.... das Leben an mir vorbei???

Da dürften wir ziemlich verschieden gestrickt sein.*grins* Ich finde, dass es nix Antörnenderes gibt, als begehrt zu werden. Gelegenheit macht Liebe, sozusagen.;)

Wobei - Du hast sicher recht - es gibt Männer, die könnten mich begehren, bis sie blau anlaufen - da würde sich nix rühren bei mir.:cool:

Liebe Grüße
Reinfriede
 
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Wobei - Du hast sicher recht - es gibt Männer, die könnten mich begehren, bis sie blau anlaufen - da würde sich nix rühren bei mir.:cool:

sehe ich genauso

wobei ich eben auch beim "begehrt werden" irgendwie ein nachhaltig gebranntes kind bin - naja, eigentlich ne alte hexe *lach* - aber du hast es schön beschrieben - begehrt werden ist geil - und wenn der typ dann auch noch ins beuteschema passt - und weiß, die richtigen knöpfe zu drücken, kanns durchaus äussert befriedigend werden.

aber leider fallen all die faktoren dann halt nicht immer zusammen ;-)
 
es geht mehr um das gesamtgefühl - the one - zu sein und seinen mann gefunden zu haben. aufgehoben zu sein und eine gemeinsame perspektive zu haben. ich hätt' aber schon gern was zum bepuscheln. das fehlt.

Kann ich sehr gut nachvollziehen, liebe pisces.
So habe ich diesen Lebensabschnitt auch immer gesehen. Ich will nichts schönreden und idealisieren. Aber das Gesamtpaket war trotzdem stimmig. Die Kinder haben unserer Paar-Beziehung keinen Abbruch getan, ganz im Gegenteil. Sie waren eine große Bereicherung.

Wir hatten unendlich viel, und wir hätten noch so viel mehr draus machen können.
Diese Gewissheit wird immer viel Wehmut in mir auslösen, so eine gewisse Grundtraurigkeit wird mich wohl auch in Zukunft begleiten.

Wenn ich nachträglich den point of no return festmachen müsste - ich könnte es tatsächlich nicht. Das Zerbröckeln hat so eine unterschwelige Tendenz. Ich hatte nicht hingeschaut, ich wollte es nicht wahrhaben. Der Aufprall war dann entsprechend unsanft.
Nein, das ist untertrieben - ich wäre an dem ganzen Drama (es WAR ein Drama) fast kaputt gegangen.

Du hast gefragt, ob ich wieder einen Partner habe.
Nein, habe ich nicht.
Ich würde mich als bezieungsunwillig bezeichnen.
Auch wenn ich, mit der gelebten Erfahrung im background, heute vieles anders, sprich aufmerksamer und reifer handhaben würde - ich würde die mentale Energie für eine gelingende Beziehung nicht mehr aufbringen wollen. Das Damoklesschwert "im Alter alleine sein" schwebt natürlich über mir, aber das ist der Preis für meine Entscheidung.

Muss leider kurz weg ...

LG
Lucille
 
Liebe Pisces!

Für mich liegt der Sinn im Leben genau darin, aus jeder Situation das Bestmögliche zu machen - nicht mehr und nicht weniger.

Du hast im Prinzip bei Kinderlosigkeit nur zwei Möglichkeiten:

a) Du haderst damit und siehst es als Strafe an (in übertragenem Sinne)
b) Du siehst es als Geschenk und machst was daraus.

Natürlich kannst Du jetzt sagen, wie kann ich etwas, das ich NICHT habe, als Geschenk ansehen?

Doch es ist Deine Entscheidung. Keiner zwingt Dich dazu, es als Verlust zu betrachten.

Du kannst es genausogut als Geschenk sehen und als Chance, etwas daraus zu machen für Dein Leben.

Kinder zu haben ist etwas Wunderschönes - und doch sind - wie bei allen Dingen - zwei Seiten dabei. Genauso wie bei Kinderlosigkeit - sie hat auch zwei Seiten. Es ist nur eine Frage, auf welche Seite der Medaille man sich konzentriert.

