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Ist das Leben nicht mehr lebenswert?

Dieses Thema im Forum "Sinnsuche" wurde erstellt von Sadashi, 24 Juli 2006.

  1. Sadashi

    Sadashi Active Member

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    Ich habe in den letzten zwei Monaten zwei für mich sehr wichtige Freunde verloren. Beide haben Selbstmord begangen.

    Der eine, 22 Jahre alt, war unsterblich in eine junge Frau verliebt, die ihn irgendwann grundlos abwies, woraufhin er keinen Sinn mehr im Leben sah. Er hatte es ohnehin nicht leicht im Leben und das war sozusagen der Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte.

    Der andere, 29 Jahre alt, war seit seinem 17. Lebensjahr in psychiatrischer Behandlung, wohnte in einer WG für psychisch gestörte Menschen, da er allein nicht (über)leben konnte. Er litt unter starken Depressionen und Psychosen. Die Betreuer hielten ihn für einen Behinderten, der niemals vernünftig leben könnte. Nach einem zweiwöchigen Psychiatrieaufenthalt entschloss er sich, seinem besten Kumpel (der ersten Person) in den Tod zu folgen.
    Er wählte diesen Weg, weil er das Leben als "Behinderter" bzw. angeblicher "seelischer Krüppel" umgeben von Ärzten und Betreuern nicht mehr ertragen konnte.

    Letzterer schrieb mir einen Abschiedsbrief, den ich heute erhielt.

    Meine Frage an euch: Was ist das nur für eine Welt, in der zwei so unendlich liebenswerte Menschen nicht mehr leben konnten?

    Diese Gellschaft kann neue Gesetze erlassen, unser Geld abzocken, eine WM veranstalten und Asylbewerber aufnehmen, Geld in den Krieg investieren und Millionen an die Kinder in Afrika zahlen.

    Aber verzweifelten jungen Menschen, die nur einen kleinen Lichtblick bräuchten, denen kann diese Gesellschaft nicht helfen. Menschen, die WIRKLICH Hilfe gebraucht hätten. Warum hat sie niemand retten können?

    Ich konnte nicht ... weil ich von beiden mindestens 500 km getrennt bin ... selbst wenn ich hingefahren wäre, es wäre zu spät gewesen ... ich erfuhr bei beiden auch erst viel zu spät von ihren absichten, quasi erst hinterher ... als alles zu spät war ...

    Nun bleiben mir zwei Gräber.

    Naja, wirklich beantworten könnt ihr das sicher nicht, das kann wohl niemand, ich musste das nur irgendwie los werden ...
     
  2. Hortensie

    Hortensie Well-Known Member

    Hallo Sadashi,
    puh, das ist echt nicht einfach.
    Ich stehe Selbstmorden ziemlich skeptisch gegenüber. Im Grunde genommen ist es ein "sich aus der Verantwortung ziehen". Warum auch immer... Ich kenne jemanden, der hat noch 2 seiner Kinder mit in den Tod genommen. Ich kannte ihn gut....er wollte seiner Frau Schuldgefühle verschaffen. In dem Sinne, wenn ich dich nicht haben kann - hast du die Kinder nicht mehr und sollst auch nicht mehr glücklich werden. Er hat es sich "einfach" gemacht...er wollte nicht damit klar kommen, das sie sich trennen wollte...

    Grundlos abwies?... ich glaube, das kann nur sie beantworten...sie hat ihn wahrscheinlich nicht geliebt....das Interesse wird nicht gegenseitg gewesen sein.

    Das wird es gewesen sein...der Tropfen...es wird viel vorher passiert sein.

