.... das Leben an mir vorbei???

AW: .... das Leben an mir vorbei???

ihr lieben,

ich war in der beratungsstelle und werde wahrscheinlich meinen nächsten termin absagen. IHR helft mir viel mehr,
die beratungsstellen sind gut, aber sie sind in der "alltagsverzweiflung" meist nicht gleich greifbar.
oder in den alltagsgedanken.

was ich mir diesbezüglich vorher schon dachte:
wie sollte ich die geschichten, die mich bewegten, in eine kurze dreiviertel stunde alle vier wochen verpacken, um rüberzubringen, was ich sagen möchte. geht nicht.

karin hatte recht, einmal im monat ist viel zu wenig.


jedenfalls habe ich das gefühl gehabt, bei meiner dieswöchigen beratung, das war die erste richtige therapiestunde, am wesentlichen vorbeigeredet zu haben. nein, nicht vorbeigeredet, aber das wesentliche hat anscheinend nicht wirklich ins lösungskonzept der therapeutin gepasst. das lösungskonzept scheint ein intaktes familienumfeld zu sein, in dem sich jeder selber brav manipuliert oder bei möglichkeit eine strikt durchgezogene trennung. dazwischen hat nicht wirklich was platz, so war meine vermutung.

es verlief jedenfalls so, dass die therapeutin mich fragte, was ich von der ersten stunde bei ihr mitnehmen hatte können bzw. OB es mir überhaupt was gebracht hatte.

ja, es hat mir sehr viel gebracht, hab ich ihr gesagt.
durch ihre aussage, dass suchtverhalten und dgl. in einer beziehung nicht tragbar ist, erhielt ich irgendwie die "berechtigung" für meine gefühle, hier nicht glücklich sein zu können, und dadurch ergab sich plötzlich das gefühl der herausforderung, es TROTZDEM zu schaffen.

dieses "es trotzdem schaffen" war dann der basispunkt für ihre fragen, die sie mir stellte. wie würde die beziehung aussehen, wenn wir es geschafft haben, etc.... .


jedes ausschweifen auf elternkonflikt, die noch so reinspielen, seine krankheiten, meine ängste, die schwierigkeiten mit den kindern etc. wurde im keim erstickt, klar, man kANN auch nur auf wenig eingehen in diesen 45 minuten, klar.

es blieb immer beim ausrichten auf das, wie es aussieht, wenns gut ist.
die lösung also: im "gegebenen rahmen den blick auf die postiven aspekte richten".


tja, gut, aber:
war ich da nicht schon mal?????????? will ich dort wieder hin???

das können wir ja nach und nach besprechen, dachte ich mir, schließlich kann man ja eine richtige therapiereihe durchmachen.....

nur kam dann die frage der therapeutin auf, ob es für mich jetzt passt oder ob ich noch einen termin brauchen würde...... .


?????????????


ich hab also anscheinend nicht mal annähernd rüberbringen können, dass es für mich nicht ganz so einfach geht, dass alles schon ziemlich verworren und verstrickt ist, dass ich mich irrsinnig gefangen fühle, dass ich mich in einer ausweglosen situation sehe, dass ich mich absolut auf mich selber gestellt sehe, dass ich angst habe, wenn ich mich wieder nur "zufrieden gebe", ich wieder die nötige motivation für den sprung raus nicht mehr habe...... .


im nachhinein wurde mir aber klar, dass ich mit meinen "mini-problemchen" in der familienberatungsstelle eigentlich nichts zu suchen habe, denn die sind konfrontiert mit ganz anderen geschichten, da wird geschlagen und gemordet, die kinder werden zum spielball der elterlichen kämpfe,
------ da erscheint das meine geradezu lächerlich.

daher werde ich meinen weiteren termin in vier wochen absagen-
 
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dennoch. ich bin in gefahr/wir sind in gefahr.

dieses "arrangieren" wie es jahrelang funktionierte, funktioniert nicht mehr. ich sehe ganz genau DIESES problem:
das Arrangieren kann daraus bestehen, eigene Gefühle zu verdrängen - aber das ist dann so ähnlich, als würdest du einen Druckkochtopf immer mehr erhitzen....irgendwann wird er platzen - und dann kommt es möglicherweise zu den schlimmsten Situationen - wie man sie so oft in den Zeitungen liest: Eifersuchtsdramen, Familiendramen, Vergewaltigung, schlimmstenfalls sogar Mord....
ich habe es gestern erlebt.

