.... das Leben an mir vorbei???

AW: .... das Leben an mir vorbei???

bis zu dem tag vor fast einem jahr, als ich anrief bei ihm, und er sich absolut freute, und ich MEINE gefühle spüren konnte, die sehr, sehr gut waren. ich erlebte meinen vater noch nie so offen, so herzlich, so erfreut. es tat echt gut.
ich erlebte, wie er sein KANN, wie er aber noch nie war. und das für MICH :liebe1:
bis ich erkannte, dass er mich verwechselt hatte. er dachte, ein langjährige ex-freundin sei am apparat. er hatte also gar nicht MICH gemeint.

Das ist eine Erfahrung mit einem Elternteil, der so weh tut, dass es für immer reicht. Das kann ich mir sehr gut vorstellen. Meine Güte wie unglaublich! Mir dreht sich der Magen rum, wenn ich das lese.


ich denke, es ist die KLARHEIT, die uns oft so fehlt.

wir rätseln ob der ursachen eines gewissen verhaltens.
Leider will ich immer alles genau wissen und das macht es mir schwer Gedanken loszulassen. Wenn mir jemand sagt "Du bist mir nicht wichtig" dann kann ich loslassen. Wenn ich es aber nicht weiß, dann drehen sich die Gedanken doch immer wieder.
das ist auch das, was ich meinte: ich stelle immer so klar meine gefühle dar, der andere weiß ganz konkret, wie er dran ist. der andere braucht nicht zu spekulieren, verbraucht demnach viel weniger energie als ein mensch, der mit jemanden konfrontiert ist, der sich "rätselhaft" benimmt.
Ja, genau so ist es.

das mit den vielen sms und den mails und dann dieser rückzug bei eurer sache, das ist ja auch nicht KLAR. worum gehts, welche bedeutung hatte ich???? diese frage stellst du dir. wenn er KLARTEXT reden würde, "du, es ist für mich nicht mehr so, da sind keine gefühle mehr....", dann könnte man viel besser umgehen mit der situation.

ganz klar nachzuvollziehen, warum du so verhaftet bist.
ICh weiß leider überhaupt nichts, ist er gekränkt, ist er einfach nur aus Mitleid da gewesen? Keine Ahnung, überhaupt garkeine. Mitleid ist etwas, dass ich nicht haben will und ich habe es auch nicht gebraucht.

diese ambivalenz des verhaltens, einmal so, und einmal so. und das in einer phase, wo du am dich-trennen von deinem alten leben warst.
Im Grunde war er der letzte Stein des Anstoßes ja.
aber:
du hattest diese menschen mal als "engel für unseren weg" oder ähnlich bezeichnet. menschen, die uns gesandt werden, um uns den ausstieg aus dem alten leben zu erleichtern. vielleicht ist er so ein mensch?

Ich werde es erst wissen, wenn ich das Thema endgültig für mich abgeschlossen habe.

dieser "partner" von hat ja so viel verwirrung gestiftet,
dass er deine ganze aufmerksamkeit auf sich gezogen hat.
weg von deinem mann.
Aus diesem Grund wollte ich ja auch immer raus aus diesem beschissenen Kreislauf, ich hatte ja keinen klaren Gedanken mehr und als Partner kam er ja garnicht in Frage.
LG
Elke
 
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AW: .... das Leben an mir vorbei???

mein mann hätte dann gewiss ein schöneres leben. seine kontakte sind so weit gestreut, dass er für sehr viele menschen die türen noch viel weiter aufmachen würde. ich merke, wenn ich ein paar tage weg bin, dann ist sofort viel besuch bei uns, jetzt nicht. also, ER würde es bestimmt schöner haben nachher. weil unsere geschichte auch schon ziemlich AUSgelebt ist.
ich würde dann ev. neidisch sein, das könnte ich mir vorstellen. ich muss mir mühsam ein neues leben aufbauen, und ER lebt plötzlich ungehindert in einem nest, in das ICH die letzten jahre meine ganze kraft, sehr viel liebe und energie gesteckt habe. das ist die berfürchtung, die ich habe. neben der finanziellen aspekte, die mich jetzt gar nicht mehr so erschrecken. :clown:

vielen dank, dass ihr da seid.

lg abendsonne

Freundschaften lassen sich aufbauen Abendsonne und es gibt so viele schöne Erlebnisse, die wir unabhängig von PArtnern haben können.
Das mit dem Nestbau, das kann ich gut verstehen, trotzdem glaube ich dass es eine WOhnung mit kleinem Garten oder Terasse für dich geben wird, in der du dich sehr sehr wohl fühlen könntest.
Liebe Grüße
Elke
 
AW: .... das Leben an mir vorbei???

