Mangels eigenem Kind kann ich nur aus der Sicht einer Tochter meinen Senf dazu geben.
Meine Mutter war als alleinerziehende berufstätige Migrantin mit mir ihrem einzigen Kind sehr streng. Sehr, sehr streng. Ich habe meine Mutter gehasst. Ich habe auch bis vor ein paar Jahren ein sehr schwieriges Verhältnis zu ihr gehabt. Teilweise in meinen 20gern habe ich auch den Kontakt zu ihr abgebrochen. Meine Mutter hat mir mit ihrem Verhalten auch sehr geschadet.
Doch heute, wo ich in meinen 30gern bin, eine eigene Familie habe, da sehe ich meine Mutter anders.
Ich sehe diese Omnipräsenz von damals anders.
Meine Mutter war nämlich immer da für mich, Tag und Nacht, ob ich wollte oder nicht.
Jetzt hat sie auch dazu gelernt und mich losgelassen. Aber sie ist immer noch da.
Neulich, als mein Mann im Krankenhaus war und ich um 1:00 aus dem KH zurück kam, da habe ich als erstes meine Mami angerufen, weil ich wusste, auch wenn ich jetzt schon eine erwachsene Frau bin, meine Mami ist auch um 1:00 präsent und da und zur Stelle. Und sie hat mich aufgefangen und beruhigt und auch wenn sie in alte Muster zurückfiel und meinte "Soll ich mich in den Zug setzten und zu dir kommen?" (meine Mutter ist so
), habe ich verstanden, dass meine Mutter immer da war, voll und ganz präsent für mich.
Und das, was ich an dieser Präsenz früher so gehasst habe, hatte sich in diesem Moment umgewandelt.
Ich konnte es verstehen und annehmen. Meine Mutter ist eben diese Über-Mutter, sie hat mich erdrückt und eigezwängt, sie konnte nicht anders. Sie war alleine und sie musste für mich Berge versetzen in einem fremden Land, damit ich eine Zukunft habe. Doch ich bin heute erwachsen und ich habe heute meine Werkzeuge um damit umzugehen. Und in so einer Situation, wo ich zwar auch Freundinnen wachklingeln könnte, aber doch berücksichtigen muss, dass die in 4 Stunden zur Arbeit müssen, tut es verdammt gut zu wissen, dass meine Mami für mich da ist und sich unter Umständen sogar in den Zug setzt und kommt und mir die beste Hühnersuppe macht.
@abendsonne.
Auch wenn deine Tochter lieber mit Papa zum Friseur geht............. ich kann aus heutiger Sicht verstehen, wie sehr dich als Mutter das verletzt. Doch sage ihr, "Auch wenn du mit Papa zum Friseur gehst, es ist ok." Und dann sage ihr: "Ich, deine Mutter, ich bin dennoch und immer für dich da. Auch wenn du nichts von mir wissen willst." Auch wenn es lange dauern wird, deine Tochter wird irgendwann erkennen, "Auch wenn ich meine Mutter gehasst habe, sie war immer da für mich."
Meine Mutter ist nie müde geworden mir zu sagen: "Ich liebe dich über alles und ich bin immer da für dich." Selbst wenn wir uns gestritten haben bis aufs Blut, ich geheult habe, meine Mutter heulend davon gezogen ist, wenn ich den Kontakt abgebrochen habe. Das hat sie mir immer gesagt und auch unermüdlich gezeigt. Dass sie da ist. Ich weiß heute nicht wo sie diese Kraft hergenommen hat.
Wahrscheinlich verstehe ich es nicht, weil ich noch kein Kind habe.
Doch die stille Präsenz einer Mutter, die immer und beständig im Hintergrund bereit steht, greifbar ist......... diese Fähigkeit haben wir Frauen in jeder einzelne Zelle unseres Körpers. Es ist eine Fähigkeit ohne die die Welt im Stillstand erliegen würde.
Und gerade Töchter, welche sich in der Pubertät zunächst gegen die Mutter stellen müssen um sich abzugrenzen um ihre eigene weibliche Persönlichkeit zu entwickeln, haben damit zunächst zu kämpfen. Und das ist auch gut so.
Lass deine Tochter ruhig kämpfen und sich abgrenzen, doch sei da und lasse es sie immer wissen, dass du da bist.
Aus Erfahrung sage ich dir, dass man als Tochter mit der Zeit versteht, dass es nichts gibt wogegen man zu kämpfen hat. Diese Frau und Mutter, die ist einfach nur da. Diese Frau ist selbst für mich als erwachsene Tochter immer noch da. Selbst wenn ich schon 36 bin, um 1:00 Uhr morgens anrufe, weil ich meinen Anker brauche der mich beruhigt, ganz gleich welche Verletzungen über die Jahre stattgefunden haben, ist die Mutter immer noch da. Unverrückbar wie ein Berg.
