.... das Leben an mir vorbei???

.... auch wenn ich schreibe: "in welche richtung auch immer"
denk ich mir, dass es sich in die positive entwicklung wandeln wird.
ich hab das so im gefühl.... ... ich trau es uns zu.

lg
 
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abendsonne
wenn er mit dem lügen aufhört, dann sind wir schon einen riesen-schritt weiter

Das Lügen, in seinem Fall, ist direkt an den Sucht-Faktor gekoppelt.
Wenn er die Süchte (Alkohol und Spielen, oder?) im Griff hat, dann "muss" er auch nicht mehr lügen,
verstehst Du?

Ich begreife jetzt, dass der Parameter für Deine Hoffnung das Loskommen vom Heroin ist.
Es ist tatsächlich eine Leistung, gerade diese Sucht zu überwinden.
Wie hat er es damals geschafft?

dass er vielleicht doch noch erwachsen wird und anzeichen da sind, dass ich mich irgendwie, - wenn er sich selber überlassen sein wird, bald mal auf ihn verlassen kann.

Du tendierst wahrscheinlich dazu, seine Versprechen, sich ändern zu wollen, als Anzeichen zu deuten.
Du würdest ihm allzu gerne glauben, und bist wahrscheinlich schon 1000 mal enttäuscht worden. Das zermürbt auf Dauer.

Aufwachen müsste er - in dem Sinne, dass er einsichtig und ehrlich gegenüber sich selbst wird.
Das wäre der wichtigeste Schritt.
Wenn ER dann aufhören WILL (nicht Dir zuliebe, das würde nicht funktionieren), dann
ergibt sich der Rest.

LG
Lucille
 
Liebe Abendsonne!

da muss ich dazu sagen, es ist sowas nur zwei mal passiert in 17 jahren. ich hab die eine sache deshalb erwähnt, weil ich grandios fassungslos war, dass er seinem freund erzählte "ich würde ihr niemals was tun", wo er minuten vorher genau SO war, DASS er mir was getan hat. vielleicht hat der alkohol damals eine veränderung in ihm vollzogen, die ihn tatsächlich glauben gemacht hat, dass er mir nichts getan hat. warum kann man dem freund sonst sowas - noch dazu wars VOR MIR - sagen? glaubt er selber, dass er nichts getan hat oder spielt die kombination medikamente - alkohol tatsächlich solche stücke??

Ich würde es z.B. völlig anders schreiben: es ist mir BEREITS zwei mal passiert in 17 Jahren - merkst Du den Unterschied? Du relativierst sogar körperliche Gewalt gegen Dich bzw. Situationen, in denen Du Dich fürchten musstest - vor Deinem eigenen PARTNER. Und Du sprichst von "nur" zweimal.

Es ist definitiv NICHT normal, vor seinem Partner Angst haben zu müssen, auch nicht "nur" zweimal.

Aber ich kann Deine Reaktion in gewisser Weise sogar nachvollziehen, denn:

reinfriede und lucille habens ja schon eindrucksvoll beschrieben, was für wesensveränderungen passieren können.
lg

wenn man jahrelang so behandelt wird, dann kann es auch passieren, dass ein Akt der Gewalt sogar als Liebe interpretiert wird. Unter dem Motto: Ich muss ihm was bedeuten, sonst wäre er nicht so ausgezuckt.

Und auf dieser Schiene wird viel entschuldigt, für ihn getragen, was in Wahrheit ihm selbst gehört, ganz allein. Seine Verantwortlichkeit, nicht Deine. Denn jemanden zu würgen, hat mit Liebe aber gar nix tun tun, sondern da hat man ein großes, sehr großes Problem. Das mit Macht zu tun hat, aber nicht mit Liebe.

