Heiraten ja oder nein?

Reinfriede

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Ein herzliches Hallo an alle!

Ich weiß gar nicht genau, wie ich es schreiben soll, was mir auf dem Herzen liegt und für das ich eine Lösung suche.

Ich war ein paarmal schon verlobt (weil ich NICHT heiraten wollte, damit hab ich das ganze hinausgezögert... ich wusste einfach, dass das nicht passte), später lernte ich meinen Mann kennen und nach drei Monaten waren wir bereits verheiratet. ICH wollte das diesmal (er auch), es war einfach das Gefühl da, dass es ok ist.

Wir hatten eine gute Beziehung, die leider nach 15 Jahren zerbrach. Meine Einstellung zum Heiraten ist eine positive geblieben.

Nun hab ich wieder einen Lebensgefährten (seit 2 einhalb Jahren), es ist sehr schön mit ihm.... Wenn da nicht ein Gefühl da wäre, das mir zu schaffen macht.

Ich spüre wieder dieses "Ja, ich will heiraten", er nicht. Nun haben wir schon des öfteren diskutiert, der Unterschied ist der, dass ich Heiraten mit schönen Erinnerungen verbinde und er nicht.

Für mich beinhaltet die Aussage: Ich will Dich heiraten, dass man sagt: Ich liebe Dich so sehr, dass ich mich mit Dir wirklich verbinden will.

Für ihn heißt Heiraten, dass man dem Staat seinen Obulus leistet, sich gesellschaftlich "anpasst", den gängigen Normen neigt.

Und ich kann es drehen und wenden, wie ich will, für mich ist einfach diese Liebe so stark, dass dieses Gefühl, heiraten zu wollen, mich regelrecht bedrängt. Heiraten hat für mich etwas mit "Magie" zu tun, es ist eine Art magischer Akt einer Liebe.

Das Ganze endet in einer Sackgasse, weil ich nur zwei Möglichkeiten sehe:

1.) Ich "überrede" ihn dazu - das will ich absolut nicht, denn ich hätte immer das Gefühl, dass er das (und damit mich) nicht wirklich wollte und das tut weh, das würde ich nicht aushalten.

2.) Ich bringe mich dazu, das Thema Heirat genauso zu sehen wie er - und deshalb schreibe ich dieses Posting.

Ich suche Meinungen, die GEGEN eine Heirat sind, damit ich (vielleicht) diesen Knopf aus meinem Kopf bekomme, Argumente, die mir logisch erscheinen und mir dieses Gefühl, heiraten zu müssen, wieder nehmen....

Ich bitte Euch nur inständig darum, mir NICHT aburteilende Meinungen zu schreiben (so wie alle Frauen wollen nur heiraten etc.), sondern mir ist es wirklich ein Anliegen, Meinungen zu lesen, die in mir die Ahnung aufkommen lassen, dass Liebe nicht mit einer Heirat verknüpft sein muss.

Danke sehr für Eure Hilfe

Reinfriede
 
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Liebe Reinfriede,

ich finde beide Deiner Möglichkeiten nicht optimal, denn bei beiden versuchtst Du, auf irgend eine Art und Weise etwas zu erzwingen, was er nicht will. Also würdest Du seinen freien Willen beeinflussen. Nach kosmischem Gesetz darf das nicht sein!

Ich habe da einen anderen Vorschlag: Wie wäre es mit etwas Kompromissbereitschaft von beiden Seiten? Es gibt heute so viele Möglichkeiten, einen "Bund für's Leben" zu schliessen, wo man keine Kirche und keinen Staat dazu braucht. Ihr könntet ein kleines "Ritual" abhalten, nur Ihr beide oder auch mit Freunden, in der Natur. Kürzlich habe ich sogar von einer Frau gehört, die hat in der Kirche irgendeine Funktion, ist aber keine Pfarrerin! Sie veranstaltet solche "Eheschliessungen" auch in der Kirche. Diese wären dann nicht kirchlich dokumentiert...
Wie gesagt, es gibt viele Möglichkeiten. Denkt einmal darüber nach - wenn Ihr es nicht schon getan habt.