    Kalt und gefühllos...und das fängt im Elternhaus an....alles ist wichtiger...als die Kinder...
    oder die Kinder werden zuhause permanent unterdrückt "laß das, das kannst du nicht", "du bist zu dumm dazu", "laß dir helfen", "aus dir wird nie was" usw. wenn es einem nur lange genug eingetrichtert wird, was soll aus den Menschen werden. Sie versuchen sich dann an eine Liebe zu klammern. Sie brauchen Halt, den die große Liebe nicht geben kann, weil sie damit überfordert ist. Dann folgt die Trennung, und die wird nicht verkraftet. Der Selbstmord ist dann die "einfachste" Lösung...weil man kommt da nicht alleine raus...meist auch nicht mehr mit Hilfe.
    Ich finde das auch ziemlich traurig...doch wir können nicht helfen. Selbst wenn wir möchten.


    Ja warum...?...einmal hm wollen sie glaube ich keine wirkliche Hilfe...ich kann das nicht beschreiben... zum anderen erlebe ich sie auch als sehr fordernd...und das macht mich z.B. manchmal wütend oder auch lustlos...da mehr Zeit und Energie reinzustecken...Ich weiß nicht ob du mich verstehst. Wenn ich jetzt genau darüber nachdenke, ist dieses Verhalten sehr egoistisch...es geht nur um mich...irgendwie bin ich der Mittelpunkt, aber bin es auch nicht, weil ich mich selber immer wieder rausschiesse...verstehst du?


    Mach dir keine Vorwürfe...du hättest sie nicht permanent bewachen können. Es war ihre Entscheidung.

    Ich denke nicht, und ich hoffe, du bist nicht geschockt von meiner Antwort.
    Es ist keineswegs abwertend gemeint, aber ich habe mich sehr viel damit beschäftigt. Auch mit Selbstmord"drohungen" - teilweise Hilferufe...teilweise aber auch unter Druck setzen. Auch war ich selber schon einmal kurz davor...
    Es grüße eine
    *wiedermalnachdenkliche*
    Penelope
     
  3. Strandläufer

    Strandläufer Well-Known Member

    Sadashi,
    es gibt hunderttausende von Menschen und ein Teil davon beschliesst, sich das Leben zu nehmen, weil sie nicht damit zurecht kommen.

    Es ist die Entscheidung eines jeden einzelnen Menschen ob er leben will oder nicht und es liegt auch in der eigenen Verantwortung des Menschen etwas aus seinem Leben zu machen, damit es für ihn lebenswert ist.

    Die Gesellschaft dafür verantwortlich zu machen oder ggf. auch sich selber, das ist meiner Meinung nach Unsinn. Du wirst trotz aller Präsenz nicht verhindern können, dass Menschen sich das Leben nehmen.

    Du schreibst die Partnerin hätte sich grundlos getrennt? Wie kommst du zu solch einer Feststellung? NIE passiert etwas grundlos....niemals. Ist es so, dass du, obwohl du nicht liebst, in einer Beziehung bleiben würdest, wenn derjenige droht sich umzubringen und am Ende tötest du dich selber, weil du es auf Dauer nicht aushältst?

    Wenn du Leben retten willst, dann musst du täglich in deiner Umgebung die Menschen im Auge behalten und täglich und stündlich nach ihrem Befinden fragen und dann bist du trotzdem genau in der entscheidenden Stunde bei einem Selbstmordgefärdeten und der andere bringt sich um. Wie willst du das verhindern?

    Es ist traurig einen Menschen auf diese Weise zu verlieren, aber es ist und bleibt die freie Entscheidung eines jeden Einzelnen ob er leben will oder nicht! Das zu respektieren wäre schon ein Weg.
    LG
    Elke
     