Die, bei der man steckenbleibt und nicht mehr weiterkommt, ist definitiv die negative. Dreh sie um und schau auf die positive Seite, darin liegt Potential. Du kannst es nicht ändern, aber Du kannst die Ärmel aufkrempeln und etwas daraus machen.

Jeder Mensch geht seinen Weg, der eine mit, der andere ohne Kinder - beide Wege sind gleich-gültig. In beiden Wegen liegen Chancen, die man verliert, wenn man nur auf den Weg des anderen guckt, der einem verlockender erscheint.

Ich hab Kinder, Du weisst - und ich möchte sie nicht missen, niemals. Aber wenn ich mit meinen Freundinnen spreche, die kinderlos geblieben sind, so staune ich oft, wie intensiv sie z.B. in Partnerschaften lieben können. Das sind Dinge, die mir durch die Kinder abhanden gekommen sind. Meine Liebe ist bei meinen Kindern, sämtliche Handlungen, die ich setzte, waren meinen Mutterinstinkten unterworfen, man könnte fast sagen, ich war (und bin es in diesem Punkt heute noch) ferngesteuert, nicht mehr frei in meinem Denken, Fühlen und Handeln.

Keine Rechnung ohne Gegenrechnung. Man tauscht immer alles ein. Die Wertigkeiten bestimmt man selbst - man kann damit glücklich oder unglücklich werden.

Liebe Grüße
Reinfriede

Das mit dem "Nicht-Kinder-Kriegen" hat mich ungefähr 8 Jahre sehr belastet. Haben doch alle unsere Freunde und Verwandten in dieser Zeit Kinder bekommen. Wir waren die einzigen, die keine bekamen.

Wenn ich heute so zurückdenke, an den Anfang der Achtziger Jahre ... hab ich mein Leben in die Hand genommen und mir ein Leben ohne Kinder eingerichtet! Als ich GöGa kennenlernte hab ich sofort mit offenen Karten gespielt und gesagt, dass ich keine Kinder kriege und ich auch keins adoptieren will.

Allerdings kam GöGas Tochter aus erster Ehe im Alter von 9 Jahren zu uns und ich hab sie großgezogen. Und als sie 17 war hab ich sie rausgeschmissen. Seit den Ende ihrer zweiten Ausbildung hat sie keine Lust zum arbeiten und lebt von Hartz IV. Und im Moment macht sie Schwierigkeiten wegen dem Erbe ihres Vaters.
Aber auch das steh ich durch und sitz es aus.

In meinem Innersten bin ich froh, dass ich keine eigenen Kinder bekommen habe.
 
In meinem Innersten bin ich froh, dass ich keine eigenen Kinder bekommen habe.

Ich sehe das an manchen Freundinnen von mir, die teilweise ganz bewusst kinderlos geblieben sind. Früher wollten sie entweder gar keine oder zumindest erst später welche, dann kam ihnen der Wechsel zuvor und nahm ihnen die Entscheidung dafür oder dagegen ab.

Klar haben sie auch manchmal gezweifelt, vor allem in der Zeit, in der überall in der Verwandtschaft oder Bekanntschaft die Kleinen rumwuselten. (nein, bei MEINEN Kindern nicht, zu mir kam mal eine kinderlose Freundin, die sich überlegt hatte, vielleicht doch....NACH dem Besuch bei mir und dem Wirbel daheim meinte sie, sie werde sich demnächst unterbinden lassen).

Aber jetzt, wo meine Kids groß sind und teilweise ausgezogen - und die nächsten ziehen in der nächsten Zeit auch aus - da beginnt für mich auch wieder die Freiheit. Und wenn ich jetzt mit diesen Freundinnen auf einen Kaffee wo sitze, sitzen wir wieder im selben Boot. Da ist kein Unterschied mehr.

Das, was sie mir voraus haben, ist - wie schon erwähnt - die Liebesfähigkeit in Bezug auf einen Partner (@Pisces: Ich beziehe das jetzt auf meine Freundinnen, da trifft das zu - es ist sicher nicht allgemein gültig).

Sie hatten die Möglichkeit, die Liebe, die ich in meine Kinder investiert habe, in die Beziehung zu stecken. Da blieb bei mir sicher einiges auf der Strecke.

