das, was mir am meisten sorgen macht, ist, dass ich in der vierten hauptschule meiner tochter nicht mehr wirklich helfen kann vom lernstoff. bin bei mathe immer dabei gewesen jetzt, mit dem neuen buch weiß ich aber jetzt schon, dass ich aussteige.
Liebe Abendsonne!
Ging mir ähnlich, beim Stoff in der 6. Gym in Mathe hatte ich ganz schön durchgeschluckt, denn WIR hatten damals in derselben Schulstufe vieles einfach ganz anders gelernt bzw. gewisse Themen gar nicht dabeigehabt.
Aber gerade die Mathebücher sind so konzipiert, dass Du alle paar Seiten eine Erklärung dabei hast, WIE es gerechnet wird, eine Anleitung. Das müsste doch in dem Buch auch drin sein.
Wenn nicht, gibts den Google. Einfach den Begriff eingeben und gucken - ich hab in der Zeit auch viel übers Internet rausgefunden, wenn ich was nicht im Buch fand. Es gibt auch etliche Matheforen, wo diese Dinge wirklich gut erklärt werden.
Ich wär mir sogar sicher, dass Du - wenn Du im Lebensfragenforum eine Rechnung reinstellst, die Probleme machst, sich einige finden würden, die Dir bzw. Euch bei der Lösung behilflich sein würden.
Ich denke, wichtig ist nicht, dass man alles weiss (wer kann das schon?), sondern dass Deine Tochter sieht, dass man alles finden kann. Vielleicht sucht sie dann eines Tages selbst, wenn ihr was nicht klar ist. Weil sie sieht, dass man damit erfolgreich was lösen kann - und das ist was Angenehmes.
Wegen dem Thema Mobbing bzw. Ausgegrenzt-Sein: Da kommen in mir ganz ungute Erinnerungen hoch. Meine Jüngste wurde in genau diesem Alter auch ausgegrenzt an der Schule (die leider größtenteils nur von Superreichen besucht wurde). Meine zwei älteren Kindern waren auch an dieser Schule, hatten damit aber kein Problem, weil sie selbstbewusster waren.
Die Jüngste litt furchtbar und leider die erste Zeit (Stichwort "Kaktus" - kein Ausfragen möglich) leider stumm. Bis ich draufkam, dass die Ursache für ihren Rückzug die Klassengemeinschaft war (damals wurden die Klassen in dem Jahr komplett neu zusammengewürfelt wegen der verschiedenen Zweige), die so fatal auf sie wirkte, war es schon fast zu spät. Ich hatte viel zu lange zugesehen und abgewartet, in der Hoffnung, sie würde das alleine schaffen, die Situation würde sich beruhigen, das sind ja alles Kinder, das spielt sich noch ein...Schmarren, das tat es nicht. Die Noten gingen in den Keller im rasenden Tempo, sie wollte nicht mehr lernen, sie war nur noch aggressiv oder stumm.
Es war das schwierigste Jahr in meinem ganzen Leben - wenn es etwas gibt, das ich nicht hätte erleben wollen, dann wäre es genau diese Zeit. Und da war ich übrigens beim Jugendamt, weil ich uns Hilfe holen wollte, nachdem etliche Gespräche mit den involvierten Professoren und auch mit dem Direktor des Gyms nichts gebracht hatten.
Und ich kann Dir versichern: Es war das beste, was ich tun hätte können. Denn die Beraterin beim Jugendamt war wirklich top. Sie sprach auch mit meiner Tochter und wir konnten vieles klären.
Ihr Fazit, dass in unserem Fall eigentlich nur ein Schulwechsel, am besten in einen völlig anderen Ort, eine Lösung sein könnte, wurde sofort umgesetzt. Tochter abgemeldet, in einem anderen Gym angemeldet (war auch ein Spießrutenlauf, an etlichen Gyms wurden wir abgelehnt) und für meine Tochter begann damit wirklich ein neues Leben. Mit total lieben Klassenkameraden, einer super Klassengemeinschaft und "normalen" Schülern.
Sie hatte zwar durch den Wechsel in Summe ein Jahr verloren, aber ihr Leben wieder gewonnen. Und sie war von Anfang an dort glücklich und verstand sich gut mit den Schülern - von Ausgegrenztsein keine Spur mehr. Das war vor 5 Jahren - heuer ist sie in der Maturaklasse und ich bin wahnsinnig froh, dass ich damals zum JA gegangen bin.
Jugendamt ist halt leider so belegt mit den Begriffen: Kontrolle, Rabeneltern etc. - mit diesen Skrupeln kämpfte ich auch. Aber das Jugendamt hat auch eine Beraterfunktion und die war wirklich gut.
Liebe Grüße
Reinfriede