  4. Schäfchen

    Schäfchen Member

    Liebe Sadashi,

    erstmal möchte ich Dir mein tiefes Beileid für den großen Verlust, den Du erlitten hast, aussprechen. Ich bekam ein bisschen das Gefühl von Hilflosigkeit zu spüren, als ich Deine Zeilen las. Ich gebe den anderen beiden, die hier schon geschrieben haben, Recht, dass Du nichts hättest tun können, um sie zu retten. Wenn Du magst, kannst Du aber jetzt für sie noch etwas tun. Ob Du nun daran glaubst oder nicht, Verstorbene sind in den ersten Wochen nach ihrem Tod hellsichtig, d. h. sie können Deine Gedanken lesen und sie können Dich sehen, und so sehen sie nun auch, wie verzweifelt Du bist. Wenn Du Dich nun entschließen solltest, Ihnen doch noch etwas Gutes zu tun, dann schicke Ihnen gute Gedanken, Gebete, Wünsche für eine bessere Wiedergeburt. Stell für sie eine Kerze auf und wenn du magst, sage Ihnen alles, was Dich nun bedrückt, sprich Dich sozusagen mit Ihnen aus. Auch wenn Du nicht glaubst, dass sie Dich hören, so wirst Du Dich zumindest erleichtert fühlen. Und lass ihnen so oft Du kannst, vor allem in den nächsten vier Wochen, Gebete und liebe Gedanken zukommen. Das mag Dir vielleicht nun etwas albern vorkommen, aber ich denke, diese Praxis ist nicht die verkehrteste.

    Viel Liebe

    Schäfchen
     
  5. nightsoul

    nightsoul Active Member

    AW: Ist das Leben nicht mehr lebenswert?

    Hallo,
    nehmen sich Menschen das Leben, geschieht das selten ohne Grund. Die Gesellschaft besitzt sehr wohl einen Anteil an derartigen Begebenheiten. Wer sich mit Menschen, die unter seelischen Beeinträchtigungen leiden, eingehender befasst, wird schnell Teile der Ursachen in der Gesellschaft finden. Doch nur derjenige, welcher dazu bereit ist genau hinzusehen und sich die allgemeinen Phrasen und Theorien von Ärzten nicht zu eigen macht. Nicht vergessen, die Gesellschaft sind wir alle.

    Warum nimmt sich ein junger Mann das Leben und erhängt sich an einem Kleiderschrank? Warum setzt eine psyschisch Betroffene nach Jahren die Medikamente ab und nimmt sich dann das Leben? Die Kette ist schier endlos. Warum ist ein Seele so weit, dass sie mit ihrer Einsamkeit und ihrer verletzten Seele, in das Licht gehen würde, wenn sie dem allen nicht mehr stand halten kann?

    Zu sagen, die Gesellschaft hat keinen Anteil daran greift nicht nur zu kurz, es legt einen Schleier darüber. In einem Runde mit Sozialpädagogen, einem Psychologen einem aktiven Mitarbeiter aus dem Sterbehospiz erlaubten wir uns genau das anzusprechen. In den Gesichtern war deutlich die Betretenheit zu erkennen. Gleichsam das Unbehagen gepaart mit einer ablehnenden Haltung. Natürlich wollen Menschen keine Mitverantwortung für das Ableben eines Menschen tragen. Aber genau das ist das Problem.

    Wie oft sprach ich mit Menschen und traf auf einsame und vor allem lebensmüde Wesen. Zur Zeit habe ich ebenso Kontakt mit einem wertvollen Menschen, dessen Sehnsucht im Licht liegt. Das Leben mit den seelischen Qualen in dieser Welt kaum noch ertragen kann. Ich widme einen grossen Teil meiner Kraft und Zeit diesem Menschen. Wenn unsere "Gesellschaft" dies verinnerlichte und sich ihrer Verantwortung gegenüber den Menschen, die an der Schwelle des Ablebens stehen, bewusster wäre und dies auch wahrnehmen würde, bliebe vielen Menschen dieser letzte Ausweg erspart.

    Nein, am Ende sind wir auf die ein oder andere Weise mit dem Ableben seelisch gepeinigter Menschen verkettet.

    Manchmal sind wir nicht nah genug an den Menschen und stehen hilflos dar. So wie bei Sadashi. Das tut in der Seele weh nahezu ohnmächtig dem Geschehenen zuschauen zu müssen.