Liebe Grüße
Reinfriede
 
.... auch wenn ich schreibe: "in welche richtung auch immer"
denk ich mir, dass es sich in die positive entwicklung wandeln wird.
ich hab das so im gefühl.... ... ich trau es uns zu.

lg
ich möchte hier mal sagen,dass ich es phantastisch finde, wie Abendsonne hier eigentlich zielstrebig (wenn das auch "crazy" klingt), Schritt für Schritt weitergeht.Hätte ihr das eine von euch wirklich zugetraut??? Ihre "Geschichte" ist ja "unendlich" lang und man hätte meinen können, dass es für sie keinen "Ausweg" gibt.Sie hat sich die Latte, wie sie eine Veränderung ihrer Situation, zum Wohle aller Beteiligten, bewirken kann, sehr hoch gelegt. Es sollte finanziell für alle möglich sein,ihr Mann sollte mit der Situation klar kommen,die Kinder sollen ihren Vater nicht verlieren,und,und und...

Das wäre doch zu einem früheren Zeitpunkt wahrscheinlich gar nicht möglich gewesen.Finanziell nicht, um sich ohne grobe Einschränkungen durchzuwurschteln,das Haus wär draufgegangen,der Mann war bei weitem noch nicht so "sattelfest", wie er es jetzt doch langsam zu werden scheint, die Kinder mögen(lieben) ihren Vater.Abendsonne hat sicher auch für ihren Mann "mitgedacht" dabei, wie sie das alles anstellen soll,dass es keine "schmutzige" Trennung wird.

Sie ist optimistisch,dass es gut gehen wird.Ist das nicht toll!!

Sie glaubt an sich, und sie glaubt auch daran,dass die veränderte Situation gut sein wird.Für alle Beteiligten.
Ganz ohne Wehmut und auch Traurigkeit wird´s eh nicht gehen für sie und die Kinder und auch den Mann.Es ist immerhin eine Familie, die so viele Jahre "gemeinsam" verbracht hat.
Sie hat den Mut aufgebracht, etwas zu verändern. Die Sache mit dem Urlaub war ja sofort wieder Anlass für euch, ihr ganzes Handeln in Frage zu stellen.Glaubt doch einfach mal daran,dass sie ihren Weg zielstrebig gehen wird. SIE kennt die Situation ihrer Familie am Besten von uns allen,auch ihren Mann.Er hat sehr viel angestellt im Laufe ihrer Beziehung.Trotzdem versucht sie weiterhin, ihn für die Kinder zu erhalten.Er ist ja wahrscheinlich kein Teufel und wird sich bemühen,dass er es auf die Reihe bekommt.
Sie selbst hat ja auch durch ihre Kindheit viel mit sich selber zu kämpfen gehabt oder noch immer.

Ich glaube,dass sie jetzt einen Weg gefunden hat, der GUT ist.Ganz speziell für diese "crazy family" :-)

Ich wünsche jedenfalls der ganzen Familie,dass es einfach GUT (ich wiederhole mich) wird.

Wisst ihr, wenn sie nach diesem Urlaub wieder vereint wären, dann wär es eben so.So ist das Leben.Wär ja auch schön für sie, wenn´s für alle ein guter Weg wäre.

Wenn sie grade in diesem Urlaub den Weg finden, trotz bevorstehender Trennung, gut miteinander auszukommen, ist es auch super toll.

Abendsonne ist auf einem Weg, wo sie selber entscheiden kann und wird, was das Beste ist.Das find ich toll.
Sie will aber auch das Beste für alle Beteiligten. Ist doch toll, finde ich. Eine tolle Frau
 
und noch was:

Mein Eindruck ist, dass Abendsonne ihre Familie wirklich sehr,sehr viel bedeutet.Sie ist auf einem guten Weg,dass diese Familie, wenn vielleicht auch nicht mehr unter einem Dach, doch trotzdem nicht völlig aufgelöst wird.Wie sich das Verhältnis dann zu ihrem Mann weiter entwickelt wird sich rausstellen.Jedenfalls macht sie es so,dass sie selbst dran glauben kann,dass sie es richtig macht.Auch für die Kinder und auch für ihren Mann.