gerade ein paar tage konnte ich mit dem "schöndenken", mit dem "arrangieren" leben (wie konnte ich das vorher jahrelang????). mir war eh nicht wohl dabei.

gestern hats plötzlich nicht mehr funktioniert. ich kann mir selber einfach nichts mehr vormachen:



gestern hatte mein mann - wie schon fast jeden sonntag - die kinder geschnappt und ist zu seinen eltern gefahren. gut, damit ich ein wenig ruhe habe. sehr nett von ihm.


die "ruhe" sieht dann so aus, dass ich das absolut-chaos bewältigen muss, das sie hinterlassen haben in der kurzen zeit.. keiner tut auch nur EINEN griff, nicht mal die kastentüre wird zugemacht, wenn man was raus nimmt.


es ist wie ein schlag ins gesicht., wenn ich da aufstehe und in den wohnbereich komme.

es ist meinem mann egal, was ich empfinde, wenn mir das alles entgegenschlägt.

plötzlich sehe ich wieder, was ich alles machen sollte, und komme mir völlig überfordert und völlig alleine vor. die wäsche gehört gebügelt, die betten gemacht, die fenster geputzt, alles gesaugt, gewischt, abgestaubt, essen kochen, mit der tochter für den biotest lernen, mit ihr lesen, für die mathe-SA lernen am freitag, mit den kindern an die frische luft, ausmalen, reparieren, sortieren, ausmisten, aufräumen, putzen, waschen, wischen, putzen, äufräumen, autoputzen, waschen, müll wegfahren, putzen, wischen, kochen, die hyperaktivität des sohnes behandeln, die lernschwäche der tochter in den griff bekommen, aufräumen, entsorgen, ordnen, altpapier wegfahren, für geld sorgen, schwirr, gedanken schwirr, wirrwirrwirr....

verrückt...... . verrückt..... .


so ist es mir gegangen. in meinen gedanken, in meinen gefühlen.

wenn das alles geschehen sollte, liegts an MIR.


ich wischte den badezimmerboden auf und fand auf einer einzigen fliese 35 haare von meinem mann. es war mir nicht zu blöd, sie zu zählen. es war wahnsinn!!!! die angst..... . die haare gehen ihm aus durch diese schuppenflechte, krankheit, siechtum, tod.... , seine hepatitis c,
diese fliese der spiegel, das chaos rundherum der spiegel, meine gefühle der spiegel für meinen zustand.

es wirkte dann noch nach, dass ich am vortag beim 40-er einer freundin sah, wie A'NDERE männer mit ihren frauen umgehen. sie beachten sie, sie sehen sie, sie sind anders.


mein mann und die kinder kamen gerade in der situation der niedrigsten energien heim.

mein mann rannte mir ins offene messer, als er meine frage, ob sie denn noch im wettbüro waren, mit JA beantwortete. ich konnte es nicht fassen, das erste mal schönes wetter, blauer himmel, und er zerrt die kinder ins verrauchte, verwegene wettbüro.

ich habe natürlich meinen unmut nicht versteckt, worauf er wieder einmal mehr nichts anderes tat, als abzuhauen. "hier hält man es keine sekunde länger mehr aus". ich hatte gerade abgetrocknet, lief ihm nach zur haustür, und hielt das glas noch in der hand, als er mich von der tür zurückdrängte, als würde er mich wieder mal schlagen wollen.

erinnert an die 4 jahre, wo ich das mit meinem ex erlebte, kamen SOLCHE WUTGEFÜHLE auf, solche aggressionen, weil er mich nicht annähernd runterzuholen versucht, sondern mich noch tritt, wenn ich symbolisch am boden bin,
ich wollte ihm am liebsten dieses glas ins gesicht schlagen.
ich sagte ihm, ich würde dir am liebsten dieses glas ins gesicht schlagen.

es war auch so.

es schockiert mich, wozu ich fähig bin.


tja, es kam also in 6 wochen bereits zum zweiten mal zum eklat, die kinder waren oben, aber sie bekamen schon mit, dass ich fast ein drama abspielte.


