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Dieses Thema im Forum "Eltern und Kinder" wurde erstellt von Fafnir, 9 März 2018.

  1. Clara Clayton

    Clara Clayton Well-Known Member

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    Hallo Fafnir,

    Ich kann das, was du schreibst zwar gar nicht nachvollziehen, doch das muss ich ja auch nicht. Jeder Mensch muss seinen eigenen Weg finden. Ich, für mich, möchte ein gutes, schönes Leben führen, das geht mit Menschen, die mir das Leben schwermachen, einfach nicht. Hier ziehe ich eine Grenze. Das hat für mich mit Aufgabe nichts zu tun, sondern mit Stärke. Aber, wie gesagt, so sehe ich das für mich.

    Ich wünsche dir viel Erfolg bei deiner Therapie.

    Alles Liebe und Gute für dich.

    Clara
     
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  2. Fafnir

    Fafnir Active Member

    Hallo Clara,

    danke für Deine Antwort.

    Das was ich in meinem gestrigen Beitrag über den Verlauf des letzten Telefonates mit meiner Mutter beschrieben habe, sehe ich als Ausdruck emotionaler Distanz, dass ich mich nicht auf ihr Spiel eingelassen habe.
    Die Tatsache, dass ich mit meiner Mutter telefoniert habe, ist nicht die Hauptinformation, sondern meine veränderte Reaktion darauf.
    Dies ist mEn die wichtigste Hürde und Voraussetzung, loslassen zu können.
    Vielleicht gelingt es Dir vor diesem Hintergrund, doch noch ein wenig mit mir zu freuen.
    Es ist auch als Botschaft an Euch gedacht, dass Eure Worte mich erreicht haben.
     
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  3. Clara Clayton

    Clara Clayton Well-Known Member

    Hallo Fafnir,

    weißt du, meine Mutter hat mir sehr viele Schwierigkeiten gemacht in meinem Leben. Sie war eine harte, selbstverliebte Frau, deren Lebensmittelpunkt sie selber war. Sie war die Sonne, um die sich alles zu drehen hatte. Meine Geschwister taten dies. Ich nicht. Meine Mutter bestimmte nicht meine Gedanken. Sie hatte keinen Zugang zu meinem Leben. All das war ihr nicht wichtig. Und mir schließlich auch nicht mehr.

    Gerne hätte ich eine Mutter gehabt, die sich für mich und meine Familie interessiert hätte. Jemand, der mich in den Arm nimmt, wenn ich Kummer habe und für mich da ist, wenn ich in Not bin. Meine Mutter war nicht bereit dazu. Also habe ich aufgehört mir etwas vorzumachen und das Weite gesucht.

    Wenn du dich darüber freuen kannst, dass du dich in dem letzten Telefonat mit deiner Mutter nicht von ihr hast provozieren lassen, ist das nur natürlich. Sicher ist das ein großer Schritt für dich. Das kann ich schon verstehen. Ich kann nur nicht verstehen, warum du, nach allem das du hier geschildert hast, immer noch so viel Interesse an deiner Mutter hast. Warum ist es dir so wichtig ruhig zu bleiben, wenn du mit ihr sprichst? Warum sprichst du überhaupt mit ihr?

    Gruß Clara
     
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  4. Fafnir

    Fafnir Active Member

    Meiner Mutter geht es gesundheitlich nicht gut, sie lässt sich selbst gehen. Ich habe den Verdacht auf Selbstgefährdung bei ihr. Das darf ich natürlich nicht passieren lassen, nach Gesetz ist man da zum Handeln verpflichtet (Unterlassene Hilfe). Das ist ein Grund weshalb ich mit meiner Mutter telefonieren muss und das auch getan habe. Ich habe ihr eine klare Ansage gemacht, sie soll zum Arzt und mit der Krankenkasse zwecks Pflegestufe telefonieren, weil ich das nicht machen darf. Ich habe mit einem Anwalt und auch den entsprechenden Behörden (Gesundheitsamt) schon telefoniert. Ich habe ihr gesagt, dass ich eingreife, wenn sie untätig bleibt. Sie darf das Gesundheitsamt wegschicken, aber dann ist endlich aktenkundig, dass ich alles Mögliche getan habe...
    Dahinter steckt reiner Selbstschutz...