Der "gordische" Knoten, der über viele Jahre bei Abendsonne und ihrer Geschichte vorhanden ist,wäre von vielen anderen wohl mit dem Schwert durchtrennt worden. Das wäre aber meiner Meinung nach nicht IHR Weg (Abendsonne) gewesen.Trotzdem hat jede(r) von euch seinen Anteil daran, dass sich dieser Knoten doch irgendwie zu lockern scheint.Abendsonne hat mühsam immer wieder daran "herumgezupft", und braucht kein Schwert mehr dazu. Wie auch immer es weiter gehen wird, DIESER Knoten wird lockerer.
 
Lieber Musiker!

Hätte ihr das eine von euch wirklich zugetraut???

Wer ist "Euch"? Hier schreiben verschiedenste User mit verschiedensten Ansichten.

Ihre "Geschichte" ist ja "unendlich" lang und man hätte meinen können, dass es für sie keinen "Ausweg" gibt.

Ja. Viele der User hier begleiten Abendsonne nun schon etliche Jahre, manchmal intensiv, manchmal nur durch kurze Statements. Und es sah schon oft so aus, als gäbe es keinen Ausweg.

Sie hat den Mut aufgebracht, etwas zu verändern.

Wenn Du die Postings gelesen hast, wirst Du bemerkt haben, dass die User AS hier mehrheitlich dazu gratuliert haben.

Die Sache mit dem Urlaub war ja sofort wieder Anlass für euch, ihr ganzes Handeln in Frage zu stellen.

Ich habs ehrlichgesagt nicht kapiert. Aber ich lauf auch nicht in ihren Schuhen, daher hatte ich nachgefragt. Da Du wieder "Euch" verwendet hast, fühle ich mich angesprochen - ich spreche nun Dich an: Was stört Dich persönlich daran, dass ich bei AS nachgefragt hatte, was mir unklar war?

Glaubt doch einfach mal daran,dass sie ihren Weg zielstrebig gehen wird.

Amen.

So gerne lass ich mir nicht vorschreiben, woran ich glaube.*grins*

Niemand von den Usern hier ist Hellseher.

Das, was die meisten User hier seit Jahren machen, ist Abendsonne zu begleiten, aufzubauen, auch kontrovers zu diskutieren - ihr das zu bieten, was sie sucht in einem Forum. Woran die User hier glauben oder nicht glauben, ist ihre persönliche Freiheit.

Ich wünsche jedenfalls der ganzen Familie,dass es einfach GUT (ich wiederhole mich) wird.

Damit schließt Du Dich dem Wunsch von den meisten Usern hier an. Oder, Musiker, siehst Du das anders?

Wisst ihr, wenn sie nach diesem Urlaub wieder vereint wären, dann wär es eben so.So ist das Leben.Wär ja auch schön für sie, wenn´s für alle ein guter Weg wäre.

Da Du wieder "Ihr" schreibst, sehe ich mich auch angesprochen. Abendsonne macht - und das ist ihr natürliches Recht, das, was sie möchte. Für die User hier ist es letztendlich nicht von Belang, ob sie sich so oder so entscheidet.

Oder meinst Du, die User hätten etwas davon, wenn sie sich so oder anders entscheidet? Das hier ist ein Diskussionsforum, kein Verantwortungsverkaufsstand, bei dem man Bares erwirtschaften könnte.

Dass der eine oder andere User (und hier schließe ich mich mitein) Bedenken wegen der Kinder hat, ist klar - und die Gründe dafür könntest Du in diesem über Jahre dauernden Thread nachlesen.