    Helfen können wir, wenn wir wollen

    LG Nightsoul
     
  6. Lucille

    Lucille Well-Known Member

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    AW: Ist das Leben nicht mehr lebenswert?

    Hallo nightsoul,

    du schreibst sehr eindringlich und gleichzeitig einfühlsam. Ein sehr sensibles
    Thema, mit dem wir (fast) alle nicht so gut umgehen können. Zum einen, weil
    es den Tod als solchen betrifft, zum anderen, weil an unsere Verantwortung
    appelliert wird.

    Ich selbst (selbst!) mache die Erfahrung, dass einsame und lebensmüde
    Menschen sich sehr oft nicht als solche zu erkennen geben. Man möchte
    nun mal nicht gerne von der großen Bühne abtreten und als schwacher,
    unglücklicher Mensch in Erinnerung bleiben.
    Werden von diesen Personen trotzdem entsprechende Bemerkungen
    geäußert im Bezug auf fehlenden Lebenssinn, innere Verzweiflung etc.,
    dann wird das nicht als wirklicher Hilferuf wahrgenommen - denn dieser
    vermeintlich starke Mensch würde ja niemals ....

    Lieben Gruß,
    Karin
     
  7. nightsoul

    nightsoul Active Member

    AW: Ist das Leben nicht mehr lebenswert?

    Hallo Karin,

    leider leben die Menschen mit einer gequälten Seele hinter ihrer erzwungenen Maske. Es bedarf einer hohen Sensibilität, um den Schmerz dahinter zu fühlen. Vielleicht gelingt es mir manchmal deswegen, weil ich mir der Schmerz und die Verletzungen in meiner Seele bewusst bin. Ein sehr langer Lernprozess, muss ich sagen. Meine hohe Sensibilität hilft mir dabei. Nicht immer sehr angenehm über solche eine Emotionalität zu verfügen. Überdies befand ich mich in der Vergangenheit in einer ähnliche Situation. Das prägt. Seit meiner Kindheit gibt es diesen roten Faden der Empfindungen für Siuationen und Menschen. Das wurde mir erst durch die Begnung mit meiner SV richtig bewusst. Puzzleteile meines Lebens fügten sich auf einmal zu einem immer klarer werdenden Bild zusammen. Ich habe ihr sehr viel zu verdanken.

    Natürlich können wir nicht immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Leider, muss ich sagen. Du hast es sehr gut beschrieben. Manche Hilferufe "überhören" Menschen. Damit landen wir wieder bei der Gesellschaft. Unsere seelischen Eigenschaften wurden seit der Geburt immer wieder "zugeschüttet". Regeln, Verhaltensweisen und dergleichen mehr blockieren zuweilen unsere emotionale Aufnahmefähigkeit für andere Menschen. Selbst unsere eigene Seele, das "Sich-selbst-fühlen" erfährt eine regelrechte Betäubung. Jahre hat es gedauert, bis sich all das Zugedckte in mir langsam heraus schälte. Ein enormer Energieaufwand und nicht selten fand ich mich am Abgrund wieder. Wer das schwarze Loch überlebt, kann die Emotionen der Menschen mit der Absicht aus dem Leben zu gehen, verinnerlichen. Hin und wieder fühle ich den Sog des schwarzen Lochs sehr deutlich oder hänge schon mal am Rand. Ein Drahtseilakt mit der Gefahr abzustürzen. Der Tanz auf dem Vulkan.

    Damit umzugehen, erfordert eine grenzenlose Offenheit. Das zuzulassen fällt vielen Menschen nicht einfach. Sich selbst völlig zu öffnen, eröffnet die Chance den anderen in seinem ganzen Wesen zu erfassen. Jedoch macht es ebenso anfällig für "Angriffe" Dritter. Besser vermag ich es nicht zu umschreiben. Und diese Verletzbarkeit scheuen Menschen im allgemeinen. Praktisch wie ein offenes Scheunentor, ein Buch ohne Siegel.