Liebe Grüsse -
Ash-Li
:kiss3:
 
Hallo Asthar-Linar!

Danke für Deine Antwort. Ich komme damit nicht ganz klar, was Du damit meinst, dass beide Möglichkeiten IHN zu etwas zwingen würden....

Könntest Du mir das ein wenig genauer erklären? (Ich kann mir nicht vorstellen, was bei ihm einen Zwang auslösen würde, wenn ich seine Einstellung bekommen würde, oder seh ich da was falsch?)

Danke für den Tipp mit der rituellen Hochzeit, es ist auf jeden Fall überlegenswert...

Danke
Reinfriede
 
Zu dem Thema kann ich dir eines meiner Lieblingsbücher empfehlen: "Heiraten ist unmoralisch" von Esther Vilar. Eine Heirat aus dem Blickwinkel "Mißtrauensantrag" betrachtet... :D
Wie Ash-Li würde auch ich dir ein entsprechendes Ritual vorschlagen...

Jandira :blume:
 
heiraten ja oder nein

heiraten nur, wenn es beide vom ganzen Herzen wollen!
alles andere ist Betrug und Selbstbetrug!
 
hallo, Reinfriede

ich selber bin auch schon einmal verheiratet gewesen und die Scheidung war doch mit viel Laufereien etc. verbunden gewesen.

Ich kenne meinen jetzigen Lebenspartner schon seit 1991 (also 14 Jahre) und erst 2000 haben wir uns scheiden lassen.

Obwohl ich ihn gern geheiratet hätte, bzw. wir erst heiraten wollten, sind wir zu dem Entschluss gekommen, dies nicht zu tun, wenn ich auch zugeben muss, dass er damit angefangen hat und dies vorschlug und ich darüber irgendwie froh war, denn ich wollte nicht mehr gebunden sein durch eine Heirat, mit all den Formalitäten für eine Heirat und evt. dann bei einer Scheidung anfallenden Schlammschlachten auf beiden Seiten......denn wir haben beide Kinder aus unserer ersten Ehe.

Nun sind wir soweit übereingekommen, dass wir uns registrieren lassen als "partnerliche Gemeinschaft" und das bei einem Notar, der alles festhält, was wir uns gegenseitig zukommen lassen werden etc. Somit bin ich auch seit dem Tag, wo ich mit ihm zusammenlebe (seit 2000) rentenmässig von seiner Seite aus mit versichert, das heisst, falls er sterben würde vor mir, erhalte ich für die Zeit, die wir zusammengelebt haben, eine Rente aus seiner Rente. Ausserdem ist man dann -erbbedingt gesehen- gleichgestellt wie, als wären wir verheiratet. Also werden wir einen Partnerschaftsvertrag aufstellen.

Ob Du unbedingt heiraten willst, obwohl Du weist, dass Dein Partner eigentlich dagegen ist aus Gründen, die Du geschrieben hattest, must Du mit Dir selber ausmachen.

Viele sagen bloss: ach, ihr seid nicht verheiratet? Tja, und was ist, wenn er/sie mal vor Dir stirbt? Wie bist Du dann "abgesichert"??? Aber willst Du wirklich deswegen heiraten? Geniesse Deine Freiheit und Du wirst feststellen, dass Du sehr gut damit (zusammen)leben kannst mit Deinem Partner.

Ich bin jetzt der Meinung, dass ich meine Freiheit nicht mehr hergeben will und wenn wir uns nicht mehr verstehen sollten, was ich nicht hoffe!, dann gehen wir auseinander ohne um "Erlaubnis" fragen zu müssen. Ausserdem behalte ich mir so den "Kick", dass man niemanden gehört - nur sich selber....:-)) und das tut beiden Partner immer wieder gut bzw. man sieht sich nicht als "gewöhnliches Ehepaar" an, sondern wird sich immer wieder bewusst, dass man ja "frei" ist und ich denke, dass viele, die verheiratet sind, gern an meiner Stelle (oder Deiner) stehen würden, ohne Trauschein halt, denn nichts kann Dich binden, ausser die Liebe und wenn die nicht da ist, nützt auch kein Trauschein etwas, meinst Du nicht auch??????