Strandläufer;209515 schrieb:
Das ist eine Erfahrung mit einem Elternteil, der so weh tut, dass es für immer reicht. Das kann ich mir sehr gut vorstellen. Meine Güte wie unglaublich! Mir dreht sich der Magen rum, wenn ich das lese.
päng, jetzt bin ich einmal mehr mitten im vaterthema! es gibt sooo selten jemand, der meine gefühle nachvollziehen kann, indem er sich irgendwie reinklinkt in die situation und fragt: wie würde ICH mich fühlen, und der dann SPÜREN kann, wie sich soetwas anfühlt, und mir diese gefühle dann wieder rückübermittelt. dankeschön dafür.

ich denke, ich vermisse dieses verständnis auch sehr in meiner beziehung, und bin durch die "härte des empfindens" meines mannes, nein, eigentlich durch seinen absoluten pragmatismus immer im zweifel daran, ob es überhaupt sein darf, so zu empfinden, wie ich es nun mal tue.
unzählige absolut-ignoranz-situationen meines vaters hat es gegeben in meinem leben, mein mann sagt dazu nur: "du kennst ihn ja eh, was machst du dir gedanken".
und ich bin hin und hergerissen, weiß nicht, was ich denken soll/darf. und so steckte ich immer weg und steckte weg und machte fast alles mit mir alleine aus.

jetzt bin ich in einer situation, wo ich - um mich selber zu schützen - manchmal absolut rigoros über etwas drüber fahre. z.b. kann ich bekanntschaften, die nur kopmliziert waren, aufgrund einer befreienden situation, rigoros auslöschen, und das, ohne mit einer wimper zu zucken.
oder ich gehe einfach nicht mehr in situationen, die mich in der energie runterziehen.
das ist dieser absolute selbstschutz: tu dir das, was dir gut tut.:liebe1::liebe1:
es ist ein sehr schönes gefühl, so zu sich selber zu stehen, aber die selbstbezogenheit hinter diesem verhalten ist natürlich nicht zu übersehen, und die stelle ich dann schon oft in frage.

naja, keine einfache zeit für uns alle. das wassermann-zeitalter, das jetzt einzug genommen hat, bewegt uns halt, die beziehungen zu überprüfen, und nur mehr das im leben zu belassen, was wirklich zu uns gehört.

manchmal scheint man aber wie gefangen zu sein, und das hat ja alles seinen grund.


im tarot ist diese übergangszeit gut beschrieben, in der du, liebe elke, dich mit sicherheit auch befindest:

der mond: die gegenwärtigen ereignisse können als eine zeit des übergangs angesehen werden. altes, längst übrholtes drängt in dir und in den strukturen deines bisherigen lebens danach, sich aufzulösen. das neue ist jedoch noch nicht greifbar. dieser beängstigende zwischenzustand, in dem du die alten sicherheiten bereits verloren hast und die neuen lebensumstände sich noch nicht deutlich herauskristallisieren, wird in der regel als identitätskrise erlebt.

da kommt dann der eremit dazu, wo man sich auf sich selber zurückgeworfen wird.

da sind wir dann auf der suche nach unserem inneren licht, und begegnen unweigerlich unseren schatten, d.h. all den verdrängten anteilen in uns selbst, die nicht unserer wesensgemäßen liebe und freiheit entsprechen. aufgrund unverarbetieter leidvoller erfahrungen in unserer vergangenheit haben sich zahlreiche schichten von widerstand, lebensverneinung, schmerz und trauer um den kern unserer lebendigkeit herum abgelagert. wenn wir unser bewusstsein nach innen wenden, stoßen wir zunächst auf diese ablagerungen unseres emotionalkörpers. anstatt dass wir innenlicht finden, wird es zunächst vielleicht dunkler als je zuvor. an diesem kiritsichen punkt weichen viele menschen zurück und flüchten sich in ihre oberflächlichen gewohnheiten, abhängigkeiten und beschäftigungen.

wo viel licht, da auch viel schatten! ich denke, bei bewussten menschen ist ja sehr, sehr viel licht, und da türmen sich da schatten dann umso mehr auf.
tja, und deshalb denke ich, ist es in manchen situation gut, in die knie gezwungen zu sein, NICHT ausweichen zu können.

neue partner, die uns ablenken von dem was IST (bei dir z.b. die trennung von deinem mann), sind gut und schön, aber sie helfen uns oft tatsächlich nur zum absprung ins neue leben, und dann kommt DAS, was sein MUSS.

ich bin froh, dass ich den ablösungsprozess und selbstfindungsprozess absolut inmitten meiner bestehenden beziehung machen kann (und ich bin bei gott noch lange nicht durch :confused:).

ich denke, SO lange werde ich wohl noch hier sein, dann erst wird das kommen, was für mich für dieses leben noch bereitsteht und wartet :clown:..
ich freu mich drauf.