Aber jeder hat seinen Gegenwert dafür.

Liebe Grüße
Reinfriede
 
mädels,
ihr seid wirklich klasse!
hab mir das auch schon überlegt, vor 15 jahren, wie wärs OHNE,
kanns mir nicht vorstellen, EBEN weil ich sie hab, ohne- würd ich mich sicher mehr auf den schatz konzentriert haben, stünden vielleicht viel besser da!
aber- andererseits- würde meine kleinen NIE hergeben!

lg

magnet
 
aber- andererseits- würde meine kleinen NIE hergeben!
ich auch nicht, niemals. wenn man manchmal nach einem chaos-tag die tür zumacht, denkt man sich, WARUM in gottes namen bekommt man kinder, wenn man vorher eh nicht weiß, was einem abgehen wird
und wenn man dann eh noch dazu oft genug froh ist, wenn sie im bett sind,

aber DANN berühren sie die seele mit so winzigen kleinigkeiten, die dann unzählig sind.

heute morgen baumelte ein autowasch-schwamm am nussbaum an einer langen schnur, das sollte so einen "box-sack" darstellen zum abreagieren, und weil ich gestern gemeint hab, ich müsse jetzt ein bissal sparen und kann nicht alles kaufen, hatte ich einen zettel bekommen vom 8jährigen vorschüler-sohn --- mit seiner idee, dem gegenzusteuern:
"EINEN LATEN AUFMACHEN NUAFÜGELT" - sollte heißen, er bringt seine spielsachen an den markt "nur für geld".

lg
 
sie hat etwas ganz wahres gesagt, nämlich dass diejenigen, welche in erster ehe familie und kinder gelebt haben eine echte 'erste runde' im leben gedreht haben, egal, wie schlimm die am ende gewesen ist.
fand diese aussage gut mit der ersten runde: kinderkriegen etc. - von pisces.

man sieht da irgendwie daraus eine weitere möglichkeit, die sich ergeben kann, sich noch in andre richtungen zu entwickeln. man ist ja irgendwie gepolt darauf, dass man bestenfalls DORT stehen bleiben sollte. haus, familie etc. .
alles andere wird oft so gleichgestellt mit versagen. dabei ist es lediglich ein sich-weiterbewegen. oft in unterschiedliche richtungen.
Ich sehe das an manchen Freundinnen von mir, die teilweise ganz bewusst kinderlos geblieben sind.
ja, auch eine kollegin von mir zieht das dem andren absolut vor. sie reist mit ihrem partner um die welt und möchte DAS niemals missen. blöd, wenn man irgendwie wo angebunden ist und auch diese kompensationsgeschichten nicht leben kann - sofern diese sich bemerkbar machen als erstrebenswert.

mancher ist ja auch SO zufrieden, ohne kinder ,ohne alles, nur daheim oder bescheiden in " kleinigkeit en" lebend.

DAS ist die wahrste lebensART, keine bedürfnisse mehr zu haben. wird ja im buddhismus irgendwie angestrebt soetwas. schön, wer dorthin kommen kann. mit NICHTS das gefühl zu haben, völlig in der fülle zu sein.

lg
 
man sieht da irgendwie daraus eine weitere möglichkeit, die sich ergeben kann, sich noch in andre richtungen zu entwickeln. man ist ja irgendwie gepolt darauf, dass man bestenfalls DORT stehen bleiben sollte. haus, familie etc. .

Abendsonne ich seh das nur temporär so. Aber meine Kinder sind im Alter, in dem sie ausziehen, Deine noch nicht - darum erwarte ich jetzt auch nicht, dass Du meine Meinung teilst. Ich bin jetzt Stück für Stück immer freier geworden - und werde bald wieder so frei sein wie VOR den Kindern.