Warum! willst Du denn unbedingt heiraten??????????????

LG
Maike
 
Heiraten

Liebe Reinfriede,

heiraten heißt: "Meine Suche hat aufgehört - du darfst mich ganz haben als deine/n Frau/Mann so lange es währt und ich nehme dich mit allem als meine/n Frau/Mann." Heiraten heißt daher auch einander nehmen so wie man ist und ohne jede Hintertür.

Ich weiß jetzt nicht, wie alt ihr seid - aber mit Blick auf meine bisherigen Erfahrungen mit Paaren in Aufstellungsseminaren und im Coaching kann ich sagen, dass Heiraten dann für ein Paar wichtig sein kann, wenn es noch Kinder haben will. Die Kinder haben dann meist einen besseren Halt (vorausgesetzt, die Eltern haben nicht nur "formal" geheiratet, sondern es auch innerlich vollzogen).

Dein Mann will sich angeblich "den Konventionen entziehen". Das ist m.E. aber nur ein Vorwand. War er vorher in einer festen Bindung, wie du? Möglicherweise ist diese oder die an seine Mutter nicht gut gelöst (wobei auf Letzteres der Trotz gegen die Konventionen sprechen könnte). Dann bleibt er innerlich und unbewusst dort treu und du kannst ihn womöglich nicht haben.

In der Regel habe ich beobachtet: wenn ein Partner heiraten will und der andere nicht, dann ist meistens die Beziehung zu Ende, auch wenn sie im Außen weiter zusammen leben. In der Seele ist die Beziehung zerbropchen, denn es ergibt sich eine ständige existenzielle Zurückweisung, die auch unausgesprochen im Raum steht. Einer lässt sich auf den anderen nciht ein, wie der es tut. das bringt ein ständiges gefälle von geben und Nehmen, denn der, welcher eigentlich heiraten will, verzichtet auf das Volle und Ganze um des Anderen willen, der sich nicht festlegen will. Dies bedingt, dass derjenige, der heiraten will, für andere potentielle Partner, die ebenfalls heiraten würden nicht zu haben ist - er verzichtet auf sie. Diesen Verzicht kann der andere nicht ausgleichen - mit nichts. daherwird er irgendwann dem gebenden und Verzichtenden böse - und das zu Recht.

Die Lösung: der, welcher heiraten will und kann, sucht sich einen anderen Partner, der ebenfalls will und kann.

Aber Vorsicht - nun wäre es leicht, deinen Mann hier zu verurteilen... Es kann aber sein, dass es unter der Oberfläche gegenteilig ist, wie dargestellt: manchmal ist der angeblich Heiratswilllige eigentlich derjenige, welcher nicht zu haben und anderweitig noch gebunden ist. Dann verweigert der andere ihm sozusagen aus Liebe die Heirat, weil er unbewusst spürt, das die Heirat nicht wirklich gewollt ist.

Noch einmal anders stellt es sich dar, wenn es um eine "Altersliebe" geht. Hier spielt die Bindung keine so große Rolle mehr, weil keine Kinder mehr zu erwarten sind. Dann hat es oft keine besondere Wirkung, wenn beide nicht heiraten. Es entsteht zwischen ihnen ja keine systemische Bindung (die nur entstehen kann,wenn ein Kind potentiell gezeugt werden könnte) mehr.

Herzlich
Christoph
 
Reinfriede schrieb:
Ich komme damit nicht ganz klar, was Du damit meinst, dass beide Möglichkeiten IHN zu etwas zwingen würden....


Tut mir leid, Reinfriede, ich habe mich da leider verlesen beim 2. Punkt. Also bezieht sich mein Posting nur auf Deinen 1.

Liebe Grüsse -
Ash-Li
:kiss3:
 
Hallo Jandira!