ihm täten die kinder leid, sagte er, setzte sich ins auto und fuhr weg.

ich hatte die fassung absolut verloren und einen heulkrampf bekommen, ich habe geschluchzt und geweint angesichts dieser ausweglosigkeit der situation. wo sind wir schon, dass ich SO reagiere. dass ich ihn amliebsten schlagen würde?? das glas ins gesicht????

ich habe ihn angerufen, fast einen nervenzusammebruch, dass ER davon reden würde, wie es den kindern mit MIR geht, dass ER aber einfach davon fährt, und nicht weiß, was ICH mache in einer phase, wo ich fast unzurechnungsfähig bin, seine gleichgültigkeit nach außen war echt schlimm. ich hatte soooo eine wut.


ich hab mich schnell in die reihe bekommen, bin zu den kindern, die oben spielten, und wir sahen, was sie zum fasching anziehen würden.

er kam dann doch heim. in den fasching ging er nicht mit, ich hätte mich auch nicht wohl gefühlt.
der kleine hatte zwei stunden nur die anderen geneckt, ich tat nichts andres als ihn zurückzuhalten, er sprang seinem freund ins kreuz.
es war zum umkippen, zum verrückt werden.

in der nacht bekam ich bauchkrämpfe, gut so, ich konnte mir nicht vorstellen, heute die arbeit zu bewältigen, wo ich in 120 minuten oft 60 leute mit den verschiedensten anliegen abfertigen muss. so meldete ich mich krank.

ich bin eh im burn-out. gestern abend konnte ich nicht mal mehr ordentlich 7 teller ins regal stellen... .
meine mutter war da und gab gute ratSCHLÄGE wegen der kinder, und dass sie nicht mal wisse, "obs recht ist, wenn sie kommt".

ich würde mein leben am liebsten nehmen und es woanders hinstellen. nur meine zwei kleinen und ich. die können mir alle gestohlen bleiben.


......

jetzt hab ich geschrieben --------------------------und es geht mir wieder viel viel besser.


das forum hilft mir, keine therapie, die mir versteckt sagt, dass es ja eh ach so einfach geht......


meine offenheit hier geht auch in keiner therapie.... . die denken womöglich, es ist immer so bei uns :clown:.

ist es nicht, ich kanns euch versprechen, aber einmal in diese richtung ist fast einmal zu viel.
es kann nicht sein, dass man S'OLCHE gefühle hat, dass man fast jemanden umbringen möchte.

ist aber so.. ich weiß nicht, wie es weiter geht.
 
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Ach abendsonne, laß dich mal drücken. *ganzganzfestedrüüüück*
Und jetzt wieder ernst, mir geben einige deiner Sätze arg zu denken!
Unter anderem auch dieser:
abendsonne schrieb:
meine offenheit hier geht auch in keiner therapie.... . die denken womöglich, es ist immer so bei uns
Du müsstest erst einmal deine Einstellung zu einer Therapie ändern. Wenn du sie schon bekommst, würde ich sie an deiner Stelle nicht absagen - einen kleinen Teil hilft sie immer, auch wenn du im ersten Moment nicht befriedigt bist.
Dieser Satz oben zeigt, wie wenig weit du noch bist - auch wenn du das meinst. Er sagt genau das, was ich schon einmal gesagt habe: du schaust zu sehr auf die anderen, was sie von dir denken. Du hast selber die Reaktion nach dieser Geschichte von deinem Sohn gesehen; und nun erzähle mir es hängt nicht mit dem Umfeld zusammen sonder nur mit einer funktionellen Störung. Sorry, aber da kann ich nicht drauf.
Wenn es wirklich so ist, wie du schreibst, solltest du dich schleunigst trennen, damit deine Kinder wenigstens noch eine kleine Chance haben.
Arrangieren geht in deinem Fall einfach nicht!
Ich wünsche dir, das du den Mut findest - es realisierst - und über deinen Schatten springen kannst.
Ganz egal was die anderen sagen. Zu deinem Wohl und zum Wohl deiner Kinder.
Eberesche
 
AW: .... das Leben an mir vorbei???

liebe eberesche,

es stimmt schon, was du sagst, dennoch: erzähle der therapeutin aus der familienberatungsstelle, dass du fast vor den kindern dem mann am liebsten das glas ins gesicht geknallt hättest, und dann überleg mal die reaktion. ich denke, dass die ziemlich bald mal jemanden nachschauen schicken. man stellt sich dann selber unter beobachtung. ich denke nicht, dass das irgend´jemand möchte. kann nur das totale drama draus entstehen, wenn irgendwas in die falsche richtung geht.

darum gehts.

lg abendsonne
 
AW: .... das Leben an mir vorbei???