......

das gute ist, dass wir alle, wie wir hier sind, durch die ganze arbeit bisher bereits sehr zu unserem inneren licht durchgekommen sind, und wir dort schon sehr, sehr viel wärme spüren können, so dass wir von den äußeren umständen nicht wirklich abhängig sind, um uns manchmal absolut verbunden und befreit und glücklich zu fühlen.

lg abendsonne
 
AW: .... das Leben an mir vorbei???

Liebe abendsonne,
Niki und Strandläufer …
:)

ich habe hier schon sehr lange nichts mehr geschrieben, aber ich bin von diesem Thread und der Offenheit hier sehr berührt und lese immer mit.

Auch habe ich keine wirklich tiefschürfenden neuen Erkenntnisse anzubieten. Aber etwas fällt mir selbst in zunehmendem Maße auf, je mehr ich von euch lese (und es erschreckt mich auch gleichzeitig sehr):

nämlich, dass ich, innerlich für mich, mit sämtlichen Beziehungsfragen, auf die Zukunft bezogen, abgeschlossen habe. Ich kann mir, so der Status quo, nicht vorstellen, mich (und einen Partner!) jemals wieder der Verletzungsgefahr einer Beziehung auszusetzen. Das würde ich kein zweites Mal überleben. Irgendwie habe ich keine passendere Bewältigungsstrategie gefunden außer den totalen inneren Rückzug. Auch 3 Jahre nach der Scheidung ist das Entsetzen darüber, was passieren kann und vor allem, wie es dazu kommen kann, mehr als lebendig. Ich bin richtig angeschlagen. Es fällt mir auch schwer, daran zu glauben, dass die Zeit alle Wunden heilt.

Gestern habe ich mich mit einer Freundin getroffen, sie hat mich aufs Laufende gebracht über die aktuellen Trennungs- und Scheidungsgeschichten im Bekanntenkreis, von denen ich noch nichts wusste, brandneu, sozusagen. So erschreckend alltäglich, auch wenn Kinder mit im Spiel (Spiel??) sind.

Meine Freundin ist Lehrerin. Sie sagt, in ihrer Klasse sind 40% Scheidungskinder, und dass jedes hat auf seine Weise einen mehr oder minder verborgenen Knacks weg hat. Ich brauch mir ja bloß meine eigenen Mädels und meinen Sohn anzuschauen, dann weiß ich, dass sie für’s Leben geprägt sind.

Ich kenne alle, wirklich alle Gegenargumente, die schwer bis gar nicht zu entkräften sind!
Ich weiß, wie halbwegs reibungslos Patchworkfamilien funktionieren können. „No problem“ behauptet auch meine Schwester (geschieden, 2 Kinder, sie ist zusammen mit einem 2-fach geschiedenen Mann mit ebenfalls 2 Kindern von 2 Müttern). Das ist doch alles verrückt. Oder??

Schade, dass es uns Erwachsenen nicht möglich ist, einen tiefen Blick in die Kinderseelen zu werfen. Vielleicht würde das den einen oder anderen doch daran hindern, Beziehungen als bloße „Wachstumsepisoden“ auf dem Weg zur Selbstverwirklichung zu betrachten.

Ich weiß, dass diese meine Zeilen absolut realitätsfremd sind. Ich weiß das! Ich hätte ja schließlich meine Sache (sprich Ehe) auch besser machen können statt nachträglich zu erkennen, wie es eben nicht sein sollte.

Irgendwie bin ich heute einfach mal wieder so richtig traurig über die Vergangenheit und über die Spur an Verletzungen, die wir (mein Mann und ich) fabriziert haben.

Etwas eigentümlich trübe Gedanken ... ich muss jetzt dringend raus an die Sonne, damit ich mich wieder einkriege ....

Liebe Grüße an euch,:liebe1:
Karin
 
AW: .... das Leben an mir vorbei???