Vielen Dank für den Buchtipp, ich werd mir das ansehen, vielleicht ändert sich ja alles in meinem Hirn (und im Herzen *smile*)

Liebe Grüße
Reinfriede
 
Hallo Caprice!

Danke für Deine Worte, es ist richtig, was Du sagst. Genau daraus entsteht ja mein Dilemma (siehe Möglichkeiten Pkt. 1. und Pkt. 2)....

Lieben Dank
Reinfriede
 
Hallo Maike!

ich selber bin auch schon einmal verheiratet gewesen und die Scheidung war doch mit viel Laufereien etc. verbunden gewesen.

Das war bei mir nicht so. Sobald für meinen Mann und mich feststand, dass wir unsere BEZIEHUNG beenden wollten, war die Scheidung eine einvernehmliche 5-Minuten-Sache, ohne jedes Problem. Das Problem ist ja meistens nicht die Scheidung an sich, sondern die Beendung der Beziehung.


Ob Du unbedingt heiraten willst, obwohl Du weist, dass Dein Partner eigentlich dagegen ist aus Gründen, die Du geschrieben hattest, must Du mit Dir selber ausmachen.

Das will ich ja gerade nicht. Darum ersuche ich hier in diesem Forum um Hilfe, WEIL ich das nicht mit meinem Gefühl vereinbaren kann.

Viele sagen bloss: ach, ihr seid nicht verheiratet? Tja, und was ist, wenn er/sie mal vor Dir stirbt? Wie bist Du dann "abgesichert"??? Aber willst Du wirklich deswegen heiraten? Geniesse Deine Freiheit und Du wirst feststellen, dass Du sehr gut damit (zusammen)leben kannst mit Deinem Partner.

Die finanziellen Dinge oder Gründe, die oftmals angegeben werden, um zu heiraten, fallen bei uns weg. Ich bin finanziell unabhängig und werde es auch immer bleiben. Der Grund, warum ich gerne heiraten möchte, ist einzig ein emotioneller.

Ich bin jetzt der Meinung, dass ich meine Freiheit nicht mehr hergeben will und wenn wir uns nicht mehr verstehen sollten, was ich nicht hoffe!, dann gehen wir auseinander ohne um "Erlaubnis" fragen zu müssen. Ausserdem behalte ich mir so den "Kick", dass man niemanden gehört - nur sich selber....:-)) und das tut beiden Partner immer wieder gut bzw. man sieht sich nicht als "gewöhnliches Ehepaar" an, sondern wird sich immer wieder bewusst, dass man ja "frei" ist und ich denke, dass viele, die verheiratet sind, gern an meiner Stelle (oder Deiner) stehen würden, ohne Trauschein halt, denn nichts kann Dich binden, ausser die Liebe und wenn die nicht da ist, nützt auch kein Trauschein etwas, meinst Du nicht auch??????

Das ist vielleicht der springende Punkt. Ich hab mich in meiner vorher 15-jährigen Ehe nie "unfrei" gefühlt. (Ich hatte allerdings schon Beziehungen, in denen ich "bloss" verlobt war, da fühlte ich mich wie in einem Käfig, also denke ich, dass dieses "unfrei" fühlen in erster Linie von der Art der Beziehung abhängt, die Art und Weise, wie man mit dem Partner umgeht und ich kann das daher nicht mit der Ehe an sich in Verbindung bringen).

Ich denke, WEIL ich eben niemanden zu etwas zwingen will, ist es auch bei meiner damaligen Scheidung "harmlos" abgelaufen. "Was nicht zu Dir gehört, kannst Du nicht halten - was für Dich wichtig ist, kommt immer wieder."

Das Loslassen, falls es mal soweit kommen sollte, fällt dem einen schwer (und damit Scheidungskrieg) und der andere akzeptiert das leichter (und damit ist eine Scheidung eine Formalität wie ein Meldezettel).

Was ich damit rüberbringen will, ist, dass es ja immer auf die Einstellung der beiden Partner ankommt, wie sie in einer Beziehung miteinander umgehen. Eine Ehe kann gar nicht irgendeine Garantie sein, sie kann auf Beziehungsebene im Prinzip ja nichts verändern. Wenn die Beziehung gut ist, wird auch die Ehe gut sein und wenn beide Kämpfe haben, die Beziehung zu lösen, wird es auch einen Scheidungskrieg geben.