Liebe Abendsonne,

Deinen Befürchtungen bzgl. der Therapeuten möchte ich widersprechen. Sie stehen - genauso wie Ärzte und Priester auch - unter dem Schweigegebot. Ihre Aufgabe ist es, dem Klienten zu helfen, ihn zu unterstützen - mental! Und nicht indem sie Dir irgendwelche Ämter auf den Hals hetzen.

Neulich hatte ich (obwohl ich schon mehrfach positive Erfahrungen mit Therapeuten gemacht habe) die Befürchtung, meine Therapeutin könnte mich für völlig meschugge halten, weil ich schamanisch reise.
Sie hat mich dann nur gefragt, ob ich die Welten auseinanderhalten kann - und gut war es.

Therapeuten arbeiten ressourcenorientiert und stärken Deine positiven Seiten, die Schwächen werden zwar auch bearbeitet, doch geben sie diesen nicht dasselbe Übergewicht, wie der Klient das tut. Sie sind dafür da, um Dich zu stärken!

LG
Ahorn
 
AW: .... das Leben an mir vorbei???

liebe eberesche,

es stimmt schon, was du sagst, dennoch: erzähle der therapeutin aus der familienberatungsstelle, dass du fast vor den kindern dem mann am liebsten das glas ins gesicht geknallt hättest, und dann überleg mal die reaktion. ich denke, dass die ziemlich bald mal jemanden nachschauen schicken. man stellt sich dann selber unter beobachtung. ich denke nicht, dass das irgend´jemand möchte. kann nur das totale drama draus entstehen, wenn irgendwas in die falsche richtung geht.

Liebe Abendsonne,
es geht darum, dass DU mal selbst dazu stehst - und auch vor anderen: Dass du eine immense Wut hast auf deinen Mann, dass überhaupt nichts passt, dass du deinem Mann am liebsten mit den Scherben das Gesicht zerschneiden würdest aus lauter Wut und Verletzung und dass deine Kinder Schaden nehmen - aufgrund der ganzen Geschichte.

Steh dazu!!!!!

Es gehört Mut dazu, sich die ganze Sch**** einzugestehen! Das kann sich fast anfühlen wie Todesangst. Aber erst wenn du mal dazu stehst - und zwar auch vor anderen, dann kannst du den nächsten Schritt tun - nämlich wirklich Verbesserungen in die Wege zu leiten.

Ich weiß liebe Abendsonne, dass das verdammt schwer ist, und ich möcht dich ganz fest drücken und dir Mut und Kraft schicken - aber DU bist diejenige, die etwas ändern kann. Nur du.

Und glaub mir, die Angst ist größer als das, was wirklich danach kommt.....
Was kann dir schon passieren?

Dass die Leute dich verachten? - das überlebst du.
dass sie dir das Jugendamt schicken - auch das überlebst du.
dass sie dich beobachten? - sie werden entzückt sein, wenn du Schritte in Richtung Veränderung setzt - das überlebst du auch.
dass dein Mann von dir geht? - das überlebst du bestimmt auch...
dass du beinahe kein Geld mehr hast? - ich denke zum Überleben reicht es;
dass du jahrelang arm sein könntest? - ist zum Aushalten

Liebe Chira, schlimmer als zu fallen - ist - liegenzubleiben!
Steh auf!
Steh zu dir!
Steh dazu, dass nichts in Ordnung ist - und dann ändere es schrittweise!!!

Ich wünsch dir allen Mut und alle Kraft der Welt!

Du bist nicht allein.

lg Niki
 
AW: .... das Leben an mir vorbei???