    Sie hatte deutlich Angst vor Kontrollverlust und wollte ablenken, aber ich habe mir die Gesprächszügel dieses Mal nicht aus der Hand nehmen lassen.
    Sie legt es darauf an, mich zu provozieren, es ist Teil ihrer Masche. Ich mache das unwirksam, wenn ich ruhig bleibe.
    Der für mich wichtigste Kontaktabbruch findet auf emotionaler Ebene statt und das ist jetzt eingeleitet.
     
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  5. Clara Clayton

    Clara Clayton Well-Known Member

    Dann hat bei dir eine gedankliche Veränderung stattgefunden...

    Wenn deine Mutter krank ist, sie aber keine Hilfe will, ist das ihre Entscheidung. Es sei denn sie steht unter amtlicher Vormundschaft.

    Aber zu diesem Thema schrieb ich dir ja schon ausführlich (Stichwort Pflegevollmacht, Vorsorgevollmacht usw.).

    Aber ich klinke mich hier jetzt aus. Ich muss mich gerade selber um einen Krankheitsfall im Freundeskreis kümmern, der mich stark mitnimmt.

    Ich wünsche dir alles Gute und viel Kraft im Umgang mit deiner Mutter.
     
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  6. Spätzin

    Spätzin Well-Known Member

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    Manchmal denke ich dass manche Menschen einfach ein Kapitel ihres Leben nicht abschließen wollen.
    Ich hab mich lange mit mir auseinandergesetzt bevor ich den Kontakt zu meiner Mutter abgebrochen habe!
     
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  7. Rudyline

    Rudyline Well-Known Member

    Kein Problem :)
    bei mir hat es ja jetzt auch gedauert.

    Logisch, geht auch nicht anders ...oder man muss Romane schreiben.

    Es scheint nur ein "Fehler" zu sein. Wir sind halt so erzogen......"programmiert" und hätten wir anders handeln können, hätten wir es getan.
    Wirf es dir nicht mehr vor.


    Ja, so ging es mir auch irgendwann.
    Schmerzhaft aber gut und wichtig. Sonst ist Veränderung nicht möglich.
    Ich glaube, an den Punkt kommen viele Menschen (die meisten) irgendwann. Als Kinder sind unsere Eltern für uns Gott. Dieses Bild MUSS irgenwann zusammenbrechen.
    Und dann können wir sie sehen als Menschen, mit ihren Fehlern und Schwächen. Auch sie haben eine Biografie die sie zu dem gemacht hat was sie sind.
    Kennst du die deiner Mutter?
    Mir hat es sehr geholfen ihr Leben zu verstehen.
    Nicht als Entschuldigung für ihr Verhalten, aber zum Verständnis.

    Ja, so ging es mir auch irgendwann. Es kam zwar auch nicht wirklich an, aber für MICH war es wichtig mich zu äussern, meine Gedanken und Gefühle auszusprechen, sie nicht mehr zu schlucken. Durch das Schlucken wurde ich regelrecht krank, habe ich ihre Gedanken und Gefühle zu meinen gemacht und ihre Wahrheit zu meiner - ich wusste nicht mehr wer ICH bin. Weil ich ihr geglaubt habe, was sie mir über mich (und andere) erzählt hat.
    Erst nachdem ich letztes Jahr alles verbal regelrecht "rausgekotzt" hatte ihr gegenüber (ich ihr ihre Verantwortung "zurück gegeben" und nicht mehr zum Sündenbock mich habe machen lassen) begann eine Veränderung in mir.
    Ich weiss nun, dass das was sie mir über mich erzählt (wie ich sei) nicht stimmt. Ihr Bid von mir - das ich für mich übernommen hatte - stimmt nicht und es spielt keine Rolle mehr für mich wie sie mich sieht.

    Jetzt nicht mehr! :)
     
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  8. Rudyline

    Rudyline Well-Known Member

    @Fafnir:
    arbeitet deine Therapeutin auch systhemisch?
    Oder hast du schon mal an eine Familienaufstellung gedacht?
    Manchmal bringt sowas sehr viel Klarheit und kann mehr "lösen" als ewige Gesprächs- oder Verhaltenstherapie.
     
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  9. Fafnir

    Fafnir Active Member

    Nein, meine Therapeutin arbeitet selbst nicht systemisch.