Und darum fühl ich mich auch ein wenig verletzt, denn ich denke, mein Partner müsste mich doch schon soweit kennen, dass er mich in dieser Beziehung einschätzen kann.

Warum! willst Du denn unbedingt heiraten??????????????

Ich weiß, das klingt jetzt naiv: Weil ich ihn liebe.

Danke für Deine Zeilen, ich werde auf jeden Fall darüber kräftig nachdenken!

Reinfriede

LG
Maike[/QUOTE]
 
Hi reinfriede

Das ist ein Dilemma und du wirst um eine Entscheidung nicht herumkommen. Du musst dich entscheiden ob dir der Mann oder die Hochzeit wichtiger ist, steht die Hochzeit an erster Stelle musst du dir einen passenden Mann suchen, steht der Mann an erster Stelle bleibst du ohne Hochzeit.
Liebe Grüße Inti
 
Lieber Christoph!

heiraten heißt: "Meine Suche hat aufgehört - du darfst mich ganz haben als deine/n Frau/Mann so lange es währt und ich nehme dich mit allem als meine/n Frau/Mann." Heiraten heißt daher auch einander nehmen so wie man ist und ohne jede Hintertür.

Du sprichst mir damit aus der Seele, so empfinde ich das. Es ist ein vollständiges Akzeptieren des Anderen, es zeigt, dass man ok ist.

Ich weiß jetzt nicht, wie alt ihr seid - aber mit Blick auf meine bisherigen Erfahrungen mit Paaren in Aufstellungsseminaren und im Coaching kann ich sagen, dass Heiraten dann für ein Paar wichtig sein kann, wenn es noch Kinder haben will. Die Kinder haben dann meist einen besseren Halt (vorausgesetzt, die Eltern haben nicht nur "formal" geheiratet, sondern es auch innerlich vollzogen).

Die Kinder sind für mich kein Grund dafür oder dagegen, wir haben beide Kinder aus erster Ehe und das funktioniert einwandfrei. Für die Kinder ist es im Prinzip "egal", ob wir nun zusammenleben oder verheiratet sind.


Dein Mann will sich angeblich "den Konventionen entziehen". Das ist m.E. aber nur ein Vorwand. War er vorher in einer festen Bindung, wie du?

Ja, er war bereits verheiratet und hat schlechte Erfahrungen damit gemacht. Er wollte damals nicht heiraten und mehr oder weniger dazu gezwungen worden (nun will ich auf keinen Fall in diese Schiene kommen, darum versuch ich ja für mich eine andere Einstellung zum Thema Heirat zu bekommen, um ihn ja nicht zu "überreden", vielleicht schaff ich es ja für mich, auch nicht mehr heiraten zu wollen).

Aber das ist ein Punkt, der mich verletzt. Die letzte Ehe, die er hatte, war schlecht, weil die BEZIEHUNG schlecht war. Und ich hab ein Problem damit, dass ich jetzt irgendwie "gleichgesetzt" werde.

Es gibt keine schlechte Beziehung und eine gute Ehe (oder umgekehrt), das ist immer eine Verknüpfung. Wenn die Beziehung "gut" ist, ist es auch die Ehe.

Möglicherweise ist diese oder die an seine Mutter nicht gut gelöst (wobei auf Letzteres der Trotz gegen die Konventionen sprechen könnte). Dann bleibt er innerlich und unbewusst dort treu und du kannst ihn womöglich nicht haben.

Da musste ich jetzt schmunzeln, denn er hat schon manchmal angedeutet, dass seine Mutter in Sachen Probleme mit Autoritäten und damit Konventionen eine Rolle gespielt hat...