Niki, deinem Post stimme ich zu.

es stimmt schon, was du sagst, dennoch: erzähle der therapeutin aus der familienberatungsstelle, dass du fast vor den kindern dem mann am liebsten das glas ins gesicht geknallt hättest, und dann überleg mal die reaktion. ich denke, dass die ziemlich bald mal jemanden nachschauen schicken. man stellt sich dann selber unter beobachtung. ich denke nicht, dass das irgend´jemand möchte. kann nur das totale drama draus entstehen, wenn irgendwas in die falsche richtung geht.
darum gehts.
Ach abendsonne, darum geht es definitiv nicht.
Es geht um deine Angst, was die Leute von dir denken. Es geht um deine Angst, die "Schuld" zu bekommen. Es geht um deine Angst, dass deine Mutter sagt:"xxx". Es geht um deine Angst, was die Familie dazu sagt. Es geht darum, wie du nachher da stehst - vor den anderen.
Diese Angst sollte echt deine Letzte sein. Deine Angst sollte sein, ob du eines Tages wirklich ausflippst. Deine Angst sollte sein, wenn du denn ausflippst was mit den Kindern wird. Unterschätze das nicht. Der Krug geht solange zum Brunnen bis er bricht. Und bei dir ist das Maß schon ziemlich voll.
Das geht in die falsche Richtung. Klar, du kannst alles vertuschen. Klar, du kannst alles schönreden. Damit´s auch gut vor den anderen aussieht.
Doch wer hilft dir, wenn du am Ende bist. Keiner, weil ist ja alles in Ordnung. Dann stehst du nämlich mit deinem nach außen selbstgebasteltem schönen Leben. War doch alles in Ordnung, wie kann die nur.
Ich habe nochmal einige Beispiele für dich, die ich fast täglich habe. Du möchtest ja gerne Dinge, die wir so erfahren.
Eine Freundin, die bringe ich immer zum Heulen, weil ich es (nicht bös´gemeint) immer auf den Punkt bringe. Sie sagt zu mir, warum bist du nicht meine Therapeutin.... Ich sage, kannst mir ja Geld geben ;). Sie erzählt ihrer Therapeutin nicht die Wahrheit - sie vertuscht genauso wie du. Macht dort zu, wo es wichtig wäre. In erfahrener Hand. Ich kann nur an die Oberfläche, ich bin "nur" ich, ich bin nicht ausgebildet dafür. Aber die Therapeutin könnte ihr helfen, aber sie läßt sie nicht.
Das zweite Beispiel, davon kenne ich mehrere, alle sind krank geworden und weiterhin in ihrer Ehe. Und wenn ich hier von krank rede, meine ich richtig krank: MS, Depressionen, Psychiatrie, Blindheit je nach Seelenlage. Da ich die Personen sehr gut kenne und auch das Umgehen miteinander bin ich der Überzeugung, eine Trennung würde Linderung bringen. Nach außen hin ist der Ehemann fürsorglich, macht und tut offensichtlich alles für sie....doch wenn man sie miteinander reden hört.....Das gleiche habe ich auch einmal umgekehrt, da hat der Mann MS, und die Frau tut nach außen hin hm aufopferungsvoll, und wenn keiner dabei ist, meckert sie ihn an, wie blöd er doch ist. Eine davon ist geschieden, aber nur weil ihr Mann sich eine andere genommen hat, sie ist heute noch davon überzeugt, dass sie nichts verkehrt gemacht hat....und hängt (sie sagt liebt) weiterhin an ihrem (Ex) Mann. Ich glaube sie ignoriert, dass sie geschieden waren. Mittlerweile ist er verstorben und das Andenken wird hoch gehalten. Sie ist sehr krank. Es macht mich traurig, wenn ich das sehe. Diese Frauen müssten nur ein einziges Mal auf sich schauen. Nur ein einziges Mal.
Ich sehe auch die Kinder von diesen Personen. Ich sehe die Kinder, die die Krankheit von Anfang an mitbekommen und die Kinder die es nicht anders kennen. Ich sehe die Kinder, wenn sie heranwachsen, und welche Defizite sie haben. Ich könnte Heulen, weil das schon eine Art von Ignoranz ist. Eine Ignoranz, die nicht nur schlimme Folgen für sich selber hat.
Sorry.
Eberesche
 
AW: .... das Leben an mir vorbei???

