Liebe Abendsonne!
Na, das ist ja ne Geschichte...
Das müsste man, um einen klaren Kopf zu behalten, erstmal auseinanderklamüsern.
1.) Es hat einen Unfall gegeben. Da (wie erwähnt wurde) Dein Mann am Rücksitz saß und von einem anderen Auto getroffen wurde, mit angeblich 100 Stundenkilometern (!) - wobei ich mich dann frage, wie man das überleben könnte, normalerweise ist man da platt (tschulligung) - muss es ein Unfallprotokoll geben, denn die Schäden werden ja über die Versicherung abgerechnet.
Ich kann mir keinen Autobesitzer vorstellen, der sich so mir nix dir nix sein Auto abschießen lässt - das ist unter Garantie der volle Totalschaden - und die Kosten dafür selbst tragen möchte. Wäre ja völlig paradox. Damit gibt es eine Versicherungsmeldung für die Schadenersatzansprüche.
Also - es gab einen schweren Autounfall, Dein Mann ist verletzt und sucht kein Spital auf. Das ist - sofern die Geschichte stimmt - gelinde gesagt fahrlässig. Auch von Magnet. Denn war er wirklich dabei - so wäre es seine Pflicht gewesen, die Rettung zu verständigen, um Deinen Mann in die nächste Klinik fahren zu lassen. Unterlassene Hilfeleistung lt. Gesetz. Ich bin jahrelang Sanitäter bei der Rettung gewesen, und SO eine Reaktion, dass man einen Mann, der mit 100 km/h abgeschossen wurde, NICHT verarzten lässt, ist fahrlässig. Wir haben schon Menschen aus einem Auto gezogen, das mit 50 km/h abgeschossen wurde und es war nichts mehr zu machen.
Die Rettung zu rufen, wäre die erste natürliche Reaktion bei einem Unfall gewesen. Erstens kann es eine (noch unbemerkte) Lungenverletzung geben, wenn Rippen gebrochen sind, da reicht oft eine angeknackste - es können innere Verletzungen sein, die sich gefährlich entwickeln können und es könnte zu Wirbelverletzungen/Verschiebungen/Verstauchungen mit eingeklemmtem Rückenmark kommen, die im schlimmsten Fall Lähmungen nach sich ziehen könnten. Es gab schon genug Fälle, wo Verunfallte Tage später Lähmungen entwickelten, weil das Rückenmark gequetscht wurde und das übersehen wurde.
Also: Ab ins Spital. Auch hier eher paradox, dass er das nicht macht. Ok, könnte der Schock sein, aber wenn er tatsächlich unschuldig bei einem Autounfall verletzt wurde, bekommt er Schmerzensgeld und die Behandlung bezahlt. Nur zum Hinweis, wie das aussehen kann: Meine Tochter wurde unschuldig bei einem Autounfall verletzt, eine Rippenprellung und eine verstauchte Hand brachten 2.000,- Euro Schmerzensgeld.
Ich kann mir NICHT vorstellen, dass Dein Mann das herschenken würde, wäre doch der zu erwartende Geldsegen willkommen.
Es gäbe natürlich die Möglichkeit, dass der Autounfall erfunden ist. DANN wären seine Ausweichreaktionen und diese ganze Sache damit erklärbar, würden aber ein verdammt schlechtes Bild auf ihn als Vater werfen.
2.) Du schreibst, er spielt wieder/noch immer. Ich würde mich bei einer Rechtsberatung erkundigen, inwieweit Du Dich absichern kannst, dass er nicht heimlich Deinen Hausanteil (private Schuldscheine) verspielen kann.
3.) Bitte führe Protokoll. Datum, Uhrzeit, wann was ausgemacht wurde und wann er sich an die Aufsichtsvereinbarung den Kindern gegenüber nicht daran gehalten hatte. Leg Dir am PC eine Datei an und protokollier - kurz in Stichworten über die vorgebrachten Argumente/Ausreden und jeweils Datum. Es geht offensichtlich NICHT anders und Du könntest dieses Protokoll später gut brauchen, wenn es zu Problemen kommt.
Und Pkt. 3.) schreibe ich ganz bewusst öffentlich, weil ich einen Vorteil darin sehe, dass er es erfährt.
Denn mit dem Wissen, dass Du ernst machst und seine ganzen Unzuverlässigkeiten in Bezug auf die Kinder protokollierst, reisst er sich vielleicht doch mal zusammen und verhält sich vielleicht auch mal wie ein VATER.
Liebe Grüße
Reinfriede