Liebe Abendsonne,
ja doch, ich kann deine Sehnsucht nach der Anerkennung deines Vaters sehr gut verstehen, denn im Grunde ist der Vater das erste Liebesobjekt eines kleinen Mädchens. Wenn dieses kleine Mädchen sich in dieser wichtigen Phase nicht angenommen fühlt, ja sogar abgelehnt wird, dann zeigt sich da ein enormes Defizit in späteren Beziehungen. Das ist normal und leider auch nur sehr schwer umkehrbar.
Du suchst dann ja immer wieder gewohnheitsmäßig einen Mann, der dich nicht annimmt, der dich ablehnt oder ignoriert. Ich vermute die Aufgabe, die sich hier zeigt ist die, dass du lernen kannst, dass du nicht mehr das kleine hilflose Mädchen bist, dass abhängig von seinem Vater (Partner) ist. Wir können uns nun selber erkennen, selber unseren Selbstwert spüren. Wir sind es, die unseren Wert ermitteln können und loben, uns anerkennen und vor allem wahr nehmen.

Mein Vater hat sehr heftig und unkontrolliert geschlagen wenn er wütend war und oft genug gab es auch gezielt Dresche. Wir Kinder wurden geschlagen, wenn wir gelogen hatten oder irgend etwas falsch machten. Mit der Zeit stellte sich heraus, dass er selber log und betrog und so stürzte er von seinem "Ich bin heilig- Sockel".
Dann irgendwann liegt dieser Mann bei mir im Bett und tascht mich an. Jedes normal entwickelte Mädchen hätte vermutlich gefragt "Was machst du da?" Ich war es gewohnt mich meinem Vater komplett zu unterwerfen und so habe ich stocksteif und total verängstigt im Bett gelegen und irgendwann war er wieder weg. Im Grunde nicht weiter verwunderlich, dass ich extreme Schwierigkeiten in Beziehungen habe. Ich habe ihn so lange Jahre gehaßt und verabscheut und gleichzeitig Sehnsucht nach väterlicher Liebe und Anerkennung gehabt.
Das gleiche findet nun in meinen Beziehungen auch statt. Ich komme auch nicht so recht aus der Tochterrolle heraus.

Abendsonne du schreibst du bist froh diesen Ablösungsprozeß innerhalb deiner Beziehung begonnen zu haben. Das ist der Anfang, so lief das bei mir auch. Erst die Ablösung innerhalb der Beziehung und nun werde ich gefordert das Ganze allein durchzustehen. Ich stelle mich mit meiner gesamten Existenz in Frage, weiß nicht mehr was richtig und falsch ist. Es geschehen Dinge innerhalb meiner zwischenmenschlichen Beziehungen, die mich immer wieder neu fordern, Stellung zu beziehen und verdammt ehrlich zu mir selber zu sein. Das ist nicht in jedem Fall angenehm. Ja, es ist zuweilen sehr dunkel, sehr voller Schatten. Leider übersehe ich dann häufig, wenn die Wolken dann so dicht sind, dass ich Stunden oder einen Tag vorher alles im hellsten Sonnenschein gesehen habe. Ganz schön blöd, weil es mir helfen würde diese Schattenstunden oder Tage leichter zu überstehen.

Und ich stelle fest, dass ich im Umgang mit anderen Menschen manchmal völlig naiv bin und nicht den blassesten Schimmer habe, wenn jemand etwas zu mir sagt, das vor Sarkasmus trieft. Ich interpretiere Gesagtes so häufig total anders als der Absender es meint, ich würde behaupten fast immer total falsch.
Werden wir tatsächlich weiser und klüger im Laufe der Jahr und Jahrzehnte, manchmal zweifle ich daran.
Alles Liebe
Elke
 
AW: .... das Leben an mir vorbei???

Hi ihr Lieben,

von abendsonne
bis zu dem tag vor fast einem jahr, als ich anrief bei ihm, und er sich absolut freute, und ich MEINE gefühle spüren konnte, die sehr, sehr gut waren. ich erlebte meinen vater noch nie so offen, so herzlich, so erfreut. es tat echt gut.
ich erlebte, wie er sein KANN, wie er aber noch nie war. und das für MICH
bis ich erkannte, dass er mich verwechselt hatte. er dachte, ein langjährige ex-freundin sei am apparat. er hatte also gar nicht MICH gemeint.

aua! Das tut mir sogar beim Lesen weh.....:trost:

Ich bin grad ziemlich müde.
Mir fällt in diesem Thread zunehmend auf, dass wir eigentlich drei mit demselben Thema "kämpfen" ;)
jeder in einer anderen Phase vielleicht; und jeder versucht es anders anzugehen - und doch dreht es sich um die gleiche Thematik.
Ich bin von jedem Beitrag berührt und seh sehr viele Parallelen zu meinem eigenen Leben (und Verhalten).