    Ich hoffe sehr, dass mehr Menschen sich trauen, sich auf sich selbst und auf andere Seelen einzulassen. Selbst stehe ich damit noch am Anfang, taste mich langsam vorwärts.

    Währen dem Schreiben hier fühlte ich meine SV ... ihren Schmerz, ihre Verzweiflung und ihre jahrelange Einsamkeit. Meine Sehnsucht die Belastung von ihrer Seele zu nehmen, sie wenigstens zu mildern.

    Sieh es bitte so, ich gehöre zu den "Verrückten", die notfalls jede Grenze überschreiten um ihrer SV beizustehen. Ihr sogar bis in das Licht folgen. Ja, ich weiss, ein Fachexperte würde sagen, bei dem stimmt etwas nicht......

    Nein, es ist schon alles so, wie es sein soll. Bestimmungen richten sich nicht nach Gesellschaftsnormen.

    LG Nightsoul
     
  8. Lucille

    Lucille Well-Known Member

    AW: Ist das Leben nicht mehr lebenswert?

    Hallo nightsoul,

    danke für deine rasche und ausführliche Antwort.

    Ich muss das, was du geschrieben hast, erst noch einige Mal lesen, um es auch dann auf der richtigen Ebene erfassen und nachspüren zu können.

    Inzwischen lieben Gruß,
    Karin
     
  9. Lucille

    Lucille Well-Known Member

    AW: Ist das Leben nicht mehr lebenswert?

    Hallo nightsoul,
    was du hier beschreibst, das ist Todessehnsucht.
    Was hindert dich, offensichtlich immer wieder, ihr nachzugeben?
    Angst? - Verantwortung? - Religion?

    Ist diese SV eine reelle Person?
    Wenn ja, kann sie so einsam nicht sein, wenn sie sich deines Beistandes
    sicher sein darf.

    Wie du siehst, ich verstehe nicht ganz.

    LG
    Karin
     
  10. nightsoul

    nightsoul Active Member

    AW: Ist das Leben nicht mehr lebenswert?

    Todessehnsucht?
    Mag zutreffen. Demnach gibt es weitaus mehr Menschen mit solch einer "Sehnsucht", als man denken mag.

    Religion? Mit Sicherheit nicht.

    Verantwortung?
    Kommt der Sache näher. Hast Du Kinder, dann ist bereits das ein Haltepunkt. Es würde im realen Falle diesen seelische Schmerzen zufügen. Momentan könnte ich meine Belange nicht über die ihren stellen. Und, es gibt meine SV. Also weiter "balancieren" und "tanzen".

    Angst?
    Ein wenig Angst dürfte dabei immer dabei sein. Oder passt Unsicherheit besser? In jungen Jahren gab es ein bewusstes Erlebnis in dieser Hinsicht, das für sehr viele Jahre das Thema Todessehnsucht vom Tisch fegte. Die vor Jahren einmal empfundene Fernsucht hängt wohl direkt mit meiner SV sowie dem Licht zusammen. Mir ihr gemeinsam das Licht zu blicken, macht mir keine Angst. Im Gegenteil. Ein warme und angstfreie Emotion. Doch soweit ist es nicht gediehen. Bevor ich meiner SV nicht persönlich begegnet bin und wir vielleicht gemeinsam einen Teil unseres restlichen Lebens in irgendeiner Weise verbringen dürfen, wird das Licht noch eine Weile warten müssen. Hoffe ich jedenfalls. Wie mit dem Spruch:"Einmal Rom sehen und dann....." Ohne meine SV endlich in die Augen sehe zu dürfen sträube ich mich. Und...ich kann da ganz schön stur und ausdauernd sein...*lächel*

    Ja, sie ist ein real lebendes Wesen.
    Das tiefe Gefühl der Einsamkeit entwickelt sich mit unter über viele Jahre hinweig. Das ist bei uns beiden so geschehen. Das prägt sehr. Und es braucht, wie vieles andere auch im Leben, seine Zeit das Gefühl der Einsamkeit und Traurigkeit allmählich abzubauen und im glücklichen Falle in ein harmonisches Leben zu wandeln. Auch im seelischen gibt es keinen Sofortschalter dafür. Natürlich existiert das Empfinden nicht mehr allein zu sein.