Ich sehe die Kinder, die die Krankheit von Anfang an mitbekommen und die Kinder die es nicht anders kennen. Ich sehe die Kinder, wenn sie heranwachsen, und welche Defizite sie haben. Ich könnte Heulen, weil das schon eine Art von Ignoranz ist. Eine Ignoranz, die nicht nur schlimme Folgen für sich selber hat.
Tja und das bei dem Hintergrund, dass die Mütter dieser Kinder sich bitter über ihre eigenen Elternhäuser beklagen. Abendsonne, du hast Angst vor der Therapeutin, weil sie dir klar machen könnte, dass du eine Mitverantwortung trägst und weil du diese Verantwortung nicht tragen willst. Verständlich, den fast alle, die zur Therapie gehen haben erst einmal diese Angst. Die hatte ich auch. Es erfordert schon eine Menge Mut sich selber zu betrachten, die eigenen Beteiligungen zu sehen und nicht mehr davor weg zu laufen. Der Weg zur Gesundheit und dem eigenen Glück geht aber mitten da durch, ob du das willst oder nicht.
LG
Elke
 
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Ich kann nur an die Oberfläche, ich bin "nur" ich, ich bin nicht ausgebildet dafür. Aber die Therapeutin könnte ihr helfen, aber sie läßt sie nicht.
das kann ich gut verstehen. ich habe auch das gefühl, dass gerade dieses "nur ich" mir hilft = menschen, die lebenserfahrung haben, und aufgrund dieser erfahrung tatsächlich ERSPÜREN können, wie es einem geht. jedes einzelne posting von karin z.b. - nicht nur in diesem thread - sagt und hilft mir viel mehr als diese letzte erste therapiestunde.

ich bin da echt von dieser therapiestunde raus und hab mir gedacht, ich war nicht einmal im emotionalen an diesem tag (im gegensatz zum ersten mal beim "eröffnungsgespräch"), ich bin völlig unberührt geblieben ...... . wenn ich dann auch noch bezahlt hätte dafür, dann ---- wärs umsonst gewesen :clown:.

bitte mich nicht wieder falsch verstehen, die dame hatte sehr große fähigkeiten, aber ich kam mir vor, als müsse ich durch die steppe galoppieren, ohne links und rechts schauen zu dürfen, um ja schnell am "ziel" zu sein. und das hätte es dann sein sollen??

denn:
die frage "passt es jetzt so für sie" war es, die mich gestört hat. als sollte ich in einer dreivierteilstunde mithilfe einer ausgebildeten person mein ganzes leben passend machen können.... . ich fühlte mich in diesem augenblick einfach nicht verstanden, ich fühlte, als würden meine problemchen absolut nichtig sein, als würde man ein lediglich in staubkörnchen wegwischen müssen.... .
sind sie aber nicht.
eine therapeutin sollte das erkennen.
DAS hat mich verwundert.

sonst wärs gut gewesen, ich hätte diese stunde ohne gefühle
einfach als vorarbeit gesehen. so sollte es das aber schon ev. gewesen sein???
 
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......es machte mir aber nichts aus,

im gegenteil,:weihnacht ich war froh, meinen freien tag in zukunft wieder wirklich so nützen zu können, wie ich jeweils mag. termine passen mir nicht wirklich wie es scheint. und ich hab ja meine anderen wege, die jederzeit verfügbar sind (forum).

ihr könnte es also als kompliment für euch stehen lassen: das auseinandersetzen mit EUCH hilft mir zum jetzigen standpunkt mehr als eine "gratistherapie".
bei einer bezahlten therapie ist es wahrscheinlich was


anderes. da will man ja alles breitreden, um den klienten wieder zu holen (ich unterstelle da jetzt einfach mal eine gewinnabsicht der therapeuten!!).

tja, bei der gratistherapie kam mir vor, ich müsste "schnell" sein (eine kostenlose rechtsberatung nimmt sich ja auch nicht ewig zeit), bei einer bezahlten therapie würd ich mich fragen, ob wir nicht zu vieles zerreden, was ich eigentlich "eh schon weiß". durch die arbeit im forum mit euch. geldverschwendung??

schon, wenn man es nicht wirklich hat....