Johanne
Meine Mutter war als alleinerziehende berufstätige Migrantin mit mir ihrem einzigen Kind sehr streng. Sehr, sehr streng. Ich habe meine Mutter gehasst. Ich habe auch bis vor ein paar Jahren ein sehr schwieriges Verhältnis zu ihr gehabt. Teilweise in meinen 20gern habe ich auch den Kontakt zu ihr abgebrochen. Meine Mutter hat mir mit ihrem Verhalten auch sehr geschadet.
Doch heute, wo ich in meinen 30gern bin, eine eigene Familie habe, da sehe ich meine Mutter anders.
Ich sehe diese Omnipräsenz von damals anders.
Meine Mutter war nämlich immer da für mich, Tag und Nacht, ob ich wollte oder nicht.
Jetzt hat sie auch dazu gelernt und mich losgelassen. Aber sie ist immer noch da.
Neulich, als mein Mann im Krankenhaus war und ich um 1:00 aus dem KH zurück kam, da habe ich als erstes meine Mami angerufen, weil ich wusste, auch wenn ich jetzt schon eine erwachsene Frau bin, meine Mami ist auch um 1:00 präsent und da und zur Stelle. Und sie hat mich aufgefangen und beruhigt und auch wenn sie in alte Muster zurückfiel und meinte "Soll ich mich in den Zug setzten und zu dir kommen?" (meine Mutter ist so
Und das, was ich an dieser Präsenz früher so gehasst habe, hatte sich in diesem Moment umgewandelt.
Ich konnte es verstehen und annehmen. Meine Mutter ist eben diese Über-Mutter, sie hat mich erdrückt und eigezwängt, sie konnte nicht anders. Sie war alleine und sie musste für mich Berge versetzen in einem fremden Land, damit ich eine Zukunft habe. Doch ich bin heute erwachsen und ich habe heute meine Werkzeuge um damit umzugehen. Und in so einer Situation, wo ich zwar auch Freundinnen wachklingeln könnte, aber doch berücksichtigen muss, dass die in 4 Stunden zur Arbeit müssen, tut es verdammt gut zu wissen, dass meine Mami für mich da ist und sich unter Umständen sogar in den Zug setzt und kommt und mir die beste Hühnersuppe macht.
@abendsonne.
Auch wenn deine Tochter lieber mit Papa zum Friseur geht............. ich kann aus heutiger Sicht verstehen, wie sehr dich als Mutter das verletzt. Doch sage ihr, "Auch wenn du mit Papa zum Friseur gehst, es ist ok." Und dann sage ihr: "Ich, deine Mutter, ich bin dennoch und immer für dich da. Auch wenn du nichts von mir wissen willst." Auch wenn es lange dauern wird, deine Tochter wird irgendwann erkennen, "Auch wenn ich meine Mutter gehasst habe, sie war immer da für mich."
Meine Mutter ist nie müde geworden mir zu sagen: "Ich liebe dich über alles und ich bin immer da für dich." Selbst wenn wir uns gestritten haben bis aufs Blut, ich geheult habe, meine Mutter heulend davon gezogen ist, wenn ich den Kontakt abgebrochen habe. Das hat sie mir immer gesagt und auch unermüdlich gezeigt. Dass sie da ist. Ich weiß heute nicht wo sie diese Kraft hergenommen hat.
Wahrscheinlich verstehe ich es nicht, weil ich noch kein Kind habe.
Doch die stille Präsenz einer Mutter, die immer und beständig im Hintergrund bereit steht, greifbar ist......... diese Fähigkeit haben wir Frauen in jeder einzelne Zelle unseres Körpers. Es ist eine Fähigkeit ohne die die Welt im Stillstand erliegen würde.
Und gerade Töchter, welche sich in der Pubertät zunächst gegen die Mutter stellen müssen um sich abzugrenzen um ihre eigene weibliche Persönlichkeit zu entwickeln, haben damit zunächst zu kämpfen. Und das ist auch gut so.
Lass deine Tochter ruhig kämpfen und sich abgrenzen, doch sei da und lasse es sie immer wissen, dass du da bist.
Aus Erfahrung sage ich dir, dass man als Tochter mit der Zeit versteht, dass es nichts gibt wogegen man zu kämpfen hat. Diese Frau und Mutter, die ist einfach nur da. Diese Frau ist selbst für mich als erwachsene Tochter immer noch da. Selbst wenn ich schon 36 bin, um 1:00 Uhr morgens anrufe, weil ich meinen Anker brauche der mich beruhigt, ganz gleich welche Verletzungen über die Jahre stattgefunden haben, ist die Mutter immer noch da. Unverrückbar wie ein Berg.
Johanne