In der Regel habe ich beobachtet: wenn ein Partner heiraten will und der andere nicht, dann ist meistens die Beziehung zu Ende, auch wenn sie im Außen weiter zusammen leben. In der Seele ist die Beziehung zerbropchen, denn es ergibt sich eine ständige existenzielle Zurückweisung, die auch unausgesprochen im Raum steht. Einer lässt sich auf den anderen nciht ein, wie der es tut. das bringt ein ständiges gefälle von geben und Nehmen, denn der, welcher eigentlich heiraten will, verzichtet auf das Volle und Ganze um des Anderen willen, der sich nicht festlegen will.

Das Gefühl habe ich, dass eben dieses Thema wie ein "Schatten" auf unserer Beziehung liegt. Es ist für mich wirklich eine existenzielle Zurückweisung, wie Du sagst, ich empfinde das so. Denn Heiraten heißt einfach: Ich liebe Dich, so wie Du bist, so sehr, dass ich mir vorstellen kann (und wenn es nur im Moment so sein sollte...), dass ich Dich ewig lieben werde. Und der Satz: Ich will Dich nicht heiraten, bedeutet für mich: Ich liebe Dich für den Moment, aber.... wer weiß, wie ich morgen drüber denke, denn es passt etwas nicht, das ich vielleicht jetzt noch nicht benennen kann, aber spüre. Und dieser Hintergrund erscheint mir wie eine Zurückweisung.

Dies bedingt, dass derjenige, der heiraten will, für andere potentielle Partner, die ebenfalls heiraten würden nicht zu haben ist - er verzichtet auf sie. Diesen Verzicht kann der andere nicht ausgleichen - mit nichts. daherwird er irgendwann dem gebenden und Verzichtenden böse - und das zu Recht.

Die Lösung: der, welcher heiraten will und kann, sucht sich einen anderen Partner, der ebenfalls will und kann.

Ich hatte schon viele Partnerschaften, auch vor meiner damaligen Ehe. Bei ALLEN wollte ich NICHT heiraten, weil ich eben genau das gespürt hatte - irgendetwas stimmt nicht, konnte es aber nicht benennen. Erst bei meinem Ex-Mann war ich mir sofort sicher, dass das jetzt passt. Und ein zweites Mal ist mir das passiert: Jetzt, bei meinem Lebensgefährten. Ich bin 44 und dieses Gefühl hatte ich zweimal. Das ist nicht so ein toller "Schnitt", ich denke nicht, dass ich dieses Gefühl sehr oft entwickeln könnte - daher hätte ich wahrscheinlich nichts davon, mir einen (anderen) Partner zu suchen, der heiratswillig ist - davon gab es genug und ICH hatte das Gefühl nicht...
Nein, ich denke, die Lösung muss im Hier und im Jetzt stattfinden, egal auf welche Weise. Sie muss nur fair sein und niemanden "überfahren".

Aber Vorsicht - nun wäre es leicht, deinen Mann hier zu verurteilen... Es kann aber sein, dass es unter der Oberfläche gegenteilig ist, wie dargestellt: manchmal ist der angeblich Heiratswilllige eigentlich derjenige, welcher nicht zu haben und anderweitig noch gebunden ist. Dann verweigert der andere ihm sozusagen aus Liebe die Heirat, weil er unbewusst spürt, das die Heirat nicht wirklich gewollt ist.

Ich versteh diesen Satz nicht ganz. Das einzige, was ich mir vorstellen könnte, ist meine natürliche Bindung an meine Kinder.

Versteht mich bitte nicht falsch: Ich möchte meinen Lebensgefährten in keiner Weise verurteilen. Seine Meinung hat seine Berechtigung, sie resultiert, wie alle Meinungen, aus einer oder mehreren Erfahrungen. Er hat andere Erfahrungen zu diesem Thema gemacht als ich, schmerzliche, negative.

Es ist für mich verständlich, dass er so denken muss. Was für mich dabei verletzend ist, dass er nicht differenziert. Jede Beziehung ist anders und ich fühle mich dadurch mit seinen "schlechten" Beziehungen in einen Topf geworfen, wenn er bei mir das gleiche Gefühl - nämlich nur nicht Heiraten - entwickelt hat. Vielleicht bin ich ja blind auf einem Auge und sehe nur, was ich sehen will - nämlich eine wunderbare Beziehung, die er in Wirklichkeit nicht so empfindet.