naja, man könnte näher in die geschichte "zusammenhang mann-vater" gehen, aber das kann ich ja auch hier..... . niki hat treffend angesprochen, um was es geht:

zitat
dass ich meinen Partner wirklich als Spiegel sehe; und ihn immer wieder nur als Auslöser für meine Gefühle sehe - nicht aber als Verantwortlichen für meine Gefühle. Ich frage mich dann - was ist in mir, was mir Angst macht, oder was ich nicht sehen möchte, nicht spüren möchte? Warum hab ich auf diese Situation jetzt so stark reagiert? Was spielt sich da in mir ab?

deshalb bin ich wahrscheinlich auch noch so im hier verhaftet., deshalb ist mir der hohe preis es nicht wert, zu gehen.

weil ich DIESE arbeit noch nicht durch habe. ich nehme sie mir zwar schon sehr lange vor, aber "durch" bin ich eben hier noch nicht.



auch ICH sehe manchmal die verantwortung für gefühle, die er in mir auslöst, nicht bei ihm. und dennoch sind die gefühle DA. tja, aber sie gehören oft ja nicht wirklich zu IHM, ich weiß das schon lange.

dass ich letztens so überreagiert habe, als er mich in die ecke drängte, hatte auch zu tun mit meinen erfahrungen, die mit IHM gar nichts zu tun haben. es ist einfach alles hochgekommen in diesem augenblick.


vielleicht könnte ich meinen mann absolut "frei"-sprechen, wenn man DIESE dinge nach und nach durchgeht, und wir könnten zusammen wieder glücklich sein. das hab ich schon öfter angesprochen.
 
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tja, und da sind wir aber wieder in dieser angst.

wieder glücklich zu werden mit ihm, und ihn dann zu verlieren.

ich bekam kürzlich eine pn, die mich sehr ergriffen hat, da hatte der kranke partner gemeint, er wäre oft so und so, dass seiner frau der verlust dann leichter fällt.
krass, nicht wahr. und genau so kommts mir bei MIR vor: ich mache mir die beziehung schlecht, damit ich gehen kann, und nicht zusehen muss, wie er krepiert.
ja, es sind echte, absolute lebensängste.
angst, dass ich zusehen muss und nicht helfen kann, angst, dass ich MEIN leben nicht gelebt habe, angst,dass ich ihn dann dafür verurteile, dass ich unverschuldet in diese situation komme, die er sich selber gemacht hat (durch seinen lebenswandel).

tja, und dann kommt dazu, dass ich wirklich auch schuldgefühle habe. seine schuppenflechte kam zu DEM zeitpunkt, als ich ihm ernsthaft die trennung vor augen hielt.
er leidet darunter, zeigt es nicht wirklich.
fast die hälfte der haare hat er verloren, er wird bald herumlaufen ohne haare, wenns so weitergeht, mit einer weißen kruste am kopf, und einer rötung dabei, narben..... .
tja, wem würde das bitte gut tun?? niemanden.
da gehts mitunter schon auch darum, was die anderen sagen, auch wenn ich angegriffen werde, dass mir das wichtig ist, es ist halt eben so.

die leute meinen, der hat lepra (achtung ironie!!!) oder sonst irgendwas. "dort gehst du mir nicht hin", das werden bestimmt manchen schulkollegeneltern sagen. bzw. schon gesagt haben.
denn wie erwähnt, hat ja mein mann immer schon verwegen und krank ausgesehen.
als würde er trinken oder (noch :clown:) am gift sein.

ich habe ja immer darunter gelitten, dass ich nicht mal sagen kann, hallo es ist nicht so, wie er denkt, er ist krank, hat dies und das (sowas "gesellschaftstaugliches" wie krebs zum beispiel). denn wenn jemand hören würde, er hat hepatitis c, dann sind die eh schon auf flucht. es geht noch immer der irrglaube rum, hepatitis C wäre durch speichel etc. übertragbar (nur bei a und b ist das so, c ist nur durch blut-blut übertragbar).

und so habe ich mir wahrscheinlich dann diese krankheit "schuppenflechte" für meinen mann hergezaubert, manifestiert. er hat jetzt was, was man sieht, und - oh wie toll - ich darf darüber reden!!! denn wenn die leute wissen, es ist die schuppenflechte und nicht lepra :clown:, brauchen sie sich nichts mehr zu denken.