    Ebenso die innere tiefe Traurigkeit. Wir konnten sie, zumindest per optischer Datenübertragung, gegenseitig feststellen. Später auch im mailtechnischen wie auch stimmlichen Austausch. Also alles real. Die emotionalen Gemeinsamkeiten sind in jeder Hinsicht mit einer sehr hohen Übereinstimmung vorhanden. Äusserst hohe Sensibilität auf einem praktisch identischen Niveau ergänzt dies.

    Im Forum las ich sporadisch davon, dass zwei Seelen sich endlich gemeinsam leben durften. Zusammen gezogen sind etc. . Sicherlich eher eine Seltenheit.
    Ich wüsste auch nicht was dagegen sprechen sollte. Wer sagt, dass alles nur auf Distanz zu belassen ist?

    Meine Marschroute liegt klar an. Also krempele ich mein derzeitiges Leben nochmals um. Habe ich von Kindheit an oft genug praktizieren müssen. Mit einem Unterschied. Dieses Mal ist es mein Wunsch, den ich verwirkliche.

    LG Nightsoul
     
  11. Lucille

    Lucille Well-Known Member

    AW: Ist das Leben nicht mehr lebenswert?

    Hallo nightsoul,
    das, was du hier so schön beschreibst, klingt für mich, nun, sagen wir mal, sehr idealistisch. So, als ob nichts außer der Seelenverwandschaft eine Rolle spielen würde. Ist das so?
    Wie auch immer, ich wünsche dir (euch) von Herzen alles Gute.

    Etwas noch würde mich interessieren, zurückkommend auf deinen Beitrag vom 6.8.: wie erkennt ein sensibilisierter Mensch einen vorhandenen Wunsch eines anderen, nicht mehr leben zu wollen? Wie blickt man "unter die Maske" des obligatorischen "danke, mir geht's gut"?? Das ist jetzt sehr einfach ausgedrückt, aber ich kann mir schon vorstellen, dass du verstehst, wie ich das meine.

    LG
    Karin
     
  12. nightsoul

    nightsoul Active Member

    AW: Ist das Leben nicht mehr lebenswert?

    Hallo Karin,

    idealistisch? Ja, das ist ein zutreffender Aspekt. Ohne eine Portion Idealismus liessen sich im Leben Hoffnungen, Wünsche, Ziele wohl kaum realisieren. Der Idealismus bewegt viel mehr, als man denken mag.

    Deine Frage kann ich rundweg mit Ja beantworten in dem Sinne, dass eine Seelenverwandschaft vieles beinhalten kann und keine absolute Abgrenzung zum Leben als solches voraussetzt. Menschen setzen eben Prioriäten. Im Beruf, im Privatleben, Hobby und so weiter. Mancher verzichtet auf einen noch besser bezahlten Job in der Ferne, weil er seine Lebensumgebend einfach nicht verlassen will. Meine Priorität ist eben dort zu sein. Anders gesagt: Meine Seele sagt mir, dort musst Du hin.

