AW: .... das Leben an mir vorbei???
Hast du dir mal durchgelesen, was du so schreibst? Mal später nachgelesen und nüchtern betrachtet? Würde das eine andere schreiben, würdest du sagen: "Warum lässt du dir das bieten? Er wird sich nie ändern!"
liebe eberesche,
du hast recht, vollkommen und zu hundert prozent. ich HÄTTE es so geschrieben. vor ein paar jahren noch. denn ich bin leider der mensch, der viel ertragen kann. ich zerlege es halt und suche meinen eigenanteil, und dann ertrage ich vieles, weil ich dann immer wieder draufkomme, dass nicht ICH die vielen unzulänglichkeiten herausfordere, sondern der partner ohne nach links und nach rechts zu schauen seinen weg geht.. aber damit, dass ich mich selber von der vermeintlichen schuld freispreche, kann ich aber nicht gehen, weil ich mir noch anschauen MUSS: ich bin ja anders geworden nicht mehr die liebe nette allein, sondern anders, hab ihn dann sogar noch betrogen, .....und denk mir dann irgendwie in der folge, ich bin ihm doch etwas schuldig. und ich bin verantwortlich, dass er sich unglücklich fühlt.
woher kommt sowas. mir fällt halt spontan immer wieder das eine ein:
bei den eltern war ich nichts "schuldig", ich war einfach ein kind, das übersehen wurde, und es hat sich in bezug auf den vater nicht zum guten bewandt. BISHER. ich weiß, und es wäre mal zeit, tatsächlich erwachsen zu werden, ich weiß. dass es schuld in DEM sinne nicht gibt, wir haben auch das elternthema schon durch, aber noch nicht ganz, und.....ich bin noch immer traumatisiert angesichts dieses an-mir-vorbeilaufen, was damals passiert ist (und ich trau mich zu wetten, es gibt es in DER form ganz ganz selten) und von irgendwoher muss es ja kommen, dass ich es einfach nicht schaffe. vielleicht hab ich also tatsächlich "kindheitsprägungen" und möchte mal einen guten ausgang.
das hat jetzt nichts mit verantwortung abschieben zu tun.
ich weiß einfach nicht, wo ich suchen soll, es gibt halt viele möglichkeiten.
und DAS ist eben eine davon. auch wenn es schuld in dem sinne nicht gibt, basiert alles ganz ja oft auf prägungen. man redet zwar von eigenverantwortung, aber wenns um kinder geht, sagt man ja auch, dass sie DAS, was jetzt passiert, mittragen in ihre zukunft.
stabile menschen lassen sich bestimmt nicht DAS gefallen, was ich mir gefallen lasse. wäre die vatersache in ordnung (er liegt jetzt im krankenhaus, er hat gestern geweint, als er mich sah, er weint immer sehr schnell jetzt, der mensch, der immer so hart war, und zum ersten mal konnte ich ihn als gefühlsmenschen wahrnehmen = meinen vater...) -
es geht also mit sicherheit auch um prägungen, ursachenfindung..... vielleicht wollen wir frauen stark sein, weil es die mütter nicht sein konnten.
sie haben auch ausgeharrt in einer katastrophalen situation.
eine kollegin kann sich auch nicht trennen, sie lebt getrennt vom partner, hat schon nervenzusammenbrüche hinter sich, und harrt aus. ich versteh sie. ich denk mir trotzdem, mädchen, warum lässt du dir das alles gefallen. sie hat sich vor ihm schon viel mitgemacht, und ihr toleranzpegel ist leider auch viel zu hoch. und es gibt ja auch schöne sachen mit ihm. das reicht uns anscheinend........ wie der hungernde hund in der ecke, der sich schon freut, wenn man ihm einen abgekiefelten knochen zuwirft..... sie hat keine kinder, getrennte wohnung und macht sich das schon 19 jahre mit.
mir fällt auf, das sie das gleiche familienkonstrukt hat: ja nicht so schwach zu sein wie die mutter. DAS fällt mir eben jetzt auf wo ich hier so schreibe. sie ist stark wie ich ????????
aber ist es nicht die ABSOLUTE schwäche, nicht gehen zu können?
ich gebe euch recht.
Es sind einfach zwei Welten. Ich weiß, es ist enorm beruhigend materielle Werte zu haben, aber wenn ich zwischen innerer Zufriedenheit und Geld wählen müsste, würde ich die Zufriedenheit wählen. .
heute bin ich ein bisschen im kindheitsthema, wie es aussieht. vielleicht durch die begegnung mit dem vater gestern - nach monaten. aber .... er hat uns eben materiell so viel geboten. die FERIEN waren das, was es für mich ausmachte. weg zu sein von daheim, andere leute, andere umgebung. ich hab immer geheult, wenn ich heim musste. er hat mir monatelange ferien geboten. vielleicht schreib ich dem urlaubsgefühl deshalb so enen hohen stellenwert zu und hab angst, das nicht mehr leben zu können. ist ja eine enorme assoziation da. aber ihr habt recht, wenn das GRUNDLEGENDE passt, dann brauch ich ja nicht mehr weg. dann bin ich glücklich dort WO ich bin.
Was ist es wert, wenn ich meinen Kindern Geld, aber kin liebevolles Zuhause bieten kann? Die Kinder werden oberflächlich und ihen fehlt ein leben lang der Rückhalt der Familie. Jetzt äußert es sich in aufälligem Verhalten, später in Beziehungsunfähigkeit. Ist es das alles wert?
das meine ich. man sagt erwachsene menschen, sie sollen nicht immer die verantwortung abschieben an andere eltern etc. . aber es wird ja doch immer wieder darauf hingewiesen, das man auf die kinder bedacht nehmen soll. also muss man die umkehr auchstehen lassen. man DARF es sich ansehen, was "damals" passiert ist.
Ach ja, ich hae mal gelesen: Die Vorwürfe, die man dem Partner macht, sollte man alle umehren und auf sich beziehen. Probier mal, ob da etwas dran ist.
ja, in bezug auf chaos daheim kann ich das so sehen. inneres chaos manifestiert sich im äußeren chaos. das innere chaos hat ja auch ER warum sollte er eine entsprechung im außen bieten?
aber das ANDERE, dieses suchtverhalten, hab ich NICHT. vielleicht ist es ja dennoch ein thema, ich will es so aus meinem leben draußen halten, um vielleicht etwas "beweisen" zu wollen. schau her, ich schaffe es. ich das arme schaf, ich komm ohne dieses zeug aus. und ich hab sooo eine wut auf ihn, weil er das alles LEBT und ich das mittragen soll. er lebt es, obwohl er ja gar keinen grund dazu hat. gutes elternhaus blablabla. ich kann also nicht ertragen, dass ich das, was ich so fernhalte, mittragen muss. tja, das was man am meisten in den schatten stellt bekommt man wohl tatsächlich am meisten präsentiert.
tja, hier ist also mein eigenanteil, und daher .... muss ich ja ausharren, denn auch ICH verursache was mit..... teufelskreis. man sieht sich IMMER irgendwie beteiligt, wenn man nur lange genug sucht. vielleicht ist das das fatale,weil man immer herausgefordert ist, den eigenanteil zu finden..... . und damit den andren zu befreien.....