Lucille
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was mich aber nachdenklich stimmt, ist, dass sich meine tochter auch "negativ" mir gegenüber verhält, wenn keiner dabei ist, dem sie zeigen möchte, dass sie "zu ihm steht und nicht zu mir".
Liebe Abendsonne,
würde sie von jetzt auf nachher einfach "umschwenken", dann käme ihr das einem Verrat an sich selbst gleich.
Sie würde indirekt zugeben, dass der ablehnende Part lediglich der Solidarität mit dem Vater geschuldet ist.
Das geht nicht, sie muss, sich selbst zuliebe "eine Linie" fahren, verstehst Du?
Das ist u.a. auch mit ein Grund, warum ich hier immer für psychologische Hilfe von außen für die Kinder
plädiert habe. Sie können nämlich ihre echten Gefühle und Emotionen weder bei Dir noch bei Magnet
ausdrücken, auch nicht bei Verwandten. Die Angst, einen von Euch beiden zu verletzen oder sich
ungewollt auf eine Seite schlagen zu müssen, ist viel zu groß.
Und so beschränken sich die Kinder auf Ausdrucksformen, die als Aggressionen, Hass und Ablehnung
wahrgenommen werden.
Sie stehen unter Dauer-Hochspannung, die sich irgendwie (und an irgend wem) entladen muss.
Bei einer im wahrsten Sinne des Wortes neutralen und geschulten Person (= einem Kinderpsychologen)
könnten sie sich zeigen mit all ihrer Wut und ihrem Schmerz, ohne diese Emotionen gegen einen (geliebten)
Elternteil richten zu müssen. Es würde sie tatsächlich ent-lasten.
Meine jüngere Tochter hat mir diese These (eigentlich ist es eine folgenrichtige Erkenntnis) bestätigt.
Sie sagte, während der schwierigsten Zeit hätte es ihnen (also ihr und ihrer Schwester) am meisten
geholfen, wenn sie mit jemandem offen (!!) und ohne Angst vor "Konsequenzen" hätten reden können.
LG
Lucille