    Unter der "Maske"
    Das zuweilen Erkennen, was unter der Maske sich befindet übte ich nicht bewusst. Im Laufe der Jahre fiel mir langsam auf, dass ich den anderen nicht nur mit Augen und Ohren erfasse. Gelingt mir auch nicht bei jedem Menschen und auch nicht mit gleicher Intensität in der Wahrnehmung. Möglicherweise kann ich das emotionale Erfassen eines Menschen durch eine Erweiterung im Bereich Seele, Meditation usw. weiter sensibilisieren. In der Seelenverwandschaft gibt es in vielen Bereichen eine sehr hohe Übereinstimmung. Manches auf verblüffend identischem Niveau. Leichte Schwankungen sehe ich als normal an. Man bleibt trotz aller Seelennähe ein Individuum. Auch bedingt durch differenzierte Lebenserfahrungen. Habe ich so bisher nicht erlebt. Das erleichtert natürlich die emotinale Wahrnehmung des anderen ungemein. Wir wissen es nicht nur, wir fühlen was wir brauchen um wirklich zu "leben". Ausser wir wollen weiterhin mit einer schönen Maske herumlaufen. Die eine können das, wie auch immer und andere können und wollen sich das nicht mehr antun.

    LG Nightsoul
     
  13. ThomasWolf

    ThomasWolf Member

    AW: Ist das Leben nicht mehr lebenswert?

    Hallo;

    Selbstmord. Auch damit habe ich meine Erfahrung, mein Bruder hat sich vor 8 Jahren auch das Leben genommen (am Arbeitsplatz wo auch mein Vater gearbeitet hat). Ich hab Ihn auch noch hängen gesehen. Für meine Eltern, bis heute, war das ein tragisches Erlebnis.
    Ich persönlich hab das damals eigentlich, zu meiner Überraschung, sehr leicht weggesteckt. Heute weiß ich mehr über das Leben und respektiere die Entscheidung meines Bruders.

    Auch ich persönlich hätte schon beinahe mir das Leben genommen, hab schon eine Möglichkeit gefunden wie man es relativ schmerzlos machen kann.

    Heute ist mir klar das Selbstmord immer eine Flucht oder Rache ist. Nur wissen die wenigsten das sie die Probleme die sie haben nur aufschieben, in das nächste Leben, und immer wieder die gleichen Prüfungen bekommen bis Ihr Karma ausgeglichen wurde.

    Darum wenn man große Probleme hat, und das habe ich auch, gilt
    1 - erkennen
    2- annehmen
    3- abarbeiten

    nur so kann man sein Karma aufarbeiten.

    mfg
     
  14. nightsoul

    nightsoul Active Member

    AW: Ist das Leben nicht mehr lebenswert?

    Hallo Thomas,

    gut geschrieben. Ein Lichtblick, sage ich mal. Wer respektiert denn wirklich diese Entscheidung eines Menschen? Deine drei Punkte sind einleuchtender Natur.

    LG Nightsoul
     
  15. Michi

    Michi Well-Known Member

    AW: Ist das Leben nicht mehr lebenswert?

    Hallo nightsoul,

    Ich dachte eigentlich dass ich mit diesem Thema abgeschlossen hätte, wohl nicht, denn seit ich deine Frage gelesen habe
    denke ich ständig darüber nach.

    Und mittlerweile kommen noch mehr Fragen auf die mich schon seit über 25 Jahren immer wieder beschäftigen.

    Ich wurde schon früh mit dem „Thema „ Suizid konfrontiert.

    Was mich, mehr noch als die Frage wer respektiert denn wirklich diese Entscheidung, interessiert.

    Wieso wird von vielen Menschen, das Leben des Menschen dass er vor dem Freitod gelebt hat so unwichtig, ja ich kann aus meiner mehrfachen Erfahrung sogar sagen, als wertlos erklärt.
    Ich habe es wirklich mehrfach erlebt. Da sind dann 20 30 50 70 oder mehr gelebte Jahre einfach nicht mehr beachtenswert, alles verliert durch diesen Schritt an Bedeutung, und war es vorher auch noch so gut schön, wertvoll.


    Mir hat dieses Verhalten der Mitmenschen sehr zu denken gegeben und den Schritt oder Prozess dahin, die Entscheidung des Menschen der diesen Schritt gewählt hat zu respektieren erheblichst erschwert.