das ist auch was, was mir zu schaffen macht. dass ich mir oft unerwünschte sachen "HerzauberE".

einer einzigen kinderbeziehungs-freundin hab ich anvertraut, dass mein mann hep.c. hat - ihr glaubt nicht, wie stark sich der kontakt plötzlich reduziert hat.
jetzt ist noch diese schuppenflechte dazu gekommen. aber ich darf - wie gesagt - DARÜBER wenigstens reden.
gesellschaftsfähig.



tja, es ist nicht wichtig, was die leute denken/reden, aber irgendwie DOCH WIEDER, oder nicht?? wenn man nicht alleine durchs leben gehen will, dann IST es wichtig, was die leute denken. wer will mit einer verseuchten familie zu tun haben?? ich war mal mit einem geschäftsmann zusammen, was glaubt ihr, wie sich plötzlich die leute um mich geschart haben!!
wie traurig. aber es ist einfach so.


es geht weniger um mich, viel mehr um die kinder.


so, jetzt bin ich fast gar nicht darauf eingegangen was ihr geschrieben habt - muss aufhören, mein sohn ist heute bei mir daheim und hat mir gerade die wand mit nivea angeschmiert.
er braucht meine aufmerksamkeit


lg abendsonne
 
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Liebe Abendsonne,

hast Du keine Krankenkasse, die die Therapiekosten übernimmt?

LG
Ahorn
 
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Liebe Abdendsonne,

habe nur deinen letzten Beitrag, der mit der Niveacreme endet, ganz gelesen.

Ich kenne auch ein paar Leute mit Hepatitis C und auch einige mit Schuppenflechte. Kenne keine Geschichten, dass sich Leute deswegen absentieren.
Das, was du über deinen Mann erzählst (erster Beitrag, halb gelesen) ist, dass er ein völliger Egoist ist. Eine Hautkrankheit bedeutet, dass er Abstand halten will.

Mein erster Gedanke dazu war: Drohe ihm mit Trennung - quasi Messer an den Hals. Das sind SEINE Krankheiten, du bist dafür nicht verantwortlich. Wenn Therpie, dann nur Paartherapie. Du tickst schon richtig. Du merkst, dass da für dich einiges nicht stimmt. Er ist lieber mit seinen Freunden zusammen - hat er eine Midlifecrises oder war er immer schon so?

Falls er immer schon so war, warum bist du mit ihm zusammen?

Ich drücke dich ganz fest!
 
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Kreisch - ganzlautkreisch
die anderen, die anderen, die anderen
wichtig wichtig wichtig

...tja, und dann kommt dazu, dass ich wirklich auch schuldgefühle habe. seine schuppenflechte kam zu DEM zeitpunkt, als ich ihm ernsthaft die trennung vor augen hielt.
Nicht du, sondern er ist für seine Schuppenflechte verantwortlich. Ich kann mich nicht mehr erinnern, geht er in eine Therapie? Schuppenflechte hat mit Abgrenzen zu tun und mit sich für andere öffnen. Wer weiß, vielleicht würde sie ja nach einer Trennung weggehen. Die Schuppenflechte hat mit ihm zu tun, nicht mit dir. Du kannst mit ein Auslöser sein, aber es ist nicht deine Schuld.
Ich schätze mal du musst da durch. Du bist noch nicht bereit. Vielleicht bleibst du auch immer darin hängen. Akzeptiere, dass es so ist wie es ist...dass du es aber ändern kannst, in dem du handelst, und nicht Entschuldigungen suchst.
Wir können dir erzählen, was wir wollen, du hast einfach nur Angst, dass die Leute reden: "Jetzt wo es ihm so schlecht geht, da verläßt sie ihn, was für eine undankbare Frau!" bla bla bla.... Die Leute reden ohnehin, egal wie und was ist. Da hast du keinen Einfluss drauf. Ich würde nicht wollen, das meine Kinder so aufwachsen. Tut mir leid.
Eberesche
P.S.: Ich schreibe extra "tut mir leid", weil ich dir im Moment noch nicht zutraue die Verantwortung dafür zu übernehmen; aber mein Mitgefühl hast du trotzdem.
 
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