DANKE!

von Karin
nämlich, dass ich, innerlich für mich, mit sämtlichen Beziehungsfragen, auf die Zukunft bezogen, abgeschlossen habe. Ich kann mir, so der Status quo, nicht vorstellen, mich (und einen Partner!) jemals wieder der Verletzungsgefahr einer Beziehung auszusetzen. Das würde ich kein zweites Mal überleben. Irgendwie habe ich keine passendere Bewältigungsstrategie gefunden außer den totalen inneren Rückzug. Auch 3 Jahre nach der Scheidung ist das Entsetzen darüber, was passieren kann und vor allem, wie es dazu kommen kann, mehr als lebendig. Ich bin richtig angeschlagen. Es fällt mir auch schwer, daran zu glauben, dass die Zeit alle Wunden heilt.

liebe Karin,
es klingt vielleicht blöd, aber du hast mein vollstes Mitgefühl. Ich kann das so gut nachvollziehen.
Die Verletzungen müssen wirklich sehr groß gewesen sein, das spürt man richtig raus.

Schade, dass es uns Erwachsenen nicht möglich ist, einen tiefen Blick in die Kinderseelen zu werfen. Vielleicht würde das den einen oder anderen doch daran hindern, Beziehungen als bloße „Wachstumsepisoden“ auf dem Weg zur Selbstverwirklichung zu betrachten.

Wenn "wir Erwachsenen" schon nicht gut mit Trennungen umgehen können, wie sollen sie dann Kinder anders verkraften können? Sie sind ja auch irgendwie unser Spiegel.
Ich glaube schon, dass es auch möglich ist, eine wirklich gute Trennung durchzubringen, welche auch für die Kinder kein Problem darstellt. Aber in so einem Falle müssten BEIDE Erwachsenen so etwas von reif sein, dass sie den anderen jeweils ohne Verurteilungen, Bewertungen und in Liebe gehen lassen können. Ich kenne keinen Menschen, bei dem das bisher so abgelaufen ist. Ich denke, so weit ist unsere Menschheit noch nicht, um in dieser Großzügigkeit und Liebe mit diesem Thema umzugehen.

Ich kann es auch nicht, und darum bin ich auch froh, trotz aller Schwierigkeiten, Hindernisse und verworrener Gefühle in mir persönlich trotzdem eine "Familie" zu haben. Mein Mann steht total hinter mir. Und wenn es auch berechnend klingt nach all meinem Gefühlschaos: ich bin dankbar dafür und es ist beruhigend.

DANKE

lg
Niki
 
AW: .... das Leben an mir vorbei???

nämlich, dass ich, innerlich für mich, mit sämtlichen Beziehungsfragen, auf die Zukunft bezogen, abgeschlossen habe. Ich kann mir, so der Status quo, nicht vorstellen, mich (und einen Partner!) jemals wieder der Verletzungsgefahr einer Beziehung auszusetzen. Das würde ich kein zweites Mal überleben. Irgendwie habe ich keine passendere Bewältigungsstrategie gefunden außer den totalen inneren Rückzug.

Genau das ist es, das mich auch maßlos erschreckt. Ich traue mir selber nicht mehr. Ich glaube nicht mehr daran, dass ich fähig bin eine Beziehung wirklich zuzulassen, sie zu geniessen und einen Partner dauerhaft attraktiv und liebenswert zu empfinden. Ich habe Angst vor dem Schmerz den ich empfinde und Angst vor dem Schmerz, den ich jemandem Anderen zufüge mit meiner Art zu sein. Ich bin kritisch, sehe überall falsches, sowohl an mir als auch an Anderen und glaube, dass ich dadurch unfähig zu einer echten Beziehung bin.

Auch 3 Jahre nach der Scheidung ist das Entsetzen darüber, was passieren kann und vor allem, wie es dazu kommen kann, mehr als lebendig. Ich bin richtig angeschlagen. Es fällt mir auch schwer, daran zu glauben, dass die Zeit alle Wunden heilt.
Obwohl bei mir schon fast Gewohnheit (nach drei Ehen) kann ich mein Entsetzen über den Untergang der beiden letzten Ehen einfach nicht ablegen und die Folgen für die Kinder waren in der Tat gravierend. Allerdings musste ich in einer "bis dass der Tod euch scheidet" Elternehe miterleben wie grausam Ehe sein kann, für die Kinder. Ich hätte mir gewünscht meine Mutter hätte uns diese Erfahrung erspart.