Noch einmal anders stellt es sich dar, wenn es um eine "Altersliebe" geht. Hier spielt die Bindung keine so große Rolle mehr, weil keine Kinder mehr zu erwarten sind. Dann hat es oft keine besondere Wirkung, wenn beide nicht heiraten. Es entsteht zwischen ihnen ja keine systemische Bindung (die nur entstehen kann,wenn ein Kind potentiell gezeugt werden könnte) mehr.

Das ist bei uns der Fall. Wir haben beide Kinder und werden (zumindest gemeinsam) keine mehr bekommen.

Es gibt - rein logisch - eben keinerlei Veranlassung, zu heiraten. Weder Kinder, noch das was die "anderen" sagen (unseren Eltern und Verwandten etc. ist das herzlich egal, ob wir nun heiraten oder nicht), keine finanziellen Interessen (in etwa ein Gleichstand, kein Arm-Reich-Gefälle o.ä.) usw.

Mein Gefühl, ihn heiraten zu wollen, ist einzig und allein etwas emotionales. Dieses Gefühl hatte ich wie gesagt erst einmal vorher und es ist für mich etwas besonderes, das ich nicht "abwürgen" kann, aber wahrscheinlich sollte.

Lieber Christoph, vielen Dank für Deine Zeilen, ich hoffe, ich komme noch auf einen "grünen Zweig"!

Liebe Grüße
Reinfriede

Herzlich
Christoph[/QUOTE]
 
Für sich

Guten Morgen Reinfriede,

nun ist Heiraten ja von je her mit diesem Mythos "Krönung der Liebe" verbunden. Nicht nur ein Ritual, sondern ein Versprechen vor einander, für einander und ein Zeichen für Bekannte, Freunde und Verwandte : Wir gehören zusammen, wir haben uns definitiv für einander entschieden.

Ich lass hier mal den Aspekt des Glaubes.......also das Versprechen vor Gott außen vor, weil das bei Dir glaube ich nicht zum tragen kommt.

Wenn der Partner nichts vom heiraten hält ist das ja nicht unbedingt ein "Beinbruch". Um zu heiraten gehört ja auch ein inneres Bedürfnis dies zu tun dazu. Wie bei allen Dingen im Leben geht es früher oder später gründlich nach hinten los, wenn man entgegen der eigenen Überzeugung und dem eigenen Gefühl, nur aus Liebe dem anderen gegenüber, einer Hochzeit zustimmt.

Vielleicht kannst Du dieses Ritual des "sich zueinander bekennens", dieser Liebesbekundung, ganz anders auf den Weg bringen. Ganz im privaten Kreis nur für Dich und ihn....vielleicht mit einer Reise zu einem romantischen Ort, schöne Ringe.........Du weißt schon wie ich das meine.

Danach werdet ihr Euch auch noch intensiver zugehörig fühlen...............aber , mal vom rechtlichen gesehen, mit erheblich weniger Risiken und Nebenwirkungen.

Ich wünsche Dir eine schöne Zeit.........

Liebe Grüße :kiss3:

Paulina
 
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Liebe Reinfriede,

ein Ring oder die Unterschrift unter einem Blatt Papier - auch Eheurkunde genannt - sagen nichts über die Liebe zweier Menschen aus. Liebe zeigt man in ganz banalen, alltäglichen Situationen und nicht, weil es irgendwo geschrieben steht. Wenn er dich seine Gefühle spüren lässt, ist so ein Wisch völlig unnötig, außer dass man Steuervorteile hat. Aber das dürfte ja wohl nicht im Vordergrund stehen. Das wäre mir schnurzegal. Außerdem ist man unabhängiger für den Fall der Fälle...na du weißt schon.

Daher würde ich mich für Ziffer 2 entscheiden.

Viel Glück und Zuversicht für das trauscheinlose Leben mit deinem Schatz!

Nemo
 
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