    Das Hauptproblem besteht nur zwischen meiner Mutter und mir. Es bleibt unlösbar, so lange sich meine Mutter weigert, an dessen Lösung tatkräftig mitzuwirken. Das wird sie auf keinen Fall tun, sie ist zu schwach, hinzusehen und den Schmerz aushalten zu können. Sie weiß schon sehr lange um die Problematik und tut nichts anderes, als neue Fronten als Ablenkungsmanöver zu kreieren, um sich mit meinem Problem nicht auseinandersetzen und den größten Fehler ihres Lebens eingestehen zu müssen. Sie leidet lieber für sich und lässt mich - wie üblich - im Regen stehen.
    Meine Mutter hat mich als ihre Altersvorsorge vorgesehen - diese Aufgabe hat sie mir einfach zugewiesen, ohne dass mir je ein Mitsprache-Recht eingeräumt wurde... Leider hat sie mich nicht so behandelt, wie man seine Altersvorsorge behandeln und vor jeglichem Schaden durch andere beschützen sollte.
    Ich habe meine Lebensplanung nach dem Selbstmordversuch außerhalb des Elternhauses gemacht und ihren Traum damit unmöglich gemacht. Sie hat mich zuerst im Stich gelassen, ich habe mit meinem Aus- und Wegzug nur die logischen Konsequenzen gezogen. Meine Mutter setzt ihren geplatzten Alters-Traum über meinen erlittenen Schmerz mit dem Im-Stich-Gelassen-Sein durch sie selbst.

    Ja, ich denke ich kenne den wichtigsten Teil der Historie.
    Meine Uroma (Mutter meiner Oma) floh mit ihrer Herkunfts-Familie aus Schlesien.
    Meine Oma war eines von ursprünglich 7 Geschwistern, 2 davon sind früh verstorben (Krieg und tödlicher Fabrikunfall). Sie ist als kleines Kind Ende der 1920er Jahre beim Spielen die Schuppen-Treppe runtergefallen und war danach zeitlebens ein Krüppel mit angebrochener Wirbelsäule, weil die Hilfe nicht rechtzeitig kam und die Medizin damals auch noch nicht ausgereift war. Sie hat zeitlebens mit ihrem Schicksal - dem Buckel und ihrer Kleinwüchsigkeit - gehadert, sie sah aus wie die Kräuterhexen aus den Grimmschen Märchen - Buckel, gekrümmte Haltung, Hakennase, vorspringendes Kinn.
    Ihren ersten Mann hat sie in Kriegsgefangenschaft verloren, den gemeinsamen Sohn (Halbbruder meiner Mutter) hat sie ihrer Mutter (also meine Uroma) zur Erziehung überlassen, weil diese darum gebettelt hat.
    Mit ihrem zweiten Mann hat sie eine Tochter - meine Mutter. Mein Opa ist mit 64 verstorben - ich hab ihn gefunden und die Todesnachricht meiner Oma überbracht. Meine Mutter sagt zwar, sie sei von ihren Eltern nie geschlagen worden. Das kann ich mir angesichts der Gewalt meiner Oma mir gegenüber nur schwer vorstellen. Auf alten Fotos hatte meine Oma schon die furchteinflößende Ausstrahlung, die ich "live" erlebt habe.

    @ Spätzin und @ Clara Clayton : ihr habt Recht, dass ich loslassen sollte... Meine Therapeutin rät mir auch dazu. Aber ich muss dafür noch eine für mich akzeptable Grundlage finden.
     
  10. Rudyline

    Rudyline Well-Known Member

    Hallo @Fafnir
    Wahnsinn....das ist echt heftig.
    Ich wünsche dir wirklich, dass du bald einen guten Weg für dich findest mit all dem umzugehen und Frieden in deinem Herzen zu finden.
    LG
     
  11. Spätzin

    Spätzin Well-Known Member

    DU hast doch für Dich selbst eine Lebensgrundlage geschaffen. Du hast Familie (und eventuell auch Kinder).
    Ich wurde u.a. auch von meiner Mutter abgestraft weil ich keine Kinder bekam. Das tat einige Zeit sehr weh. Aber durch den rigorosen Kontaktabbruch habe ich mir mein Leben aufgebaut wie ich es wollte. Und es war und ist gut so!
    Mit meiner Schwester die genauso wie meine Mutter ist hab ich keinen Kontakt - aber mit meiner Nichte wöchentlich. Und da ist es auch so dass meine bösartige Schwester wegen einer Kleinigkeit den Kontakt zur Tochter/Schwiegersohn abgebrochen hat und auch mit den Enkelkinder keinen Kontakt hat.
    Ich selbst halte mit solchen Menschen welche mir nicht gut tun keinen Kontakt und ich sage das auch ganz offen warum ich keinen Kontakt will!!!
     
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