Etwas eigentümlich trübe Gedanken ... ich muss jetzt dringend raus an die Sonne, damit ich mich wieder einkriege ....
Ich bin heute morgen aufgewacht und hatte total traurige Gedanken. Der Tag mit einem Waldlauf, einem schönen Brunch und anschließendem Kaffee trinken mit einem Bekannten, war sehr schön. Danach habe ich tolle Fotos gemacht und jetzt sitze ich trotzdem hier und bin wieder genauso traurig, wie heute morgen. Ich glaube weglaufen bringt da nichts, aber ein Spzeirgang klärt halt manchmal zumindest für eine Zeit die Gedanken.
LG
Elke
 
AW: .... das Leben an mir vorbei???

von Elke
Ich glaube nicht mehr daran, dass ich fähig bin eine Beziehung wirklich zuzulassen, sie zu geniessen und einen Partner dauerhaft attraktiv und liebenswert zu empfinden. Ich habe Angst vor dem Schmerz den ich empfinde und Angst vor dem Schmerz, den ich jemandem Anderen zufüge mit meiner Art zu sein. Ich bin kritisch, sehe überall falsches, sowohl an mir als auch an Anderen und glaube, dass ich dadurch unfähig zu einer echten Beziehung bin.

Liebe Elke, liebe Karin,

diese Gedanken habe ich auch oft, obwohl ich ja in Beziehung bin (aber innerlich nicht wirklich anwesend).
Ich sag mal so: ihr sprecht die Dinge einfach offen aus, wovor wahrscheinlich alle Menschen Angst haben.
:liebe1::liebe1::liebe1:
Ich finde das total liebenswert.

Die Fähigkeit, auch zu dem eigenen Unvermögen zu stehen, ist etwas total wertvolles und Schönes. Erst auf dieser Ehrlichkeit kann sich Liebe aufbauen.

Ja, ich hab auch Angst, zu verletzen - und - noch größere Angst, "geliebt zu werden". ;)
Habt ihr schon mal in Gedanken durchgespielt, wenn da ein Mann käme, ein echt toller Mann, herzensgut, super aussehend, total intelligent, mit allen guten Charaktereigenschaften ausgestattet, die du dir vorstellen kannst; und der kommt da so einfach und sagt: "ich liebe dich wirklich. Bist du bereit mich auch zu lieben?"
Ich muss gestehen, ich hab bei diesem Gedanken Panik und Fluchttendenzen verspürt ;)
Ich hab die größte Angst davor, WIRKLICH GELIEBT zu werden - und WIRKLICH ZU LIEBEN.
So sehr ich es mir wünsche. Aber da muss noch viel Angst abgebaut werden, um mich auf diesen Prozess wirklich einzulassen. Denn dazu gehört auch, mich wirklich zu öffnen, zu verpflichten, wirklich zu lieben - und mich damit hinzugeben (aufzugeben - vorerst), um mich in der Liebe dann wieder zu finden....

(ich glaube, darum passiert es auch oft, dass wir gerade dann, wenn uns egal ist, was mit uns passiert - wenn wir am tiefsten Punkt sind - die Liebe begegnet...)

Ich wünsch euch....viel Liebe ;)

lg
Niki
 
AW: .... das Leben an mir vorbei???

Mir fällt in diesem Thread zunehmend auf, dass wir eigentlich drei mit demselben Thema "kämpfen"
jeder in einer anderen Phase vielleicht; und jeder versucht es anders anzugehen - und doch dreht es sich um die gleiche Thematik.
Ich bin von jedem Beitrag berührt und seh sehr viele Parallelen zu meinem eigenen Leben (und Verhalten).
Mir fällt überhaupt in diesem Forum auf, wieviele Lebensthemen hier auch mein Leben berühren. Seit einem halben Jahr lese ich hier mit Verwunderung emotional ganz anders mit. Ich habe lernen müssen aus meiner starken, selbstsicheren Position heraus in ein Gefühl von Angst, Unsicherheit und Schwäche zu finden, bzw. das zuzulassen. Ich habe lernen müssen, dass meine Kolleginnen und Kollegen eine ganz andere und wesentlich stillere Elke kennen lernen, dass sie mir bis in die hinterste Ecke meiner Seele sehen können, weil alles einfach in meinen Augen und Gesicht geschrieben steht. Ich habe das erste Mal seit langem wieder gespürt wie furchtbar weh es tun kann abgelehnt zu werden, weggeschubst und ausgelacht für meine Gefühle.