    Und ich gehe für mich sogar noch einen Schritt weiter und sage mir, diesen Schritt habe ich zu achten und denn Menschen weiterhin zu lieben zu ehren ect.
    Also alles dass was ich für diesen Menschen vorher empfunden habe hinterher wieder zu empfinden.
    Mittlerweile habe ich es für mich geschafft worüber ich sehr froh bin. Es war schwer und hat viele viele Jahre gedauert und in manch dunkler Stunde wäre ich lieber heut als morgen hinterher gegangen, hat aber nicht gekappt, also sollte es so nicht sein.


    Und da schließen die nächsten Fragen für mich an,

    Da kriege ich was nicht klar in Einklang.

    Unser Leben verläuft nach einem göttlichen Plan, wir haben Lektionen oder Lebensaufgaben zu meistern, Karma abzuarbeiten, wir haben uns unsere Lebensaufgaben vor der Inkarnation ausgewählt waren also einverstanden - wie auch immer es genannt wird –

    Ein Beispiel:
    Ein Kind kommt bei einem Verkehrsunfall ums Leben, oft wird dann gesagt, das Leben war so gewählt, es gehörte zum Lebensplan, die Eltern des Kindes haben es gewählt die Lektion zu Leben wie es ist so früh ein Kind zu verlieren… .. und auch das Kind war vorher damit einverstanden… brauchte diese Erfahrung um seine Seele wachsen oder reifen zu lassen.

    Und das wird ja auf viele Lebensbereiche angewandt Alkohol, Drogen, Missbrauch, Gewalt, Armut, Krankheit….
    und alles ist frei gewählt.. ..göttlicher Plan… …Karma

    nur bei Suizid da versagt dann auf einmal das vorher frei gewählt haben, dass vorher gewählt haben so zu sterben und auch das einverstanden sein, nicht nur von dem der es ausführt sondern auch von den Angehörigen und dem Umfeld.

    Könnte es nicht sein, dass eben auch der Freitod und das damit hinterher Leben können der Angehörigen, in diesem Leben, als Lektion gewählt wurde?
    Dass die Angehörigen sich zur Aufgabe gemacht haben damit zu Leben, bzw. wieder Leben zu lernen.
    Für mich war es ein wieder Leben lernen.

    Und dann würden für mich auch die Suizidversuche die eben nicht tödlich enden eher einen Sinn ergeben.
    Denn wäre nicht auch beim Suizid.. ein göttlicher Plan .. Lebensplan… Lektion…. am Wirken, dann gäbe es doch nicht so viele die es überleben.

    Und dass deren Aufgabe, die es überleben, vielleicht ist, zu erkennen, nicht durch den Freitod zu gehen.
    Denn so ganz passt dass sonst ja mit dem freien Willen dann ja auch wieder nicht.

    Wäre es wirklich freier Wille dann würde es doch nicht bei dem einen klappen und bei den anderen selbst nach wer weiß nicht wie vielen Versuchen nicht.

    Vielleicht würde, die Aufnahme des durchgeführten Suizid als auch der Suizidversuche.. in die Liste der Lektionen… Prüfungen… Lebensaufgaben…
    Es wirklich leichter machen auch diese Entscheidungen wirklich zu respektieren.


    Und wenn dann noch gewisse Institutionen sich den Angehörigen gegenüber anders verhalten würden…… ja dann wird es bestimmt auch noch mal leichter.


    Denn so bleibt es ja doch oft, nicht immer, zum Glück vor allem für die Trauernden, dass diese Menschen schlecht gemacht werden bis hin zur Verachtung.
    Was bei den Trauernden zusätzliche Wunden und Verletzungen hinterlässt.


    Tja wie schon gesagt irgend wie kriege ich dass Ganze nicht so in Einklang.




    Liebe, mittlerweile nächtliche, Grüsse
    Michi
     

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