Liebe Grüße
Reinfriede
 
liebe Reinfriede,

ich hatte nur das Bedürfnis mal zu schreiben,dass Abendsonne es schon "richtig" macht.Nix weiter und auch keine persönliche Kritik an irgendwem hier. Sicher, ich hatte schon hie und da den Eindruck,dass hier manchmal zu "radikal" geschrieben wird, was ihre derzeitige Situation betrifft.Zumindest in letzter Zeit, was sie hier so geschrieben hat.Ich seh es keinesfalls locker was die Situation betrifft, die sie durchgemacht hat oder noch immer durchmacht, aber auch nicht nach dem Motto: Nimm das Schwert und zerschlag den Knoten.Andererseits sag ich aber auch,dass sehr,sehr viel positives geschrieben wurde.Brauchst dir nicht die Mühe zu machen, nach irgendwelchen Postings dazu zu suchen.Ich tue´s auch nicht.Sorry, wenn ich damit vielleicht gegen irgendwelche Regeln hier verstoße, weil´s zu allgemein war. Ich bin ja nicht wirklich dabei in diesem Thread, dazu ist das alles schon viel zu umfangreich für mich.Ich wollte "nur" positiv für Abendsonne argumentieren.Es stört mich auf deine Frage hin überhaupt nichts daran,dass du nachgefragt hast bei ihr wegen des Urlaubes.Ich hatte lediglich für MICH den Eindruck, allgemein, dass es kaum wer versteht,dass sie mit ihm in den Urlaub fährt.War nicht als Kritik gedacht, sondern einfach als Eindruck.Muss ja auch keiner vestehen.Hauptsache Abendsonne und ihre Familie versteht es, warum sie gemeinsam urlauben.Also in diesem Sinne, das war´s schon mit meiner "Rede".

LG
 
ich hatte nur das Bedürfnis mal zu schreiben,dass Abendsonne es schon "richtig" macht.Nix weiter und auch keine persönliche Kritik an irgendwem hier. Sicher, ich hatte schon hie und da den Eindruck,dass hier manchmal zu "radikal" geschrieben wird, was ihre derzeitige Situation betrifft.Zumindest in letzter Zeit, was sie hier so geschrieben hat.............Andererseits sag ich aber auch,dass sehr,sehr viel positives geschrieben wurde...........Sorry, wenn ich damit vielleicht gegen irgendwelche Regeln hier verstoße, weil´s zu allgemein war. Ich bin ja nicht wirklich dabei in diesem Thread, dazu ist das alles schon viel zu umfangreich für mich.Ich wollte "nur" positiv für Abendsonne argumentieren........Es stört mich auf deine Frage hin überhaupt nichts daran,dass du nachgefragt hast .........Ich hatte lediglich für MICH den Eindruck, allgemein, dass es kaum wer versteht,dass sie mit ihm in den Urlaub fährt.War nicht als Kritik gedacht, sondern einfach als Eindruck.Muss ja auch keiner vestehen.Hauptsache Abendsonne und ihre Familie versteht es, warum sie gemeinsam urlauben.Also in diesem Sinne, das war´s schon mit meiner "Rede".

LG
lieber musiker,

so ein tolles "entschuldigungsposting" für dich :). hut ab vor deinem rückgrat, fallst wenigstens GERADE um :):) - und sofort :):)
 
Ich begreife jetzt, dass der Parameter für Deine Hoffnung das Loskommen vom Heroin ist.
Es ist tatsächlich eine Leistung, gerade diese Sucht zu überwinden.
Wie hat er es damals geschafft?

liebe lucille,

es war eine ganz schöne geschichte mit uns. mit ihm war alles so einfach. er stammte aus gutem haus, hatte dennoch so eine verwegene ader. ich war fasziniert. er hatte eine winzige wohnung mit clo im freien und einer stiege rauf, die todesgefahr barg, ein auto, bei dem dem er mit dem kopf am dach anstand und ein lächeln, das mich umwarf.
ich hab nie gewusst, ob ich so knalle verliebt bin, aber es war eine faszination da, die mich so vieles übersehen ließ. er war non-charmant von beginn an und doch so ... einnehmend. ich konnte von anfang an nicht einschätzen, wie ich zu ihm stehe. da war die seite derjenigen, die über ihn eher verwerflich sprachen, dann war meine faszination, die in verteidigung ging und durch die ich mir auch sagte: was für ein großartiger mensch wird da total oberflächlich abgewertet. am anfang kamen da und dort die hinweise.
er sagte mir nur: wenn du was über mich hörst, glaubs nicht.
und ich schaute schön weg von anfang an.