Mir fällt auf, dass ich drüber reden kann, dass es schwer ist, aber nicht unmöglich und dass es viele Menschen gibt, die ähnlich empfinden und ähnliches erlebt haben. Menschen, bei denen ich das nicht vermutet habe, Menschen, die ich bisher nicht so nahe in mein Leben gelassen habe, die mir von ihrer Lebensart bisher total fremd waren, die erzählen nun.

Ja, wir stehen alle an einem anderen Punkt, aber nicht einer ist unwesentlicher oder leichter und ich bewundere die Stärke, die sich doch in jedem immer wieder zeigt, die Stärke vor all den Erfahrungen nicht weg zu laufen, sich zu stellen und ejden Morgen einen neuen Tag zu beginnen, immer wieder aufzustehen. Es gibt viele Menschen, die in Depressionen versinken und diesen Anforderungen einfach nicht gewachsen sind.
Alles Liebe und Danke dass ihr hier seid.
LG
Elke
 
AW: .... das Leben an mir vorbei???

Ich muss gestehen, ich hab bei diesem Gedanken Panik und Fluchttendenzen verspürt
Ich hab die größte Angst davor, WIRKLICH GELIEBT zu werden - und WIRKLICH ZU LIEBEN.
So sehr ich es mir wünsche. Aber da muss noch viel Angst abgebaut werden, um mich auf diesen Prozess wirklich einzulassen. Denn dazu gehört auch, mich wirklich zu öffnen, zu verpflichten, wirklich zu lieben - und mich damit hinzugeben (aufzugeben - vorerst), um mich in der Liebe dann wieder zu finden....
Das ist es, davor laufe ich auch weg. Es ist ein Gefühl ausgeliefert zu sein.
 
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Ich habe das erste Mal seit langem wieder gespürt wie furchtbar weh es tun kann abgelehnt zu werden, weggeschubst und ausgelacht für meine Gefühle.
Ich muss in diesem Zusammenhang allerdings gestehen, dass ich genau diese Eigenschaften an diesem Menschen schon lange vorher kannte und dummerweise geglaubt habe, mir würde das erspart der tollen, einzigartigen Elke) tse tse
und ich weiß, dass auch ich nicht frei davon bin, es ab und an zu versäumen meinen Mitmenschen einen angemessenen Respekt gegenüber zu haben.
Ja die lieben SPiegel.
LG
Elke
 
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Ich werde dem Spiegel mal wieder mehr Beachtung schenken.
Die kritische Innenschau und die Sicht auf die Tatsache, dass mir mein Innenleben andauernd in Gestalt anderer Menschen über den Weg läuft, habe ich lange genug übersehen und verdrängt.
Haltet mich für bescheuert, aber ich habe den Kontakt am Wochenende wieder aufgenommen. Meine Inkonsequenz ist wirklich beachtlich und ich sollte mich hüten euch (Niki und Abendsonne) nochmal von eurem Tun abhalten zu wollen. :liebe1:
Irgendwie ereilt mich immer genau die Situation, die ich bei Anderen nicht verstehen oder akzeptieren will.
LG
Elke
 
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Guten Morgen,

Ich werde dem Spiegel mal wieder mehr Beachtung schenken.

Liebe Elke,
hört sich vielleicht blöd an, aber ich hab mich echt gefreut, als ich das gelesen hab :liebe1:
Ich hab daran, dass ich mir meinen Spiegel angesehen hab, sooooo viel über mich erfahren; und vor allem bemerkt, dass ich kein Opfer bin sondern meine Zukunft selbst aktiv gestalte: jede Sekunde :)

das zu erfahren, ist echt schön. Immer wieder. Wir sind nicht Opfer unserer Umwelt oder unserer Umstände, wir gestalten sie selbst.

Alles Liebe
Niki
 
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Liebe abendsonne,
Niki und Strandläufer …
:)

ich habe hier schon sehr lange nichts mehr geschrieben, aber ich bin von diesem Thread und der Offenheit hier sehr berührt und lese immer mit.

Auch habe ich keine wirklich tiefschürfenden neuen Erkenntnisse anzubieten. Aber etwas fällt mir selbst in zunehmendem Maße auf, je mehr ich von euch lese (und es erschreckt mich auch gleichzeitig sehr):

nämlich, dass ich, innerlich für mich, mit sämtlichen Beziehungsfragen, auf die Zukunft bezogen, abgeschlossen habe. Ich kann mir, so der Status quo, nicht vorstellen, mich (und einen Partner!) jemals wieder der Verletzungsgefahr einer Beziehung auszusetzen. Das würde ich kein zweites Mal überleben. Irgendwie habe ich keine passendere Bewältigungsstrategie gefunden außer den totalen inneren Rückzug. Auch 3 Jahre nach der Scheidung ist das Entsetzen darüber, was passieren kann und vor allem, wie es dazu kommen kann, mehr als lebendig. Ich bin richtig angeschlagen. Es fällt mir auch schwer, daran zu glauben, dass die Zeit alle Wunden heilt.