Liebe Grüße
Reinfriede
 
Wenn ich nachträglich den point of no return festmachen müsste - ich könnte es tatsächlich nicht. Das Zerbröckeln hat so eine unterschwelige Tendenz. Ich hatte nicht hingeschaut, ich wollte es nicht wahrhaben. Der Aufprall war dann entsprechend unsanft.
Nein, das ist untertrieben - ich wäre an dem ganzen Drama (es WAR ein Drama) fast kaputt gegangen.
ich stell mir das als am allerschlimmsten vor. sich in einer intakten beziehung zu wähnen, und dann verliert man den partner an eine andere frau.
denk öfter an diese geschichte von lucille, und BETE fast, dass ich es so schaffen kann wie reinfriede.

hab gerade mitbekommen, dass der arnold schwarzenegger ein kind mit seiner haushälterin hat (das noch zusätzlich zu den vielen affären), ihr das verheimlicht hat lange zeit.

was frauen lange jahre alles so mitmachen,....... ?????????? sich tapfer nicht mal hinter die kulissen schauen lassen.... . ich hätte längst was sagen müssen, wenn sie alle diesen typen auch noch so verherrlichen. auch HIER tut mir wieder nur die frau leid. auch wenn immer zwei dazu gehören :). gut dass sie die trennung endlich durchziehen kann.

die schwarzeneggers haben so ein bild der heilen welt vermittelt, glückliche familie, überall ist anscheinend der wurm irgendwie drinnen.

lg
 
überall nicht, aber man sieht es eher*lächel

Ist wie schwanger sein, neues Auto haben etc... wenn man sich selber in dieser Situation befindet, schießen diese wie Schwammerl aus dem Boden*lächel
 
Ich bin jetzt Stück für Stück immer freier geworden - und werde bald wieder so frei sein wie VOR den Kindern.

Liebe Reinfriede,
Du wirst bestimmt mehr tatsächliche Freiheit(en) haben.
Trotzdem, ich denke, diese Art von (innerer) Freiheit, die man vor den Kindern gehabt habt, wird und kann nie wiederkommen. Ich meine damit diese Unbeschwertheit, diese zuvor nicht vorhandene Verantwortung. Mutterschaft ist eine lebenslange mentale Verbundenheit, auch wenn man im besten Sinne losgelassen hat.

LG
Lucille
 
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Liebe Lucille!

Ja, es IST anders, das stimmt. Wobei die Qualität der Freiheit jetzt auch anders ist - ich empfinde sie intensiver. Vor den Kindern war ich ich frei, aber auf der Suche nach dem nächsten Kapitel im Leben.

Nun habe ich schrittweise das Gefühl, dieses Kapitel abgeschlossen zu haben, erfolgreich abgeschlossen (ich trau mich das gar nicht zu schreiben, bin blöderweise abergläubisch :cool: - noch sind ja nicht alle außer Haus).

Meine Kinder sind erwachsen, ich hab diesen Job geschafft. Ich hab, als Alleinerzieherin, alle (fast alle, eine ist derzeit noch dabei) bis zur Matura/zum Studium gebracht, alle sind gesund und können ihr Leben nun leben.

Natürlich werden sie immer meine Kinder sein und ich werde mich immer um sie sorgen, aber sie könnens jetzt schon alleine. Und das ist befreiend, finde ich. Es ginge auch ohne mich.

Ich seh das mit meiner Ältesten, die bereits ausgezogen ist, trotzdem wir sehr intensiven Kontakt haben, sind wir frei, beide. Und ich genieße das total (und ich denke, sie auch).

Und die Unruhe, die ich vor den Kindern hatte, die ist jetzt nicht mehr da. Dieses Gefühl, noch etwas erledigen zu müssen, das ist verschwunden - ich habs erledigt - ist irgendwie blöde zu beschreiben.

Vor den Kindern hatte ich immer das Gefühl, noch nichts erlebt zu haben, bin in jede Erfahrung regelrecht hineingestürmt. Muss ich jetzt nicht mehr, ich fühl mich freier als zu dem Zeitpunkt, als ich noch keine Mutter war. Dieses Gefühl, WAS soll mir schon noch passieren - ich hab in meinem Leben alles getan, was ich je tun wollte. Und das macht mich frei, innerlich total frei. Ich muss keiner Erfahrung mehr nachlaufen, ich MUSS nicht mehr.

Ich hoffe, das klingt jetzt nicht zu wirr.:oops:

Liebe Grüße
Reinfriede
 
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