er hatte immer wieder die totalen schweißausbrüche wenn wir wo saßen, wurde von einer minute auf die andere so, als wäre er mit der stirn unter wasser getaucht. er fuhr regelmäßig weg, sagte mir, er müsse in die apotheke, für seinen vater was besorgen.

ich war blind, hab NICHTS mitbekommen.

ein ganzes halbes jahr lang.

er kommt aus tollem elternhaus, wie sollte da je was sein. so blind und verbohrt war ich.

als wir mal an der traun entlang spazierten und dann in ein total romantisches landgasthaus gingen, so eine urige spielunke, erzählte er mir die wahrheit. dass er 4 jahre krassest an der nadel gehangen ist, immer mit einem bein im grab. dass er durch seine ex-freundin dazu gekommen ist, sich alle von ihnen abgewandt haben, er stand aber total zu ihr und fing mit dem zeug halt selber an. immer auf besorgungstripp, fertig, alles mögliche angestellt, um zum gift zu kommen.
kurz bevor WIR uns kennengelernt haben, hat er mit ihr schluss gemacht.
hat sich auf methadon-therapie setzen lassen.

er wurde betreut in einer gruppe, die sich monatlich traf und musste sein methadon anfangs täglich von der apotheke holen. als er dann einer geregelten arbeit nachging (ich war so unberechnend damals, dass es mir auch nichts ausmachte, dass er keine fixe arbeit hatte, der mensch zählte - auf der anderen seite WAR ich berechnend, weil ich dachte, das elternhaus birgt für einen "einfachen" charakter, mit dem man keine schwierigkeiten hat)- also, als er einer fixen arbeit nachging, da bekam er seine ersatzdroge wöchentlich.

kleineweise begann er, sich selber herabzusetzen. die tägliche ration wurde reduziert eingenommen, er hat sich dann was aufgehoben, falls er mal mehr braucht. er hat dann bemerkt, dass es auf diese art und weise funktioniert, sich überhaupt runterzusetzen.
irgendwann wars dann - nach 2 jahren, soweit, dass er nichts mehr brauchte. er hat auch die verlockungen widerstanden, die sich ihm boten, wenn er auf monatlichem treffen war mit den anderen ex-junkies.

sein leben war neu eingestellt, die freunde wieder da, .... . wir kauften uns ein haus, wir bekamen ein baby, ich dachte, so ein happy - end, nachdem was ER alles vorher mitgemacht hat, nachdem was ICH vorher alles mitgemacht hab.
der aids - test war negativ, alles super-gut ausgegangen.

dann kam der große rückschlag. Hepatitis C.
 
ich hatte das trinken etc. einfach bewertet als ersatz für das, was er im heroin entbehrte. ich musste es ihm irgendwie lassen und lief auch nach der geburt der tochter freudestrahlend, glücklich durch die welt. nichtsahnend, was passiert. nicht wahrnehmend, dass ich nacht für nacht alleine bin mit dem schreienden baby, er irgendwo sitz bis in die morgenstunden, am tag herumflanierend, etwas "neues" aufzubauen im begriff, dass dann nie was wurde.
es war mit eineinhalb jahren der tochter so ein schlüsselerlebnis, dass da was nicht stimmt. ist ja ganz, ganz krass, wenn man bedenkt, dass unsere geschichte sich über 12 jahre schon im eher negativen bereich zieht.

die tochter war jedenfalls krank und ich konnte nicht weg mit ihr. ich bin sonst immer stundenlang unterwegs gewesen mit dem kinderwagen spazieren etc.etc. . an diesem tag konnte ich nicht weg. die freunde waren da, und sie haben um halb acht am abend noch eine kiste bier reingetragen, obwohl die party seit mittag lief.
die kleine schrie wie am spieß, und niemand war bereit, auch nur einmal zu fragen, wie es ihr geht.