Gestern habe ich mich mit einer Freundin getroffen, sie hat mich aufs Laufende gebracht über die aktuellen Trennungs- und Scheidungsgeschichten im Bekanntenkreis, von denen ich noch nichts wusste, brandneu, sozusagen. So erschreckend alltäglich, auch wenn Kinder mit im Spiel (Spiel??) sind.

Meine Freundin ist Lehrerin. Sie sagt, in ihrer Klasse sind 40% Scheidungskinder, und dass jedes hat auf seine Weise einen mehr oder minder verborgenen Knacks weg hat. Ich brauch mir ja bloß meine eigenen Mädels und meinen Sohn anzuschauen, dann weiß ich, dass sie für’s Leben geprägt sind.

Ich kenne alle, wirklich alle Gegenargumente, die schwer bis gar nicht zu entkräften sind!
Ich weiß, wie halbwegs reibungslos Patchworkfamilien funktionieren können. „No problem“ behauptet auch meine Schwester (geschieden, 2 Kinder, sie ist zusammen mit einem 2-fach geschiedenen Mann mit ebenfalls 2 Kindern von 2 Müttern). Das ist doch alles verrückt. Oder??

Schade, dass es uns Erwachsenen nicht möglich ist, einen tiefen Blick in die Kinderseelen zu werfen. Vielleicht würde das den einen oder anderen doch daran hindern, Beziehungen als bloße „Wachstumsepisoden“ auf dem Weg zur Selbstverwirklichung zu betrachten.

Ich weiß, dass diese meine Zeilen absolut realitätsfremd sind. Ich weiß das! Ich hätte ja schließlich meine Sache (sprich Ehe) auch besser machen können statt nachträglich zu erkennen, wie es eben nicht sein sollte.

Irgendwie bin ich heute einfach mal wieder so richtig traurig über die Vergangenheit und über die Spur an Verletzungen, die wir (mein Mann und ich) fabriziert haben.

Etwas eigentümlich trübe Gedanken ... ich muss jetzt dringend raus an die Sonne, damit ich mich wieder einkriege ....

Liebe Grüße an euch,:liebe1:
Karin
liebe karin,

es freut mich sehr, von dir zu hören.

ich denke, diese fassungslosigkeitsphase trifft am meisten DIE menschen, die sich sehr viele gedanken um das leben machen.
die sich bewusst sind, wenn ich mich jetzt rausstürze in die ablenkung, ins neue leben, dann bleibt etwas unverarbeitet IN mir und kommt zu irgendeinem ev. völlig unpassendem zeitpunkt wieder hoch.
ich finde es gut, wenn man sich die zeit zugesteht, total durch diese phase durchzugehen. :liebe1:

ich denke, es wird auch in bezug auf die beziehungsformen selber immer besser werden. momentan ist ja noch der umbruch im gange. im kollektiven bewusstsein ist mit sicherheit noch die zeit verankert, wo "familie" gleichgesetzt war mit sicherheit, und dadurch wirkt jede trennung wie ein schock. wir erwarten einfach noch zu viel (nachwirkungen aus der zeit, in der man als frau nicht "aus" konnte und eine ehe einfach beständig war).

die neuen beziehungsformen sehen schon in die richtung "solange es gut-geht" aus, und wenn DAS einmal im bewusstsein so richtig verankert ist, dann überträgt sich das auch auf das empfinden der kinder und "trennung" geht dann nicht mehr so krass über die bühne - nicht mehr mit so vielen dramen. da bin ich mir sicher. dann gehört trennung einfach zum leben, und das werden die kinder dann auch so erfahren.

wobei ich mir sicher bin, dass die trennungen mit der zeit wieder weniger werden.

denn es ist meines erachtens auch ist die akzeptanzgrenze durch das neue bewusstsein der frauen sehr niedrig momentan. die selbstverwirklichungstendenzen sind durch unsere neu gewonnenen finanziellen freiheiten natürlich sehr groß, und das wird auch "erprobt" auf kollektiver ebene.
wir gehen also momentan durch mit diesem gedanken "ja nichts gefallen lassen" und sind sofort da mit der trennung. diese trennungen von heute auf morgen erzeugen bei den kindern denke ich auch den großen schock.
 
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