbaute und ich hatte gestartet und gestartet, das moped sprang nicht an, und ich musste selber draufkommen, was es da hatte. keiner redete mit mir. und ich hatte mich aufs heimkommen gefreut!!! wie konnte ich nur.

diese verlorenheitsgefühle haben sich massivst eingeprägt, es ist ja immer so gewesen.

mein vater hat auch nicht gesprochen mit uns,
ich kenne ehrlich gesagt nur schimpfwörter, nichtsnutz, taugenichts, trampel, fratz du dreckiger, alles, alles mögliche, kein einziges liebes wort ist mir in erinnerung.

war da was gutes, hat man sich nur das andere gemerkt, ich weiß es nicht??


ich habe als jugendliche geklaut und alles mögliche angestellt, mein vater hat mir das geld für den schadenersatz in die hand gedrückt und nur gesagt, "tu das nie wieder". mehr war da nicht. ich war damals so froh, dass er nicht mehr gesagt hat, aber im grunde war es nur grandiose ignoranz.

und das wurde mir bewusst mit den kindern. wie kann man so sein?
wie gesagt, ich konnte ihn verstehen, weil er es selber noch viel viel schlimmer hatte als kind.
aber das sollte jetzt alles sein. es ist trotzdem einfach so eine schlimme situation, die menschen verurteilen jetzt MICH, weil ich keinen kontakt mehr pflege zu meinem vater,. und dieses unverständnis, das mir da entgegengebracht wird, das verstehe ich dann nicht, und so ziehe ich mich mehr und mehr zurück von allem.

heute ist irgendwie nicht mein tag zu schreiben.

am abend hat mich noch eine kollegin angerufen, und mir gesagt, was so auf uns zukommt in der arbeit in der nächsten zeit, und was es mit MIR auf sich haben könnte, ich habe angst, und da kommt alles andere negative dazu.
diese ungelösten familiengeschichten etc.

da sind die freundschaftsabbrüche für mich einfach ein indiz dafür, dass NICHTs generell in ordnung ist, sonst würde ich nicht auf DORt so rigoros drüberfahren.

ich sollte mich um meinen buben kümmern, er hatte gestern hohes fieber,heute gibt er sich zwar wieder sehr vergnügt, aber naja, ich melde mich.

bis bald

abendsonne
 
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AW: .... das Leben an mir vorbei???

liebe strandläuferin,

dankeschön für diese antwort, hab sie jetzt erst gelesen nach meinem letzten posting, genau das hab ich gebraucht!
Strandläufer;209646 schrieb:
Nein liebe Abendsonne, genau bei dem Verständnis hört es für mich auf, genau da. Ich MUSS nicht lieben, ich muss auch keine mitfühlenden Handlungen vollziehen. Ich will aber um meiner Selber willen verstehen und vergeben und damit Ende. Verständnis haben bedeutet nicht einen Kontakt weiter pflegen zu müssen, bedeutet auch nicht, dass damit meine Schäden repariert sind. Wenn ich etwas verstanden habe erlöst es mich aber von Anklagen, Vorwürfen und überzogenen Selbstvorwürfen. Unser Umgang mit unseren Kindern ist entsprechend unserer sozialen Vorbereitung in der Kindheit, oft nur mäßig gut. Wenn wir uns mit Selbstvorwürfen zerfleischen nützt das niemandem, das einzige was hilft ist es, uns in einen Zustand zu versetzen, der es uns ermöglicht es besser zu machen. Es wird nie perfekt sein, aber besser liebe Abendsonne.
Alles Liebe
Elke
 
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