DA wurde mir zum ersten mal bewusst, dass ich mir die ganze zeit heile-welt vorgespielt hab. dass ich wie du , lucille , sagst, durch die heroinsache einfach so vieles andere gewähren ließ.

und irgendwann, als es begann, dass es ihm schlecht ging, und ich mir ansah, was er alles so anstellt hab ich mich gefragt, was ICH denn alles damit zu tun hätte.
ich hab mich immer total distanziert gehalten von irgendwelchen suchtmitteln, drogen alkohol etc. , -
meine schwester ist ja total DORT gelandet (jetzt obdachlos - toll, bruder millionär, schwester obdachlos).
ich wollte mich niemals selber kaputt machen auf diese art und weise, und dann komm ich genau dort hin, in ein umgebungsfeld, das ich immer meiden wollte.
 
die jahre waren wirklich nicht einfach. am schlimmsten das vor zwei jahren. als er wirklich dem tod von der schaufel sprang. aszites hochgradig, er hatte so viel bauchwasser, dass er die schuhe nicht mal mehr binden konnte. den vollen nabelbruch davon, die gedärme, die dann beim bauch rausquellen, nur durch die dünne hautschicht überdeckt. absolut fahle gesichtsfarbe, das bauchwasser nicht mehr mit tabletten zu regeln, bei punktierung lebenserwartung 6 monate - so las ich im internet. ich war fertig. ich hab ihn ja noch voll gemocht, auf der anderen seite hab ichs gehasst, dass er durch eigenverschulden dort gelandet ist und ich das mit austrage.
wer möchte in so einer situation nicht die flucht ergreifen. einen menschen, den man liebt, beim sterben zusehen, und dann noch nicht mal sich austauschen können mit den menschen im umfeld, weil ja die krankheit für sich so eine ist, die alle in die flucht verschlägt. die meisten menschen wissen nicht, dass hepatitis c nur über blut- blut übertragbar ist, und die ansteckung einer größeren wunde bedarf, viel weniger gefahrvoll als AIDS.
 
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naja, und jetzt würden wir wieder dort stehen wie am anfang, wo alles eher GUT ist, und jetzt ists vorbei. ihr habt schon recht, wenn ihr meint, es ist nicht so nachvollziehbar, dass wir in den urlaub zusammen fahren.
durch diese freudentendenz von meiner seite bin ich auch ihm gegenüber anders geworden, das reflektiert. wir haben gerade ein sehr gutes auskommen.
gestern ´war er unterwegs mit den kindern, ich konnte nicht alleine sein und bin über meinen schatten gesprungen - hätte meinen vater wieder mal besucht nach langer zeit. ich bin ja durch ihn sehr verletzt. es kann aber jeder tag sein letzter sein.
dort angekommen sagte mein bruder mir, dass der vater seit donnerstag im krankenhaus ist (5 tage). er ist gestürzt.

es ist jedenfalls immer dasselbe. es sterben verwandte, man sagte es mir nicht, es kommt jemand ins krankenhaus, man sagt es mir nicht.

wenn ich meine, man müsse doch was machen, damit der vater eine 24-stunden betreuung bekommt, kann ich mir was anhören am telefon vom bruder, dass meine tochter das schreien noch 3 meter weit entfernt hört.
da kommt dann dieses verlassenheitsgefühl.
bei niemanden in der familie - zumindest von männlicher seite - gesehen zu sein. die situation, nciht mal dann aus der familie rückhalt zu haben, wenn was MIT der familie ist.

dann wende ich mich an den mann mit meinem kummer.

noch schön, bevor ich ausziehe, alles mit ihm intensivieren, damits nachher ja schön weh tut.

vor zwei wochen hätte ich noch die erste sekunde gewählt, um ihm die tür vor der nase zuzuschlagen. jetzt geht die tür eher auf.

nicht so gut.

durchziehen tu ich es trotzdem.

schade, dass wir es nicht geschafft haben, dass unsere geschichte ein happy-end bekommt.

lg
 
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