Liebe Abendsonne,
ich weiß eigentlich nicht, warum ich mich hier so reinsteigere, aber ich schätze, es ist deswegen, weil mir Deine Tochter leid tut und - ehrlicherweise - weil ich das Gefühl habe, mit meinen Postings diesbezüglich in's Leere zu laufen. Oder es ist tatsächlich ein Sender/Empfänger Problem.
Also - auch auf die Gefahr hin, dass ich Dir auf den Wecker gehe - und mir mit meinem Insistieren Deinen Unmut zuziehe ...
nochmal Klartext.
Ich habe nie von herkömmlichen Nachhilfestunden gesprochen.
War mir schon klar, dass es darum nicht gehen kann.
Es geht um Lernbegleitung zuhause. Beinhaltet das ganze Spektrum an Fächern. Und das Lernen lernen.
Eine solche Unterstützung hatte ich im Kopf, als ich Dich an diese Nummer verwiesen habe.
abendsonne
sie müsste mal das LERNEN lernen
Ja, sie müsste ... mit der bloßen Erkenntnis ist ihr aber nicht geholfen. Sie wird wahrscheinlich (unter der wurschtigen und coolen Fassade) ziemlich drunter leiden, dass sie's nicht auf die Reihe kriegt. Vielleicht denkst Du Dich mal in SIE hinein.
Sie braucht Hilfe.
Und niemanden, der ihr beim Versagen tatenlos zuschaut und das Ganze unter "Vertrauen" abbucht.
Sorry, aber mir kommt vor, das tust Du gerade.
abendsonne
starrt immer in die bücher und ist dabei nicht bei der sache.
Und Du denkst ernsthaft, dass es ihr Vorteile bringt, wenn sie sich selbst überlassen ist??
Weil es bei der Tochter einer Kollegin geklappt hat??
Das ist keine Vertrauensfrage, denn Deine Tochter KANN es nicht.
Sie braucht definitiv eine andere Haltung Deinerseits.
Du kannst keine zwei Kinder mit einander vergleichen. Die Kinder selbst sind verschieden, die Rahmenbedingungen sind es auch immer. Also schau ganz genau bei DIR - und lass die anderen außen vor.
Das Lernproblem und das Ausgrenzungsproblem sind wahrscheinlich miteinander verknüpft.
Dennoch solltest Du nicht warten, bis das eine in Ordnung kommt in der Hoffnung, dass sich das andere dann auch von selbst ergibt.
abendsonne
ich werde mit der schulpsychologin sprechen, die hat m.e. einen guten zugang zu meiner tochter.
Ist sicher ein guter Ansatz.
Aber entbindet Dich nicht von der Pflicht, dass Du Dich aktiv um ihre Lernprobleme kümmerst.
Allem Anschein nach hat ja schon ein Gespräch mit der Psychologin und Deiner Tochter stattgefunden, sonst wüsstest Du nicht, dass es einen guten Zugang gibt. Gab es da Erkenntnisse, die weitergeholfen haben?
abendsonne
im letzten jahr. ich musste mich also immer genau fix dazu setzen, und jede zeile durchkauen. anstrengendst.
Glaub ich Dir.
Aber gleichzeitig stellst Du in den Raum, dass der Vater mit der "Aufsicht" überfordert wäre, geschweige denn, dass er sich mit dem Lernstoff auseinandersetzen würde. Und trotzdem sollte sie dann heim zu Papa gehen.
Also - was brächte das? Außer wahrscheinlich Frust auf allen Seiten.
Ein Termin bei der Klassenlehrerin (jetzt, zu diesem frühen Zeitpunkt) wäre sicher auch hilfreich.
Auch sie wird sich über einen gangbaren Lösungsansatz Gedanken machen. Das ist ihr Job.
Und lass den Vater aus dem Spiel, wenn es um die Schule geht. Er hätte Zeit (und auch die verdammte Pflicht), sich um all das zu kümmern und sich reinzuhängen, nachdem Du ganztätig berufstätig bist - aber er tut es eben nicht. Es hat keinen Sinn, Pferde zum Bellen bringen zu wollen.
Es bleibt tatsächlich an Dir hängen.
Trotzdem - lass die Dinge nicht vor sich hin schludern.
LG
Lucille